tsc-Jubiläumstreffen 2020: Interview mit Thomas Hohnecker (1500x500px)

Jubilare inspirieren Studierende

tsc-Jubiläumstreffen 2020

Jubilare inspirieren Studierende

Wer am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert hat und 10, 20, 30, 40, 50 oder 60 Jahre im Dienst stand, hat viel zu erzählen. So prägten eindrückliche Lebensberichte und starke Zeugnisse über das Wirken Gottes das Jubiläumstreffen am 13. und 14. Oktober 2020 auf dem Chrischona Campus. Rund 130 Jubilarinnen und Jubilare waren der Einladung des tsc gefolgt.

«Eure Geschichten haben mich inspiriert. Ich wünsche mir, dass ich in 30 Jahren auch hier stehen kann und solche Geschichten erzählen kann», sagte tsc-Studentin Ladina Wettstein beim gemeinsamen Gottesdienst. Sie trug einen theologischen und persönlichen Impuls zum Thema Gemeinschaft vor. Zum gleichen Thema gab auch Jubilar Paul Stricker seine Gedanken weiter. Ein schöner Moment, der zeigte, dass sich die Generationen am tsc gegenseitig inspirieren können.

Zeugen der 180-jährigen tsc-Geschichte

Rektor Dr. Benedikt Walker verwies in seiner Begrüssung der Jubilarinnen und Jubilare auf die 180-jährige Geschichte des Theologischen Seminars St. Chrischona. Sie seien «Zeugen einer Geschichte, die sich auszeichnet durch die grosse Leidenschaft für Jesus, für die Bibel und für Menschen.»

Was das konkret für die Jubilarinnen und Jubilare bedeutet, erzählten sie in kurzen Interviews mit René Winkler, dem Leiter Weiterbildung des tsc. Darunter war Thomas Hohnecker, der 1980 von St. Chrischona ausgesendet wurde und als Prediger und Inspektor tätig war, zuletzt im Verband der Gemeinschaften in der Ev. Kirche in Schleswig-Holstein. Er berichtete, wie das tsc in ihn investiert hat: «Im zweiten Jahr des Studiums hatte ich einen Tiefpunkt, an dem ich zwei gewaltige Hilfen erfahren habe. Das eine war die Seelsorge bei Paul Breymaier (tsc-Dozent von 1974 bis 1999). Das andere das Lied: ‹Die Handschrift ist zerrissen›. Das ist mein Rettungslied bis heute.»

Warum hat Gott mich so geführt?

Eine nachdenkliche Note erhielt das Jubiläumstreffen, weil René Winkler die Jubilarinnen und Jubilare jeweils bat, eine Frage zu nennen, die sie an Gott haben. Mehrfach war die Berufung ein Thema: Warum hat Gott mich berufen? Warum hat er mich so geführt? Ausserdem gab es Fragen zum Gemeindebau: Wie baut Gott Gemeinde mit Menschen voller Fehler? Und theologische Fragen: Warum schweigt Gott manchmal? Warum macht er es den Menschen nicht leichter?

tsc-Alumni sind weltweit kompatibel

Das Jubiläumstreffen zeigte auch, in wie vielen verschiedenen Bereichen und Ländern Absolventinnen und Absolventen des tsc tätig sind: vom Missionseinsatz in Thailand oder Südamerika über Gemeindearbeit in der Schweiz, Deutschland bzw. im südlichen Afrika bis hin zum Dienst in christlichen Bildungsinstitutionen, Werken und Verbänden. Das Geheimnis dahinter brachte tsc-Dozent Dr. Horst Schaffenberger auf den Punkt: «Wir leben eine theologische Bandbreite, die zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen und Sichtweisen funktioniert. Deshalb sind unsere Absolventinnen und Absolventen weltweit kompatibel.»

Das Jubiläumstreffen konnte unter Einhaltung eines Corona-Schutzkonzepts durchgeführt werden. Es sah mehrere Sektoren vor, die sich in den Innenräumen nicht vermischen durften. Trotzdem kamen viele Jubilarinnen und Jubilare gerne, weil die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Klassenkameraden und der Ausbildungsstätte überwog.

tsc-Jubiläumstreffen 2020: Ladina Wettstein und Paul Stricker
tsc-Studentin Ladina Wettstein und tsc-Jubilar Paul Stricker teilten ihre Gedanken zu Gemeinschaft mit.
tsc-Jubiläumstreffen 2020: Abschlussklasse von 1970 vor dem Brüderhaus
50 Jahre nach ihrer Aussendung versammelt sich die Abschlussklasse von 1970 erneut zum Gruppenfoto vor dem Brüderhaus.
tsc-Jubiläumstreffen 2020: Abschlussklasse von 1960
Paul Voegeli, Lieselotte Fehlmann und Traugott Stäheli (von links) wurden 1960 – vor 60 Jahren – ausgesendet von St. Chrischona.
Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 3 (1500x500px)

Wir tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Leitsatz 3 zur Kommunikativen Theologie

3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Autoren: Stephanie Korinek, Dr. Andreas Loos

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren. Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott uns seine Liebe mitteilt. Er redet uns liebevoll an und sehnt sich nach unserer Antwort. Christen geben die Liebe Gottes weiter. Kommunikative Theologie fördert eine ganzheitliche und kreative Kommunikation, indem sie erstens selbst aus dem Gespräch mit Gott lebt. Zweitens den Gläubigen verstehen hilft, was sie glauben. Und drittens der Kirche Lust macht, den Glauben zu kommunizieren.

Video zum Leitsatz

Stephanie Korinek und Dr. Andreas Loos erklären im Gespräch mit Desirée Kratzat, warum Kommunikation und Liebe untrennbar zusammengehören. Und wie Kommunikation auf Augenhöhe mit den Menschen unserer Zeit gelingen kann. Es entspannt sich ein spannendes Gespräch, das in die Tiefe geht.

Begründung und Definition von Kommunikation

Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott kommuniziert. Kommunizieren ist dabei viel mehr als informieren. Kommunizieren heisst: sich verständigen, miteinander sprechen, in Verbindung stehen, zusammenhängen, sich mitteilen, das Leben miteinander teilen, sich gegenseitig beschenken.
Als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist Gott eine ewige Gemeinschaft der Liebe (Trinität). Die drei Personen schenken einander alles, was sie sind und haben: Leben, Ehre, Herrlichkeit, Heiligkeit, Schönheit, Vollkommenheit. Gott hat sich entschieden, diese Fülle des Lebens nicht für sich zu behalten.

Wir sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren

Christen sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren – in Wort und Tat, mit ihrem ganzen Leben. Sie gönnen anderen Menschen das, was Gott ihnen selbst gönnt: Liebe, Leben, Heil, Glück, Freiheit, Würde, Wahrheit.
Daraus lässt sich erklären, was Kommunikative Theologie will: Sie folgt dem Doppelgebot der Liebe – Gott lieben und den Nächsten. Das heisst konkret:

  1. Aus dem Gespräch mit Gott leben. Dazu gehören Dank, Bitte, Fürbitte, Klage und schliesslich der anbetende Lobpreis. Wer über Gott reden will, muss zugleich mit ihm reden. Von Gott hören wir die entscheidenden Worte, die wir uns selbst nicht sagen können.
  2. Denk- und sprachfähig machen, damit die Gläubigen wieder neu verstehen und erklären können, wem sie, was sie und warum sie glauben.
  3. Der Kirche und den Gemeinden Lust machen, zu kommunizieren. Und zwar mit dem drei-einen Gott und miteinander. Aber dann auch mit den Menschen unserer Zeit: ins Gespräch kommen, hinhören, Interesse zeigen, Leben teilen, sich was sagen lassen. So entdeckt die Gemeinde, was sie zutiefst ist: Co-Kommunikatorin der Liebe Gottes.

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist

All das hat seinen Ursprung darin, dass Gott uns Menschen in seine Kommunikation einbeziehen will. Darum erschuf er die Welt. Denn Gott ist ein ewiges Gespräch zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist (Joh 1,1-4). Und er will diese Kommunikation auch mit uns erleben. Durch sein Wort – den Sohn – spricht er uns ins Leben, durch seinen ewigen Geist haucht er uns Leben ein. Damit hat Gott uns in sein Gespräch verwickelt. In Liebe redet er uns an und will, dass wir ihm eine Liebesantwort geben.

Jesus Christus lebt für uns die Antwort der Liebe

Aber der Mensch verweigert Gott die Antwort. Stattdessen scheint ihm jedes Mittel recht, auf Gott einzureden und einzuwirken. Auf diesen Kommunikationsbruch antwortet Gott mit Hingabe. Er wird einer von uns, voll und ganz Mensch. Jesus Christus lebt die Antwort der Liebe, die der Mensch Gott nicht geben kann. Bis in den Tod hinein lässt er das Gespräch mit dem Vater nicht abreissen. Er erleidet für uns das Schweigen des Vaters am eigenen Leib: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ein unfassbarer Unterbruch der trinitarischen Kommunikation. Bis der Vater den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes von den Toten auferweckt und bestätigt: Jesus Christus ist die menschgewordene Kommunikation Gottes.

Was der Heilige Geist tut

Ganz eng verbindet sich Gott mit uns Menschen durch den Heiligen Geist. Er macht die direkte Kommunikation zwischen Gott und Mensch möglich – jederzeit, überall, ohne Umwege. Als Geist spricht Gott in uns und bringt uns bei, wie man mit Gott spricht. Christen beten im Geist und durch den Sohn zum Vater im Himmel.

So sind wir also in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Die Erklärungen zu den weiteren Leitsätzen der Kommunikativen Theologie wird das Theologische Seminar St. Chrischona in monatlichem Rhythmus in eigenen Blogbeiträgen veröffentlichen.

Die 7 Leitsätze der Kommunikativen Theologie

  1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.
  2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.
  3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.
  4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.
  5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.
  6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können und setzen auf Gottes Wirken.
  7. Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.
Stephanie Korinek
Stephanie Korinek unterrichtet unter anderem Griechisch am tsc.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Systematische Theologie.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Jahreskurs-Tage 2020 in Hasliberg: Trottinett (1500x500px)

Jahreskurs in Hasliberg

Bericht von den Jahreskurs-Tagen im September 2020

Jahreskurs in Hasliberg

Es hat wieder begonnen: Das neue Studienjahr am tsc und somit auch der Jahreskurs 2020/2021. Zum Start der zehnmonatigen Bibelschule fuhren die Jahreskursler nach Hasliberg ins Berner Oberland. Mit dabei war die 22-jährige Simone Kristin Adt, die Folgendes berichtet:

Drei Tage im Berner Oberland

«Für drei Tage fuhren wir auf den Hasliberg östlich von Interlaken im Berner Oberland, um dort bei wunderschönem, spätsommerlichem Wetter zu wandern, die Natur zu geniessen, gemeinsam zu essen, zu spielen und uns gegenseitig kennen zu lernen. Nach den morgendlichen Inputs konnten wir uns Zeit nehmen, um uns Ziele zu setzen, die wir in den kommenden Monaten geistlich, intellektuell und charakterlich erreichen wollen. Das war gar nicht so einfach, aber sehr hilfreich, um zu sehen, wo man gerne wachsen möchte und was einem dabei helfen kann.

Vorfreude auf eine prägende Zeit mit Jesus

Gemeinsamer Lobpreis, der Austausch darüber, an welchen Punkten wir momentan stehen und auch das Beten für die kommende gemeinsame Zeit, war Teil dieser Tage. Es ist unglaublich spannend, wie unterschiedlich wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahreskurses sind, und zu entdecken, was uns verbindet. Ganz bestimmt wird es eine prägende Zeit, die wir miteinander erleben. Wir freuen uns, dass Jesus diesen Weg mit uns geht.»

Jahreskurs-Tage 2020 in Hasliberg: Bergwandern (1024x576px)
Die Jahreskursler beim Bergwandern.
Jahreskurs-Tage 2020 in Hasliberg: Trottinett (1024x576px)
Der tsc-Jahreskurs 2020/21 hat Spass beim Trottinettfahren.

Interessiert am tsc-Jahreskurs?

  • Infos zum Studienangebot und zum Jahreskurs des tsc in kompakter Form erhältst du bei unseren Webinaren. Dabei kannst du dem Jahreskurs-Leiter deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 10.12.2020, 18–19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 25.11.2020.