Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021 mit René Winkler und Peter Schulthess (1500x500px)

Was in Notfällen wirklich hilft

Bericht vom tsc-Seniorentag 2021

Was in Notfällen wirklich hilft

Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021 zur Notfallseelsorge

Ein starkes Zeugnis für den Glauben an Jesus Christus in schwierigen Zeiten war der Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021. Die praxiserprobten Tipps des Notfallseelsorgers Peter Schulthess zum Umgang mit Schock, Leid und Trauer verfolgten mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauer live über das Internet. Ein Teilnehmerrekord!

tsc-Seniorentag mit Rekordteilnehmerzahl

Die 90-minütige Liveübertragung des tsc-Seniorentags konnten Zuschauerinnen und Zuschauer entweder zuhause oder an einem der Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland verfolgen. 300 Einzelpersonen und 55 Übertragungsorte mit durchschnittlich 15 Personen schauten zu. Die coronabedingte neue Konzeption führte so zu einer Rekordteilnahme von mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauern.

«Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

Peter Schulthess, Pfarrer und Notfallseelsorger

Notfallseelsorge braucht Fingerspitzengefühl

Hochspannend berichtete Peter Schulthess von seinen Erfahrungen als Notfallseelsorger. Er erzählte von dem Schock, den ein Notfall auslösen kann. Dieser sollte nicht verurteilt, sondern als «ein natürliches, schöpfungsgemässes Phänomen» betrachtet werden. Generell gehe es in der Notfallseelsorge um Fingerspitzengefühl. Wichtig sei es, Betroffenen nicht zu viel abzunehmen und keine eigenen Antworten auf ihre Fragen zu geben. Peter Schulthess betonte die Macht des Gebets: «Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.

Wie Jesus in Notfällen hilft

Die weiteren Gäste des Seniorentags zeigten: Wer als Christ einen Notfall erlebt, hat in Jesus Christus einen Vorteil. Denn er steht an ihrer Seite. Joséphine Niyikiza hat ihre Familie im ruandischen Genozid von 1994 verloren. Trotzdem hat sie mit der Zeit gelernt, zu vergeben. «Gott hat bereits vergeben. Mein Gebet lautete immer wieder: Nimm diese Last weg von mir», erzählte sie.

Berührend war auch das Zeugnis von Viola Lies, die am tsc Theologie & Pädagogik studiert. Sie hat den Unfalltod eines Freundes miterlebt. Diese Erfahrung hat sich wie eine schwere Decke über ihr Leben gelegt. Schliesslich stiess sie auf die Geschichte der Emmaus-Jünger. Ähnlich wie die Jünger wurde auch Viola durch Jesus mit neuer Hoffnung erfüllte. «Dadurch habe ich die Lebensfreude wiederentdeckt, es ist ein Wunder», freute sich die tsc-Studentin.

Witwen fühlen sich verstanden und getröstet

Die Rückmeldungen zum bislang grössten tsc-Seniorentag fallen sehr positiv aus. Der Anlass hat viele Zuschauerinnen und Zuschauer berührt und neu motiviert. Aus der Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim in Deutschland schrieb Pastor Arno Broers: «Peter Schulthess konnte alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Wir haben im Anschluss noch darüber diskutiert». Und Pastor Daniel Schenker von der Chile Grüze in Winterthur in der Schweiz meldete: «Die Grundmelodie der Wertschätzung und die praktischen Referate haben uns berührt». Besonders positive Reaktionen kamen von Witwen und Witwern, die sich verstanden und getröstet fühlten.

«Pfarrer Peter Schulthess konnte mit seinem Referat alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Im Anschluss gab es bei uns noch eine kleine Austauschrunde mit der Frage: ‹Was können wir als Einzelne und als Gemeinde von diesem Referat lernen und auch umsetzen?› Hier wurde es dann sehr konkret.
Als Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim sind wir Netzwerkpartner vom tsc. Dieser Seniorentag hat die herzliche Verbundenheit mit dem tsc wieder einmal gestärkt.»

Arno Broers, Pastor Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim

Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.
Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.

Livestream-Mitschnitt des tsc-Seniorentags 2021

Termin des tsc-Seniorentags 2022:
Dienstag, 3. Mai 2022

Voraussichtlich findet er wieder als Veranstaltung auf St. Chrischona statt mit Livestream zu Übertragungsorten.

Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Middlesex University validiert tsc-Bachelor-Studiengänge bis 2027

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Eine grosse Prüfung hat das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) bestanden. Am 28. April 2021 wurden seine drei Bachelor-Studiengänge Kommunikative Theologie, Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik durch die Middlesex University London für die nächsten sechs Jahre validiert.

Partnerschaft zwischen tsc und Middlesex University

Der Überprüfungsprozess (englisch: «Review») dient der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung des tsc-Studienangebots. Alle sechs Jahre muss das Theologische Seminar St. Chrischona diesen Prozess als akademischer Partner der Middlesex University durchlaufen. Der Vorteil dieser Kooperation: Die tsc-Studierenden können international anerkannte Bachelor-Abschlüsse einer renommierten britischen Universität erwerben.

tsc wird hohe Studienqualität bescheinigt

Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Leiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie am tsc. Als Projektleiter ist er verantwortlich für den erfolgreichen Review 2021. Dessen Ergebnis fasst er so zusammen: «Die Middlesex University London und externe Prüfer haben uns als tsc erneut eine hohe Studienqualität bescheinigt. Ich bin sehr zufrieden, dass wir unsere Bachelor-Studiengänge in verbesserter Form weitere sechs Jahre anbieten können.»

Verkündigungskompetenz wird gestärkt

Durch den Review kommt es ab dem Studienjahr 2021/22 zu Verbesserungen in allen drei Bachelor-Studiengängen. Gestärkt werden die Kommunikative Theologie – das Markenzeichen des tsc – und die Verkündigungskompetenz. Die Studierenden erhalten neu bereits im zweiten Jahr eine grundlegende Predigtausbildung, damit sie im dritten Jahr mehr Predigtpraxis bekommen können. «Das ist eine Folge unserer Gespräche mit den Partnern im tsc-Netzwerk. Eine gute Predigtausbildung ist das wichtigste Bedürfnis der Gemeinden», erklärt Beat Schweitzer. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik gibt es im ersten Jahr ein neues Pflichtmodul «Jugend & Medien», das gemeinsam mit der Fachstelle Mediensucht «return» in Hannover entwickelt wird. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik wird es unter anderem eine neue «Musik-Master-Klasse» geben, um die musikalische Leitungskompetenz der Studierenden zu stärken.

Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie am tsc
Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Studiengangsleiter Kommunikative Theologie und Dozent für Ethik am tsc.

«Enthusiastische Studierende, familiäre Studienatmosphäre»

Das tsc hat viel Lob erhalten von den Vertreterinnen und Vertretern der Middlesex University. Der enge Kontakt und intensive Austausch mit den Studierenden hat sie beeindruckt. «Die Middlesex-Vertreter schwärmten von unseren enthusiastischen Studierenden und unserer aussergewöhnlich familiären Studienatmosphäre», sagt Beat Schweitzer. Pluspunkte sammelte das tsc zudem beim Fernstudium Theologie. Hier lobten sie die hohe Qualität und die persönliche Betreuung durch die E-Dozierenden.

Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.
Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Die nächsten Termine: 18.05. und 15.06.2021, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 12.05.2021.

Infos zum tsc-Studienangebot

Durch die Kooperation mit der Middlesex University London können Studierende am tsc den Bachelor in Theologie im Präsenz- oder Fernstudium, den Bachelor of Arts in Theologie & Pädagogik sowie den Bachelor of Arts in Theologie & Musik erwerben. Zum tsc-Studienangebot gehören ausserdem der tsc-Jahreskurs als Orientierungsjahr und Online-Kurse zur individuellen Weiterbildung.

tsc aktuell: News und Talks mit René Winkler (1500x500px)

tsc aktuell

Videoserie auf Youtube

tsc aktuell

News und Talks mit René Winkler

Während der Coronakrise im Frühjahr 2020 startete das Theologische Seminar St. Chrischona die Videoserie «tsc aktuell». In den Videos präsentiert René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) News und Talks zu aktuellen Fragen. Sie sind auf dem Youtube-Kanal des tsc zu sehen.

21.04.2021
Wie du den tsc-Seniorentag am 4. Mai 2021 live verfolgen kannst

Einladungsvideo mit René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc)

12.01.2021
2021 – was planen tsc und Chrischona Campus AG?

Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG) und Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) blicken voraus auf das Jahr 2021.

24.11.2020
Claudius Buser blickt auf 180 Jahre tsc: Was prägt bis heute?

Gespräch mit Claudius Buser (Dozent für Kirchengeschichte und stv. Rektor tsc)

08.09.2020
Wie startet das tsc ins Studienjahr 2020/21?

Statements von den tsc-Studierenden Senja Möschli, Lukas Knierim, Andrea Maag und Marc Burger sowie von Rektor Dr. Benedikt Walker

23.06.2020
Was lernt das tsc aus dem Corona-Semester?

Gespräch mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Dr. Dr. Beat Schweitzer (Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie)

17.06.2020
Danke!

Von Herzen Danke sagen Studierende und Dozierende des Theologischen Seminars St. Chrischona für die Unterstützung der Beter, Spender und Freunde des tsc.

12.06.2020
Wie laufen Prüfungen in Coronazeiten?

Gespräch mit Rahel Bidlingmaier (Studiengangsleiterin des Bachelor-Studiengangs Theologie & Pädagogik)

28.05.2020
«Wir haben einen massiven Einbruch der Gästezahlen…»

Gespräch mit Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG)

19.05.2020
«Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Gespräch mit Thomas Rudin (Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona)

13.05.2020
Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Gespräche mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc), Dorothee Kanzinger (Sekretärin tsc) und Melina Frey (Studentin tsc)

05.05.2020
Heute wäre Seniorentag!

Gespräche mit Pfr. Peter Schulthess (Referent des Seniorentags) und Emilio Mühlemann (langjähriger Seniorentagsbesucher)

29.04.2020
Wie funktioniert E-Learning?

Gespräche mit Micha Habel (Student tsc) und Dr. Debora Sommer (Leiterin Fernstudium tsc)

Willst du kein Video mehr verpassen?

tsc-Seniorentag am 4. Mai 2021 mit Pfr. Peter Schulthess (900x300px)

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Livestream am 4. Mai 2021 in 55 Gemeinden

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Thema: «Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt»

Wegen Corona findet der traditionelle Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021 erstmals per Liveübertragung über das Internet statt. Auf St. Chrischona wird es kein Publikum geben. Dafür werden in 55 Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland mehr als Tausend Seniorinnen und Senioren den Anlass verfolgen. Alternativ können sie von zuhause aus zuschauen.

Seniorentags-Übertragung in mindestens 50 Gemeinden

Nachdem der tsc-Seniorentag 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, konzipierte das Organisationsteam den Anlass für 2021 neu. Weil absehbar war, dass ein grösseres Publikum auf St. Chrischona nicht zusammenkommen darf, lud das tsc Gemeinden ein, sich als Übertragungsorte anzumelden. 55 Gemeinden haben sich bis Ende April dazu bereit erklärt. Viele davon stammen aus dem tsc-Netzwerk oder sind freundschaftlich mit dem tsc verbunden. René Winkler, der Leiter Weiterbildung und Events des tsc, ist einer der Verantwortlichen. Er erklärt: «Eine erneute Absage des Seniorentags kam nicht in Frage. Jetzt haben wir eine Lösung, die uns wieder handlungsfähig macht. Nicht wie früher, aber angepasst an diese Corona-Zeiten.»

Wie weiter, wenn nichts mehr ist wie es war?

Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt – so lautet das passende Thema des tsc-Seniorentags 2021. Dazu gibt der Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess Impulse weiter. Er ist in der Öffentlichkeit unter anderem durch seine Bücher bekannt, darunter: «Hiobsbotschaft – Erfahrungen aus der Notfallseelsorge». Von diesen Erfahrungen wird er auch am Seniorentag berichten. Er wird darauf eingehen, wie Menschen weitermachen können in Situationen, wo nichts mehr ist wie bisher. Das Programm des 90-minütigen Livestreams wird ergänzt durch Talks, Musik sowie Infos vom tsc.

Seniorentags-Livestream zuhause schauen

Mit den Seniorentagen auf St. Chrischona macht das tsc Menschen bereits seit mehr als 25 Jahren Mut. Dies ist im Corona-Jahr 2021 besonders wichtig. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, den Seniorentags-Livestream von zuhause aus zu verfolgen. Jeder kann sich dazu anmelden und am 4. Mai live dabei sein. René Winkler freut sich auf viele Zuschauerinnen und Zuschauer und verspricht: «Wir werden beim tsc-Seniorentag 2021 wieder inspiriert aus Gottes Wort und von Menschen, die mit Gott viel erlebt und durchgestanden haben.»

René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc
René Winkler ist Leiter Weiterbildung des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc).
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.

Infos zum tsc-Seniorentag 2021

  • Termin: Dienstag, 4. Mai 2021, 14.30 – 16 Uhr
  • Thema: Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt
  • Referent: Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess
  • Kosten: Die Teilnahme am Livestream des Seniorentags ist kostenlos. Um eine freiwillige Spende für die tsc-Bildungsarbeit wird gebeten.

2 Wege, wie Sie beim tsc-Seniorentag 2021 dabei sein können:

  1. Per Livestream bei Ihnen zuhause. Bitte füllen Sie das Anmeldeformular auf der Internetseite des tsc-Seniorentags aus, damit wir Ihnen die Infos zum Livestream übermitteln können. Die Anmeldung wird bis zum 4. Mai 2021 unmittelbar vor Beginn des Livestreams möglich sein.
  2. Per Livestream an einem der 55 Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland. Die aktuelle Auflistung der Übertragungsorte finden Sie hier.
Methode macht was! – Artikel aus dem Communicatio-Magazin 2/2020 (1500x500px)

Methode macht was!

Artikel aus dem Communicatio-Magazin 2/2020

Methode macht was!

Autorin: Rahel Bidlingmaier

Es gehört zum Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) dazu, für die Kommunikation des Evangeliums verschiedene Methoden kennenzulernen und einzuüben. Rahel Bidlingmaier (tsc-Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik) führt aus, was mit «Methoden» gemeint ist, was sie genau machen und wie wir die passende Methode finden.

1. Methoden in der Religionspädagogik

Methoden wurden in der Geschichte der Religionspädagogik kontrovers diskutiert. Theodor Heckel schrieb 1928: «Die Bitte um den Heiligen Geist, der durch das Wort zum Glauben ruft, ist schlechthin wichtiger als alle Methodik» (zitiert nach Rothgangel u.a.). Mit diesem isolierten Zitat lassen sich Heckels Intentionen nicht erfassen, doch es wirft verschiedene Fragen auf: Welchen Stellenwert haben Methoden, speziell wenn es um die Kommunikation des Evangeliums geht? Sind Methoden nutzlos oder sogar hinderlich? Sind sie nebensächlich, vielleicht «nice to have», aber nicht notwendig? Kommt der Glaube nicht aus der Predigt (Römer 10,17) und ist daher jede andere Methode unwesentlich, das Wort Gottes weiterzugeben?

Als Religionspädagogin setze ich mich unter anderem auch mit der konstruktivistischen Didaktik auseinander, die jegliche Vermittlungsdidaktik ablehnt. Als überholt gilt die Trichter-Methode: Wähle die richtigen Inhalte und die passende Methode (=Trichter) aus, dann kommt bei deinem Gegenüber auch das Richtige an.

Der Konstruktivismus geht davon aus: Der Mensch konstruiert sich seine Wirklichkeit selbst. Sie kann nicht von aussen vermittelt werden. Kersten Reich schreibt: «Sind Methoden nicht ohnehin ein Trick von Pädagogen? Dienen sie nicht vorrangig dem Ziel, Rekonstruktionen zu erreichen […]?» (Reich, Systemisch-konstruktivistische Pädagogik, S. 218) Die Grundpostulate einer systemisch-konstruktivistischen Didaktik lauten: «Didaktik ist nicht mehr eine Theorie der […] richtigen Rekonstruktion von Wissen und Wahrheit, die nach vorher überlegten und klar geplanten Mustern zu überliefern [….] sind, sondern ein konstruktiver Ort möglichst weiter eigener Weltfindung, die für Lerner ebenso wie für Lehrer zu ermöglichen ist.» (Reich, S. 265)

Daraus stellt sich die Frage, ob Evangelium überhaupt weitergegeben werden kann. Was kommt beim Gegenüber an? Wie gelangt es zu Erkenntnissen?
Mit all diesen Fragen kann und muss sich jeder auseinandersetzen, der Evangelium kommunizieren möchte. Dennoch wende ich mich jetzt den Methoden zu und sage: Methode kann was!

Rahel Bidlingmaier
Rahel Bidlingmaier leitet den Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik am tsc.

«Kann Evangelium überhaupt weitergegeben werden? Was kommt beim Gegenüber an? Wie gelangt es zu Erkenntnissen?»

2. Was bedeutet «Methode»?

Doch was meine ich mit Methode? Das griechische Wort «methodos» bedeutet «Weg nach, Vorgehensweise, wie man etwas tut». Es geht darum: WIE kommuniziert eine Person?
Wir könnten dabei an verbal, nonverbal, paraverbal und extraverbal denken. Wir könnten verschiedene Kommunikationsmodelle der Gesprächsführung aufführen: z. B. gewaltfrei, emphatisch, wertschätzend, kongruent und andere.

Ich möchte mich in diesem Beitrag der Kommunikation für und mit Gruppen zuwenden. Dies ist eine Mischung aus Individualkommunikation und Massenkommunikation (vgl. Röhner, Psychologie der Kommunikation,
S. 106ff.). Es ist nicht die Eins-zu-eins-Kommunikation, aber auch nicht die Kommunikation zu einer beliebigen Öffentlichkeit etwa über Werbeplakate, Radio, Fernsehen oder Internet.

Als Religionspädagogin geht es mir um die Kommunikation biblischer Inhalte. Das ist sehr komplex:

  • Der Bibeltext kommuniziert.
  • Der Pastor, die Religionslehrerin, der Jugendkreisleiter kommunizieren.
  • Ausserdem kommuniziert der Bibeltext (bzw. Gott durch den Bibeltext) direkt mit der Gruppe.
  • Je nach Methode kommuniziert auch die Gruppe untereinander sowie mit dem Leiter.

Wir merken: Kommunikation für und mit Gruppen ist keine Einbahnstrasse, ist mehr als bloss Informationsvermittlung von einem Sender zu einem Empfänger. Daher rede ich im Folgenden von Leiterinnen und Leitern, die die Kommunikation in einer Gruppe anleiten, und von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gruppe.
Die Erschliessung des Bibeltextes und die Methoden der Textauslegung klammere ich hier aus. Es geht um die Methode, die ich als Gruppenleiterin wähle, um einen Bibeltext bzw. biblische Aussagen zu kommunizieren. Dabei schliesse ich Sozialformen (Partner-, Gruppenarbeit, etc.) sowie Medien und strukturelle Aspekte (Organisation, Aufbau, etc.) mit ein.

Methode macht was! Doch welche Wirkung entfaltet sie? Nach welchen Kriterien sollten Methoden ausgewählt werden? Was ist bei der Verwendung zu beachten, damit ihr Potential voll entfaltet wird? Hat eine Methode auch einen Wert unabhängig vom Inhalt?

«Das griechische Wort ‹methodos› bedeutet ‹Weg nach, Vorgehensweise, wie man etwas tut›. Es geht darum: WIE kommuniziert eine Person?»

3. Methoden bedingen die Aufnahme und Wirkung eines Inhalts

Es macht einen Unterschied, ob ein Geschenk schön verpackt oder lieblos in Zeitungspapier eingeschlagen ist. Ein kreativ und hübsch eingepacktes Geschenk nehme ich gerne entgegen, das Auge freut sich daran, ich fühle mich geehrt. Ein hübsch verpacktes Geschenk macht die Bemühungen des Gebers deutlich, es steigert das Interesse und die Vorfreude und erhöht das Bewusstsein für den Wert des Geschenkes.

Doch falls beide Geschenke denselben Inhalt enthalten, spielt nach dem Auspacken die Verpackung keine Rolle mehr, oder?
Nehmen wir an, beide Geschenke enthielten eine Karotte. Ob in Zeitungspapier eingepackt oder in Glitzerpapier – Karotte bleibt Karotte. Vielleicht nehme ich die eine Verpackung lieber entgegen, aber für die Karotte spielt sie keine Rolle. Das führt bei manchen zum Fazit: Man braucht sich keine Mühe mit der Verpackung geben. Sie ist unwesentlich. Der Inhalt ist doch das Entscheidende!

Viele denken über Methoden ebenso: Sie sind doch nur eine nette Verpackung, aber letztlich ohne Bedeutung…
Stellen wir uns vor: Heute soll es zum Mittagessen Kartoffel und Karotte geben. Der Koch hat beschlossen, dass jeder rohe Kartoffeln und Karotten erhält. Alles andere wäre doch Zeitverschwendung und der unnötige Versuch einer äusserlichen Aufwertung, oder nicht? Im Bauch kommt doch nur Karotte und Kartoffel an.
Wirklich? Spielt es keine Rolle, wie wir Lebensmittel zubereiten? Was ist mit den fettlöslichen Vitaminen der Karotte, die unser Körper ohne Fett nicht aufspalten kann? Was ist mit rohen Kartoffeln, die schwer verdaulich sind, mehlig und bitter schmecken und Solanin enthalten, das giftig ist? Durch das Garen wird die Stärke aufgespalten, der Geschmack angenehm und das Solanin herausgelöst.
Für die Grossmutter ohne Gebiss und für den Allergiker ist es darüber hinaus auch bedeutsam, wie diese Lebensmittel zubereitet sind. Ganz abgesehen von unserem Gaumen…

Fazit: Ob und wie eine Karotte verpackt ist, spielt keine Rolle. Karotte bleibt Karotte. Doch wie sie zubereitet wird, hat Auswirkung auf die Verdaubarkeit, den Nährwert, die Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Lebensmitteln, den Geruch, die Atmosphäre, den Appetit, die Ausbildung des Geschmackssinns, den Genuss, die Attraktivität und vieles mehr.
Wie ist es mit Methoden? Sind sie nur eine «nette Spielerei», die den Inhalt attraktiver machen – oder bedingen sie dessen Nutzung, Rezeption (Aufnahme), Verarbeitung und (Aus)Wirkung?

Am Beispiel von Bild und Text gehen wir dieser Frage einmal auf den Grund. Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich Inhalte in Bildern oder in Texten verpackt «verschenke». Die folgenden Angaben stammen aus Studien zur visuellen Kommunikation (siehe Müller; Geise: Grundlagen der Visuellen Kommunikation).

Visuelle und textuelle Kommunikation im Vergleich

KriteriumBilder / Visuelle KommunikationText / Textuelle Kommunikation
LogikVisuelle Kommunikation ist assoziativ-holistisch (weckt Assoziationen und ist ganzheitlich). Es entstehen unbewusste Gedankenverknüpfungen, ohne grosse mentale Anstrengung. Sie ist weniger vom Verstand kontrolliert.Textuelle Kommunikation vollzieht sich rational-argumentativ, nach den analytischen Gesetzen der Sprachlogik, systematisch und reflektiert.
AufnahmeBilder nehmen wir in grösseren Sinneinheiten wahr.Texte nehmen wir sequenziell in eher kleinteilig logisch-verbundenen Einheiten auf.
RezeptionszeitVisuelle Inhalte können innerhalb von 100 bis 200 Millisekunden thematisch erkannt und grundlegend beschrieben werden.Die zeitliche Vor- oder Nachordnung der verbalen Informationen bestimmt, welche inhaltliche Bedeutung wir ihnen zuweisen.
ErinnerungsvermögenUm ein Bild mittlerer Komplexität so intensiv aufnehmen zu können, dass es erinnert werden kann, muss es nur etwa eine halbe bis eine Sekunde betrachtet werden.In einer Sekunde können wir nur etwa drei bis fünf einfache Worte entschlüsseln; ihre Erinnerungswirksamkeit ist dabei allerdings erheblich schwächer.
Selektive WahrnehmungMenschen wenden sich vor allem jenen Reizen zu, die in Einklang mit ihren bestehenden Voreinstellungen sind. Durch betonende Gestaltung (Bebilderung, Platzierung, Grösse von Überschriften, etc.) kann diese Selektion umgangen bzw. reduziert werden.
AufmerksamkeitBildelemente werden nicht nur sehr viel schneller, sondern auch deutlich länger betrachtet als Texte; bei der ersten Begegnung von Bild und Text entfallen 70% auf die Bildbereiche.Der Rezeptionsprozess wird bei Texten häufiger abgebrochen als bei Bildern.
EmotionenBildkommunikation hat die besondere Fähig­keit, Emotionen zu transportieren und Emotionen bei Betrachtern auszulösen. Bilder können einen «Augenzeugeneffekt» und emotionale Betroffenheit auslösen. Sie wirken daher authentisch und glaubwürdig.
InhalteBilder operieren oft über repräsentative Verallgemeinerung, Vereinfachungen und visuelle Schemata und sind damit nur bedingt geeignet, abstrakte, quantifizierende und detailreiche Sachinformationen zu vermitteln.Im Gegensatz zu Bildern können Texte Definitionen, Differenzierungen, Konzepte und Abstraktionen ausdrücken.

Der Vergleich macht deutlich: Es macht einen Unterschied, ob wir bildhaft oder mit Texten kommunizieren – oder wie wir beide Methoden miteinander kombinieren. Denn: Die Wirkung von Bildern hängt davon ab, «unter welchen Umständen welches Bild von wem in welchem Kontext mit welcher Absicht an wen kommuniziert und von wem wie genutzt und rezipiert wurde.» (Müller; Geise, S. 77) Ausserdem ist sie vom «Vorwissen der Rezipienten, ihren Nutzungsmotiven oder ihrer persönlichen Relevanz abhängig» (Müller; Geise, S. 109).
Dies führt zum nächsten Schritt: Methode macht was! Jedoch nur, wenn die genannten Aspekte berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden.

Wie können wir biblische Inhalte kommunizieren?

  • Predigt, Andacht oder Vortrag
  • Anspiel, Theater oder Pantomime
  • Musikalische Umsetzung durch Lieder, Musiktheater, Text zu Melodie schreiben, Text mit Klängen hinterlegen
  • Gemeinsam Bibellesen oder stummer Dialog
  • Kreatives Malen, Comics, Bible Art Journaling, Bildbetrachtung, interaktive Ausstellung
  • Film, Videoclips und Hörspiel
  • Bibliolog und Bibliodrama
  • Erzählung, Poetry Slam, kreatives Schreiben

Interesse am Communicatio-Magazin?

Communicatio heisst das Magazin des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Es widmet sich den vielfältigen Themen einer «Kommunikativen Theologie», wie sie am tsc gepflegt und erarbeitet wird. Das Communicatio-Magazin erscheint ein- bis zweimal pro Jahr. Sie können es kostenlos abonnieren per Post oder per E-Mail.

Communicatio-Magazin 1/2021: Überrascht vom Erwartbaren (724x1024px)

4. Die Wahl der Methode ist abhängig von fünf Faktoren

Für eine Zubereitungsart entscheidet sich ein Koch aufgrund der Rahmenbedingungen (Küche oder Campingkocher? Hat er zwei Stunden oder 20 min zur Verfügung?), der eigenen Fähigkeiten und Grenzen (Erfahrungen, Experimentierfreudigkeit), der Personen, für die er kocht (z. B. Unverträglichkeiten, Wünsche), der Ziele (z. B. den ersten Hunger stillen, einen gemütlichen Abend gestalten) und der Zutaten (ob Kartoffeln oder Fischfilet).
Ebenso müssen diese Faktoren für die Kommunikation berücksichtigt werden, denn nur wenn alles sinnvoll ineinandergreift, kann ein gewinnbringendes Resultat erzielt werden.

Wer verantwortlich entscheiden will, WIE Kommunikation gestaltet sein soll, muss diese fünf Fragen beachten:

  • UNTER WELCHEN BEDINGUNGEN wird kommuniziert?
  • WER kommuniziert?
  • WAS wird kommuniziert?
  • Mit WEM wird kommuniziert?
  • WOZU wird kommuniziert?

Alle diese Faktoren zu berücksichtigen und entsprechend eine passende Methode zu wählen – das ist die hohe Kunst der Methodenwahl!

«Wie die Karotte zubereitet ist, hat Auswirkungen auf die Verdaubarkeit – so auch bei der Wahl der Methode.»

5. Das Potential einer Methode entfalten

Methode macht was! Jedoch nicht automatisch. Methoden müssen erlernt werden. Sie sind in ihrem Potential abhängig von:

  • den Personen, die sie verwenden (Leiterinnen und Leiter)
    Kochrezepte sind eine Grundlage zur Herstellung eines guten Produkts, enthalten aber keinesfalls eine Garantie für das Gelingen.
  • den Personen, die sie erleben (Teilnehmerinnen und Teilnehmer)
    Ein ungeübter oder einseitig geprägter Gaumen kann kaum Nuancen wahrnehmen.

Ein ungeübter oder einseitig geprägter Gaumen kann kaum Nuancen wahrnehmen. Wie man eine Karotte zubereitet, darüber gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen und Erfahrungen. Beispiel 1: Eine Karotte raspeln, etwas Ziegenfrischkäse, Walnüsse und Honig dazugeben. Diese Kombination ist für mich interessant, für andere suspekt! Beispiel 2: Karotten mit Erbsen weichkochen. Das esse ich gerne, das hat schon meine Grossmutter so gemacht! Andere finden es langweilig. Beispiel 3: Rüblikuchen. Das schmeckt mir nicht. Der Rüblikuchen, den ich gegessen habe, war matschig und viel zu süss. Doch vielleicht lag dies am Rezept oder an den Backkünsten? Kann man auf diese Weise Zubereitungsarten beurteilen?

Der Pädagoge Wolfgang Mattes schreibt in seinen «Methoden für den Unterricht»: «Ob sie [die Methoden] das Potential, das in ihnen steckt, wirklich entfalten, hängt von den Personen ab, die sie verwenden. Insofern sind Unterrichtsmethoden mit Kochrezepten vergleichbar. Auch diese sind den Köchen die Grundlage zur Herstellung eines guten Produkts, enthalten aber keinesfalls eine Garantie für das Gelingen. Beim Kochen gibt es Basisrezepte, die jede Köchin und jeder Koch beherrschen sollte. Daneben gibt es komplizierte und weniger komplizierte, innovative und traditionelle Rezepte. Sie alle haben in einer Küche ihren Platz und ihren spezifischen Wert.» Und weiter gibt er zu bedenken: «Man sollte nicht vorschnell die Methode dafür verantwortlich machen, wenn die gute Wirkung nicht erzielt wird. Schon gar nicht sollte man Methoden ablehnen, die man noch gar nicht verwendet hat oder nur vom Hörensagen kennt.» (Mattes, S. 14)

Darüber hinaus ist die Entfaltung des Potentials einer Methode auch abhängig von der Gruppe. Ein ungeübter Gaumen kann kaum die unterschiedlichen Geschmacksnuancen eines guten Weines wahrnehmen. Kinder, die nur Erdbeerjoghurt mit Aroma kennen, lehnen den echten Erdbeergeschmack ab. Ein ungeübter Bildbetrachter wird kaum erkennen, welche Schätze in einem Bild von Rembrandt verborgen liegen. Ein ungeschultes Ohr wird kaum die Genialität einer Bachkomposition erkennen.
Methoden müssen deshalb nicht nur ausprobiert, sondern erlernt und eingeübt werden, sowohl vom Leiter wie auch von den Teilnehmern. Häufig ist es so, dass erst nach mehrmaliger Anwendung die Methode in den Hintergrund tritt und die Erschliessung der Inhalte ermöglicht wird. Wenn ich beispielsweise zum ersten Mal einen Bibliolog erlebe, bin ich vielleicht noch sehr darauf konzentriert, wann ich etwas sagen darf, ob von mir erwartet wird, dass ich etwas sage und so weiter. Ist mir die Methode bekannt, kann ich mich mehr auf den Inhalt konzentrieren.

«Methoden müssen nicht nur ausprobiert, sondern erlernt und eingeübt werden, sowohl vom Leiter wie auch von den Teilnehmern.»

6. Methoden haben einen Wert an sich – unabhängig vom Inhalt

Methode macht was! Methoden machen etwas möglich. Im Rezept steht, dass die Karotte gedünstet werden soll. Wenn mir jemand erklärt, wie das funktioniert, kann ich es selbst tun und weiss auch, wie anderes Gemüse gedünstet werden kann.

Eine Methode kann auf verschiedene Inhalte angewandt werden. Sie ist nicht für alle gleich sinnvoll, jedoch nicht nur auf einen speziellen Inhalt beschränkt. Daher sind Methoden nicht nur Weg, sondern auch Ziel von Bildung. Als Dozentin gebe ich meinen Studentinnen und Studenten nicht nur die Erkenntnisse weiter, die ich aus dem Studium eines Bibeltextes gewonnen habe. Ich lehre sie auch, wie sie sich selbst einen Bibeltext erschliessen können. Ebenso üben Lehrerinnen oder Pastoren mit den ihnen anvertrauten Menschen Methoden ein, die ihnen Erschliessungsmöglichkeiten an die Hand geben. Ziel ist es, Menschen kompetent und mündig zu machen und unterschiedliche Zugänge zu ermöglichen. Wir wollen gemeinsam die Schätze der Bibel heben!

Rahel Bidlingmaiers Fazit:
«Lasst uns verschiedene Methoden erlernen, Gott zur Ehre und den Menschen zum Wohle.»

Literaturangaben

  • Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht, Paderborn u.a. 2011.
  • Marion Müller, Stephanie Geise: Grundlagen der Visuellen Kommunikation, Konstanz und München 2015.
  • Markus Plate: Grundlagen der Kommunikation, Göttingen 2015.
  • Kersten Reich: Systemisch-konstruktivistische Pädagogik, Weinheim und Basel 2010.
  • Jessica Röhner, Astird Schütz: Psychologie der Kommunikation, Wiesbaden 2016.
  • Martin Rothgangel, Gottfried Adam, Rainer Lachmann (Hg.): Religionspädagogisches Kompendium, Göttingen 2012.
Foodnote Coffeehouse: Team (1500x500px)

Coffeehouse Foodnote eröffnet bald

Neues Coffeehouse Foodnote eröffnet nach Lockdown

Café statt Speisesaal

Im ehemaligen Speisesaal 1 im Brüderhaus des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) eröffnet nach Ende des Lockdowns in der Gastronomie das Coffeehouse Foodnote. Neben Kaffeespezialitäten bietet es Frühstückskreationen an für die Gäste und Besucher von St. Chrischona sowie die Studierenden und Mitarbeitenden des tsc.

«Wir erfinden Frühstücken neu!»

Der Name Foodnote ist ein Wortspiel aus den englischen Wörtern für Essen (Food) und Fussnote (Foodnote). Hinter dem Projekt stecken der Ideengeber Zsolt Kubecska, die Gastgeberin und tsc-Absolventin Desirée Kratzat und der Gastronom und Spitzenkoch Thierry Boillat. Alle drei sind angestellt bei der Chrischona Campus AG. Geschäftsführer Zsolt Kubecska erklärt die Idee zum Foodnote so: «Wir erfinden Frühstücken neu!». Ein gutes Frühstücksangebot für die Hotelgäste auf Chrischona war ein Ausgangspunkt der Überlegungen. Das Foodnote will aber viel mehr sein: «Wer ins Foodnote kommt, den wollen wir begeistern von unserem hervorragenden Kaffee, unseren kulinarischen Eigenkreationen und unserer Gastfreundlichkeit», sagt Desirée Kratzat.

Umbaumassnahmen erzeugen Café-Flair

Im Herbst 2020 wurde der Speisesaal 1 zum Coffeehouse Foodnote umgebaut. Die Wände wurden neu gestrichen, das Mobiliar mit Ausnahme der Standuhr komplett ersetzt. Anstatt der langen Tische des Speisesaals finden die Besucherinnen und Besucher nun kleine Café-Tische vor, die zusammen mit den Raumteilern für ein klassisches Café-Flair sorgen. Neu ist eine Theke mit Barista Kaffeemaschine installiert. Für künftige musikalische Aufführungen – etwa aus dem Bachelor-Studiengang Theologie & Musik – steht ein Flügel bereit.

Interner Testbetrieb während des Lockdowns

Für die Studierenden und Mitarbeitenden des Theologischen Seminars St. Chrischona sowie der Chrischona Campus AG ist das Foodnote im internen Testbetrieb bereits geöffnet. Das Café wird von ihnen als Pausenraum und Treffpunkt genutzt. Mit Rückmeldungen und Verbesserungsvorschlägen unterstützen sie das Foodnote-Team. Einige Studierende arbeiten selbst mit im Team, für sie ist es ein interessanter Nebenjob.

Um sich möglichst gut auf die Eröffnung vorzubereiten, hat sich das Foodnote-Team in Barista-Kursen weitergebildet und die Abläufe optimiert. Kochkünstler Thierry Boillat hat erste Kreationen entwickelt, zum Beispiel bei Birchermüesli, Kuchen und Suppen. Er setzt auf frische, regionale Produkte.

Vorfreude auf Eröffnung

Seit Mitte Februar bietet das Coffeehouse Foodnote an Wochenenden Kaffee, Kuchen und Suppen zum Mitnehmen an. Schon die ersten Betriebstage zeigten, dass die Nachfrage gross ist bei den Besucherinnen und Besuchern von St. Chrischona. Desirée Kratzat freut sich umso mehr auf die Eröffnung nach Ende des Gastro-Lockdowns: «Wir sind sehr motiviert und gut vorbereitet. Ich wünsche mir viele Besucherinnen und Besucher, die im Foodnote einen Kaffee geniessen.»

Das Foodnote-Team freut sich auf die baldige Eröffnung: Thierry Boillat, Zsolt Kubecska und Desirée Kratzat (von links).
Das Foodnote-Team freut sich auf die baldige Eröffnung: Thierry Boillat, Zsolt Kubecska und Desirée Kratzat (von links).
Für das Coffeehouse Foodnote wurde der ehemalige Speisesaal 1 im Brüderhaus umgebaut.
Für das Coffeehouse Foodnote wurde der ehemalige Speisesaal 1 im Brüderhaus umgebaut.
Logo des Coffeehouse Foodnote
Logo des Coffeehouse Foodnote

Weitere Informationen zum Foodnote
– Das Coffeehouse Foodnote eröffnet nach dem Ende des Lockdowns in der Gastronomie. Der genaue Termin wird über die Foodnote-Internetseite kommuniziert.
Aktuelle Informationen vom Foodnote gibt’s auch auf dessen Instagram-Kanal @foodnote_coffeehouse.

Was bringt das Foodnote dem tsc?

  • Studierende und Mitarbeitende haben ein Café, das sich für Pausen, Besprechungen oder gemütliches Zusammensein eignet.
  • Das Foodnote bietet Nebenjobs für Studierende.
  • Musikalische Aufführungen oder musikalische Begleitung im Foodnote sind angedacht. Sie bieten ein Übungsfeld für Studierende der Theologie & Musik.
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Zertifizierte Weiterbildungen für Gemeindemitarbeiter

ifge und tsc bieten CAS-Programme an

Zertifizierte Weiterbildungen für Gemeindemitarbeiter

Praxisorientierte Weiterbildungen zu Leiterschafts- und Gemeinde-Entwicklung bietet das Institut für Führung und Gemeinde-Entwicklung (ifge) an. In Zusammenarbeit mit dem Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) können zwei ifge-Weiterbildungen neu als CAS-Programme mit Weiterbildungszertifikat absolviert werden.

Kompetenzen erweitern beim ifge

Der Pastor, Dozent und Berater Wilf Gasser leitet das ifge seit dessen Gründung vor elf Jahren. Seit 2020 ist es das Weiterbildungsinstitut des tsc in den Bereichen Leiterschafts- und Gemeinde-Entwicklung. Das Hauptanliegen der Weiterbildungsangebote beschreibt er so: «Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Gemeinden erweitern ihre Kompetenzen bezüglich Leiterschaft und Gemeindebau.» Deshalb stand zunächst die praktische Relevanz der Angebote für den Gemeindealltag im Vordergrund, nicht deren akademische Anbindung.

Gestiegene Nachfrage nach zertifizierten Weiterbildungen

Mit den Jahren sei die Nachfrage nach zertifizierten Weiterbildungen jedoch gestiegen. «Es wird zunehmend Wert daraufgelegt, dass Weiterbildungen anerkannt und anschlussfähig sind», erklärt Wilf Gasser. ifge und tsc haben deshalb die notwendigen Schritte eingeleitet, damit ifge-Weiterbildungen als «Certificate of Advanced Studies» (CAS) angeboten werden können.

«Hochgradig praxisorientiert und akademisch anschlussfähig»

Dies gelang im Dezember 2020 über die Akkreditierung bei der Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa. Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, hat dies mit ermöglicht. Das tsc ist dort assoziiertes Mitglied. Als CAS-Programme akkreditiert sind das Leiter-Entwicklungsprogramm und das Pastoral-Training des ifge. Benedikt Walker hat die akademische Leitung über diese Kurse übernommen, Programmleiter ist Wilf Gasser. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können in diesen beiden Kursen nun die europaweit bekannten ECTS-Credits erwerben. Benedikt Walker freut das: «Leiter-Entwicklungsprogramm und Pastoral-Training sind damit nicht nur hochgradig praxisorientiert, sondern auch akademisch anschlussfähig.»

Wilf Gasser leitet das Institut für Führung und Gemeinde-Entwicklung (ifge).
Wilf Gasser leitet das Institut für Führung und Gemeinde-Entwicklung (ifge).

Was sind CAS-Programme?
Die Abkürzung CAS steht für «Certificate of Advanced Studies». Es handelt sich um berufsbegleitende Weiterbildungsprogramme, die mit einem Zertifikat abschliessen und akademisch anschlussfähig sind, z. B. an einen «Master of Advanced Studies (MAS)».

CAS-Programme des ifge

  • CAS PT Pastoral-Training: Einsteigerinnen und -einsteiger im Pastorenberuf lernen, wie sie lebensnah predigen, Menschen begleiten und Gemeinde bauen können.
  • CAS LEP Leiter-Entwicklungsprogramm: Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter mit mehrjähriger Berufserfahrung bauen ihre Führungs- und Gemeindebaukompetenzen aus, etwa in den Bereichen Team-, Selbst- und Konfliktmanagement.
  • Das ifge bietet die CAS-Programme regelmässig an.

Das ifge führt in der Schweiz und in Deutschland Kurse und CAS-Programme durch. In Deutschland ist Jos Tromp als Kursleiter aktiv, er ist Regionalleiter beim Chrischona-Gemeinschaftswerk Deutschland.

tsc-Eröffnungsgottesdienst des Frühlingssemesters 2021 (1500x500px)

Mit Bachkantate ins Frühlingssemester 2021

Semestereröffnungs-Gottesdienst am tsc

Mit Bachkantate ins Frühlingssemester 2021

Die Kantate «Barmherziges Herze der ewigen Liebe» (BWV 185) von Johann Sebastian Bach stand am Beginn des Frühlingssemesters 2021 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte, verlas ihren Text im Semestereröffnungs-Gottesdienst vor 50 Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden.

«Das ist der Christen Kunst»

Die Jahreslosung 2021 aus Lukas 6,36 hatte Claudius Buser darauf gebracht. Sie lautet: «Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist». Die Bachkantate «Barmherziges Herze der ewigen Liebe» nimmt viele biblische Themen zur Barmherzigkeit auf. In der Form der barocken Dichtkunst heisst es beispielsweise: «Das ist der Christen Kunst: Nur Gott und sich erkennen, von wahrer Liebe brennen, nicht unzulässig richten, noch fremdes Tun vernichten, des Nächsten nicht vergessen, mit reichem Masse messen: Das macht bei Gott und Menschen Gunst, das ist der Christen Kunst.»

Claudius Buser wünschte der Studiengemeinschaft am tsc, dass sie diese Kunst der Christen im neuen Semester immer wieder einüben. Dazu werde es genug Gelegenheiten geben. «Corona wird uns noch einiges abringen. Dennoch: Lasst uns das neue Semester mit echtem Ernst und echter Vorfreude anpacken», so Claudius Buser.

Unterricht läuft über das Internet

Weiterhin prägen die Corona-Massnahmen das Studieren und Leben am tsc. Der Unterricht findet fast ausschliesslich über das Internet statt. Wegen der Verpflichtung zum Home Office sind Dozierende und Mitarbeitende zudem nur punktuell auf dem Chrischona Campus anzutreffen. Umso mehr schätzt es die Studiengemeinschaft, in regelmässigen Gottesdiensten mit bis zu 50 Personen zusammenkommen zu können. Auch wenn dabei Maskentragepflicht sowie Abstandsregeln gelten und der Gemeindegesang untersagt ist. Erleichtert wird die Einhaltung der Massnahmen aufgrund der räumlichen Grösse des Konferenzzentrums auf dem Chrischona Campus. Durch eine coronakonforme Sitzordnung ist das Einhalten der Regeln unproblematisch.

Mit Pinzette und Maske verteilt Claudius Buser die Oblaten während des Abendmahls beim Semester-Eröffnungsgottesdienst 2021.
Mit Pinzette und Maske verteilt Claudius Buser die Oblaten während des Abendmahls beim Semester-Eröffnungsgottesdienst 2021.

Konstruktiver Umgang mit Corona

Überhaupt herrscht am tsc eine Stimmung vor, die konstruktiv mit den Corona-Herausforderungen umgehen will. Rektor Benedikt Walker lobte diese Einstellung in seiner Info-Mail zum Start des Frühlingssemesters. Konkret nannte er die Idee der Einrichtung eines Online-Pausenraums in der Videotelefonie-Software «Teams», der dem sozialen Miteinander gut tue. Ausserdem erklärte er: «Die bisherigen Erfahrungen mit Corona lassen mich hoffen: Wir werden das Frühlingssemester nicht unter denselben Bedingungen beenden, wie wir es beginnen.»

Jahresfest als Livestream mit Publikum?

Das lässt auch die 23 Studentinnen und Studenten der Abschlussklasse 2021 hoffen. Sie werden nach dem erfolgreichen Abschluss ihres letzten Semesters beim Jahresfest am 27. Juni ausgesendet. Welche Corona-Massnahmen dann gelten, ist noch nicht klar. Das tsc plant verschiedene Varianten, darunter einen Livestream mit Publikum.

«Das ist der Christen Kunst:
Nur Gott und sich erkennen,
von wahrer Liebe brennen,
nicht unzulässig richten,
noch fremdes Tun vernichten,
des Nächsten nicht vergessen,
mit reichem Masse messen:
Das macht bei Gott und Menschen Gunst,
das ist der Christen Kunst.»

Aus der Kantate «Barmherziges Herze der ewigen Liebe» von Johann Sebastian Bach, 1715.

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Die nächsten Termine: 18.05. und 15.06.2021, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 12.05.2021.

Zahlen zum Start des Frühlingssemesters 2021

  • Gesamtzahl: 140 Studierende und Gasthörende
  • Abschlussklasse 2021: 23 Studentinnen und Studenten
Forum Kommunikative Theologie 2021: Andreas Loos / Online-Konferenz

Spannende Theologie mit schwarzen Elefanten

Forum Kommunikative Theologie 2021

Spannende Theologie mit schwarzen Elefanten

«Schwarze Elefanten» sorgten für angeregte Diskussionen beim Forum Kommunikative Theologie 2021, an dem 65 Interessierte online teilnahmen. Schwarze Elefanten? Das sind Ereignisse, die wahrscheinlich sind und grosse Veränderungen hervorrufen können, aber keiner sehen will. Unter dem Motto «Überrascht vom Erwartbaren» hatte das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) vier Theologen eingeladen, ihre jeweiligen schwarzen Elefanten vorzustellen.

Droht ein christlicher Nationalismus in der Schweiz?

Top aktuell ist der schwarze Elefant von Marc Jost. Der Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz fragt sich angesichts des Sturms auf das Kapitol, ob Christen einem neuen Nationalismus verfallen. Nationalistische Tendenzen nimmt er nämlich auch in der Schweiz wahr, beispielsweise in Gesprächen über Migration. «Nur eine multikulturelle Kirche bietet einen wahren Vorgeschmack auf die himmlische Gemeinschaft», leitet Marc Jost aus Offenbarung 7 ab. Er rät deshalb, politische Bewegungen sorgfältig zu prüfen und den Blick über den nationalen Tellerrand zu wagen.

Theologie in der VUKA-Welt

Einen schwarzen Elefanten der Theologie sieht Christian Haslebacher. Der Vorsitzende von Chrischona Schweiz sieht es als Herausforderung, Theologie zu betreiben in einer von Veränderlichkeit, Unsicherheit, Komplexität und Widersprüchlichkeit (VUKA) geprägten Welt. «Ich erlebe sehr viel Polarisierung zwischen liberaler und neo-konservativer Theologie», berichtete er. Als möglichen dritten Weg schlug Christian Haslebacher vor, zwischen der Gewichtung theologischer Fragen angemessen zu unterscheiden. «Es braucht Einheit in den nötigen Kernfragen, Freiheit in allen Nicht-Kernfragen und in allem die Liebe», erklärte er. Doch wer entscheidet das? Was sind die Kriterien? Dies wurde heiss diskutiert.

Die Fülle des Evangeliums neu entdecken

Noch grundsätzlicher setzte Dr. Andreas Loos an. Der Dozent für Systematische Theologie des tsc zeigte unter anderem anhand von Umfragen, dass das Evangelium heute kaum mehr verstanden wird. Wie also die Menschen erreichen? Er plädierte dafür, die «unerschöpfliche Fülle des Evangeliums» mit Hilfe des Heiligen Geistes neu zu entdecken. Es könnten Gleichnisse sein, die aktuell die grösste Sogkraft entfalten. Zum Beispiel das vom verlorenen Sohn, der vom Vater so unendlich geliebt wird, dass dieser ihm entgegenläuft.

Forum Kommunikative Theologie 2021: Marc Jost
Droht ein neuer christlicher Nationalismus? Marc Jost erkennt Tendenzen und rät, politische Bewegungen sorgfältig zu prüfen.
Forum Kommunikative Theologie 2021: Schwarze Elefanten
Kreative Annäherung: So sehen die schwarzen Elefanten für E-Dozentin Corina Frank aus.

Wenn die Kirche sich dem Staat anbiedert

Ein vierter schwarzer Elefant lauert im Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Staat. Das zeigte Dr. Stefan Felber auf, der Altes Testament am tsc unterrichtet. Er kritisiert sowohl die Politisierung der (Landes-)Kirche als auch die religiöse Aufladung der Politik. «Im Begriff der Zivilreligion lassen sich beide zu einem Denkmuster verbinden», führte er aus. Die Kirche dürfe sich dem Staat nicht anbiedern. Ihre Berufung sei es, die Obrigkeiten an Gottes Gebote zu erinnern.

Angeregter Austausch beim Forum Kommunikative Theologie

In Online-Gesprächsgruppen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über jedes Themenfeld. Vielfach kam es zu einem angeregten, konstruktiven Austausch zwischen Menschen aus dem Gemeindedienst und Dozierenden des tsc. Dank des Forums wird sie eine künftige Begegnung mit den schwarzen Elefanten nun nicht mehr überraschen.

Forum Kommunikative Theologie 2021: Stefan Felber
Dr. Stefan Felber sieht das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in einer Schieflage.

Communicatio-Magazin

Die Inhalte des Forums Kommunikative Theologie 2021 werden in der nächsten Ausgabe des Communicatio-Magazin veröffentlicht, die an Ostern erscheint. Sie können es kostenlos abonnieren.

Forum 2022

Das nächste Forum Kommunikative Theologie findet am 20. und 21. Januar 2022 statt.

tsc-Retraite 2021: tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern (1500x500px)

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Retraite 2021 der tsc-Mitarbeitenden

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Wer am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) studiert, nimmt nicht nur Wissen auf und erlernt Fähigkeiten, sondern reift auch als Persönlichkeit. Ein Schlüssel dafür ist eine emotional gesunde Spiritualität. Mit diesem Thema setzten sich rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tsc in ihrer Online-Retraite (Klausurtagung) am Jahresanfang 2021 auseinander.

Angeregte Diskussionen

Die Grundfrage lautete: Welchen Einfluss haben Persönlichkeit, Gemeinschaft, Prägung, Selbstführung oder Theologie auf die Entwicklung einer emotional gesunden Spiritualität? In kleinen Gruppen diskutierten die Mitarbeitenden angeregt darüber, ganz nach dem fünften Leitsatz der Kommunikativen Theologie: «Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.» Hierbei machte sich die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiterschaft des tsc bemerkbar. Manche der Dozentinnen und Dozenten hatten sich bereits beruflich mit Teilfragen beschäftigt. Sie konnten Erkenntnisse aus der theologischen, pädagogischen oder psychologischen Forschung einbringen. Wer weniger Vorwissen hatte, bereicherte die Diskussion durch persönliche Einschätzungen oder Beispiele.

«Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht!»

Ihre Ergebnisse hielten die Mitarbeitenden auf digitalen Pinnwänden der Plattform «Padlet» fest. Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie, erklärte beispielsweise: «Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht! Beispiel Martin Luther: Dass sich Christus auf dem Weg zum Kreuz und am Kreuz geängstigt hat, war für ihn die entscheidende Hilfe im Umgang mit seiner eigenen Angst.»

Für Rektor Dr. Benedikt Walker ist klar: «Kommunikative Theologie, der Dienst als Lernbegleiter und gewinnende Teamarbeit verlangen alle nach emotional gesunder Spiritualität.» Das Theologische Seminar St. Chrischona wird deshalb weiterarbeiten am Thema. Die Ergebnisse der Retraite sowie konkrete Angebote wie Lebens- und Kleingruppen werden in einem Konzept zusammengefasst. Es soll zum Beginn des Studienjahres 2021/22 kommuniziert werden. Ziel ist es, die Studentinnen und Studenten bei ihren persönlichen Reifungsprozessen noch nachhaltiger und strukturierter zu unterstützen.

Online-Retraite mit guter geistlicher Gemeinschaft

Eine Retraite zum Jahresanfang hat eine lange Tradition am tsc. Wegen der Corona-Massnahmen wurde sie 2021 zum ersten Mal komplett über das Internet durchgeführt. Sowohl technisch als auch atmosphärisch verlief die Premiere erfolgreich: In den Pausen zwischen den inhaltlichen Austauschrunden und Bibelarbeiten entwickelten sich informelle Gespräche, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten sogar gemeinsam Abendmahl per Videotelefonie. Sie erlebten, dass auch online eine gute geistliche Gemeinschaft möglich ist. Das freute die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders.

Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.
Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.