tsc aktuell: News und Talks mit René Winkler (1500x500px)

tsc aktuell

Videoserie auf Youtube

tsc aktuell

News und Talks mit René Winkler

Während der Coronakrise im Frühjahr 2020 hat das Theologische Seminar St. Chrischona die Videoserie «tsc aktuell» gestartet. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) präsentiert darin News und Talks zu aktuellen Fragen. Die Videos sind auf dem Youtube-Kanal des tsc zu sehen.

19.05.2020
«Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Gespräch mit Thomas Rudin (Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona)

13.05.2020
Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Gespräche mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc), Dorothee Kanzinger (Sekretärin tsc) und Melina Frey (Studentin tsc)

05.05.2020
Heute wäre Seniorentag!

Gespräche mit Pfr. Peter Schulthess (Referent des Seniorentags) und Emilio Mühlemann (langjähriger Seniorentagsbesucher)

29.04.2020
Wie funktioniert E-Learning?

Gespräche mit Micha Habel (Student tsc) und Dr. Debora Sommer (Leiterin Fernstudium tsc)

Willst du kein Video mehr verpassen?

Chrischona-Campus mit Brüderhaus und Konferenzzentrum im März 2020 (1500x500px)

Corona-Tagebuch

Coronakrise auf Chrischona

Corona-Tagebuch des tsc

Seit dem 28. Februar 2020 ist die Coronakrise Teil des Alltags am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Das Corona-Tagebuch dokumentiert den Verlauf der Krise und die Massnahmen des tsc.

tsc-Videobeitrag für Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten»: Studierende und Dozierende lesen Römer8,14–16

26.05.2020: tsc macht mit bei Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten»

Hoffnung statt Angst, Sich-verstehen statt Zersplitterung – dazu will die Gebetsaktion «Gemeinsam vor Pfingsten» am 28. Mai einen Beitrag leisten. Studierende und Dozierende des tsc beteiligen sich mit einem Video, in welchem sie Römer 8,14–16 vorlesen. Das Video ist nach der Gebetsaktion auf dem Youtube-Kanal des tsc zu sehen.

René Winklers Gedanken zur Woche vom 20.05.2020: Stark durch Krisen

20.05.2020: 7 Punkte, die in Krisen helfen

Inspiriert von Marc Wallerts Buch «Stark durch Krisen» nennt René Winkler in seinen «Gedanken zur Woche» 7 Punkte, die helfen können, Krisen durchzustehen: Akzeptanz, Selbstwirksamkeit, Optimismus, soziale Unterstützung, Gebet, Fitness, Galgenhumor.

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tsc aktuell: «Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!» (19.05.2020)

19.05.2020: «Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Thomas Rudin ist der Präsident des Vereins tsc. Mitten in der Coronakrise spricht er über die Auswirkungen auf Chrischona. Im Rückblick auf die Strukturveränderungen des Jahres 2018 zieht er ein positives Fazit. Ausserdem erklärt Thomas Rudin, warum er gelassen bleibt, obwohl er eine solche Krise wie Corona persönlich noch nie erlebt hat. Er erklärt: «Entscheidend ist jetzt, dass wir uns von Gott gebrauchen lassen.»

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tsc aktuell: Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise? (13.05.2020)

13.05.2020: Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Statt des Schnuppertages findet am 13. Mai erstmals ein Webinar für tsc-Studieninteressierte per Zoom statt. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) spricht mit Rektor Benedikt Walker und Sekretärin Dorothee Kanzinger, wie Bewerbungen fürs Studium in Coronazeiten ablaufen. tsc-Studentin Melina Frey erzählt von ihrem Weg.

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Webinar für Studieninteressierte am 13.05.2020: Studiere, was du glaubst!

13.05.2020: Erstes Webinar für Studieninteressierte

Premiere! Das tsc veranstaltet zum ersten Mal ein Webinar für Studieninteressierte. Die Videokonferenz per Zoom zählt insgesamt 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zunächst stellen die Studiengangsleitenden ihre Angebote vor, anschliessend beantworten sie die Fragen der Interessierten.
Ein zweites Webinar ist geplant für Mittwoch, den 10. Juni 2020 von 18 bis 19.30 Uhr.
René Winklers Gedanken zur Woche vom 13. Mai 2020: Wir sehen, was wir erwarten!

13.05.2020: Wir sehen, was wir erwarten!

Menschen nehmen die Welt selektiv wahr, das schützt sie vor Reizüberflutung. Aber es bedeutet auch: Wir sehen, was wir erwarten. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) erzählt dazu die biblische Geschichte von Elisa und seinem Diener. Als der Diener nur das grosse Heer des Königs von Aram sah, das Elisa bedrohte, sah Elisa das grössere Heer von Engeln. Elisa betete: Herr öffne ihm die Augen, dass er sehe! (2. Könige 6,17) René Winkler rät: Bete, verändere deine Erwartungen und sehe mehr.

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tsc-Freund Werner Giesenhagen freut sich über die Postkarte vom tsc

07.05.2020: Studierende schreiben Postkarten an tsc-Freunde über 80

tsc-Studierende haben mehr als 500 handgeschriebene Postkarten an die Freunde und Spender des tsc geschrieben, die älter als 80 Jahre sind. Sie erhalten einen lieben Gruss und einen Zuspruch für die Coronakrise. Einer der Empfänger ist der 87-Jährige Werner Giesenhagen, der in der Heimstätte Rämismühle lebt. Er hat sich sehr darüber gefreut (siehe Foto).

10.05.2020: Gesprächsdienst in der Kirche St. Chrischona endet

Dank der Koordination der ev.-reformierten Kirche Riehen-Bettingen standen während sieben Wochen täglich Christen für Gespräche in der Kirche St. Chrischona zur Verfügung. Auch zwei Studentinnen des tsc beteiligten sich an diesem Dienst, der wegen der Corona-Lockerungen eingestellt wurde.
René Winklers Gedanken zur Woche vom 6. Mai 2020: Du bist systemrelevant!

06.05.2020: Du bist systemrelevant!

Bist du systemrelevant? René Winkler ist mit seinen Gedanken zur Woche zurück. Er beantwortet die Frage mit einem klaren «Ja». Das Reich Gottes ist das System, in dem du unverzichtbar ist, siehe Johannes 3,16. Auf dieser Grundlage kannst du wirklich frei leben und auch anderen etwas Gutes tun.

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tsc-Gebetsvormittag am 6. Mai 2020

06.05.2020: Ein besonderer Gebetsvormittag

Der tsc-Jahreskurs ermutigt die Studiengemeinschaft beim Gebetsvormittag. Die Studierenden und Mitarbeitenden des tsc erleben das Gebet in verschiedenen Formen – von asketisch bis kontemplativ. Wegen der Corona-Massnahmen werden die grossen Räume des Konferenzzentrum genutzt. Ausserdem sind Beterinnen und Beter per Videokonferenz über «Teams» dabei.
tsc aktuell: Heute wäre Seniorentag! (05.05.2020)

05.05.2020: Heute wäre Seniorentag!

Am 5. Mai wäre der Termin des Seniorentags 2020 auf St. Chrischona gewesen. Wäre, wenn dem Theologischen Seminar St. Chrischona nicht die Massnahmen gegen das Coronavirus dazwischen gekommen wären. Der Seniorentag ist verschoben auf den 4. Mai 2021. Im Video spricht René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) mit Pfr. Peter Schulthess, dem Referenten des Seniorentags, über dessen Erfahrungen in dieser Krisenzeit.

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Benedikt Walker unterzeichnet Netzwerkvereinbarung mit EGVPfalz

05.05.2020: EGVPfalz wird tsc-Netzwerkpartner

Das tsc-Netzwerk wächst auch in Coronazeiten weiter. Am 5. Mai unterzeichnet Benedikt Walker (Rektor tsc) die Netzwerkvereinbarung mit dem Gemeinschaftsverband EGVPfalz. tsc und EGVPfalz bilden seit vielen Jahrzehnten ein Team: Aus den Pfälzer Gemeinden stammen zahlreiche tsc-Absolventen, wovon wieder etliche zurück als Hauptamtliche in den Pfälzer Gemeinschaftsverband gegangen sind.
tsc aktuell: Wie funktioniert E-Learning? (29.04.2020)

29.04.2020: Neue Videoserie «tsc aktuell»

«tsc aktuell» heisst die neue Videoserie des Theologischen Seminars St. Chrischona während der Coronakrise. Mit News und Talks informiert René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) über aktuelle Themen. Im ersten Video thematisiert er das E-Learning. Wie ist der Umstieg so schnell gelungen? Und wie funktioniert das eigentlich?

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René Winklers Gedanken zur Woche vom 29. April 2020: Systemrelevanz

28.04.2020: Denkpause

Was ist systemrelevant? Augenzwinkernd mischt sich René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) mit einer Videobotschaft in diese Diskussion ein. Er nennt unter anderem das Gesundheitswesen, die Lebensmittelgeschäfte, die Polizei und die Banken. Und wie sieht es mit den Kirchen und Gemeinden aus? Eine Frage, über die es sich in einer Denkpause nachzudenken lohnt.

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Coronakrise: Rektor Benedikt Walker informiert, wie es dem tsc geht (Videobotschaft)

27.04.2020: Videobotschaft des Rektors

Benedikt Walker informiert auf Youtube, wie es dem tsc in der Coronakrise geht:

  • Die theologische Ausbildung geht per E-Learning über das Internet weiter. Die Prüfungen werden stattfinden.
  • Webinare für Studieninteressierte finden am 13. Mai und am 10. Juni per Zoom statt – als Ersatz für die Schnuppertage, die abgesagt sind.
  • Das tsc-Jahresfest am 28. Juni kann nicht stattfinden, es ist eine interne Aussendungsfeier ohne Gäste geplant.
  • Seit dem 21. April ist die neue Begegnungszone «Relaunch» im Speisesaal 2 des Brüderhauses in Betrieb. Hier können Studierende und Mitarbeitende des tsc sich begegnen, gemeinsam studieren, essen, spielen und sich austauschen.

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23.04.2020: Ermutigung für Mitarbeitende

Mitarbeitende von tsc und Chrischona Campus AG treffen sich unter Einhaltung der Abstandsregeln zum ersten Mitarbeiterlunch in der neuen Relaunch. Sie verpflegen sich über die Felfel-Kühlvitrine und werden mit einem leckeren Kuchen zum Dessert überrascht. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus) ermutigen die Mitarbeitenden, trotz der Krise weiterhin ihr Bestes zu geben. Ziel sei es, im Rückblick sagen zu können: Wir haben die Krise genutzt und einiges vorangebracht.

5. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Pläne verdunsten – Identität nicht!

22.04.2020: Pläne verdunsten – Identität nicht!

René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) gehört zu den Menschen, die gerne Pläne machen. Aufgrund der Corona-Massnahmen verdunsten viele davon, zum Beispiel für Veranstaltungen. In seiner Videobotschaft stellt er fest: «Wir sind radikal auf uns zurückgeworfen.» Was René ermutigt: Er hat seine Identität bewusst in Jesus Christus verwurzelt. Und darauf zurückgeworfen zu sein, macht ihm Hoffnung.

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22.04.2020: Interne Aussendungsfeier statt Jahresfest

Das tsc-Jahresfest 2020 kann aufgrund der Corona-Massnahmen nicht stattfinden. Die Aussendung der Absolventinnen und Absolventen findet in einem internen Rahmen am 28. Juni statt. Das tsc möchte sich wenn irgendwie möglich von der Abschlussklasse verabschieden und sie mit Gottes Segen aussenden. Leider können keine externen Gäste – wie Eltern oder Freunde – daran teilnehmen. Erlaubt werden nur Ehepartner und Kinder sein. Es ist eine Videoaufzeichnung geplant.
Inbetriebnahme der Relaunch im Brüderhaus: tsc-Student telefoniert

21.04.2020: Die Relaunch ist in Betrieb!

Der ehemalige Speisesaal 2 im Brüderhaus wurde von Mitarbeitenden der Chrischona Campus AG und Studierenden des tsc in die neue Begegnungszone «Relaunch» umgebaut. Die Relaunch bietet den Campus-Bewohnern einen Raum für Begegnungen, zum Essen, Lernen, Lesen und Chillen. In der Relaunch ist die Felfel-Kühlvitrine untergebracht, welche die Studiengemeinschaft mit Menüs versorgt. Die Installation einer Kaffeemaschine folgt. Die Inbetriebnahme der Relaunch bezeichnet Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG) als «Hoffnungszeichen in diesen Krisentagen».

Ohnmacht: Video von tsc-Student Lukas Knierim

20.04.2020: Ein Video gegen die Ohnmacht

Theologiestudent Lukas Knierim hat gemeinsam mit zwei Studienkollegen ein Video zur Coronakrise produziert. Es handelt sich um ein Spoken Word Kunstwerk. Mit einem gehaltvollen Text geht er der Krise auf den Grund und begründet gleichzeitig, was Hoffnung machen kann.

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16.04.2020: Bundesrat verkündet Ausstiegsfahrplan

Der Ausstiegsfahrplan des Schweizer Bundesrates aus den Corona-Massnahmen sieht vor, dass ab dem 8. Juni wieder Präsenzunterricht an Hochschulen stattfinden darf. Das Frühlingssemester am Theologischen Seminar St. Chrischona endet jedoch bereits Ende Mai. Es ist deshalb klar, dass die theologische Ausbildung für das Restsemester im E-Learning weitergeht.

16.04.2020: tsc sagt Bibliolog-Seminar ab

Aufgrund der Corona-Massnahmen muss das tsc das geplante Bibliolog-Seminar mit Irmgard Schaffenberger absagen. Es hätte am 2. Mai auf dem Chrischona Campus stattfinden sollen.

15.04.2020: Kurzarbeit bei der Chrischona Campus AG

Die Chrischona Campus AG, welche das Konferenzzentrum und die Gebäude auf dem Chrischona Campus betreibt, ist durch die Stornierung aller Veranstaltungen aufgrund der Corona-Massnahmen hart getroffen. Sie muss deshalb die Mehrheit ihrer rund 20 fest angestellten Mitarbeitenden in Kurzarbeit schicken. Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Teilzeitmitarbeitende in der Gastronomie, Hotellerie oder im Eventbereich.

4. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Jesu Anwesenheit macht den Unterschied.

15.04.2020: Jesu Anwesenheit macht den Unterschied

In der Coronakrise bleibt René Winkler in seinen Ermutigungsvideos hoffnungsvoll. Weil er weiss: Auch wenn die Umstände schwierig sind – die Anwesenheit von Jesus Christus macht den Unterschied. René Winkler rät deshalb, nicht abzutauchen, sondern jetzt zu leben und den Nächsten zu lieben.

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14.04.2020: Freitagsseminar als Webinar

Das Freitagsseminar «Christliche Werte in einer postmodernen Gesellschaft vertreten» des tsc-Jahreskurses am 8. Mai findet wegen der Corona-Massnahmen als Webinar statt. Referent ist Dr. Dr. Beat Schweitzer, Ethik-Dozent und Studiengangsleiter des tsc.

zu den Freitagsseminaren

13.04.2020: Hausbootwoche erst wieder 2021

Mit 10 Männern auf einem Hausboot unterwegs ist René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc, erst wieder vom 25.9. bis 2.10.2021. Der ursprünglich geplante Reisetermin im Mai 2020 musste wegen der geschlossenen Grenzen abgesagt werden. Die Hausbootwoche findet auf Kanälen in Elsass-Lothringen statt.

Infos zur Hausbootwoche

tsc-Ostergottesdienst 2020: Der Tag an dem Gott das Lied vom Tod umstimmte

12.04.2020: Ostergottesdienst des tsc

Ostern findet trotz Corona statt! Für den Ostersonntag hat das Theologische Seminar St. Chrischona einen Gottesdienst aufgezeichnet. Es ist der Tag, an dem Gott das Lied vom Tod umstimmte. Der Gottesdienst ist geprägt von sechs Lobpreisliedern unter der Leitung von Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik. Die Predigt hält Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie am tsc. Auch das Abendmahl wird während des Gottesdienstes gefeiert.

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Der Herr ist auferstanden (Osterbotschaft 2020 mit Kreide)

12.04.2020: Der Herr ist auferstanden!

Mit Kreide haben Studierende des tsc den Osterjubel an verschiedenen Orten des Chrischona Campus aufgemalt. Die Botschaft richtete sich vor allem an die vielen Ausflügler, die das schöne Wetter an den Ostertagen für einen Besuch von St. Chrischona nutzten.
3. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Freiheit

08.04.2020: Freiheit

In der Karwoche 2020 formuliert René Winkler Gedanken über Freiheit. Während der Coronakrise erleben die Menschen ihre Freiheit eingeschränkt. Jesus hat dies auf seinem Passionsweg in viel krasserer Form erlebt. Bei Jesus kann man aber auch sehen, dass er sich nicht mit sich selbst beschäftigt, sondern mit der Liebe für den Nächsten.

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tsc-Student betet

07.04.2020: tsc unterstützt Gebetsaktionen

Viele Studierende und Mitarbeitende des tsc antworten auf die verschiedenen Gebetsaufrufe in der Coronakrise. So unterstützt das tsc «Deutschland betet gemeinsam», eine Gebetsaktion am Abend des 8. April. Auch bei «gemeinsam beten» von Schweizer Organisationen macht das tsc mit. Diese Gebetsakton findet am Gründonnerstag um 20 Uhr statt.

07.04.2020: CREA! Meeting wird auf 2021 verschoben

Das CREA! Meeting hätte im Juni 2020 zum 28. Mal auf dem Chrischona Campus stattfinden sollen. Wegen Corona kann es nicht durchgeführt werden und wurde auf den 18. bis 20. Juni 2021 verschoben. Das tsc ist Gastgeber des CREA! Meetings. Zahlreiche Studierende arbeiten jedes Jahr beim CREA! Meeting mit, zum Beispiel in der tsc-Band oder im Reinigungsteam.
Während der Coronakrise gesperrter Picknickplatz im Chrischonawald

06.04.2020: St. Chrischona bleibt als Ausflugsort beliebt

Der Chrischona Campus und die Kirche St. Chrischona bleiben auch während der Coronakrise öffentlich zugänglich. Am ersten Aprilwochenende nutzten viele Menschen aus der Region Basel das schöne Frühlingswetter für einen Ausflug nach St. Chrischona. Manche Campusbewohner waren überrascht von der Vielzahl von Besuchern. Die Besucher hielten die Abstandsregeln und das Versammlungsverbot ein. Die öffentlichen Feuerstellen und Grillplätze auf St. Chrischona sind von der Polizei gesperrt worden.

03.04.2020: Ostern feiern mit dem tsc

Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie am tsc, und Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik, werden gemeinsam mit Studierenden einen Gottesdienst für den Ostersonntag aufzeichnen. Abzurufen ist das Video am 12. April ab 8.00 Uhr.

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2. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Was ist Gemeinschaft?

01.04.2020: Was ist Gemeinschaft?

René Winkler gibt am 1. April seine Gedanken zu Gemeinschaft per Videobotschaft weiter. Kritisch merkt er an: Zusammensein garantiert noch keine Gemeinschaft. Doch was dann? Jesus sagt: «Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.» (Matthäus 20,28) An dieser Grundhaltung können wir uns ausrichten.

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01.04.2020: Wie die Corona-Krise meistern?

Dr. Benedikt Walker, Rektor tsc, empfiehlt der Studiengemeinschaft im Corona-Update, als Lernende unterwegs zu sein: «Wir sollten dazu bereit sein, unsere Erkenntnisse und Entscheidungen von gestern zu revidieren und uns weiterzuentwickeln. In der Krise gilt es, Bewährtes aufzugeben und Neues zu wagen.» Benedikts persönliches Motto in einer chaotischen Lebensphase lautet: «Jeden Tag einen (mutigen) Schritt nach vorne machen.»

31.03.2020: WLAN

Durch die Corona-Massnahmen werden Internet-Dienstleistungen, Cloud-Lösungen und Video-Telefonie massiv mehr genutzt. Diese Mehrnutzung führt dazu, dass das WLAN auf dem Chrischona Campus stärker belastet ist. Die Folgen sind ein langsames Netz, Signalschwankungen und Verbindungsunterbrüche. Die Firma cross-serve, der ICT Dienstleister des Chrischona Campus, fokussiert ihre Arbeit auf diese Probleme.
Sanierung der Brüderhaustür während der Coronakrise durch einen studentischen Mitarbeiter

31.03.2020: Chrischona Campus AG führt Unterhaltsarbeiten durch

Die Chrischona Campus AG beschäftigt 40 studentische Mitarbeitende. Sie werden in der Corona-Krise nicht entlassen, sondern erhalten Arbeitsaufträge für Unterhaltsarbeiten an den Gebäuden, Grundreinigung sowie Räumungs-, Entsorgungs- und Archivierungsarbeiten.

30.03.2020: Mobilmachung

Zwei Studenten des tsc erhalten einen Marschbefehl der Schweizer Armee. Sie müssen einrücken. Der Marschbefehl gilt bis zum 30. Juni 2020.

30.03.2020: Studentinnen bieten Hilfe an

Einige Studentinnen des tsc, die einen Beruf im Gesundheitswesen gelernt haben, bieten dem Kanton Basel-Stadt ihre Hilfe an.

26.03.2020: Corona-Fall ist genesen

Ein Bewohner des Chrischona Campus wurde Mitte März positiv getestet auf das neue Coronavirus. Er erlebte in der Selbst-Quarantäne einen ausserordentlich milden Verlauf ohne Symptome. Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt erklärte ihn am 26. März als genesen.

28.03.2020: Selbst-Quarantäne in WGs endet

Aufgrund des bestätigten Corona-Falls hatten sich einigen studentische Wohngemeinschaften in Selbst-Quarantäne begeben. Nach 14 Tagen beendeten sie diese Quarantäne, weil niemand Symptome einer Erkrankung zeigte.
1. Videobotschaft von René Winkler während der Coronakrise: Was hält?

25.03.2020: René Winklers erste Videobotschaft

Mittwochs finden während der Semester die mittendrin-Gottesdienste statt. Wegen der Corona-Massnahmen müssen sie ausfallen. René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) veröffentlicht stattdessen ermutigende Impulse per Video. In seinen ersten «Gedanken zur Woche» erinnert er an Philipper 4, wo Paulus aus dem Gefängnis schreibt: «Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.»

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27.03.2020: Mut machen per Videos

Studierende und Mitarbeitende drehen mit dem Handy kurze Videos, um sich gegenseitig Mut zu machen in der Krise. Sie teilen in diesen Videos auch ihre Gedanken zur Situation und geben Einblick in die geistliche Herausforderung der Corona-Krise.

23.03.2020: Kirche St. Chrischona bleibt offen

Täglich von 14 bis 16 Uhr sind Christen für Gespräche in der Kirche anzutreffen.

19.03.2020: ÖV-Angebot wird reduziert

Die SBB und die BVB reduzieren ihr Angebot und stellen ihre Fahrpläne um. In der Folge führt dies dazu, dass die S-Bahnlinie 6 nur mehr im Stundentakt verkehrt und nicht mehr in Riehen hält. Die Buslinie 32 fährt weiter im 15-Minuten-Takt von Riehen nach St. Chrischona.

E-Learning auf dem Chrischona-Campus (1500x1000px)

18.03.2020: E-Learning statt Präsenzstudium

Die Dozentinnen und Dozenten des tsc führen erstmals Unterricht per Videokonferenz durch. Innerhalb weniger Tage können die meisten Module auf E-Learning umgestellt werden. Das gelingt auch deshalb, weil das tsc bereits seit 2013 Erfahrungen mit dem Fernstudium gesammelt hat.

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17.03.2020: Ausserordentliche Lage

Der Schweizer Bundesrat erklärt am Abend des 16. März die ausserordentliche Lage. Der Alltag wird massiv eingeschränkt. Am 17. März kommuniziert das tsc per Corona-Update, dass alle Lern-, Gebets- und Gemeinschaftsgruppen sowie alle Versammlungen verboten sind. Als Reaktion vernetzt sich die Studiengemeinschaft stärker virtuell, zum Beispiel über WhatsApp-Gruppen.

17.03.2020: Grenzkontrollen

Die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland verschärfen sich. Einkaufstourismus ist nicht mehr möglich. Das belastet das Budget der Studierenden, die nun in der Schweiz einkaufen müssen. Die Grenzgänger unter den Mitarbeitenden dürfen aber weiter zur Arbeit kommen.

16.03.2020: Krisenstäbe tagen

Am Vormittag treffen sich die Krisenstäbe «Berg», «Studium» und «Chrischona Campus AG» zum ersten Mal. Aufgrund der Entscheidungen des Schweizer Bundesrates beschliessen sie zahlreiche Massnahmen für den Chrischona Campus: Die theologische Ausbildung geht per E-Learning weiter. Alle Mitarbeitenden sollen vom Home Office aus arbeiten können. Etliche Veranstaltungen im März, April und Mai werden abgesagt, darunter der Seniorentag und das Chorkonzert.

13.03.2020: Schweizer Bundesrat verbietet Präsenzunterricht

Am Nachmittag verkündet der Schweizer Bundesrat weitere Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Weil der Präsenzunterricht nicht mehr stattfinden darf, informiert das tsc per Corona-Update, dass der Unterricht am 16. März ausfällt.

13.03.2020: tsc-Schnuppertage finden statt

17 Interessierte reisen auf den Chrischona Campus, um an den Schnuppertagen teilzunehmen. Sie erleben den vorerst letzten Präsenzunterricht mit.

180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x1000px)

11.03.2020: 180 Jahre tsc

Die Studiengemeinschaft feiert mit einem Dankgottesdienst im familiären Rahmen 180 Jahre theologische Ausbildung auf  St. Chrischona. Eine Gruppe von tsc-Freunden im Pensionsalter hätte gerne mitgefeiert, sagt ihre Teilnahme wegen der Ausbreitung des Corona-Virus jedoch vorsichtshalber ab.

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10.03.2020: Erster Quarantäne-Fall auf Chrischona

In der Familie eines tsc-Dozenten gibt es den ersten Corona-Fall. Der Dozent begibt sich mit seiner Familie in Selbst-Quarantäne und arbeitet weiter im Home Office.

05.03.2020: BAG aktualisiert und erweitert Verhaltensregeln

Die Studiengemeinschaft wird umgehend informiert, wie sie sich vor dem neuen Coronavirus schützen kann. Das tsc hebt die Anwesenheitspflicht für den Unterricht auf und verzichtet auf das Feiern des Abendmahls. Der mittendrin-Gottesdienst wird in das Konferenzzentrum verlegt, damit die Teilnehmenden genügend Abstand voneinander halten können.

28.02.2020: Erster positiv getesteter Corona-Fall im Kanton Basel-Stadt

Die Mitarbeitenden der Chrischona Campus AG stellen Desinfektionsmittel in den Toiletten auf. Ausserdem hängen sie Anleitungen zum Händewaschen aus. Per neu eingerichtetem Corona-Update wird die Studiengemeinschaft über die ersten Schutzhinweise des Bundesamts für Gesundheit BAG informiert.

tsc-Netzwerk-Konferenz vom 5. bis 7. November 2020 (1500x500px)

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Entfesselte Gemeinde

Pressemitteilung

Entfesselte Gemeinde: Zukunft gestalten in der Kirche von heute

Vom 5. bis 7. November 2020 geht eine neue Konferenz an den Start, die innovative Themen aus drei Perspektiven erschliesst: Gemeinde, Mission und Bildung. Bei der ersten tsc-Netzwerk-Konferenz auf dem Chrischona Campus wird es darum gehen, wie Kirchen und christliche Gemeinden von heute die Zukunft gestalten.

Sprecher der tsc-Netzwerk-Konferenz

Die Veranstalter sind davon überzeugt, dass die Dreiheit von «Gemeinde, Mission, Bildung» eine wichtige Rolle spielt, um Kirche zukunftstauglich zu halten. Sprecher der dreitägigen Konferenz sind:

  • Steffen Beck, ICF Karlsruhe
  • Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin
  • Dr. Andreas Loos, Dozent Systematische Theologie am tsc
  • Frère Richard, Communauté de Taizé
  • Dr. Walter Dürr und Oliver Dürr, Studienzentrum für Glaube & Gesellschaft Fribourg
  • Johannes Müller, African Link
  • Michael Strub, Missionsleiter Neukirchener Mission

Die tsc-Netzwerk-Konferenz wird gemeinschaftlich veranstaltet vom Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc), von Chrischona Schweiz, vom Chrischona-Gemeinschaftswerk Deutschland (CGW), von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen in der Schweiz (AEM) sowie dem ECJA (Kinder- und Jugendverband des CGW). Das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz leitet Beat Ungricht, Regionalleiter von Chrischona Schweiz.

Warum die Perspektive «Gemeinde, Mission, Bildung»?

Schon immer war es die Aufgabe der Nachfolger Jesu Christi, den Missionsbefehl an die jeweiligen sich wandelnden gesellschaftliche Verhältnisse effektiv und perspektivisch anzupassen. Das ist in der heutigen Zeit viel umfassender und rasanter notwendig. Mit der tsc-Netzwerk-Konferenz wollen wir dazu beitragen und Antworten finden auf folgende Fragen:

  • Wie muss theologische Aus- und Weiterbildung gestaltet sein, damit sich die Gemeinde von Jesus Christus ausbreiten kann?
  • Wie können christliche Gemeinden relevant werden für ihre Ortschaft und Gesellschaft, in der sie Verantwortung tragen, Christus sichtbar zu machen?
  • Wie kann eine missionarische Sicht und Haltung die lokale interkulturelle Szene prägen und gleichzeitig den weltweiten Missionsauftrag im Auge behalten?

In diesen Fragen wird die tsc-Netzwerk-Konferenz ermutigen, neue Erkenntnisse geben und helfen, neue und mutige Schritte in die Zukunft zu gehen.

Beat Ungricht (Regionalleiter Chrischona Schweiz) leitet das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz.
Beat Ungricht (Regionalleiter Chrischona Schweiz) leitet das Team der tsc-Netzwerk-Konferenz.

Was ist das tsc-Netzwerk?

Das tsc-Netzwerk ist der Rahmen, in welchem das Theologische Seminar St. Chrischona mit christlichen Gemeinden, Verbänden, Werken, Bildungsinstitutionen und Missionsgesellschaften zusammenarbeitet. Das tsc-Netzwerk versteht sich als evangelische Lern- und Ausbildungsgemeinschaft. Es besteht aktuell aus 59 Netzwerkpartnern.

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc (1500x500px)

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Grundsätze des tsc

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Autor: Dr. Benedikt Walker

Wie tickt die «Generation Worship», aus der die Studentinnen und Studenten von heute stammen? Und wie beeinflusst das die Art, wie am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert, gelehrt und gelebt wird? Anlässlich der Mitgliederversammlung des Gnadauer Gemeinschaftsverbands im Februar 2020 hat Rektor Dr. Benedikt Walker über Grundsätze und Überzeugungen am tsc gesprochen.

Theologische Bildung ist auch Persönlichkeitsentwicklung

Am Theologischen Seminar St. Chrischona ist theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung. Sie ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. Theologische Bildung am tsc erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Sie hört zu und will verstehen. Sie muss bereit sein, Erkenntnisse zu hinterfragen und im Leben zu reflektieren. Weil theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung ist, sind Dozentinnen und Dozenten Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder.

Die Studiengemeinschaft – die tsc-Community – ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Am Theologischen Seminar St. Chrischona verstehen wir uns als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier pflegen wir ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen. Wir geben Sicherheit mit Regeln und lassen Flexibilität zu. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlichen emotionalen Reife.

Warum wir theologische Bildung so betreiben und die Studiengemeinschaft so leben, das möchte ich im Folgenden ausführlicher erklären.

Wie tickt die Generation Worship?

Die Studierenden von heute ticken anders als ich als Student vor dreissig Jahren. In der empirica Jugendstudie 2018 haben Tobias Faix und Tobias Künkler die «Generation Worship» untersucht. Darin beschreiben sie, wie die Jugend heute eine «Wertesynthese» betreibt. Sie bringen Werte zusammen, die für meine Generation (geboren 1968) zumeist nicht miteinander vereinbar sind:

  1. Die junge Generation kennt keine «Logik des Entweder-Oders». Für sie gilt «sowohl als auch» – yes, we can. Nein ist kein kategorisches Nein, sondern ein: «So geht es zwar nicht, aber es gibt ja noch andere Lösungen.»
  2. Der jungen Generation ist sowohl Leistung als auch Entschleunigung wichtig. Meine Generation würde sagen, das ist ein Widerspruch. Die Jungen sagen: Wir wollen beides, sowohl als auch. Denn sie kennen die Burn-out-Thematik der heutigen Zeit.
  3. Die junge Generation will Sicherheit und Flexibilität. Sie will klare Regeln, bei deren Auslebung allerdings volle Flexibilität. Ein aktuelles Beispiel: In der Coronakrise wollen die Studierenden genau wissen, was sie dürfen – und gleichzeitig wollen sie wissen, wie sie mit diesen Regeln flexibel umgehen können.
  4. Die junge Generation ist hyperindividualisiert, gleichzeitig sind soziale Beziehungen sehr wichtig. Enge soziale Beziehungen sind ihnen wichtig, aber die Individualisierung hat darin Platz. Zum Beispiel in den intensiven kommunikativen Beziehungsnetzen: Da kann man sich ein- und ausklinken, wie man möchte. Darum funktioniert Instagram so gut.

Das sind Ergebnisse einer Jugendstudie. Natürlich findet man auch Jugendliche, die anders ticken. Jedoch decken sich diese Punkte mit meiner Wahrnehmung von den Studentinnen und Studenten von heute.

Dr. Benedikt Walker

Vier persönliche Grundsätze von Benedikt Walker

  1. Die Studierenden sind mir von Gott anvertraut. Ich habe sie mir nicht ausgesucht.
  2. Die Studierenden sind erwachsen. Ich nehme sie als Erwachsene ernst.
  3. Ich lasse mich auf die Studierenden ein, will ihre Anliegen und Bedürfnisse verstehen, will wissen, wie sie ticken.
  4. Ich habe keinen Erziehungsauftrag. Ich möchte sie fördern, nicht erziehen. Das ist mir sehr wichtig.

So nehme ich die Studierenden von heute wahr:

Unsere Studierenden sind zunächst einmal sehr lernwillig. Lernwilliger als meine Studierendengeneration vor dreissig Jahren. Die Lehrmethode muss sich an die Lernwilligkeit der Studierenden anpassen. Sie sehnen sich nach Gemeinschaft. Auch in Zeiten von Corona und Versammlungsverbot suchen sie nach Formen, Gemeinschaft leben zu können.

Sie betonen den «liebenden Gott». Der zornige Gott ist ihnen fremd. Glaubensfragen erwachsen aus diesem Verständnis: Gott ist doch ein liebender Gott, warum handelt er dann so? Die Studierenden haben Sehnsucht nach Vorbildern. Sie nehmen uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Vorbilder wahr und haben entsprechend hohe Erwartungen an uns. Sie bevorzugen offene Kommunikationssysteme – in denen sie sich einfach ein- und ausklinken können. Sie wünschen sich Partizipation, möchten integriert werden, teilhaben, verlangen auch nach Rückmeldungen. Das ist für sie Ausdruck von Wertschätzung. Und schliesslich hat das Erleben bei den Studierenden von heute einen hohen Stellenwert (Beispiel: Erlebnisgottesdienste).

Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?
Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?

Was bedeutet das für die theologische Bildung?

Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona heisst das: Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. So verstehen wir theologische Bildung am tsc:

  • Theologische Bildung erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Unsere Studierenden erweitern ihren Horizont, erlangen neue Erkenntnisse durch Reflexionen und neue Zugänge zu Themen.
  • Theologische Bildung ist ein Akt des Hörens. Ein Hören auf Gott und ein Hinhören auf die Mitmenschen. Ich höre zu und will verstehen. Dafür muss ich mich auf Gott und die Mitmenschen einlassen. Muss bereit sein zu hören und zu reflektieren. Einen anderen Sachverhalt, aber auch meine eigenen Erkenntnisse zu reflektieren und mich weiterzuentwickeln.
  • Theologische Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Suche, Gott zu verstehen, muss ich bereit sein, theologische Erkenntnisse zu hinterfragen. Sie auch im Leben zu reflektieren, nicht nur in der Theorie. Darum bin ich als Person herausgefordert, geistlich und emotional zu reifen.

Dozierende als Lernbegleiter

Dozentinnen und Dozenten sind Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder. Hier kommt eine Erkenntnis aus der Erwachsenenbildung zur Geltung: Der Lernerfolg ist dann am grössten, wenn ich als Dozent meine Aufgabe als Lernbegleiter wahrnehme. Viele Dozentinnen und Dozenten sind natürlich auch ein wandelndes Lexikon – aber die Studierenden erwarten von ihnen darüber hinaus Authentizität, Glaubwürdigkeit, Partizipation und Feedback.

Community als Lernfeld

Die Community am tsc ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Wir verstehen uns am tsc als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier können sich die Studierenden engagieren und ausprobieren, erhalten Feedbacks von uns Lernbegleitern. Als Dozentinnen und Dozenten sind wir Teil der Community, das ist ausdrücklich erwünscht. Gemeinsam feiern wir die mittwöchlichen «Mittendrin»-Gottesdienste und gestalten Gebetsvormittage.

Wenn Studierende Fragen haben, kommen sie relativ unkompliziert mit uns Dozierenden ins Gespräch. Meine Tür steht immer offen. In monatlichen Klassensprechersitzungen sind wir nah an ihnen dran. Als Lernbegleiter will ich die Studierenden in ihrer Mündigkeit unterstützen.

Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung.

Den Studierenden den Spiegel vorhalten

Das heisst auch: Den Studierenden den Spiegel vorhalten! Ich muss nicht alles gut finden, was ich an der Generation Worship heute beobachte. Als Lernbegleiter und Förderer ist es meine Aufgabe, die Studierenden auf Widersprüche oder Einseitigkeiten hinzuweisen, sie mit anderen Sichtweisen zu konfrontieren. Deshalb gehört es am tsc auch dazu, gerade nicht nur von Gott als dem liebenden Gott zu sprechen, sondern auch vom zornigen oder schweigenden Gott. Auch muss nicht unwidersprochen bleiben, dass für die junge Generation der «Worship» die Glaubensquelle Nr. 1 ist, und nicht etwa das Bibellesen oder die Predigt.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

4 Community-Grundsätze am tsc

  1. Wir pflegen ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Darin spiegelt sich unser Verständnis von theologischer Bildung. Die Studiengemeinschaft am tsc ist für die Studierenden wie ein geschützter Raum. Ein «Erprobungsraum», in dem man gemeinsam lernt, sich ermutigt und vieles ausprobieren kann. Fehler sind erlaubt. Wir geben einander Feedback und wollen uns verbessern. Und es ist wegen der Unterschiede von Schweizern und Deutschen ein hilfreiches kulturelles Lernfeld.
  2. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen zwischen Studierenden, Dozierenden, Mitarbeitenden. Wenn Gemeinschaft, Begegnungen und Lernfelder wichtig sind, dann brauchen wir auch geeignete Begegnungsräume, die ein ungezwungenes Hereinkommen und Hinausgehen ermöglichen. Wo man sich über den Weg stolpert. Das lässt eine gewisse Flexibilität und Unverbindlichkeit zu. Genau dies ermöglicht neue Begegnungen.
  3. Wir lassen Flexibilität zu und geben Sicherheit. Für die Studierenden ist wichtig, dass Erwartungen aneinander thematisiert werden. Sie wollen Klarheit darüber, was von ihnen erwartet wird und was passiert, wenn sie etwas nicht machen. Und sie wollen die Ausnahmen der Regeln genau kennen. Sie wollen diese Klarheit, damit sie Flexibilität leben können. Hier ist eine klare und gründlich geregelte Kommunikation innerhalb der Studiengemeinschaft wichtig. Die E-Learning-Plattform «Moodle» spielt am tsc eine zentrale Rolle, die jeder Student und jede Studentin am tsc nutzt. Darin gibt es Bereiche für die verbindliche Kommunikation und jene für den Small Talk.
  4. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlich emotionalen Reife. Das ist ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir bieten neben dem Unterricht zusätzliche Kurse an zum Thema «geistlich emotional reifen». Wir sind davon überzeugt, dass wir damit die theologische Bildung fördern, wenn nicht sogar ermöglichen.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

E-Learning auf dem Chrischona-Campus (1500x500px)

E-Learning statt Präsenzstudium

Wie das tsc auf die Coronakrise reagiert

E-Learning statt Präsenzstudium

Wegen des neuen Coronavirus hat der Schweizer Bundesrat den Präsenzunterricht an Schulen und Ausbildungsstätten verboten. Diese Massnahme gilt mindestens bis zum 19. April 2020 und betrifft auch das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc). Die theologische Ausbildung geht trotzdem weiter – per E-Learning über das Internet.

«Per E-Learning kann das tsc seinen Bildungsauftrag erfüllen»

Der Coronakrise begegnet das Theologische Seminar St. Chrischona mit der Umstellung auf E-Learning, also auf das Studieren per Internet. «Mit den Möglichkeiten des E-Learnings kann das tsc seinen Bildungsauftrag weiter erfüllen», sagt Dr. Dr. Beat Schweitzer. Der tsc-Studiengangsleiter hat den Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie in den letzten Jahren bereits vollständig per Fernstudium ermöglicht und sieht deshalb die Krise auch als Chance. «Jetzt zahlen sich unsere Investitionen ins Fernstudium aus», erklärt er.

Technik für E-Learning ist eingerichtet

Seit 2013 hat das tsc das Fernstudium Theologie und die Online-Kurse entwickelt, die auf der Lernplattform Moodle im Internet stattfinden. Mit dem Beginn des Studienjahres 2019/20 wurde die Nutzung von Moodle für alle Dozierenden und Studierenden verpflichtend gemacht. Programme wie «Teams» oder «PowerPoint» bieten gute Möglichkeiten, damit der Unterricht über Videokonferenzen oder aufgezeichnete Videos stattfinden kann. Die nötige Technik ist also vorhanden und eingerichtet.

tsc-Dozent Dr. Stefan Felber gibt Unterricht im Alten Testament per Videokonferenz.
tsc-Dozent Dr. Stefan Felber gibt Unterricht im Alten Testament per Videokonferenz.

tsc weiss, wie E-Learning funktioniert

Der zweite Pluspunkt des tsc ist das vorhandene Know-how. Beat Schweitzer und Dr. Debora Sommer, Leiterin Fernstudium Theologie, nutzen die Möglichkeiten des E-Learnings bereits seit Jahren. Sie können ihr Wissen und ihre Erfahrungswerte weitergeben an die Dozierenden, die kaum Erfahrungen mit E-Learning haben. Erste Schulungen zu «Moodle» und «Teams» haben schon stattgefunden.

Schnelle Erfolge, knifflige Herausforderungen

Die Dozentinnen und Dozenten des tsc sind nun herausgefordert, die Inhalte ihrer Studienmodule online zu vermitteln. Relativ schnell hinbekommen haben sie das Teilen von Dokumenten, die Vergabe von Aufgaben an Studierende oder den Unterricht via Videokonferenz. «Kniffliger wird es, wenn kreative Lernprozesse wie Rollenspiele ersetzt werden müssen. Hier sind wir gefordert, manches neu zu denken und weiterzuentwickeln», erklärt Beat Schweitzer. Auch Leistungsnachweise wie Prüfungspredigten oder Ausarbeitungen zu Projekten müssen überdacht werden, weil Gottesdienste und Versammlungen verboten sind.

Wie Gemeinschaft leben?

Die Wissensvermittlung am tsc geht also trotz Coronavirus weiter. Was die Studiengemeinschaft härter trifft, ist das Verbot aller Gottesdienste, Gebets-, Klein- und Lerngruppen. Das gemeinschaftliche Leben, welches das Studieren auf Chrischona besonders auszeichnet, ist nicht mehr wie gewohnt möglich. Die Studierenden haben darauf reagiert, indem sie sich zum Beispiel per WhatsApp und sozialen Netzwerken stärker vernetzen. Die Abstands- und Isolierungsregeln, die sie befolgen müssen, versuchen sie mit höherer virtueller Verbundenheit zu kompensieren. Dies kann durchaus gelingen, wie Debora Sommer weiss: «Die Erfahrungen aus dem Fernstudium der vergangenen Jahre bestätigen, dass theologische Tiefe und zwischenmenschliche Verbundenheit auch virtuell möglich sind.»

Spürbar ist ausserdem eine grosse Solidarität und Kreativität. Dem Rektor Benedikt Walker wurde beispielsweise über Teams ein Geburtstagsständchen gesungen. Und Gebetsgruppen sind ersetzt durch Gebetsspaziergänge mit Sicherheitsabstand. So ist die Chance gross, dass das tsc die Coronakrise meistert.

Wie funktioniert das Fernstudium Theologie am tsc?

  • Bachelor-Studiengang: Die Lerninhalte entsprechen dem dreijährigen Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie, der von der Middlesex University London validiert ist.
  • Interaktives Online-Studium: Die Lerninhalte und Lernprozesse finden auf Moodle statt, einer modernen Lernplattform im Internet.
  • Semesterstruktur: Zeitliche Vorgaben und Strukturen unterstützen die Studierenden in ihrem Studienalltag.
  • E-Dozierende: Die Studierenden sind nicht alleine unterwegs, sondern werden von E-Dozierenden begleitet und gefördert.
  • Teilzeit: Gut geeignet als nebenberufliches oder berufsbegleitendes Studium
180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x500px)

180 Jahre tsc

Foto: Die Studiengemeinschaft 2020 des Theologischen Seminars St. Chrischona bildet eine 180.

180 Jahre tsc

Studiengemeinschaft feierte Dankgottesdienst

Seit mehr als 180 Jahren werden Menschen auf St. Chrischona theologisch ausgebildet. Den 180. Geburtstag feierte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 11. März 2020 an dem Ort, an dem alles begann.

Gründung durch Spittler

Es war in der Sakristei der Kirche St. Chrischona, wo Christian Friedrich Spittler am 8. März 1840 mit seiner Pflegetochter Susette, dem ersten «Chrischona-Bruder» Joseph Mohr und dem Schreinermeister Epple niederkniete. Er weihte die alte, verfallene Kirche St. Chrischona neu für die Aufgabe der «Pilgermission St. Chrischona»: Handwerker im christlichen Glauben schulen und sie wieder aussenden in die Welt.

tsc ist zurückgekehrt zu seinen Wurzeln

180 Jahre später ist die Pilgermission, die eine reiche und vielfältige Segensgeschichte erlebt hat, wieder zurückgekehrt zu ihren Wurzeln. Seit 2019 heisst sie Theologisches Seminar St. Chrischona und fokussiert sich auf die theologische Ausbildung, die bereits über 6500 Absolventinnen und Absolventen hat. Deshalb war es auch passend, dass es die Studierenden und Dozierenden des tsc waren, die Chrischona mit einem gemeinsam gesungenen «Happy birthday» gratulierten.

Vorbild Spittler

Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, erinnerte im Gottesdienst an die Anfänge unter Spittler. Dieser hatte mehrere Anläufe genommen, um die Pilgermission St. Chrischona gründen zu können. Erst beim vierten Versuch gelang es. Spittler mietete die Kirche St. Chrischona vom Kanton Basel-Stadt und begann dort, junge Handwerker im Glauben auszubilden. «Spittler war so dankbar, dass Gott ihm vergeben und ihn geheilt hat. Chrischona hat er gegründet, dass das Evangelium in die Welt getragen wird, die so viel Heilloses hat», berichtete Claudius Buser. Neben der Verkündigung des Glaubens lag Spittler die tätige Nächstenliebe am Herzen. So gründete er auch Hilfswerke für Waisen, Witwen oder Gehörlose. Für Claudius Buser ist Spittler deshalb ein Vorbild: «Die Gnade und die Barmherzigkeit sind die zwei Flügel, die uns auch heute bewegen sollten, etwas in der Welt zu verändern.»

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser betrachtet Christian Friedrich Spittler als Vorbild für die heutige Zeit.
Logo 180 Jahre tsc
2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.

Spuren Gottes im Alltag entdecken

Die Predigt des Dankgottesdienstes hielt Rektor Benedikt Walker. Er gab drei Tipps und erklärte eine praktische Übung, wie sich Spuren Gottes im Alltag entdecken lassen. Erstens gelte es anzuerkennen, dass Gott souverän ist und sich überall offenbaren kann. Zweitens sollten sich Menschen eingestehen, dass sie vergesslich sind und immer wieder schuldig werden. Drittens brauche es eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Die praktische Übung, die der Rektor erklärte, funktioniert mit Bohnen als Erinnerungshilfen. Bei jeder Kleinigkeit, die man täglich erlebt, könnte man sich eine Bohne von der rechten in die linke Hosen- oder Jackentasche stecken. Abends erinnert man sich mit ihrer Hilfe an die Erlebnisse und dankt Gott dafür.

tsc-Chorkonzert «180 Jahre tsc» am 28. Juni

Dass das Theologische Seminar St. Chrischona auch nach 180 Jahren weiterhin Menschen ausbilden kann, ist ein grosser Grund zum Danken. Dies tat die Studiengemeinschaft mit dem Psalm 103 sowie Lobpreisliedern und Gebeten. Der Dank soll sich fortsetzen im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres. So wird beim tsc-Jahresfest am 28. Juni 2020 ab 15 Uhr ein Chorkonzert mit Liedern und Geschichten aus 180 Jahren tsc stattfinden. Alle tsc-Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Rektor Benedikt Walker
Rektor Benedikt Walker erklärt, wie man Spuren Gottes im Alltag entdecken kann.

Was geschah am 8. März 1840?

Drei Wanderer zogen an jenem 8. März in der Morgenfrühe von Basel hinaus, dem waldigen Chrischona-Hügel zu. Es waren dies der ehrwürdige Vater Spittler, damals in seinem 58. Lebensjahre stehend, dessen Pflegetochter und langjährige Gehilfin, Fräulein Susette Spittler, und der Schreinermeister Epple, ein treuer Freund und Bruder in dem Herrn. Ihr Weg führte sie eine Weile dem prächtigen Rheinstrom entlang bis in die Nähe der badischen Grenze. Dort, am Schweizerischen Zollhäuschen, bogen sie links ab und gingen quer über Feld, dann durch liebliches Rebengelände, unmerklich steigend, dem Wenkenhofe und dem von Hügeln und Wäldern malerisch umgebenen Dörflein Bettingen zu. Von da galt es immer mehr zu steigen, bis nach etwa halbstündigem Marsch die alte, halbzerfallene St. Chrischona-Kirche auf der Hochfläche des Berges erreicht war. Unsre Pilger hatten die herrliche Aussicht, die sich dem Wanderer von jener Höhe darbietet, schon oft genossen, und manches Gebet war dann aus ihrem Herzen aufgestiegen, dass der Herr, dem diese Stätte von altersher geweiht und dessen Nähe in der feierlichen Stille ihnen oft so spürbar gewesen war, sich hier wieder einen Ort des Segens bereiten wolle zum Lobe seiner Gnade.

Und nun hatte der Herr angefangen, diese Bitten zu erhören […] und heute waren sie heraufgekommen, um mit dem jüngst eingetretenen ersten Pilgermissionar, ‹Bruder› Mohr, das neu zu beginnende Werk dem Herrn zu übergeben und in seinem Namen die Hand an den Pflug zu legen.
Durch das öde Schiff der Kirche schritten sie hindurch in das ebenso verwüstete hohe, gotische Chor. Dort zeigte sich ihnen zur linken Hand eine Tür, welche in einen Raum führte, der ehemals als Sakristei gedient haben musste. Hier hatte Bruder Mohr schon den Schutt hinweggeräumt, hatte etwas Ordnung gemacht und war tags zuvor in diese niedere Klause eingezogen, nachdem er die ersten Wochen im Nachbarhäuschen Unterkunft gefunden hatte. Aber wie überwältigend drängte sich allen die Wahrnehmung auf von der grossen und vielen Arbeit, die es kosten musste, um aus dem völlig verwahrlosten Kirchlein wieder ein würdiges Gotteshaus und eine Pflanzstätte christlichen Lebens zu machen!
Noch ungleich schwerer aber mochte ihnen die geistliche Aufgabe erscheinen. Konnte der Versuch, junge Männer aus dem Handwerkerstande zu brauchbaren Evangelisten für das Volk herauszubilden, gelingen? Woher sollten die Leute kommen? Woher die Geldmittel? Sie hatten ja nichts, keinen Fonds, keinen Vorrat, keine Versprechungen, wenig Ermutigung von aussen. Ja, aber sie hatten ihren Gott. Sie hatten den von ihm geweckten Trieb, etwas zu tun zur Verbreitung seiner Erkenntnis in den Herzen des Volkes. Sie hatten sein Wort und seine Verheissungen. Und tief durchdrungen von ihrer grossen Bedürftigkeit und dem grossen Reichtum ihres Gottes knieten sie in jener Sakristei nieder und weihten aufs Neue das alte, so lange dem Verfall preisgegebene Gotteshaus samt dem Werke, das sie darin zu beginnen gedachten, dem Herrn, der sie zu seinen Knechten und Werkzeugen erwählt und erkauft hatte.

Schreiber dieses hat die Schilderung jener unvergesslichen Stunde von den Lippen derjenigen, die damals stillschweigend zugehört und mitgebetet hat und die, wie sie scherzhaft zu sagen pflegte, der Anstalt Kindsmagddienste hat tun dürfen. Der Herr hat seinen Dienern und Handlangern sein Wort bestätigt, und das Samenkorn, das in jenen Frühlingstagen des Jahres 1840 im Glauben und mit viel Gebet in die Erde gelegt wurde, das Samenkorn, das oft zu ersterben drohte und von dem manches tatsächlich sterben musste, hat dennoch Lebensfähigkeit gehabt und zu einem Baum werden dürfen, unter dessen Zweigen nun nach Jahrzehnten manche Vögelein sitzen und mit einstimmen in das nie veraltende Lied des königlichen Sängers: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Amen.

Dieser Text stammt aus der Chronik «Die Pilgermission St. Chrischona 1840 – 1940» von Friedrich Veiel, Seite 32–34.

tsc-Community-Abend: Im Gespräch mit Dr. Debora Sommer

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

tsc-Communityabend am 5. März 2020

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

Einblicke in ihre Lebensgeschichte gab Dr. Debora Sommer der Studiengemeinschaft am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Bei einem Community-Abend am 5. März 2020 nahm die Leiterin Fernstudium Theologie am tsc die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise. Sie berichtete, wie sie ihre Berufung als Theologin entdeckte und begann, mutig zu leben.

Frau und Theologin

Von einer Kultur geformt, in der das Bild der Frau klar geprägt war, war es herausfordernd und auch mutig, einen Ruf von Gott zu folgen, der dieser Prägung zu widersprechen schien. Von klein auf hatte Debora den Wunsch, ihr Leben ganz Gott zu widmen. Sie begann ihr Theologiestudium an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel mit dem Wissen, dass sie vermutlich selbst nie predigen würde. Nach einer Begegnung mit einer Mitstudentin, die eine Berufung als Pfarrerin in der Landeskirche hatte, begann sie sich mehr und mehr mit der Rolle der Frau aus theologischer Sicht auseinanderzusetzen. Diesem Thema widmete sie besondere Aufmerksamkeit in ihrer Doktorarbeit über Juliane von Krüdener: «Eine baltisch-adlige Missionarin bewegt Europa». Debora Sommer wurde bewusst, dass es manchmal erforderlich ist, mit der Bibel zu ringen statt mit Menschen. Es ist eine Kunst, theologische Spannungen respektvoll aushalten zu können und den Menschen in Liebe zu begegnen.

Ergänzung statt Konkurrenz

Deboras Sommers Bericht wurde durch Beiträge ihres Ehemanns Rolf ergänzt. Der Coach und Pastor ist Absolvent des Theologischen Seminars St. Chrischona. Es war eindrücklich zu erleben, wie sich die Ehepartner als Team ergänzen und unterstützen. So wurden Deboras Worte praktisch erlebbar: «Oft kämpft man nur ums Recht haben, statt um die Bereitschaft Rücksicht zu nehmen und Liebe reifen zu lassen». Dies birgt die Kraft, Unterschiedlichkeit zuzulassen, ihr zuzuhören und Spannungen auszuhalten. Es ist die Dialogfähigkeit, die es ermöglicht, die Sicht anderer zu hören, zu sehen und auch erstmal stehen lassen zu können. «Es geht darum, die innere Stärke bei Gott zu suchen, um kritikfähig zu bleiben und eigene Motive immer wieder zu überprüfen», erklärte Debora Sommer.
Rolf Sommer ermutigte die Studiengemeinschaft mit den Worten: «Habt Mut, Schritte zu wagen – auch, wenn es eventuell enttäuschend endet. Habt keine Angst Fehler zu machen, die gehören dazu und aus denen kann man lernen – habt Mut, mutig zu sein!» Schlussendlich geht es doch vielmehr um die Ergänzung und nicht etwa um Konkurrenz. Denn in der Vielfalt liegt die Einheit und dies bringt immer wieder Spannungen mit sich.

«Grosses Privileg, solche Dozentinnen am tsc zu haben»

Bei den Studierenden kam der Vortragsabend gut an. Zum Beispiel bei Ladina Wettstein, Studentin im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik. Sie sagte: «Ich erachte es als grosses Privileg, Dozentinnen und Dozenten wie Debora Sommer am tsc zu haben. Aus ihren Lebensgeschichten und Erfahrungen ergibt sich ein grosser Mehrwert für uns als Gemeinschaft auf St. Chrischona, von dem wir enorm viel profitieren können. Dies motiviert mich, solche Anlässe und Abende zu organisieren, koordinieren und durchzuführen.»

Dr. Debora Sommer
Dr. Debora Sommer leitet das tsc-Fernstudium.
Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

Claudius Buser und die «4M»

Vier Fragen an Claudius Buser

«Man muss Menschen mögen»

Hinter den «4M» verbirgt sich der Satz: «Man muss Menschen mögen». Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, ist bekannt für diesen Ausspruch. Warum er ihn so schätzt, erklärt er im Gespräch. Ausserdem zeigt er auf, welchen Fussabdruck die theologische Ausbildung auf St. Chrischona in der Kirchengeschichte hinterlassen hat.

«Ich bin gerne mit Menschen unterwegs.»

tsc: Lieber Claudius, was sind deine Aufgaben als stellvertretender Rektor – was begeistert dich an deiner Tätigkeit?

Claudius Buser: Ich denke in vielen Bereichen des tsc mit, übernehme Aufgaben und vertrete den Rektor bei Veranstaltungen oder Diensten. Das ist interessant, herausfordernd und mit der Übernahme von Verantwortung verbunden. Ich bin gerne mit Menschen unterwegs. Das hilft mir und begeistert mich auch in diesem Bereich meiner Aufgaben. Dass wir als tsc nach 180 Jahren immer noch unterwegs sind und junge Menschen ausbilden dürfen, das ist doch unglaublich schön.

«Du bist Teil der Geschichte.»

tsc: Seit 2003 unterrichtest du Kirchengeschichte am tsc. Was lernen die Studierenden in deinem Unterricht?

Claudius Buser: «Du bist auch Teil der Geschichte. Denk nicht zu klein von deinem Platz darin, sondern lass Gottes Geist und Liebe Raum, sich in Dir und durch Dich zu entfalten.» Es ist unglaublich, was entsteht, wenn Gottes Liebe uns und unsere Geschichte durchdringt. Also setzen wir uns mit unserer eigenen Geschichte auseinander, und plötzlich werden wir Teil von etwas Grösserem, das 2000 Jahre zurückreicht. Wir erkennen dabei: Wir gehören dazu, das hat auch mit mir zu tun. Unsere Herkunft zu kennen hilft uns, die Gegenwart zu verstehen und für die Zukunft gewappnet zu sein.

Warum man Menschen mögen muss

tsc: «Man muss Menschen mögen» – von diesen «4M» erzählst du häufig in deinem Unterricht. Stimmt das?

Claudius Buser: Ja. Wir sollten im Reich Gottes ohne Liebe besser nichts anfassen, sonst machen wir die uns anvertrauten Menschen und die uns umgebende Schöpfung nur kaputt. Daher die «4M». Das geht aber nicht einfach so. Gott hat deshalb in unseren Alltag viele Übungsmöglichkeiten eingebaut. Eigentlich sollten wir bei so viel Training und einem so guten Coach alle schon Weltmeister in Sachen Liebe sein.

Claudius Buser über 180 Jahre tsc

tsc: Das tsc wird in diesem Jahr 180 Jahre – das ist jung angesichts 2000 Jahren Kirchengeschichte. Welchen Fussabdruck hat das tsc in der Kirchengeschichte hinterlassen?

Claudius Buser: Das tsc hat eigentlich keine Füsse, aber unsere Studierenden, unsere Mitarbeitenden und Dozierenden stehen mit beiden Beinen in dieser Welt. Und es ist atemberaubend, wo diese Füsse schon überall durchgezogen sind als Botschafter der Liebe Gottes in Verkündigung, Lehre und ganz praktischer, sozialer Arbeit. Wir finden Spuren bei uns in Europa und in der ganzen Welt: Über 13’000 Füsse (von mehr als 6500 Absolventinnen und Absolventen) waren und sind unterwegs auf unserem schönen Globus; zurzeit in mehr als 40 Ländern. Das ist doch wohl ein kräftiger Fussabdruck!

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser ist stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).
Logo 180 Jahre tsc
2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.
Semester-Eröffnungsgottesdienst Frühlingssemester 2020: Gemeinsames Abendmahl (1500x500px)

Abendmahl stärkt für das neue Semester

Foto: Claudius Buser (Bildmitte) beim Austeilen des Abendmahls.

Semester-Eröffnungsgottesdienst des Frühlingssemesters 2020

Abendmahl stärkt für das neue Semester

Sechs Wochen unterrichtsfreie Zeit bedeuten sechs Wochen ohne Abendmahlgottesdienst zum Wochenstart. Umso wertvoller erlebte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) die Rückkehr zu dieser Tradition am 3. Februar 2020. Mit dem gemeinsamen Abendmahl begann das Frühlingssemester.

Andacht über die Jahreslosung 2020

Im Abendmahl erinnern sich Christen an das Leben, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus. Und im Abendmahl bildet sich die Gemeinschaft wieder neu. Gegenseitig wird das Brot gebrochen und der Segen Gottes zugesprochen. Es ist eine Ermutigung für den Glauben.
Das dies immer wieder nötig ist, führte der stellvertretende Rektor Claudius Buser in seiner Andacht über die Jahreslosung 2020 aus: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» (Markus 9,24). Die Sehnsucht nach Glauben und die Realität des Zweifels könnten viele Christen nachvollziehen. Sie sei auch ein Grund, Theologie zu studieren. Damit Christen den Glauben besser verstehen und mehr davon weitergeben können, was sie von Gott erhalten haben.

Wohltuendes Wiedersehen

Es war für die 144-köpfige Studiengemeinschaft des tsc wohltuend, nach einer Zeit wieder zusammenzufinden, in der sie sich zerstreut hatte. Während die Abschlussklasse ihre Bachelorarbeiten in der Bibliothek schrieb, genossen weniger eingespannte Studierende ihre Skiferien. Wieder andere absolvierten Praktika oder bildeten sich weiter. Zum Beispiel im Workshop mit Matthias Jungermann von «Radieschenfieber». Er zeigte Theologie- und Pädagogikstudierenden, wie sie Klappmaulpuppen basteln und damit Geschichten erzählen können. Der Jahreskurs kehrte auch bereits Mitte Januar zurück auf den Chrischona-Campus. Auf dem Stundenplan der Jahreskursler standen verschiedene Seminare, zum Beispiel zu «Geld und Geist», zum prophetischen Gebet oder zur Geschichte von Erweckungsbewegungen.

Für 38 ist es das letzte Semester

Unmittelbar nach dem Eröffnungsgottesdienst strömten die Studierenden in die Lehrsäle für den ersten Unterricht des Semesters. Claudius Buser empfahl ihnen, frisch motiviert ans Werk zu gehen. «Ab an die Arbeit!», rief er ihnen zu.
Für die 28 Studierenden der Abschlussklasse 2020 und die 10 Jahreskursler hat das letzte Semester am tsc begonnen. Einige von ihnen haben bereits Stellen gefunden für die Zeit nach dem Studium, andere sind noch auf der Suche. Spannend wird sein, wohin es für den zweiten Abschlussjahrgang der Theologie- und Musikstudierenden geht. Nachdem 2019 die ersten drei ausgesendet worden sind, folgen 2020 die nächsten acht. Wer ihre Aussendung miterleben will, ist herzlich eingeladen zum tsc-Jahresfest am 28. Juni 2020.

Semester-Eröffnungsgottesdienst Frühlingssemester 2020: Claudius Buser bei der Andacht
Claudius Buser hält eine Andacht zur Jahreslosung 2020.
Klappmaulpuppen-Workshop 2020 am tsc mit Matthias Jungermann
Klappmaulpuppen zu basteln, macht ziemlich viel Spass – und ist pädagogisch lehrreich.
Podiumsgespräch am Forum Kommunikative Theologie 2020 (1500x500px)

Wie Christen besser kommunizieren

Bericht

Erkenntnisse des Forums Kommunikative Theologie 2020

Kommunikative Theologie zu betreiben, hat sich das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) auf die Fahnen geschrieben. Konkret geschieht dies beim zweitägigen Forum Kommunikative Theologie. Mitte Januar 2020 fand es wieder auf dem Chrischona-Campus statt. Diesmal dachten rund 50 Teilnehmer über ein Schlüsselthema nach, um den christlichen Glauben zu verbreiten: die Kommunikation.

Wer sich wissenschaftlich mit Kommunikation beschäftigt, landet schnell bei Paul Watzlawicks: «Man kann nicht nicht kommunizieren.» Darin einig waren sich auch die Referenten des Forums Kommunikative Theologie: die Professoren Vinzenz Wyss (ZHAW) und Harald Seubert (STH Basel), die tsc-Dozierenden Rahel Bidlingmaier, Dr. Stefan Felber und Dr. Jean-Georges Gantenbein sowie die Sprachtherapeutin Damaris Tschirner.

Kommunikative Herausforderungen für Christen

Besonders Religionsgemeinschaften und Christen stehen in der heutigen Zeit vor zahlreichen Herausforderungen, wenn sie öffentlich kommunizieren wollen. Der Professor für Journalistik Vinzenz Wyss arbeitete dies anhand der Systemtheorie von Niklas Luhmann und von empirischen Untersuchungen heraus. So seien Religionsinhalte selten Hauptthema, wenn Medien über Religion berichten. BBesonders Freikirchen macht es zu schaffen, dass sie in der Öffentlichkeit als «eine andere Welt» wahrgenommen werden. Zudem gebe es einen «Negativismus-Frame», der Religionsgemeinschaften mit Gewalt, Kriminalität oder Terrorismus in Verbindung bringt.

Prof. Wyss: «Geschwätziger werden!»

Was also tun? Prof. Wyss gab den Tipp, als Religionsgemeinschaft selbst aktiv zu kommunizieren und den Medien Personen und Geschichten anzubieten. Chancenreich sei es, christliche Werte mit aktuellen Fragen zu koppeln. Zudem sei eine Sehnsucht nach Gemeinschaften spürbar. Dies seien jedoch «neue Gemeinschaften, die sich nur noch durch Kommunikation definieren», wie Prof. Wyss erklärte. Und weiter: «Religionsgemeinschaften müssen geschwätziger werden, aber ohne zu moralisieren. Dann besteht die Hoffnung, wieder mehr wahrgenommen zu werden.»

Der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Vinzenz Wyss zeigte die Herausforderungen auf, die Christen bei ihrer Kommunikation in der Öffentlichkeit haben.
Der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Vinzenz Wyss zeigte die Herausforderungen auf, die Christen bei ihrer Kommunikation in der Öffentlichkeit haben.

Prof. Seubert: «Auf der Schrift gegründet und gesprächsfähig sein!»

Einen philosophisch-theologischen Blick auf das Kommunizieren in der heutigen Zeit warf Prof. Seubert. Mit einer guten Portion Humor und einer grossen Übersicht auf die Philosophiegeschichte konnte er die Zuhörerinnen und Zuhörer fesseln. Prof. Seubert ordnete die neuen Kommunikationsmöglichkeiten des 21. Jahrhunderts als ähnliche Revolution wie den Buchdruck ein. «Kommunikation wird weltumspannend und allverfügbar. Zwischen menschlichen Beiträgern zu dieser Kommunikation und Bots ist nicht mehr ohne Weiteres zu unterscheiden», analysierte er. Kirche und Theologie müssten darauf Antworten finden, für die Prof. Seubert fünf Thesen vorstellte. Eine davon lautete: «Die grosse Aufgabe ist es, fest auf der Schrift gegründet zu bleiben – und zugleich gesprächsfähig zu sein.» Die Kommunikative Theologie schätzte er dabei als hilfreichen Denk-, Lese- und Überzeugungsweg ein.

Prof. Dr. Harald Seubert artikulierte 5 Thesen zu den Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren theologischen Kommunizierens heute.
Prof. Dr. Harald Seubert artikulierte 5 Thesen zu den Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren theologischen Kommunizierens heute.

«Sprache hat Macht!»

Am zweiten Tag des Forums Kommunikative Theologie spannten Dozierende des tsc den inhaltlichen Faden weiter. Sie referierten darüber, wie sich Kommunikation gestalten lässt. Zunächst führte Dr. Stefan Felber (tsc-Dozent für Altes Testament) die Macht der Sprache vor Augen. Anhand von Ausschnitten des Films «Tolkien» zeigte er: Sprache lockt durch Schönheit, hat konservierenden Charakter und ist das Lebenselixier eines Volkes. «Sprache hat Macht. Christen und Nichtchristen haben ein Interesse an einer guten Sprache, an einer funktionierenden Kommunikation. Theologie und Kirche haben die höchste Motivation, sich um gute Kommunikation und Sprache zu bemühen», sagte Stefan Felber.

«Ein Wunder, wenn Kommunikation als gelungen erfahren wird»

Sprache und Bibelübersetzung sind Forschungsthemen von Stefan Felber. 2018 hat er dazu das Buch herausgegeben «Zwischen Babel und Jerusalem – Aspekte von Sprache und Übersetzung». Eine seiner dort zu Papier gebrachten Thesen fasste er am Forum Kommunikative Theologie so zusammen: «Es ist wirklich Gnade und Vorrecht, dass wir kommunizieren dürfen – ja es ist nach Babel immer ein Wunder, wenn Kommunkation als gelungen erfahren wird. Und der Pfingstbericht in Apg 2 zeigt: Am ehesten werden Menschen dort eins, wo sie sich unter die Grosstaten Gottes stellen und diese in ihren jeweiligen Sprachen vergegenwärtigen.»

Die Macht der Sprache führte Dr. Stefan Felber (Dozent am tsc für Altes Testament) vor Augen.
Die Macht der Sprache führte Dr. Stefan Felber (Dozent am tsc für Altes Testament) vor Augen.

Zu Augen Gottes werden

Kunsthistorisch interessant wurde es beim Vortrag von Dr. Jean-Georges Gantenbein (tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie). Er erzählte den Krimi der Wiederentdeckung der «Kreuzigung» des Renaissance-Malers Agnolo Bronzini. Massgeblichen Anteil daran hatten zwei italienische Kunstexperten, sogenannte «Augen», die Kunstwerke überprüfen. Seine These: Auch Mitarbeitende im Reich Gottes sollten sich zu Augen seiner Herrschaft entwickeln.

Methoden mutig ausprobieren

Zum Schluss wurde es mit Rahel Bidlingmaier praktisch-methodisch. Die Studiengangsleiterin der Theologie & Pädagogik machte Mut, sich auf neue Methoden einzulassen. Methoden seien viel mehr als eine nette Spielerei. Es gelte jedoch, Dinge auszuprobieren und Methoden nicht vorschnell zu verdammen. «Methoden müssen erlernt und eingeübt werden – sowohl vom Sender als auch vom Empfänger», lehrte Rahel Bidlingmaier.

Viel Stoff zum Weiterdenken

Die Zuhörerinnen und Zuhörer des Forums Kommunikative Theologie setzten sich zusammen aus tsc-Dozierenden, Vertreterinnen und Vertretern von tsc-Netzwerkpartnern und interessierten Gästen. Ihnen allen hat das Forum viel Stoff zum Nach- und Weiterdenken gegeben. Es motivierte auch für konkrete nächste Schritte. Thomas Eberhardt, Pastor der Chrischona-Gemeinde Thun, will beim Thema Vergebung ansetzen: «Kirche kann beim Thema Vergebung punkten. Das müssen wir rüberbringen». Und sein Kollege Elias Vogel aus der Chrischona-Gemeinde Steckborn will Gemeindemitgliedern den Tipp geben, Werte zu benennen – ohne zu moralisieren. So kann Kommunikative Theologie in der Praxis aussehen.

Dr. Jean-Georges Gantenbein ist Dozent für Interkulturelle Theologie am tsc. Die These seines Vortrags: Christen sollten sich zu «Augen» Gottes entwickeln.
Dr. Jean-Georges Gantenbein ist Dozent für Interkulturelle Theologie am tsc. Die These seines Vortrags: Christen sollten sich zu «Augen» Gottes entwickeln.
Methoden nicht verdammen, sondern mutig ausprobieren, forderte Rahel Bidlingmaier (Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik am tsc).
Methoden nicht verdammen, sondern mutig ausprobieren, forderte Rahel Bidlingmaier (Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik am tsc).

Forum 2021

Das nächste Forum Kommunikative Theologie findet am 21. und 22. Januar 2021 auf dem Chrischona-Campus statt.

Communicatio-Magazin

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