Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter für Kommunikative Theologie am tsc (1500x500px)

Was uns glücklich macht

Kolumne

Was uns glücklich macht

Autor: Dr. Dr. Beat Schweitzer

Zufriedenheit, Freude, Glück, Wohlbefinden: All diese Begriffe sind Ausdruck für ein Empfinden, nach dem sich Menschen sehnen. Doch weshalb können wir überhaupt so empfinden und welche Faktoren tragen dazu bei?

Glücksempfinden – nur eine körperliche Reaktion?

Wer möchte nicht glücklich sein und in seinem Leben Freude erfahren? Wenn wir uns diese Frage stellen, übersehen wir gerne, dass es gar nicht selbstverständlich ist, dass der Mensch überhaupt in der Lage ist, Freude oder Glück zu empfinden. Er verdankt dieses besondere Empfinden seiner Physiologie. Denn rein bio-chemisch gesehen, ist das Empfinden von Glück nichts weiter als eine körperliche Reaktion, die durch die Ausschüttung bestimmter Hormone ausgelöst wird. So führt der Erhalt einer guten Nachricht, eine angenehme Begegnung oder ein unerwarteter Gewinn in einem Spiel zur Ausschüttung des «Glückshormons» Dopamin. Wer sich sportlich betätigt, fördert die Ausschüttung von Endorphinen. Diese Hormone sorgen dafür, dass Menschen sich glücklich und zufrieden fühlen. Wer Schokolade isst, nimmt damit auch die Glückshormone Serotonin und Phenethylamin zu sich. Ob die Dosis auch ausreicht, um ein Glücksgefühl zu entfachen, ist zwar nicht bewiesen, würde aber die Befriedigung erklären, die wir beim Naschen verspüren.

Punktuelle und anhaltende Freude

Solche Beispiele erklären, wie sich punktuell das Empfinden von Glück oder Freude einstellen kann. Geht es um das Verständnis eines anhaltenden Empfindens, dann braucht es weitere Erklärungen. Der Mensch kann nicht dauernd joggen oder Schokolade essen, nur um ständig glücklich zu sein. Was führt zu einem anhaltenden Glücksgefühl, zu andauernder Zufriedenheit und Freude? Hier setzt die Glücksforschung an. Dieser Forschungszweig will wissen, unter welchen Bedingungen Menschen sich glücklich fühlen und welche Faktoren dazu beitragen.

Das United Nations Sustainable Development Solutions Network gibt regelmässig den «World Happiness Report» heraus. Darin wird die Lebenszufriedenheit in verschiedenen Ländern verglichen. Es werden folgende Faktoren bewertet: Einkommen, soziale Unterstützung, zu erwartende gesunde Lebensjahre, Vertrauen, Grosszügigkeit und die empfundene Freiheit in Lebensentscheidungen. In diesem Report fällt auf, dass die skandinavischen Länder immer in den Spitzenrängen vertreten sind, die Schweiz liegt im Report von 2019 auf Rang 6. Erklärt werden kann dies durch gute Versicherungen, ein sehr gutes Bildung- und Gesundheitssystem, relativ kurze Arbeitszeiten, ein zum Leben ausreichendes Gehalt, genügend Freizeit zur Entspannung, kaum Korruption, politische Transparenz, das Gefühl, dass die Regierung die Bedürfnisse der Bevölkerung aufnimmt und genügend Freiheit zur persönlichen Entwicklung.

Freunde und Beziehungen

Die Harvard Medical School hat in einer Langzeitstudie über 75 Jahre hinweg Faktoren des Glücklichseins untersucht. Das klare Resultat: glückliche Beziehungen und Freundschaften. Diese haben sogar körperliche Auswirkungen. Probanden mit besonders intensiven Beziehungen waren messbar glücklicher und körperlich fitter. Sie waren mit 80 Jahren weniger von nachlassender Gehirnfunktion betroffen und lebten länger. Die Studie lässt den Schluss zu: Wer lange und glücklich leben möchte, braucht Freunde und Beziehungen, um das Wohlbefinden von Geist und Körper zu fördern.

Die Glücksforschung zeigt, dass es empirisch nachweisbare Faktoren gibt, die langfristiges Glücklichsein und anhaltende Freude fördern. Gerade die Harvard-Studie sollte uns Christen aufhorchen lassen. Wenn zwischenmenschliche Kommunikation und Beziehungen die stärkste Triebfeder für das persönliche Glücklichsein sind, dann hätten wir als christliche Kirche ein attraktives Angebot: Freude und Erfüllung in der Kommunikation und den Beziehungen miteinander und darüber hinaus mit Gott.

Diese Kolumne ist zuerst im «Insist» erschienen, dem Hintergrundmagazin der Schweizerischen Evangelischen Allianz.
Weitere Informationen unter: www.insist.ch

Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie am tsc
Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Studiengangsleiter Kommunikative Theologie und Dozent für Ethik am tsc.
tsc-Chorvideo: Nearer, my God, to Thee! (1500x500px)

Nearer, my God, to Thee!

tsc-Chor singt kreativ auf Youtube

Die Konzerte 2020 des Chors des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) konnten wegen der Coronakrise nicht stattfinden. Deshalb singt der tsc-Chor den alten christlichen Choral «Nearer, my God, to Thee» in einem Video auf Youtube – als Hoffnungszeichen in einer herausfordernden Zeit.

Choral so alt wie das tsc

Chorleiterin Susanne Hagen erklärt am Anfang des Videos, dass der Choral ungefähr so alt ist wie die theologische Ausbildung am tsc. Diese begann anno 1840, also vor 180 Jahren. Ein Jahr später verfasste die englische Dichterin Sarah Flower Adams ihr bekanntestes Gedicht: «Nearer, my God, to Thee». Der Text bezieht sich auf die biblische Erzählung vom Traum Jakobs von der Himmelsleiter. Der US-Komponist Lowell Mason hat ihn vertont. Bekannt ist der Choral aber auch im deutschsprachigen Raum unter dem Titel: «Näher, mein Gott, zu Dir».

Stehende Ovationen bei der Videopremiere

Premiere feierte das Video an der tsc-Aussendungsfeier am 28. Juni 2020. Die rund 100 Premierenzuschauer berührte es sehr und bewegte sie zu stehenden Ovationen. Ein Grund: die emotionale und authentische Art, mit der der tsc-Chor das Lied präsentiert. Ein weiterer Grund: Das handwerklich gut gemachte Video unterhält nicht nur musikalisch, sondern auch visuell mit kleinen, versteckten Gags.

Die Sängerinnen und Sänger sind Studierende, Mitarbeitende und Dozierende des Theologischen Seminars St. Chrischona. Die Soli singen Tim Hottinger und Mirjam Dück. Beide haben 2020 den dreijährigen Bachelor-Studiengang Theologie & Musik am tsc abgeschlossen. Gefilmt wurde das Video von tsc-Student Micha-David Hirt und tsc-Absolvent Ruben Speitelsbach.

Historische Halle als Drehort

Für das stimmungsvolle Setting sorgte die Eben-Ezer-Halle auf dem Chrischona Campus. Diese alte Holzhalle wurde 1890 zum 50-jährigen Jubiläum des tsc erbaut. Seitdem dient sie immer wieder als Ort für geistliche Versammlungen sowie für Gesang. Es ist auch dieser Geist der 180-jährigen tsc-Geschichte, den das Video atmet.

Der tsc-Chor besteht aus Studierenden, Mitarbeitenden und Dozierenden des Theologischen Seminars St. Chrischona. Er tritt regelmässig auf bei Konzerten in der Region Basel. Geleitet wird er von Susanne Hagen.

Wer singt im Chorvideo?

  • Angela Bacher
  • Tanja Bürgelin-Arslan
  • Mirjam Dück (Solo)
  • Melina Frey
  • Maryam Fuchs
  • Amelie Görnert
  • Debora Gutmann
  • Dorothee Kanzinger
  • Kerstin Kaufmann
  • Stephanie Korinek
  • Franziska Kort
  • Britta Labud
  • Lisa Langendorf
  • Ileana Mangas
  • Deborah Müller
  • Daniela Müller
  • Johanna Peter
  • Julianna Suter
  • Carolin Westhoff
  • Ruth Ammann
  • Romana Binninger
  • Marion Dirr
  • Vanessa Habermann
  • Esther Heeß
  • Eva Helle
  • Stefanie Hunger
  • Nadine Keller
  • Lea Knüsel
  • Judith Koch
  • Desirée Kratzat
  • Dorothea Kröker
  • Viola Lies
  • Judith Schroth
  • Christy Strebel
  • Monika Veil
  • Sarah Wasef
  • Marc Burger
  • Matthias Görnert
  • Tim Hottinger (Solo)
  • Adrian Inniger
  • Sören Kemmer
  • Gabriel Portner
  • Benjamin Ruprecht
  • Michael Schweitzer
  • Ruben Speitelsbach
  • Samuel Weber
  • Samuel Zumbrunn
  • Micha Bacher
  • Curdin Badertscher
  • Jonas Friesen
  • Micha Habel
  • Raphael Kaltenbach
  • Jonathan Keller
  • Matthias Klein
  • Lukas Knierim
  • Kevin Kröker
  • Robin Mauch
  • Manuel Pankop
  • Martin Schröder
  • Lukas Sprich
  • Emanuel Strebel
  • Hendrik Westhoff
tsc-Aussendung 2020: Absolventinnen und Absolventen (1500x500px)

Der 180. Jahrgang ist ausgesendet!

tsc-Aussendungsfeier 2020

tsc sendete 38 Absolventinnen und Absolventen im Coronajahr 2020 aus

Wegen der Corona-Massnahmen konnte das Jahresfest des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) 2020 nicht stattfinden. Stattdessen sendete das tsc seine 38 Absolventinnen und Absolventen am 28. Juni mit einer Feier im internen Rahmen aus. Die Studiengemeinschaft liess sich nicht unterkriegen, sondern verabschiedete würdig und emotional den 180. Jahrgang.

Interne Aussendungsfeier statt Jahresfest

An den letztjährigen Jahresfesten nahmen jeweils Hunderte von tsc-Freunden, Familienangehörigen und Wegbegleitern der Absolventen teil. Im Coronajahr 2020 war dies zum Bedauern vieler nicht möglich. In einer Sitzordnung mit jeweils 1.50 m Abstand im Konferenzsaal auf dem Chrischona Campus verfolgten die rund 100 Mitstudierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden die Aussendung der Abschlussklasse 2020. Vorsichtshalber verzichtete das tsc auf Gemeindegesang.

«Geht als Lernende!»

Rektor Dr. Benedikt Walker erinnerte in seinen Worten an die Abschlussklasse an die zurückliegenden Monate, vor allem an die Umstellung des Präsenzunterrichts auf E-Learning. Er war dabei immer als Lernender unterwegs. Diese Herangehensweise empfahl er den Absolventen: «Seid bereit, Bekanntes aufzugeben und Neues zu wagen. Geht als Lernende.»

Welche Herzenshaltung es in Coronazeiten braucht

In der Predigt erklärte Dr. Daniel Gleich, Dozent für Neues Testament, das Motto, das die Abschlussklasse ihrer Aussendungsfeier gegeben hatte: 180° Christus – Corona – Chrischona. Die Coronakrise hat das Leben vieler Menschen um 180° verändert. Die Absolventen beginnen ihre neuen Aufgaben in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt ist. Hier hilft der Blick auf Jesus Christus. Dieser hat sich nach seiner Auferstehung Zeit genommen, seinen Jüngern alles zu erklären. «Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?», heisst es in Lukas 24,32. Mit einer solchen Herzenshaltung können die Absolventen bestehen als «Pioniere, die in dieser auf den Kopf gestellten Zeit vorausgehen», wie Daniel Gleich sagte.

Segnung mit Abstand

Der Höhepunkt der Aussendungsfeier war auch diesmal der Zuspruch eines Bibelwortes und des Segens durch Dozierende an jede Absolventin und jeden Absolventen. In Unterschied zu den Vorjahren geschah dies mit Abstand. Die Abschlussklasse 2020 umfasst 38 Absolventen aus den dreijährigen Bachelorstudiengängen und dem tsc-Jahreskurs. 15 von ihnen schlossen Kommunikative Theologie ab, entweder im Präsenz- oder im Fernstudium. Theologie & Musik hat acht Absolventen, Theologie & Pädagogik weitere fünf. Zehn beendeten den Jahreskurs. Ihr weiterer Weg führt die Absolventen in Aufgaben in christliche Gemeinden und Werke, in Wirtschaft und Gesellschaft bzw. zum Weiterstudium.

Kreative Idee und Überraschungen

Der interne Rahmen sorgte für eine lockerere und intimere Veranstaltung. Das Programm war gespickt mit Überraschungen und kreativen Ideen. Beispielsweise spielten Ensembles aus Studierenden der Theologie & Musik Instrumentalstücke oder sangen Lieder a capella. Die Lesung war untermalt mit einem Poetry Slam. Ausserdem erlebte ein Video eine Premiere, indem der tsc-Chor das Lied singt «Nearer, My God to Thee». Dies bewegte die meisten Anwesenden zu stehenden Ovationen. Auch die Abschlussklasse des Vorjahres hatte sich etwas überlegt. Sie gratulierte den Absolventen 2020 per Video. Und gab ihnen gute Tipps wie diesen mit auf den Weg: «Schreit einmal laut: Halleluja!».

Sitzordnung mit Abstand wegen der Corona-Massnahmen
Sitzordnung mit Abstand wegen der Corona-Massnahmen
«Geht als Lernende!», rät Rektor Dr. Benedikt Walker der Abschlussklasse 2020.
«Geht als Lernende!», rät Rektor Dr. Benedikt Walker der Abschlussklasse 2020.
Den Blick auf Jesus Christus empfiehlt Dr. Daniel Gleich den Absolventinnen und Absolventen 2020.
Den Blick auf Jesus Christus empfiehlt Dr. Daniel Gleich den Absolventinnen und Absolventen 2020.
Das Männer-Ensemble des Studiengangs Theologie & Musik singt den Choral «Wunderbar ist Jesus».
Das Männer-Ensemble des Studiengangs Theologie & Musik singt den Choral «Wunderbar ist Jesus».

Das Theologische Seminar St. Chrischona beendete mit der Aussendungsfeier 2020 sein 180. Studienjahr. Am 31. August 2020 beginnt das 181. Studienjahr.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 1 (1500x500px)

Wir reden über das Evangelium.

Leitsatz 1 zur Kommunikativen Theologie

1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.

Autoren: Dr. Jean-Georges Gantenbein, Dr. Horst Schaffenberger

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus. Über die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Aber: Verstehen die Menschen von heute diese Botschaft noch? Kommunikative Theologie will das Evangelium für die Menschen von heute und morgen übersetzen. Damit die Stimme der Christen auf dem Marktplatz der Meinungen und Lebensstile gehört wird. Die christliche Gemeinde spielt dabei eine wichtige Rolle: Wenn sie die befreiende Kraft des Evangeliums glaubhaft verkörpert und vorlebt.

Video zum Leitsatz

Im Video zum 1. Leitsatz zur Kommunikativen Theologie erklärt Co-Autor Dr. Jean-Georges Gantenbein, warum dieser Leitsatz zuerst kommt und welche enorme Bedeutung die Gemeinde heute für die Kommunikation des Evangeliums hat.

Das Evangelium verständlich machen

Wir Christen haben aus unserer Sicht die gute Nachricht für die Menschen: die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Diese ist für viele Menschen heute aber nur schwer verständlich. Dabei ist die befreiende Wirkung des Evangeliums – Freiheit, Versöhnung, Annahme und Identität – auch in der heute säkularen Gesellschaft sehr wohl gefragt und vermittelbar. Allein die biblischen Grundlagen dieses Evangeliums sind dem heutigen Menschen fremd und unverständlich: nämlich Gottes Liebe zum Menschen, die sich im Opfertod von Jesus am Kreuz zeigt. Dieser Spannung stellen wir uns in unserer theologischen Arbeit am tsc.

Kommunikative Theologie, wie wir sie am tsc verstehen, setzt sich deshalb zur Aufgabe:

  • die Grundlagen des Evangeliums theologisch zu erarbeiten und aufzubereiten,
  • das Evangelium in die rechten Worte zu fassen (Kommunikation)
  • und es für die Menschen von heute und morgen zu übersetzen (Kontextualisierung).

Chancen der digitalen Welt

Die digitale Welt schafft einen neuen Lebensraum. Darin verdrängt das Bild das Wort, der Umgang mit Information und Sprache verändert sich. Wie wir und wie in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft kommuniziert wird, orientiert sich stark an den (neuen) Medien. Wobei christliches Vokabular und religiöse Sprache von vielen Menschen kaum noch verstanden wird – oder religiöse Begriffe heutzutage benutzt werden, ohne dass man ihren Ursprung kennt.

Gleichzeitig profitieren Christen – wie die meisten Menschen – von der Meinungsfreiheit und der Demokratisierung von Kommunikationsprozessen. Die digitale Welt ermöglicht es praktisch jedem, frei und direkt und in vielfältiger Art zu kommunizieren. Dies ermöglicht auch uns Christen, die gute Botschaft frei und vielfältig zu vermitteln. Es gilt, diese neuen kommunikativen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Klassische Kommunikationsformen gilt es zu ergänzen mit (gar nicht mehr so) neuen digitalen, ästhetischen und künstlerischen Formen.

Christliche Gemeinde verkörpert das Evangelium

Als Christen haben wir den Menschen von Gott etwas zu sagen – das können wir mutig und selbstbewusst tun. Dabei spielt die christliche Gemeinde eine wichtige Rolle. In einer lebendigen und authentischen christlichen Gemeinschaft wird die befreiende Kraft des Evangeliums sichtbar (vgl. Römer 1,16-17). Die Gemeinde kommuniziert das Evangelium. Sie verkörpert die Botschaft, die sie weitergibt (vgl. 2.Korinther 3,3). Gelebte christliche Gemeinschaft macht es für die Menschen von heute plausibler, an Jesus Christus zu glauben.

Glauben «verteidigen» durch Bezeugen und Feiern

Die Stimme der Christen ist jedoch nur eine von vielen auf dem Markplatz der Ideologien, Philosophien und Religionen. Wir leben in einer Vielfalt der Meinungen und Lebensstile. Die christliche Meinung muss sich in der Diskussion und im Streit angstfrei wie auch selbstbewusst behaupten und bewähren. Unsere theologische Arbeit hilft, in diesem Wettstreit der Meinungen gute theologische und kommunikative Ansätze zu liefern. Die Verteidigung des Glaubens (Apologetik) gilt es neu zu gestalten: weniger als Abwehr und Verneinung anderer Meinungen und Lebensstile, sondern ganz im Sinne der Urchristenheit als ein Bezeugen und Feiern des Evangeliums.

Das tsc möchte mit seiner Kommunikativen Theologie die Kirche Christi motivieren und befähigen, die Inhalte und Formen des Glaubens zu kommunizieren und wo nötig, den Zeitgeist in Frage zu stellen.

Die Erklärungen zu den weiteren Leitsätzen der Kommunikativen Theologie wird das Theologische Seminar St. Chrischona in eigenen Blogbeiträgen veröffentlichen. Dies geschieht voraussichtlich im monatlichen Rhtyhmus bis Jahresende 2020.

Die 7 Leitsätze der Kommunikativen Theologie

  1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.
  2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.
  3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.
  4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.
  5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.
  6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können und setzen auf Gottes Wirken.
  7. Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.
Dr. Jean-Georges Gantenbein
Dr. Jean-Georges Gantenbein ist tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie.
Dr. Horst Schaffenberger
Dr. Horst Schaffenberger unterrichtet Fächer der Praktischen Theologie am tsc.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

tsc aktuell: News und Talks mit René Winkler (1500x500px)

tsc aktuell

Videoserie auf Youtube

tsc aktuell

News und Talks mit René Winkler

Während der Coronakrise im Frühjahr 2020 startete das Theologische Seminar St. Chrischona die Videoserie «tsc aktuell». In den Videos präsentiert René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) News und Talks zu aktuellen Fragen. Sie sind auf dem Youtube-Kanal des tsc zu sehen.

23.06.2020
Was lernt das tsc aus dem Corona-Semester?

Gespräch mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Dr. Dr. Beat Schweitzer (Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie)

17.06.2020
Danke!

Von Herzen Danke sagen Studierende und Dozierende des Theologischen Seminars St. Chrischona für die Unterstützung der Beter, Spender und Freunde des tsc.

12.06.2020
Wie laufen Prüfungen in Coronazeiten?

Gespräch mit Rahel Bidlingmaier (Studiengangsleiterin des Bachelor-Studiengangs Theologie & Pädagogik)

28.05.2020
«Wir haben einen massiven Einbruch der Gästezahlen…»

Gespräch mit Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG)

19.05.2020
«Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Gespräch mit Thomas Rudin (Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona)

13.05.2020
Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Gespräche mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc), Dorothee Kanzinger (Sekretärin tsc) und Melina Frey (Studentin tsc)

05.05.2020
Heute wäre Seniorentag!

Gespräche mit Pfr. Peter Schulthess (Referent des Seniorentags) und Emilio Mühlemann (langjähriger Seniorentagsbesucher)

29.04.2020
Wie funktioniert E-Learning?

Gespräche mit Micha Habel (Student tsc) und Dr. Debora Sommer (Leiterin Fernstudium tsc)

Willst du kein Video mehr verpassen?

Chrischona-Campus mit Brüderhaus und Konferenzzentrum im März 2020 (1500x500px)

Corona-Tagebuch

Coronakrise auf Chrischona

Corona-Tagebuch des tsc

Seit dem 28. Februar 2020 ist die Coronakrise Teil des Alltags am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Das Corona-Tagebuch dokumentiert den Verlauf der Krise und die Massnahmen des tsc.

08.06.2020: Prüfungswoche in Corona-Zeiten

Rechtzeitig zum Start der Prüfungen am 8. Juni haben die Schweiz und Deutschland die Corona-Massnahmen gelockert, sodass alle Studierenden zu den Prüfungen nach St. Chrischona anreisen können. Ein angedachtes zweites Prüfungszentrum in Deutschland musste deshalb nicht genutzt werden. Die Prüfungen werden unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt.

03.06.2020: Aktualisiertes Schutzkonzept

tsc und Chrischona Campus AG haben ihr Schutzkonzept aktualisiert. Die neue Version ersetzt die ursprüngliche Version vom 30. April 2020. Zentrale Punkte sind die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Ein weiterer Fokus liegt auf der Nachvollziehbarkeit der engen Kontakte der Studierenden, Mitarbeitenden und Campus-Bewohnern. Ihnen wurde es per Corona-Update kommuniziert, dessen Ausgabe vom 3. Juni die vorerst letzte war.

Schutzkonzept lesen

29.05.2020: Semesterabschlussgottesdienst per Video

Gottesdienste sind seit dem 28. Mai in der Schweiz mit Auflagen wieder erlaubt. Trotzdem findet der Semesterabschlussgottesdienst nicht als gemeinsame Präsenzveranstaltung statt, sondern in Form eines Videos für die Studiengemeinschaft. Auch die wöchentlichen Gottesdienste in der Prüfungswoche fallen aus, weil das gemeinsame Singen sowie das Feiern des Abendmahls weiterhin verboten sind. Der Aussendungsgottesdienst am 28. Juni ist als interne Veranstaltung ohne Gäste geplant.

tsc-Videobeitrag für Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten»: Studierende und Dozierende lesen Römer8,14–16

28.05.2020: tsc-Beitrag zur Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten»

Hoffnung statt Angst, Sich-verstehen statt Zersplitterung – dazu leistet die Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten» am 28. Mai einen Beitrag. Studierende und Dozierende des tsc beteiligen sich mit einem Video, in dem sie Römer 8,14–16 vortragen. Eine optimale Einstimmung auf Pfingsten.

zum Video auf Youtube

René Winklers Gedanken zur Woche vom 20.05.2020: Stark durch Krisen

20.05.2020: 7 Punkte, die in Krisen helfen

Inspiriert von Marc Wallerts Buch «Stark durch Krisen» nennt René Winkler in seinen «Gedanken zur Woche» 7 Punkte, die helfen können, Krisen durchzustehen: Akzeptanz, Selbstwirksamkeit, Optimismus, soziale Unterstützung, Gebet, Fitness, Galgenhumor.

zum Video

tsc aktuell: «Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!» (19.05.2020)

19.05.2020: «Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Thomas Rudin ist der Präsident des Vereins tsc. Mitten in der Coronakrise spricht er über die Auswirkungen auf Chrischona. Im Rückblick auf die Strukturveränderungen des Jahres 2018 zieht er ein positives Fazit. Ausserdem erklärt Thomas Rudin, warum er gelassen bleibt, obwohl er eine solche Krise wie Corona persönlich noch nie erlebt hat. Er erklärt: «Entscheidend ist jetzt, dass wir uns von Gott gebrauchen lassen.»

zum Video auf Youtube

tsc aktuell: Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise? (13.05.2020)

13.05.2020: Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Statt des Schnuppertages findet am 13. Mai erstmals ein Webinar für tsc-Studieninteressierte per Zoom statt. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) spricht mit Rektor Benedikt Walker und Sekretärin Dorothee Kanzinger, wie Bewerbungen fürs Studium in Coronazeiten ablaufen. tsc-Studentin Melina Frey erzählt von ihrem Weg.

zum Video auf Youtube

Webinar für Studieninteressierte am 13.05.2020: Studiere, was du glaubst!

13.05.2020: Erstes Webinar für Studieninteressierte

Premiere! Das tsc veranstaltet zum ersten Mal ein Webinar für Studieninteressierte. Die Videokonferenz per Zoom zählt insgesamt 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zunächst stellen die Studiengangsleitenden ihre Angebote vor, anschliessend beantworten sie die Fragen der Interessierten.
Ein zweites Webinar ist geplant für Mittwoch, den 10. Juni 2020 von 18 bis 19.30 Uhr.
René Winklers Gedanken zur Woche vom 13. Mai 2020: Wir sehen, was wir erwarten!

13.05.2020: Wir sehen, was wir erwarten!

Menschen nehmen die Welt selektiv wahr, das schützt sie vor Reizüberflutung. Aber es bedeutet auch: Wir sehen, was wir erwarten. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) erzählt dazu die biblische Geschichte von Elisa und seinem Diener. Als der Diener nur das grosse Heer des Königs von Aram sah, das Elisa bedrohte, sah Elisa das grössere Heer von Engeln. Elisa betete: Herr öffne ihm die Augen, dass er sehe! (2. Könige 6,17) René Winkler rät: Bete, verändere deine Erwartungen und sehe mehr.

zum Video

tsc-Freund Werner Giesenhagen freut sich über die Postkarte vom tsc

07.05.2020: Studierende schreiben Postkarten an tsc-Freunde über 80

tsc-Studierende haben mehr als 500 handgeschriebene Postkarten an die Freunde und Spender des tsc geschrieben, die älter als 80 Jahre sind. Sie erhalten einen lieben Gruss und einen Zuspruch für die Coronakrise. Einer der Empfänger ist der 87-Jährige Werner Giesenhagen, der in der Heimstätte Rämismühle lebt. Er hat sich sehr darüber gefreut (siehe Foto).

10.05.2020: Gesprächsdienst in der Kirche St. Chrischona endet

Dank der Koordination der ev.-reformierten Kirche Riehen-Bettingen standen während sieben Wochen täglich Christen für Gespräche in der Kirche St. Chrischona zur Verfügung. Auch zwei Studentinnen des tsc beteiligten sich an diesem Dienst, der wegen der Corona-Lockerungen eingestellt wurde.
René Winklers Gedanken zur Woche vom 6. Mai 2020: Du bist systemrelevant!

06.05.2020: Du bist systemrelevant!

Bist du systemrelevant? René Winkler ist mit seinen Gedanken zur Woche zurück. Er beantwortet die Frage mit einem klaren «Ja». Das Reich Gottes ist das System, in dem du unverzichtbar ist, siehe Johannes 3,16. Auf dieser Grundlage kannst du wirklich frei leben und auch anderen etwas Gutes tun.

zum Video

tsc-Gebetsvormittag am 6. Mai 2020

06.05.2020: Ein besonderer Gebetsvormittag

Der tsc-Jahreskurs ermutigt die Studiengemeinschaft beim Gebetsvormittag. Die Studierenden und Mitarbeitenden des tsc erleben das Gebet in verschiedenen Formen – von asketisch bis kontemplativ. Wegen der Corona-Massnahmen werden die grossen Räume des Konferenzzentrum genutzt. Ausserdem sind Beterinnen und Beter per Videokonferenz über «Teams» dabei.
tsc aktuell: Heute wäre Seniorentag! (05.05.2020)

05.05.2020: Heute wäre Seniorentag!

Am 5. Mai wäre der Termin des Seniorentags 2020 auf St. Chrischona gewesen. Wäre, wenn dem Theologischen Seminar St. Chrischona nicht die Massnahmen gegen das Coronavirus dazwischen gekommen wären. Der Seniorentag ist verschoben auf den 4. Mai 2021. Im Video spricht René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) mit Pfr. Peter Schulthess, dem Referenten des Seniorentags, über dessen Erfahrungen in dieser Krisenzeit.

zum Video auf Youtube

Benedikt Walker unterzeichnet Netzwerkvereinbarung mit EGVPfalz

05.05.2020: EGVPfalz wird tsc-Netzwerkpartner

Das tsc-Netzwerk wächst auch in Coronazeiten weiter. Am 5. Mai unterzeichnet Benedikt Walker (Rektor tsc) die Netzwerkvereinbarung mit dem Gemeinschaftsverband EGVPfalz. tsc und EGVPfalz bilden seit vielen Jahrzehnten ein Team: Aus den Pfälzer Gemeinden stammen zahlreiche tsc-Absolventen, wovon wieder etliche zurück als Hauptamtliche in den Pfälzer Gemeinschaftsverband gegangen sind.
tsc aktuell: Wie funktioniert E-Learning? (29.04.2020)

29.04.2020: Neue Videoserie «tsc aktuell»

«tsc aktuell» heisst die neue Videoserie des Theologischen Seminars St. Chrischona während der Coronakrise. Mit News und Talks informiert René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) über aktuelle Themen. Im ersten Video thematisiert er das E-Learning. Wie ist der Umstieg so schnell gelungen? Und wie funktioniert das eigentlich?

zum Video

René Winklers Gedanken zur Woche vom 29. April 2020: Systemrelevanz

28.04.2020: Denkpause

Was ist systemrelevant? Augenzwinkernd mischt sich René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) mit einer Videobotschaft in diese Diskussion ein. Er nennt unter anderem das Gesundheitswesen, die Lebensmittelgeschäfte, die Polizei und die Banken. Und wie sieht es mit den Kirchen und Gemeinden aus? Eine Frage, über die es sich in einer Denkpause nachzudenken lohnt.

zum Video

Coronakrise: Rektor Benedikt Walker informiert, wie es dem tsc geht (Videobotschaft)

27.04.2020: Videobotschaft des Rektors

Benedikt Walker informiert auf Youtube, wie es dem tsc in der Coronakrise geht:

  • Die theologische Ausbildung geht per E-Learning über das Internet weiter. Die Prüfungen werden stattfinden.
  • Webinare für Studieninteressierte finden am 13. Mai und am 10. Juni per Zoom statt – als Ersatz für die Schnuppertage, die abgesagt sind.
  • Das tsc-Jahresfest am 28. Juni kann nicht stattfinden, es ist eine interne Aussendungsfeier ohne Gäste geplant.
  • Seit dem 21. April ist die neue Begegnungszone «Relaunch» im Speisesaal 2 des Brüderhauses in Betrieb. Hier können Studierende und Mitarbeitende des tsc sich begegnen, gemeinsam studieren, essen, spielen und sich austauschen.

zum Video auf Youtube

23.04.2020: Ermutigung für Mitarbeitende

Mitarbeitende von tsc und Chrischona Campus AG treffen sich unter Einhaltung der Abstandsregeln zum ersten Mitarbeiterlunch in der neuen Relaunch. Sie verpflegen sich über die Felfel-Kühlvitrine und werden mit einem leckeren Kuchen zum Dessert überrascht. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus) ermutigen die Mitarbeitenden, trotz der Krise weiterhin ihr Bestes zu geben. Ziel sei es, im Rückblick sagen zu können: Wir haben die Krise genutzt und einiges vorangebracht.

5. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Pläne verdunsten – Identität nicht!

22.04.2020: Pläne verdunsten – Identität nicht!

René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) gehört zu den Menschen, die gerne Pläne machen. Aufgrund der Corona-Massnahmen verdunsten viele davon, zum Beispiel für Veranstaltungen. In seiner Videobotschaft stellt er fest: «Wir sind radikal auf uns zurückgeworfen.» Was René ermutigt: Er hat seine Identität bewusst in Jesus Christus verwurzelt. Und darauf zurückgeworfen zu sein, macht ihm Hoffnung.

zum Video

22.04.2020: Interne Aussendungsfeier statt Jahresfest

Das tsc-Jahresfest 2020 kann aufgrund der Corona-Massnahmen nicht stattfinden. Die Aussendung der Absolventinnen und Absolventen findet in einem internen Rahmen am 28. Juni statt. Das tsc möchte sich wenn irgendwie möglich von der Abschlussklasse verabschieden und sie mit Gottes Segen aussenden. Leider können keine externen Gäste – wie Eltern oder Freunde – daran teilnehmen. Erlaubt werden nur Ehepartner und Kinder sein. Es ist eine Videoaufzeichnung geplant.
Inbetriebnahme der Relaunch im Brüderhaus: tsc-Student telefoniert

21.04.2020: Die Relaunch ist in Betrieb!

Der ehemalige Speisesaal 2 im Brüderhaus wurde von Mitarbeitenden der Chrischona Campus AG und Studierenden des tsc in die neue Begegnungszone «Relaunch» umgebaut. Die Relaunch bietet den Campus-Bewohnern einen Raum für Begegnungen, zum Essen, Lernen, Lesen und Chillen. In der Relaunch ist die Felfel-Kühlvitrine untergebracht, welche die Studiengemeinschaft mit Menüs versorgt. Die Installation einer Kaffeemaschine folgt. Die Inbetriebnahme der Relaunch bezeichnet Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG) als «Hoffnungszeichen in diesen Krisentagen».

Ohnmacht: Video von tsc-Student Lukas Knierim

20.04.2020: Ein Video gegen die Ohnmacht

Theologiestudent Lukas Knierim hat gemeinsam mit zwei Studienkollegen ein Video zur Coronakrise produziert. Es handelt sich um ein Spoken Word Kunstwerk. Mit einem gehaltvollen Text geht er der Krise auf den Grund und begründet gleichzeitig, was Hoffnung machen kann.

zum Video auf Youtube

16.04.2020: Bundesrat verkündet Ausstiegsfahrplan

Der Ausstiegsfahrplan des Schweizer Bundesrates aus den Corona-Massnahmen sieht vor, dass ab dem 8. Juni wieder Präsenzunterricht an Hochschulen stattfinden darf. Das Frühlingssemester am Theologischen Seminar St. Chrischona endet jedoch bereits Ende Mai. Es ist deshalb klar, dass die theologische Ausbildung für das Restsemester im E-Learning weitergeht.

16.04.2020: tsc sagt Bibliolog-Seminar ab

Aufgrund der Corona-Massnahmen muss das tsc das geplante Bibliolog-Seminar mit Irmgard Schaffenberger absagen. Es hätte am 2. Mai auf dem Chrischona Campus stattfinden sollen.

15.04.2020: Kurzarbeit bei der Chrischona Campus AG

Die Chrischona Campus AG, welche das Konferenzzentrum und die Gebäude auf dem Chrischona Campus betreibt, ist durch die Stornierung aller Veranstaltungen aufgrund der Corona-Massnahmen hart getroffen. Sie muss deshalb die Mehrheit ihrer rund 20 fest angestellten Mitarbeitenden in Kurzarbeit schicken. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Teilzeitmitarbeitende in der Gastronomie, Hotellerie oder im Eventbereich.

4. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Jesu Anwesenheit macht den Unterschied.

15.04.2020: Jesu Anwesenheit macht den Unterschied

In der Coronakrise bleibt René Winkler in seinen Ermutigungsvideos hoffnungsvoll. Weil er weiss: Auch wenn die Umstände schwierig sind – die Anwesenheit von Jesus Christus macht den Unterschied. René Winkler rät deshalb, nicht abzutauchen, sondern jetzt zu leben und den Nächsten zu lieben.

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14.04.2020: Freitagsseminar als Webinar

Das Freitagsseminar «Christliche Werte in einer postmodernen Gesellschaft vertreten» des tsc-Jahreskurses am 8. Mai findet wegen der Corona-Massnahmen als Webinar statt. Referent ist Dr. Dr. Beat Schweitzer, Ethik-Dozent und Studiengangsleiter des tsc.

zu den Freitagsseminaren

13.04.2020: Hausbootwoche erst wieder 2021

Mit 10 Männern auf einem Hausboot unterwegs ist René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc, erst wieder vom 25.9. bis 2.10.2021. Der ursprünglich geplante Reisetermin im Mai 2020 musste wegen der geschlossenen Grenzen abgesagt werden. Die Hausbootwoche findet auf Kanälen in Elsass-Lothringen statt.

Infos zur Hausbootwoche

tsc-Ostergottesdienst 2020: Der Tag an dem Gott das Lied vom Tod umstimmte

12.04.2020: Ostergottesdienst des tsc

Ostern findet trotz Corona statt! Für den Ostersonntag hat das Theologische Seminar St. Chrischona einen Gottesdienst aufgezeichnet. Es ist der Tag, an dem Gott das Lied vom Tod umstimmte. Der Gottesdienst ist geprägt von sechs Lobpreisliedern unter der Leitung von Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik. Die Predigt hält Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie am tsc. Auch das Abendmahl wird während des Gottesdienstes gefeiert.

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Der Herr ist auferstanden (Osterbotschaft 2020 mit Kreide)

12.04.2020: Der Herr ist auferstanden!

Mit Kreide haben Studierende des tsc den Osterjubel an verschiedenen Orten des Chrischona Campus aufgemalt. Die Botschaft richtete sich vor allem an die vielen Ausflügler, die das schöne Wetter an den Ostertagen für einen Besuch von St. Chrischona nutzten.
3. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Freiheit

08.04.2020: Freiheit

In der Karwoche 2020 formuliert René Winkler Gedanken über Freiheit. Während der Coronakrise erleben die Menschen ihre Freiheit eingeschränkt. Jesus hat dies auf seinem Passionsweg in viel krasserer Form erlebt. Bei Jesus kann man aber auch sehen, dass er sich nicht mit sich selbst beschäftigt, sondern mit der Liebe für den Nächsten.

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tsc-Student betet

07.04.2020: tsc unterstützt Gebetsaktionen

Viele Studierende und Mitarbeitende des tsc antworten auf die verschiedenen Gebetsaufrufe in der Coronakrise. So unterstützt das tsc «Deutschland betet gemeinsam», eine Gebetsaktion am Abend des 8. April. Auch bei «gemeinsam beten» von Schweizer Organisationen macht das tsc mit. Diese Gebetsakton findet am Gründonnerstag um 20 Uhr statt.

07.04.2020: CREA! Meeting wird auf 2021 verschoben

Das CREA! Meeting hätte im Juni 2020 zum 28. Mal auf dem Chrischona Campus stattfinden sollen. Wegen Corona kann es nicht durchgeführt werden und wurde auf den 18. bis 20. Juni 2021 verschoben. Das tsc ist Gastgeber des CREA! Meetings. Zahlreiche Studierende arbeiten jedes Jahr beim CREA! Meeting mit, zum Beispiel in der tsc-Band oder im Reinigungsteam.
Während der Coronakrise gesperrter Picknickplatz im Chrischonawald

06.04.2020: St. Chrischona bleibt als Ausflugsort beliebt

Der Chrischona Campus und die Kirche St. Chrischona bleiben auch während der Coronakrise öffentlich zugänglich. Am ersten Aprilwochenende nutzten viele Menschen aus der Region Basel das schöne Frühlingswetter für einen Ausflug nach St. Chrischona. Manche Campusbewohner waren überrascht von der Vielzahl von Besuchern. Die Besucher hielten die Abstandsregeln und das Versammlungsverbot ein. Die öffentlichen Feuerstellen und Grillplätze auf St. Chrischona sind von der Polizei gesperrt worden.

03.04.2020: Ostern feiern mit dem tsc

Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie am tsc, und Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik, werden gemeinsam mit Studierenden einen Gottesdienst für den Ostersonntag aufzeichnen. Abzurufen ist das Video am 12. April ab 8.00 Uhr.

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2. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Was ist Gemeinschaft?

01.04.2020: Was ist Gemeinschaft?

René Winkler gibt am 1. April seine Gedanken zu Gemeinschaft per Videobotschaft weiter. Kritisch merkt er an: Zusammensein garantiert noch keine Gemeinschaft. Doch was dann? Jesus sagt: «Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.» (Matthäus 20,28) An dieser Grundhaltung können wir uns ausrichten.

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01.04.2020: Wie die Corona-Krise meistern?

Dr. Benedikt Walker, Rektor tsc, empfiehlt der Studiengemeinschaft im Corona-Update, als Lernende unterwegs zu sein: «Wir sollten dazu bereit sein, unsere Erkenntnisse und Entscheidungen von gestern zu revidieren und uns weiterzuentwickeln. In der Krise gilt es, Bewährtes aufzugeben und Neues zu wagen.» Benedikts persönliches Motto in einer chaotischen Lebensphase lautet: «Jeden Tag einen (mutigen) Schritt nach vorne machen.»

31.03.2020: WLAN

Durch die Corona-Massnahmen werden Internet-Dienstleistungen, Cloud-Lösungen und Video-Telefonie massiv mehr genutzt. Diese Mehrnutzung führt dazu, dass das WLAN auf dem Chrischona Campus stärker belastet ist. Die Folgen sind ein langsames Netz, Signalschwankungen und Verbindungsunterbrüche. Die Firma cross-serve, der ICT Dienstleister des Chrischona Campus, fokussiert ihre Arbeit auf diese Probleme.
Sanierung der Brüderhaustür während der Coronakrise durch einen studentischen Mitarbeiter

31.03.2020: Chrischona Campus AG führt Unterhaltsarbeiten durch

Die Chrischona Campus AG beschäftigt 40 studentische Mitarbeitende. Sie werden in der Corona-Krise nicht entlassen, sondern erhalten Arbeitsaufträge für Unterhaltsarbeiten an den Gebäuden, Grundreinigung sowie Räumungs-, Entsorgungs- und Archivierungsarbeiten.

30.03.2020: Mobilmachung

Zwei Studenten des tsc erhalten einen Marschbefehl der Schweizer Armee. Sie müssen einrücken. Der Marschbefehl gilt bis zum 30. Juni 2020.

30.03.2020: Studentinnen bieten Hilfe an

Einige Studentinnen des tsc, die einen Beruf im Gesundheitswesen gelernt haben, bieten dem Kanton Basel-Stadt ihre Hilfe an.

26.03.2020: Corona-Fall ist genesen

Ein Bewohner des Chrischona Campus wurde Mitte März positiv getestet auf das neue Coronavirus. Er erlebte in der Selbst-Quarantäne einen ausserordentlich milden Verlauf ohne Symptome. Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt erklärte ihn am 26. März als genesen.

28.03.2020: Selbst-Quarantäne in WGs endet

Aufgrund des bestätigten Corona-Falls hatten sich einigen studentische Wohngemeinschaften in Selbst-Quarantäne begeben. Nach 14 Tagen beendeten sie diese Quarantäne, weil niemand Symptome einer Erkrankung zeigte.
1. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Was hält?

25.03.2020: René Winklers erste Videobotschaft

Mittwochs finden während der Semester die mittendrin-Gottesdienste statt. Wegen der Corona-Massnahmen müssen sie ausfallen. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) veröffentlicht stattdessen ermutigende Impulse per Video. In seinen ersten «Gedanken zur Woche» erinnert er an Philipper 4, wo Paulus aus dem Gefängnis schreibt: «Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.»

zum Video

27.03.2020: Mut machen per Videos

Studierende und Mitarbeitende drehen mit dem Handy kurze Videos, um sich gegenseitig Mut zu machen in der Krise. Sie teilen in diesen Videos auch ihre Gedanken zur Situation und geben Einblick in die geistliche Herausforderung der Corona-Krise.

23.03.2020: Kirche St. Chrischona bleibt offen

Täglich von 14 bis 16 Uhr sind Christen für Gespräche in der Kirche anzutreffen.

19.03.2020: ÖV-Angebot wird reduziert

Die SBB und die BVB reduzieren ihr Angebot und stellen ihre Fahrpläne um. In der Folge führt dies dazu, dass die S-Bahnlinie 6 nur mehr im Stundentakt verkehrt und nicht mehr in Riehen hält. Die Buslinie 32 fährt weiter im 15-Minuten-Takt von Riehen nach St. Chrischona.

E-Learning auf dem Chrischona-Campus (1500x1000px)

18.03.2020: E-Learning statt Präsenzstudium

Die Dozentinnen und Dozenten des tsc führen erstmals Unterricht per Videokonferenz durch. Innerhalb weniger Tage können die meisten Module auf E-Learning umgestellt werden. Das gelingt auch deshalb, weil das tsc bereits seit 2013 Erfahrungen mit dem Fernstudium gesammelt hat.

zum Blog-Beitrag

17.03.2020: Ausserordentliche Lage

Der Schweizer Bundesrat erklärt am Abend des 16. März die ausserordentliche Lage. Der Alltag wird massiv eingeschränkt. Am 17. März kommuniziert das tsc per Corona-Update, dass alle Lern-, Gebets- und Gemeinschaftsgruppen sowie alle Versammlungen verboten sind. Als Reaktion vernetzt sich die Studiengemeinschaft stärker virtuell, zum Beispiel über WhatsApp-Gruppen.

17.03.2020: Grenzkontrollen

Die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland verschärfen sich. Einkaufstourismus ist nicht mehr möglich. Das belastet das Budget der Studierenden, die nun in der Schweiz einkaufen müssen. Die Grenzgänger unter den Mitarbeitenden dürfen aber weiter zur Arbeit kommen.

16.03.2020: Krisenstäbe tagen

Am Vormittag treffen sich die Krisenstäbe «Berg», «Studium» und «Chrischona Campus AG» zum ersten Mal. Aufgrund der Entscheidungen des Schweizer Bundesrates beschliessen sie zahlreiche Massnahmen für den Chrischona Campus: Die theologische Ausbildung geht per E-Learning weiter. Alle Mitarbeitenden sollen vom Home Office aus arbeiten können. Etliche Veranstaltungen im März, April und Mai werden abgesagt, darunter der Seniorentag und das Chorkonzert.

13.03.2020: Schweizer Bundesrat verbietet Präsenzunterricht

Am Nachmittag verkündet der Schweizer Bundesrat weitere Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Weil der Präsenzunterricht nicht mehr stattfinden darf, informiert das tsc per Corona-Update, dass der Unterricht am 16. März ausfällt.

13.03.2020: tsc-Schnuppertage finden statt

17 Interessierte reisen auf den Chrischona Campus, um an den Schnuppertagen teilzunehmen. Sie erleben den vorerst letzten Präsenzunterricht mit.

180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x1000px)

11.03.2020: 180 Jahre tsc

Die Studiengemeinschaft feiert mit einem Dankgottesdienst im familiären Rahmen 180 Jahre theologische Ausbildung auf  St. Chrischona. Eine Gruppe von tsc-Freunden im Pensionsalter hätte gerne mitgefeiert, sagt ihre Teilnahme wegen der Ausbreitung des Corona-Virus jedoch vorsichtshalber ab.

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10.03.2020: Erster Quarantäne-Fall auf Chrischona

In der Familie eines tsc-Dozenten gibt es den ersten Corona-Fall. Der Dozent begibt sich mit seiner Familie in Selbst-Quarantäne und arbeitet weiter im Home Office.

05.03.2020: BAG aktualisiert und erweitert Verhaltensregeln

Die Studiengemeinschaft wird umgehend informiert, wie sie sich vor dem neuen Coronavirus schützen kann. Das tsc hebt die Anwesenheitspflicht für den Unterricht auf und verzichtet auf das Feiern des Abendmahls. Der mittendrin-Gottesdienst wird in das Konferenzzentrum verlegt, damit die Teilnehmenden genügend Abstand voneinander halten können.

28.02.2020: Erster positiv getesteter Corona-Fall im Kanton Basel-Stadt

Die Mitarbeitenden der Chrischona Campus AG stellen Desinfektionsmittel in den Toiletten auf. Ausserdem hängen sie Anleitungen zum Händewaschen aus. Per neu eingerichtetem Corona-Update wird die Studiengemeinschaft über die ersten Schutzhinweise des Bundesamts für Gesundheit BAG informiert.

tsc-Netzwerk-Konferenz vom 5. bis 7. November 2020 (1500x500px)

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Entfesselte Gemeinde

Pressemitteilung

Entfesselte Gemeinde: Zukunft gestalten in der Kirche von heute

Vom 5. bis 7. November 2020 geht eine neue Konferenz an den Start, die innovative Themen aus drei Perspektiven erschliesst: Gemeinde, Mission und Bildung. Bei der ersten tsc-Netzwerk-Konferenz auf dem Chrischona Campus wird es darum gehen, wie Kirchen und christliche Gemeinden von heute die Zukunft gestalten.

Sprecher der tsc-Netzwerk-Konferenz

Die Veranstalter sind davon überzeugt, dass die Dreiheit von «Gemeinde, Mission, Bildung» eine wichtige Rolle spielt, um Kirche zukunftstauglich zu halten. Sprecher der dreitägigen Konferenz sind:

  • Steffen Beck, ICF Karlsruhe
  • Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin
  • Dr. Andreas Loos, Dozent Systematische Theologie am tsc
  • Frère Richard, Communauté de Taizé
  • Dr. Walter Dürr und Oliver Dürr, Studienzentrum für Glaube & Gesellschaft Fribourg
  • Johannes Müller, African Link
  • Michael Strub, Missionsleiter Neukirchener Mission

Die tsc-Netzwerk-Konferenz wird gemeinschaftlich veranstaltet vom Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc), von Chrischona Schweiz, vom Chrischona-Gemeinschaftswerk Deutschland (CGW), von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der Schweiz (AEM) sowie dem ECJA (Kinder- und Jugendverband des CGW). Das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz leitet Beat Ungricht, Regionalleiter von Chrischona Schweiz.

Warum die Perspektive «Gemeinde, Mission, Bildung»?

Schon immer war es die Aufgabe der Nachfolger Jesu Christi, den Missionsbefehl an die jeweiligen sich wandelnden gesellschaftliche Verhältnisse effektiv und perspektivisch anzupassen. Das ist in der heutigen Zeit viel umfassender und rasanter notwendig. Mit der tsc-Netzwerk-Konferenz wollen wir dazu beitragen und Antworten finden auf folgende Fragen:

  • Wie muss theologische Aus- und Weiterbildung gestaltet sein, damit sich die Gemeinde von Jesus Christus ausbreiten kann?
  • Wie können christliche Gemeinden relevant werden für ihre Ortschaft und Gesellschaft, in der sie Verantwortung tragen, Christus sichtbar zu machen?
  • Wie kann eine missionarische Sicht und Haltung die lokale interkulturelle Szene prägen und gleichzeitig den weltweiten Missionsauftrag im Auge behalten?

In diesen Fragen wird die tsc-Netzwerk-Konferenz ermutigen, neue Erkenntnisse geben und helfen, neue und mutige Schritte in die Zukunft zu gehen.

Beat Ungricht (Regionalleiter Chrischona Schweiz) leitet das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz.
Beat Ungricht (Regionalleiter Chrischona Schweiz) leitet das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz.

Was ist das tsc-Netzwerk?

Das tsc-Netzwerk ist der Rahmen, in welchem das Theologische Seminar St. Chrischona mit christlichen Gemeinden, Verbänden, Werken, Bildungsinstitutionen und Missionsgesellschaften zusammenarbeitet. Das tsc-Netzwerk versteht sich als evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft. Es besteht aktuell aus 59 Netzwerkpartnern.

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc (1500x500px)

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Grundsätze des tsc

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Autor: Dr. Benedikt Walker

Wie tickt die «Generation Worship», aus der die Studentinnen und Studenten von heute stammen? Und wie beeinflusst das die Art, wie am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert, gelehrt und gelebt wird? Anlässlich der Mitgliederversammlung des Gnadauer Gemeinschaftsverbands im Februar 2020 hat Rektor Dr. Benedikt Walker über Grundsätze und Überzeugungen am tsc gesprochen.

Theologische Bildung ist auch Persönlichkeitsentwicklung

Am Theologischen Seminar St. Chrischona ist theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung. Sie ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. Theologische Bildung am tsc erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Sie hört zu und will verstehen. Sie muss bereit sein, Erkenntnisse zu hinterfragen und im Leben zu reflektieren. Weil theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung ist, sind Dozentinnen und Dozenten Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder.

Die Studiengemeinschaft – die tsc-Community – ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Am Theologischen Seminar St. Chrischona verstehen wir uns als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier pflegen wir ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen. Wir geben Sicherheit mit Regeln und lassen Flexibilität zu. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlichen emotionalen Reife.

Warum wir theologische Bildung so betreiben und die Studiengemeinschaft so leben, das möchte ich im Folgenden ausführlicher erklären.

Wie tickt die Generation Worship?

Die Studierenden von heute ticken anders als ich als Student vor dreissig Jahren. In der empirica Jugendstudie 2018 haben Tobias Faix und Tobias Künkler die «Generation Worship» untersucht. Darin beschreiben sie, wie die Jugend heute eine «Wertesynthese» betreibt. Sie bringen Werte zusammen, die für meine Generation (geboren 1968) zumeist nicht miteinander vereinbar sind:

  1. Die junge Generation kennt keine «Logik des Entweder-Oders». Für sie gilt «sowohl als auch» – yes, we can. Nein ist kein kategorisches Nein, sondern ein: «So geht es zwar nicht, aber es gibt ja noch andere Lösungen.»
  2. Der jungen Generation ist sowohl Leistung als auch Entschleunigung wichtig. Meine Generation würde sagen, das ist ein Widerspruch. Die Jungen sagen: Wir wollen beides, sowohl als auch. Denn sie kennen die Burn-out-Thematik der heutigen Zeit.
  3. Die junge Generation will Sicherheit und Flexibilität. Sie will klare Regeln, bei deren Auslebung allerdings volle Flexibilität. Ein aktuelles Beispiel: In der Coronakrise wollen die Studierenden genau wissen, was sie dürfen – und gleichzeitig wollen sie wissen, wie sie mit diesen Regeln flexibel umgehen können.
  4. Die junge Generation ist hyperindividualisiert, gleichzeitig sind soziale Beziehungen sehr wichtig. Enge soziale Beziehungen sind ihnen wichtig, aber die Individualisierung hat darin Platz. Zum Beispiel in den intensiven kommunikativen Beziehungsnetzen: Da kann man sich ein- und ausklinken, wie man möchte. Darum funktioniert Instagram so gut.

Das sind Ergebnisse einer Jugendstudie. Natürlich findet man auch Jugendliche, die anders ticken. Jedoch decken sich diese Punkte mit meiner Wahrnehmung von den Studentinnen und Studenten von heute.

Dr. Benedikt Walker

Vier persönliche Grundsätze von Benedikt Walker

  1. Die Studierenden sind mir von Gott anvertraut. Ich habe sie mir nicht ausgesucht.
  2. Die Studierenden sind erwachsen. Ich nehme sie als Erwachsene ernst.
  3. Ich lasse mich auf die Studierenden ein, will ihre Anliegen und Bedürfnisse verstehen, will wissen, wie sie ticken.
  4. Ich habe keinen Erziehungsauftrag. Ich möchte sie fördern, nicht erziehen. Das ist mir sehr wichtig.

So nehme ich die Studierenden von heute wahr:

Unsere Studierenden sind zunächst einmal sehr lernwillig. Lernwilliger als meine Studierendengeneration vor dreissig Jahren. Die Lehrmethode muss sich an die Lernwilligkeit der Studierenden anpassen. Sie sehnen sich nach Gemeinschaft. Auch in Zeiten von Corona und Versammlungsverbot suchen sie nach Formen, Gemeinschaft leben zu können.

Sie betonen den «liebenden Gott». Der zornige Gott ist ihnen fremd. Glaubensfragen erwachsen aus diesem Verständnis: Gott ist doch ein liebender Gott, warum handelt er dann so? Die Studierenden haben Sehnsucht nach Vorbildern. Sie nehmen uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Vorbilder wahr und haben entsprechend hohe Erwartungen an uns. Sie bevorzugen offene Kommunikationssysteme – in denen sie sich einfach ein- und ausklinken können. Sie wünschen sich Partizipation, möchten integriert werden, teilhaben, verlangen auch nach Rückmeldungen. Das ist für sie Ausdruck von Wertschätzung. Und schliesslich hat das Erleben bei den Studierenden von heute einen hohen Stellenwert (Beispiel: Erlebnisgottesdienste).

Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?
Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?

Was bedeutet das für die theologische Bildung?

Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona heisst das: Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. So verstehen wir theologische Bildung am tsc:

  • Theologische Bildung erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Unsere Studierenden erweitern ihren Horizont, erlangen neue Erkenntnisse durch Reflexionen und neue Zugänge zu Themen.
  • Theologische Bildung ist ein Akt des Hörens. Ein Hören auf Gott und ein Hinhören auf die Mitmenschen. Ich höre zu und will verstehen. Dafür muss ich mich auf Gott und die Mitmenschen einlassen. Muss bereit sein zu hören und zu reflektieren. Einen anderen Sachverhalt, aber auch meine eigenen Erkenntnisse zu reflektieren und mich weiterzuentwickeln.
  • Theologische Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Suche, Gott zu verstehen, muss ich bereit sein, theologische Erkenntnisse zu hinterfragen. Sie auch im Leben zu reflektieren, nicht nur in der Theorie. Darum bin ich als Person herausgefordert, geistlich und emotional zu reifen.

Dozierende als Lernbegleiter

Dozentinnen und Dozenten sind Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder. Hier kommt eine Erkenntnis aus der Erwachsenenbildung zur Geltung: Der Lernerfolg ist dann am grössten, wenn ich als Dozent meine Aufgabe als Lernbegleiter wahrnehme. Viele Dozentinnen und Dozenten sind natürlich auch ein wandelndes Lexikon – aber die Studierenden erwarten von ihnen darüber hinaus Authentizität, Glaubwürdigkeit, Partizipation und Feedback.

Community als Lernfeld

Die Community am tsc ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Wir verstehen uns am tsc als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier können sich die Studierenden engagieren und ausprobieren, erhalten Feedbacks von uns Lernbegleitern. Als Dozentinnen und Dozenten sind wir Teil der Community, das ist ausdrücklich erwünscht. Gemeinsam feiern wir die mittwöchlichen «Mittendrin»-Gottesdienste und gestalten Gebetsvormittage.

Wenn Studierende Fragen haben, kommen sie relativ unkompliziert mit uns Dozierenden ins Gespräch. Meine Tür steht immer offen. In monatlichen Klassensprechersitzungen sind wir nah an ihnen dran. Als Lernbegleiter will ich die Studierenden in ihrer Mündigkeit unterstützen.

Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung.

Den Studierenden den Spiegel vorhalten

Das heisst auch: Den Studierenden den Spiegel vorhalten! Ich muss nicht alles gut finden, was ich an der Generation Worship heute beobachte. Als Lernbegleiter und Förderer ist es meine Aufgabe, die Studierenden auf Widersprüche oder Einseitigkeiten hinzuweisen, sie mit anderen Sichtweisen zu konfrontieren. Deshalb gehört es am tsc auch dazu, gerade nicht nur von Gott als dem liebenden Gott zu sprechen, sondern auch vom zornigen oder schweigenden Gott. Auch muss nicht unwidersprochen bleiben, dass für die junge Generation der «Worship» die Glaubensquelle Nr. 1 ist, und nicht etwa das Bibellesen oder die Predigt.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

4 Community-Grundsätze am tsc

  1. Wir pflegen ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Darin spiegelt sich unser Verständnis von theologischer Bildung. Die Studiengemeinschaft am tsc ist für die Studierenden wie ein geschützter Raum. Ein «Erprobungsraum», in dem man gemeinsam lernt, sich ermutigt und vieles ausprobieren kann. Fehler sind erlaubt. Wir geben einander Feedback und wollen uns verbessern. Und es ist wegen der Unterschiede von Schweizern und Deutschen ein hilfreiches kulturelles Lernfeld.
  2. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen zwischen Studierenden, Dozierenden, Mitarbeitenden. Wenn Gemeinschaft, Begegnungen und Lernfelder wichtig sind, dann brauchen wir auch geeignete Begegnungsräume, die ein ungezwungenes Hereinkommen und Hinausgehen ermöglichen. Wo man sich über den Weg stolpert. Das lässt eine gewisse Flexibilität und Unverbindlichkeit zu. Genau dies ermöglicht neue Begegnungen.
  3. Wir lassen Flexibilität zu und geben Sicherheit. Für die Studierenden ist wichtig, dass Erwartungen aneinander thematisiert werden. Sie wollen Klarheit darüber, was von ihnen erwartet wird und was passiert, wenn sie etwas nicht machen. Und sie wollen die Ausnahmen der Regeln genau kennen. Sie wollen diese Klarheit, damit sie Flexibilität leben können. Hier ist eine klare und gründlich geregelte Kommunikation innerhalb der Studiengemeinschaft wichtig. Die E-Learning-Plattform «Moodle» spielt am tsc eine zentrale Rolle, die jeder Student und jede Studentin am tsc nutzt. Darin gibt es Bereiche für die verbindliche Kommunikation und jene für den Small Talk.
  4. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlich emotionalen Reife. Das ist ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir bieten neben dem Unterricht zusätzliche Kurse an zum Thema «geistlich emotional reifen». Wir sind davon überzeugt, dass wir damit die theologische Bildung fördern, wenn nicht sogar ermöglichen.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

E-Learning auf dem Chrischona-Campus (1500x500px)

E-Learning statt Präsenzstudium

Wie das tsc auf die Coronakrise reagiert

E-Learning statt Präsenzstudium

Wegen des Coronavirus hat der Schweizer Bundesrat den Präsenzunterricht an Schulen und Ausbildungsstätten verboten. Diese Massnahme galt bis zum 8. Juni 2020 und betraf auch das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc). Die theologische Ausbildung ging trotzdem weiter – per E-Learning über das Internet.

«Per E-Learning kann das tsc seinen Bildungsauftrag erfüllen»

Der Coronakrise begegnet das Theologische Seminar St. Chrischona mit der Umstellung auf E-Learning, also auf das Studieren per Internet. «Mit den Möglichkeiten des E-Learnings kann das tsc seinen Bildungsauftrag weiter erfüllen», sagt Dr. Dr. Beat Schweitzer. Der tsc-Studiengangsleiter hat den Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie in den letzten Jahren bereits vollständig per Fernstudium ermöglicht und sieht deshalb die Krise auch als Chance. «Jetzt zahlen sich unsere Investitionen ins Fernstudium aus», erklärt er.

Technik für E-Learning ist eingerichtet

Seit 2013 hat das tsc das Fernstudium Theologie und die Online-Kurse entwickelt, die auf der Lernplattform Moodle im Internet stattfinden. Mit dem Beginn des Studienjahres 2019/20 wurde die Nutzung von Moodle für alle Dozierenden und Studierenden verpflichtend gemacht. Programme wie «Teams» oder «PowerPoint» bieten gute Möglichkeiten, damit der Unterricht über Videokonferenzen oder aufgezeichnete Videos stattfinden kann. Die nötige Technik ist also vorhanden und eingerichtet.

tsc-Dozent Dr. Stefan Felber gibt Unterricht im Alten Testament per Videokonferenz.
tsc-Dozent Dr. Stefan Felber gibt Unterricht im Alten Testament per Videokonferenz.

tsc weiss, wie E-Learning funktioniert

Der zweite Pluspunkt des tsc ist das vorhandene Know-how. Beat Schweitzer und Dr. Debora Sommer, Leiterin Fernstudium Theologie, nutzen die Möglichkeiten des E-Learnings bereits seit Jahren. Sie können ihr Wissen und ihre Erfahrungswerte weitergeben an die Dozierenden, die kaum Erfahrungen mit E-Learning haben. Erste Schulungen zu «Moodle» und «Teams» haben schon stattgefunden.

Schnelle Erfolge, knifflige Herausforderungen

Die Dozentinnen und Dozenten des tsc sind nun herausgefordert, die Inhalte ihrer Studienmodule online zu vermitteln. Relativ schnell hinbekommen haben sie das Teilen von Dokumenten, die Vergabe von Aufgaben an Studierende oder den Unterricht via Videokonferenz. «Kniffliger wird es, wenn kreative Lernprozesse wie Rollenspiele ersetzt werden müssen. Hier sind wir gefordert, manches neu zu denken und weiterzuentwickeln», erklärt Beat Schweitzer. Auch Leistungsnachweise wie Prüfungspredigten oder Ausarbeitungen zu Projekten müssen überdacht werden, weil Gottesdienste und Versammlungen verboten sind.

Wie Gemeinschaft leben?

Die Wissensvermittlung am tsc geht also trotz Coronavirus weiter. Was die Studiengemeinschaft härter trifft, ist das Verbot aller Gottesdienste, Gebets-, Klein- und Lerngruppen. Das gemeinschaftliche Leben, welches das Studieren auf Chrischona besonders auszeichnet, ist nicht mehr wie gewohnt möglich. Die Studierenden haben darauf reagiert, indem sie sich zum Beispiel per WhatsApp und sozialen Netzwerken stärker vernetzen. Die Abstands- und Isolierungsregeln, die sie befolgen müssen, versuchen sie mit höherer virtueller Verbundenheit zu kompensieren. Dies kann durchaus gelingen, wie Debora Sommer weiss: «Die Erfahrungen aus dem Fernstudium der vergangenen Jahre bestätigen, dass theologische Tiefe und zwischenmenschliche Verbundenheit auch virtuell möglich sind.»

Spürbar ist ausserdem eine grosse Solidarität und Kreativität. Dem Rektor Benedikt Walker wurde beispielsweise über Teams ein Geburtstagsständchen gesungen. Und Gebetsgruppen sind ersetzt durch Gebetsspaziergänge mit Sicherheitsabstand. So ist die Chance gross, dass das tsc die Coronakrise meistert.

Wie funktioniert das Fernstudium Theologie am tsc?

  • Bachelor-Studiengang: Die Lerninhalte entsprechen dem dreijährigen Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie, der von der Middlesex University London validiert ist.
  • Interaktives Online-Studium: Die Lerninhalte und Lernprozesse finden auf Moodle statt, einer modernen Lernplattform im Internet.
  • Semesterstruktur: Zeitliche Vorgaben und Strukturen unterstützen die Studierenden in ihrem Studienalltag.
  • E-Dozierende: Die Studierenden sind nicht alleine unterwegs, sondern werden von E-Dozierenden begleitet und gefördert.
  • Teilzeit: Gut geeignet als nebenberufliches oder berufsbegleitendes Studium
180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x500px)

180 Jahre tsc

Foto: Die Studiengemeinschaft 2020 des Theologischen Seminars St. Chrischona bildet eine 180.

180 Jahre tsc

Studiengemeinschaft feierte Dankgottesdienst

Seit mehr als 180 Jahren werden Menschen auf St. Chrischona theologisch ausgebildet. Den 180. Geburtstag feierte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 11. März 2020 an dem Ort, an dem alles begann.

Gründung durch Spittler

Es war in der Sakristei der Kirche St. Chrischona, wo Christian Friedrich Spittler am 8. März 1840 mit seiner Pflegetochter Susette, dem ersten «Chrischona-Bruder» Joseph Mohr und dem Schreinermeister Epple niederkniete. Er weihte die alte, verfallene Kirche St. Chrischona neu für die Aufgabe der «Pilgermission St. Chrischona»: Handwerker im christlichen Glauben schulen und sie wieder aussenden in die Welt.

tsc ist zurückgekehrt zu seinen Wurzeln

180 Jahre später ist die Pilgermission, die eine reiche und vielfältige Segensgeschichte erlebt hat, wieder zurückgekehrt zu ihren Wurzeln. Seit 2019 heisst sie Theologisches Seminar St. Chrischona und fokussiert sich auf die theologische Ausbildung, die bereits über 6500 Absolventinnen und Absolventen hat. Deshalb war es auch passend, dass es die Studierenden und Dozierenden des tsc waren, die Chrischona mit einem gemeinsam gesungenen «Happy birthday» gratulierten.

Vorbild Spittler

Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, erinnerte im Gottesdienst an die Anfänge unter Spittler. Dieser hatte mehrere Anläufe genommen, um die Pilgermission St. Chrischona gründen zu können. Erst beim vierten Versuch gelang es. Spittler mietete die Kirche St. Chrischona vom Kanton Basel-Stadt und begann dort, junge Handwerker im Glauben auszubilden. «Spittler war so dankbar, dass Gott ihm vergeben und ihn geheilt hat. Chrischona hat er gegründet, dass das Evangelium in die Welt getragen wird, die so viel Heilloses hat», berichtete Claudius Buser. Neben der Verkündigung des Glaubens lag Spittler die tätige Nächstenliebe am Herzen. So gründete er auch Hilfswerke für Waisen, Witwen oder Gehörlose. Für Claudius Buser ist Spittler deshalb ein Vorbild: «Die Gnade und die Barmherzigkeit sind die zwei Flügel, die uns auch heute bewegen sollten, etwas in der Welt zu verändern.»

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser betrachtet Christian Friedrich Spittler als Vorbild für die heutige Zeit.
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2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.

Spuren Gottes im Alltag entdecken

Die Predigt des Dankgottesdienstes hielt Rektor Benedikt Walker. Er gab drei Tipps und erklärte eine praktische Übung, wie sich Spuren Gottes im Alltag entdecken lassen. Erstens gelte es anzuerkennen, dass Gott souverän ist und sich überall offenbaren kann. Zweitens sollten sich Menschen eingestehen, dass sie vergesslich sind und immer wieder schuldig werden. Drittens brauche es eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Die praktische Übung, die der Rektor erklärte, funktioniert mit Bohnen als Erinnerungshilfen. Bei jeder Kleinigkeit, die man täglich erlebt, könnte man sich eine Bohne von der rechten in die linke Hosen- oder Jackentasche stecken. Abends erinnert man sich mit ihrer Hilfe an die Erlebnisse und dankt Gott dafür.

tsc-Chorkonzert «180 Jahre tsc» am 28. Juni

Dass das Theologische Seminar St. Chrischona auch nach 180 Jahren weiterhin Menschen ausbilden kann, ist ein grosser Grund zum Danken. Dies tat die Studiengemeinschaft mit dem Psalm 103 sowie Lobpreisliedern und Gebeten. Der Dank soll sich fortsetzen im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres. So wird beim tsc-Jahresfest am 28. Juni 2020 ab 15 Uhr ein Chorkonzert mit Liedern und Geschichten aus 180 Jahren tsc stattfinden. Alle tsc-Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Rektor Benedikt Walker
Rektor Benedikt Walker erklärt, wie man Spuren Gottes im Alltag entdecken kann.

Was geschah am 8. März 1840?

Drei Wanderer zogen an jenem 8. März in der Morgenfrühe von Basel hinaus, dem waldigen Chrischona-Hügel zu. Es waren dies der ehrwürdige Vater Spittler, damals in seinem 58. Lebensjahre stehend, dessen Pflegetochter und langjährige Gehilfin, Fräulein Susette Spittler, und der Schreinermeister Epple, ein treuer Freund und Bruder in dem Herrn. Ihr Weg führte sie eine Weile dem prächtigen Rheinstrom entlang bis in die Nähe der badischen Grenze. Dort, am Schweizerischen Zollhäuschen, bogen sie links ab und gingen quer über Feld, dann durch liebliches Rebengelände, unmerklich steigend, dem Wenkenhofe und dem von Hügeln und Wäldern malerisch umgebenen Dörflein Bettingen zu. Von da galt es immer mehr zu steigen, bis nach etwa halbstündigem Marsch die alte, halbzerfallene St. Chrischona-Kirche auf der Hochfläche des Berges erreicht war. Unsre Pilger hatten die herrliche Aussicht, die sich dem Wanderer von jener Höhe darbietet, schon oft genossen, und manches Gebet war dann aus ihrem Herzen aufgestiegen, dass der Herr, dem diese Stätte von altersher geweiht und dessen Nähe in der feierlichen Stille ihnen oft so spürbar gewesen war, sich hier wieder einen Ort des Segens bereiten wolle zum Lobe seiner Gnade.

Und nun hatte der Herr angefangen, diese Bitten zu erhören […] und heute waren sie heraufgekommen, um mit dem jüngst eingetretenen ersten Pilgermissionar, ‹Bruder› Mohr, das neu zu beginnende Werk dem Herrn zu übergeben und in seinem Namen die Hand an den Pflug zu legen.
Durch das öde Schiff der Kirche schritten sie hindurch in das ebenso verwüstete hohe, gotische Chor. Dort zeigte sich ihnen zur linken Hand eine Tür, welche in einen Raum führte, der ehemals als Sakristei gedient haben musste. Hier hatte Bruder Mohr schon den Schutt hinweggeräumt, hatte etwas Ordnung gemacht und war tags zuvor in diese niedere Klause eingezogen, nachdem er die ersten Wochen im Nachbarhäuschen Unterkunft gefunden hatte. Aber wie überwältigend drängte sich allen die Wahrnehmung auf von der grossen und vielen Arbeit, die es kosten musste, um aus dem völlig verwahrlosten Kirchlein wieder ein würdiges Gotteshaus und eine Pflanzstätte christlichen Lebens zu machen!
Noch ungleich schwerer aber mochte ihnen die geistliche Aufgabe erscheinen. Konnte der Versuch, junge Männer aus dem Handwerkerstande zu brauchbaren Evangelisten für das Volk herauszubilden, gelingen? Woher sollten die Leute kommen? Woher die Geldmittel? Sie hatten ja nichts, keinen Fonds, keinen Vorrat, keine Versprechungen, wenig Ermutigung von aussen. Ja, aber sie hatten ihren Gott. Sie hatten den von ihm geweckten Trieb, etwas zu tun zur Verbreitung seiner Erkenntnis in den Herzen des Volkes. Sie hatten sein Wort und seine Verheissungen. Und tief durchdrungen von ihrer grossen Bedürftigkeit und dem grossen Reichtum ihres Gottes knieten sie in jener Sakristei nieder und weihten aufs Neue das alte, so lange dem Verfall preisgegebene Gotteshaus samt dem Werke, das sie darin zu beginnen gedachten, dem Herrn, der sie zu seinen Knechten und Werkzeugen erwählt und erkauft hatte.

Schreiber dieses hat die Schilderung jener unvergesslichen Stunde von den Lippen derjenigen, die damals stillschweigend zugehört und mitgebetet hat und die, wie sie scherzhaft zu sagen pflegte, der Anstalt Kindsmagddienste hat tun dürfen. Der Herr hat seinen Dienern und Handlangern sein Wort bestätigt, und das Samenkorn, das in jenen Frühlingstagen des Jahres 1840 im Glauben und mit viel Gebet in die Erde gelegt wurde, das Samenkorn, das oft zu ersterben drohte und von dem manches tatsächlich sterben musste, hat dennoch Lebensfähigkeit gehabt und zu einem Baum werden dürfen, unter dessen Zweigen nun nach Jahrzehnten manche Vögelein sitzen und mit einstimmen in das nie veraltende Lied des königlichen Sängers: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Amen.

Dieser Text stammt aus der Chronik «Die Pilgermission St. Chrischona 1840 – 1940» von Friedrich Veiel, Seite 32–34.