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23.04.2018 10:36 Alter: 174 days
Kategorie: tsc-Community
Von: Simon Baum

«Extrem viel gelernt und erlebt»

Bericht der Israelstudienreise 2018 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc)


tsc-Israelstudienreise 2018: Gruppenfoto auf dem Tempelberg

Gruppenfoto auf dem Tempelberg: Die Israelstudienreise hat Eindruck hinterlassen bei den mitgereisten tsc-Studenten.

Reiseleitung der tsc-Israelstudienreise 2018

Reiseleitung der tsc-Israelstudienreise 2018 (von rechts nach links): Rahel Bidlingmaier, Claudius Buser, lokaler Guide, Adi Furrer, Busfahrer Ali und Simon Bühler.

tsc-Israelstudienreise 2018: Am See Genezareth

Am See Genezareth

Das Theologische Seminar St. Chrischona führte Ende März 2018 eine zehntägige Studienreise nach Israel durch. Geleitet wurden sie von Theologiestudent Simon Bühler, von Kirchengeschichtsdozent Claudius Buser sowie von Rahel Bidlingmaier, Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik. Adi Furrer, Reiseführer von mideast-tours, ermöglichte den Mitreisenden einen unmittelbaren Einblick in das Ursprungsland der christlichen Glaubensväter. Ein Rückblick auf eine Reise mit vielen Lernerfahrungen:

Von eisiger Kälte zu 34 Grad

48 Studenten, Dozenten und Angehörige bestiegen bei eisiger Kälte und Schneefall den Flug ins Heilige Land. In Tel Aviv angekommen entledigte man sich vorerst der schweren Winterkleider, denn es herrschten rund 34 Grad. Zwei erste Höhepunkte warteten in Jaffa: Zum einen war es das Haus von Simon dem Gerber, in dem Petrus seinen Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums an die Heiden erhielt. Zum anderen war es ein alter Bahnhof in Jaffa, an dessen Erbauung Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona Anfangs des 20. Jahrhunderts massgeblich beteiligt waren.

Ruhe und Abgeschiedenheit in der Wüste

Nach dem lauten und lebendigen Tel Aviv suchte die Reisegruppe die Ruhe und Abgeschiedenheit in der Wüste. Die Teilnehmer versuchten sich zuerst beim Kamelreiten, was sich nicht für alle als bequem erwies. «Ich spüre meinen Rücken jetzt noch», klagte Claudius Buser. Nach der Übernachtung im Beduinencamp ging die Reise weiter ans Tote Meer. «Der Auftrieb war einfach umwerfend», berichtete Simon Bühler. Umwerfend war auch der Ausblick auf Masada, einer ehemals jüdischen Festung und Ferienresidenz von König Herodes. Am nächsten Tag stand der geschichtsträchtige Ort Silo auf dem Programm, wo sich die Stiftshütte für lange Zeit befand. Die dortige Synagoge ist tatsächlich nach den Ausmassen der Stiftshütte gebaut. Ein Zwischenhalt in Qumran, dem berühmten Fundort der Jesaja-Schriftrollen, rundete den erlebnisreichen Tag ab.

Auf zu neuen Ufern

Nach den interessanten Wüstenerlebnissen begab sich die Gruppe zu neuen Ufern, sprich zum See Genezareth. «Da wir nicht über den See gehen konnten, mussten wir das Schiff nehmen», witzelte Simon Bühler. Die Überfahrt war trotzdem ein spirituell besonderes Erlebnis. Nachdem die Schweizerflagge gehisst wurde, ertönte aus den Lautsprechern Worship-Musik. Lobpreissingend tuckerte die Gruppe an den Fuss des Berges der Seligpreisungen. Jesus war an diesem Ort nach seiner Auferstehung den Jüngern zum dritten Mal erschienen.

Das Geheimnis des Kaffeestampfens

Die nächsten Tage verbrachte die Gruppe in höher gelegenen Gegenden. Sie besichtigte das höchst gelegene Kibbuz der Welt, die Golan-Höhen und die Jordanquelle, die «nicht breiter als die Birs war». Theologiestudent Pascal Zimmermann hatte sich die angebliche Taufstelle von Jesus definitiv breiter vorgestellt. Anschliessend lud der Busfahrer Ali die Reisegruppe zu sich nach Haus ein. Wow, näher kann man der Kultur nicht kommen! Unter anderem konnten die Studenten bei ihm zu Hause das Geheimnis des Kaffeestampfens kennenlernen. Eine rhythmische Kunst, an der vor allem die Studenten der Öffnet internen Link im aktuellen FensterTheologie & Musik ihre Freude hatten.

Reisehöhepunkt Jerusalem

Jerusalem – die heilige Stadt, die sich die drei wichtigsten Weltreligionen teilen, war für viele Mitgereiste der Höhepunkt der Studienreise. «Die Stadt vibriert», berichtete Pascal Zimmermann mit grossen Augen. Der leidenschaftliche Eifer aller drei Religionen wird hier auf unvergleichbare Weise zugespitzt. Juden, die weinend an der Klagemauer stehen, Christen, die sich in Scharen um das angebliche Grab Jesu in der Grabeskirche versammeln oder die al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg, in der ausschliesslich Moslems Zutritt haben. Die Spannung war zum Greifen nah!
Nicht nur die Grabeskirche, sondern auch das Gartengrab ausserhalb der Stadt Jerusalems, gilt als eine mögliche Grabstelle Jesu. Im Gegensatz zur Grabeskirche, konnte die Reisegruppe hier eine echte Grabeshöhle besichtigen, wie sie zur damaligen Zeit üblich war. Wiedermal Öffnet externen Link in neuem Fensterauf den Spuren von «Chrischona-Brüdern» besichtigte die Gruppe eines der berühmten Modelle von Conrad Schick, tsc-Absolvent aus dem Jahr 1846. Das zeitgenössische Modell des Tempelbergs und Felsendomes ist berühmt, weil es auch Einblicke in die unterirdischen Gewölbe gewährt.
Am letzten Tag wurde die Gruppe mit regnerischem Wetter begrüsst. Dies kam ihr aber entgegen, da auf dem Tempelberg kaum Touristen waren. Genug Zeit und Platz also für ein paar abschliessende Gruppenfotos.

«Keine Chillerreise»

«Es war definitiv eine Studien- und keine Chillerreise» fasste Theologiestudent Gion Maissen sein Israel-Erlebnis zusammen. «Ich habe jeden Tag extrem viel gelernt und erlebt». Simon Bühler fand, dass die Reise sein Öffnet internen Link im aktuellen FensterTheologiestudium sehr bereichert hat: «Ich kann mich nun besser in die Gegebenheiten des Landes hineinversetzen, da ich einen Einblick in die hebräische, arabische und orientalische Mentalität erhielt.» Die Reise fand unter allen Mitgereisten einen sehr positiven Anklang. Das tsc überlegt sich nun, regelmässig eine Studienreise nach Israel durchzuführen. So darf man auf ein baldiges «Schalom Israel» hoffen!

  • Persönlicher Rückblick eines Theologiestudentens: Bei Ruben Cadonau, Theologiestudent am tsc, hat die Israelstudienreise grundsätzliche Fragen aufgeworfen und ihn einen Schritt näher zu Antworten gebracht. Seinen persönlichen Rückblick lesen Sie hier: Öffnet externen Link in neuem Fenster«Gibt es Gott?»
  • Fotos der tsc-Israelstudienreise 2018: Ein Fotoalbum der Israelstudienreise mit 40 Fotos findet sich auf der Facebook-Seite des Theologischen Seminars St. Chrischona Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.facebook.com/tsc.chrischona