Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin und Autorin (3000x1000px)

Heiliger Geist trifft Zeitgeist

Interview mit Kirstine Fratz und Dr. Andreas Loos

«Zeitgeist und Heiliger Geist wollen uns beide wachsen sehen!»

Die Hamburger Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz und tsc-Dozent Dr. Andreas Loos luden im Oktober 2019 zu einem Wochenendseminar auf den Chrischona-Campus ein. Dabei stellten sie Zeitgeist und Heiligen Geist als Spielgefährten vor. Im Interview erklären sie, wie das «Zeit – Geist – Spiel» zu verstehen ist.

tsc: Frau Fratz, als Zeitgeistforscherin haben Sie die Antennen weit ausgefahren ins Leben der Menschen und der Gesellschaft. Leben wir in einer Zeit, die von allen guten Geistern verlassen ist?

Kirstine Fratz: Der Gedanke kommt einem sicherlich schnell, schaut man sich um in den aktuellen Problemfeldern der Zeit. Die Kunst ist es aber, zwischen den Feldern wieder Kontakt mit den guten Geistern aufzunehmen und zu erkennen, wo neuer Wille für Versöhnung und Heilung gestartet wird. Dieser kommt oft in ganz anderen Formen und Farben, als wir es von vergangenen Zeitgeistern gewohnt sind. Daher fällt es uns häufig schwer es zu sehen, weil wir uns die guten Geister so noch nicht vorgestellt haben.

So glauben wir etwa, dass die demografische Verschiebung und der vermeintliche Verfall von familiären Werten die Grundlagen unserer Gesellschaft zerstören, und erkennen nicht, dass gerade diese Verschiebung das Konzept Familie neu hat atmen lassen. Ein Phänomen für diesen guten Geist ist, dass besonders junge Frauen wieder zunehmend Lust auf Mutterschaft haben. Denn der neue gesellschaftliche Kontext macht es für sie wieder attraktiv. Und sie haben das Gefühl, es ist Zeit, das Thema wieder positiv für ihr Leben zu bewerten. Eine Entwicklung, die für uns so vorher nicht erkennbar war.

tsc: Der Zeitgeist, über den Sie schreiben: Wer ist er und was macht er?

Kirstine Fratz: Er ist eine sehr machtvolle und kreative Kraft. Der Zeitgeist hat die Macht, unser Denken, Handeln und Fühlen zu verändern. Das macht vielen Menschen Angst und manche verteufeln ihn sogar dafür.
Der Vorwurf, der dem Zeitgeist immer wieder gemacht wird, ist, dass er destabilisiert, Werte mit Füssen tritt, oberflächlich und launisch wäre. Das ist allerdings eine recht oberflächliche Sichtweise auf sein Werk. In der Tat steht er nicht für Stabilität, Bewahren und Erhalten. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, die versucht, sich vor Bewegung und Veränderung zu schützen? Das System erstarrt und bietet zunehmend Raum für Macht, Schmerz und Leid.
Der Zeitgeist bricht erstarrte Strukturen auf, nimmt sich der darin entstandenen Defizite und Sehnsüchte an und bietet neue Möglichkeiten, diese zu erfüllen. Diese Dynamik erscheint einem oft erst als eine Bedrohung, ein Vorzeichen für den Untergang. Doch ist es meist eine neue Annäherung an etwas Lebenswichtiges, was im alten System zu sterben drohte. Und dann verlieren wir wie von Zauberhand auf einmal die Lust so viel Alkohol zu konsumieren wie einst, bevor unser Körper uns wichtig wurde. Wir verzichten darauf, unsere Kinder einfach zum Gehorsam zu erziehen, weil wir sie auf einmal in ganzer Blüte und Entfaltung sehen wollen. Und junge Frauen wollen plötzlich nicht mehr auf Mutterschaft warten, wie sie es im alten System gelernt haben.
Das alles sind immer wieder neue Chancen, die Gesellschaft lebendig und damit auch gesünder zu gestalten.

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Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin und Autorin

Der Vorwurf, der dem Zeitgeist immer wieder gemacht wird, ist, dass er destabilisiert, Werte mit Füssen tritt, oberflächlich und launisch wäre. Das ist allerdings eine recht oberflächliche Sichtweise auf sein Werk. In der Tat steht er nicht für Stabilität, Bewahren und Erhalten. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, die versucht, sich vor Bewegung und Veränderung zu schützen? Das System erstarrt und bietet zunehmend Raum für Macht, Schmerz und Leid. (Kirstine Fratz)

tsc: Andreas Loos, wie kommst du auf die Idee, der Heilige Geist könnte etwas mit dem Zeitgeist zu tun haben?

Andreas Loos: Eben, weil er heilig ist. Das heisst für einen Theologen, dass ich dem Heiligen Geist nicht vorschreiben sollte, wo und wie er wirkt. Leider hat die Christenheit das immer wieder getan und den Heiligen Geist zu einseitig mit Erlösung verknüpft und an die Institution Kirche geknüpft. Diese starre Entgegensetzung von Kirche und Gesellschaft, Heiligem Geist der Gläubigen und unheiligem Geist der Zeit hat mich lange blind gemacht dafür, wie weit und tief der Heilige Geist sich einlässt auf das Leben. Die Bibel erzählt, wie der Heilige Geist jeden Menschen zu einer lebendigen Seele macht, zu bedürftigen Mängelwesen mit Hunger und Durst nach Leben, Liebe und Glück. Er inspiriert, begabt und ermächtigt Menschen dazu, liebe- und lustvoll die Schöpfung aufblühen zu lassen, Neues hervorzubringen, Schönes zu erschaffen – häufig geradezu spielerisch. Und dort, wo wir uns auf Geister, Prinzipien und Strukturen eingelassen haben, die das Leben entheiligen und bedrohen, da erfüllt der Heilige Geist Menschen mit neuen Ideen, mutigen Handlungsweisen und erstaunlich resilienter Welthoffnung. So belebt er, was tot ist, bewegt, was erstarrt ist, befreit, was zwanghaft ist, und stimmt neu an, was verstummt ist.

Wenn nun die Zeitgeistforschung von spontanen und unerwarteten Zeitgeistbewegungen berichtet, welche die lebensuntauglichen und starren Vorgaben des Zeitgeistes für ein erfülltes Leben aufbrechen und überbieten, dann frage ich mich: Woher kommt diese selbstregulierende Kraft des Zeitgeistes? Steckt dahinter etwa das stille und unaufdringliche Handeln des Heiligen Geistes?

Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.

Diese starre Entgegensetzung von Kirche und Gesellschaft, Heiligem Geist der Gläubigen und unheiligem Geist der Zeit hat mich lange blind gemacht dafür, wie weit und tief der Heilige Geist sich einlässt auf das Leben. (Dr. Andreas Loos)

tsc: Mit dem Zeitgeist spielen – ist das eher Risiko oder Verheissung?

Kirstine Fratz: Es ist beides. Sich auf verheissungsvolles Terrain zu wagen, ist immer mit einem Risiko verbunden. Doch die Verheissung lässt uns dieses Risiko oft erst eingehen. Verheissung ist immer auch Antrieb, etwas zu wagen, zu hoffen und zu erfahren.

Andreas Loos: Keine Verheissung ohne Risiko, das hat letztlich damit zu tun, dass Gott Liebe ist und mit uns Liebe verwirklichen will. Und zwar in der Kraft des Heiligen Geistes, der Liebe Gottes in unseren Herzen (Römer 5,5). Liebe kann die Gegenliebe weder erzwingen, noch verfügen, noch manipulieren. Ich glaube, dass Gott selbst das Wagnis und Risiko der Liebe eingegangen ist. Und ich hoffe, dass die Verheissung von Leben und Liebe uns immer wieder lockt. Das hat nichts mit leichtfertigem Zocken zu tun, wohl aber mit gelassener Freiheit, Fehler zu machen und zu scheitern. Wie Petrus: Lieber mal absaufen mit Jesus, aber dafür mit ihm über das Wasser gehen.

Lieber mal absaufen mit Jesus, aber dafür mit ihm über das Wasser gehen. (Dr. Andreas Loos)

tsc: Lassen sich Zeitgeist und Heiliger Geist klar unterscheiden?

Kirstine Fratz: Der Zeitgeist ist das Fieber des Neuen. Seine Kraft ist die Erneuerung, seine Vision das Unvorstellbare, seine Macht die Resonanz. Er strebt, er sehnt, er drängt und treibt und gibt uns keine Ruhe. Denn würde er uns in Ruhe lassen, so würden wir den anderen Geistern zu viel Raum geben. Den trägen und vertrauten Geistern, die uns eigensinnig machen und entmutigen. So erinnert er uns stets an die Freiheit des Denkens und des Gestaltens. Das ist beschwerlich und auch euphorisch, denn durch den Zeitgeist haben wir die Möglichkeit, uns und unserer Welt immer wieder neu zu begegnen. So ist der Zeitgeist stets temporär, der Heilige Geist in seinem Streben aber ewig und unverrückbar in seinem Wollen und in seiner Liebe. Ihre Herangehensweise an den Menschen ist klar zu unterscheiden, doch in Ihrem Wirken tun sich ähnliche Absichten und Ziele auf.

Andreas Loos: Theologisch ist das gar nicht so einfach. Nämlich dort, wo die guten Geister des Menschen zusammenspielen mit dem Heiligen Geist. Ein Beispiel: Der Heilige Geist ruft im Herzen der Gläubigen «Abba, lieber Vater» (Galater 4,6). Aber das schliesst die Gläubigen und ihren Geist nicht aus, sondern setzt sie frei. Sie rufen jetzt selbst «Abba, lieber Vater», weil der Heilige Geist ihrem Geist bezeugt, dass sie Gottes Kinder sind (Römer 8,15–16). Hier sind beide untrennbar am Werk. Andererseits gibt es klare Kriterien für die Unterscheidung der Geister. Etwa überall dort, wo Angst, Zwang und Gewalt geschürt werden, haben wir es nicht mit dem Heiligen Geist der Freiheit zu tun.

Der Zeitgeist ist das Fieber des Neuen. Seine Kraft ist die Erneuerung, seine Vision das Unvorstellbare, seine Macht die Resonanz. Er strebt, er sehnt, er drängt und treibt und gibt uns keine Ruhe. (Kirstine Fratz)

tsc: Zeitgeistforschung trifft Theologie, und Sie nennen das «Zeit – Geist – Spiel». Welche thematischen Bälle spielen Sie sich gegenseitig zu?

Kirstine Fratz: Wir werden gemeinsam beleuchten, wie sich das Wirken des Zeitgeistes im Sinne des Heiligen Geistes darstellt. Wir werden uns voller Schöpfergeist darüber beraten, ob es nicht an der Zeit ist, die strikte Trennung zwischen Glauben und Zeitgeist liebevoll aufzulösen. Für weniger Angst und mehr Versöhnung, die zu neuem Mut, Hoffnung und Freude für das Wirken von den beiden Geistern führen kann. Wir haben uns vorgenommen, ein Tabuthema anzupacken, weil wir nicht mehr daran glauben, dass diese beiden Kräfte sich nicht leiden können, sondern beide uns gerne frei und wachsen sehen.

Andreas Loos: Ich werde ein paar zeitgeistsensible Facetten des Heiligen Geistes ins Spiel bringen, die eher in Vergessenheit geraten sind. Zum Beispiel, dass jeder Mensch mit dem Heiligen Geist zu tun hat und ihm den herrlichen Kreislauf von Mangel, Begehren und Erfüllung verdankt, durch den wir zu Gott, zueinander und zu uns selbst finden. Oder die schöpferische, künstlerische und spielerische Seite des Heiligen Geistes, die uns kreativ und spielerisch macht. Ach ja, und dass der Heilige Geist es liebt, unsere Zeit zu erfüllen, wenn sie reif dafür ist, um unserem Geist zuzuflüstern, dass wir geliebte Kinder des Höchsten sind. Ich bin ziemlich neugierig, was wir und alle Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer auf dieser weiten Spielwiese entdecken und erleben werden.

Wir haben uns vorgenommen, ein Tabuthema anzupacken, weil wir nicht mehr daran glauben, dass diese beiden Kräfte sich nicht leiden können, sondern beide uns gerne frei und wachsen sehen. (Kirstine Fratz)

tsc: Sie wollen dazu beitragen, dass die Menschen zu mündigen Zeitgeistteilnehmerinnen und -teilnehmern werden. Woran denken Sie dabei?

Kirstine Fratz: Mündigkeit entsteht durch Bewusstheit. Für den Zeitgeist fehlt oft das Bewusstsein für seine Dynamik. Meistens halten wir uns im Bewerten und Urteilen auf und erkennen dabei nicht die Chancen. Zeit – Geist – Spiel soll eine neue Wahrnehmung schulen für die gestalterische Kraft der beiden Mächte und der gestalterischen Kraft in uns selbst. Das macht uns mündig, um mit beiden Mächten in einen spielerischen Austausch zu gehen und dann zu erschaffen, was uns als sinnvoll erscheint. So bleiben wir frei in der Entscheidung und doch angebunden an die Schönheit des Ewigen und die Chancen des Temporären.

Andreas Loos: Angstfähig werden. Damit meine ich, sich selbst als Zeitgeistteilnehmer an- und ernst zu nehmen. Den durchaus furchteinflössenden Seiten des Zeitgeistes ins Auge schauen, aber manchen Spuk auch durchschauen. Über sich selbst lachen und dem Heiligen Geist zutrauen, dass er mich hält, wenn die nächste Zeitgeistwelle auf mich zurollt. Aber noch mehr. Spiritualität ist die Kunst, geistbestimmt zu leben (ars spiritualis). Das will gelernt und eingeübt werden. Mündig ist, wer sich immer wieder dafür entscheidet und dabei Fehler und Scheitern nicht scheut. So entdecke ich mit anderen, wie der Heilige Geist zur passenden Zeit das Gute zu mir kommen lässt, mich zum Guten kommen lässt – manchmal trotz, aber immer wieder auch mit Hilfe des Zeitgeistes.

So entdecke ich mit anderen, wie der Heilige Geist zur passenden Zeit das Gute zu mir kommen lässt, mich zum Guten kommen lässt – manchmal trotz, aber immer wieder auch mit Hilfe des Zeitgeistes. (Dr. Andreas Loos)

Vorstand des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes mit tsc-Vertretern (1500x500px)

Gnadauer auf Chrischona

Foto: Der Gnadauer Vorstand trifft sich vor der Mitgliederversammlung mit Vertreterinnen und Vertretern des tsc.

Mitgliederversammlung 2019 des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes

Gnadauer auf Chrischona

Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) war vom 12. bis 14. September 2019 Gastgeber der Mitgliederversammlung des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Die rund 80 Delegierten erlebten drei intensive Tage und lernten nebenbei das tsc besser kennen.

Gnadau und tsc sind eng verbunden

Lange ist es her, dass der hauptsächlich aus deutschen Werken und Gemeinschaftsverbänden bestehende Gnadauer Gemeinschaftsverband auf St. Chrischona in der Schweiz tagte. Vor der diesjährigen Mitgliederversammlung war dies zuletzt 1995 der Fall.

Das Theologische Seminar St. Chrischona ist mit der Gemeinschaftsbewegung aber eng verbunden. Rund ein Dutzend Delegierter der Gnadauer Mitgliederversammlung haben selbst am tsc studiert. Im langfristigen Trend stammen rund 50 Prozent aller tsc-Studenten aus Deutschland, viele davon aus Gemeinden des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Zudem ist das tsc Gründungsmitglied im neuen Gnadauer Bündnis für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Verband. Und René Winkler, Leiter Weiterbildung am tsc, ist Mitglied im Gnadauer Vorstand. Im März 2019 hat das tsc mit rund 80 Teilnehmern beim Upgrade-Kongress des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Willingen teilgenommen und mitgearbeitet.

Die Generation Lobpreis in der Gemeinschaftsbewegung

Den Upgrade-Kongress auszuwerten war auch ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Gnadauer Mitgliederversammlung auf St. Chrischona. Ausserdem war Thema, wie die Generation Lobpreis besser in die Gemeinschaftsbewegung eingebunden werden kann. Dazu waren unter anderem Tobias Faix (Professor für Praktische Theologie und Autor) und Andreas Boppart (Leiter Campus für Christus in Deutschland, Österreich, Schweiz) als Gastreferenten eingeladen.

Um die Generation Lobpreis theologisch und musikalisch gut auszubilden, bietet das Theologische Seminar St. Chrischona seit 2016 den Bachelorstudiengang Theologie & Musik an. Vier Sänger und Liederschreiber aus diesem Studiengang gaben am Abend des zweiten Sitzungstages ein Konzert für die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung. Dabei präsentierte Carolin Feuchtmeyer mit einer Band auch ihr selbst geschriebenes Lied «You know», das im Rahmen der Eben-Ezer-Sessions auf Video aufgenommen worden ist.

«Ganz grosses Gnadauer Kino!»

Eine Mehrheit der Gnadauer Delegierten besuchte den Chrischona-Campus während der Mitgliederversammlung zum ersten Mal. Viele zeigten sich beeindruckt von der Grösse, Ruhe und Spiritualität des Campus. Auch die Bibelarbeiten, welche die tsc-Dozenten Susanne Hagen, Andreas Loos und Debora Sommer am Morgen der Sitzungstage hielten, stiessen auf Resonanz. In einem Dankwort an das tsc erklärte Präses Michael Diener: «Wir erlebten einen schönen, grossen Tagungsraum, tolle Dozenten und eine einmalige musikalische Begleitung – das war ganz grosses Gnadauer Kino. Vielen Dank dafür!»

Gnadauer auf Chrischona: Präses Michael Diener
Gnadauer-Präses Michael Diener bedankt sich beim Theologischen Seminar St. Chrischona herzlich für die Gastfreundschaft: «Wir erlebten einen schönen, grossen Tagungsraum, tolle Dozenten und eine einmalige musikalische Begleitung – das war ganz grosses Gnadauer Kino.»
Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsst die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung auf dem Chrischona-Campus.
Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsst die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung auf dem Chrischona-Campus.
Die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung geniessen die Ruhe und das spätsommerliche Wetter auf dem Chrischona-Campus.
Die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung geniessen die Ruhe und das spätsommerliche Wetter auf dem Chrischona-Campus.
Gnadauer auf Chrischona: Song Gabriel Portner
tsc-Student Gabriel Portner spielt vor den Gnadauer Delegierten sein selbst geschriebenes Lied «Königskind und Löwenherz».
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Jetzt geht das Studium los!

Bericht vom Studienstart 2019

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) startet mit 54 «Ersties» ins 180. Studienjahr

Das Theologische Seminar St. Chrischona ist mit 33 neuen Studierenden sowie 21 neuen Gasthörerinnen und Gasthörern ins 180. Studienjahr gestartet (Stand: 5.9.). In den Einführungstagen mit abwechslungsreichem Programm hiess die 141-köpfige Studiengemeinschaft die «Ersties» herzlich willkommen.

Vor dem Unterrichtsbeginn am 2. September hatte die Studiengemeinschaft am tsc bereits ein viertägiges Programm erlebt. Dies umfasste Infoanlässe, Lobpreiszeiten, Gottesdienste, Bibelarbeiten und ein grosses Fest mit Westernthema. Rektor Benedikt Walker formulierte die Idee hinter der abwechslungsreichen Einführung: «Theologie studieren am tsc ist mehr als akademische Ausbildung. Es ist auch Persönlichkeitsentwicklung – und ein geistlicher Weg, den wir als Studiengemeinschaft gemeinsam gehen wollen.»

Was den Ausschlag fürs tsc gab

Die Mischung aus hoher Studienqualität und lebendiger christlicher Gemeinschaft gab für viele der neuen Studierenden den Ausschlag, sich für einen der drei theologischen Bachelorstudiengänge oder den Jahreskurs am tsc zu bewerben. Bei der Wahl der Studiengänge zeigte sich ein konstantes Interesse an Theologie & Musik, der mit zehn neuen Studierenden ins vierte Jahr startet und bereits erste Absolventen hat.

Die neuen Studierenden freuten sich darüber, dass sie die Studiengemeinschaft während der Einführungstage besser kennengelernt haben. Zum Beispiel der 25-jährige Robin Nägeli aus Uster, der den Studiengang Kommunikative Theologie beginnt. Er sagte: «Ich finde es schön, wie offen die Menschen am tsc sind und einen kennenlernen wollen. Das ist angenehm und erleichtert den Einstieg».

Impulsgeber von der Kommunität Don Camillo

Als Impulsgeber der geistlichen Weggemeinschaft am tsc war Pfarrer Heiner Schubert eingeladen. Der Leiter der Kommunität Don Camillo in Montmirail erzählte Anekdoten und gab Erkenntnisse weiter aus seiner 40-jährigen Lebenserfahrung in der Kommunität. Etwa, dass Gemeinschaft dazu herausfordere, sich mit dem eigenen Schatten auseinanderzusetzen. Also mit schwierigen Seiten der eigenen Persönlichkeit, die gerne verdrängt werden.

Kreative Ansätze statt Vorträge

Die Aufmerksamkeit war Heiner Schubert sicher, als er biblische Gleichnisse in Form von Zeichnungen nacherzählte. Ein kreativer Ansatz, der durch interaktive Formen des Bibellesens und Gruppenarbeiten ergänzt wurde. Beispielsweise tauschte sich die Studiengemeinschaft in einem «Speed-Dating» paarweise über Bibeltexte aus. Manche der neuen Studierenden waren positiv überrascht, dass sich dies hinter dem Begriff der geistlichen Einführungstage verbarg. Die Kommunikative Theologie, die am tsc gelehrt und erarbeitet wird, wirkt sich eben auch auf die Methodik aus.

tsc-Start 19/20: Neue Studierende (1500x1000px)
Zum Studienjahr 2019/20 haben 32 neue Studierende einen Bachelorstudiengang oder den Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) begonnen.
Pfarrer Heiner Schubert und Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc)
Pfarrer Heiner Schubert (im Foto links) von der Kommunität Don Camillo gibt geistliche Impulse für die Studiengemeinschaft am tsc.
tsc-Start 19/20: Bibellesemethode Speed-Dating
Kreative Bibellesemethode: In der Form eines Speed-Datings kommen die Studentinnen und Studenten über einen Bibeltext ins Gespräch.

Fernstudierende lernen E-Dozierende kennen

Ebenfalls zur Studiengemeinschaft des tsc gehören die sechs neuen Fernstudierenden des Bachelorstudiengangs Kommunikative Theologie. Für sie war die Teilnahme an den Einführungstagen freiwillig. Die meisten von ihnen nutzen gerne die Möglichkeit, ihre Dozentinnen und Dozenten sowie den Chrischona-Campus persönlich kennenzulernen.

Alle neuen Studierenden betonten die angenehme Stimmung und die Wichtigkeit dieses gemeinsamen Starts, der das Ausrufezeichen hinter den Satz setzte: Jetzt geht das Studium los!

Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) bietet seit 1840 theologische Aus- und Weiterbildung an. Das tsc-Studienangebot umfasst die Bachelorstudiengänge Kommunikative Theologie (Präsenz- und Fernstudium), Theologie & Pädagogik, Theologie & Musik sowie den tsc-Jahreskurs.