Das Geheimnis des guten Alterns
Mai 6, 2026
Psalmen als Kraftquelle
Thomas Maier stellte die Psalmen als «theologisch geniale Kraftquelle» vor, um «Gott differenziert wahrzunehmen». Der langjährige Leiter der Missionsschule Unterweissach erkrankte schwer an Long Covid und musste seine Aufgaben an die verbleibenden Kräfte anpassen. Sehr eindrücklich berichtete er von seinem persönlichen Leidensweg und wie ihm das Beten der Psalmen einen neuen «Lebensraum» eröffnet hat. «Besonders die Klagepsalmen haben mir unglaublich geholfen», sagte Thomas Maier. Für ihn hängt Reife auch damit zusammen, ehrlicher zu glauben: «Manche frommen Ideale sind da hinderlich. Heute kann ich zum Beispiel ehrlich sagen: Ich bin auch von Gott enttäuscht.» Auf dem Weg zu tiefem Gottvertrauen sei es wichtig, solche Gefühle zuzulassen.
Wie Johann Sebastian Bach resilient wurde
Der bekannte Komponist und «fünfte Evangelist» Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) musste ebenfalls Krankheit und persönliche Verluste erleiden. Auch deshalb entwickelte er eine grosse Resilienz und erarbeitete ein einzigartiges theologisches und musikalisches Werk. Das führte der renommierte deutsche Altersforscher Prof. Dr. Andreas Kruse mit beachtlichem Sachverstand aus. Dreimal trug er Stücke von Bach auf dem Steinway-Flügel vor. Dazu sage er: «In der geistlichen Musik von Bach werden grosse theologische und anthropologische Fragen beantwortet.» In den Passionen, der h Moll Messe oder im Italienischen Konzert würden Leid, Endlichkeit, Hoffnung und Lobpreis so zusammengeführt, dass eine enorme geistliche Tiefe erfahrbar werde.
Live-Folge des Podcasts «Vorwärtsleben»
«Erbaulich», «eindrücklich», «faszinierend» – so lauteten Rückmeldungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Impulse der Referenten. Während Thomas Maier sehr authentisch und lebensnah sprach, punktete Professor Kruse mit seiner Rhetorik und Musikalität. Spannend wurde es in einer gemeinsamen Gesprächsrunde. Im Rahmen einer Live-Folge des Podcasts «Vorwärtsleben» stellten Christiane Rösel und René Winkler Fragen an die Referenten. Dabei lüftete Prof. Kruse das Geheimnis des guten Alterns: «Ältere Menschen bringen dann Reife und Vulnerabilität gut zusammen, wenn sie in Sorgestrukturen sind – sich also nicht nur als Umsorgter, sondern auch als Sorgender für Andere begreifen.»
Inspirationstag erreicht Babyboomer
Für das Theologische Seminar St. Chrischona (TSC) als Veranstalter reiht sich der Inspirationstag 2026 in die erfolgreichen Inspirationstage der letzten Jahre ein. Erneut erreichte der Tag viele Babyboomer, rund die Hälfte der Teilnehmer war unter 70 Jahre alt. Bemerkenswert ist zudem die überregionale Bedeutung des Inspirationstags: Es kommen sowohl Menschen aus dem Dreiländereck um Basel als auch aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz. Ein Erbe, dass das TSC gerne weiterführt: Am 4. Mai 2027 wird der nächste Inspirationstag für Menschen in der zweiten Lebenshälfte mit Cathy und Daniel Zindel stattfinden.
«Ältere Menschen bringen dann Reife und Vulnerabilität gut zusammen, wenn sie in Sorgestrukturen sind – sich also nicht nur als Umsorgter, sondern auch als Sorgender für Andere begreifen.»
Prof. Dr. Andreas Kruse, Referent Inspirationstag 2026
Termin des nächsten Inspirationstags: 4. Mai 2027
mit den Referenten Cathy und Daniel Zindel
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Über das TSC
Das Theologische Seminar St. Chrischona ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die durch Spenden und Studiengebühren getragen wird. Das TSC legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die TSC-Community mit aktuell rund 140 Studierenden. Auf dem Chrischona Berg werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.