Bachelorarbeiten

von Studierenden des TSC

Die Bachelorarbeit ist die wissenschaftliche Abschlussarbeit der Bachelorstudiengänge am TSC. Die Studierenden bearbeiten ein selbst gewähltes Thema wissenschaftlich und werden dabei von Dozierenden begleitet.

Ein TSC-Student schreibt an seiner Bachelorarbeit.

Gut benotete Bachelorarbeiten

Ausgewählte und besonders gut benotete Bachelorarbeiten veröffentlicht das TSC fünf Jahre lang auf dieser Internetseite. So kannst du dich in spannende theologische Themen einlesen und dir ein gutes Bild machen von der hohen Qualität des TSC-Studiums.

Bachelorarbeiten 2025

Zwischen Zorn und Gebet

Autorin: Daria Füglister

Studiengang: BTh Theologie

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der Hermeneutik der sogenannten Feindpsalmen der Bibel, insbesondere mit Psalm 109, und fragt nach ihrer Bedeutung im biblischen Kontext sowie nach ihrer möglichen Relevanz für die persönliche christliche Spiritualität heute.

 

Im ersten Teil wird ein alttestamentlicher Blick auf die Feindpsalmen geworfen. Nach einer kurzen Skizze ihrer Auslegung folgt eine exegetische Analyse von Psalm 109. Im Zentrum stehen dabei die «Fluchwünsche» des Psalms, die im Licht des Bundesverhältnisses zwischen Gott und seinem Volk sowie der damit verbundenen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Rache betrachtet werden.

 

Der zweite Teil bringt die neutestamentliche Perspektive ein, indem er ausgewählte Antithesen der Bergpredigt sowie Jesu Fürbitte am Kreuz für seine Feinde in den Blick nimmt. Dabei werden Spannungen zu den scharfen, klagenden Worten des Psalmisten deutlich. Gleichzeitig wird nach möglichen Verbindungen gesucht, die beide Perspektiven miteinander versöhnen könnten.

 

Im dritten Teil wird die heutige Bedeutung der Feindpsalmen für die Spiritualität reflektiert. Es werden Wege angedacht, wie diese schwierigen Texte in einer persönlichen Gebetspraxis fruchtbar gemacht werden könnten. Zur Diskussion stehen dabei insbesondere ihr möglicher Wert im Umgang mit negativen Emotionen sowie ihr geistlicher Gehalt im heutigen Kontext.

Daria Füglister, TSC-Absolventin 2025

Daria Füglister (Jahrgang 1996) wuchs in Mülligen im Kanton Aargau auf. Von 2017 bis 2020 absolvierte sie ihr Studium an der Pädagogischen Hochschule FHNW und arbeitete nebenher als Kindergarten- und Primarlehrerin. Anschliessend besuchte sie den Jahreskurs am TSC. Hier vertiefte sich ihr Interesse an theologischen Fragen, worauf sie 2022 das Theologiestudium begann.

 

Schon länger beschäftigten sie biblische Texte, die unbequem und schwer mit dem eigenen Gottesbild vereinbar sind. Oft legte sie solche Stellen gedanklich beiseite, doch der Wunsch blieb, schwierigen Texten nicht auszuweichen, sondern tiefer zu graben, ihren Kontext zu erforschen und so das dahinterliegende Anliegen zu verstehen. Mit ihrer Bachelorarbeit nutzte sie die Gelegenheit, sich solchen Texten bewusst zu stellen. Der Umgang mit unbequemen Stellen der Bibel wurde zur Leitfrage ihrer theologischen und persönlichen Spurensuche «zwischen Zorn und Gebet».

Christliche Partizipation am Krieg

Autorin: Yasmina Kennel

Studiengang: BTh Theologie

Ist die Teilnahme an Krieg und Gewalt mit christlichem Glauben vereinbar – oder erfordert wahre Nachfolge radikale Gewaltlosigkeit? Die Frage nach Krieg und Frieden sorgt in christlichen Kreisen immer wieder für kontroverse Debatten. Doch oft bleiben die tieferliegenden hermeneutischen Grundlagen der unterschiedlichen Positionen unreflektiert. Warum kommen gläubige Menschen, die sich auf dieselbe Bibel berufen, zu so gegensätzlichen ethischen Überzeugungen?

 

In ihrer Bachelorarbeit untersucht Yasmina Kennel diese Frage anhand der Theologien von John Howard Yoder und Reinhold Niebuhr. Yoder, geprägt von der täuferischen Tradition, vertritt einen kompromisslosen Pazifismus, der Gewalt grundsätzlich ablehnt. Niebuhr hingegen entwickelt eine «christlich-realistische» Ethik, die moralische Ambivalenzen anerkennt und Krieg unter bestimmten Bedingungen für legitim hält. Entscheidend ist dabei ihr hermeneutischer Umgang mit der Bibel: Welche Texte betonen sie? Welche methodischen Ansätze nutzen sie? Und wie beeinflusst dies ihre ethischen Schlussfolgerungen?

 

Durch eine detaillierte Analyse ihrer Argumentationen möchte die Bachelorarbeit zu einem tieferen Verständnis ethischer Meinungsverschiedenheiten im christlichen Kontext beitragen. Ziel ist es, Leserinnen und Leser dazu anzuregen, ihre eigenen Überzeugungen bewusster zu hinterfragen und ethische Debatten transparenter, reflektierter und konstruktiver zu führen. Wer sich für christliche Ethik, die Friedensfrage oder die Wechselwirkung zwischen Theologie und Praxis interessiert, wird in dieser Arbeit spannende Denkanstösse finden.

Geboren in Frankreich und aufgewachsen in Liestal, absolvierte Yasmina Kennel (Jahrgang 2001) von 2017 bis 2020 eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ. Im Jahr 2021 folgte der Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona, woraufhin sie das Theologiestudium aufnahm.

 

Ihre Leidenschaft gilt einer Theologie, die Menschen unmittelbar begegnet und ihren Glauben prägt. Besonders interessiert sie sich für hermeneutische Ansätze und die Frage, mit welchem Blick Menschen die Bibel lesen – ein Thema, das sie seit Beginn ihres Studiums beschäftigt.

 

Seit dem Abschluss ihres Studiums ist Yasmina als Pastorin in einer Viva Kirche tätig.

Christen & der Dienst in der Armee

Autor: Oliver Steen

Studiengang: BTh Theologie

Seit dem 24.02.2022 herrscht in Europa wieder Krieg. Es ist das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dass ein Land ein Nachbarland nach einem mehrmonatigen Truppenaufmarsch angegriffen hat. Russland als Aggressor und die Ukraine als Verteidigerin lassen sich bei diesem Krieg ebenfalls eindeutig identifizieren.

 

Auch für Christen stellt sich die Frage nach dem Dienst in der Armee wieder neu. Früher gehörte es unter jungen Christen schon fast zum «guten Ton» den Wehrdienst zu verweigern. Heute mögen sich viele Christen fragen, ob und unter welchen Voraussetzungen sie Dienst in einer Armee leisten können. Auf diese Fragen versucht diese Arbeit eine Antwort zu finden.

 

Dabei werden zunächst die Aussagen der Bibel untersucht. Auch wenn das sechste Gebot zunächst sehr absolut klingt, gestattet Gott das Führen von Kriegen und damit auch die Tötung von Menschen. Im Neuen Testament steht auch die Botschaft der Bergpredigt der Führung von Kriegen nicht entgegen. Jesus fordert Soldaten nicht auf, ihren Beruf aufzugeben. Ausserdem ist die Bergpredigt an Menschen gerichtet, welche zu dieser Zeit keine Macht und Einfluss hatten. Das ändert sich dann im Laufe der Kirchengeschichte. Nachdem der christliche Glaube zur Staatsreligion erklärt wurde, wurden dann auch Kriege geführt, um den christlichen Glauben zu verbreiten. Im Zeitalter der Reformation entstand dann u. a. die Täuferbewegung. Ein Teil dieser Bewegung forderte den vollständigen Rückzug von der Welt und lehnte entsprechend auch den Kriegsdienst ab. Die Reformatoren Luther und Calvin haben dagegen den Kriegsdienst befürwortet.

 

Das Ergebnis dieser Arbeit ist, dass es als Christ grundsätzlich möglich ist, Dienst in einer Armee eines demokratischen Rechtsstaates zu leisten. Die Entscheidung für einen solchen Dienst ist jedoch auch eine individuelle Gewissensentscheidung. Es ist hier auch ohne weiteres möglich, den Kriegsdienst aus Gewissengründen zu verweigern.

 

Zum Schluss der Bachelorarbeit werden dann in einem Ausblick noch zwei Modelle vorgestellt, wie sich Kriege zukünftig vermeiden lassen, so dass dann auch keine Notwendigkeit mehr besteht, noch Kriegsdienst zu leisten. Die Bachelorarbeit richtet sich an alle theologisch interessierten Personen, welche sich einen fundierten Überblick über dieses Thema verschaffen und sich ihre eigene Meinung bilden möchten. Ausserdem richtet sich diese Bachelorarbeit auch ausdrücklich an Menschen, welche heute vor der Frage stehen, ob der Dienst in der einer Armee wie der Bundeswehr in Deutschland oder dem Bundesheer in der Schweiz eine berufliche Möglichkeit darstellt.

Oliver Steen (Jahrgang 1967) ist in Norddeutschland in der Nähe von Hannover geboren und aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Steuerfachangestellten hat Oliver Steen ein Studium der Rechtswissenschaften begonnen. Während der beiden Auslandssemester in Dublin (Republik Irland) hat er dann zum christlichen Glauben gefunden. Da Oliver recht bald festgestellt hat, dass es in der Theologie viele unterschiedliche Meinungen und Auffassungen gibt, hat er sich entschlossen, der Sache genauer auf den Grund zu gehen und nach Abschluss des rechtswissenschaftlichen Studiums für drei Monate eine Kurzbibelschule an der Bibelschule Kirchberg besucht.

 

Anschliessend hat Oliver Steen dann den Beruf des Rechtsanwalts ausgeübt. Daneben hat sich die Theologie und die vertiefte Beschäftigung mit theologischen Fragen zu einem weiteren Interessenschwerpunkt entwickelt. Gott hat Oliver Steen dann die Möglichkeit gezeigt, Theologie auch berufsbegleitend und in Teilzeit im Rahmen eines Fernstudiums zu studieren. So hat Gott Olivers Weg an das TSC geführt, wo er das Studium nach 8,5 Jahren abgeschlossen hat. Zukünftig möchte Oliver Steen die juristischen und die theologischen Kompetenzen miteinander verbinden.

Kindertheologie in der Praxis

Autorin: Lucy Wren

Studiengang: BA Theologie + Pädagogik

Die Bachelorarbeit von Lucy Wren setzt sich mit der Frage nach der Kindertheologie in der gemeindepädagogischen Praxis auseinander. Dieser Ansatz, der in der Religionspädagogik vielfach rezipiert und diskutiert wurde und im Religionsunterricht bereits einen Niederschlag gefunden hat, scheint die christliche Gemeindepädagogik nur wenig zu interessieren.

 

Folglich versucht diese Arbeit der Frage auf den Grund zu gehen, inwiefern Elemente der Kindertheologie in diese Praxis Einzug gehalten haben, und ob dies eine unterstützenswerte Entwicklung wäre, um den eigenständigen Glauben von Kindern zu fördern.

 

Methodisch wird hierzu in einem ersten Schritt der Arbeit die Kindertheologie an sich untersucht, ihre Chancen und Grenzen gerade aus christlicher Sicht beleuchtet. Die Spannung zwischen selbstständigem Erarbeiten und Vermittlung, die bereits in der Literatur auftaucht, und die besondere Herausforderung für christliche Pädagogen und Pädagoginnen im Umgang mit «falscher» Theologie und christlicher Lehre werden hervorgehoben.

 

Um die Praxisarbeit zu reflektieren, wurde die Gottesbegegnung von Mose am Berg Horeb in Exodus 3,1-4,17 als exemplarische Bibelstelle gewählt. Diese wird exegetisch bearbeitet, bevor sie durch die theoretische Arbeit des ersten Kapitels gestützt kindertheologisch reflektiert wird.

 

Ein Zwischenfazit gibt erste Folgerungen für die Fragestellung. Da die Arbeit sich auf die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema beschränkt, werden zwei Stundenentwürfe aus den bekannten Vorbereitungshilfen SevenEleven und JUMAT sowie zwei Einheiten aus dem Buch «Jungschar Let’s Go! 3» analysiert. Auf dem Hintergrund der ersten zwei Kapitel der Arbeit, werden die Stundenentwürfe anhand der gewonnenen Erkenntnisse kritisch reflektiert. Schliesslich erfolgen einige Überlegungen zu der Umsetzung einer kindertheologischen Vorbereitungshilfe.

Lucy Wren (Jahrgang 1995) wuchs im Kanton Basel-Landschaft auf und studierte nach der Matura von 2015 bis 2019 in Bern Linguistik und Englisch. Nach einem Jahr Jüngerschaftsschule in England fand sie schliesslich zum Studium am TSC. Ein Thema, dass bereits vor dem Studium angestossen und währenddessen nie an Bedeutung verlor, war die Eigenart des Kinderglaubens und der kindlichen Spiritualität, wie dieser sich entwickelt, sich ausdrückt und gefördert werden kann.

 

Die Mitarbeit in ihrer Heimatgemeinde im Kinder- und Jugendbereich während des Studiums legten die Frage nahe, wie Gemeinden mit dieser grossen Frage umgehen und so entstand die Idee der Bachelorarbeit, verschiedene Vorbereitungshilfen vergleichend zu analysieren und sich gleichzeitig näher mit dem religionspädagogischen Ansatz der Kindertheologie auseinanderzusetzen.

Schuld & Sünde in modernen Anbetungsliedern

Autor: Joel Driesner

Studiengang: BA Theologie + Musik

Die Bachelorarbeit von Joel Driesner geht der Frage auf den Grund, in welcher Form Schuld & Sünde in modernen Anbetungsliedern dargestellt wird und legt dabei den Fokus auf den Bereich der Metaphorik. Sie hat analytischen Charakter.

 

Um einen groben Überblick zu erhalten, werden 50 beliebte Anbetungslieder danach kategorisiert, wie direkt ihr Bezug zum Thema Schuld & Sünde ist und wie der Bezug hergestellt wird. Weil Metaphorik in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle spielt, liegt der Fokus auf diesem rhetorischen Stilmittel. Die Paulusbriefe dienen in dieser Arbeit als biblische Referenz. Es wird ermittelt, welche Metaphern in beiden Textgruppen vorkommen und welche Metaphern nur in den Liedern vorkommen. Um diesen Vergleich zu ermöglichen, wird eine Liste von Metaphern erstellt, die Paulus zum Thema Schuld & Sünde verwendet.

 

Auf die Kategorisierung folgen drei Liedanalysen. Diese geben einen tiefergehenden Einblick, wie Metaphern im Zusammenhang mit Schuld & Sünde in paulinischen Briefen und in Anbetungsliedern verwendet werden. Zu diesem Zweck werden Lieder ausgewählt, die Metaphern enthalten, die auch in den paulinischen Briefen zu finden sind. Das Verständnis von Schuld/ Sünde, welches Paulus durch die Metapher vermitteln will, wird im Rahmen einer exegetischen Analyse genauer untersucht. Daraufhin werden die Ergebnisse mit dem Anbetungslied in Beziehung gesetzt und dessen Verwendung der Metapher bewertet. Am Ende der Liedanalyse werden Kritikpunkte aufgegriffen, die am Anfang der Arbeit zu modernen Anbetungsliedern gesammelt wurden. Diese werden nun mit Blick auf die gesammelten Ergebnisse entweder zurückgewiesen oder bestätigt.

 

Es wird verdeutlicht, dass Metaphorik eine tragende Rolle dabei spielt, wie Schuld & Sünde in den Anbetungsliedern dargestellt wird. Auffällig viele Lieder verwenden Metaphern im Zusammenhang mit Schuld & Sünde. Dabei lassen sich die Hälfte der Metaphern auch in den paulinischen Briefen finden. Weil Metaphern jedoch oft mehrdeutig sind, konnte eine gewisse Subjektivität bei der Kategorisierung nicht vermieden werden, weshalb die Ergebnisse als ungefährere Werte verstanden werden sollten.

Joel Driesner (Jahrgang 2001) ist in der Nähe von Kaiserslautern aufgewachsen. Nach dem Freien Sozialen Jahr bei Wort des Lebens e.V. am Starnberger See absolvierte er das Studium der Theologie & Musik am TSC. Dort entdeckte er unter anderem das Songwriting für sich. Immer mehr wuchs bei ihm das Bewusstsein, welchen grossen Einfluss Musik innerhalb und ausserhalb der Kirche auf Menschen hat.

 

Ein Anliegen, welches ihn zum Schreiben seiner Bachelorarbeit motivierte, ist die aktive Auseinandersetzung und das kritische Hinterfragen von Lobpreisliedern. Nach seinem Abschluss im Sommer 2025 heiratete er seine Frau Vanessa Driesner und zog ins Zürcher Oberland, um dort an der Zürcher Hochschule der Künste Popmusik zu studieren.

Über die Qualität der Musik im Freikirchlichen Gottesdienst

Autor: Matthias Klein

Studiengang: BA Theologie + Musik

In der Bachelorarbeit von Matthias Klein wird die Thematik der Qualität der Musik im Gottesdienst untersucht. Im ersten Teil, dem Theologie- oder Theorieteil, wird das Thema eingeordnet. Es geht um die Musik im Gottesdienst. Darum wird zuerst die Frage geklärt, was Gottesdienst ist. Die Klärung ist allgemein und offen gehalten und geht massgeblich von Jochen Arnold aus, der sowohl Theologe als auch Musiker ist.

 

Mit Gottesdienst ist zum einen die sonntägliche Veranstaltung, deren Geschehen in Katabase, Gott dient den Menschen, und Anabase, der Dienst des Menschen an Gott, unterschieden werden kann und sich aus Elementen beider Seiten zusammensetzt. Zum anderen weitet das neutestamentliche Verständnis die Begrifflichkeit auf das gesamte Leben der Gläubigen aus.

 

Der zweite Aspekt ist die Musik im Gottesdienst. Wie können wir über Musik theologisch reden? Wie wird Musik theologische eingeordnet? Was bedeutet das für die Kirchenmusik, die Musik im Gottesdienst? Auf diesem Kapitel liegt der Schwerpunkt des ersten Teils mit einer ausführlichen Darstellung der Theologie der Musik Oskar Söhngens. Eine der wichtigsten Personen darin, ist der Reformator Martin Luther, von dem zentrale Ursprungsgedanken stammen. Er sieht die Musik als Geschöpf (Creatura) Gottes an, worauf Söhngen aufbaut und versucht dem weltumspannenden Phänomen gerecht zu werden.

 

Das dritte Stichwort lautet Qualität. Dementsprechend wird den Fragen nachgegangen, was Qualität ist, warum sie wichtig ist und welche Rolle sie im christlichen Kontext spielt, und in diesem Fall in Bezug auf den Gottesdienst und was gute Musik ist. Beantwortet werden diese Fragen hauptsächlich theologisch mit musikwissenschaftlichen Ergänzungen. Vier theologische und zwei musikwissenschaftliche Positionen werden dargestellt und diskutiert.

 

Nach diesen drei Kapiteln des ersten Teils folgt eine Zusammenführung der Haupterkenntnisse daraus, aus denen eine Theologie der Qualität der Musik im Gottesdienst entsteht. Im Rahmen dieses Zwischenteils werden die Qualitätskriterien Vielfalt, Verantwortung und Verherrlichung für gute Kirchenmusik und eine Definition aufgestellt, welche dann im zweiten Teil auf den Freikirchlichen Gottesdienst übertragen werden. Diesem zweiten Teil dient die empirische Arbeit Stefan Schweyers als Grundlage. Seine Analyse des Singens und der Musik im Gottesdienst wird anhand der Definition auf seine Qualität hin kritisch überprüft.

Matthias Klein (Jahrgang 2000) wuchs in Plochingen bei Stuttgart auf. Schon früh entdeckte er seine Freude an Musik und begann im Alter von zehn Jahren sein erstes Instrument zu lernen. Einige Jahre später kam eine starke Leidenschaft für den Glauben und die Theologie dazu. Während des FSJ auf der Langensteinbacher Höhe kam es zu einer Veränderung der Zukunftspläne in Richtung eines Theologiestudiums. Da die Musikalität ebenfalls noch nebenher schlummerte, fand er sich im Studiengang Theologie + Musik am TSC wieder.

Aufgrund seiner Gewissenhaftigkeit, Liebe zu Jesus und starkem Wissensdurst strebt er nach Qualität, sowohl theologisch als auch musikalisch, was sich im Thema seiner Bachelorarbeit widerspiegelt.

Die Ökumene zum Lobe Gottes

Autor: Kenneth Kuchenbäcker

Studiengang: BA Theologie + Musik

In der Bachelorarbeit von Kenneth Kuchenbäcker wird die Bedeutung der Ökumene und der musica sacra (Heilige Musik) als verbindendes Element innerhalb der christlichen Gemeinschaft untersucht.

 

Zu Beginn wird der Begriff Ökumene erläutert, der aus dem Griechischen stammt und ursprünglich die gesamte bewohnte Welt beschreibt. Im Laufe der Geschichte entwickelte sich die Bedeutung hin zu einem theologischen und kirchlichen Verständnis, das die Einheit der christlichen Gemeinschaft betont. Wichtige Meilensteine wie das Schisma der Ost- und Westkirche, die Spaltung der Anglikanischen Kirche und die Reformation zeigen die Herausforderungen und Spaltungen innerhalb der Kirche. Im 19. Jahrhundert wuchs jedoch der Wunsch nach Zusammenarbeit, was zur Weltmissionskonferenz und der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen führte. Dieser Impuls bildet die Grundlage für die kirchenmusikalische Arbeit im ökumenischen Verständnis.

 

Zunächst werden die Konflikte und Herausforderungen durch unterschiedliche musikalische Traditionen und Vorlieben innerhalb der Konfessionen beleuchtet. Im Anschluss wird die musica sacra als Ausdruck der Einheit und Vielfalt innerhalb der Christenheit untersucht. Es wird analysiert, wie die Gemeinschaft der Auserwählten (coetus electorum) durch musica sacra gestärkt wird und welche Rolle die Musik im Leib Christi (corpus Christi) und der Communio (communio sanctorum) spielt. Dabei wird die spirituelle Verbundenheit der Gläubigen betont, die durch die sakrale Musik im Gottesdienst sichtbar wird. Daraufhin wird die Relevanz der musica sacra für die Stärkung der ökumenischen Bewegung erörtert.

 

Die Arbeit hebt die Bedeutung der Kirchenmusik für die Einheit der Christenheit hervor und betont die Rolle der Agape-Liebe bei der Überwindung von Konflikten. Dabei schafft die musica sacra ein Resonanzfeld für die Anbetung Gottes auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene, das die universelle Einheit der Christenheit symbolisiert und den Gottesdienst der Kirche auf Erden mit dem der himmlischen Heerscharen verbindet. Hierbei wird zum Abschluss das II. Vatikanische Konzil als praktisches Beispiel für die bisherigen Erkenntnisse herangezogen. Es betont ebenfalls die Bedeutung der Kirchenmusik und der Ökumene, sowie die Inklusion verschiedener musikalischer Stile und Praktiken.

 

Insgesamt verdeutlicht die Arbeit, dass der Glaube im Kontext der Christengemeinde Teil eines Prozesses ist, der alle Christen einschließt, wobei die Kirchenmusik als zentrales Element zur Förderung der Einheit und zur Stärkung der Ökumene dient.

Kenneth Kuchenbäcker, TSC-Absolvent 2025

1998 geboren in der Nähe von Bremen absolvierte Kenneth Kuchenbäcker nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr im SOS-Kinderdorf Worpswede (2019–2020). Dort war er vor allem im Bereich Musik und tiergestützter Pädagogik tätig. Es folgte ein kirchliches Praktikum (2020–2021) an der Christuskirche Osterholz-Scharmbeck, wo er als Kirchenmusiker und Jugendreferent wirkte.

 

Von 2021 bis 2025 studierte Kenneth am Theologischen Seminar St. Chrischona im Bachelor-Studiengang Theologie + Musik. Sein Interesse gilt der Wirkung von Musik auf den Menschen und ihrer gemeinschaftsstiftenden Kraft. Besonders fasziniert ihn, wie Musik Brücken zwischen Generationen, Konfessionen und Lebensrealitäten bauen kann. Kenneth versteht seinen theologischen Weg als Beitrag zu einem ökumenischen Miteinander innerhalb der christlichen Gemeinschaft.

 

Nach dem Abschluss seines Studiums ist Kenneth als Religionslehrer in Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätig. Darüber hinaus übernimmt er eine musikalische Rolle als Organist in der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bettingen.

Psalm 22

Autorin: Lydia Liebscher

Studiengang: BA Theologie + Musik

Die Bachelorarbeit von Lydia Liebscher befasst sich mit Psalm 22 und damit, welche Bedeutung dieser Psalm für das Passions- und Ostergeschehen im Matthäusevangelium hat. Darauf aufbauend untersucht sie die Bedeutung von Psalm 22 in der Matthäuspassion von J. S. Bach.

 

Im ersten Schritt führt die Bachelorarbeit eine Exegese zu Psalm 22 durch, um den Psalm in seinem alttestamentlichen Kontext auszulegen. Sie kommt zum Ergebnis, dass der Vertrauensprozess bei der Entwicklung von der Klage hin zum Lob bemerkenswert ist und Klage- und Danklied miteinander verwebt. Im Zentrum steht die Gottesbeziehung des leidenden Gerechten, dessen Hauptproblem die Diskrepanz zwischen Glaube und Erleben ist. Die Abwesenheit Gottes deutet die Bachelorarbeit als temporären Rückzug Gottes, der vom Beter als reale Gottesferne erlebt wird. Der Beter erfährt ganzheitlichen Konsistenzverlust, während das Danklied die vollständige Regeneration des Beters verdeutlicht. Seine Rettung vor dem Tod wird als Zeichen der Königsherrschaft Gottes gedeutet und führt, angefangen bei der Todah-Feier, zu einem Lobpreis, der sich über alle Zeiten und Räume erstreckt.

 

Im zweiten Schritt untersucht die Bachelorarbeit den Passions- und Osterbericht von Matthäus exegetisch auf Spuren von Psalm 22. Sie entdeckt, dass Matthäus Psalm 22 als Gerüst für seinen Passions- und Osterbericht nutzte und weist die Bezüge nach. Psalm 22 ermöglicht eine innerbiblische Interpretation. Wesentlich ist, dass die Rettung des leidenden Gerechten (Jesus) und damit der Anbruch des Reiches Gottes im Tod geschieht. Dadurch hat der Matthäusbericht nicht nur einen Erfüllungscharakter, sondern eröffnet eine noch tiefere Dimension der Erfüllung, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

 

In einem dritten Schritt analysiert die Bachelorarbeit ausgewählte Elemente der Matthäuspassion (BWV 244) von J. S. Bach und zeigt, wie die im zweiten Schritt definierten Spuren von Psalm 22 durch die theologische Klangrede hörbar werden. Dabei weist die Arbeit trotz des fehlenden Osterberichts einen Stimmungswechsel nach.

 

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf dem exegetisch-biblisch-theologischen Teil von Psalm 22 und dem Matthäusbericht, während der musikalische Abschnitt nur einen kleinen Teil der Arbeit ausmacht.

Lydia Liebscher, Jahrgang 1998, ist in Sachsen geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur absolvierte sie ein FSJ im Elim-Zentrum Kaiserslautern, studierte je ein Jahr Medizin und Gemeindepädagogik in Dresden und wechselte 2021 ans Theologische Seminar St. Chrischona. Hier studierte sie bis 2025 Theologie + Musik.

 

Es ist ihr ein Herzensanliegen, Menschen zu ermutigen, die durch schwierige Zeiten und herausfordernde Situationen gehen. Während des Studiums setzte sie sich mit dem Thema Klage als Gebetsform im Leid auseinander, woraus eine Konzertlesung entstand. In ihrer Bachelorarbeit vertiefte sie sich weiter in das Thema, indem sie Psalm 22 unter Berücksichtigung des Kreuzesgeschehens untersuchte.

Anbetung in Geist und Wahrheit

Autorin: Liina Theissen

Studiengang: BA Theologie + Musik

In Joh 4,24 erklärt Jesus, dass wahre Anbeterinnen und Anbeter in Geist und Wahrheit anbeten müssen, doch was ist mit diesem Ausdruck gemeint und wie können Christinnen und Christen diesem Anspruch Rechnung tragen? Diese Arbeit untersucht, wie «Anbetung in Geist und Wahrheit» verstanden werden kann und überlegt, welche möglichen Konsequenzen sich in Bezug auf die Praxis der musikalischen Anbetung ergeben.

 

Hierfür werden zunächst exegetische Erkenntnisse zu Joh 4,19-24 dargelegt, bevor eine Betrachtung von jeweils zwei gängigen Auslegungsmöglichkeiten in Bezug auf die Worte «Geist» und «Wahrheit» erfolgt: In dem Wort «Geist» kann sowohl der Heilige Geist, als auch der menschliche Geist erkannt werden, während «Wahrheit» als Selbstoffenbarung Gottes oder als authentisches, wahrhaftes Handeln des Menschen verstanden werden kann.

 

Mithilfe einer Untersuchung des johanneischen Geist- und Wahrheitsverständnisses wird schliesslich eine eigene Position bezüglich der Bedeutung von «Anbetung in Geist und Wahrheit» entwickelt. Es wird aufgezeigt, welche Konsequenzen sich aufgrunddessen für die musikalische Anbetung ergeben, um abschliessend praktische Umsetzungs- und Ermöglichungsanregungen zu präsentieren. Diese richten sich einerseits an Menschen, die für die musikalische Gestaltung von Gottesdiensten verantwortlich sind, können teilweise aber auch im Rahmen der persönlichen musikalischen Anbetung umgesetzt werden.

Liina Theissen, TSC-Absolventin 2025

Geboren 1990 in einer kleinen Stadt zwischen Hamburg und Hannover, absolvierte Liina Theissen nach dem Abitur eine Ausbildung zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin. Neben Schule und Beruf engagierte sie sich viel in ihrer Kirchengemeinde – vor allem in der Lobpreis- und Jugendarbeit. 2021 begann sie am TSC Theologie + Musik zu studieren und konnte das Gelernte sofort bei ihrer Arbeit als Lobpreisleiterin der YChurch Weil am Rhein umsetzen.

 

Aufgewachsen in einer Pfingstgemeinde, ist sie von der Person des Heiligen Geistes fasziniert und wollte sich in ihrer Bachelorarbeit theologisch näher mit ihm und seinem Zusammenhang zu Lobpreis auseinandersetzen, woraufhin sie den Ausdruck «Anbetung in Geist und Wahrheit» untersuchte. Sie hat eine Leidenschaft für Gemeinde und für qualitativ hochwertige Lobpreis- und Anbetungszeiten, sowohl geistlich als auch musikalisch, weshalb sie nach ihrem Abschluss am TSC in der Gemeindearbeit tätig sein möchte.

 

Von 2021 bis 2025 studierte Kenneth am Theologischen Seminar St. Chrischona im Bachelor-Studiengang Theologie + Musik. Sein Interesse gilt der Wirkung von Musik auf den Menschen und ihrer gemeinschaftsstiftenden Kraft. Besonders fasziniert ihn, wie Musik Brücken zwischen Generationen, Konfessionen und Lebensrealitäten bauen kann. Kenneth versteht seinen theologischen Weg als Beitrag zu einem ökumenischen Miteinander innerhalb der christlichen Gemeinschaft.

 

Nach dem Abschluss seines Studiums ist Kenneth als Religionslehrer in Basel-Stadt und Basel-Landschaft tätig. Darüber hinaus übernimmt er eine musikalische Rolle als Organist in der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Bettingen.

Bachelorarbeiten 2024

Vom Wert der Weisheit

Autor: Ruben Sommer

Studiengang: BTh Theologie

Warum haben Adam und Eva bloss von dieser Frucht gegessen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Ruben Sommers Bachelorarbeit. Er erforscht, wie sich die Erzählung von Adam und Eva den Leserinnen und Lesern mitteilen will und welche Botschaft die Erzählung in das Leben der Leserschaft hinein tragen will. Dazu lässt er bewusst den biblischen Text zu Wort kommen lassen.

 

Aufgrund der im Text behandelten Themen, Motive und des spezifischen Vokabulars, vermutete Ruben eine enge Verwandtschaft zwischen der Geschichte von Adam und Eva und der Theologie der alttestamentlichen Weisheitsschriften. Genauer, zwischen der Geschichte von Adam und Eva und den Sprüchen Salomos. Im Verlaufe der Bachelorarbeit entdeckte Ruben faszinierende Parallelen zwischen den beiden Büchern, die seine Vermutungen zu bestätigen schienen. Im Rückblich auf seine Bachelorarbeit kann Ruben nur staunen und sagen, dass Gott ihm einen wahrhaftigen Schatz offenbart hat, mit dem er vieles in der Bibel mit einem neuen Tiefgang verstehen lernt: den Wert der Weisheit.

 

Die alttestamentliche Weisheit in Bezug auf die Sprüche Salomos, lässt die Geschichte von Adam und Eva in einer erfrischenden, alltagsnahen und persönlich relevanten Perspektive erscheinen und damit Gen 2-3 neu relevant werden für unsere persönliche Spiritualität und unseren Gemeindekontext, besonders in der Verkündigung.

Ruben Sommer (Jahrgang 2000) wurde in Luzern geboren und wuchs in Strengelbach AG bei Zofingen auf. Nach Beendigung der Grundschule absolvierte er von 2015 bis 2019 die Fachmittelschule in Fachrichtung Kommunikation an der Neuen Kantonsschule Aarau. Anschliessend leistete er seinen Militärdienst, in welchem er eine Kaderlaufbahn zum Offizier einschlug.

 

Ab 2021 studierte er am TSC. Während seines Theologiestudiums entwickelte Ruben eine grosse Leidenschaft für Theologie, Lehre und das Alte Testament. Sein Herz schlägt dafür, die Bibel zu erforschen und in ihr nach Schätzen zu graben. Ruben möchte biblische Theologie für die Gemeinde greif- und fassbar machen. Dazu geht er gerne neue Wege und versucht, verschiedene theologische Ansätze weiter zu denken. Diese Leidenschaft spiegelt sich auch in seiner Bachelorarbeit zu Gen 2-3 und den Sprüchen Salomos wider. Die Idee zu dieser Arbeit kam Ruben in einer AT-Vorlesung zum Thema Gen 2-3.

Feste zwischen Himmel und Erde

Autorin: Simone Knierim

Studiengang: BA Theologie + Pädagogik

Festzeiten sind seit je her ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebensrhythmus. Welche Bedeutung die Feste der Bibel – exemplarisch das Passafest Israels – heute noch für den Glauben evangelischer Christinnen und Christen haben könnten und die Frage nach dem Grund der göttlichen Einordnung in solche Festzeiten, hat Simone Knierim in ihrer Bachelorarbeit untersucht.

 

Zwischen den Zeiten des Alten Israels und der Moderne wandelte sich die Gesellschaft von einer Erinnerungs- in eine Ereigniskultur. So musste sich auch die Art und Weise ändern, wie eine christliche Gemeinschaft Feste begeht. Doch die Relevanz der Feste besteht weiterhin darin, dass in ihnen Glaubensinhalte nicht nur dem Wissen nach vermittelt werden, sondern durch ganzheitliches Erleben vertieft und gefestigt werden.

 

Mit dem Bekenntnis zum österlichen Ereignis des auferstandenen Christus im Mittelpunkt, haben Feste die Fähigkeit, Sinn und Nähe zu stiften und Beziehung zum dreieinigen Gott auf einer Leib-seelischen Ebene zu vertiefen, sodass diese mit dankbarer Freude in einer Gemeinschaft von Gläubigen auch heute noch zelebriert werden kann und sollte.

Simone Knierim (Jahrgang 1998) wurde in Brasilien geboren und wuchs in Baden-Württemberg auf. Hier legte sie bereits in der Schule den Schwerpunkt auf Pädagogik und Psychologie, was sich im Studium auf St. Chrischona fortsetzte. Die Erfahrungen während ihres FSJ festigten den Wunsch, im vollzeitlichen Dienst den Glauben an Jesus mit Menschen zu teilen.

 

Sie schätzt die Schönheit von Bildern und Worten, Momente der Ruhe und einen ganzheitlichen, kindlich-einfachen Glauben mit tiefen Wurzeln. Diese Dinge spiegeln sich ein Stück weit auch in der Thematik der Bachelorarbeit wider, welche die biblischen Feste auf ihre heutige Bedeutung hin untersucht. Angestossen wurde das Interesse an den Festen bei der Israel-Reise des TSC.

Ich danke, also sing ich!

Autorin: Amelie Görnert

Studiengang: BA Theologie + Musik

Während schon länger ein interdisziplinärer Diskurs zur Dankbarkeit stattfindet, hinkt
die Theologie etwas hinterher. Dabei spielt Dankbarkeit eine grosse Rolle im Leben
der Gläubigen. Die vorliegende Arbeit bringt die Theologie daher mit der Philosophie
ins Gespräch, um daraus Erkenntnisse für die Theologie und Musik gewinnen zu können.

 

Als Grundlage für das Gespräch dient die Darstellung einer eingehenden philosophischen
Untersuchung der Dankbarkeit. Anhand des dort gewonnenen Vokabulars werden
dann einige ausgewählte Aspekte in einem zweiten Schritt theologisch betrachtet,
differenziert und diskutiert.

 

Es wird deutlich, dass die Taten Gottes am Menschen dankwürdige Wohltaten sind, weil sie freien und bedingungslosen Ursprungs sind. Der Dank des Menschen, der sich in Sprech- und Tathandlungen ausdrückt, ist die gebunden-freie Antwort auf diese Wohltaten und kann nicht im Sinne einer ausgleichenden Gerechtigkeit verstanden werden. Die Wichtigkeit des freien und fröhlichen Danks wird aufgezeigt.

 

In einem letzten Schritt wird dann aufgezeigt, inwiefern die Musik, unter besonderer Berücksichtigung des Gesangs in der christlichen Gemeinde, zum Klangkörper der Dankbarkeit werden kann. Dafür werden drei Aspekte beleuchtet: Freude, Freiheit und Freundschaft.

Amelie Görnert (Jahrgang 1995) ist in Baden-Württemberg aufgewachsen und hat nach ihrem Abitur Musiktherapie (BA) in Heidelberg studiert. Nach ihrem Studienabschluss und ihrer Eheschliessung im Jahr 2019 wollte sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Matthias eigentlich nur ein Jahr lang am TSC weiterbilden. Aber in der Zeit des Jahreskurses packte sie die Faszination für Theologie und Gesang.

 

Und so blieb sie – wie ihr Mann auch – vier weitere Jahre, um Theologie + Musik (BA) zu studieren. Mit Ende des Studiums traten Matthias und Amelie Görnert gemeinsam eine Pastorenstelle in einer Viva Kirche im Kanton Zürich an.

Gesang und Gebot

Autor: Matthias Görnert

Studiengang: BA Theologie + Musik

Die Bachelorarbeit von Matthias Görnert beschäftigt sich mit dem Verhältnis und den Zusammenhängen von spezifisch christlicher Ethik und dem Gesang der christlichen Gemeinde sowie mit der Wirkung von Gesang auf ethische Überzeugungen und ethisches Handeln.

 

Dazu wurden zwei philosophische Arbeiten – «Musik, Emotionen und Ethik» von Peter Rinderle und «Der Verlust der Tugend» von Alasdair MacIntyre – untersucht und systematisch-theologisch reflektiert. Bei der anthropologischen Reflexion spielt die bei beiden Philosophen vorkommende «Einheit» des menschlichen Lebens eine wesentliche Rolle. Die darauf folgende ethische Reflexion schliesst sich dem Ansatz von MacIntyre weitgehend an und modifiziert ihn leicht. Es wird deutlich, dass christliche Ethik im Wesentlichen als Tugendethik erkannt werden kann.

 

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden auf den Gemeindegesang bezogen, nachdem dieser hauptsächlich in seiner historischen Entwicklung dargestellt wurde. Dabei korrespondieren die drei musikalisch bzw. phänomenologisch motivierten Begriffe «Hören», «in Bewegung setzen lassen» und «auf das Ziel hin» mit den drei zentralen christlichen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung.

 

Schliesslich werden die aufgezeigten Zusammenhänge und Erkenntnisse für die praktische Anwendung in der Gemeinde empfohlen. Singen erweist sich im Sinne von Eph 5,19 als Ausübung des Doppelgebots der Liebe par excellence.

Matthias Görnert (Jahrgang 1991) wuchs in der Nähe von Karlsruhe in Baden-Württemberg auf. Seine grosse Begeisterung für Musik entwickelte sich im lokalen Akkordeonorchester, bei der Jugendarbeit im CVJM und in der Mitarbeit im Lobpreisteam einer evangelischen Freikirche. Der Wunsch, musikalische Fähigkeiten zu vertiefen und sprachfähiger über den eigenen Glauben zu werden, führte ihn gemeinsam mit seiner Frau Amelie zum Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona und dann weiter zum dortigen Studiengang Theologie + Musik.

 

Matthias faszinierten insbesondere die Möglichkeiten der Musik, Emotionen auszudrücken und anzuregen und so auf musikalische Weise in Beziehung zu Gott und den Mitmenschen zu treten. Die emotionale Tiefe und Bandbreite der Psalmen, die Kraft und Schönheit orchestraler Musik und nicht zuletzt theologische Erkenntnisse regten zu verschiedenen Projekten an. Aus dem Wunsch, die emotionalen Wirkungen der Musik in der Glaubens-, Lebens- und Gemeindepraxis zu untersuchen, entstand seine Bachelorarbeit, welche nach dem Zusammenhang von Gemeindegesang und christlicher Ethik fragt.

Wieviel Bibel steckt in unserem Lobpreis?

Autorin: Vanessa Driesner, geb. Habermann

Studiengang: BA Theologie + Musik

Dass es in fast jedem modernen Lobpreislied Referenzen zur Bibel gibt, ist für Bibelleser und Bibelleserinnen offensichtlich. Die Bachelorarbeit von Vanessa Habermann geht der Frage auf den Grund, wie genau sich das Wort Gottes in unseren Gemeindeliedern wiederfindet. Es wird untersucht, welche Stellen in den Liedern miteinander in Verbindung gebracht werden und warum. Auch liedübergreifende Muster oder allgemeine Tendenzen werden festgehalten.

Zu Beginn werden die Ansätze von drei verschiedenen Gemeindeliedanalysen von Hahnen, Thornton und Ehlebracht vorgestellt. In Anlehnung an diese und in Bezug auf ihre Ergebnisse erfolgt dann die eigene Analysearbeit. Dafür wird ein Pool von 50 zeitgenössischen Gemeindeliedern aus dem Praise & Worship-Genre untersucht und die Lieder gemäss ihrer Nähe zum Bibeltext in drei Gruppen eingeteilt. Je Gruppe werden dann repräsentativ drei Lieder Wort für Wort aufgeschlossen und ihre Textverbindungen exegetisch untersucht.

Es wird gezeigt, dass Gruppe A mit dem stärksten Textbezug, die kleinste ist. Gruppe C, mit den schwächsten Referenzen zur Bibel, ist hingegen die Grösste. Diese Arbeit strebt keine Beurteilung der Beobachtungen an, sondern hat primär darstellenden Charakter.

Die Beobachtungen lassen eine gewisse Schwäche in der exegetischen Arbeit beim Entstehungsprozess der Lieder vermuten. Im Ausblick wird folglich auf die Relevanz der theologischen Ausbildung der Liedautoren und Liedautorinnen der Zukunft hingewiesen.

Vanessa Driesner, geb. Habermann (Jahrgang 1997) ist aufgewachsen in Rheinland-Pfalz bei Zweibrücken. Sie absolvierte ein Studium an der Hochschule für Künste in Bremen. Geprägt von der Worshiparbeit der Paulusgemeinde Bremen entfaltete sie ihre musikalischen Gaben immer mehr und entschied sich für ein zweites Studium: Theologie + Musik am TSC.

 

Hier vertiefte Vanessa sich immer mehr ins Songwriting, in der Hoffnung mit ihrer Stimme, ihrer Musik und ihren Texten etwas an die Menschen weitergeben zu können, was Bestand hat. So lag ihr Thema für die Bachelorarbeit nahe: Die Auseinandersetzung mit den Inhalten unserer Lobpreis-Lieder ist für Vanessa elementar, wenn es um Kirche geht.

Der Klang der Fürbitte

Autorin: Hannah Renz

Studiengang: BA Theologie + Musik

Studienergebnisse zeigen, dass gesprochene Gebete – und somit auch die Fürbitte – kaum noch Bestandteil des Gottesdienstes sind. Gesprochene Gebete nehmen durchschnittlich nur ca. 6 % des Gottesdienstes ein. Da Gesang wiederum einen sehr hohen Stellenwert hat, sah Hannah Renz darin die Chance, in ihrer Bachelorarbeit die vielseitigen Dimensionen und Wirkungen von Gesang und Fürbitte aufzuzeigen und miteinander zu verbinden.

 

Der Blick in die Kirchengeschichte hat gezeigt: Gesungene Fürbitte ist nichts Neues und wurde jahrhundertelang in der alten Kirche praktiziert. Ideen für mögliche Umsetzungen anhand praktischer Beispiele zeigen auf, wie gesungene Fürbitte in unserem Gottesdienst heute konkret aussehen kann.

 

Musikalische Fürbitte ist eine Form, die nicht nur die Gebetspraxis in Freikirchen wiederbelebt, sondern darüber hinaus auch alte Traditionen neu aufleuchten lässt, neue Gestaltungsmöglichkeit der Gebets- und Musikpraxis bietet und schlussendlich das Gebet auf einer tieferen Ebene nachhaltig erfahrbar macht.

Hannah Renz (Jahrgang 2000) wuchs in Holzgerlingen in Baden-Württemberg auf. Schon früh engagierte sie sich in der dortigen Kinder- und Jugendarbeit der Royal Rangers (Christliche Pfadfinder). Auch die Musik war schon immer Teil ihres Lebens, weshalb sie nach dem Abitur mit Schwerpunkt Musik den Wunsch hatte, ihren Glauben und die Musik zu verbinden und Menschen damit dienen und begeistern zu können. Dieser Wunsch brachte sie nach einer sechsmonatigen Bibelschule mit YWAM ans Theologische Seminar St. Chrischona, wo sie 2020 den Studiengang Theologie + Musik begann.

 

Hannah ist begeistert von der Tiefe, die im Gebet und in der Musik steckt und welche Auswirkungen diese nicht nur auf Körper, Seele und Geist hat, sondern auch auf die Einheit unter Gläubigen. Dies durfte sie besonders während eines Volontariats im Gebetshaus Augsburg erleben. Aus dieser Faszination heraus und der Sehnsucht danach, die Praxis des Gebets in Freikirchen neu zu beleben, schrieb Hannah die Bachelorarbeit über Fürbitte. Nach Abschluss ihres TSC-Studiums startet Hannah als Jugendreferentin in der Chrischona-Gemeinde Rheinfelden.

Manipulation in der Lobpreismusik?

Autor: Mathis Wunderlich

Studiengang: BA Theologie + Musik

In der Bachelorarbeit von Mathis Wunderlich geht es um eine mögliche Manipulation in der modernen Lobpreismusik durch rein musikalische Parameter und die daraus entstehenden Folgen, positive wie negative. Dabei spielt vor allem der Zusammenhang von Emotionen und Musik eine zentrale Rolle, da Manipulation vorwiegend auf affektiver Ebene stattfindet. In einem ersten Teil wird der Begriff «Manipulation» als eine neutrale Form der Beeinflussung definiert und basierend auf einer dienenden Ethik philosophisch-ethisch sowie christlich-ethisch (mit Jesus als Vorbild) so eingeordnet, dass eben jene sowohl in negativer als auch in positiver Weise verwendet werden kann und somit eine Art moralische Grauzone darstellt.


Anschliessend wird allgemein die Thematik der Emotionalität in Musik behandelt, als Voraussetzung für eine mögliche Manipulation durch instrumentale Musik, was anhand der Filmmusik (die, genau wie Lobpreismusik, besonders emotional geprägt ist) beispielhaft aufgezeigt wird. Durch den Zusammenhang von Filmmusik und Manipulation durch emotionale Einbindung des Publikums kann von der Existenz manipulativer Aspekte in Musik allgemein gesprochen werden, was auch anhand von weiteren Beispielen belegt wird.


Der dritte Teil der Bachelorarbeit dient der Analyse der modernen Lobpreismusik. Durch den Vergleich mit der untersuchten Popmusik fallen einige Ähnlichkeiten in Struktur, Harmonie, Rhythmus und Sound auf, während die exemplarischen Liedanalysen noch genauere musiktheoretische und klangliche Erkenntnisse liefern.


Im finalen Abschnitt werden die Ergebnisse aus den vorherigen Teilen schliesslich zusammengeführt und die Erkenntnisse zu Manipulation in der Musik auf die moderne Lobpreismusik übertragen. Dazu wird zuerst die eigentliche Intention von Lobpreis als ganzheitliche Vertiefung der Beziehung mit dem trinitarischen Gott dargestellt und die hohe Emotionalität in der modernen Lobpreismusik durch ekstatische und repetitive Elemente aufgezeigt, die sich auch in den Beispielliedern finden. Die emotionale Beteiligung des Publikums führt, wie auch schon bei der Filmmusik, zu manipulativen Aspekten, die in der modernen Lobpreismusik auftreten können und ethische Konsequenzen nach sich ziehen: Transparenz, Überprüfung, Bewusstwerdung, Pluralismus, Freiheit und Liebe sind hierbei die wichtigsten Stichpunkte, um zu verhindern, dass die Musik weder zur Ersatzreligion wird noch emotionslos bleibt.

Mathis Wunderlich (Jahrgang 2000) ist in der Nähe von Frankfurt in Unterfranken aufgewachsen. Nach seinem FSJ in Peru mit dem CVJM wollte er zunächst Musik in Deutschland studieren und kam über einige Umwege ans Theologische Seminar St. Chrischona. Dort konnte er seine Erfahrungen aus der Mitarbeit in seiner Heimatgemeinde mit seiner Leidenschaft für die Musik kombinieren.

 

Dank der vielen neuen Inhalte und der grossen Community am TSC konnte er zugleich in die Welt der Musik und der Theologie eintauchen und neben dem Studium auch eigene Projekte verwirklichen. Dabei lag auf der Filmmusik und instrumentalen Musik stets eine besondere Faszination. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema Lobpreismusik und die Suche nach dem richtigen Umgang mit dieser entstand dann auch seine Bachelorarbeit, die besonders die Instrumentalmusik im Lobpreis in den Fokus nimmt.