Kommunikative Theologie, Leitsätze

Wir tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 3 (1500x500px)
Leitsatz 3 zur Kommunikativen Theologie

3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Autoren: Stephanie Korinek und Dr. Andreas Loos

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren. Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott uns seine Liebe mitteilt. Er redet uns liebevoll an und sehnt sich nach unserer Antwort. Christen geben die Liebe Gottes weiter. Kommunikative Theologie fördert eine ganzheitliche und kreative Kommunikation, indem sie erstens selbst aus dem Gespräch mit Gott lebt. Zweitens den Gläubigen verstehen hilft, was sie glauben. Und drittens der Kirche Lust macht, den Glauben zu kommunizieren.

Video zum Leitsatz

Stephanie Korinek und Dr. Andreas Loos erklären im Gespräch mit Desirée Kratzat, warum Kommunikation und Liebe untrennbar zusammengehören. Und wie Kommunikation auf Augenhöhe mit den Menschen unserer Zeit gelingen kann. Es entspannt sich ein spannendes Gespräch, das in die Tiefe geht.

Begründung und Definition von Kommunikation

Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott kommuniziert. Kommunizieren ist dabei viel mehr als informieren. Kommunizieren heisst: sich verständigen, miteinander sprechen, in Verbindung stehen, zusammenhängen, sich mitteilen, das Leben miteinander teilen, sich gegenseitig beschenken.
Als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist Gott eine ewige Gemeinschaft der Liebe (Trinität). Die drei Personen schenken einander alles, was sie sind und haben: Leben, Ehre, Herrlichkeit, Heiligkeit, Schönheit, Vollkommenheit. Gott hat sich entschieden, diese Fülle des Lebens nicht für sich zu behalten.

Wir sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren

Christen sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren – in Wort und Tat, mit ihrem ganzen Leben. Sie gönnen anderen Menschen das, was Gott ihnen selbst gönnt: Liebe, Leben, Heil, Glück, Freiheit, Würde, Wahrheit.
Daraus lässt sich erklären, was Kommunikative Theologie will: Sie folgt dem Doppelgebot der Liebe – Gott lieben und den Nächsten. Das heisst konkret:

  1. Aus dem Gespräch mit Gott leben. Dazu gehören Dank, Bitte, Fürbitte, Klage und schliesslich der anbetende Lobpreis. Wer über Gott reden will, muss zugleich mit ihm reden. Von Gott hören wir die entscheidenden Worte, die wir uns selbst nicht sagen können.
  2. Denk- und sprachfähig machen, damit die Gläubigen wieder neu verstehen und erklären können, wem sie, was sie und warum sie glauben.
  3. Der Kirche und den Gemeinden Lust machen, zu kommunizieren. Und zwar mit dem drei-einen Gott und miteinander. Aber dann auch mit den Menschen unserer Zeit: ins Gespräch kommen, hinhören, Interesse zeigen, Leben teilen, sich was sagen lassen. So entdeckt die Gemeinde, was sie zutiefst ist: Co-Kommunikatorin der Liebe Gottes.

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist

All das hat seinen Ursprung darin, dass Gott uns Menschen in seine Kommunikation einbeziehen will. Darum erschuf er die Welt. Denn Gott ist ein ewiges Gespräch zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist (Joh 1,1-4). Und er will diese Kommunikation auch mit uns erleben. Durch sein Wort – den Sohn – spricht er uns ins Leben, durch seinen ewigen Geist haucht er uns Leben ein. Damit hat Gott uns in sein Gespräch verwickelt. In Liebe redet er uns an und will, dass wir ihm eine Liebesantwort geben.

Jesus Christus lebt für uns die Antwort der Liebe

Aber der Mensch verweigert Gott die Antwort. Stattdessen scheint ihm jedes Mittel recht, auf Gott einzureden und einzuwirken. Auf diesen Kommunikationsbruch antwortet Gott mit Hingabe. Er wird einer von uns, voll und ganz Mensch. Jesus Christus lebt die Antwort der Liebe, die der Mensch Gott nicht geben kann. Bis in den Tod hinein lässt er das Gespräch mit dem Vater nicht abreissen. Er erleidet für uns das Schweigen des Vaters am eigenen Leib: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ein unfassbarer Unterbruch der trinitarischen Kommunikation. Bis der Vater den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes von den Toten auferweckt und bestätigt: Jesus Christus ist die menschgewordene Kommunikation Gottes.

Was der Heilige Geist tut

Ganz eng verbindet sich Gott mit uns Menschen durch den Heiligen Geist. Er macht die direkte Kommunikation zwischen Gott und Mensch möglich – jederzeit, überall, ohne Umwege. Als Geist spricht Gott in uns und bringt uns bei, wie man mit Gott spricht. Christen beten im Geist und durch den Sohn zum Vater im Himmel.

So sind wir also in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Die Erklärungen zu den weiteren Leitsätzen der Kommunikativen Theologie wird das Theologische Seminar St. Chrischona in monatlichem Rhythmus in eigenen Blogbeiträgen veröffentlichen.

Die 7 Leitsätze der Kommunikativen Theologie

  1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.
  2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.
  3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.
  4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.
  5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.
  6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können und setzen auf Gottes Wirken.
  7. Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.
Stephanie Korinek
Stephanie Korinek unterrichtet unter anderem Griechisch am tsc.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Systematische Theologie.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

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