Das Geheimnis des Lobpreises

Mai 9, 2019

Trainingstag Worship 2019: Lobpreisschulung
Wer kennt das nicht? Man hört ein bestimmtes Lied und es nimmt einen mit auf eine Reise, lässt einen einfach nicht mehr stillsitzen und der sogenannte Ohrwurm ist vorprogrammiert. Beim Trainingstag Worship des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2019 erfuhren rund 60 Teilnehmer einige Geheimnisse der Musik und der Theologie.
Dr. Jean-Georges Gantenbein, TSC-Dozent für Interkulturelle Theologie

«Viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.»

Dr. Jean-Georges Gantenbein, TSC-Dozent für Interkulturelle Theologie

TSC: Jean-Georges, was ist dein Lieblingsort auf St. Chrischona?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kirche, der Ursprungsort der Chrischona-Bewegung. Sie erinnert mich an den einfachen Start im Jahr 1840. So ist es auch im Glaubensleben: Es beginnt mit fast nichts, aber dank Jesu Verheissung kann Grosses werden.

TSC: Was unterrichtest du in Interkultureller Theologie?

Jean-Georges Gantenbein: Früher hiess es Missionswissenschaft. Wie können wir Jesu Auftrag erfüllen, das Evangelium allen Völkern und Nationen weiterzugeben? Das Fach behandelt praktische, historische und kulturelle Aspekte. Für uns Europäer ist der kulturelle Aspekt gerade aktuell, denn «fremde Kulturen» kommen mehr und mehr zu uns – und wir müssen lernen, wie wir ihnen das Evangelium weitergeben können.

Traditionsabbruch des Christentums in Europa

TSC: Die Kontextualisierung des Evangeliums in Europa ist ein wichtiges Thema von dir. Deine Doktorarbeit handelt davon. Was ist damit gemeint?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kontextualisierung ist eine Methode der Missionswissenschaft, bekannt seit den 1970ern. Angewandt wurde sie überall auf der Welt, nur nicht bei uns im Westen. Damals betraf Mission die Welt ausserhalb des christlichen Abendlandes. Das gilt heute nicht mehr. Wir müssen mit einem Traditionsabbruch des Christentums in Europa rechnen. Wir erleben tagtäglich, wie die jüdisch-christlichen Werte an Bedeutung verlieren. Es geht also darum, wie wir das Evangelium in einer postmodernen und nachchristlichen Zeit neu kommunizieren können. Denn viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.

Warum die Welt Jesus braucht

TSC: Wofür brennt dein Herz als Dozent am TSC?

Jean-Georges Gantenbein: Mir geht es immer auch darum, die Studentinnen und Studenten auf das vorzubereiten, was nach dem Studium kommt. Ich will sie begeistern für das Reich Gottes!

TSC: Wenn dir die Welt für ein paar Sekunden zuhören würde, was würdest du ihr sagen?

Jean-Georges Gantenbein: In der Welt hat es heute wenig Hoffnung für die Zukunft. Deshalb braucht die Welt das Alleinstellungsmerkmal des Christentums: die Hoffnung in Jesus Christus.

 

Dozenteninfo

Dr. Jean-Georges Gantenbein ist Dozent für Interkulturelle Theologie am TSC. Der engagierte Dozent hat langjährige Erfahrung mit der Gemeindearbeit in Frankreich. Eines seiner Herzensthemen ist die Kontextualisierung des Evangeliums.

Dr. Jean-Georges Gantenbein, TSC-Dozent für Interkulturelle Theologie

Weitere Artikel aus dem Blog

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona. Eines seiner Herzensthemen ist die Kontextualisierung des Evangeliums. Im Gespräch mit dem TSC verrät er mehr darüber und über seine Motivation für den Dienst als Dozent.
7 Leitsätze hat das Theologische Seminar St. Chrischona (TSC) zur Kommunikativen Theologie formuliert. Der siebte lautet: Wir kommen in der Theologie weiter – zusammen mit dir.
7 Leitsätze hat das TSC zur Kommunikativen Theologie formuliert. Der sechste lautet: Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können, und setzen auf Gottes Wirken.