Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.

«Älterwerden ist eine gute Sache»

Bericht vom tsc-Seniorentag 2022

«Älterwerden ist eine gute Sache»

650 Teilnehmer wurden beim tsc-Seniorentag 2022 ermutigt

Jeder Mensch wird älter, aber nicht jeder macht sich Gedanken übers Älterwerden. Dazu ermutigte Dr. Markus Müller, Heimpfarrer des Zentrums Rämismühle, die rund 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seniorentags des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 3. Mai 2022. Auf Chrischona erklärte er: «Älterwerden ist eine gute Sache».

«Das Beste kommt noch»

Problemlos sei das Älterwerden nicht, sagte Markus Müller, aber eben Ansichtssache. Dazu zitierte er aus der Bibel: «Du bist alt geworden und hochbetagt, und vom Lande bleibt noch sehr viel einzunehmen.» (Josua 13,1) Wichtig sei, das Alter nicht als Abstieg zu betrachten und damit zu hadern, was nicht mehr möglich ist. Stattdessen empfiehlt Markus Müller, dankbar zu sein und himmelwärts zu schauen: «Das Beste kommt noch», ist der erfahrene Heimpfarrer überzeugt.

«Älterwerden ist Ansichtssache und beginnt im Kopf. Älterwerden heisst: Seine Seele immer mehr in den Verheissungen Gottes zu verankern und darin zuhause zu sein.»

Dr. Markus Müller, Heimpfarrer im Zentrum Rämismühle

Eine neue Sicht

Diese Botschaft stiess auf grosse Zustimmung. «Äusserst praktisch, sehr gute Beispiele, das Umkehren der Perspektive fand ich fantastisch», erklärte ein Teilnehmer aus Fraubrunnen. Mancher entwickelte gleich konkrete Ideen zur Umsetzung: «Ich möchte andere Menschen künftig nicht mehr fragen, wie es ihnen geht, sondern was sie in der letzten Zeit Positives erlebt haben», erklärte ein anderer Teilnehmer aus Kriens.

«Älterwerden ist eine gute Sache», sagt Dr. Markus Müller beim tsc-Seniorentag am 3. Mai 2022.
«Älterwerden ist eine gute Sache», sagt Dr. Markus Müller beim tsc-Seniorentag am 3. Mai 2022.
Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.
Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.

Grosse Freude über Präsenzveranstaltung

Der Seniorentag 2022 war die erste Grossveranstaltung des Theologischen Seminars St. Chrischona im Präsenzmodus nach der Coronazeit. Die Freude darüber war sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Teilnehmern sehr deutlich spürbar. Schon der Anblick des vollen Konferenzsaals sorgte für strahlende Gesichter. Die Lieder wurden gerne und lautstark mitgesungen. Viele nutzten die Gelegenheit, um Gespräche zu führen, alte Bekanntschaften wieder aufzufrischen und neue Bekanntschaften zu schliessen.

Reges Interesse an tsc-Neuerungen

Das tsc hatte sich intensiv auf den Tag vorbereitet, bot ein abwechslungsreiches Programm und informierte über Neuerungen. Der tsc-Chor, den viele von seinen Youtube-Videos kannten, begeisterte die Zuhörer nun auch live. Grosses Interesse bestand an Führungen durch die Eben-Ezer-Halle. Viele hatten für deren Umbau und Renovierung gespendet und wollten mehr über die Baufortschritte erfahren.

tsc-Seniorentag 2022: Auftritt des tsc-Chors
Der tsc-Chor hat beim tsc-Seniorentag 2022 seinen ersten Live-Auftritt nach der langen Coronapause.

Videos zum Weiterdenken

Video 1: Mitschnitt des Referats von Dr. Markus Müller und der Talkrunde

Video 2: Altersspezifische Impulse von Dr. Markus Müller

Termin tsc-Seniorentag 2023

Dienstag, 2. Mai 2023

Der tsc-Seniorentag findet als Präsenzveranstaltung auf Chrischona statt.

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

tsc-Jahresrückblick 2021

Ereignisse der Zeitgeschichte, Anekdoten vom tsc

tsc-Jahresrückblick 2021

Autor: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Claudius Buser kann in seinem traditionellen tsc-Jahresrückblick 2021 bereits zum zweiten Mal hintereinander nicht am Coronathema vorbei. Seinen Schwerpunkt legt er trotzdem nicht auf 2G- oder 3G-Regeln, sondern auf RG – das Reich Gottes und was wir davon am tsc erkennen.

Erinnerungen an 2020

«Im fernen Morgenland, nein, nicht dort, wo der Stern von den Magiern gesichtet wurde, der sie zum neuen König weisen soll, sondern im noch viel ferneren Morgenland – weit weg von der Zivilisation Europas – machten sich Magier – nicht auf den Weg – sondern an die Arbeit. Sie wollten eine neue Krone basteln, nicht einfach für den neuen König, nein, sondern für alle Menschen.

Noch wollten sie die Krone den Menschen nicht zeigen, da geschah es: Die Krone machte sich selbständig auf den Weg zu den Menschen dieser Erde. Und was viele nicht glauben wollten oder konnten, wurde wahr: Diese Krone für alle, veränderte das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt, in einer Art und Weise, wie sich das die Menschen zu Beginn des Jahres 2020 nicht in ihren kühnsten oder wirrsten Träumen hätten vorstellen können, auch wir am tsc nicht.»

So fing mein Jahresrückblick 2020 an. Ich hatte es damals nicht sehen kommen, dass uns Corona auch in diesem Jahr so beschäftigen würde und ich nochmals mit Corona anfangen werde. Doch nun können wir Corona oder eigentlich noch viel mehr: Corona kann uns mal. Wir haben das 2021 trotzdem gelebt, und zwar unter der Leitung einer anderen Krone.

RG statt 2G oder 3G

Natürlich gab es Quarantäne, Isolation, Impfdurchbrüche und Stimmungsumbrüche. Natürlich wissen wir nun, was Boostern heisst und wie 3G geht, aber ich bin froh, dass für Heiligabend ein G kommt. Auf ihn hoffen wir und ihn erwarten wir. Er kommt ohne Impfung, Maske und Zertifikat, muss daher wohl auch in einen Stall. Er kommt ohne dies alles, weil er uns anstecken will, ganz bewusst anstecken will mit einer ungeheuren Hoffnung: mit ihm kommt nicht 3G oder 2G sondern das RG, das Reich Gottes und er trägt eben eine andere Krone, die Krone seines Reiches, weil er der König ist.

Schauen wir in dieses spezielle Jahr hinein, dann haben wir doch viele spannende Sachen erlebt. Nun aber der Reihe nach:

Claudius Buser
Claudius Buser ist Stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am tsc.

Januar

Am 3. Januar 2021 vor 500 Jahren wurde Luther exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen. 500 Jahre später wurde zur «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung zwischen Lutheranern und der Katholischen Kirche» von 1999 ein erweitertes Dokument veröffentlicht. Ist das uns egal? Natürlich, wir haben kaum davon Kenntnis genommen. Aber es kann uns eigentlich nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.

4. Januar: Der Dachverband Freikirchen Schweiz veröffentlicht ein von Beat Schweitzer verfasstes Papier zum Thema: Impfen oder nicht. Empfehlens- und lesenswert bis heute!

14. Januar: Das erste, nie veröffentlichte Umschlagbild des Tim-und-Struppi-Comics «Der Blaue Lotos» des Zeichners Hergé erzielt bei einer Versteigerung in Paris einen Rekordwert von 3,2 Millionen Euro. Wenn noch jemand so ein Bild zuhause hat, wo es nur Staub ansetzt, könnt ihr es dem tsc als Weihnachtsgeschenk vermachen.

Am 20. Januar ist definitiv ausgetrumpt, natürlich ging das im Vorfeld nicht ohne grossen Klamauk und am 6. Januar gab es sogar eine Erstürmung des Weissen Hauses durch einen Mob. Aber nun bitten wir Biden, die Sache zu richten. Wobei die Leute 11 Monate später nicht ganz glücklich sind mit der Arbeit von Joe, nicht in Afghanistan, nicht in Bezug auf Russland oder China und auch nicht ganz zuhause. Hoffentlich trumpelt Trump in drei Jahren nicht wieder zurück ins Weisse Haus!

«Es kann uns nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Februar

Am 5. Februar starb der jüdische US-Amerikaner Hershel Shanks im Alter von 91 Jahren. Wenige kennen Hershel Shanks mit Namen, doch viele profitieren von seinem Einsatz für eine allgemeinverständliche Archäologie in Israel. Unter anderem bei der Veröffentlichung der Schriftrollen vom Toten Meer spielte er eine grosse Rolle. Unermüdlich kämpfte er gegen deren wissenschaftlichen Verschluss.

Und bei uns am tsc werden Bachelorarbeiten eingereicht. Die vier besten Bachelorarbeit können auf dieser Internetseite gelesen werden.

Das neue Semester hat uns wieder. Wir starten mit Unterricht im Internet, können das auch schon gut, haben wir das doch schon im letzten Herbst anfangen müssen. Wir freuen uns an den Gottesdiensten, die wir trotzdem feiern dürfen – zwar ohne gemeinsamen Gesang, aber trotzdem, und haben eigentlich trotz allem eine gute Stimmung am tsc. Wir beenden zum Glück nicht im Fernmodus, sondern dürfen nach Ostern, respektive Ende April umstellen auf Präsenzunterricht. Zum Glück haben wir so viel Platz auf dem Berg.

Aber es fehlten uns schon diverse Möglichkeiten, Gemeinschaft zu gestalten. Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.

März

Die Ever Given kann nichts mehr geben, sie steckt fest und rasch stauen sich 300 Schiffe hinter ihr und mit dem Stau hustet unser Konsum noch mehr. Ein Schiff, ein bisschen Sand und Europa hat ein Problem…

«Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

April

Der Theologe Hans Küng ist tot. Während mehr als dreissig Jahren lehrte Küng an der Eberhard-Karls-Universität im Tübingen in Baden-Württemberg. Bis 2013 war er Präsident der Stiftung Weltethos.
Das Ziel des Projekts Weltethos, das er 1995 mitgegründete, beschrieb Küng auf dessen Webseite: «Frieden unter den Religionen, Kulturen und Nationen auf der Basis einiger gemeinsamer elementarer ethischer Werte, Massstäbe und Haltungen.» Ja, wenn wir den Friedefürst handeln lassen, wenn er Frieden schenkt, dann erst ist Frieden.

Mai

«Gewöhn dich an anders», hiess es für die Senioren, die altbewährten Freunde des tsc aus vielen Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland. Corona lässt einen normalen Seniorentag nicht zu. Aber anders war echt gut und mehr Freunde des tsc als sonst erlebten den Seniorentag dezentral an vielen Orten. Es geht auch anders, das sagen wir Schweizer einfach dazu: Freude herrscht.

Wir feiern die Validierung unserer Studiengänge am 4. Mai. Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.

Ende Mai feiern wir unter dem Motto: «Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist» den Semesterabschlussgottesdienst im Freien unter blauem Himmel und singen aus vollen Kehlen, natürlich mit Abstand aber trotzdem, wir singen gemeinsam, wie schön ist denn das! Ja, das hat uns schon gefehlt, das gemeinsame Singen.

Juni

Prüfungen werden geschrieben und die Bücher aufgetan, um zu sehen, wer im Buch der Noten richtig liegt. Soweit so gut. Alles bestens, wir feiern mit 29 Absolventen und Absolventinnen ein familiäres tsc-Jahresfest. Und es werden zwei Chorvideos vorgestellt, die im Wenkenpark gedreht wurden. Ich war so stolz, als ich sie sah – ich bin es heute immer noch. Einfach klasse, was da an Können und Begeisterung durchkommt und wie gut ihr klingt.

«Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Juli und August

Fluten ergiessen sich über Europa. Es trifft viele Regionen. In Deutschland ist es die grösste Flutkatastrophe seit 1962. Es gibt viele Opfer und manche Dörfer werden Jahre gebrauchen, bis alles wieder in Ordnung ist. Und wir machen einfach Ferien. Wie nah, Freud und Leid und wie gut, dass wir nicht alles tragen müssen.

September

Und dann kommt ihr, ihr Ersties. Wir dürfen 39 neue Studierende bei uns willkommen heissen. Wir haben uns auf euch gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls. Und Thomas Härry hat euch gute Tipps für das Theologiestudium weitergegeben. Zum Beispiel den: «Theologie ist dann eine gute Theologie, wenn sie mich in die Nachfolge führt.» Oder: «Lies die Bibel unvoreingenommen, respektive barfuss und auch entwickle eine Denkweise der Neugier, achte auf dich selbst.» Und am Samstagabend haben wir gefeiert. Märchen wurden wahr. Nicht nur Märchen: Aus Mythologien und Comics erschienen Gestalten und verwandelten das Festgelände unter dem mystischen Mastenbaum von fast 250 Metern Höhe zu einer Rampe zu ungeahnten Höhenflügen.

«Wir haben uns auf euch Ersties gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Oktober und November

Und rasch geht es in das Herbstsemester hinein. Der Unterricht treibt den Schweiss auf die Stirn, Corona taucht überraschend früh am Horizont des kommenden Herbstes auf und wieder lernen wir, mit dem Virus umzugehen.

Überraschenderweise können wir unser Jubiläumstreffen mit 160 Alumni mit der 3G-Regel durchführen und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit sitzen wir wieder normal dicht beieinander, sehen wir wieder in maskenfreie Gesichter und singen aus vollen Kehlen in einem Innenraum – und das mit 160 Leuten. Leute, das war früher normal, jetzt erschien es einem als kleines Wunder. Und die Jubilare loben das tsc und freuen sich an dem, was sie hier oben sehen – das kann man nachlesen im CAMPUSLEBEN 4/2021.

Dezember

S’Mutti geht. Auf die Frage, wer den wohl Nachfolgerin von Merkel werden soll, sagte ein Kind: «Natürlich wieder eine Frau.» Es hatte keine andere Wirklichkeit erlebt als Mutti Merkel. 16 Jahre lang hat sie, die Pfarrerstochter, die Geschicke Deutschlands geleitet. Hut ab vor vielen ihrer Leistungen. Nun ist aber doch ein Papi gekommen, mal schauen auf was der Scholz in 16 Jahren stolz sein kann?

S’Mutti geht und wenn das Mutti geht, gehen andere einfach auch. Der innere Zusammenhang ist zwar nicht geklärt, aber es melden sich auch bei uns Leute, die gehen wollen, einige, weil sie in ein Alter gekommen sind, wo der wohlverdiente Unruhestand winkt, andere weil sie sich nach neuen Ufern aufmachen.

Schluss

Wie dem auch sei, gewöhn dich an Anderes. Wir werden uns wohl immer daran gewöhnen müssen im Leben. Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt. Wir feiern die Ankunft dessen, der uns an Anderes gewöhnen will. Anders im Sinne von göttlich, aus der Liebe heraus, vom Reich Gottes her, das er uns bringt. Aber auch anders im Sinne von: den Anderen als Teil dieses Reiches sehen und mit dem Anderen unterwegs sein, weil auch er ein Kind Gottes ist.

Dazu haben wir ja dieses Jahr auch ein Community-Paper erstellt, das uns helfen soll, anders zu denken im Umgang miteinander, von der Mitte her, von ihm her, der in der Krippe liegt.

Claudius Buser hat diesen Jahresrückblick für den Semesterabschlussgottesdienst am 22. Dezember 2021 vorbereitet. Wegen der Corona-Massnahmen fand der Gottesdienst in verkürzter Form statt. Claudius konnte seinen Jahresrückblick deswegen nicht live vortragen.

«Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021 mit René Winkler und Peter Schulthess (1500x500px)

Was in Notfällen wirklich hilft

Bericht vom tsc-Seniorentag 2021

Was in Notfällen wirklich hilft

Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021 zur Notfallseelsorge

Ein starkes Zeugnis für den Glauben an Jesus Christus in schwierigen Zeiten war der Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021. Die praxiserprobten Tipps des Notfallseelsorgers Peter Schulthess zum Umgang mit Schock, Leid und Trauer verfolgten mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauer live über das Internet. Ein Teilnehmerrekord!

tsc-Seniorentag mit Rekordteilnehmerzahl

Die 90-minütige Liveübertragung des tsc-Seniorentags konnten Zuschauerinnen und Zuschauer entweder zuhause oder an einem der Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland verfolgen. 300 Einzelpersonen und 55 Übertragungsorte mit durchschnittlich 15 Personen schauten zu. Die coronabedingte neue Konzeption führte so zu einer Rekordteilnahme von mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauern.

«Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

Peter Schulthess, Pfarrer und Notfallseelsorger

Notfallseelsorge braucht Fingerspitzengefühl

Hochspannend berichtete Peter Schulthess von seinen Erfahrungen als Notfallseelsorger. Er erzählte von dem Schock, den ein Notfall auslösen kann. Dieser sollte nicht verurteilt, sondern als «ein natürliches, schöpfungsgemässes Phänomen» betrachtet werden. Generell gehe es in der Notfallseelsorge um Fingerspitzengefühl. Wichtig sei es, Betroffenen nicht zu viel abzunehmen und keine eigenen Antworten auf ihre Fragen zu geben. Peter Schulthess betonte die Macht des Gebets: «Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.

Livestream-Mitschnitt des tsc-Seniorentags 2021

Wie Jesus in Notfällen hilft

Die weiteren Gäste des Seniorentags zeigten: Wer als Christ einen Notfall erlebt, hat in Jesus Christus einen Vorteil. Denn er steht an ihrer Seite. Joséphine Niyikiza hat ihre Familie im ruandischen Genozid von 1994 verloren. Trotzdem hat sie mit der Zeit gelernt, zu vergeben. «Gott hat bereits vergeben. Mein Gebet lautete immer wieder: Nimm diese Last weg von mir», erzählte sie.

Berührend war auch das Zeugnis von Viola Lies, die am tsc Theologie & Pädagogik studiert. Sie hat den Unfalltod eines Freundes miterlebt. Diese Erfahrung hat sich wie eine schwere Decke über ihr Leben gelegt. Schliesslich stiess sie auf die Geschichte der Emmaus-Jünger. Ähnlich wie die Jünger wurde auch Viola durch Jesus mit neuer Hoffnung erfüllte. «Dadurch habe ich die Lebensfreude wiederentdeckt, es ist ein Wunder», freute sich die tsc-Studentin.

Witwen fühlen sich verstanden und getröstet

Die Rückmeldungen zum bislang grössten tsc-Seniorentag fallen sehr positiv aus. Der Anlass hat viele Zuschauerinnen und Zuschauer berührt und neu motiviert. Aus der Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim in Deutschland schrieb Pastor Arno Broers: «Peter Schulthess konnte alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Wir haben im Anschluss noch darüber diskutiert». Und Pastor Daniel Schenker von der Chile Grüze in Winterthur in der Schweiz meldete: «Die Grundmelodie der Wertschätzung und die praktischen Referate haben uns berührt». Besonders positive Reaktionen kamen von Witwen und Witwern, die sich verstanden und getröstet fühlten.

«Pfarrer Peter Schulthess konnte mit seinem Referat alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Im Anschluss gab es bei uns noch eine kleine Austauschrunde mit der Frage: ‹Was können wir als Einzelne und als Gemeinde von diesem Referat lernen und auch umsetzen?› Hier wurde es dann sehr konkret.
Als Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim sind wir Netzwerkpartner vom tsc. Dieser Seniorentag hat die herzliche Verbundenheit mit dem tsc wieder einmal gestärkt.»

Arno Broers, Pastor Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim

Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.
Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.
tsc-Seniorentag am 4. Mai 2021 mit Pfr. Peter Schulthess (900x300px)

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Livestream am 4. Mai 2021 in 55 Gemeinden

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Thema: «Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt»

Wegen Corona findet der traditionelle Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021 erstmals per Liveübertragung über das Internet statt. Auf St. Chrischona wird es kein Publikum geben. Dafür werden in 55 Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland mehr als Tausend Seniorinnen und Senioren den Anlass verfolgen. Alternativ können sie von zuhause aus zuschauen.

Seniorentags-Übertragung in mindestens 50 Gemeinden

Nachdem der tsc-Seniorentag 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, konzipierte das Organisationsteam den Anlass für 2021 neu. Weil absehbar war, dass ein grösseres Publikum auf St. Chrischona nicht zusammenkommen darf, lud das tsc Gemeinden ein, sich als Übertragungsorte anzumelden. 55 Gemeinden haben sich bis Ende April dazu bereit erklärt. Viele davon stammen aus dem tsc-Netzwerk oder sind freundschaftlich mit dem tsc verbunden. René Winkler, der Leiter Weiterbildung und Events des tsc, ist einer der Verantwortlichen. Er erklärt: «Eine erneute Absage des Seniorentags kam nicht in Frage. Jetzt haben wir eine Lösung, die uns wieder handlungsfähig macht. Nicht wie früher, aber angepasst an diese Corona-Zeiten.»

Wie weiter, wenn nichts mehr ist wie es war?

Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt – so lautet das passende Thema des tsc-Seniorentags 2021. Dazu gibt der Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess Impulse weiter. Er ist in der Öffentlichkeit unter anderem durch seine Bücher bekannt, darunter: «Hiobsbotschaft – Erfahrungen aus der Notfallseelsorge». Von diesen Erfahrungen wird er auch am Seniorentag berichten. Er wird darauf eingehen, wie Menschen weitermachen können in Situationen, wo nichts mehr ist wie bisher. Das Programm des 90-minütigen Livestreams wird ergänzt durch Talks, Musik sowie Infos vom tsc.

Seniorentags-Livestream zuhause schauen

Mit den Seniorentagen auf St. Chrischona macht das tsc Menschen bereits seit mehr als 25 Jahren Mut. Dies ist im Corona-Jahr 2021 besonders wichtig. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, den Seniorentags-Livestream von zuhause aus zu verfolgen. Jeder kann sich dazu anmelden und am 4. Mai live dabei sein. René Winkler freut sich auf viele Zuschauerinnen und Zuschauer und verspricht: «Wir werden beim tsc-Seniorentag 2021 wieder inspiriert aus Gottes Wort und von Menschen, die mit Gott viel erlebt und durchgestanden haben.»

René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc
René Winkler ist Leiter Weiterbildung des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc).
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.

Infos zum tsc-Seniorentag 2021

  • Termin: Dienstag, 4. Mai 2021, 14.30 – 16 Uhr
  • Thema: Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt
  • Referent: Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess
  • Kosten: Die Teilnahme am Livestream des Seniorentags ist kostenlos. Um eine freiwillige Spende für die tsc-Bildungsarbeit wird gebeten.

2 Wege, wie Sie beim tsc-Seniorentag 2021 dabei sein können:

  1. Per Livestream bei Ihnen zuhause. Bitte füllen Sie das Anmeldeformular auf der Internetseite des tsc-Seniorentags aus, damit wir Ihnen die Infos zum Livestream übermitteln können. Die Anmeldung wird bis zum 4. Mai 2021 unmittelbar vor Beginn des Livestreams möglich sein.
  2. Per Livestream an einem der 55 Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland. Die aktuelle Auflistung der Übertragungsorte finden Sie hier.
Der Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Mai 2019 machte den rund 700 Teilnehmern viel Hoffnung.

Hoffnung statt Zukunftsangst

Bericht vom tsc-Seniorentag am 7. Mai 2019

tsc-Seniorentag machte 700 Teilnehmern Hoffnung

Mit Vorsicht und Angst reagieren die meisten Menschen im deutschsprachigen Raum auf Fragen nach der Zukunft. Christen sollten diese «German Angst» überwinden und die Hoffnung zu ihrer inneren Einstellung machen. Das war die Botschaft des Seniorentags des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Mai 2019 auf dem Chrischona-Campus.

Der Basler Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker präsentierte den rund 700 Seniorinnen und Senioren Ergebnisse aus den Umfragen seines jährlichen Hoffnungsbarometers. Manche Statistik erschreckte die Zuhörer. Etwa die Antworten auf die Frage, von wem sich die Schweizer wünschen, dass er in schwierigen Zeiten Hoffnung vermittelt. Gott und sein kirchliches Bodenpersonal tauchen nur auf den hinteren Plätzen auf.

Werden Veränderungen zum Fluch oder zum Segen?

Andreas Walker stellte fest: «Die Zukunft passiert nicht einfach so. Sie hängt von den Entscheidungen ab, die Menschen heute treffen.» Dass die Angst als emotionale Reaktion auf Megatrends wie Digitalisierung, Migration und Klimawandel dominiere, sei nachvollziehbar. Doch Veränderungen könnten auch zum Segen werden. So ist beispielsweise die Lebenserwartung im Vergleich zur «guten alten Zeit» deutlich gestiegen. Ein «biblisches Alter» von 80 und mehr Jahren zu erreichen, sei ein Zeichen der Liebe Gottes. Klar ist: Der Umgang mit Hoffnung und Angst ist in der Bibel ein wichtiges Thema. Zum Wort Hoffnung gibt es mehr als 300 Bibelstellen, sie ist eine christliche Tugend. Andreas Walker interpretierte das so: «Gott fordert uns heraus, immer wieder an der Hoffnung festzuhalten.»

Vom Kritiker zum Mutmacher

Zwei persönliche Berichte offenbarten, was eine hoffnungsvolle Lebenseinstellung bewirken kann. Der ehemalige Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes Werner Messmer sieht selbst die Gefahr, im Seniorenalter immer kritischer zu werden. Beispielsweise bei Diskussionen in der christlichen Gemeinde. Er riet dazu, sich am gemeinsamen Ziel zu begeistern und in die Rolle des Mutmachers für die Jüngeren in der Gemeinde zu finden. Die Basler Schulleiterin Jacqueline Jourdan berichtete von den Herausforderungen ihres Alltags. Ihr Tipp: «Am Glauben festhalten, dass Gott gut ist – auch wenn es nicht so scheint.»

«Der Seniorentag hat mich beflügelt»

Der Gedanke, Hoffnung zur Lebenseinstellung zu machen, wurde von vielen Teilnehmern des Seniorentags wohlwollend diskutiert. Viele von ihnen wurden durch den Seniorentag neu ermutigt. «Der Tag hat mich beflügelt. Ich möchte jetzt konkrete Dinge ändern in meinem persönlichen Leben», erklärte eine Seniorin aus der Chrischona-Gemeinde Schaffhausen. Andere taten sich schwer damit, jahrzehntelang eingeübte kulturelle Gepflogenheiten zu verändern. In einem Punkt waren sich die meisten aber einig: Dieser Seniorentag hat sehr viel Hoffnung gemacht.

Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker riet, Hoffnung zur inneren Einstellung zu machen.
Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker riet, Hoffnung zur inneren Einstellung zu machen.
René Winkler im Gespräch mit Jacqueline Jourdan. Die Basler Schulleiterin berichtet, wie sie ihrem herausfordernden Alltag mit Hoffnung begegnet.
René Winkler im Gespräch mit Jacqueline Jourdan. Die Basler Schulleiterin berichtet, wie sie ihrem herausfordernden Alltag mit Hoffnung begegnet.
Gute Freunde am Seniorentag zu treffen, ist für die Teilnehmer eine grosse Freude.
Gute Freunde am Seniorentag zu treffen, ist für die Teilnehmer eine grosse Freude.

tsc-Seniorentag – ein guter Mix

Dazu trug auch das vom Theologischen Seminar St. Chrischona organisierte Rahmenprogramm bei. Die Teilnehmer hörten einige Lieder des tsc-Chors, die frisch für das Chorkonzert einstudiert waren. Es gab das Angebot einer Campusführung mit dem Rektor. Zudem konnten sich die Senioren auf dem frühlingshaften Campus bei Kaffee und Kuchen mit Freunden und Bekannten austauschen. Ein guter Mix, für den einige sogar aus der Ostschweiz anreisten.

Mitschnitte des tsc-Seniorentags 2019

Der nächste tsc-Seniorentag findet am Dienstag, den 5. Mai 2020, auf dem Chrischona-Campus statt. Referent wird Pfarrer Peter Schulthess sein.