Lernen vom Rabbi Jesus

November 14, 2022

268 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen an der tsc-Netzwerk-Konferenz 2022 hilfreiche Impulse zu Jüngerschaft. (Foto: Knut Burmeister)
Christen wollen Jesus nachfolgen, von ihm lernen, seine Jünger sein. Dazu ist es gut, Jüngerschaft besser zu verstehen. Die Impulse der tsc-Netzwerk-Konferenz 2022 auf dem Chrischona Berg halfen 268 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dabei.

TSC: Jean-Georges, was ist dein Lieblingsort auf St. Chrischona?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kirche, der Ursprungsort der Chrischona-Bewegung. Sie erinnert mich an den einfachen Start im Jahr 1840. So ist es auch im Glaubensleben: Es beginnt mit fast nichts, aber dank Jesu Verheissung kann Grosses werden.

TSC: Was unterrichtest du in Interkultureller Theologie?

Jean-Georges Gantenbein: Früher hiess es Missionswissenschaft. Wie können wir Jesu Auftrag erfüllen, das Evangelium allen Völkern und Nationen weiterzugeben? Das Fach behandelt praktische, historische und kulturelle Aspekte. Für uns Europäer ist der kulturelle Aspekt gerade aktuell, denn «fremde Kulturen» kommen mehr und mehr zu uns – und wir müssen lernen, wie wir ihnen das Evangelium weitergeben können.

Traditionsabbruch des Christentums in Europa

TSC: Die Kontextualisierung des Evangeliums in Europa ist ein wichtiges Thema von dir. Deine Doktorarbeit handelt davon. Was ist damit gemeint?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kontextualisierung ist eine Methode der Missionswissenschaft, bekannt seit den 1970ern. Angewandt wurde sie überall auf der Welt, nur nicht bei uns im Westen. Damals betraf Mission die Welt ausserhalb des christlichen Abendlandes. Das gilt heute nicht mehr. Wir müssen mit einem Traditionsabbruch des Christentums in Europa rechnen. Wir erleben tagtäglich, wie die jüdisch-christlichen Werte an Bedeutung verlieren. Es geht also darum, wie wir das Evangelium in einer postmodernen und nachchristlichen Zeit neu kommunizieren können. Denn viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.

Warum die Welt Jesus braucht

TSC: Wofür brennt dein Herz als Dozent am TSC?

Jean-Georges Gantenbein: Mir geht es immer auch darum, die Studentinnen und Studenten auf das vorzubereiten, was nach dem Studium kommt. Ich will sie begeistern für das Reich Gottes!

TSC: Wenn dir die Welt für ein paar Sekunden zuhören würde, was würdest du ihr sagen?

Jean-Georges Gantenbein: In der Welt hat es heute wenig Hoffnung für die Zukunft. Deshalb braucht die Welt das Alleinstellungsmerkmal des Christentums: die Hoffnung in Jesus Christus.

 

«Das Worship Sofa ist eine Schatzkiste voller Inspiration, die neue Perspektiven und kreative Impulse für Musik, Theologie und Gemeindearbeit bietet»

Carolin Westhoff, Podcasterin Worship Sofa

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Über das TSC

Das Theologische Seminar St. Chrischona ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die durch Spenden und Studiengebühren getragen wird. Das TSC legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die TSC-Community mit aktuell rund 140 Studierenden. Auf dem Chrischona Berg werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.

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Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona. Der engagierte Dozent hat langjährige Erfahrung mit der Gemeindearbeit in Frankreich. Eines seiner Herzensthemen ist die Kontextualisierung des Evangeliums. Im Gespräch mit dem tsc verrät er mehr darüber und über seine Motivation für den Dienst als tsc-Dozent.
7 Leitsätze hat das Theologische Seminar St. Chrischona (TSC) zur Kommunikativen Theologie formuliert. Der siebte lautet: Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.