Kommunikative Theologie mischt sich ein.
Der Leitsatz kurz erklärt
Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben. Denn als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen, ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe begegnen. Wie es das Evangelium uns lehrt. Eine Kommunikative Theologie will Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Will sich einmischen ins Gespräch über «das gute Leben» – und dabei die christliche Hoffnung zur Sprache bringen, die weit über dieses Leben hinausgeht.
Video zum Leitsatz
Kirche und Gesellschaft objektiv wahrzunehmen, ist gar nicht so einfach. Das erläutert Dr. Horst Schaffenberger, der Co-Autor des 2. Leitsatzes, im Videointerview mit tsc-Absolventin Desirée Kratzat. Ausserdem sprechen sie über die Zukunft der Predigt und Antworten auf die Coronakrise.
Menschen auf Augenhöhe begegnen
Als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen und begegnen ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe. Wie es das Evangelium uns lehrt. Diese Grundhaltung will die Kommunikative Theologie vermitteln. Auf Augenhöhe heisst: Wir sind durch Jesus Christus von der Welt befreite und in die Welt gesandte Menschen, die mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringen.
Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen.
Antworten des Glaubens auf Lebensfragen
Als verantwortliche Zeitgenossen leben wir christliche Werte in dieser Gesellschaft und sind bereit, jedem von der Hoffnung zu erzählen, die in uns ist (vgl. 1. Petrus 3,15). Ebenso leiden wir mit an lebensfeindlichen und menschenverachtenden Entwicklungen unserer Zeit, die unsere Kultur und Natur bedrohen und das Miteinander und die Freiheit zerstören.
Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Dazu gehört, dass wir uns in unserer theologischen Arbeit mit den Gesprächspartnern unserer Zeit auseinandersetzen.
Was ist das gute Leben?
Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig.
Kommunikative Theologie hinterfragt – um der Liebe willen
Es gehört zu unserer Sendung in diese Welt, dass wir das Evangelium in den Mittelpunkt unseres Gesprächs mit der Welt stellen. Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig. Von daher ist es von der Bibel her geboten, auch Kirche, Welt und Gesellschaft zu hinterfragen. Es ist ein Dienst der Wahrheit, den die Theologie um der Liebe willen üben muss. Darin zeigt sie sich nicht als Herrschende, sondern als Lernende, nicht als Subkultur, sondern als Gegenkultur, die die Auseinandersetzung sucht und mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringt.
Kommunikative Theologie dient Kirche und Gesellschaft eben auch in Liebe, wenn sie widerspricht, korrigiert und sich in den Gegensatz stellt. Kommunikative Theologie kann uns bereit und fähig machen, positiv in diesen Konflikt hineinzugehen, lernbereit auf den Anderen zu hören, und auf argumentative und emotionale Widerstände einzugehen.
Chancen für den christlichen Glauben in unserer Zeit
Zugleich bietet unsere Zeit besondere Chancen zur Weitergabe des Evangeliums. Wir glauben, dass unsere Zeit viele neue Möglichkeiten, Inhalte und Formen von Kommunikation für den christlichen Glauben bereithält. Dazu gehören auch die kulturellen Bereiche wie neue Medien, Musik und darstellende Kunst, in denen sich der christliche Glaube ausdrücken und seine Wirkung auf andere entfalten kann.
Die 7 Leitsätze der Kommunikativen Theologie
- Wir können frei über das Evangelium Jesu Christi sprechen.
- Wir akzeptieren die Kirche und die Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns an Diskussionen über Gott und das Leben.
- Wir sind mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist verbunden und tun das, was Gott schon immer getan hat: kommunizieren.
- Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Buch der Kommunikation, suchen nach biblischer Wahrheit und gewinnen Überzeugungen.
- Wir hören zu, lehren und lernen gemeinsam.
- Wir verlassen uns auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können.
- Wir tun alles, was wir können, und verlassen uns auf Gottes Wirken.
Dr. Horst Schaffenberger ist emeritierter Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona.
Susanne Hagen leitet den Studiengang Theologie & Musik und den Chor am TSC.
Dr. Manuel Schmid unterrichtete von 2012 bis 2019 Kommunikation des Evangeliums am Theologischen Seminar St. Chrischona.
Was ist Kommunikative Theologie?
Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.