Die neuen Studentinnen und Studenten vor dem Start ins Studienjahr 2020/21 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).

Neustart mit Präsenzunterricht

33 neue Studierende am tsc

Neustart mit Präsenzunterricht

Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) hat 33 neue Studierende sowie 27 neue Gasthörerinnen und Gasthörer zum Studienjahr 2020/21 herzlich willkommen geheissen. Am 31. August 2020 hat es den Präsenzunterricht nach einem halben Jahr Unterbrechung wegen Corona wieder aufgenommen.

Grosse Freude über die Gemeinschaft

Ein Schutzkonzept und grosse Räume auf dem Chrischona Campus sind die Voraussetzungen, dass das tsc zum Präsenzunterricht zurückkehren kann. Die Freude darüber und über den Start des neuen Studienjahres war gross. Studierende, Dozierende und Mitarbeitende genossen es, nach langer Pause wegen Corona und Sommerferien wieder miteinander Gemeinschaft haben zu dürfen.

«Ich will Gott tiefer kennenlernen!»

Ausgeprägt ist die Vorfreude auf das Studium bei den neuen Studentinnen und Studenten. Sie sind bereit zu lernen – auch wenn sie die Herausforderungen eines dreijährigen Studiums erahnen. Viele von ihnen haben ausserdem die Erwartungen, dass Gott sie am tsc ein Stück weiter bringt auf ihrem Weg. Die 20-jährige Hannah Renz zum Beispiel. Sie sagt: «Für meine Zeit am tsc im Studiengang Theologie & Musik habe ich mir bewusst kein Ziel gesetzt. Ich will offen sein, wie Gott mich verändert und was entsteht.» Der 22-jährige Fernstudent Benedikt Langer bringt es so auf den Punkt: «Nicht mehr über Gott zu lernen, sondern Gott tiefer kennenzulernen, ist das Ziel für mein Studium.»

Die neuen Studentinnen und Studenten vor dem Start ins Studienjahr 2020/21 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc)
Die neuen Studentinnen und Studenten vor dem Start ins Studienjahr 2020/21 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc)

Grosse Chance am tsc

Bei den geistlichen Einführungstagen sprach René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc, über Bedürftigkeit. Er stellte klar, dass jeder Mensch Sehnsucht danach habe, diese gut sei und im irdischen Leben niemals völlig gestillt werde. Wichtig sei es, den Mut zu haben, Beziehungen einzugehen. «Wir brauchen einander, um mehr von Jesu Liebe zu erfahren. Die Wahrnehmung von Bedürftigkeit ist entscheidend in einer christlichen Gemeinschaft», erklärte er.
Am tsc ist eine solche Gemeinschaft möglich. Sie gehört zum Gesamtkonzept des Studiums. Rektor Dr. Benedikt Walker sieht darin eine grosse Chance. Den neuen Studierenden sagte er: «Du kommst in ein neues Umfeld. Hier kannst du deine Grundbedürfnisse entdecken, viel Neues lernen und erkennen, wer du bist.»

Studierendenzahlen auf Vorjahresniveau

Die Zahl der neuen Studierenden und Gasthörenden entspricht etwa der des Vorjahres. «In der Unsicherheit, die die Coronakrise auch bei Interessierten für ein Studium ausgelöst hat, ist das ein ermutigendes Signal», findet Benedikt Walker. Die meisten neuen Studierenden haben sich für den Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie entschieden. Acht beginnen ihn im Modus des Fernstudiums, vier als Präsenzstudierende. Acht neue Studierende haben Theologie & Musik gewählt, sieben Theologie & Pädagogik. Der neue Jahreskurs umfasst sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Hinzu kommen 27 Gasthörende.
Darunter sind sechs Offiziersanwärter der Heilsarmee. Mehrere Online-Kurse des Theologiestudiums sind Bestandteil ihrer Offiziersausbildung. Neu geregelt ist, dass die Absolventinnen und Absolventen der Offiziersausbildung am tsc weiterstudieren und den Theologie-Bachelor erreichen können.

René Winkler im Gespräch mit Studierenden
René Winkler im Gespräch mit Studierenden

Zahlen zum Start des Studienjahres 2020

33 neue Studierende, davon:

  • 12 BTh Kommunikative Theologie (Präsenz- und Fernstudium)
  • 8 BA Theologie & Musik
  • 7 BA Theologie & Pädagogik
  • 6 tsc-Jahreskurs

27 neue Gasthörende, davon:

  • 20 in den Online-Kursen
  • 5 in Modulen des Präsenzstudiums
  • 2 in den Freitagsseminaren des Jahreskurs Worship

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 15.06.2021, 18–19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 12.–13.03.2021.
tsc-Graduierungsfeier 2020: Graduierte (1500x500px)

Segensreicher Schlusspunkt des Studiums

tsc-Graduierungsfeier 2020

28 Absolventinnen und Absolventen erhalten Abschlusszeugnisse

Die Graduierungsfeier ist der Schlusspunkt der Bachelorstudiengänge am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Bei der Feier am 28. August 2020 auf dem Chrischona Campus erhielten 28 Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Drei von ihnen stellten ihre top bewerteten Bachelorarbeiten vor.

Top Bachelorarbeiten: von Kinderängsten und Jesus im Islam

Im Studiengang Kommunikative Theologie hatte der Fernstudent Bernd Neu in diesem Jahr die beste Arbeit geschrieben. Er verglich Quellen des Islam und der Evangelien, wie sie Jesus sehen. Dabei stellte er fest: Jesus ist nach Mohammed der wichtigste Prophet im Islam. Dieser Jesus entspricht aber nicht der Person, die uns in der Bibel begegnet.
Über den Umgang mit Kinderängsten verfasste Jonathan Widmayer seine Bachelorarbeit im Studiengang Theologie & Pädagogik. Eine seiner Erkenntnisse lautete, dass der Glaube einen Perspektivwechsel schafft: weg von der Angst, hin zu Jesus.
Die dritte top Bachelorarbeit ist die von Tim Hottinger im Studiengang Theologie & Musik. Er wollte der theologischen Begründung des Wesens der Musik auf die Spur kommen. Tims Fazit: «Gott ist musikalisch. Indem er es so angelegt hat, wie es ist, können wir sagen, dass er Musik liebt.»

«Das tsc-Studium ist mehr als Wissensvermittlung.»

Rektor Dr. Benedikt Walker gratulierte den Graduierten im Namen des tsc. «Das Studium am tsc ist mehr als Wissensvermittlung. Akademische Bildung fordert, dass wir das Gelernte reflektieren und bereit sind, Neues kennenzulernen», erklärte er in seinem Grusswort.

Ähnliche Worte wählte Dr. Johan Siebers als Vertreter der Middlesex University, die die Bachelorstudiengänge des tsc validiert. Er war wegen der Corona-Massnahmen per Videobotschaft zugeschaltet. Darin gab er den Rat, die Klarheit über die eigenen Ansichten und gleichzeitig die Offenheit für das Neue zu bewahren. «Wenn ihr als Vertreter eures Glaubens in die Welt zieht, wird eure Lebendigkeit das Wichtigste sein, was ihr Gesellschaft und Menschen zu vermitteln habt. Bleibt also nicht an der Seite, steigt ein in den Strom des Lebens», sagte der Professor für Philosophie und Religion.

tsc-Graduierungsfeier 2020: Graduierte (1500x1000px)
Mit einer Rose im Mund und dem Bachelorabschluss in der Tasche machen sich die Absolventinnen und Absolventen auf den nächsten Lebensabschnitt.
tsc-Graduierungsfeier 2020: Autoren der besten Bachelorarbeiten
Jonathan Widmayer, Bernd Neu und Tim Hottinger (von links) haben die besten Bachelorarbeiten ihrer Studiengänge verfasst.

Ein besonderer Moment

Ein letztes Mal richtete die Graduierungsfeier den Blick zurück auf die Jahre des Studiums, bevor für die Absolventinnen und Absolventen ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Ein besonderer Moment für die Graduierten mit ihren Freunden und Familien. Ein besonderer Moment aber auch für die Dozentinnen und Dozenten, welchen der Stolz und die Freude bei der Übergabe der Zeugnisse deutlich anzumerken war.

Theologieabsolventin Desirée Kratzat erinnerte in ihrem Beitrag an die segensreiche Zeit des Studiums. Sie erzählte Anekdoten über den ersten Griechischunterricht oder das Erlernen der zahlreichen Abkürzungen für Häuser auf dem Campus. Sich selbst und die anderen Graduierten beschrieb sie in einer doppelten Rolle: als Träger eines Segens zum Weitergeben und gleichzeitig als unverdiente Segensempfänger an den neuen Orten. Eine Rolle, die viel Hoffnung macht.

tsc-Graduierungsfeier 2020: Desirée Kratzat
Desirée Kratzat, tsc-Absolventin 2020, blickte für die Graduierten zurück aufs Studiums.

Infos zu den Bachelorstudiengängen

  • Die Bachelorstudiengänge des Theologischen Seminars St. Chrischona sind von der Middlesex University London validiert. Es handelt sich um anerkannte Bachelorabschlüsse nach hohem europäischem Bildungsstandard.
  • Studierende können den Bachelor in Theologie (Honours) im Präsenz- oder Fernstudium erwerben, ausserdem den Bachelor of Arts (Honours) in Theologie & Pädagogik sowie den Bachelor of Arts (Honours) in Theologie & Musik.
  • Die Bezeichnung «Honours» bedeutet: Bachelor mit Honours Degree. Der Honours-Bachelor ist der höchste Bachelorabschluss im britischen Bildungssystem. Es ist kein akademischer Grad, sondern die Bezeichnung für einen Bachelorstudiengang, der durch eine bestimmte Studienleistung mit entsprechender Note abgeschlossen werden kann (level of honours degree).

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 10.12.2020, 18–19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 16.–17.10.2020.
Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 2 (1500x500px)

Kommunikative Theologie mischt sich ein.

Leitsatz 2 zur Kommunikativen Theologie

2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.

Autoren: Susanne Hagen, Dr. Horst Schaffenberger, Dr. Manuel Schmid

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben. Denn als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen, ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe begegnen. Wie es das Evangelium uns lehrt. Eine Kommunikative Theologie will Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Will sich einmischen ins Gespräch über «das gute Leben» – und dabei die christliche Hoffnung zur Sprache bringen, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Video zum Leitsatz

Kirche und Gesellschaft objektiv wahrzunehmen, ist gar nicht so einfach. Das erläutert Dr. Horst Schaffenberger, der Co-Autor des 2. Leitsatzes, im Videointerview mit tsc-Absolventin Desirée Kratzat. Ausserdem sprechen sie über die Zukunft der Predigt und Antworten auf die Coronakrise.

Menschen auf Augenhöhe begegnen

Als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen und begegnen ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe. Wie es das Evangelium uns lehrt. Diese Grundhaltung will die Kommunikative Theologie vermitteln. Auf Augenhöhe heisst: Wir sind durch Jesus Christus von der Welt befreite und in die Welt gesandte Menschen, die mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringen.

Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen.

Antworten des Glaubens auf Lebensfragen

Als verantwortliche Zeitgenossen leben wir christliche Werte in dieser Gesellschaft und sind bereit, jedem von der Hoffnung zu erzählen, die in uns ist (vgl. 1. Petrus 3,15). Ebenso leiden wir mit an lebensfeindlichen und menschenverachtenden Entwicklungen unserer Zeit, die unsere Kultur und Natur bedrohen und das Miteinander und die Freiheit zerstören.
Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Dazu gehört, dass wir uns in unserer theologischen Arbeit mit den Gesprächspartnern unserer Zeit auseinandersetzen.

Was ist das gute Leben?

Kommunikative Theologie mischt sich ein ins Gespräch über «das gute Leben». Dabei anerkennen wir einerseits die Errungenschaften der westlichen Gesellschaft und wissenschaftlichen Diskussion über das, was gut ist im Leben und was den Menschen fördert. Andererseits schöpfen wir aus der prägenden Kraft, die das Christentum in diesen Bereichen hatte. Zugleich zeigen wir Engführungen und problematische Entwicklungen in Bezug auf Lebensführung und Selbstverwirklichung auf und bringen die christliche Hoffnung zur Sprache, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig.

Kommunikative Theologie hinterfragt – um der Liebe willen

Es gehört zu unserer Sendung in diese Welt, dass wir das Evangelium in den Mittelpunkt unseres Gesprächs mit der Welt stellen. Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig. Von daher ist es von der Bibel her geboten, auch Kirche, Welt und Gesellschaft zu hinterfragen. Es ist ein Dienst der Wahrheit, den die Theologie um der Liebe willen üben muss. Darin zeigt sie sich nicht als Herrschende, sondern als Lernende, nicht als Subkultur, sondern als Gegenkultur, die die Auseinandersetzung sucht und mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringt.

Kommunikative Theologie dient Kirche und Gesellschaft eben auch in Liebe, wenn sie widerspricht, korrigiert und sich in den Gegensatz stellt. Kommunikative Theologie kann uns bereit und fähig machen, positiv in diesen Konflikt hineinzugehen, lernbereit auf den Anderen zu hören, und auf argumentative und emotionale Widerstände einzugehen.

Chancen für den christlichen Glauben in unserer Zeit

Zugleich bietet unsere Zeit besondere Chancen zur Weitergabe des Evangeliums. Wir glauben, dass unsere Zeit viele neue Möglichkeiten, Inhalte und Formen von Kommunikation für den christlichen Glauben bereithält. Dazu gehören auch die kulturellen Bereiche wie neue Medien, Musik und darstellende Kunst, in denen sich der christliche Glaube ausdrücken und seine Wirkung auf andere entfalten kann.

Die 7 Leitsätze der Kommunikativen Theologie

  1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.
  2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.
  3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.
  4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.
  5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.
  6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können und setzen auf Gottes Wirken.
  7. Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.
Dr. Horst Schaffenberger
Dr. Horst Schaffenberger unterrichtet Fächer der Praktischen Theologie am tsc.
Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik
Susanne Hagen ist Studiengangsleiterin Theologie & Musik am tsc.
Dr. Manuel Schmid
Dr. Manuel Schmid unterrichtete von 2012 bis 2019 Kommunikation des Evangeliums am Theologischen Seminar St. Chrischona.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.