Über Desirée Kratzat

Studentin im Studiengang Kommunikative Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc), Leiterin Instagram-Team des tsc, leidenschaftliche Geschichtenerzählerin, Optimistin

tsc-Community-Abend: Im Gespräch mit Dr. Debora Sommer

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

tsc-Communityabend am 5. März 2020

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

Einblicke in ihre Lebensgeschichte gab Dr. Debora Sommer der Studiengemeinschaft am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Bei einem Community-Abend am 5. März 2020 nahm die Leiterin Fernstudium Theologie am tsc die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise. Sie berichtete, wie sie ihre Berufung als Theologin entdeckte und begann, mutig zu leben.

Frau und Theologin

Von einer Kultur geformt, in der das Bild der Frau klar geprägt war, war es herausfordernd und auch mutig, einen Ruf von Gott zu folgen, der dieser Prägung zu widersprechen schien. Von klein auf hatte Debora den Wunsch, ihr Leben ganz Gott zu widmen. Sie begann ihr Theologiestudium an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel mit dem Wissen, dass sie vermutlich selbst nie predigen würde. Nach einer Begegnung mit einer Mitstudentin, die eine Berufung als Pfarrerin in der Landeskirche hatte, begann sie sich mehr und mehr mit der Rolle der Frau aus theologischer Sicht auseinanderzusetzen. Diesem Thema widmete sie besondere Aufmerksamkeit in ihrer Doktorarbeit über Juliane von Krüdener: «Eine baltisch-adlige Missionarin bewegt Europa». Debora Sommer wurde bewusst, dass es manchmal erforderlich ist, mit der Bibel zu ringen statt mit Menschen. Es ist eine Kunst, theologische Spannungen respektvoll aushalten zu können und den Menschen in Liebe zu begegnen.

Ergänzung statt Konkurrenz

Deboras Sommers Bericht wurde durch Beiträge ihres Ehemanns Rolf ergänzt. Der Coach und Pastor ist Absolvent des Theologischen Seminars St. Chrischona. Es war eindrücklich zu erleben, wie sich die Ehepartner als Team ergänzen und unterstützen. So wurden Deboras Worte praktisch erlebbar: «Oft kämpft man nur ums Recht haben, statt um die Bereitschaft Rücksicht zu nehmen und Liebe reifen zu lassen». Dies birgt die Kraft, Unterschiedlichkeit zuzulassen, ihr zuzuhören und Spannungen auszuhalten. Es ist die Dialogfähigkeit, die es ermöglicht, die Sicht anderer zu hören, zu sehen und auch erstmal stehen lassen zu können. «Es geht darum, die innere Stärke bei Gott zu suchen, um kritikfähig zu bleiben und eigene Motive immer wieder zu überprüfen», erklärte Debora Sommer.
Rolf Sommer ermutigte die Studiengemeinschaft mit den Worten: «Habt Mut, Schritte zu wagen – auch, wenn es eventuell enttäuschend endet. Habt keine Angst Fehler zu machen, die gehören dazu und aus denen kann man lernen – habt Mut, mutig zu sein!» Schlussendlich geht es doch vielmehr um die Ergänzung und nicht etwa um Konkurrenz. Denn in der Vielfalt liegt die Einheit und dies bringt immer wieder Spannungen mit sich.

«Grosses Privileg, solche Dozentinnen am tsc zu haben»

Bei den Studierenden kam der Vortragsabend gut an. Zum Beispiel bei Ladina Wettstein, Studentin im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik. Sie sagte: «Ich erachte es als grosses Privileg, Dozentinnen und Dozenten wie Debora Sommer am tsc zu haben. Aus ihren Lebensgeschichten und Erfahrungen ergibt sich ein grosser Mehrwert für uns als Gemeinschaft auf St. Chrischona, von dem wir enorm viel profitieren können. Dies motiviert mich, solche Anlässe und Abende zu organisieren, koordinieren und durchzuführen.»

Dr. Debora Sommer
Dr. Debora Sommer leitet das tsc-Fernstudium.
Sängerinnen des tsc-Chor beim Adventskonzert 2019 (1500x500px) (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)

Ein Geschenk, mitsingen zu dürfen

Wie eine Sängerin die Adventskonzerte 2019 des tsc-Chor erlebte

Ein Geschenk, mitsingen zu dürfen

Am 1. Adventswochenende 2019 gab der Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) zwei Konzerte mit weihnachtlichen Liedern und Gospels. Am 30. November vor mehr als 500 Zuhörern im Konferenzzentrum auf St. Chrischona und am 1. Dezember vor rund 300 Zuhörern in der Basler Pauluskirche. Sängerin Desirée Kratzat erlebte die Konzerte als etwas Kostbares. Desirée berichtet:

Grosse musikalische Bandbreite

Weniger als drei Monate liegen zwischen dem Beginn des Studienjahres im September und den Chorkonzerten im Advent. Auch in diesem Jahr brachte es unsere Chorleiterin Susanne Hagen fertig, allen 80 Sängerinnen und Sängern 16 Lieder einzustudieren, die eine grosse musikalische Bandbreite umfassen: von klassischen Chorsätzen (Ola Gjeilo, Johann Sebastian Bach) bis hin zu modernen Hymnen (Casting Crowns, Whitney Houston). Passend zur Adventszeit, die zu 24 Tagen Besinnung einlädt, sangen wir als tsc-Chor die Gospelversion des bekannten Hallelujahs, das Händel in nur 24 Tagen schrieb. So waren unsere Zuhörer einmal mehr begeistert von der musikalischen Weihnachtsbotschaft und der stimmlichen Vielfalt unseres Klangkörpers.

Etwas Grösseres entsteht

In dem Moment, wenn alle Stimmen der Sängerinnen und Sänger zusammenkommen, entsteht etwas, das grösser ist als der Einzelne allein. Egal, ob die Stimmen laut oder leise, sicher oder unsicher sind. Das hat mich als eine leidenschaftliche Geschichtenerzählerin besonders geprägt und mich ermutigt, in meine Stimme zu investieren. Ich erlebe im tsc-Chor eine gegenseitige Wertschätzung und eine Freude, gemeinsam etwas so Grosses und Besonderes wie die Adventskonzerte auf die Beine stellen zu dürfen.

Adventskonzert des tsc-Chors am 30.11.2019: Chor vom Technikpult (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)
Mit stimmungsvollen Liedern bereitete der tsc-Chor rund 450 Zuhörerinnen und Zuhörern einen guten Start in die Adventszeit. (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)

tsc-Chor lockt zahlreiche Besucher an

Beim Adventskonzert auf Chrischona begrüssten uns die Besucher klatschend, während wir auf die Bühne liefen, um unsere Plätze einzunehmen. Als ich inmitten unseres Chores stand, wurde mir bewusst, dass der gesamte Saal gefüllt war und somit über 500 Personen gekommen waren. Und auch am nächsten Tag, als wir in der majestätisch wirkenden Pauluskirche standen, war dies ein Moment reiner Freude. Choräle wie «Ubi Caritas» in einem so herrlichen Gebäude singen zu dürfen, ist etwas Atemberaubendes. Besonders angesichts einer Akustik, die den Gesang noch einmal ganz neu erlebbar werden lässt. Bereits beim zweiten Lied begannen die Bässe und Tenöre einheitlich und bereiteten uns Altistinnen und Soprane den Einstieg gekonnt vor. So sangen wir voller Freude «Good news» von Negro Spiritual & Don Newby. Begleitet wurden wir dabei von unserer grossartigen Band aus professionellen Musikern und Musikdozenten des tsc. Darunter der Bassist Sigi Bohnert, der Geiger Andreas Wäldele und der Saxophonist Bene Müller.

Klangvoller und guter Start in die Adventszeit

Das Stück «Bethlehemian Rhapsody», ein Cover des Klassikers von Queen, liess die Soprane gekonnt in die Höhen gelangen. Genauso hatten die restlichen Stimmregister ihre Momente, welche die Gesamtheit unserer aller Stimmen besonders wertvoll wiedergab. Ich erlebte diese beiden Adventskonzerte als etwas Kostbares und als einen guten Start in diese besonnene Adventszeit, in der die Hektik meist näher ist als die Ruhe. Es war ein Geschenk, mitsingen zu dürfen und zu erleben, wie Menschen durch unsere Musik an diesen Abenden tief berührt und beschenkt nach Hause gehen konnten.

Mit der Kollekte beim Adventskonzert am 30.11.2019 unterstütze der tsc-Chor die Hilfsaktion «Weihnachten im Schuhkarten».

Adventskonzert des tsc-Chors am 30.11.2019: Sängerin Desirée inmitten des Chors (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)
Desirée Kratzat (Bildmitte) freut sich, dass sie im Chor mitsingen darf. (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)

In dem Moment, wenn alle Stimmen der Sängerinnen und Sänger zusammenkommen, entsteht etwas, das grösser ist als der Einzelne allein.

Über den tsc-Chor

Im tsc-Chor singen rund 80 Personen mit. Darunter sind Studierende, Mitarbeitende und Freunde des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Geleitet wird der Chor von Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik. Der Chor gibt im Frühsommer und in der Adventszeit jeweils zwei Konzerte.

Das nächste Chorkonzert findet statt am Samstag, den 25. April 2020, im Konferenzzentrum auf dem Chrischona-Campus.

Fotos: Knut Burmeister, ALLTAG