tsc aktuell: News und Talks mit René Winkler (1500x500px)

tsc aktuell

Videoserie auf Youtube

tsc aktuell

News und Talks mit René Winkler

In der Videoserie «tsc aktuell» präsentiert René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) News von Chrischona und führt Gespräche zu aktuellen Fragen. Sie sind auf dem Youtube-Kanal des tsc zu sehen.

19.01.2022
Was planen tsc und Chrischona Campus AG im Jahr 2022?

Zum Jahresbeginn 2022 blicken Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG) im Gespräch mit René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) auf das, was 2022 ansteht.

13.12.2021
Wie steht’s um die Finanzen von tsc und Chrischona Campus AG?

Kurz vor dem Jahresende 2021 blicken Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG) im Gespräch mit René Winkler (Leiter Weiterbildung tsc) auf die finanzielle Situation.

08.06.2021
Wie läuft Weiterbildung am tsc?

Wilf Gasser (Leiter des Instituts für Führung und Gemeinde-Entwicklung – ifge) und Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) stellen die Weiterbildungsangebote von tsc und ifge vor.

24.11.2020
Claudius Buser blickt auf 180 Jahre tsc: Was prägt bis heute?

Gespräch mit Claudius Buser (Dozent für Kirchengeschichte und stv. Rektor tsc)

08.09.2020
Wie startet das tsc ins Studienjahr 2020/21?

Statements von den tsc-Studierenden Senja Möschli, Lukas Knierim, Andrea Maag und Marc Burger sowie von Rektor Dr. Benedikt Walker

23.06.2020
Was lernt das tsc aus dem Corona-Semester?

Gespräch mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) und Dr. Dr. Beat Schweitzer (Studiengangsleiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie)

17.06.2020
Danke!

Von Herzen Danke sagen Studierende und Dozierende des Theologischen Seminars St. Chrischona für die Unterstützung der Beter, Spender und Freunde des tsc.

12.06.2020
Wie laufen Prüfungen in Coronazeiten?

Gespräch mit Rahel Bidlingmaier (Studiengangsleiterin des Bachelor-Studiengangs Theologie & Pädagogik)

28.05.2020
«Wir haben einen massiven Einbruch der Gästezahlen…»

Gespräch mit Zsolt Kubecska (Geschäftsführer Chrischona Campus AG)

19.05.2020
«Ich habe eine solche Krise noch nie erlebt!»

Gespräch mit Thomas Rudin (Präsident des Vereins Theologisches Seminar St. Chrischona)

13.05.2020
Wie laufen Studienbewerbungen in der Coronakrise?

Gespräche mit Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc), Dorothee Kanzinger (Sekretärin tsc) und Melina Frey (Studentin tsc)

29.04.2020
Wie funktioniert E-Learning?

Gespräche mit Micha Habel (Student tsc) und Dr. Debora Sommer (Leiterin Fernstudium tsc)

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Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

tsc-Jahresrückblick 2021

Ereignisse der Zeitgeschichte, Anekdoten vom tsc

tsc-Jahresrückblick 2021

Autor: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Claudius Buser kann in seinem traditionellen tsc-Jahresrückblick 2021 bereits zum zweiten Mal hintereinander nicht am Coronathema vorbei. Seinen Schwerpunkt legt er trotzdem nicht auf 2G- oder 3G-Regeln, sondern auf RG – das Reich Gottes und was wir davon am tsc erkennen.

Erinnerungen an 2020

«Im fernen Morgenland, nein, nicht dort, wo der Stern von den Magiern gesichtet wurde, der sie zum neuen König weisen soll, sondern im noch viel ferneren Morgenland – weit weg von der Zivilisation Europas – machten sich Magier – nicht auf den Weg – sondern an die Arbeit. Sie wollten eine neue Krone basteln, nicht einfach für den neuen König, nein, sondern für alle Menschen.

Noch wollten sie die Krone den Menschen nicht zeigen, da geschah es: Die Krone machte sich selbständig auf den Weg zu den Menschen dieser Erde. Und was viele nicht glauben wollten oder konnten, wurde wahr: Diese Krone für alle, veränderte das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt, in einer Art und Weise, wie sich das die Menschen zu Beginn des Jahres 2020 nicht in ihren kühnsten oder wirrsten Träumen hätten vorstellen können, auch wir am tsc nicht.»

So fing mein Jahresrückblick 2020 an. Ich hatte es damals nicht sehen kommen, dass uns Corona auch in diesem Jahr so beschäftigen würde und ich nochmals mit Corona anfangen werde. Doch nun können wir Corona oder eigentlich noch viel mehr: Corona kann uns mal. Wir haben das 2021 trotzdem gelebt, und zwar unter der Leitung einer anderen Krone.

RG statt 2G oder 3G

Natürlich gab es Quarantäne, Isolation, Impfdurchbrüche und Stimmungsumbrüche. Natürlich wissen wir nun, was Boostern heisst und wie 3G geht, aber ich bin froh, dass für Heiligabend ein G kommt. Auf ihn hoffen wir und ihn erwarten wir. Er kommt ohne Impfung, Maske und Zertifikat, muss daher wohl auch in einen Stall. Er kommt ohne dies alles, weil er uns anstecken will, ganz bewusst anstecken will mit einer ungeheuren Hoffnung: mit ihm kommt nicht 3G oder 2G sondern das RG, das Reich Gottes und er trägt eben eine andere Krone, die Krone seines Reiches, weil er der König ist.

Schauen wir in dieses spezielle Jahr hinein, dann haben wir doch viele spannende Sachen erlebt. Nun aber der Reihe nach:

Claudius Buser
Claudius Buser ist Stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am tsc.

Januar

Am 3. Januar 2021 vor 500 Jahren wurde Luther exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen. 500 Jahre später wurde zur «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung zwischen Lutheranern und der Katholischen Kirche» von 1999 ein erweitertes Dokument veröffentlicht. Ist das uns egal? Natürlich, wir haben kaum davon Kenntnis genommen. Aber es kann uns eigentlich nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.

4. Januar: Der Dachverband Freikirchen Schweiz veröffentlicht ein von Beat Schweitzer verfasstes Papier zum Thema: Impfen oder nicht. Empfehlens- und lesenswert bis heute!

14. Januar: Das erste, nie veröffentlichte Umschlagbild des Tim-und-Struppi-Comics «Der Blaue Lotos» des Zeichners Hergé erzielt bei einer Versteigerung in Paris einen Rekordwert von 3,2 Millionen Euro. Wenn noch jemand so ein Bild zuhause hat, wo es nur Staub ansetzt, könnt ihr es dem tsc als Weihnachtsgeschenk vermachen.

Am 20. Januar ist definitiv ausgetrumpt, natürlich ging das im Vorfeld nicht ohne grossen Klamauk und am 6. Januar gab es sogar eine Erstürmung des Weissen Hauses durch einen Mob. Aber nun bitten wir Biden, die Sache zu richten. Wobei die Leute 11 Monate später nicht ganz glücklich sind mit der Arbeit von Joe, nicht in Afghanistan, nicht in Bezug auf Russland oder China und auch nicht ganz zuhause. Hoffentlich trumpelt Trump in drei Jahren nicht wieder zurück ins Weisse Haus!

«Es kann uns nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Februar

Am 5. Februar starb der jüdische US-Amerikaner Hershel Shanks im Alter von 91 Jahren. Wenige kennen Hershel Shanks mit Namen, doch viele profitieren von seinem Einsatz für eine allgemeinverständliche Archäologie in Israel. Unter anderem bei der Veröffentlichung der Schriftrollen vom Toten Meer spielte er eine grosse Rolle. Unermüdlich kämpfte er gegen deren wissenschaftlichen Verschluss.

Und bei uns am tsc werden Bachelorarbeiten eingereicht. Die vier besten Bachelorarbeit können auf dieser Internetseite gelesen werden.

Das neue Semester hat uns wieder. Wir starten mit Unterricht im Internet, können das auch schon gut, haben wir das doch schon im letzten Herbst anfangen müssen. Wir freuen uns an den Gottesdiensten, die wir trotzdem feiern dürfen – zwar ohne gemeinsamen Gesang, aber trotzdem, und haben eigentlich trotz allem eine gute Stimmung am tsc. Wir beenden zum Glück nicht im Fernmodus, sondern dürfen nach Ostern, respektive Ende April umstellen auf Präsenzunterricht. Zum Glück haben wir so viel Platz auf dem Berg.

Aber es fehlten uns schon diverse Möglichkeiten, Gemeinschaft zu gestalten. Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.

März

Die Ever Given kann nichts mehr geben, sie steckt fest und rasch stauen sich 300 Schiffe hinter ihr und mit dem Stau hustet unser Konsum noch mehr. Ein Schiff, ein bisschen Sand und Europa hat ein Problem…

«Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

April

Der Theologe Hans Küng ist tot. Während mehr als dreissig Jahren lehrte Küng an der Eberhard-Karls-Universität im Tübingen in Baden-Württemberg. Bis 2013 war er Präsident der Stiftung Weltethos.
Das Ziel des Projekts Weltethos, das er 1995 mitgegründete, beschrieb Küng auf dessen Webseite: «Frieden unter den Religionen, Kulturen und Nationen auf der Basis einiger gemeinsamer elementarer ethischer Werte, Massstäbe und Haltungen.» Ja, wenn wir den Friedefürst handeln lassen, wenn er Frieden schenkt, dann erst ist Frieden.

Mai

«Gewöhn dich an anders», hiess es für die Senioren, die altbewährten Freunde des tsc aus vielen Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland. Corona lässt einen normalen Seniorentag nicht zu. Aber anders war echt gut und mehr Freunde des tsc als sonst erlebten den Seniorentag dezentral an vielen Orten. Es geht auch anders, das sagen wir Schweizer einfach dazu: Freude herrscht.

Wir feiern die Validierung unserer Studiengänge am 4. Mai. Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.

Ende Mai feiern wir unter dem Motto: «Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist» den Semesterabschlussgottesdienst im Freien unter blauem Himmel und singen aus vollen Kehlen, natürlich mit Abstand aber trotzdem, wir singen gemeinsam, wie schön ist denn das! Ja, das hat uns schon gefehlt, das gemeinsame Singen.

Juni

Prüfungen werden geschrieben und die Bücher aufgetan, um zu sehen, wer im Buch der Noten richtig liegt. Soweit so gut. Alles bestens, wir feiern mit 29 Absolventen und Absolventinnen ein familiäres tsc-Jahresfest. Und es werden zwei Chorvideos vorgestellt, die im Wenkenpark gedreht wurden. Ich war so stolz, als ich sie sah – ich bin es heute immer noch. Einfach klasse, was da an Können und Begeisterung durchkommt und wie gut ihr klingt.

«Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Juli und August

Fluten ergiessen sich über Europa. Es trifft viele Regionen. In Deutschland ist es die grösste Flutkatastrophe seit 1962. Es gibt viele Opfer und manche Dörfer werden Jahre gebrauchen, bis alles wieder in Ordnung ist. Und wir machen einfach Ferien. Wie nah, Freud und Leid und wie gut, dass wir nicht alles tragen müssen.

September

Und dann kommt ihr, ihr Ersties. Wir dürfen 39 neue Studierende bei uns willkommen heissen. Wir haben uns auf euch gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls. Und Thomas Härry hat euch gute Tipps für das Theologiestudium weitergegeben. Zum Beispiel den: «Theologie ist dann eine gute Theologie, wenn sie mich in die Nachfolge führt.» Oder: «Lies die Bibel unvoreingenommen, respektive barfuss und auch entwickle eine Denkweise der Neugier, achte auf dich selbst.» Und am Samstagabend haben wir gefeiert. Märchen wurden wahr. Nicht nur Märchen: Aus Mythologien und Comics erschienen Gestalten und verwandelten das Festgelände unter dem mystischen Mastenbaum von fast 250 Metern Höhe zu einer Rampe zu ungeahnten Höhenflügen.

«Wir haben uns auf euch Ersties gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Oktober und November

Und rasch geht es in das Herbstsemester hinein. Der Unterricht treibt den Schweiss auf die Stirn, Corona taucht überraschend früh am Horizont des kommenden Herbstes auf und wieder lernen wir, mit dem Virus umzugehen.

Überraschenderweise können wir unser Jubiläumstreffen mit 160 Alumni mit der 3G-Regel durchführen und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit sitzen wir wieder normal dicht beieinander, sehen wir wieder in maskenfreie Gesichter und singen aus vollen Kehlen in einem Innenraum – und das mit 160 Leuten. Leute, das war früher normal, jetzt erschien es einem als kleines Wunder. Und die Jubilare loben das tsc und freuen sich an dem, was sie hier oben sehen – das kann man nachlesen im CAMPUSLEBEN 4/2021.

Dezember

S’Mutti geht. Auf die Frage, wer den wohl Nachfolgerin von Merkel werden soll, sagte ein Kind: «Natürlich wieder eine Frau.» Es hatte keine andere Wirklichkeit erlebt als Mutti Merkel. 16 Jahre lang hat sie, die Pfarrerstochter, die Geschicke Deutschlands geleitet. Hut ab vor vielen ihrer Leistungen. Nun ist aber doch ein Papi gekommen, mal schauen auf was der Scholz in 16 Jahren stolz sein kann?

S’Mutti geht und wenn das Mutti geht, gehen andere einfach auch. Der innere Zusammenhang ist zwar nicht geklärt, aber es melden sich auch bei uns Leute, die gehen wollen, einige, weil sie in ein Alter gekommen sind, wo der wohlverdiente Unruhestand winkt, andere weil sie sich nach neuen Ufern aufmachen.

Schluss

Wie dem auch sei, gewöhn dich an Anderes. Wir werden uns wohl immer daran gewöhnen müssen im Leben. Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt. Wir feiern die Ankunft dessen, der uns an Anderes gewöhnen will. Anders im Sinne von göttlich, aus der Liebe heraus, vom Reich Gottes her, das er uns bringt. Aber auch anders im Sinne von: den Anderen als Teil dieses Reiches sehen und mit dem Anderen unterwegs sein, weil auch er ein Kind Gottes ist.

Dazu haben wir ja dieses Jahr auch ein Community-Paper erstellt, das uns helfen soll, anders zu denken im Umgang miteinander, von der Mitte her, von ihm her, der in der Krippe liegt.

Claudius Buser hat diesen Jahresrückblick für den Semesterabschlussgottesdienst am 22. Dezember 2021 vorbereitet. Wegen der Corona-Massnahmen fand der Gottesdienst in verkürzter Form statt. Claudius konnte seinen Jahresrückblick deswegen nicht live vortragen.

«Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.

Jean-Georges Gantenbein und die Interkulturelle Theologie

tsc-Dozierende

«Ich will die Studierenden begeistern für das Reich Gottes!»

5 Fragen an Dr. Jean-Georges Gantenbein, tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Der engagierte Dozent hat langjährige Erfahrung mit der Gemeindearbeit in Frankreich. Eines seiner Herzensthemen ist die Kontextualisierung des Evangeliums. Im Gespräch mit dem tsc verrät er mehr darüber und über seine Motivation für den Dienst als tsc-Dozent.

tsc: Jean-Georges, was ist dein Lieblingsort auf Chrischona?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kirche, der Ursprungsort der Chrischona-Bewegung. Sie erinnert mich an den einfachen Start vor 181 Jahren. So ist es auch im Glaubensleben: Es beginnt mit fast nichts, aber dank Jesu Verheissung kann Grosses werden.

tsc: Was unterrichtest du in Interkultureller Theologie?

Jean-Georges Gantenbein: Früher hiess es Missionswissenschaft. Wie können wir Jesu Auftrag erfüllen, das Evangelium allen Völkern und Nationen weiterzugeben? Das Fach behandelt praktische, historische und kulturelle Aspekte. Für uns Europäer ist der kulturelle Aspekt gerade aktuell, denn «fremde Kulturen» kommen mehr und mehr zu uns – und wir müssen lernen, wie wir ihnen das Evangelium weitergeben können.

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.
Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.

Traditionsabbruch des Christentums in Europa

tsc: Die Kontextualisierung des Evangeliums in Europa ist ein wichtiges Thema von dir. Deine Doktorarbeit handelt davon. Was ist damit gemeint?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kontextualisierung ist eine Methode der Missionswissenschaft, bekannt seit den 1970ern. Angewandt wurde sie überall auf der Welt, nur nicht bei uns im Westen. Damals betraf Mission die Welt ausserhalb des christlichen Abendlandes. Das gilt heute nicht mehr. Wir müssen mit einem Traditionsabbruch des Christentums in Europa rechnen. Wir erleben tagtäglich, wie die jüdisch-christlichen Werte an Bedeutung verlieren. Es geht also darum, wie wir das Evangelium in einer postmodernen und nachchristlichen Zeit neu kommunizieren können. Denn viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.

Warum die Welt Jesus braucht

tsc: Wofür brennt dein Herz als Dozent am tsc?

Jean-Georges Gantenbein: Mir geht es immer auch darum, die Studentinnen und Studenten auf das vorzubereiten, was nach dem Studium kommt. Ich will sie begeistern für das Reich Gottes!

tsc: Wenn dir die Welt für ein paar Sekunden zuhören würde, was würdest du ihr sagen?

Jean-Georges Gantenbein: In der Welt hat es heute wenig Hoffnung für die Zukunft. Deshalb braucht die Welt das Alleinstellungsmerkmal des Christentums: die Hoffnung in Jesus Christus.

«Viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.»

Dr. Jean-Georges Gantenbein, tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie

«Can the West Be Converted?» Dr. Gantenbeins Doktorarbeit ist 2021 auf Englisch erschienen.
«Can the West Be Converted?» Dr. Gantenbeins Doktorarbeit ist 2021 auf Englisch erschienen.
Bene Müller, ehemaliger externer Qualitätsprüfer des Studiengangs Theologie & Musik (1500x500px)

«Der Studiengang Theologie & Musik hat sich erfreulich entwickelt!»

Theologie & Musik

«Der Studiengang Theologie & Musik hat sich erfreulich entwickelt!»

Interview mit Bene Müller, externer Qualitätsprüfer

Von 2016 bis 2021 war der Musiker und Lobpreis-Leiter Bene Müller externer Qualitätsprüfer für den Bachelor-Studiengang Theologie & Musik des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Nach dem Ende dieser Tätigkeit verrät er im Interview mit dem tsc, wie er die Entwicklung des Studiengangs erlebt hat und warum Kirchen dessen Absolventinnen und Absolventen brauchen.

tsc: Lieber Bene, du warst fünf Jahre lang externer Qualitätsprüfer für den Bachelor-Studiengang Theologie & Musik des Theologischen Seminars St. Chrischona. Was hast du konkret gemacht?

Bene Müller: Ich prüfte, ob die Richtlinien eingehalten, Prüfungen korrekt durchgeführt, Bewertungen fair gemacht und verständlich kommuniziert wurden sowie die Arbeiten den wissenschaftlichen Anforderungen genügten.

tsc: Der Studiengang Theologie & Musik wirbt damit, ein einzigartiges Studienangebot im deutschsprachigen Raum zu sein. Was unterscheidet ihn von Angeboten der Konkurrenz?

Bene Müller: Die Studiengänge des Theologischen Seminars St. Chrischona sind von der Middlesex University in London validiert. Deren Richtlinien müssen eingehalten werden. Das bedeutet, dass Bewertungen unabhängig von theologischen Ausrichtungen und Vorlieben vorgenommen werden müssen. Dies wirkt sich natürlich auf den Inhalt der gesamten Ausbildung aus und hilft, diese gesellschaftlich relevant auszurichten. Dazu kommt, dass das Leben auf dem Campus einen einzigartigen Rahmen für gemeinschaftliches Leben bietet. Dies beinhaltet auch die Möglichkeit, den persönlichen musikalischen Ausdruck in verschiedenen Bands zur Geltung zu bringen.

tsc: Du hast die Entwicklung des Studiengangs Theologie & Musik eng begleitet. Wie hat sich der Studiengang weiterentwickelt?

Bene Müller: Im Lauf der letzten fünf Jahre hat eine erfreuliche Entwicklung des Studiengangs stattgefunden. Es freut mich besonders, dass neben der inhaltlichen Entwicklung die Ausrichtung viel breiter geworden ist. Ich meine damit die Offenheit zu aktuellen gesellschaftlichen Trends und Themen. Die Studierenden werden so auf ihr Berufsleben vorbereitet, dass sie einen Beitrag für die Gesellschaft von morgen leisten können.

tsc: Im Rahmen der Qualitätssicherung hast du auch Bachelorarbeiten gesichtet. Wie beurteilst du das Niveau der Arbeiten?

Bene Müller: Wie bei allen guten Bildungsinstitutionen sind Arbeiten im gesamten Leistungsspektrum zu finden. Mir ist aufgefallen, dass die Qualität der besten Bachelorarbeiten zugenommen hat. Das hat einerseits mit ausgezeichneter wissenschaftlicher Begleitung zu tun, andererseits mit der Offenheit, die nebst theologischen und musikalischen Aspekten auch philosophischen, soziologischen und anthropologischen Denkweisen Rechnung trägt.

Bene Müller hat als externer Qualitätsprüfer von 2016 bis 2021 die Entwicklung des Studiengangs Theologie & Musik am tsc begleitet.
Bene Müller hat als externer Qualitätsprüfer von 2016 bis 2021 die Entwicklung des Studiengangs Theologie & Musik am tsc begleitet.
Bei den Eben-Ezer-Sessions treten Bands von Studierenden der Theologie & Musik auf. So können sie Bühnenerfahrung sammeln.
Bei den Eben-Ezer-Sessions treten Bands von Studierenden der Theologie & Musik auf. So können sie Bühnenerfahrung sammeln.

tsc: Welches Qualitätslevel hat der Studiengang Theologie & Musik aktuell erreicht und was nützt das den Studierenden?

Bene Müller: Keine noch so gute Ausbildung garantiert Erfolg im späteren Berufsleben. Der Studiengang vermittelt nicht nur Wissen und Können, sondern schafft Voraussetzungen, um sich auch in Zukunft an neue Themen zu wagen und sich fundiert mit ihnen auseinander zu setzen. Das musikalische Niveau hat sich positiv entwickelt und die Bandprüfungen mit Publikum sind zu einem unterhaltsamen Event geworden, an dem man gerne teilnimmt. Ein Gewinn für alle Kirchen, die dafür Raum schaffen.

tsc: Es gibt auch Kritik. Etwa, dass es in den Kirchen und Gemeinden noch zu wenig berufliche Perspektiven für die Absolventinnen und Absolventen der Theologie & Musik gibt. Wie schätzt du das ein?

Bene Müller: Ich denke, dass den Kirchen ein grösserer Umbruch bevorsteht. Dies ist nicht nur der Covid19-Krise geschuldet, die Pandemie hat den Prozess aber beschleunigt. Viele Kirchen haben sich als «in sich gerichtete» Gemeinschaften entwickelt, die dem heutigen Leben nicht mehr gerecht werden. Innovation ist dem Verlangen gewichen, alles richtig zu machen. Dabei ist die Kontextualisierung des Evangeliums in die heutige Kultur und gesellschaftliche Entwicklung auf der Stecke geblieben. Genau hier entsteht ein Graben, der mit Menschen überwunden werden kann, die fundiert und mutig neue Wege gehen und auch musikalisch eine Sprache sprechen, die allgemein verständlich ist. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Theologie & Musik können solche Menschen sein!

tsc: Was wünschst du dem Studiengang Theologie & Musik für die Zukunft?

Bene Müller: Mir gefällt der Mix von wissenschaftlicher Arbeit, Praxis und Gemeinschaft. Dies gilt es weiter zu entwickeln. Wie Mose Josua den Rat mitgegeben hat: «Sei stark und mutig», rufe ich euch dasselbe zu, damit ihr das Kommende umarmen und einen Beitrag für die Allgemeinheit leisten könnt.

«Das musikalische Niveau hat sich positiv entwickelt und die Bandprüfungen mit Publikum sind zu einem unterhaltsamen Event geworden, an dem man gerne teilnimmt. Ein Gewinn für alle Kirchen, die dafür Raum schaffen.»

Bene Müller, externer Qualitätsprüfer BA Theologie & Musik 2016–21

Der gemeinsame Lobpreis prägt auch das Miteinander in der tsc-Community.
Der gemeinsame Lobpreis prägt auch das Miteinander in der tsc-Community.

Bachelor-Studiengang Theologie & Musik:

  • Einzigartige Kombination: Theologiestudium plus gründliche Musikausbildung
  • Training in Performance Skills und Musik-Masterclass
  • Schwerpunkt: Theologie und Praxis musikalischer Verkündigung und Anbetung
  • Viel musikalische Praxis: Einsätze mit Band und Chor, Eben-Ezer-Sessions, Praktika
  • Unterricht bei erfahrenen Musikerinnen und Musikern
  • Regelstudienzeit: 3 Jahre, Teilzeit möglich
Die Community am tsc versteht sich als geistliche Weggemeinschaft. Ihre Grundsätze hat sie in einem «Community-Paper» festgelegt.

Grundsätze der tsc-Community

Grundsätze der tsc-Community

In guter Weise Gemeinschaft leben

Wie versteht sich die Studiengemeinschaft am tsc selbst? Was ist ihr Ziel? Wie will sie miteinander umgehen? Antworten darauf formuliert das neue «Community-Paper», das die Studiengemeinschaft 2021 erarbeitet hat. Und das steht drin:

Theologische Bildung ist mehr als Wissensvermittlung.

Deshalb ist am tsc die Community als geistliche Weggemeinschaft so wichtig, in der wir gemeinsam wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.

Wir sind:

  • Wir sind als geistliche Weggemeinschaft unterwegs. Wir sehen uns als Lerngemeinschaft, in der wir wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.
  • Wir erleben unser Miteinander als Herausforderung und Bereicherung. Wir möchten dabei anderen zu ermutigenden Weggefährten werden.
  • Unser gemeinsames Unterwegssein wird im Faltblatt (PDF) anhand eines Baumes dargestellt: Verwurzelt im dreieinigen Gott und seinem Wort kann das «Ich» gedeihen und in Beziehung und Kommunikation mit seinen Mitmenschen treten.

Miteinander verbunden

Jesus Christus ist Ausgangspunkt und Mitte unserer Gemeinschaft.

Wir wollen:

  • Leben teilen – sowohl in unserer Freude als auch in unserem Leid. Besonders zum Teilen unserer Erfahrungen mit Gott geben wir einander Raum.
  • Wertschätzung schenken, da wir uns in unserer Vielfalt und Einzigartigkeit von Gott geliebt wissen. Deshalb begegnen wir einander in Achtung und Liebe, nehmen unsere Stärken und Schwächen wahr, lernen unsere Beweggründe verstehen und üben uns im respektvollen Umgang miteinander.
  • Ermutigen, indem wir die Stärken und Gaben fördern, die wir unter uns entdecken. Wir erlauben einander Fehler zu machen. Wir sind bereit, einander zu vergeben und uns zu versöhnen.

Mit einem Ja zu mir

Um ein gemeinschaftsfördernder Teil der Community zu sein, ist es wichtig, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Wir wollen:

  • Eigenverantwortung wahrnehmen, indem wir unsere persönlichen Bedürfnisse, Grenzen und Emotionen achten.
  • Uns selbst führen, indem wir unsere Persönlichkeit und unsere Gaben in der Community entwickeln und damit der Gemeinschaft dienen. Weil Jesus uns vergibt, lernen wir, auch uns selbst zu vergeben und bewusst mit unseren Emotionen umzugehen.
  • Bedürfnisse und Grenzen ansprechen, um uns gegenseitig zu verstehen und das Wohlergehen des Einzelnen stärken zu können. Grundlegend dafür ist ein Dialog, der geprägt ist von Offenheit und Zuhören.

In Gott verwurzelt

Unsere persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott ist verwurzelt in ihm als Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Wir wollen:

  • Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam Gott suchen, finden und erleben. Er ist Bereiter, Begleiter und Ziel unserer Weggemeinschaft.
  • Persönlich in unserer Gottesbeziehung zu Christus hin wachsen, sowie zu geistlich und emotional reifen Persönlichkeiten werden.
  • Kreativität fördern, Schönheit entfalten und Gottes Schöpfung bewahren und gestalten.

Was ist die tsc-Community?

Die tsc-Community ist die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Dazu gehören die Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden. Sie wollen als geistliche Weggemeinschaft unterwegs sein – in Gott verwurzelt, mit einem Ja zu sich selbst und miteinander in Christus verbunden.

tsc-Dozierende: Personelle Veränderungen im Dozentenkollegium 2022 (1500x500px)

Personelle Veränderungen im tsc-Dozentenkollegium 2022

tsc-Dozierende

Grössere personelle Veränderungen im tsc-Dozentenkollegium 2022

Das Theologische Seminar St. Chrischona steht vor grösseren personellen Veränderungen im Dozentenkollegium. Im Sommer 2022 werden vier langjährige Dozierende ihren Dienst am tsc beenden: Dr. Horst und Irmgard Schaffenberger werden pensioniert, Dr. Stefan Felber und Dr. Andreas Loos wechseln die Stelle. Das tsc schreibt drei Stellen für Dozierende neu aus.

«Weiterziehen hinterlässt Lücken»

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, dankt den vier Dozierenden für ihren langjährigen Dienst am tsc: «Irmgard, Horst, Stefan und Andreas haben unzählige Studentinnen und Studenten geprägt. Ihr Weiterziehen hinterlässt Lücken. Das tsc wünscht ihnen Gottes Segen für ihren nächsten Lebensabschnitt.»

Dr. Horst und Irmgard Schaffenberger sind seit fast 30 Jahren am tsc. Horst Schaffenberger war von 2006 bis 2016 Seminarleiter, davor und danach unterrichtete er Fächer der Praktischen Theologie. Er ist jetzt und auch weiter im Ruhestand tätig als 1. Vorsitzender des neuen Fördervereins für das tsc in Deutschland. Irmgard Schaffenberger engagiert sich seit vielen Jahren im Team des tsc-Jahreskurses. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahreskurse unterrichtet sie in den Fächern Homiletik und Spiritualität. Sie ist auch gefragt als Mentorin und Praxisbegleiterin.

Dr. Andreas Loos wechselt zur reformierten Kirche

Eine neue Herausforderung wagt Dr. Andreas Loos, der seit 2002 Systematische Theologie am tsc unterrichtet. Dies tut er nur noch bis zum Ende des Studienjahres 2021/22. Ab 2022 wird er als Theologe in der evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz tätig sein. Seine künftige Tätigkeit umfasst die Entwicklung von Angeboten für die theologische Bildung für Erwachsene bei «Fokus Theologie» und das Bloggen und Podcasten zu Glaubensthemen bei RefLab. Vom tsc verabschiedet sich Andreas Loos so: «Nach zwanzig Jahren beglückender Arbeit fällt mir das nicht leicht. Das, was ich heute als Mensch und Theologe bin, wurde ich zu einem bedeutenden Teil durch das tsc und seine Menschen. Zugleich fühle ich mich gezogen in etwas Neues mit anderen Menschen und neuen Möglichkeiten.»

Dr. Stefan Felber leitet künftig den Gemeindehilfsbund

Schon länger klar ist der Stellenwechsel von Dr. Stefan Felber. Nach 22 Jahren als tsc-Dozent für Altes Testament wird er ab Sommer 2022 die Aufgabe als Leiter des Gemeindehilfsbundes in Deutschland übernehmen. Er folgt dort auf den jetzigen Leiter Pfr. Dr. Joachim Cochlovius, der in den Ruhestand tritt. Diese Entscheidung fiel bereits im Juni 2020.

Dr. Horst Schaffenberger, tsc-Dozent und 1. Vorsitzender des Fördervereins für das tsc
Dr. Horst Schaffenberger, tsc-Dozent und 1. Vorsitzender des Fördervereins für das tsc
Irmgard Schaffenberger, Dozentin im tsc-Jahreskurs
Irmgard Schaffenberger unterrichtet bis Sommer 2022 als Dozentin im tsc-Jahreskurs.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist bis Sommer 2022 Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Systematische Theologie.
Pfr. Dr. Stefan Felber, tsc-Dozent für Altes Testament (Portraitfoto, 3zu4)
Pfr. Dr. Stefan Felber ist bis Sommer 2022 Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Altes Testament.

Stellenausschreibung

Das tsc hat drei freiwerdende Dozentenstellen ausgeschrieben:

  • Dozent/in für Praktische Theologie (50 – 100 %)
  • Dozent/in für Systematische Theologie (50 – 100 %)
  • Dozent/in für Bibelwissenschaften (Schwerpunkt Altes Testament, 50 – 100 %)

Bewerbungen können per E-Mail an tsc@tsc.education geschickt werden. Die Bewerbungsfrist endet am 24.01.2022.

Über das Theologische Seminar St. Chrischona:

  • Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die vornehmlich durch Spenden und Studiengebühren getragen wird.
  • Das tsc legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die tsc-Community mit aktuell rund 130 Studierenden. Auf dem Chrischona Campus werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.
  • Die Bachelor-Studiengänge am tsc sind von der Middlesex University London validiert.
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Interview mit Broer Broers

«Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Interviews mit tsc-Jubilaren 2021

«Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Beim Jubiläumstreffen 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona beantworteten zwei Absolventinnen und drei Absolventen die Fragen von Online-Redaktor Markus Dörr. Er wollte von ihnen wissen, welche Lernerfahrungen aus dem Studium sich nach 20, 30, 40, oder 50 Jahren Dienst bewährt haben, an welchen tsc-Moment die Alumni gerne zurückdenken und wie sie das tsc heute erleben.

tsc-Absolvent 1981

Broer Broers

Broer Broers hat das Studium auf Chrischona 1981 abgeschlossen und ist heute Leiter für geistlich-theologische Fragen bei der Großstadt Mission in Hamburg.
Leiter für geistlich-theologische Fragen Großstadt Mission Hamburg

Vor 40 Jahren wurdest du ausgesendet vom tsc, was machst du heute?

Ich bin seit gut 16 Jahren in Hamburg tätig. Und zwar bei einem diakonischen Träger für Kinder- und Jugendhilfe und auch Eingliederungshilfe (Arbeit für Menschen mit Behinderung). Bei uns arbeiten über 200 Menschen, meist Erzieherinnen oder Sozialpädagogen. Ich bin unter anderem für das geistlich-theologische Profil der Großstadt-Mission zuständig.

Welche Lernerfahrung aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Ich habe die Gemeinschaft auf Chrischona genossen und natürlich habe ich hier die theologischen Grundlagen bekommen. Es ist aber wichtig, da spreche ich sicher nicht nur für mich, dass man sich weiterentwickelt. Mein Leitspruch heisst: «Ich darf sein der ich bin – und werden, der ich sein kann

Erinnert ein bisschen an Gott: Ich bin der, der ich bin.

Ja, der Gott des Alten Testaments ist derselbe Gott, der heute wirkt. Die Gesellschaft verändert sich und ich glaube, Gott entwickelt sich mit uns. Es stimmt wohl, was der Evangelist Klaus Vollmer gesagt hat: «Gott ist gerne jung.» Gott ist in Bewegung und wir dürfen uns mit ihm weiterentwickeln.

Dein tsc-Moment?

Ich erinnere mich an den damals noch verpflichtenden Arbeitsdienst. Das Gewächshaus wurde neu gebaut und ich habe mit meinem ostfriesischen Freund die Heizungsrohre neu gestrichen. Viele andere Handwerksschilder waren am Bauzaun angebracht. Wir haben selbstbewusst selbst ein Schild gestaltet und dazu gehängt. Darauf stand: «Malerarbeiten Schulte-Broers». Das fand der damalige Chrischona-Verwalter wohl nicht so lustig und hat das Schild flugs abnehmen lassen. Mir fehlt im Rückblick die Leichtigkeit und der dazu gehörende Humor.

Wie erlebst du das tsc heute? Hat sich da etwas gewandelt?

Ja, das habe ich schon vor 15 Jahren gemerkt, als ich das letzte Mal hier war. Hier weht ein anderer Geist – der Geist der Veränderung und des Aufbruchs. Das Leitungsteam ist nach meiner Einschätzung permanent dran, die Ausbildung an die aktuellen Herausforderungen in den Gemeinden, aber auch in der Gesellschaft, anzupassen.

«Ich habe die Gemeinschaft auf Chrischona genossen und natürlich habe ich hier die theologischen Grundlagen bekommen.»

Broer Broers, tsc-Absolvent 1981

tsc-Absolventin 1991

Petra Feisel

Petra Feisel wurde 1991 von Chrischona ausgesendet. Heute ist sie in einer evangelischen Kindertagesstätte tätig.
Hausfrau, Mutter und Mitarbeiterin einer ev. Kita

Was machst du heute?

Ich bin Hausfrau und Mutter von vier Kindern, die jetzt am Ausfliegen sind. Berufstätig bin ich in einer evangelischen Kindertagesstätte. Dort bin ich mit den Schwerpunkten Religionspädagogik und Musik unterwegs. Ausserdem helfe ich in der Landeskirche mit. Da bin ich für die Besuchsdienste bei alten Menschen zuständig und engagiere mich auch musikalisch.

Was hat sich bewährt?

Auf jeden Fall das fundierte Bibelverständnis und das Anliegen, Werte weiter zu vermitteln. Besonders wichtig ist mir das bei Kindern. Da gestalte ich zum Beispiel kleine Gottesdienste von unserer Kita mit.
Von der Zeit auf St. Chrischona ist mir geblieben, dass wir zu Gott eine Beziehung aufgebaut haben. Das war hier ganz wichtig und das möchte ich auch anderen weitergeben, dass Gott zu uns eine persönliche Beziehung haben möchte.

Dein tsc-Moment?

Ich war mit einer Schweizerin aus dem Zürcher Oberland im Zimmer. Als Hessin musste ich mich in das Schweizerdeutsch erstmal ziemlich reinhören. Da gab es ein paar sprachliche Missverständnisse, zum Beispiel «wischen» und «putzen». Das war super lustig.
Für mich war das dann so: Immer wenn irgendetwas auf dem Berg auf Hochdeutsch stattfinden musste, musste ich ran. Das Zusammenfinden von verschiedenen Nationalitäten hat mir Spass gemacht und viel gebracht.

Wie erlebst du das tsc heute?

Ich finde es hier inzwischen schon sehr modern. Was ich auch ganz toll finde: Jetzt wird vieles aufgegriffen, was die Jugendlichen mitbringen. Das Musikalische, ihre Talente, die sie haben, die werden hier oben auf dem Berg verstärkt. Das beeindruckt mich, dass Chrischona so offen geworden ist.

«Jetzt wird vieles aufgegriffen, was die Jugendlichen mitbringen. Das Musikalische, ihre Talente, die sie haben, die werden hier oben auf dem Berg verstärkt. Das beeindruckt mich, dass Chrischona so offen geworden ist.»

Petra Feisel, tsc-Absolventin 1991

tsc-Absolvent 2001

Armin Messer

Armin Messer, tsc-Absolvent 2001, ist heute Missionsleiter von OMF International Deutschland.
Leiter OMF International Deutschland

Was machst du heute?

Ich bin bei OMF International Deutschland zusammen mit meiner Frau in der Missionsleitung tätig. Wir waren vorher 16 Jahre in Japan, sind erst seit drei Jahren zurück in der neuen Aufgabe.

Welche Lernerfahrungen aus dem Studium haben sich in deinem Dienst bewährt?

Es sind zwei Sachen. Das eine ist das Erleben der Lebensgemeinschaft auf dem Berg, die damals deutschsprachig international war. Ich studierte mit Menschen aus verschiedenen Nationen und verschiedenen kirchlichen Hintergründen. Das war eine tolle Vorbereitung für unseren Dienst mit OMF, wo über 40 Nationen und Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen zusammenarbeiten.
Es war für mich auch prägend, eine gute, solide biblische Ausbildung zu bekommen. Die war damals noch stärker auf Pastoren ausgelegt, aber wir waren in der Gemeindegründungsarbeit tätig und das war enorm hilfreich – eine gute Grundlage für den Dienst. Das andere haben wir später nach und nach dazu gelernt.

Dein tsc-Moment?

Chrischona ist nicht nur ein Ort der theologischen Ausbildung, sondern hat meiner Frau und mir auch die Fragen nach der Berufung und der Führung Gottes gestellt. Ein Lehrer hat uns sehr konkret im zweiten Studienjahr angefragt: Könnt ihr euch vorstellen, ein Missionspraktikum in Israel zu machen? Wir konnten in der ganzen Studienzeit mit verschiedenen Dozenten über persönliche Berufungsfragen sprechen und mit der Lebensgruppe auf dem Berg darüber beten. Dieses gemeinsame, ganzheitliche Suchen nach Gottes Willen fand ich stark.

Wie erlebst du das tsc heute?

Ich bin begeistert, was im Moment läuft. Stichwort: «back to the roots», zurück zum Kernauftrag, Menschen theologisch auszubilden, um das Evangelium zu kommunizieren. Ein bisschen schade finde ich, dass es den Missionszweig im Theologiestudium nicht mehr gibt und dass das Studium in drei Jahren kompakter ist und dadurch manches verloren gegangen ist.
Sehr positiv empfinde ich das Ringen des tsc mit der Frage, was aktuell für junge Menschen relevant ist. Dies schliesst auch die Fragen mit ein: Was brauchen die Gemeinden? Was braucht das Missionsfeld? Was braucht die Welt an Output? Da gibt es natürlich immer Nachschärfungsbedarf und ich bin gespannt, mehr dazu zu lernen.

OMF International Deutschland ist Partner im tsc-Netzwerk.

«Ich studierte mit Menschen aus verschiedenen Nationen und verschiedenen kirchlichen Hintergründen. Das war eine tolle Vorbereitung für unseren Dienst mit OMF, wo über 40 Nationen und Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen zusammenarbeiten.»

Armin Messer, tsc-Absolvent 2001

tsc-Absolvent 2001

Christian Seitz

Christian Seitz ist tsc-Absolvent von 2001 und Regionalleiter Mitte von Chrischona Schweiz.
Regionalleiter Mitte Chrischona Schweiz

Was machst du heute?

Ich bin als Regionalleiter Mitte bei Chrischona Schweiz in der Personalverantwortung für 23 Pastorinnen und Pastoren.

Welche Lernerfahrung aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Ich habe im Studium gelernt, dass ich Dinge kurz und prägnant auf den Punkt bringen möchte. Pastoren haben ja manchmal die Angewohnheit, zu viel oder zu sehr über die Köpfe hinweg zu reden. Deshalb hat mich der Satz geprägt: «Ich möchte keine Antworten auf Fragen geben, die mir keiner gestellt hat.»

Dein tsc-Moment?

Zu meiner Zeit war es noch üblich, dass man eine Paar-Beziehung erst bei einem Lehrer ansprechen sollte, bevor es in der Studiengemeinschaft bekannt wird. Ich weiss noch genau, wie das war, als ich dem Dozenten Klaus Haag von Daniela erzählen wollte. Ich gehe im Brüderhaus in sein Büro, öffne die Tür, er schaut mich an, ich schau ihm in die Augen und er fragt mich nur: «Na, wie heisst sie denn?» Das war für mich schön und entspannend, dass er mir das schon angesehen hat. Ich habe diese «prophetische Gabe» bei ihm sehr geschätzt.

Wie erlebst du das tsc heute?

Natürlich anders, wie damals – und das ist gut. Zu meiner Zeit hat man vieles top-down bestimmen wollen. Heute freue ich mich, dass ich junge Menschen auf dem Campus sehe, die ihre ganze Vielfalt ausleben und auch ausleben dürfen. Ich freue mich über die theologische Vielfalt der Dozentinnen und Dozenten. Ich finde, dass Chrischona eine vielfältige Spannweite haben darf. In der Theologie findet vieles seinen Platz und man muss nicht einengen oder begrenzen.

Vor 20 Jahren wurdest du vom tsc ausgesendet. Was möchtest du in 20 Jahren über das tsc sagen?

Ein Glückwunsch von meiner Hochzeit ist mir hängen geblieben: «Ich wünsche dir, dass du in 50 Jahren deine Frau nochmal heiraten würdest.» Das würde ich mir mit 67 – in 20 Jahren – auch im Bezug aufs tsc wünschen. Dass ich sagen kann: «Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Chrischona Schweiz ist Partner im tsc-Netzwerk.

«Das würde ich mir mit 67 – in 20 Jahren – auch im Bezug aufs tsc wünschen. Dass ich sagen kann: Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Christian Seitz, tsc-Absolvent 2001

tsc-Absolventin 1971

Elfriede Scharrer

Elfriede Scharrer blickt auf ein vielfältiges Dienstleben zurück. Die tsc-Absolventin von 1971 engagiert sich stark in der Frauenarbeit.
ehemalige CVJM-Referentin, engagiert sich in der Frauenarbeit

Was waren die drei wichtigsten Stationen in deinem Dienst?

Ich war zuerst in drei Pfarrbezirken in Winnenden/Württemberg in der Jugendarbeit tätig. Da habe ich mit Mädchenarbeit angefangen und dann mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gearbeitet. Mir war wichtig, dass eine Beziehung zur Gemeinde hergestellt wird, damit Jugendliche mit Erwachsenen über ihren Glauben ins Gespräch kommen.

Nach fünf Jahren bin ich vom CVJM-Landesverband Bayern gerufen worden. Ich war dort die erste weibliche Hauptamtliche. Meine Aufgabe war es, Mädchen und Frauen in ganz Bayern in ihren Gruppen zu begleiten und Freizeiten und Schulungen für die Mitarbeiterinnen durchzuführen. Es war wichtig für die Frauen, ein weibliches Gegenüber zu haben.

Als Ehefrau und Mutter habe ich dann ehrenamtlich weiter Jugendliche und junge Erwachsene begleitet und eine Frauengruppe gegründet, die sich auch heute nach 38 Jahren noch trifft. Viele Jahre lang war ich ehrenamtlich bei Frühstückstreffen für Frauen tätig. Später habe ich auch selbst Referate gehalten, um die Frauen in ihrem Glauben und Alltag zu ermutigen.

Was aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Die Lehrer waren für mich wertvolle Vorbilder für mein Christsein und meinen späteren Dienst. Dankbar bin ich für den Unterricht bei Klaus Haag, Edgar Schmid, Elsbeth Meyer und anderen. Klaus Haag war es immer wichtig, dass das Gelernte in der Praxis Anwendung findet. Auch der Seelsorgeunterricht bei Edgar Schmid hat sich später sehr bewährt. Ich habe bis heute noch meine Mitschriften und bin sehr dankbar für diese Zeit.

Dein tsc-Moment?

Mein erster Predigttext war die Geschichte von der Heilung des blinden Bartimäus. Beim Spaziergang im Wald habe ich meine Predigt laut geprobt. Dabei ging ein Lehrer von mir unbemerkt hinter mir her. Ich weiss gar nicht mehr, was er dann gesagt hat, aber es war etwas Ermutigendes. Ich habe diesen Text später oft brauchen können. Bartimäus fasziniert mich, weil er nicht aufgehört hat zu Jesus zu rufen. Und Jesus hat den Bartimäus gehört, gesehen und gefragt: Was willst du von mir? Es begeistert mich, dass Jesus auch seine Jünger als Mitarbeiter mit einbezogen hat, indem er ihnen den Auftrag gab: Ruft ihn her! Das hat mich ermutigt, auch immer wieder andere zu Jesus zu bringen.

Wie erlebst du das tsc heute?

Wenn ich jünger wäre, würde ich gerne nochmal ein Jahr am tsc studieren, weil heute mit ganz anderen Methoden und Inhalten unterrichtet wird, allen voran die Kommunikative Theologie. Das hat früher etwas gefehlt, den einzelnen Menschen in seiner Situation und mit seinen Gaben wahrzunehmen. Gerade die vielen Themen aus der Praxis für die Praxis würden mich begeistern. Heute finde ich es ermutigend, dass Dozenten und Studenten gemeinsam auf Augenhöhe Projekte gestalten. Gut finde ich auch, dass es heute möglich ist, über das Internet Vorträge abzurufen und so auf dem Laufenden zu bleiben.

«Die Lehrer waren für mich wertvolle Vorbilder für mein Christsein und meinen späteren Dienst.»

Elfriede Scharrer, tsc-Absolventin 1971

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 11.–12.03.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 16.02.2022, 18–19.30 Uhr.
Jubilarinnen und Jubilare im Gespräch miteinander.

Was sich im Leben bewährt

tsc-Jubiläumstreffen 2021

Was sich im Leben bewährt

Rund 160 Absolventinnen und Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) folgten Anfang November 2021 der Einladung zum Jubiläumstreffen. Sie erlebten zwei Tage mit Feierlichkeiten, Informationen und Gemeinschaft. Die Frage des Treffens lautete: Was hat sich im Leben bewährt?

«Jesus begeistert mich!»

Die traditionelle Jubilarenfeier moderierte René Winkler, der am tsc die Alumni-Arbeit verantwortet. Er fragte zwölf Jubilarinnen und Jubilare, was sich in ihrem Leben bewährt hat. Die häufigste Antwort: die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Der 92-jährige Karl Lechner, der 1956 sein Studium auf Chrischona abgeschlossen hat und als FEG-Pastor tätig war, erklärte: «Je länger je mehr ist für mich Jesus der Mensch, der mich am meisten begeistert.» Leo Peter, der 1961 ausgesendet wurde und Pastor bei Chrischona Schweiz war, sagte: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»

Die Jubilarinnen und Jubilare berichteten auch von Herausforderungen und schwierigen Lebensphasen. Für Petra Feisel vom tsc-Abschlussjahrgang 1991, die als Erzieherin tätig ist, hat sich deshalb bewährt, «dass wir nicht immer für alles verantwortlich sind. Gott gibt uns nicht zu viele Aufgaben. Ich habe gelernt, wo ich die Grenzen ziehen muss.»

Herzensbeziehung zu Jesus bewährt sich

Die Frage, was sich im Leben bewährt, war zudem Thema im gemeinsamen Gottesdienst der Jubilarinnen und Jubilare mit der tsc-Studiengemeinschaft. Einen entsprechenden geistlichen Impuls setzten die tsc-Studentin Ruth Hunziker und der tsc-Jubilar Adalbert Kanzinger. Für Ruth hat sich bewährt, eine Herzensbeziehung zu Jesus zu führen – «eifach e chli sy bi Jesus». Adalbert hob hervor: «Wir sollten nicht nur das Evangelium predigen, sondern es auch leben.» Er plädierte für eine gelebte Barmherzigkeit – einen Glauben, der durch die Liebe tätig ist.

Der Gottesdienst war ein starkes Zeichen für das gemeinsame Unterwegssein am tsc. Die aktuellen tsc-Studierenden lobten Gott gemeinsam mit den Jubilarinnen und Jubilaren, die einst am tsc studierten.

Unterschiedliche Lebensläufe der Jubilare

Die Jubilarinnen und Jubilare haben vor 10, 20, 30, 40, 50, 60 oder mehr Jahren ihr Studium am tsc abgeschlossen und kehrten teilweise nach vielen Jahren erstmals wieder zurück nach St. Chrischona. Ihre Berufungen und Lebenswege führten sie in ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Viele arbeiten in Gemeinden, etwa im pastoralen Dienst. Andere sind in sozialdiakonischen Werken oder Missionsorganisation tätig. Und es gibt manch aussergewöhnliche Lebensläufe, etwa als Botschafter.

Grosse Freude über das Jubiläumstreffen 2021

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsste alle Jubilarinnen und Jubilare herzlich. Er informierte sie über die Entwicklungen der letzten Jahre und stellte aktuelle Projekte vor, darunter den Umbau und die Renovierung der Eben-Ezer-Halle. Dort entstehen zwei neue Unterrichtsräume und schallisolierte Musikübungsräume für den wachsenden Bachelorstudiengang Theologie & Musik. Dabei zeigte Benedikt Walker einige der erfolgreichen Musikvideos, die in der Corona-Zeit auf dem tsc-Youtube-Kanal veröffentlicht wurden.

Die Freude über das Jubiläumstreffen war diesmal besonders gross, weil es nach vielen coronabedingten Veranstaltungsausfällen im Jahr 2021 die tsc-Veranstaltung mit den meisten Besucherinnen und Besuchern auf Chrischona war. Ausser der Covid-Zertifikatspflicht galten keine grösseren Einschränkungen. Dies ermöglichte eine entspannte und fröhliche Atmosphäre.

Infos zum tsc-Jubiläumstreffen

  • Das tsc-Jubiläumstreffen findet jährlich statt.
  • Eingeladen werden alle Absolventinnen und Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona bzw. des früheren Predigerseminars und der Bibelschule für Frauen, deren Aussendung 10, 20, 30, 40, 50, 60 oder mehr Jahre zurückliegt.
René Winkler (Bildmitte) fragt die Jubilarinnen und Jubilare des tsc, was sich in ihrem Leben bewährt hat.
René Winkler (Bildmitte) fragt die Jubilarinnen und Jubilare des tsc, was sich in ihrem Leben bewährt hat.
Leo Peter wurde 1961 von St. Chrischona ausgesendet und war viele Jahre als Pastor bei Chrischona Schweiz tätig. Er sagt: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»
Leo Peter wurde 1961 von St. Chrischona ausgesendet und war viele Jahre als Pastor bei Chrischona Schweiz tätig. Er sagt: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»
tsc-Studentin trifft tsc-Absolvent: Ruth Hunziker und Adalbert Kanzinger erzählten im Gottesdienst mit den Jubilarinnen und Jubilaren, was sich in ihrem Glaubensleben bewährt hat.
tsc-Studentin trifft tsc-Absolvent: Ruth Hunziker und Adalbert Kanzinger erzählten im Gottesdienst mit den Jubilarinnen und Jubilaren, was sich in ihrem Glaubensleben bewährt hat.

«Mit meinen Studienkollegen vom Ordinationsjahrgang 1971 konnte ich das 50-Jahr-Jubiläum feiern. Ich freute mich über die sehr ansprechend gestaltete Jubiläumsfeier. Dazu hat das tsc als Gastgeber einmal mehr das Beste gegeben. Herzlichen Dank!  Dazu wurden der heutige Auftrag der Ausbildungsstätte und die damit verbundenen Anliegen in sehr guter Weise und mit historischer Komponente präsentiert. So konnte ich mir schliesslich als alter Chrischona-Hase neu sagen: Paul, du bist bei einer guten Sache mit dabei. Bleib weiter am Ball!»

Paul Herren, tsc-Absolvent 1971

tsc-Abschlussjahrgang 1971: Brüder mit Ehefrauen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 mit Ehefrauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 mit Ehefrauen

tsc-Abschlussjahrgang 1971: Bibelschülerinnen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 der Bibelschule für Frauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 der Bibelschule für Frauen

tsc-Abschlussjahrgang 1991: Brüder mit Ehefrauen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 mit Ehefrauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 mit Ehefrauen

tsc-Abschlussjahrgang 1991: Bibelschülerinnen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 der Bibelschule für Frauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 der Bibelschule für Frauen

tsc-Abschlussjahrgang 2001

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 2001 mit Partnerinnen und Partnern
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 2001 mit Partnerinnen und Partnern
Die tsc-Studenten Fritz Hunger (links) und Martin Scheuermann am Brandenburger Tor in Berlin.

«Herzlich willkomm´ in Brannenborg!»

Praxiseinsatz

«Herzlich willkomm´ in Brannenborg!»

tsc-Studenten besuchen Deutschlands atheistischen Osten

Praxiseinsätze sind fester Bestandteil jedes Studiengangs am Theologischen Seminar St. Chrischona, weil die Studierenden dabei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und direkte Einblicke in die Arbeit von Gemeinden und Werken erhalten. Im Sommer 2021 besuchten die tsc-Studenten Fritz Hunger und Martin Scheuermann mit weiteren Praktikantinnen und Praktikanten das Gemeindegründungsprojekt der St. Bernhard Gemeinschaftskirche in Brandenburg an der Havel. Sie berichten:

Kirche auf Ebay gekauft

«Hallo, ick bin die Elke!» «Grüss dich, ick bin der Jürgen!» – so wurden wir an unserem ersten Abend in Brandenburg begrüsst. In die St. Bernhard Gemeinschaftskirche kamen wir auf Einladung von Hans-Martin Richter. Er hat selbst am tsc studiert und fand 2013 auf Ebay die Anzeige, dass in Brandenburg an der Havel eine katholische Kirche für 120’000 Euro verkauft werden sollte. Dank einiger Spendenzusagen entschied er sich für den Kauf, sammelte ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und erhielt die Kirche letztlich für die Hälfte der ausgeschriebenen Summe. Seit 2014 arbeitet das Team unter den Brandenburgern mit Hauskreisen sowie in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Austausch mit Gemeindegründern

Im Zusammenhang mit unserem Besuch der St. Bernhard Gemeinschaftskirche entstanden auch Begegnungen mit Leiterinnen und Leitern anderer Gemeindegründungsprojekte, zum Beispiel: Elbkirche Magdeburg, Refo Moabit Berlin. Wir erlebten den Austausch als horizonterweiternd. Die drei Gemeinden haben ein tiefes Bedürfnis, Antworten auf folgende Fragen zu finden: Für wen gestalten wir Gemeinde? Wer lebt in dieser Stadt oder Siedlung? Was brauchen genau diese Menschen? Wir hatten den Eindruck, dass etablierte Kirchen oft an der Missachtung dieser Fragen scheitern.

Senioren kommen zum Glauben

Als Studenten des Studiengang Theologie & Musik lernen wir, die Gemeinde im Lobpreis am Instrument zu begleiten und konnten dies in den Morgenandachten der Gemeinschaftskirche anwenden. Besonders berührend erlebten wir die Begegnung mit Senioren, welche erst vor kurzem zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Mehrmals hatten wir Freudentränen in den Augen, als wir die Leidenschaft der «jungen» Christen für ihre kleine Kirche gesehen haben! Der Hunger nach der Liebe Gottes in Brandenburg war für uns wie ein trockener Boden, der unter grossem Lärm zusammenbricht, als er mit Wasser in Berührung kommt.

Sozial-religiöses Vakuum nach 40 Jahren DDR

Helmut Matthies, der ehemalige Leiter der evangelischen Nachrichtenagentur idea, führte uns in die wechselhafte Geschichte Brandenburgs an der Havel ein: von der grossen Slawenmission durch Mönche hin bis zur Errichtung der ersten Gaskammer wurde die Stadt ferner im Dritten Reich zum Ausgangspunkt des T4-Euthanasieprogramms. Nach 40 Jahren DDR erlitten viele Brandenburger finanzielle Ausbeutung und finden sich trotz der Wiedervereinigung in einem sozial-religiösen Vakuum wieder.

Obwohl Fritz im Erzgebirge aufgewachsen ist, war es für ihn eindrücklich und schockierend zugleich, dass es der DDR in Brandenburg gelungen ist, Kirche und Glaube nahezu «auszurotten». Zwei Generationen sind nicht mehr im Bewusstsein einer göttlichen Person aufgewachsen, während im Erzgebirge dieses Bewusstsein noch stärker vorhanden ist.

Die tsc-Studenten Fritz Hunger (links) und Martin Scheuermann am Brandenburger Tor in Berlin.
Die tsc-Studenten Fritz Hunger (links) und Martin Scheuermann am Brandenburger Tor in Berlin.
In der ehemals katholischen St. Bernhard Kirche in Brandenburg an der Havel hat sich die neue Gemeinschaftskirche gegründet.
In der ehemals katholischen St. Bernhard Kirche in Brandenburg an der Havel hat sich die neue Gemeinschaftskirche gegründet.

Was ist Gott?

Während wir uns die Frage stellen, wie Gott ist oder wer Gott ist, stellen sich die meisten Brandenburger die Frage, was Gott ist. Unterschiede zwischen den christlichen Konfessionen spielen für sie keine Rolle: Christ ist Christ, egal ob katholisch oder evangelisch. Das meint auch der katholische Pfarrer Patzelt, welchen wir in seiner Kirchgemeinde besucht haben: «Die Hauptsache katholischen Lebens ist Jesus Christus in der Mitte zu haben!»

Wie funktioniert Missionsarbeit in Brandenburg?

«Die traditionelle Familie in Brandenburg besteht aus einer alleinerziehenden Mutter und einem Vater, der nach einem Jahr die Beziehung wieder auflöst. Die Frage: ‹Wie lange bleibst du noch bei uns?› stellen uns die Menschen daher häufig, da sie keine Beständigkeit kennen», sagt Hans-Martin Richter. Er fügt hinzu: «Mission in Brandenburg kann meiner Meinung nach nur durch die Gründung einer Gemeinde geschehen. Beziehungen sind sehr wichtig, denn die Menschen beginnen erst an Gott zu glauben, wenn sie Vertrauen gewonnen haben.»

Fritz Hunger und Martin Scheuermann überlegen sich, ob sie nach dem Studium am tsc in einer Gemeindegründungsarbeit tätig sein möchten. Einen Besuch bei der St. Bernhard Gemeinschaftskirche können sie sehr empfehlen.

«Mission in Brandenburg kann meiner Meinung nach nur durch die Gründung einer Gemeinde geschehen. Beziehungen sind sehr wichtig, denn die Menschen beginnen erst an Gott zu glauben, wenn sie Vertrauen gewonnen haben.»

Hans-Martin Richter, Gründer der St. Bernhard Gemeinschaftskirche in Brandenburg an der Havel

Linktipp:

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 11.–12.03.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 16.02.2022, 18–19.30 Uhr.
tsc-Ersties 2021: Dorothea, Ruben, Debora, Florian und Beatrice (1500x500px)

Worauf sich die neuen tsc-Studierenden freuen

Erstie-Interviews 2021

Worauf sich die neuen tsc-Studierenden freuen

39 neue Studentinnen und Studenten haben zum Start des Studienjahres 2021/22 ein Studium oder den Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) begonnen. In Kurzinterviews berichten sie von ihrem persönlichen Weg ans tsc. Sie beschreiben ihre Vorfreude und nennen die Ziele, mit denen sie ihr Studium beginnen.

BTh Kommunikative Theologie im Fernstudium

Dorothea Ulm

51 Jahre, Gemeindereferentin in Langenzenn (D)

Wie verlief dein Weg ans tsc?

Vor ca. zwei Jahren sagte ich Gott, dass ich ihm mein Leben nochmal neu anvertraue und bereit bin, für ihn neue Wege zu gehen. Kurze Zeit später bekam ich ein Angebot, als Gemeindereferentin in einer kleinen Gemeinde zu arbeiten. Ich suchte nach einer Möglichkeit, die wichtigsten Grundlagen zu erlernen und informierte mich bei einem Kongress am tsc-Stand. Kurze Zeit später belegte ich mit grosser Begeisterung Online-Kurse. In der kommenden Zeit öffnete Gott mir immer wieder Türen. Das ermutigte mich, jetzt das Fernstudium zu beginnen.

Du hast bereits die Module Griechisch und Bibel in ihrer Geschichte als Online-Kurse absolviert. Wie wichtig war dieser Vorlauf für deine Entscheidung für das Fernstudium? Und was hast du dabei gelernt?

Die Online-Kurse waren eine gute Möglichkeit zu prüfen, ob ich den Anforderungen des Studiums gewachsen bin. Die Schulzeit liegt bei mir ja schon etwas zurück. Das Studium forderte zwar viel Disziplin, Zeit und die Bereitschaft wissenschaftlich zu arbeiten, eröffnete aber auch den Raum, den persönlichen Glauben zu hinterfragen, zu überdenken und neu über die Grösse Gottes zu staunen. Es beeinflusste sowohl meine Beziehung zu Gott als auch zu anderen Menschen.

Du engagierst dich bereit seit Jahrzehnten an der Seite deines Mannes Volker Ulm (1. Vorsitzender im Hensoltshöher Gemeinschaftsverband) in der Gemeindearbeit. Was möchtest du im Fernstudium Neues darüber lernen?

Unsere Welt unterliegt einem ständigen Wandel, das macht auch vor der Gemeinde Jesu nicht halt. Darum freue ich mich, neue Impulse rund um Gemeindebau und Gemeindegründung zu erfahren, aber auch die Grundlagen zu erlernen, die Bibel auszulegen und Glaubensfragen zu reflektieren.

Mit welchem Ziel beginnst du das Studium?

Natürlich will ich das Studium abschliessen und das Gelernte in der Gemeindepraxis umsetzen können. Ich möchte Menschen mit Jesus in Kontakt bringen und sie auf dem Weg der Nachfolge begleiten.

Dorothea Ulm studiert Theologie im Fernstudium am tsc.
Dorothea Ulm studiert Theologie im Fernstudium am tsc.

«Die Online-Kurse waren eine gute Möglichkeit zu prüfen, ob ich den Anforderungen des Studiums gewachsen bin.»

Was begeistert dich am Studiengang Kommunikative Theologie?

Mich begeistert, dass es tatsächlich um Kommunikation geht. Theologie bleibt nicht im wissenschaftlichen Denken stecken, sondern soll auf unterschiedliche Arten und Weisen kommuniziert werden. Das ist total spannend und fasziniert mich immer wieder

Was ist das Besondere am tsc?

Das Besondere ist für mich die herzliche und offene Atmosphäre, die am tsc herrscht. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich mal wieder auf dem «Berg» sein kann und nicht nur über den Computer am tsc-Leben teilnehme. Das muss man erlebt haben!

Deine Tochter Ann-Sophie studiert neu Theologie & Musik. Dass Mutter und Tochter gemeinsam als Studentinnen am tsc studieren, ist ziemlich einmalig. Wie kam es dazu?

Von Anfang an habe ich unseren Kindern begeistert von meinem Studium erzählt. Als ich zu einer Prüfung ans tsc reiste, begleitete Ann-Sophie mich. Auch sie wurde von der freundlichen und ermutigenden Art dort angesprochen und der einzigartige Studiengang Theologie & Musik hat sie überzeugt. Jetzt freuen wir uns auf die coole Zeit, miteinander am tsc zu studieren.

Worauf freust du dich zu Beginn deines Fernstudiums am meisten?

Auf die vielen neuen Impulse und darauf jede Menge Neues über Gott zu entdecken.

«Mich begeistert, dass es tatsächlich um Kommunikation geht. Theologie bleibt nicht im wissenschaftlichen Denken stecken, sondern soll auf unterschiedliche Arten und Weisen kommuniziert werden. Das ist total spannend und fasziniert mich immer wieder»

BTh Kommunikative Theologie im Präsenzstudium

Ruben Sommer

21 Jahre, aus Strengelbach (CH)

Wie verlief dein Weg ans tsc?

Meine Entscheidung, am tsc Theologie zu studieren, war ein zweijähriger Prozess. Denn nach meiner Ausbildung zur «Fachmaturität Kommunikation» hatte ich zunächst das Ziel, Journalist zu werden. Nachdem ich durch einen längeren Prozess feststellte, dass zwar mein Kopf dabei war, aber mein Herz nicht, kam das Thema Theologie wieder auf den Tisch und unter anderem auch das tsc.

Warum hast du dich für den Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie entschieden?

«Wir können nicht nicht kommunizieren.» (P. Watzlawick) Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir uns damit auseinandersetzen. Ohne Kommunikation gibt es keine menschliche Interaktion.

Während meines Praktikums beim Radio habe ich herausgefunden: Fragen macht dich nicht unwissend, sondern öffnet Türen. Ich konnte einfach Fachleute anrufen und sagen: «Ich bin vom Radio und ich würde voll gerne mal wissen, wie das geht?» Und das ist dann mega spannend, was du dann erfährst. Es ist horizonterweiternd und augenöffnend.
Durch meinen ursprünglichen Wunsch, Journalist zu werden, bringe ich eine Offenheit und gewisse Neugier mit. Journalisten behalten ihre Erkenntnisse nicht für sich. Genau diese Leidenschaft teile ich, wenn ich etwas Neues in der Bibel entdecke, verspüre ich den Drang, es auch weiterzuerzählen. Ich möchte mich gerne auf intellektuelle Weise mit dem Glauben auseinandersetzen, ihn selbst besser verstehen, ihn aus anderen Perspektiven kennenlernen und selbstständig Bibeltexte auslegen und recherchieren können.

Was begeistert dich am Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie?

Kommunikation begeistert mich allgemein, da sie etwas Lebendiges ist. Wissen sammeln und weitergeben – in der Kommunikativen Theologie treffen zwei meiner Leidenschaften aufeinander. Ich bin gespannt, Veränderung erleben zu dürfen, denn das ist auch etwas, dass unser Glaube braucht: dass wir kommunizieren und uns weiterentwickeln. So, wie wir uns entwickeln, entwickelt sich auch unsere Perspektive und unser Glaube.

Mit welchem Ziel beginnst du das Studium?

Mein Ziel ist es, dass ich in den nächsten drei Jahren einen Ort finde, wo ich meine Gaben einsetzen kann. Und mein Gebet ist es, dass Gott mir einen Weg zeigt.

Ruben Sommer studiert seit 2021 Kommunikative Theologie im Präsenzstudium am tsc.
Ruben Sommer studiert seit 2021 Kommunikative Theologie im Präsenzstudium am tsc.

«Wissen sammeln und weitergeben – in der Kommunikativen Theologie treffen zwei meiner Leidenschaften aufeinander.»

BA Theologie & Pädagogik

Debora Wettstein

19 Jahre, aus Gerlikon (CH)

Wie verlief dein Weg ans tsc?

Dadurch, dass meine Schwester bereits hier studiert hat, kannte ich den Berg und das tsc schon etwas. Und die Schnuppertage haben meine Entscheidung, am tsc zu studieren, auch noch einmal bestätigt. Ich freue mich, hier zu studieren und ich finde es echt bereichernd, dass drei unterschiedliche Fachbereiche mit Theologie verbunden werden.

Warum studierst du Theologie & Pädagogik?

Durch den Glauben gibt pädagogisches Handeln für mich einen Sinn. Deshalb wollte ich nicht Sozialpädagogik studieren, sondern Theologie & Pädagogik. Denn der Glaube vermittelt so viele gute Werte, an denen sich auch die Welt oft auch ein Beispiel nimmt.

Ich habe die Ausbildung zur Fachfrau Betreuung gemacht und bei gewissen Unterrichtsinhalten habe ich mir Fragen gestellt. Etwa beim Zitat: «Der Mensch ist gut». Ist der Mensch wirklich gut? Wer gibt dem Menschen überhaupt Wert? Darum freue ich mich aufs Studium am tsc, weil die Pädagogik gegründet ist auf den christlichen Glauben und somit ein festes Fundament hat.

Mit welchem Ziel beginnst du das Studium?

Während dieses Studiums stelle ich mich Gott zur Verfügung. Ich möchte mir Zeit nehmen für ihn und in der Beziehung zu ihm wachsen. Ich vertraue darauf, dass er mir durch das Studium zeigt, wo mein Weg hingeht. Es macht mir grosse Freude mit Kindern zusammenzuarbeiten, aber ich bin auch offen, noch weitere Gaben zu entdecken. Ich möchte mir die nötigen Werkzeuge aneignen, die ich später gebrauchen kann und ausgerüstet sein für das, was nachher kommt.

Worauf freust du dich zu Beginn deines Studiums am meisten?

Ich freu mich mega auf die Gemeinschaft unter den Studentinnen und Studenten, dass wir gemeinsam füreinander da sind und miteinander vorwärtsgehen. Ausserdem freue ich mich darauf, tiefer in Glaubensthemen abtauchen zu können.

Debora Wettstein studiert seit 2021 Theologie & Pädagogik am tsc.
Debora Wettstein studiert seit 2021 Theologie & Pädagogik am tsc.

«Durch den Glauben gibt pädagogisches Handeln für mich einen Sinn. Deshalb wollte ich nicht Sozialpädagogik studieren, sondern Theologie & Pädagogik.»

BA Theologie & Musik

Florian Polifke

28 Jahre, aus Warstein (D)

Wie verlief dein Weg ans tsc?

Als operativer Logistikleiter war ich für 60 bis 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich. Ich habe es als Privileg erlebt und da ist es nicht erstaunlich, dass so mancher über meinen Entschluss zu studieren verwundert und überrascht war. Ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen und scheue nicht davor zurück, dabei bis an meine Grenzen zu gehen. Auf den Ruf einzugehen und es zu wagen, ist herausfordernd – und ich möchte Leute ermutigen: Seid mutig und vertraut Gottes Plänen!

Was begeistert dich am Bachelorstudiengang Theologie & Musik?

Theologie & Musik begeistert mich als Kombination, da beides Lebensbereiche sind, für die ich brenne.

  • Theologie: Was denke ich über Gott? Ich darf tiefer in die Materie einsteigen. Wer ist Gott? Ich will in meiner Beziehung zu Gott wachsen und mich und mein Gottesbild herausfordern lassen.
  • Musik: Ich freue mich, meine musikalischen Fähigkeiten auszubauen – sei es in der Band, in Musiktheorie oder in anderen Modulen. Mein Hauptfach ist Gesang und mein Nebenfach Klavier – auch hier bin ich schon gespannt, Neues zu entdecken, zu wachsen und mich dabei herausfordern zu lassen.

Mit welchem Ziel beginnst du das Studium?

Mein Hauptziel ist es, geistlich und persönlich zu reifen. Ich habe noch keine Ahnung, was ich nach meinem Studium machen möchte. Aber ich glaube, dass der Herr mich persönlich und geistlich herausfordern will, ihn besser kennenzulernen. Der «heilige Berg St. Chrischona» ist für mich ein Ort, an dem man Gott auch noch mal anders begegnen kann. Ein Gemeinschaftsgefühl, das durch Menschen mit Ehrlichkeit und brennender Leidenschaft für Gott geprägt ist. Ich freue mich, neue Leute kennenzulernen, die die gleiche Leidenschaft und den gleichen Fokus teilen.

Florian Polifke brennt sowohl für Theologie als auch für Musik und ist deshalb richtig im Bachelorstudiengang Theologie & Musik.
Florian Polifke brennt sowohl für Theologie als auch für Musik und ist deshalb richtig im Bachelorstudiengang Theologie & Musik.

«Theologie & Musik begeistert mich als Kombination, da beides Lebensbereiche sind, für die ich brenne.»

tsc-Jahreskurs

Beatrice Strässle

52 Jahre, aus Zeiningen (CH)

Wie verlief dein Weg ans tsc?

Im Januar 2021 bin ich einer Online-Bibelgruppe beigetreten, in der zufälligerweise die Ehefrau eines tsc-Dozenten mit dabei war. Sie hat mich ermutigt, einfach mal hinzugehen und mir das tsc anzugucken. Das habe ich erstmal nicht gemacht. Dann habe ich aber von meiner Schwägerin mitbekommen, dass das tsc wieder live Schnuppertage anbieten kann. Und dann bin ich angekommen – und musste gar nicht mehr überlegen – ich war so begeistert!
Am Schnuppertag konnte ich die Begeisterung für den Glauben und die Bibel spüren. Auch wenn man sich nicht intensiv kennengelernt hatte – konnte man dieses Feuer so deutlich spüren. Das will ich auch!

Warum nimmst du am tsc-Jahreskurs teil?

In den letzten Jahren durfte ich verschiedene Konfessionen erleben. Dies forderte mich heraus, mich kritisch mit meinem Glauben auseinanderzusetzen und eine Vielfalt und Lebendigkeit des Glaubens zu entdecken. Durch meinen Wunsch, mich auch in meiner Gemeinde einzubringen, kam es dazu, dass ich die katechetische Ausbildung absolvierte. Es war eine herausfordernde Zeit, gefüllt mit vielen neuen Fremdwörtern und Prüfungen.
Jetzt freue ich mich sehr, dass ich beim tsc einen Ort gefunden habe, an dem ich für ein ganzes Jahr lernen darf – ohne Prüfungen absolvieren zu müssen. Und ich habe die Möglichkeit, weiterhin bei meiner Familie zu sein und zugleich die Gemeinschaft hier mit anderen Christen zu erleben.

Worauf freust du dich zu Beginn des tsc-Jahreskurses am meisten?

Vor zwölf Jahren besuchte ich einen Alphalive-Kurs und durfte den Glauben neu kennenlernen und eine neue Beziehung zu Gott aufbauen. Dabei bekam ich auch meine erste Bibel geschenkt, denn zuvor hatte ich noch nie eine eigene besessen. Meine Neugier wuchs und auf meinem Weg die Bibel zu entdecken, kamen viele Fragen auf. Seitdem beschäftigen mich der Glaube und die Bibel sehr. Ich freue mich auf eine Zeit am tsc, in der ich mich mit vielen Leuten darüber austauschen darf und die Bibel – das Grosse und Ganze von der Schöpfung bis hin zur Offenbarung – besser kennenlernen kann.

Beatrice Strässle möchte im tsc-Jahreskurs mehr erfahren über die Bibel und den christlichen Glauben.
Beatrice Strässle möchte im tsc-Jahreskurs mehr erfahren über die Bibel und den christlichen Glauben.

«Am Schnuppertag konnte ich die Begeisterung für den Glauben und die Bibel spüren. Auch wenn man sich nicht intensiv kennengelernt hatte – konnte man dieses Feuer so deutlich spüren. Das will ich auch!»

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 11.–12.03.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 16.02.2022, 18–19.30 Uhr.