Bachelorarbeiten von tsc-Studierenden

Die Bachelorarbeit ist die wissenschaftliche Abschlussarbeit jedes Bachelor-Studiengangs am Theologischen Seminar St. Chrischona. Die tsc-Studierenden erörtern eigenständig ein selbst gewähltes Thema mit Hilfe von wissenschaftlichen Hilfsmitteln und den im Studium erworbenen Fähigkeiten. Das gewählte Thema muss mit den Programmzielen des jeweiligen Studiengangs übereinstimmen und wird mit Hilfe eines Dozierenden eingegrenzt. Dieser Dozierende begleitet den Studierenden während des Erarbeitungsprozesses.

Der Umfang der Bachelorarbeit beträgt 65’000-85’000 Zeichen, also rund 35-40 Seiten. Ausgewählte Bachelorarbeiten veröffentlicht das Theologische Seminar St. Chrischona auf dieser Internetseite. So können sich Interessierte über spannende theologische Themen informieren und sich ein Bild machen über die hohe Qualität der theologischen Ausbildung am tsc. Bei Fragen zu den einzelnen Bachelorarbeiten kann das tsc-Sekretariat den Kontakt zu den Autoren vermitteln.

Bachelorarbeiten 2020

Autor: Sandro Filippi

Abraham

Eine biblische Auseinandersetzung mit seinem Glauben und Leben

Zusammenfassung

«Abram glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit» (Gen 15,6). Zu Recht nimmt das Neue Testament, wenn es um Abrahams Glaube geht, diesen Vers als Zentralstelle. Das Leben Abrahams zeigt sich als ein beständiges Glauben und ein Halten an die Verheissung Gottes.

An die Verheissung, welche bei genauerer Betrachtung eine soteriologische Dimension erhält, indem sie auf Christus hinweist (Gal 3,16). Durch den Glauben wurde Abraham gerechtfertigt – nicht durch einen toten Glauben (Jak 2,26), sondern durch einen lebendigen und konkret fassbaren Glauben, der sich in all seinen Lebensbereichen gezeigt hat. Denn Abraham stand in seinem Glauben nicht einfach ausserhalb des Lebens, sondern er war Bewohner dieser Welt (wenn auch als Fremdling).

Als Mensch tritt Abraham den menschlichen Problemen entgegen. So kämpft er, um seinen Neffen Lot zu befreien, streitet sich mit Abimelech um einen Brunnen, wird ungeduldig, als es um die Erfüllung der Verheissung geht und muss sich anderen schwierigen Konflikten stellen. In all dem lässt sich in Abrahams Leben eine Glaubensentwicklung feststellen, welche von seiner Berufung an immer stärker wird, bis sie in der Bindung Isaaks ihren Höhepunkt erreicht. Dabei versagt Abraham zwar immer wieder, doch Gott bleibt treu und zeigt sich so im Glaubensweg Abrahams als der, welcher den Anfang und den Endpunkt des Glaubens darstellt.

Abrahams Glaube steht nicht im luftleeren Raum, sondern er steht auf dem festen Fundament der Verheissung Gottes. Dies zeigt sich auch in der neutestamentlichen Sicht auf Abraham, wo er als Paradigma für den christlichen Glauben gebraucht wird. Es stellt sich heraus, dass der Glaube Abrahams derselbe ist, wie der Glaube der heutigen Christen. Es ist der Glaube auf Christus hin, der Anfang und Ziel der Abrahams-Verheissung ist. Es geht im Glauben Abrahams also nicht primär um Abraham selbst, sondern um den, der am Ende der Verheissung steht: um Christus. So ist Abrahams Leben auch heute noch Orientierungshilfe für das Leben des Christen. Er verlässt sich auf Gott, der stärker ist als der Tod und der seine Verheissungen erfüllen kann und wird, egal ob dies auch noch so unmöglich erscheint.

Vita Sandro Filippi

Sandro Filippi, tsc-Absolvent 2020Sandro Filippi ist Jahrgang 1991. Er absolvierte zuerst eine Lehre als Informatiker, wo er mehrere Jahre als Systemtechniker gearbeitet hatte. Nach dem Ruf ins Theologiestudium ans tsc arbeitet er nun als Pastor in Bern. Seine Leidenschaft ist die Verbindung von Altem und Neuen Testament. Dies kommt auch in seiner Bachelorarbeit hervor, in welcher es um den Glauben Abrahams geht.

Autor: Tim Hottinger

Klingende Realität

Ein Vergleich von Söhngen und Begbie zur theologischen Begründung für das Wesen von Musik

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit von Tim Hottinger beschäftigt sich mit einer theologischen Begründung für das Wesen der Musik, anhand zweier Bücher der Autoren Oskar Söhngen und Jeremy Begbie. Oskar Söhngen schrieb Mitte des 20. Jahrhunderts seine «Theologie der Musik», in der er Musik trinitarisch begründet. Jeremy Begbies Buch «resounding truth – christian wisdom in the world of music» wurde knapp 70 Jahre später geschrieben, am Anfang des 21. Jahrhunderts. Die unterschiedlichen Erkenntnisse und Quellen sollen ein klareres Bild des Themas zeichnen.

In drei Teile ist die Bachelorarbeit aufgeteilt. Als Untermauerung der theologischen Begründung für Musik verwendet Tim Hottinger im ersten Teil säkulare Literatur. Zuerst benutzt er musikwissenschaftliche Definitionen, um den ungefähren musikalischen Rahmen zu erfassen. Danach wendet er sich Manfred Spitzers «Musik im Kopf» zu, worin der Psychologe die Erkenntnisse der neurologischen und biologischen Forschung um das Jahr 2000 skizziert und erläutert, wie Musik auf den Menschen und dessen Gehirn wirkt, wie dieser sie wahrnimmt und in wieweit er von ihr beeinflusst wird. Darauffolgend betrachtet die Bachelorarbeit philosophische Schriften des Komponisten Hans Zender, der davon ausgeht, dass Musik eine Sprache ist. Distanzierend von einer objektivierenden Sprache der Musik, die in der Notensprache gefunden werden könne, geht er auf einen tieferen Sinn der Musik ein, der hinter den Noten und Tönen mitschwingen soll.

Im zweiten Teil betrachtet Tim Hottinger die theologischen Verständnisse über Musik, zuerst von Söhngen, dann von Begbie. Diese erkennen Musik als Teil des Schöpfungswerks Gottes, das dem Menschen zur Freude und Gott zum Lobpreis geschaffen wurde. Nachdem der Autor der Bachelorarbeit deren Ansichten über das Wesen der Musik dargelegt hat, wendet er sich im dritten Teil dem Vergleich der beiden Theologen zu. Unterschiede zwischen den Ansichten gibt es vor allem bei der Frage, ob Musik creatio ex nihilo vom Menschen geschaffen wird. Dieser Frage wird im dritten Teil der Bachelorarbeit gesondert nachgegangen. Zuletzt zieht der Autor in einem persönlichen Fazit Konsequenzen aus den Erkenntnissen und gibt einen Ausblick mit Anregungen für die heutige christliche Generation.

Vita Tim Hottinger

Tim Hottinger, tsc-Absolvent 2020Tim Hottinger, Jahrgang 1993, ist aufgewachsen im Raum Frankfurt und wohnhaft in Norddeutschland. Nach dem Abitur lebte er für 18 Monate in Südafrika und begann danach sein Studium der Theologie & Musik am tsc. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums 2020 trat er eine Stelle als Pastor in einer landeskirchlichen Gemeinschaft in Niedersachsen an. Seit 2018 ist er verheiratet und wohnt mit seiner Frau und ihrer gemeinsamen Golden-Retriever Hündin in Oldenburg.

Musik liebt Tim schon seit er denken kann. Sich in ihr fallen zu lassen und dem Moment hinzugeben, ist eines der schönsten Dinge, die es für ihn gibt. Sein Glaube an Jesus Christus und der Weg, den er mit diesem einschlug, prägt ihn seit seiner frühen Jugendzeit. Obwohl Theologie nie sein Wahlfach war, kam die Kombination mit Musik im Jahr 2016 genau zur richtigen Zeit. Wie Musik in einer von Gott geschaffenen Welt ihren Platz einnimmt, war eine der leitenden und auch der interessantesten Fragen, die ihn während seines Studiums beschäftigten. Im Gemeindedienst sehnt sich Tim nach Ganzheitlichkeit der christlichen Kirche in einer postmodernen Gesellschaft sowie nach neuen und attraktiven Wegen, die frohe Botschaft vor allem für die jungen Generationen relevant zu machen.

Autor: Fabian Reinhardt

Das Werk des Hohepriesters Jesus

im Hebräerbrief und dessen Auswirkungen auf die Spiritualität der Gläubigen

Zusammenfassung

Um seine Adressaten zu ermutigen, am Christusglauben festzuhalten, führt der Hebräerbrief vielfach die Überlegenheit der Person Jesu Christi und seines Wirkens vor Augen. So nimmt er auf die atl. Tradition des levitischen Priesterdienstes Bezug, vergleicht sie mit dem Werk des Hohepriesters Jesus an der himmlischen Stiftshütte und hebt dessen Vorzüge hervor. Im Sohn Gottes und seinem Sühnetod sieht der Verfasser das Bestreben Gottes, Gemeinschaft mit den Menschen zu haben, trotz ihrer sündhaften Natur und Rebellion gegen seinen perfekten Willen, ganz in Erfüllung gekommen. Die mosaische Stiftshütte und der damit verbundene Priesterdienst mit seinem Opferkult sind für den Hebräerbrief daher nur ein Vorgeschmack auf das, was den Gläubigen durch Jesus Christus zuteilwird.

Eindrücklich beschreibt der Verfasser die Auswirkungen, die sich durch das Werk des Hohepriesters Jesus für die Spiritualität der Gläubigen ergeben. Die Exegese macht dabei deutlich, dass diese sich nicht nur auf die Adressaten beziehen, sondern auch auf die heutige Gemeinde Jesu. In der Menschwerdung und dem Sühnewirken des vollkommenen und sündlosen Gottessohnes sieht der Hebräerbrief die Voraussetzung für die dauerhaft gültige Sühnung der Gläubigen. Bei allem menschlichen Versagen dürfen sie sich der vergebenden Liebe und Gnade Gottes gewiss sein, die sie als Geschenk empfangen. Ihnen wird Rettung zuteil, die sie aus dem Wirkungsbereich der Sünde, des Teufels und des Todes herausnimmt – und damit aus einem weltlichen destruktiven Lebensstil befreit.

Stattdessen werden sie geheiligt, was die Grundbedingung für das Bestehen vor Gott ist, und somit befähigt für ein Leben nach seinem perfekten Willen. So können Christen schon gegenwärtig sich Gott nahen, mit ihm kommunizieren und ihn erleben. Auch wenn die Gläubigen noch in der Welt sind, soll ihr Blick Richtung Ewigkeit gerichtet sein. Denn dort soll die Gottesgemeinschaft an ihr Ziel gelangen und der Christ seinen eigentlichen Bestimmungsort finden. Der Verfasser ermutigt damit die Gläubigen, geduldig in allen Herausforderungen am Glauben an Jesus Christus, der unmittelbare Gemeinschaft mit Gott ermöglicht, und der damit verbundenen Ewigkeitshoffnung festzuhalten.

Vita Fabian Reinhardt

Fabian Reinhardt, tsc-Absolvent 2020Fabian Reinhardt, Jahrgang 1992, ist im Nordschwarzwald aufgewachsen und wurde bereits mit 15 Jahren redaktioneller Mitarbeiter einer Lokalzeitung. Nach dem Abitur arbeitete er für verschiedene Filmproduktionsfirmen und machte sich als Journalist und Filmemacher selbstständig. Seine Projekte (u. a. auch für die Liebenzeller Mission) führten ihn nicht nur in viele Länder Europas, sondern auch nach Afrika, Asien, sowie Nord- und Lateinamerika. Fabian engagierte sich schon zu Schulzeiten in der EC-Jugendarbeit. Sein Studium führte ihn von München über Bad Liebenzell bis nach St. Chrischona, wo er 2020 sein Bachelorstudium in Theologie abschloss. Zwischenzeitlich war er mit YWAM (Jugend mit einer Mission) in Südafrika, Namibia und auf Big Island Hawaii.

Bachelorarbeiten 2019

Autorin: Tabea Reichenbach

Seid vollkommen!

Das Vollkommenheitsverständnis Jesu aufgrund Mt 5,48 im Verhältnis zu demjenigen eines Perfektionisten

Zusammenfassung

Seid vollkommen, wie auch euer himmlische Vater vollkommen ist. Mt 5,48. Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, was sich ein Perfektionist in der heutigen Zeit unter ‚Vollkommenheit’ vorstellt und was Mt 5,48 für ihn bedeutet. Dem gegenüber wird aufgezeigt, was Jesus unter ‚Vollkommenheit’ versteht und was er den Menschen mit Mt 5,48 mitteilen wollte. Die Erarbeitung der beiden Vollkommenheitsverständnisse geschieht anhand psychologischer Fachliteratur sowie der exegetischen Betrachtung von Mt 5,48, dessen Kontext und fünf ausgewählter Bibelstellen.

Es zeigt sich, dass ein Perfektionist die Vollkommenheit der Fehlerlosigkeit gleichstellt und diese aus eigener Kraft anstrebt, weil er sich dadurch Anerkennung verdienen will. Weil sein Selbstwert von der eigenen Leistung abhängig ist, setzt er sich übersteigerte Ziele und ist im Umgang mit sich selbst sehr hart. So versteht ein Perfektionist unter Mt 5,48: Seid fehlerlos, wie auch euer himmlische Vater im Himmel fehlerlos ist und strengt euch an, diese Fehlerlosigkeit zu erreichen!

Jesus meint mit ‚Vollkommenheit’ das ‚Ganzsein’ und ‚Ungeteiltsein’ des Menschen in der Beziehung zu Gott. Aus dieser Beziehung zu Gott und aus dem Bewusstsein der Annahme Gottes, wird der Mensch befähigt, sich auch anderen Menschen gegenüber in Liebe zu verhalten. Diese ungeteilte Liebe, selbst Feinden gegenüber, muss nicht aus eigener Kraft, sondern darf aus der Liebe Gottes erfolgen. Demnach lautet Mt 5,48 aus der Sicht Jesu: Darum seid ganz (ungeteilt) in der Liebe und in der Beziehung zu Gott. Aus dieser Gottesbeziehung heraus seid ganz (ungeteilt) in der Liebe zu euch selbst, euren Nächsten und selbst zu euren Feinden. Nehmt dabei euren himmlischen Vater als Vorbild, der auch euch in ganzer (ungeteilter) Liebe begegnet.

Der Vergleich der beiden Vollkommenheitsverständnisse zeigt, dass sie sehr unterschiedlich sind und sich in gewissen Punkten sogar widersprechen. Für einen Perfektionisten bedeutet dies, dass er Mt 5,48 nicht als Aufforderung zur Fehlerlosigkeit verstehen muss, sondern als liebevollen Ruf in die Gemeinschaft mit Gott. Weil Gott ihm gegenüber gnädig ist, darf und soll er auch in Gnade und Liebe mit sich, seinen Nächsten und seinen Feinden umgehen. Gott selbst will ihn dazu ausrüsten.

Vita Tabea Reichenbach

Tabea Reichenbach, tsc-Absolventin 2019Tabea Reichenbach, Jahrgang 1988, ist verheiratet und lebt in der Region Thun. Seit Oktober 2019 ist sie in der Freien Evangelischen Gemeinde Steffisburg angestellt.
Aufgewachsen ist sie in der Ostschweiz am Bodensee. Seit ihrer Kindheit bewegt sie sich gerne, spielt Klavier, liest, mag die Natur & Abenteuer und ist vielseitig interessiert. So hat sie sich nach ersten Berufsjahren als Primarlehrerin für den Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona angemeldet. Das Fachgebiet der Theologie, die vielen Fragen, das Querdenken, Diskutieren, die vertiefte Auseinandersetzung mit der Bibel, Gott und sich selbst hat sie so fasziniert, dass sie nach diesem einen Jahr ‘noch mehr’ wollte und den Studiengang Kommunikative Theologie in Angriff nahm. Die anfängliche Unsicherheit, ob das wirklich ihr Weg war, verflog schnell als sie entdeckte, dass auch Freude und Begabung an und für eine Sache Bestätigung Gottes sein kann. Sie schloss ihr Studium im Juni 2019 ab und arbeitet als Verantwortliche für Senioren und junge Erwachsene in der Gemeindearbeit mit. Sie wünscht sich, dass Christen unabhängig von ihrem Alter den Glauben an Gott völlig natürlich leben und ihre Mitmenschen auf diese Weise Jesus kennen lernen können.

Autorin: Mira Stubbig

Aus Freude am Schönen

Vom Wechselspiel zwischen musikalischer Anbetung und der Erkenntnis der Schönheit Gottes

Zusammenfassung

Der Gedankengang dieser Arbeit ist in vier thematische Hauptteile gegliedert. Zunächst beschäftige ich mich mit der Frage nach der Schönheit Gottes. Nach einer geschichtlich-theologischen und biblischen Definition des Schönheitsbegriff und einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Problem, allgemeingültige Aussagen über das Wesen Gottes zu treffen, widme ich mich dem biblischen Zeugnis über die Schönheit Gottes anhand der Herrlichkeitsbegriffe kabod jahwe (Altes Testament) und doxa theou (Neues Testament). Über Jesus Christus als Mittelpunkt der Offenbarung Gottes entfalte ich dann die Schönheit des Gekreuzigten und Auferstandenen Christus, welche sich in der liebenden Hingabe am Kreuz und der glorreichen Herrlichkeit des Auferstandenen manifestiert. Daraufhin gehe ich kurz auf die Schönheit der dreieinen Liebesgemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist ein.
In einem zweiten Teil setzte ich mich mit dem Wechselspiel zwischen der Erkenntnis der Schönheit Gottes und der musikalischen Anbetung auseinander und stelle eine Doppelbewegung fest. Zum einen führt die Erkenntnis der Schönheit Gottes in die Anbetung, zum anderen führt die Schönheit musikalischer Anbetung zur Gotteserkenntnis. Musik ist in diesem Kontext besonders geeignet, da sie schöpfungsgemäss zum Lob bestimmt ist und einen wichtigen eschatologischen Charakter innehat.
In einem dritten Teil schliesse ich vom biblischen Schönheitsbegriff ausgehend auf Schönheitskriterien musikalischer Anbetung. In der Musik spielen besonders das Spannungsfeld zwischen Ordnung und Freiheit sowie die allumfassende Unterordnung des Menschen unter Gott eine grosse Rolle. Diese hat eine Schönheit des Herzens zur Folge, welche die Grundlage für die Schönheit musikalischer Anbetung bildet. Wenn die Ordnung Gottes außer Acht gelassen wird, ist das Resultat das Verhindern der Gotteserkenntnis durch Götzendienst, Ignoranz oder ein falsches Schönheitsverständnis.
Im vierten Teil folgen dann Anregungen zur praktischen Umsetzung schöner Anbetung im Gottesdienst. Hier gilt es, die Bibel als Massstab der Schönheitskriterien und ein neues Verständnis von Qualität zu gewinnen, die Einzigartigkeit der Musik zum Gotteslob und ihre gemeinschaftsstiftende Dimension wiederzuentdecken sowie der Angst vor zu schönem Lobpreis zu begegnen.
Abschliessend ziehe ich aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen weiterführende Schlussfolgerungen und gebe Anregungen zum Weiterdenken.

Vita Mira Stubbig

Mira Stubbig, tsc-Absolventin 2019Mira Stubbig, Jahrgang 1996, kommt gebürtig aus Eichenzell in Hessen. Nach dem Abitur ging sie ein Jahr mit der Liebenzeller Mission in die Normandie, um dort den Gemeindebau zu unterstützen. Für die Mission und Gottes Wort begeistert, wählte sie dann ein Jahresstudium an der Schallwerkstadt, um Gottes Wort besser kennen zu lernen und noch mehr über Lobpreis zu erfahren. Statt Lehramt zu studieren, folgte dann das (wie sie meint extra für sie erfundene) Bachelor-Studium in Theologie und Musik am tsc. Nach dreijährigem Studium schloss sie es 2019 erfolgreich ab.
In ihrer Bachelorarbeit vertieft sie sich in zwei ihrer Herzensthemen, nämlich Schönheit und musikalische Anbetung. Ist Gott schön? Wenn ja, wie hängen die Schönheit Gottes und musikalische Anbetung zusammen und was macht die musikalische Anbetung in unseren Gottesdiensten eigentlich für Gott schön und wohlklingend?

Bachelorarbeiten 2018

Autorin: Corina Frank

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Zwischenmenschliche Vergebung schwerwiegender Schuld im Lichte der Versöhnung Gottes

Zusammenfassung

Die Bibel fordert uns auf, dem Vorbild der Vergebung Gottes zu folgen (Mt 6,12.14f; Eph 4,32; Kol 3,13 etc.). Aber wie gestaltet sich eigentlich die (für Christen leider oft so selbstverständliche) Vergebung Gottes und in wie weit können wir bei zwischenmenschlicher, schwerwiegender Schuld diesem Weg zur Versöhnung folgen?

(1a) Bei Gott gibt es keine Vergebung ohne Gericht. Es braucht die Deklaration, dass Schuld passiert ist und dass sie schlecht ist, sowie die klare Zuordnung von Täter und Opfer, damit überhaut die Grundlage geschaffen ist, damit Vergebung stattfinden kann. (2a) Gott verurteilt die Schuld gnadenlos, obwohl er uns Menschen vom Urteil begnadigt, indem er das Gericht stellvertretend an sich selber vollzieht. Somit hat Gott am Kreuz einseitig die Welt mit sich versöhnt und (3a) bittet nun darum, dass die Menschen sich mit ihm versöhnen lassen (2Kor 5,19ff). Gott hat die Versöhnung folglich vollbracht, aber (noch) nicht vollendet. (4a) Gottes Vergebung ist umsonst, aber nicht bedingungslos. Sie wird für die Menschen wirksam, die (mindestens) in einem Kleinstmass ihre Vergebungsbedürftigkeit anerkennen, sich von ihrem Fehler distanzieren und die Versöhnungsbotschaft annehmen. (5a) Dabei besteht Gott nicht auf ein vollkommenes Mass dieser Schritt (wozu auch kein Mensch fähig wäre). Es reicht ihm, wenn sie ansatzweise erfüllt sind. (6a) Gott erlässt dem Menschen nicht nur die Schuld, sondern stellt auch seine Ehre wieder her: Er macht ihn heilig, tadellos, unsträflich vor Gott (Kol 1,22). Obwohl Gott das schon jetzt wirkt, wird das volle Mass der wiederhergestellten Beziehung erst im eschatologischen Neuanfang ersichtlich sein. (7a) Hat der Mensch seinen Weg zurückgelegt, so braucht Gott nicht erst Bedenkzeit: Er vergibt dem Menschen und stellt seine Ehre wieder her. (8a) Gott schenkt uns Menschen seine Vergebung, aber er nimmt uns zugleich in die Pflicht, unseren Mitmenschen nun auch von Herzen zu vergeben, um die erhaltene Vergebung nicht wieder zu verlieren (Mt 18,35).

(1b) Ein Opfer, das dem Vorbild der Vergebung Gottes folgt, sollte nie die Augen vor der Schuld verschliessen. Die klare Zuordnung von Täter und Opfer ist essentiell für Vergebung! (2b) Menschen können nicht für andere zum «Messias» werden, folglich können sie Gott in diesem Punkt nicht nachfolgen. Aber sie können ihr Recht, den Täter zu verurteilen, an Gott abgeben und dadurch (3b) eine Versöhnungsbereitschaft einnehmen. Im Idealfall können sie sogar aktiv um die Versöhnung mit dem Täter werben, was allerdings keine Garantie dafür ist, dass Vergebung zustande kommt. (4b) Auch bei zwischenmenschlicher Schuld müssen beide – Täter und Opfer – ihren Teil der Wegstrecke zurücklegen, damit Vergebung stattfinden und Versöhnung an ihr Ziel kommen kann. (5b) Folgt das Opfer dem Vorbild Gottes, so wird es, um ihm zu vergeben, nicht auf eine vollkommene Reue und Selbstdistanzierung des Täters bestehen (wozu kein Mensch fähig wäre). Doch nicht nur der Täter geht seinen Weg bruchstückhaft – das Opfer auch. Darum gilt es auch für Täter, eine bruchstückhafte Vergebung und Versöhnung seitens des Opfers dankend zu würdigen und zu akzeptieren. (6b) Wenn das Opfer dem Täter vergibt, so erlässt es ihm seine Schuld und ist bereit, dessen Ehre wiederherzustellen, was nicht die Aufhebung aller durch die Schuld entstandenen Schäden bedeutet. Besonders bei Opfern schwerwiegender Schuld wird deutlich, dass die Vollendung der Versöhnung und die Aufhebung aller durch die Schuld entstandenen Konsequenzen auf Erden zwar ihren Anfang nehmen können, ihr Ziel jedoch oft erst eschatologisch erreichen werden. (7b) Gott ist zur Vergebung bereit, aber das Opfer braucht Zeit, seinen Teil der Wegstrecke zurückzulegen. Es ist heilsam, ja Voraussetzung für das Stattfinden echter Vergebung und Versöhnung, dass diese Wegstrecke nicht unter Druck zu vorschneller Vergebung abgekürzt wird! Gott selbst zürnt über die Sünde und sie bekümmert sein Herz (Gen 6,6) – wieviel mehr ist es dann auch für Menschen (und in besonderer Weise für Opfer!) angebracht, von der Sünde betroffen zu sein – auch emotional!

(8b) Es ist das Unverzeihbare, das mehr als alles andere vergebungsbedürftig ist – weil es nicht wieder gut zu machen ist. Und gerade diese bleibenden Schäden können Menschen so verletzen, dass sie teilweise nicht gänzlich vergeben und sich versöhnen können. Heisst das, dass Gott ihnen die Vergebung verweigert? Gottes Antwort auf das Dilemma der Sünde war das Kreuz. Jesus hat am Kreuz nicht nur stellvertretend die Sünden der Täter getragen, sondern auch stellvertretend für die Opfer vollkommene Vergebungsbereitschaft geäussert, indem er «selbst zum Opfer […] wurde» und als Opfer Gott gebeten hat (Lk 23,34): «Vater vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun.» Er starb für die Sündhaftigkeit der Täter und er starb auch für die Unvollkommenheit der Opfer. So wie der Täter nicht unter seiner Unfähigkeit zu wahrer Sündenerkenntnis und Selbstdistanzierung verzweifeln muss, sondern sich selbst bei einem Mindestmass egoistischer Reue des Himmels gewiss sein darf, so darf auch das Opfer in seiner Unfähigkeit zu vollkommener Vergebung und Versöhnung Jesu Stellvertretung in Anspruch nehmen, im Wissen, dass es auch dem Opfer gilt, wenn Jesus sagt (Joh 19,30): «Es ist vollbracht!»

Vita Corina Frank

Corina Frank ist E-Dozentin für Griechisch am tsc.Corina Frank, geboren 1988, aufgewachsen und wohnhaft im Berner Oberland. Nach der Lehre zur Kauffrau arbeitete sie drei Jahre in einem Kinderheim in Rumänien. Danach studierte sie Sozialpädagogik und anschliessend Theologie am tsc. Sie arbeitete drei Jahre in der FMG Basel. Seit 2016 ist sie mit Tobias verheiratet und seit 2019 Mutter ihrer Tochter Zoemie. Seit 2018 ist sie schweizweit im Kids Team der VFMG für Projekte und Weiterbildungen angestellt und seit 2020 unterrichtet sie Griechisch im Fernstudium am tsc.
Corina liebt es, sich intensiv mit prekären, dogmatischen Themen auseinander zu setzen und über diese liebevoll provozierend, erfrischend kreativ und theologisch fundiert mit Menschen und Gott ins Gespräch zu kommen. Während ihres Theologiestudiums beschäftigte sie sich mehrere Jahre intensiv mit der (Un-)Möglichkeit der Vergebung, mit der Opfer schwerwiegender Schuld konfrontiert sind. Welchen Weg müssen Opfer und Täter gehen, damit Vergebung und Versöhnung zustande kommen kann? Welchen Weg ist Gott gegangen, um Vergebung zu ermöglichen? Welchen Wegabschnitt kann einer alleine gehen und welcher ist ohne den anderen unüberbrückbar – selbst wenn es um die Vergebung Gottes geht?

Bachelorarbeiten 2015/16

Autor: David Bach

Vergib uns, wie auch wir vergeben

Eine Untersuchung zur Vergebung im Vater Unser und im Gleichnis vom unbarmherzigen Diener

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit von David Bach ist eine exegetische Analyse der Vergebungsbitte im Vaterunser mit den direkt anschliessenden Versen, die sich auf die Vergebungsbitte beziehen (Mt 6,12-15) und des Gleichnisses vom unbarmherzigen Diener (Mt 18,21-35). In beiden Perikopen geht es darum, wie die Vergebung Gottes und die Vergebung unter den Menschen miteinander verknüpft sind. Vor allem bei der Lektüre der Vergebungsbitte im Vaterunser stellt sich die Frage, ob wir Menschen uns zuerst als Vorbedingung vergeben müssen, bevor wir mit Gottes Vergebung rechnen können. Die gemeinsame Analyse der beiden Texte zeigt jedoch auf, dass Gottes Vergebung unvergleichbar grösser ist als die menschliche. Die Vergebung, die die Menschen einander gewähren, ist eine logische Folge und nicht die Ermöglichung für die Vergebung Gottes. Dennoch verdeutlichen die beiden Perikopen die harten Konsequenzen für Menschen, die nicht willens sind zu vergeben. Wer dazu nicht bereit ist, schliesst sich dadurch auch von der Vergebung Gottes aus, die dieser ihm schenken möchte.

Vita David Bach

David BachIch bin 1989 geboren und in Saanen im Berner Oberland aufgewachsen. Meine Familie gehört zum Evangelischen Gemeinschaftswerk in Gstaad. Dadurch bin ich schon früh mit dem christlichen Glauben in Berührung gekommen und der Glaube wurde schnell ein wichtiger Teil meines Lebens. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte ich eine Lehre zum kaufmännischen Angestellten. Danach besuchte ich die BMS in Thun und machte nebenbei ein Praktikum im EGW Gstaad, um einen Einblick in die Gemeindearbeit zu erhalten. Nach dem Praktikum meldete ich mich zum Theologiestudium am tsc an. Bevor das Studium losging, absolvierte ich aber noch die Rekrutenschule und arbeitete für eineinhalb Jahre bei der Jonasfoundation (www.jonasfoundation.org). Dort engagierte ich mich in der Jugendarbeit und erledigte administrative Aufgaben. Nach meinem Studium am tsc inklusive Praxisstudienjahr, das ich im EGW Herzogenbuchsee absolvierte, werde ich mit meiner Familie nach Wila ZH ziehen, wo ich Pastor in der Chrischona-Gemeinde werde.

Autor: Tobias Bendig

Singt dem HERRN ein neues Lied

Eine Auseinandersetzung mit Ursprung und Geschichte der Praise & Worship Musik

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit von Tobias Bendig setzt sich mit Ursprung und Geschichte der Praise & Worship Musik von Anfang der 1960er Jahre bis zum heutigen Tag auseinander.
Im ersten Teil wird zunächst die Geschichte der Anbetungsmusik in der Bibel und Kirchengeschichte betrachtet. Dies soll helfen, den grossen Rahmen zu sehen, in welchem sich die Praise & Worship Musik bewegt. So lässt sich bereits in der Bibel erkennen, dass Musik zur Ehre Gottes nicht immer gleich blieb, sondern eine Entwicklung vollzog. Zudem lassen sich besonders in der Kirchengeschichte Parallelen zur Praise & Worship Musik erkennen, was den Einbezug neuer Musikstile in bestehende Kirchenkulturen betrifft.
Der zweite Teil geht auf die Entstehungsgeschichte der Praise & Worship Musik und deren Verlauf bis heute ein. Die historischen Wurzeln dieser Art, Gott anzubeten, liegen in der Gospelmusik der schwarzen Gemeinden, der charismatischen Bewegung und der Jesus People Bewegung. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird der Werdegang der Praise & Worship Musik nachgezeichnet von ihrem Beginn in den 1960ern in den USA über die schnell wachsenden Gemeindebewegungen der Calvary Chapel und Vineyard bis nach Europa. Ab den 1990er Jahren wird diese Musik, auch dank spezialisierter Musiklabels, zunehmend zu einem weltweiten Phänomen. Das Kapitel endet mit den neusten Entwicklungen der Praise & Worship Musik der letzten Jahre.
Das folgende Kapitel zeigt die Veränderung der musikalischen Form der Praise & Worship Musik von einem anfänglichem Folkrock Sound zu einem poppigeren und rockigeren Stil. Zudem wurden im Laufe der Zeit immer mehr musikalische Stilmittel eingesetzt, die die Musik variabler erscheinen lassen.
Im vierten Teil wird die Entwicklung bei den Liedinhalten aufgezeigt. Anfängliche Lieder mit wenig Text und Inhalt werden nach und nach abgelöst von Liedern, die immer mehr Inhalt vorweisen und einen viel grösseren Themenkreis umfassen.
Im darauf folgenden Abschnitt behandelt die Arbeit die theologischen Hintergründe der Praise & Worship Musik. Diese sind vor allem bei der charismatischen Bewegung zu finden, die der Musik generell einen höheren Stellenwert im Gottesdienst zuspricht, sowie besondere Kräfte, Heilung und Befreiung zu bewirken.
Anhand der gewonnenen Erkenntnisse werden im abschliessenden Kapitel neun Thesen für die Praxis im Gemeindedienst formuliert.

Vita Tobias Bendig

Tobias BendigTobias Bendig, Jahrgang 1985, ist seit 2014 Pastor in der Chrischona-Gemeinde Muttenz. Er ist in Südbaden – im Dreiländereck – aufgewachsen und seit 2009 mit Andrea verheiratet. Gemeinsam haben sie 4 Kinder. In seiner Freizeit spielt und musiziert Tobias gerne mit seinen Kindern, macht Sport (Fußball, joggen), spielt Gitarre, trifft sich gerne mit Freunden, oder liest hin und wieder mal ein Buch.
Im Juni 2016 hat er das Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona mit dem Bachelor in Theologie abgeschlossen. In der Gemeinde ist Tobias zu 80 % angestellt und verantwortlich für den Bereich „Next Generation“. Zu seinen Aufgaben gehören ausserdem die Leitung der Jugendgruppe, Verkündigung, Unterstützung von Projekten sowie die Mitarbeit in Musik und Gottesdienstgestaltung.
Sein Herz schlägt dafür, (junge) Menschen auf ihrem Weg mit Jesus zu begleiten und zu fördern, so dass sie ihre Identität ihn IHM finden. Tobias freut es, Begabungen in Menschen zu entdecken und mitzuhelfen, dass diese zur Entfaltung kommen. Zudem ist es seine Leidenschaft, Menschen in den Lobpreis und die Anbetung Gottes zu führen.

Autorin: Karina Heiniger

Die jüdische Sabbatfeier und ihr Potential für Christen

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit von Karina Heiniger beschäftigt sich mit dem Sabbatgebot in seiner theologischen und geschichtlichen Bedeutung. Anhand der jüdischen Praxis sucht sie einen Ansatz, wie der Sabbat bewusster gestaltet und begangen werden könnte. Im ersten Teil wird der Sabbat in seiner theologischen Bedeutung erforscht und die wichtigsten Aussagen dargelegt. Dabei kommt zum Vorschein, dass die Sabbatruhe ein ganzheitliches und bewusstes Ruhen ist. Es geht über die Arbeitsruhe hinaus. Im Weiteren folgt eine geschichtliche Betrachtung des Sabbats im Alten Testament, zur Zeit des Neuen Testaments, in der kirchengeschichtlichen Entwicklung, sowie das jüdische Sabbatverständnis von heute. Durch diesen ersten Teil wird eine Basis gelegt, die die Wichtigkeit des Sabbats und seine Vernachlässigung in der Geschichte aufzeigt.
Im zweiten Teil, der auf die praktische Umsetzung des Sabbats fokussiert ist, wird die jüdische Sabbatfeier anhand der Sabbatbegrüssung am Freitagabend dargestellt. Innerhalb dieser Liturgie wird die Symbolik von Licht, Wein und den Broten genauer angeschaut. Dieser jüdisch geprägten Liturgie werden dann der messianisch-jüdische Ansatz einer solchen Liturgie sowie die christliche Sonntagsbegrüssung gegenübergestellt.
In dem messianisch-jüdischen Ansatz wird darauf eingegangen, welche Handhabung die messianischen Juden im Blick auf die orthodoxe Jüdische Liturgie haben und inwiefern sie sich von der unterscheidet.
In der christlichen Sonntagsbegrüssung werden zu Beginn verschiedene Meinungen zu dieser Praxis angeschaut. Da es sich dabei um ein Ritual handelt, werden die Symboliken auf ihre neutestamentliche Bedeutung hin untersucht, welche Werte und Gedanken sie vermitteln wollen. Abschliessend werden drei verschiedene Liturgien zur christlichen Sonntagsbegrüssung miteinander verglichen und verschiedene Praxismöglichkeiten hervorgehoben. Innerhalb der Arbeit werden jeweils am Ende der Kapitel Fazits gezogen. Zum Schluss der Arbeit werden in einer kritischen Würdigung die Hauptpunkte zusammengenommen.

Vita Karina Heiniger

Karina HeinigerAufgewachsen bin ich in der Schweiz. Nach der Schule habe ich zuerst eine Ausbildung zur Kauffrau gemacht. Nach einigen Jahren hat Gott mich so geführt, dass ich das Gemeindepädagogikstudium im Sommer 2012 am Theologischen Seminar St. Chrischona begann.
Zum Thema meiner Bachelorarbeit: Schon seit der Kindheit interessiere ich mich für Israel und das Judentum, denn mehr als die Hälfte der biblischen Bücher haben wir den Juden zu verdanken. Auch die meisten Bücher des Neuen Testaments sind von Juden geschrieben worden. In den vergangenen Jahren beschäftigte ich mich mehr und mehr mit den jüdischen / biblischen Festen. Als ich merkte, dass der Sabbat die Grundlage für alle diese Feste ist, wollte ich mich intensiver damit beschäftigen, welche Gedanken Gott für diesen speziellen Tag hat und wie wir als Christen diesen Tag so gestalten können, dass darin auch Christus verherrlicht wird.

Autor: Christian Niederberger

Hudson Taylor

Zur Bedeutung der transnationalen Vernetzung bei J. Hudson Taylor und der China-Inland-Mission

Zusammenfassung

Die transnationale Vernetzung des Gründers der China-Inland-Mission (CIM), James Hudson Taylor, leistete einen bedeutenden Beitrag, damit aus einem kleinen Werk in England, welches auf die Initiative eines Apothekerlehrlings zurückgeht, eine weltumspannende, wachsende Organisation wurde, die bis heute unter dem Namen Überseeische Missionsgemeinschaft (ÜMG) fortbesteht.
Das England des 19. Jahrhunderts, in welchem der Grundstein für die CIM gelegt wurde, stand in politischer und religiöser Hinsicht genauso in Beziehung und im Austausch mit China wie mit anderen europäischen Ländern. Missionare und Missionswerke gestalten die internationale Wechselbeziehung entscheidend und formten das Bild, welches die Menschen in Europa sich von fernen Kontinenten machten. Als Bürger der damaligen Zeit stand Taylor mittendrin in den profanhistorischen Ereignissen, wobei er von jenen geprägt wurde und auch selbst Einfluss auf sein Umfeld nahm. Dies geschah manchmal zu seinem Vorteil und in einigen Fällen zu seinem Leidwesen. Im 19. Jahrhundert entstanden auf britischem Boden unterschiedliche christliche Strömungen, so etwa die Erweckungsbewegung und die Evangelische  Allianz. Die aus Amerika stammende Heiligungsbewegung schlug in England ebenfalls Wurzeln. Der CIM  Gründer vernetzte sich mit Vertretern länderübergreifender christlichen Initiativen und gelangte so zu einem Netzwerk an transnationalen Kontakten und Beziehungen. Beschränkte es sich in der Pionierphase der CIM noch vornehmlich auf England, so ergab sich gegen Ende seines Lebens ein weltumspannendes Netzwerk an Verbindungen.
Dank des Beziehungsnetzes von Taylor erhielt die CIM einige markante Charakterzüge. Damit jedoch der Einfluss der transnationalen Vernetzung möglich wurde und sich für die CIM als positiver Mehrwert äusserte, bedurfte es Vorrausetzungen, ohne die  Taylor womöglich unbekannt geblieben wäre und die CIM nie ihre heutigen Ausmasse erreicht hätte.

Autor: Rudi Penzhorn

Das Bittgebet

aus Sicht der persönlichen Gottesbeziehung

Zusammenfassung

Die Bachelorarbeit von Rudi Penzhorn geht der Frage nach, ob das Bittgebet einen Sinn ergibt. Dies geschieht innerhalb der Spannung zwischen grossen biblischen Verheissungen übers Gebet einerseits und unterschiedlichen theoretischen Einwänden und enttäuschenden Erfahrungen andererseits. Die gewählte Anwendung ist der Fall einer schweren Krankheit.
Der Rahmen, in dem das Bittgebet stattfindet, wird als eine persönliche Beziehung zwischen Gott und dem Menschen dargestellt. Dazu gehört, welche Kennzeichen eine persönliche Beziehung mit sich bringt. Die Bachelorarbeit zeigt auf, wie der gedankliche Weg von einer Beziehung hin zum Dialog aussieht. In Anrede und Antwort entsteht ein Gespräch in Worten und Taten.
Der Verfasser stellt vier Kriterien vor, die für Gott als Addressaten des Bittgebets entscheidend sind: 1. Gott erhört Gebete, 2. Gott kann handeln, 3. Gott meint es gut mit den Menschen und 4. Gott lässt sich bewegen. Dabei wird aufgezeigt, welchen Anlass es aus der Heilsgeschichte gibt, die Kriterien als erfüllt zu betrachten.
Die Stellung des Menschen im Gebet wird in einem eigenen Kapitel untersucht. Dies beinhaltet erstens die Rechtfertigung und den Zugang zu Gott, die Jesus für den Menschen erlangt hat. Als zweites wendet sich die Bachelorarbeit dem Wirken des Heiligen Geistes zu, der das Gebet initiiert, befähigt, übersetzt und leitet. In dem Zusammenhang wird die Frage nach göttlicher Gabe und menschlicher Aufgabe im Gebet gestellt. Den Abschluss des Kapitels bietet eine kurze Untersuchung zu Hindernissen, welche die Stellung des Menschen und damit das Gebet beeinträchtigen.
Das Wesen und die Wirkung des Bittgebets werden aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Zunächst wird das Ziel des Bittgebets identifiziert, dass es Gott selbst zur Hilfe ruft. Darauf aufbauend werden drei mögliche Auswirkungen des Bittgebets erörtert: Erhörung des Wunsches, Begegnung mit Gott und/oder eine Veränderung im Beter. So wie Leid den Menschen auf mehreren Ebenen betrifft, entfaltet auch das Bittgebet eine mehrschichtige Wirkung. Es wird die Spannung zwischen der Welt, wie wir sie jetzt erleben, und der zukünftig verheissenen, leidfreien Welt stehengelassen. Die Wechselwirkung des Bittgebets und des Vertrauens, die sich gegenseitig stärken und voneinander profitieren, wird aufgezeigt.
Aus der gewonnen Sicht aufs Bittgebet werden Konsequenzen gezogen, wie dies in der Praxis aussieht. Besonders in der Begleitung von Menschen, die von einer schweren Krankheit betroffen sind.

Autor: Matthias Rupp

Charles Haddon Spurgeons Christusverkündigung aus den Psalmen

Eine hermeneutisch-homiletische Untersuchung

Zusammenfassung

Charles Haddon Spurgeon predigte wie kein anderer. Puritanisch aufgewachsen und methodistisch bekehrt begann er 1851 als 16-Jähriger seinen Predigtdienst in Ostengland. Unter seiner Kanzel wuchs die Gemeinde, so dass er bald in London vor einer allsonntäglichen Hörerschaft von 5.000 Menschen predigte. Als Geheimnis seiner Predigt nannte er selbst stets seinen Christozentrismus. Dieser besagt, es müsse in jeder Predigt immer Jesus verkündigt werden und jeder biblische Text führe auch zu ihm.
Dieses hermeneutische Schlüsselprinzip leitet Spurgeon auch im Blick auf seine Verkündigung aus den Psalmen, wie die Analyse seiner Auslegung des 2., 19. und 106. Psalms in dieser Bachelorarbeit zeigt. Spurgeon sah Christus in den Psalmen, wie ohnehin auch überall im AT und der gesamten Heiligen Schrift. Dabei nutzte er vor allem Begriffe, Symbole, Typen und Metaphern in den Psalmen, die er in seiner Predigt mithilfe einer allegorischen Auslegung auf Christus hin deutete. Allegorie meint den Sachverhalt, biblische Texte über ihren augenscheinlich „ersten“ Sinn (oft Literalsinn genannt) auf einen anderen (oft geistlichen Sinn) hin zu deuten.
Kritisch betrachtet lässt sich bei Spurgeon eine Tendenz zur Vergeistlichung der biblischen Texte und eine damit einhergehende Vernachlässigung der geschichtlichen auf Tatsachen basierenden Offenbarung Gottes feststellen. Das homiletische Ziel, seinen Hörern Jesus als Retter zu verkündigen, bestimmt seine Hermeneutik. Es ist ihm wichtiger, Seelen zu retten, als innerhalb gewisser theologisch-hermeneutischer Eingrenzungen zu verweilen. Trotz der manchmal fantastisch anmutenden Allegorien, ist die Allegorese Spurgeons nicht grundsätzlich zu verwerfen. Sie hat ihre hermeneutische Berechtigung, vor allem da, wo sie von den Aussagen Jesu und dem NT hergeleitet wird.
Dass die Psalmen selbst christologisch verstanden werden wollen, wird u.a. daran deutlich, dass Jesus seinen Jüngern sagt, dass die Psalmen von ihm zeugen (Lk 24, 27). Im Psalter ist sowohl die Stimme von Christus als auch die Stimme über Christus vernehmbar. Christus ist die Mitte der Schrift und damit auch im Alten Testament gegenwärtig, so dass es keineswegs illegitim ist, dies in der Predigt deutlich zu machen. Nimmt man die Aussagen Jesu ernst, dann erweist sich sogar in der christologischen Auslegung des AT der eigentliche (literal-)Sinn der Texte.

Vita Matthias Rupp

Matthias RuppMatthias Rupp, Jahrgang 1988, verheiratet mit Ruth, drei Kinder im Alter von 1-5 Jahren. Gebürtig aus Weil am Rhein, keine 20 Minuten vom Chrischona-Campus, nennt er das Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz seine Heimat. Geistlich ist er in der Evangelischen Stadtmission „Stami“ Lörrach (Chrischona-Gemeinde) gross geworden. Nach dem Realschulabschluss einjährige weiterführende Schule in kaufmännischer Richtung. Danach für 15 Monate Wehrdienstleistender beim Heer der Bundeswehr. Anschliessend auf dem zweiten Bildungsweg innerhalb von drei Jahren die fachgebundenen Hochschulreife nachgeholt.
Die Wahl zwischen Theologie und Lehramt traf er, nachdem ihm bewusst wurde, dass er als Theologe immer auch Lehrer sein würde. So schloss er nach 6 Jahren im Sommer 2016 das Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona mit dem Bachelor of Arts in Theology ab. Zwischendurch absolvierte er ein Praxisstudienjahr in England mit der Missionsorganisation OM. Wenn neben den Kids noch Zeit für Hobbies bleibt, spielt er leidenschaftlich gerne Gitarre sowie allerlei Team Ballsportarten, am liebsten zurzeit Fussball.
Die Bachelorarbeit verbindet zwei seiner Herzensthemen: Das biblische Buch der Psalmen und das Predigen. Hierbei wollte er Charles Haddon Spurgeon, einem Meister seines Faches, über die Schultern schauen und dabei lernen, wie dieser es geschafft hat, Christus aus den Psalmen zu verkündigen.