tsc-Chorkonzert am 07.05.2022: Chor vor Publikum

tsc-Chor beeindruckt grosses Publikum bei Benefizkonzert für Ukraine-Nothilfe

Bericht vom Konzert mit dem tsc-Chor am 7. Mai 2022

tsc-Chor beeindruckt grosses Publikum bei Benefizkonzert für Ukraine-Nothilfe

Überwältigend war die Resonanz beim ersten Konzert mit dem Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) seit zweieinhalb Jahren. Der Konferenzsaal auf St. Chrischona war voll besetzt. Mehr als 600 Zuhörer erlebten ein Konzert, das vor Vielfalt und Kreativität nur so sprühte. Es war gleichzeitig ein Benefizkonzert: rund 5‘000 Franken spendeten die Zuhörer für die Ukraine-Nothilfe der Hilfsorganisation Medair.

Musik, die aus der Seele kommt

Die Vorfreude war förmlich zu spüren, als sich am Samstagabend der Saal im Konferenzzentrum auf Chrischona füllte. Die Vorfreude des Publikums und die Vorfreude des tsc-Chors. Die Band hatte sich mit Improvisationen warmgespielt zu dem Spiritual «Oh when the saints», während die rund 70 Sängerinnen und Sänger einmarschierten, sich auf der Bühne formierten und direkt lossangen. In den folgenden zwei Stunden tauchte das Publikum ein in eine Welt der Musik, die aus der Seele kommt und für die Seele bestimmt ist. «Joy in my heart», sang der Chor im zweiten, dem Konzert seinen Namen gebenden Stück «Music down in my soul». Und die Sängerinnen und Sänger versprühten sie, diese Freude in ihren Herzen.

Vielfältiges Repertoire – und die Geige singt mit

Beeindruckt zeigten sich viele Zuhörer von dem vielfältigen Repertoire des Chors. Chorleiterin Susanne Hagen, die auch Leiterin des Studiengangs Theologie & Musik ist, brachte klassische und moderne Werke auf die Bühne – manche mit Bandbegleitung, andere a cappella, zwischendurch in kleineren und wechselnden Ensemble-Besetzungen. Die Studentinnen und Studenten zeigten die ganze Bandbreite dessen, was sie im Theologie-und-Musik-Studium auf Chrischona lernen und einüben: etwa klassische Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, einen zauberhaft klingenden modernen Choral des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, oder Swing a la Duke Ellington.

Zwischendurch fühlte man sich wie in einem Musical – als ein Student das Publikum beeindruckte mit einer schauspielerischen Darbietung zu „Fiddler on the roof“. Auch die Geige sang mit, Andreas Wäldele spielte sie virtuos. Und mit der Geige bildeten Kontrabass, Saxofon, Schlagzeug, Gitarre und Piano in manchen Stücken geradezu eine klangliche Einheit mit den Stimmen des Chors.

Über den tsc-Chor

Im tsc-Chor singen rund 80 Personen mit. Darunter sind Studierende, Mitarbeitende und Freunde des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Geleitet wird der Chor von Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik. Der Chor gibt im Frühsommer und in der Adventszeit jeweils zwei Konzerte.

Chorvideos während der Corona-Zeit

Zu hören waren auch Stücke, die der tsc-Chor in den vergangenen zwei Corona-Jahren als Videos produzierte. Etwa «Nearer, my God to thee», das erste tsc-Chor-Video aus dem Jahr 2020, oder «Lean on me», das der tsc-Chor im vergangenen Jahr im Wenkenpark in Riehen als Video aufgenommen hat. Die Videos des tsc-Chors haben die mit Abstand meisten Klicks auf dem Youtube-Kanal des Theologischen Seminars St. Chrischona.

Nächstes Konzert mit dem tsc-Chor am 17. Juni im Basler Münster

Das Konzert hat die vielen Talente des tsc-Chors offenbart. Es wurde Zeit, dass diese wieder auf die Bühne und vors Publikum kamen. Mit stehenden Ovationen belohnte das Publikum Susanne Hagen und ihren tsc-Chor für einen gelungenen Konzertabend. Das nächste Konzert darf nicht so lange auf sich warten lassen, darin waren sich alle Beteiligten einig.

Das nächste Konzert steht schon fest: am Freitag, 17. Juni, um 20 Uhr im Basler Münster während der Nacht des Glaubens.

Fotos: Knut Burmeister, ALLTAG

Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.

«Älterwerden ist eine gute Sache»

Bericht vom tsc-Seniorentag 2022

«Älterwerden ist eine gute Sache»

650 Teilnehmer wurden beim tsc-Seniorentag 2022 ermutigt

Jeder Mensch wird älter, aber nicht jeder macht sich Gedanken übers Älterwerden. Dazu ermutigte Dr. Markus Müller, Heimpfarrer des Zentrums Rämismühle, die rund 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seniorentags des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 3. Mai 2022. Auf Chrischona erklärte er: «Älterwerden ist eine gute Sache».

«Das Beste kommt noch»

Problemlos sei das Älterwerden nicht, sagte Markus Müller, aber eben Ansichtssache. Dazu zitierte er aus der Bibel: «Du bist alt geworden und hochbetagt, und vom Lande bleibt noch sehr viel einzunehmen.» (Josua 13,1) Wichtig sei, das Alter nicht als Abstieg zu betrachten und damit zu hadern, was nicht mehr möglich ist. Stattdessen empfiehlt Markus Müller, dankbar zu sein und himmelwärts zu schauen: «Das Beste kommt noch», ist der erfahrene Heimpfarrer überzeugt.

«Älterwerden ist Ansichtssache und beginnt im Kopf. Älterwerden heisst: Seine Seele immer mehr in den Verheissungen Gottes zu verankern und darin zuhause zu sein.»

Dr. Markus Müller, Heimpfarrer im Zentrum Rämismühle

Eine neue Sicht

Diese Botschaft stiess auf grosse Zustimmung. «Äusserst praktisch, sehr gute Beispiele, das Umkehren der Perspektive fand ich fantastisch», erklärte ein Teilnehmer aus Fraubrunnen. Mancher entwickelte gleich konkrete Ideen zur Umsetzung: «Ich möchte andere Menschen künftig nicht mehr fragen, wie es ihnen geht, sondern was sie in der letzten Zeit Positives erlebt haben», erklärte ein anderer Teilnehmer aus Kriens.

«Älterwerden ist eine gute Sache», sagt Dr. Markus Müller beim tsc-Seniorentag am 3. Mai 2022.
«Älterwerden ist eine gute Sache», sagt Dr. Markus Müller beim tsc-Seniorentag am 3. Mai 2022.
Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.
Alt und Jung im Gespräch: tsc-Studentin und Seniorin beim Seniorentag 2022.

Grosse Freude über Präsenzveranstaltung

Der Seniorentag 2022 war die erste Grossveranstaltung des Theologischen Seminars St. Chrischona im Präsenzmodus nach der Coronazeit. Die Freude darüber war sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Teilnehmern sehr deutlich spürbar. Schon der Anblick des vollen Konferenzsaals sorgte für strahlende Gesichter. Die Lieder wurden gerne und lautstark mitgesungen. Viele nutzten die Gelegenheit, um Gespräche zu führen, alte Bekanntschaften wieder aufzufrischen und neue Bekanntschaften zu schliessen.

Reges Interesse an tsc-Neuerungen

Das tsc hatte sich intensiv auf den Tag vorbereitet, bot ein abwechslungsreiches Programm und informierte über Neuerungen. Der tsc-Chor, den viele von seinen Youtube-Videos kannten, begeisterte die Zuhörer nun auch live. Grosses Interesse bestand an Führungen durch die Eben-Ezer-Halle. Viele hatten für deren Umbau und Renovierung gespendet und wollten mehr über die Baufortschritte erfahren.

tsc-Seniorentag 2022: Auftritt des tsc-Chors
Der tsc-Chor hat beim tsc-Seniorentag 2022 seinen ersten Live-Auftritt nach der langen Coronapause.

Videos zum Weiterdenken

Video 1: Mitschnitt des Referats von Dr. Markus Müller und der Talkrunde

Video 2: Altersspezifische Impulse von Dr. Markus Müller

Termin tsc-Seniorentag 2023

Dienstag, 2. Mai 2023

Der tsc-Seniorentag findet als Präsenzveranstaltung auf Chrischona statt.

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Interview mit Broer Broers

«Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Interviews mit tsc-Jubilaren 2021

«Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Beim Jubiläumstreffen 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona beantworteten zwei Absolventinnen und drei Absolventen die Fragen von Online-Redaktor Markus Dörr. Er wollte von ihnen wissen, welche Lernerfahrungen aus dem Studium sich nach 20, 30, 40, oder 50 Jahren Dienst bewährt haben, an welchen tsc-Moment die Alumni gerne zurückdenken und wie sie das tsc heute erleben.

tsc-Absolvent 1981

Broer Broers

Broer Broers hat das Studium auf Chrischona 1981 abgeschlossen und ist heute Leiter für geistlich-theologische Fragen bei der Großstadt Mission in Hamburg.
Leiter für geistlich-theologische Fragen Großstadt Mission Hamburg

Vor 40 Jahren wurdest du ausgesendet vom tsc, was machst du heute?

Ich bin seit gut 16 Jahren in Hamburg tätig. Und zwar bei einem diakonischen Träger für Kinder- und Jugendhilfe und auch Eingliederungshilfe (Arbeit für Menschen mit Behinderung). Bei uns arbeiten über 200 Menschen, meist Erzieherinnen oder Sozialpädagogen. Ich bin unter anderem für das geistlich-theologische Profil der Großstadt-Mission zuständig.

Welche Lernerfahrung aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Ich habe die Gemeinschaft auf Chrischona genossen und natürlich habe ich hier die theologischen Grundlagen bekommen. Es ist aber wichtig, da spreche ich sicher nicht nur für mich, dass man sich weiterentwickelt. Mein Leitspruch heisst: «Ich darf sein der ich bin – und werden, der ich sein kann

Erinnert ein bisschen an Gott: Ich bin der, der ich bin.

Ja, der Gott des Alten Testaments ist derselbe Gott, der heute wirkt. Die Gesellschaft verändert sich und ich glaube, Gott entwickelt sich mit uns. Es stimmt wohl, was der Evangelist Klaus Vollmer gesagt hat: «Gott ist gerne jung.» Gott ist in Bewegung und wir dürfen uns mit ihm weiterentwickeln.

Dein tsc-Moment?

Ich erinnere mich an den damals noch verpflichtenden Arbeitsdienst. Das Gewächshaus wurde neu gebaut und ich habe mit meinem ostfriesischen Freund die Heizungsrohre neu gestrichen. Viele andere Handwerksschilder waren am Bauzaun angebracht. Wir haben selbstbewusst selbst ein Schild gestaltet und dazu gehängt. Darauf stand: «Malerarbeiten Schulte-Broers». Das fand der damalige Chrischona-Verwalter wohl nicht so lustig und hat das Schild flugs abnehmen lassen. Mir fehlt im Rückblick die Leichtigkeit und der dazu gehörende Humor.

Wie erlebst du das tsc heute? Hat sich da etwas gewandelt?

Ja, das habe ich schon vor 15 Jahren gemerkt, als ich das letzte Mal hier war. Hier weht ein anderer Geist – der Geist der Veränderung und des Aufbruchs. Das Leitungsteam ist nach meiner Einschätzung permanent dran, die Ausbildung an die aktuellen Herausforderungen in den Gemeinden, aber auch in der Gesellschaft, anzupassen.

«Ich habe die Gemeinschaft auf Chrischona genossen und natürlich habe ich hier die theologischen Grundlagen bekommen.»

Broer Broers, tsc-Absolvent 1981

tsc-Absolventin 1991

Petra Feisel

Petra Feisel wurde 1991 von Chrischona ausgesendet. Heute ist sie in einer evangelischen Kindertagesstätte tätig.
Hausfrau, Mutter und Mitarbeiterin einer ev. Kita

Was machst du heute?

Ich bin Hausfrau und Mutter von vier Kindern, die jetzt am Ausfliegen sind. Berufstätig bin ich in einer evangelischen Kindertagesstätte. Dort bin ich mit den Schwerpunkten Religionspädagogik und Musik unterwegs. Ausserdem helfe ich in der Landeskirche mit. Da bin ich für die Besuchsdienste bei alten Menschen zuständig und engagiere mich auch musikalisch.

Was hat sich bewährt?

Auf jeden Fall das fundierte Bibelverständnis und das Anliegen, Werte weiter zu vermitteln. Besonders wichtig ist mir das bei Kindern. Da gestalte ich zum Beispiel kleine Gottesdienste von unserer Kita mit.
Von der Zeit auf St. Chrischona ist mir geblieben, dass wir zu Gott eine Beziehung aufgebaut haben. Das war hier ganz wichtig und das möchte ich auch anderen weitergeben, dass Gott zu uns eine persönliche Beziehung haben möchte.

Dein tsc-Moment?

Ich war mit einer Schweizerin aus dem Zürcher Oberland im Zimmer. Als Hessin musste ich mich in das Schweizerdeutsch erstmal ziemlich reinhören. Da gab es ein paar sprachliche Missverständnisse, zum Beispiel «wischen» und «putzen». Das war super lustig.
Für mich war das dann so: Immer wenn irgendetwas auf dem Berg auf Hochdeutsch stattfinden musste, musste ich ran. Das Zusammenfinden von verschiedenen Nationalitäten hat mir Spass gemacht und viel gebracht.

Wie erlebst du das tsc heute?

Ich finde es hier inzwischen schon sehr modern. Was ich auch ganz toll finde: Jetzt wird vieles aufgegriffen, was die Jugendlichen mitbringen. Das Musikalische, ihre Talente, die sie haben, die werden hier oben auf dem Berg verstärkt. Das beeindruckt mich, dass Chrischona so offen geworden ist.

«Jetzt wird vieles aufgegriffen, was die Jugendlichen mitbringen. Das Musikalische, ihre Talente, die sie haben, die werden hier oben auf dem Berg verstärkt. Das beeindruckt mich, dass Chrischona so offen geworden ist.»

Petra Feisel, tsc-Absolventin 1991

tsc-Absolvent 2001

Armin Messer

Armin Messer, tsc-Absolvent 2001, ist heute Missionsleiter von OMF International Deutschland.
Leiter OMF International Deutschland

Was machst du heute?

Ich bin bei OMF International Deutschland zusammen mit meiner Frau in der Missionsleitung tätig. Wir waren vorher 16 Jahre in Japan, sind erst seit drei Jahren zurück in der neuen Aufgabe.

Welche Lernerfahrungen aus dem Studium haben sich in deinem Dienst bewährt?

Es sind zwei Sachen. Das eine ist das Erleben der Lebensgemeinschaft auf dem Berg, die damals deutschsprachig international war. Ich studierte mit Menschen aus verschiedenen Nationen und verschiedenen kirchlichen Hintergründen. Das war eine tolle Vorbereitung für unseren Dienst mit OMF, wo über 40 Nationen und Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen zusammenarbeiten.
Es war für mich auch prägend, eine gute, solide biblische Ausbildung zu bekommen. Die war damals noch stärker auf Pastoren ausgelegt, aber wir waren in der Gemeindegründungsarbeit tätig und das war enorm hilfreich – eine gute Grundlage für den Dienst. Das andere haben wir später nach und nach dazu gelernt.

Dein tsc-Moment?

Chrischona ist nicht nur ein Ort der theologischen Ausbildung, sondern hat meiner Frau und mir auch die Fragen nach der Berufung und der Führung Gottes gestellt. Ein Lehrer hat uns sehr konkret im zweiten Studienjahr angefragt: Könnt ihr euch vorstellen, ein Missionspraktikum in Israel zu machen? Wir konnten in der ganzen Studienzeit mit verschiedenen Dozenten über persönliche Berufungsfragen sprechen und mit der Lebensgruppe auf dem Berg darüber beten. Dieses gemeinsame, ganzheitliche Suchen nach Gottes Willen fand ich stark.

Wie erlebst du das tsc heute?

Ich bin begeistert, was im Moment läuft. Stichwort: «back to the roots», zurück zum Kernauftrag, Menschen theologisch auszubilden, um das Evangelium zu kommunizieren. Ein bisschen schade finde ich, dass es den Missionszweig im Theologiestudium nicht mehr gibt und dass das Studium in drei Jahren kompakter ist und dadurch manches verloren gegangen ist.
Sehr positiv empfinde ich das Ringen des tsc mit der Frage, was aktuell für junge Menschen relevant ist. Dies schliesst auch die Fragen mit ein: Was brauchen die Gemeinden? Was braucht das Missionsfeld? Was braucht die Welt an Output? Da gibt es natürlich immer Nachschärfungsbedarf und ich bin gespannt, mehr dazu zu lernen.

OMF International Deutschland ist Partner im tsc-Netzwerk.

«Ich studierte mit Menschen aus verschiedenen Nationen und verschiedenen kirchlichen Hintergründen. Das war eine tolle Vorbereitung für unseren Dienst mit OMF, wo über 40 Nationen und Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen zusammenarbeiten.»

Armin Messer, tsc-Absolvent 2001

tsc-Absolvent 2001

Christian Seitz

Christian Seitz ist tsc-Absolvent von 2001 und Regionalleiter Mitte der Viva Kirche Schweiz.
Regionalleiter Mitte Chrischona Schweiz

Was machst du heute?

Ich bin als Regionalleiter Mitte bei Chrischona Schweiz in der Personalverantwortung für 23 Pastorinnen und Pastoren.

Welche Lernerfahrung aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Ich habe im Studium gelernt, dass ich Dinge kurz und prägnant auf den Punkt bringen möchte. Pastoren haben ja manchmal die Angewohnheit, zu viel oder zu sehr über die Köpfe hinweg zu reden. Deshalb hat mich der Satz geprägt: «Ich möchte keine Antworten auf Fragen geben, die mir keiner gestellt hat.»

Dein tsc-Moment?

Zu meiner Zeit war es noch üblich, dass man eine Paar-Beziehung erst bei einem Lehrer ansprechen sollte, bevor es in der Studiengemeinschaft bekannt wird. Ich weiss noch genau, wie das war, als ich dem Dozenten Klaus Haag von Daniela erzählen wollte. Ich gehe im Brüderhaus in sein Büro, öffne die Tür, er schaut mich an, ich schau ihm in die Augen und er fragt mich nur: «Na, wie heisst sie denn?» Das war für mich schön und entspannend, dass er mir das schon angesehen hat. Ich habe diese «prophetische Gabe» bei ihm sehr geschätzt.

Wie erlebst du das tsc heute?

Natürlich anders, wie damals – und das ist gut. Zu meiner Zeit hat man vieles top-down bestimmen wollen. Heute freue ich mich, dass ich junge Menschen auf dem Campus sehe, die ihre ganze Vielfalt ausleben und auch ausleben dürfen. Ich freue mich über die theologische Vielfalt der Dozentinnen und Dozenten. Ich finde, dass Chrischona eine vielfältige Spannweite haben darf. In der Theologie findet vieles seinen Platz und man muss nicht einengen oder begrenzen.

Vor 20 Jahren wurdest du vom tsc ausgesendet. Was möchtest du in 20 Jahren über das tsc sagen?

Ein Glückwunsch von meiner Hochzeit ist mir hängen geblieben: «Ich wünsche dir, dass du in 50 Jahren deine Frau nochmal heiraten würdest.» Das würde ich mir mit 67 – in 20 Jahren – auch im Bezug aufs tsc wünschen. Dass ich sagen kann: «Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Chrischona Schweiz ist Partner im tsc-Netzwerk.

«Das würde ich mir mit 67 – in 20 Jahren – auch im Bezug aufs tsc wünschen. Dass ich sagen kann: Ich würde wieder aus Überzeugung am tsc studieren!»

Christian Seitz, tsc-Absolvent 2001

tsc-Absolventin 1971

Elfriede Scharrer

Elfriede Scharrer blickt auf ein vielfältiges Dienstleben zurück. Die tsc-Absolventin von 1971 engagiert sich stark in der Frauenarbeit.
ehemalige CVJM-Referentin, engagiert sich in der Frauenarbeit

Was waren die drei wichtigsten Stationen in deinem Dienst?

Ich war zuerst in drei Pfarrbezirken in Winnenden/Württemberg in der Jugendarbeit tätig. Da habe ich mit Mädchenarbeit angefangen und dann mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gearbeitet. Mir war wichtig, dass eine Beziehung zur Gemeinde hergestellt wird, damit Jugendliche mit Erwachsenen über ihren Glauben ins Gespräch kommen.

Nach fünf Jahren bin ich vom CVJM-Landesverband Bayern gerufen worden. Ich war dort die erste weibliche Hauptamtliche. Meine Aufgabe war es, Mädchen und Frauen in ganz Bayern in ihren Gruppen zu begleiten und Freizeiten und Schulungen für die Mitarbeiterinnen durchzuführen. Es war wichtig für die Frauen, ein weibliches Gegenüber zu haben.

Als Ehefrau und Mutter habe ich dann ehrenamtlich weiter Jugendliche und junge Erwachsene begleitet und eine Frauengruppe gegründet, die sich auch heute nach 38 Jahren noch trifft. Viele Jahre lang war ich ehrenamtlich bei Frühstückstreffen für Frauen tätig. Später habe ich auch selbst Referate gehalten, um die Frauen in ihrem Glauben und Alltag zu ermutigen.

Was aus dem Studium hat sich in deinem Dienst bewährt?

Die Lehrer waren für mich wertvolle Vorbilder für mein Christsein und meinen späteren Dienst. Dankbar bin ich für den Unterricht bei Klaus Haag, Edgar Schmid, Elsbeth Meyer und anderen. Klaus Haag war es immer wichtig, dass das Gelernte in der Praxis Anwendung findet. Auch der Seelsorgeunterricht bei Edgar Schmid hat sich später sehr bewährt. Ich habe bis heute noch meine Mitschriften und bin sehr dankbar für diese Zeit.

Dein tsc-Moment?

Mein erster Predigttext war die Geschichte von der Heilung des blinden Bartimäus. Beim Spaziergang im Wald habe ich meine Predigt laut geprobt. Dabei ging ein Lehrer von mir unbemerkt hinter mir her. Ich weiss gar nicht mehr, was er dann gesagt hat, aber es war etwas Ermutigendes. Ich habe diesen Text später oft brauchen können. Bartimäus fasziniert mich, weil er nicht aufgehört hat zu Jesus zu rufen. Und Jesus hat den Bartimäus gehört, gesehen und gefragt: Was willst du von mir? Es begeistert mich, dass Jesus auch seine Jünger als Mitarbeiter mit einbezogen hat, indem er ihnen den Auftrag gab: Ruft ihn her! Das hat mich ermutigt, auch immer wieder andere zu Jesus zu bringen.

Wie erlebst du das tsc heute?

Wenn ich jünger wäre, würde ich gerne nochmal ein Jahr am tsc studieren, weil heute mit ganz anderen Methoden und Inhalten unterrichtet wird, allen voran die Kommunikative Theologie. Das hat früher etwas gefehlt, den einzelnen Menschen in seiner Situation und mit seinen Gaben wahrzunehmen. Gerade die vielen Themen aus der Praxis für die Praxis würden mich begeistern. Heute finde ich es ermutigend, dass Dozenten und Studenten gemeinsam auf Augenhöhe Projekte gestalten. Gut finde ich auch, dass es heute möglich ist, über das Internet Vorträge abzurufen und so auf dem Laufenden zu bleiben.

«Die Lehrer waren für mich wertvolle Vorbilder für mein Christsein und meinen späteren Dienst.»

Elfriede Scharrer, tsc-Absolventin 1971

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 11.–12.03.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 16.02.2022, 18–19.30 Uhr.
Jubilarinnen und Jubilare im Gespräch miteinander.

Was sich im Leben bewährt

tsc-Jubiläumstreffen 2021

Was sich im Leben bewährt

Rund 160 Absolventinnen und Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) folgten Anfang November 2021 der Einladung zum Jubiläumstreffen. Sie erlebten zwei Tage mit Feierlichkeiten, Informationen und Gemeinschaft. Die Frage des Treffens lautete: Was hat sich im Leben bewährt?

«Jesus begeistert mich!»

Die traditionelle Jubilarenfeier moderierte René Winkler, der am tsc die Alumni-Arbeit verantwortet. Er fragte zwölf Jubilarinnen und Jubilare, was sich in ihrem Leben bewährt hat. Die häufigste Antwort: die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Der 92-jährige Karl Lechner, der 1956 sein Studium auf Chrischona abgeschlossen hat und als FEG-Pastor tätig war, erklärte: «Je länger je mehr ist für mich Jesus der Mensch, der mich am meisten begeistert.» Leo Peter, der 1961 ausgesendet wurde und Pastor bei Chrischona Schweiz war, sagte: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»

Die Jubilarinnen und Jubilare berichteten auch von Herausforderungen und schwierigen Lebensphasen. Für Petra Feisel vom tsc-Abschlussjahrgang 1991, die als Erzieherin tätig ist, hat sich deshalb bewährt, «dass wir nicht immer für alles verantwortlich sind. Gott gibt uns nicht zu viele Aufgaben. Ich habe gelernt, wo ich die Grenzen ziehen muss.»

Herzensbeziehung zu Jesus bewährt sich

Die Frage, was sich im Leben bewährt, war zudem Thema im gemeinsamen Gottesdienst der Jubilarinnen und Jubilare mit der tsc-Studiengemeinschaft. Einen entsprechenden geistlichen Impuls setzten die tsc-Studentin Ruth Hunziker und der tsc-Jubilar Adalbert Kanzinger. Für Ruth hat sich bewährt, eine Herzensbeziehung zu Jesus zu führen – «eifach e chli sy bi Jesus». Adalbert hob hervor: «Wir sollten nicht nur das Evangelium predigen, sondern es auch leben.» Er plädierte für eine gelebte Barmherzigkeit – einen Glauben, der durch die Liebe tätig ist.

Der Gottesdienst war ein starkes Zeichen für das gemeinsame Unterwegssein am tsc. Die aktuellen tsc-Studierenden lobten Gott gemeinsam mit den Jubilarinnen und Jubilaren, die einst am tsc studierten.

Unterschiedliche Lebensläufe der Jubilare

Die Jubilarinnen und Jubilare haben vor 10, 20, 30, 40, 50, 60 oder mehr Jahren ihr Studium am tsc abgeschlossen und kehrten teilweise nach vielen Jahren erstmals wieder zurück nach St. Chrischona. Ihre Berufungen und Lebenswege führten sie in ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder. Viele arbeiten in Gemeinden, etwa im pastoralen Dienst. Andere sind in sozialdiakonischen Werken oder Missionsorganisation tätig. Und es gibt manch aussergewöhnliche Lebensläufe, etwa als Botschafter.

Grosse Freude über das Jubiläumstreffen 2021

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsste alle Jubilarinnen und Jubilare herzlich. Er informierte sie über die Entwicklungen der letzten Jahre und stellte aktuelle Projekte vor, darunter den Umbau und die Renovierung der Eben-Ezer-Halle. Dort entstehen zwei neue Unterrichtsräume und schallisolierte Musikübungsräume für den wachsenden Bachelorstudiengang Theologie & Musik. Dabei zeigte Benedikt Walker einige der erfolgreichen Musikvideos, die in der Corona-Zeit auf dem tsc-Youtube-Kanal veröffentlicht wurden.

Die Freude über das Jubiläumstreffen war diesmal besonders gross, weil es nach vielen coronabedingten Veranstaltungsausfällen im Jahr 2021 die tsc-Veranstaltung mit den meisten Besucherinnen und Besuchern auf Chrischona war. Ausser der Covid-Zertifikatspflicht galten keine grösseren Einschränkungen. Dies ermöglichte eine entspannte und fröhliche Atmosphäre.

Infos zum tsc-Jubiläumstreffen

  • Das tsc-Jubiläumstreffen findet jährlich statt.
  • Eingeladen werden alle Absolventinnen und Absolventen des Theologischen Seminars St. Chrischona bzw. des früheren Predigerseminars und der Bibelschule für Frauen, deren Aussendung 10, 20, 30, 40, 50, 60 oder mehr Jahre zurückliegt.
René Winkler (Bildmitte) fragt die Jubilarinnen und Jubilare des tsc, was sich in ihrem Leben bewährt hat.
René Winkler (Bildmitte) fragt die Jubilarinnen und Jubilare des tsc, was sich in ihrem Leben bewährt hat.
Leo Peter wurde 1961 von St. Chrischona ausgesendet und war viele Jahre als Pastor bei Chrischona Schweiz tätig. Er sagt: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»
Leo Peter wurde 1961 von St. Chrischona ausgesendet und war viele Jahre als Pastor bei Chrischona Schweiz tätig. Er sagt: «Ich bin riesig dankbar für Chrischona und die Führung Gottes in meinem Leben.»
tsc-Studentin trifft tsc-Absolvent: Ruth Hunziker und Adalbert Kanzinger erzählten im Gottesdienst mit den Jubilarinnen und Jubilaren, was sich in ihrem Glaubensleben bewährt hat.
tsc-Studentin trifft tsc-Absolvent: Ruth Hunziker und Adalbert Kanzinger erzählten im Gottesdienst mit den Jubilarinnen und Jubilaren, was sich in ihrem Glaubensleben bewährt hat.

«Mit meinen Studienkollegen vom Ordinationsjahrgang 1971 konnte ich das 50-Jahr-Jubiläum feiern. Ich freute mich über die sehr ansprechend gestaltete Jubiläumsfeier. Dazu hat das tsc als Gastgeber einmal mehr das Beste gegeben. Herzlichen Dank!  Dazu wurden der heutige Auftrag der Ausbildungsstätte und die damit verbundenen Anliegen in sehr guter Weise und mit historischer Komponente präsentiert. So konnte ich mir schliesslich als alter Chrischona-Hase neu sagen: Paul, du bist bei einer guten Sache mit dabei. Bleib weiter am Ball!»

Paul Herren, tsc-Absolvent 1971

tsc-Abschlussjahrgang 1971: Brüder mit Ehefrauen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 mit Ehefrauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 mit Ehefrauen

tsc-Abschlussjahrgang 1971: Bibelschülerinnen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 der Bibelschule für Frauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1971 der Bibelschule für Frauen

tsc-Abschlussjahrgang 1991: Brüder mit Ehefrauen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 mit Ehefrauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 mit Ehefrauen

tsc-Abschlussjahrgang 1991: Bibelschülerinnen

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 der Bibelschule für Frauen
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 1991 der Bibelschule für Frauen

tsc-Abschlussjahrgang 2001

tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 2001 mit Partnerinnen und Partnern
tsc-Jubiläumstreffen 2021: Abschlussklasse 2001 mit Partnerinnen und Partnern
Graduierte mit Sonnenblume: 15 der 21 Bachelorabsolventinnen und -absolventen 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona freuen sich über ihren Studienabschluss.

Dankbarer Blick zurück über die Bachelorurkunden

tsc-Graduierungsfeier 2021

Dankbarer Blick zurück über die Bachelorurkunden

Bei der Graduierungsfeier am 3. September blickte die Abschlussklasse 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) noch einmal auf ihr Studium zurück. Sie präsentierte drei spannende Bachelorarbeiten und erinnerte sich mit einer Prise Wehmut an die prägende Zeit am tsc. Für die Studiengemeinschaft gab’s grossen Dank, für die 21 Absolventinnen und Absolventen gab’s Applaus und ihre Bachelorurkunden.

Qualitäts-Bachelorabschlüsse

Drei Bachelorstudiengänge bietet das tsc an: Kommunikative Theologie, Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik. Jeder ist validiert von der Middlesex University London – eine seit 25 Jahren bestehende und gewachsene akademische Partnerschaft. Die Absolventinnen und Absolventen des tsc erwerben «Bachelor mit Honours degree» – die höchsten Bachelorabschlüsse, die das britische Bildungssystem kennt. Bei der Graduierungsfeier erhielten die Absolventinnen und Absolventen von den Leiterinnen und Leiter ihrer Studiengänge ihre jeweilige Bachelorurkunden.

Waren Frauen bei der Speisung der 5000 dabei?

Aus jedem der Studiengänge wurde die am besten bewertete Bachelorarbeit präsentiert. Den Anfang machte Franziska Chiavi. Die Absolventin des Bachelorstudiengangs Kommunikative Theologie hatte sich mit der feministischen Hermeneutik auseinandergesetzt, eine Lehre der Bibelauslegung, die die Frau ins Zentrum stellt. Ein Beispiel dafür ist die Speisung der 5000 – in der Heiligen Schrift ist nur die Rede von Männern. Waren also keine Frauen dabei? Doch, vermutet die feministische Hermeneutik. Das sei chancenreich – so Franziska Chiavi – wenn Vorurteile aufgebrochen und weibliche Erfahrungswerte beachtet werden. Kritisch werde es aber dort, wo die Autorität der Bibel als Gottes Wort hinterfragt werde.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Geschlechterfragen erörterte auch Micha-David Hirt in seiner Bachelorarbeit im Studiengang Theologie & Pädagogik. Er thematisierte die Essenz des Mannseins – eine aktuelle und für viele junge Männer auch persönlich sehr relevante Frage. Der tsc-Absolvent untersuchte, was Identität konstruiert. «Identität ist ein komplexes Phänomen», stellte er wiederholt fest. Auf der Suche nach bibeltheologischen Antworten analysierte er die Schöpfungsgeschichte und kam zur Überzeugung: «Männer stehen nicht in Konkurrenz zur Frau, sondern ihr gegenüber. In der Ergänzung liegt grosse Stärke.»

Was macht Trostlieder aus?

Eine interdisziplinäre Bachelorarbeit hat Johanna Habel verfasst. Die Absolventin des Studiengangs Theologie & Musik untersuchte sowohl theologisch als auch musikwissenschaftlich, wie Lieder trösten können und was Lieder über Leid besonders macht. Drei Trostlieder aus der Kirchengeschichte untersuchte sie näher, eines davon ist «It Is Well With My Soul» von Horatio Spafford. Dort begründet der Lieddichter den Trost theologisch: «Was immer mein Los ist, du hast mich gelehrt: Meine Seele ist im Frieden damit». Musikalisch hat der Echoeffekt im Chorus eine tröstende, weil sich wiederholende und damit beruhigende Wirkung.

Micha-David Hirt, Franziska Chiavi und Johanna Habel (von links) stellten an der Graduierungsfeier 2021 ihre ausgezeichneten Bachelorarbeiten vor.
Micha-David Hirt, Franziska Chiavi und Johanna Habel (von links) stellten an der Graduierungsfeier 2021 ihre ausgezeichneten Bachelorarbeiten vor.

Bachelorarbeiten von tsc-Studierenden

Jedes Jahr veröffentlicht das Theologische Seminar St. Chrischona ausgewählte und besonders gut benotete Bachelorarbeiten auf seiner Internetseite. So kannst du dich in spannende theologische Themen einlesen und dir ein eigenes Bild machen von der hohen Qualität des Studiums am tsc.

Graduierungsfeier: die einen gehen, die anderen starten

Erst seit wenigen Jahren finden die Graduierungsfeiern des tsc direkt vor dem Start ins neue Studienjahr statt. Dies erzeugt eine besondere Situation. Denn das Publikum besteht nicht nur aus den Absolventinnen und Absolventen mit Familien und Freunden, sondern auch aus den neuen Studierenden des tsc. Während die einen ihr Studium erfolgreich beendet haben und schon die nächste Lebensphase begonnen haben, starten die anderen erst damit. Die Abschlussklasse machte den Neuen dann auch Mut für ihre bevorstehende Zeit und zeigte, wie sie sie meistern können.

Lehrreiche Erfahrungen, schöne Erinnerungen

Stellvertretend für die Abschlussklasse erinnerte sich Rahel Ernst an die zurückliegende Studienzeit. Sie hob besonders die Bedeutung der tsc-Studiengemeinschaft hervor: «Mit Christus im Zentrum haben wir zusammen gebetet, gesungen, uns herausgefordert und ermutigt.» Mit einem Blumenstrauss bedankte sie sich bei den Mitstudierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden des tsc für das gemeinsame Unterwegssein und alle Unterstützung. Vom tsc nehmen die Absolventinnen und Absolventen eben nicht nur Bachelorurkunden, sondern vor allem lehrreiche Erfahrungen und schöne Erinnerungen mit.

Graduierte mit Sonnenblume: 15 der 21 Bachelorabsolventinnen und -absolventen 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona freuen sich über ihren Studienabschluss.
Graduierte mit Sonnenblume: 15 der 21 Bachelorabsolventinnen und -absolventen 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona freuen sich über ihren Studienabschluss.

Infos zu den Bachelorstudiengängen

  • Die Bachelorstudiengänge des Theologischen Seminars St. Chrischona sind von der Middlesex University London validiert. Es handelt sich um anerkannte Bachelorabschlüsse nach hohem europäischem Bildungsstandard.
  • Studierende können den Bachelor in Theologie (Honours) im Präsenz- oder Fernstudium erwerben, ausserdem den Bachelor of Arts (Honours) in Theologie & Pädagogik sowie den Bachelor of Arts (Honours) in Theologie & Musik.
  • Die Bezeichnung «Honours» bedeutet: Bachelor mit Honours Degree. Der Honours-Bachelor ist der höchste Bachelorabschluss im britischen Bildungssystem. Vom Arbeitsaufwand entspricht er dem im deutschsprachigen Raum bekannten Bologna-Bachelor. Der Honours-Bachelor ist kein akademischer Grad, sondern die Bezeichnung für einen Bachelorstudiengang, der durch eine bestimmte Studienleistung mit entsprechender Note abgeschlossen werden kann (level of honours degree).

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 17.11.2021, 18–19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 22.–23.10.2021.
tsc-Aussendungsfeier 2021: Abschlussklasse (1500x1000px)

Auf und davon in den Dienst

tsc-Aussendungsfeier 2021

Auf und davon in den Dienst

29 Absolventinnen und Absolventen verabschiedete das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) am 27. Juni 2021 mit einer coronabedingten Aussendungsfeier im familiären Rahmen. Ganz nach ihrem Motto machen sie sich «auf und davon» in den Dienst in Kirchen, christlichen Gemeinden und Werken.

Aussendung mit weinendem Auge

Den grössten Teil der Aussendungsfeier nahmen die Laudationen und Bibelverszusprachen an die Absolventinnen und Absolventen ein. Fazit dieses Programmteils: Jeder Einzelne war für ein, drei oder mehr Jahre eine Bereicherung der Studiengemeinschaft am tsc. Das Loslassen geschieht deshalb auch mit einem weinenden Auge. «Viel zu schnell ist die Zeit mit euch vergangen», bekannte etwa Susanne Hagen, die Leiterin des Bachelorstudiengangs Theologie & Musik.

Aussendung als Auftrag des tsc

Es ist der Auftrag des Theologischen Seminars St. Chrischona, Menschen auszubilden, um sie wieder auszusenden. Der Fokus liegt auf dem, was sie am tsc lernen, erleben und von dort mitnehmen. Rektor Dr. Benedikt Walker erinnerte die Absolventinnen und Absolventen an einen wichtigen Punkt: «Theologie studieren bedeutet: Wir lernen hinzuhören. Wir hören Gottes Stimme zu, reflektieren, suchen das Gespräch mit anderen und reagieren darauf.» Und René Winkler, der am tsc den Bereich Weiterbildungen leitet, predigte mit Verweis auf Abraham: «Nicht seine Leistung, sondern sein Glaube war entscheidend.» Wie Abraham sei auch die tsc-Abschlussklasse 2021 erwählt und berufen, Menschen Gottes zu sein.

tsc-Aussendungsfeier 2021: Benedikt Walker
Benedikt Walker wünscht den Absolventinnen und Absolventen 2021, dass sie lebenslang auf Gottes Stimme hören.

Wer ein tsc-Studium absolviert, ist gefragt

Fast alle Absolventinnen und Absolventen haben bereits eine Stelle gefunden, mit der sie nach einer Sommerpause starten – mehrheitlich in einer Gemeinde- oder Kirchenarbeit. Das trifft zum Beispiel auf die 34-jährige Franziska Chiavi zu. Sie hat den Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie abgeschlossen und geht als Pastorin in die Chrischona Frauenfeld. Gefragt sind auch die Absolventinnen und Absolventen der kombinierten Bachelor-Studiengänge Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik. Der 28-jährige Micha Habel ist einer der Absolventen der Theologie & Musik. Er hat bereits während seines Studiums als Jugendpastor in der Stami Lörrach gearbeitet und wird das weiter tun.

Corona-Auflagen verhinderten tsc-Jahresfest 2021

Es war das zweite Mal, dass die Corona-Massnahmen ein grosses tsc-Jahresfest verhinderten. Aufgrund der kurz vor der Aussendungsfeier erfolgten Corona-Lockerungen war die Stimmung jedoch gelöst. Jede Absolventin und jeder Absolvent durfte zwei Gäste nach St. Chrischona einladen. Rund 150 Personen vor Ort und weitere rund 400 Personen via Livestream verfolgten die zweieinhalbstündige Feier.

Zwei Musikvideos des tsc-Chors feierten Premiere

Im Gegensatz zur Aussendung 2020 durfte 2021 wieder gesungen werden. Überhaupt nahm die Musik viel Raum ein während der Aussendungsfeier. Kleine Ensembles aus dem Studiengang Theologie & Musik trugen Lieder vor. Und am Ende feierten zwei Musikvideos des tsc-Chors ihre Premieren: «Vater unser» und «Lean on Me», jeweils mit grosser Beteiligung der tsc-Abschlussklasse. Diese können weiterhin auf dem Youtube-Kanal des tsc angesehen werden.

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 11.–12.03.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 16.02.2022, 18–19.30 Uhr.
Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021 mit René Winkler und Peter Schulthess (1500x500px)

Was in Notfällen wirklich hilft

Bericht vom tsc-Seniorentag 2021

Was in Notfällen wirklich hilft

Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021 zur Notfallseelsorge

Ein starkes Zeugnis für den Glauben an Jesus Christus in schwierigen Zeiten war der Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021. Die praxiserprobten Tipps des Notfallseelsorgers Peter Schulthess zum Umgang mit Schock, Leid und Trauer verfolgten mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauer live über das Internet. Ein Teilnehmerrekord!

tsc-Seniorentag mit Rekordteilnehmerzahl

Die 90-minütige Liveübertragung des tsc-Seniorentags konnten Zuschauerinnen und Zuschauer entweder zuhause oder an einem der Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland verfolgen. 300 Einzelpersonen und 55 Übertragungsorte mit durchschnittlich 15 Personen schauten zu. Die coronabedingte neue Konzeption führte so zu einer Rekordteilnahme von mehr als 1100 Zuschauerinnen und Zuschauern.

«Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

Peter Schulthess, Pfarrer und Notfallseelsorger

Notfallseelsorge braucht Fingerspitzengefühl

Hochspannend berichtete Peter Schulthess von seinen Erfahrungen als Notfallseelsorger. Er erzählte von dem Schock, den ein Notfall auslösen kann. Dieser sollte nicht verurteilt, sondern als «ein natürliches, schöpfungsgemässes Phänomen» betrachtet werden. Generell gehe es in der Notfallseelsorge um Fingerspitzengefühl. Wichtig sei es, Betroffenen nicht zu viel abzunehmen und keine eigenen Antworten auf ihre Fragen zu geben. Peter Schulthess betonte die Macht des Gebets: «Ich bete immer allgemein, dass Gott sich erbarmen und trösten möge. Ich überlasse alles ihm, er ist am Wirken.»

René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler führte als Moderator durch die Liveübertragung des tsc-Seniorentags am 4. Mai 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.
René Winkler (Moderator) und Peter Schulthess (Referent) freuten sich über den Teilnehmerrekord beim tsc-Seniorentag 2021.

Livestream-Mitschnitt des tsc-Seniorentags 2021

Wie Jesus in Notfällen hilft

Die weiteren Gäste des Seniorentags zeigten: Wer als Christ einen Notfall erlebt, hat in Jesus Christus einen Vorteil. Denn er steht an ihrer Seite. Joséphine Niyikiza hat ihre Familie im ruandischen Genozid von 1994 verloren. Trotzdem hat sie mit der Zeit gelernt, zu vergeben. «Gott hat bereits vergeben. Mein Gebet lautete immer wieder: Nimm diese Last weg von mir», erzählte sie.

Berührend war auch das Zeugnis von Viola Lies, die am tsc Theologie & Pädagogik studiert. Sie hat den Unfalltod eines Freundes miterlebt. Diese Erfahrung hat sich wie eine schwere Decke über ihr Leben gelegt. Schliesslich stiess sie auf die Geschichte der Emmaus-Jünger. Ähnlich wie die Jünger wurde auch Viola durch Jesus mit neuer Hoffnung erfüllte. «Dadurch habe ich die Lebensfreude wiederentdeckt, es ist ein Wunder», freute sich die tsc-Studentin.

Witwen fühlen sich verstanden und getröstet

Die Rückmeldungen zum bislang grössten tsc-Seniorentag fallen sehr positiv aus. Der Anlass hat viele Zuschauerinnen und Zuschauer berührt und neu motiviert. Aus der Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim in Deutschland schrieb Pastor Arno Broers: «Peter Schulthess konnte alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Wir haben im Anschluss noch darüber diskutiert». Und Pastor Daniel Schenker von der Chile Grüze in Winterthur in der Schweiz meldete: «Die Grundmelodie der Wertschätzung und die praktischen Referate haben uns berührt». Besonders positive Reaktionen kamen von Witwen und Witwern, die sich verstanden und getröstet fühlten.

«Pfarrer Peter Schulthess konnte mit seinem Referat alle fesseln und wichtige Hinweise zum Umgang mit Leidenden und Trauernden geben. Im Anschluss gab es bei uns noch eine kleine Austauschrunde mit der Frage: ‹Was können wir als Einzelne und als Gemeinde von diesem Referat lernen und auch umsetzen?› Hier wurde es dann sehr konkret.
Als Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim sind wir Netzwerkpartner vom tsc. Dieser Seniorentag hat die herzliche Verbundenheit mit dem tsc wieder einmal gestärkt.»

Arno Broers, Pastor Ev. Chrischona Gemeinde Sontheim

Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.
Joséphine Niyikiza berichtete, wie sie trotz schlimmer Erfahrungen im ruandischen Genozid vergeben gelernt hat.
tsc-Seniorentag am 4. Mai 2021 mit Pfr. Peter Schulthess (900x300px)

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Livestream am 4. Mai 2021 in 55 Gemeinden

tsc-Seniorentag wird erstmals live übertragen

Thema: «Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt»

Wegen Corona findet der traditionelle Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2021 erstmals per Liveübertragung über das Internet statt. Auf St. Chrischona wird es kein Publikum geben. Dafür werden in 55 Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland mehr als Tausend Seniorinnen und Senioren den Anlass verfolgen. Alternativ können sie von zuhause aus zuschauen.

Seniorentags-Übertragung in mindestens 50 Gemeinden

Nachdem der tsc-Seniorentag 2020 wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, konzipierte das Organisationsteam den Anlass für 2021 neu. Weil absehbar war, dass ein grösseres Publikum auf St. Chrischona nicht zusammenkommen darf, lud das tsc Gemeinden ein, sich als Übertragungsorte anzumelden. 55 Gemeinden haben sich bis Ende April dazu bereit erklärt. Viele davon stammen aus dem tsc-Netzwerk oder sind freundschaftlich mit dem tsc verbunden. René Winkler, der Leiter Weiterbildung und Events des tsc, ist einer der Verantwortlichen. Er erklärt: «Eine erneute Absage des Seniorentags kam nicht in Frage. Jetzt haben wir eine Lösung, die uns wieder handlungsfähig macht. Nicht wie früher, aber angepasst an diese Corona-Zeiten.»

Wie weiter, wenn nichts mehr ist wie es war?

Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt – so lautet das passende Thema des tsc-Seniorentags 2021. Dazu gibt der Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess Impulse weiter. Er ist in der Öffentlichkeit unter anderem durch seine Bücher bekannt, darunter: «Hiobsbotschaft – Erfahrungen aus der Notfallseelsorge». Von diesen Erfahrungen wird er auch am Seniorentag berichten. Er wird darauf eingehen, wie Menschen weitermachen können in Situationen, wo nichts mehr ist wie bisher. Das Programm des 90-minütigen Livestreams wird ergänzt durch Talks, Musik sowie Infos vom tsc.

Seniorentags-Livestream zuhause schauen

Mit den Seniorentagen auf St. Chrischona macht das tsc Menschen bereits seit mehr als 25 Jahren Mut. Dies ist im Corona-Jahr 2021 besonders wichtig. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit, den Seniorentags-Livestream von zuhause aus zu verfolgen. Jeder kann sich dazu anmelden und am 4. Mai live dabei sein. René Winkler freut sich auf viele Zuschauerinnen und Zuschauer und verspricht: «Wir werden beim tsc-Seniorentag 2021 wieder inspiriert aus Gottes Wort und von Menschen, die mit Gott viel erlebt und durchgestanden haben.»

René Winkler, Leiter Weiterbildung tsc
René Winkler ist Leiter Weiterbildung des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc).
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.
Pfarrer Peter Schulthess spricht beim tsc-Seniorentag 2021 über seine Erfahrungen aus der Notfallseelsorge.

Infos zum tsc-Seniorentag 2021

  • Termin: Dienstag, 4. Mai 2021, 14.30 – 16 Uhr
  • Thema: Wenn Unerwartetes unser Leben durcheinanderbringt
  • Referent: Pfarrer und Notfallseelsorger Peter Schulthess
  • Kosten: Die Teilnahme am Livestream des Seniorentags ist kostenlos. Um eine freiwillige Spende für die tsc-Bildungsarbeit wird gebeten.

2 Wege, wie Sie beim tsc-Seniorentag 2021 dabei sein können:

  1. Per Livestream bei Ihnen zuhause. Bitte füllen Sie das Anmeldeformular auf der Internetseite des tsc-Seniorentags aus, damit wir Ihnen die Infos zum Livestream übermitteln können. Die Anmeldung wird bis zum 4. Mai 2021 unmittelbar vor Beginn des Livestreams möglich sein.
  2. Per Livestream an einem der 55 Übertragungsorte in der Schweiz und in Deutschland. Die aktuelle Auflistung der Übertragungsorte finden Sie hier.
Forum Kommunikative Theologie 2021: Andreas Loos / Online-Konferenz

Spannende Theologie mit schwarzen Elefanten

Forum Kommunikative Theologie 2021

Spannende Theologie mit schwarzen Elefanten

«Schwarze Elefanten» sorgten für angeregte Diskussionen beim Forum Kommunikative Theologie 2021, an dem 65 Interessierte online teilnahmen. Schwarze Elefanten? Das sind Ereignisse, die wahrscheinlich sind und grosse Veränderungen hervorrufen können, aber keiner sehen will. Unter dem Motto «Überrascht vom Erwartbaren» hatte das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) vier Theologen eingeladen, ihre jeweiligen schwarzen Elefanten vorzustellen.

Droht ein christlicher Nationalismus in der Schweiz?

Top aktuell ist der schwarze Elefant von Marc Jost. Der Generalsekretär der Schweizerischen Evangelischen Allianz fragt sich angesichts des Sturms auf das Kapitol, ob Christen einem neuen Nationalismus verfallen. Nationalistische Tendenzen nimmt er nämlich auch in der Schweiz wahr, beispielsweise in Gesprächen über Migration. «Nur eine multikulturelle Kirche bietet einen wahren Vorgeschmack auf die himmlische Gemeinschaft», leitet Marc Jost aus Offenbarung 7 ab. Er rät deshalb, politische Bewegungen sorgfältig zu prüfen und den Blick über den nationalen Tellerrand zu wagen.

Theologie in der VUKA-Welt

Einen schwarzen Elefanten der Theologie sieht Christian Haslebacher. Der Vorsitzende von Chrischona Schweiz sieht es als Herausforderung, Theologie zu betreiben in einer von Veränderlichkeit, Unsicherheit, Komplexität und Widersprüchlichkeit (VUKA) geprägten Welt. «Ich erlebe sehr viel Polarisierung zwischen liberaler und neo-konservativer Theologie», berichtete er. Als möglichen dritten Weg schlug Christian Haslebacher vor, zwischen der Gewichtung theologischer Fragen angemessen zu unterscheiden. «Es braucht Einheit in den nötigen Kernfragen, Freiheit in allen Nicht-Kernfragen und in allem die Liebe», erklärte er. Doch wer entscheidet das? Was sind die Kriterien? Dies wurde heiss diskutiert.

Die Fülle des Evangeliums neu entdecken

Noch grundsätzlicher setzte Dr. Andreas Loos an. Der Dozent für Systematische Theologie des tsc zeigte unter anderem anhand von Umfragen, dass das Evangelium heute kaum mehr verstanden wird. Wie also die Menschen erreichen? Er plädierte dafür, die «unerschöpfliche Fülle des Evangeliums» mit Hilfe des Heiligen Geistes neu zu entdecken. Es könnten Gleichnisse sein, die aktuell die grösste Sogkraft entfalten. Zum Beispiel das vom verlorenen Sohn, der vom Vater so unendlich geliebt wird, dass dieser ihm entgegenläuft.

Forum Kommunikative Theologie 2021: Marc Jost
Droht ein neuer christlicher Nationalismus? Marc Jost erkennt Tendenzen und rät, politische Bewegungen sorgfältig zu prüfen.
Forum Kommunikative Theologie 2021: Schwarze Elefanten
Kreative Annäherung: So sehen die schwarzen Elefanten für E-Dozentin Corina Frank aus.

Wenn die Kirche sich dem Staat anbiedert

Ein vierter schwarzer Elefant lauert im Spannungsverhältnis zwischen Kirche und Staat. Das zeigte Dr. Stefan Felber auf, der Altes Testament am tsc unterrichtet. Er kritisiert sowohl die Politisierung der (Landes-)Kirche als auch die religiöse Aufladung der Politik. «Im Begriff der Zivilreligion lassen sich beide zu einem Denkmuster verbinden», führte er aus. Die Kirche dürfe sich dem Staat nicht anbiedern. Ihre Berufung sei es, die Obrigkeiten an Gottes Gebote zu erinnern.

Angeregter Austausch beim Forum Kommunikative Theologie

In Online-Gesprächsgruppen diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über jedes Themenfeld. Vielfach kam es zu einem angeregten, konstruktiven Austausch zwischen Menschen aus dem Gemeindedienst und Dozierenden des tsc. Dank des Forums wird sie eine künftige Begegnung mit den schwarzen Elefanten nun nicht mehr überraschen.

Forum Kommunikative Theologie 2021: Stefan Felber
Dr. Stefan Felber sieht das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in einer Schieflage.

Communicatio-Magazin

Die Inhalte des Forums Kommunikative Theologie 2021 werden in der nächsten Ausgabe des Communicatio-Magazin veröffentlicht, die an Ostern erscheint. Sie können es kostenlos abonnieren.

Forum 2022

Das nächste Forum Kommunikative Theologie findet am 20. und 21. Januar 2022 statt.

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 «Entfesselte Gemeinde» als Online-Konferenz (1500x500px)

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

Viel Offenheit für Neues bei der tsc-Netzwerk-Konferenz zum Thema: «Entfesselte Gemeinde»

Die Corona-Krise hat Menschen, Gemeinden und Hauptamtliche verunsichert. Wie lassen sich in dieser Zeit zukunftsfähige Gemeinden bauen? Mut machende Ansätze hörten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 7. November 2020 bei der Online-Konferenz des Netzwerks des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Sie endete mit einem leidenschaftlichen Plädoyer dafür, die Menschen zu lieben und ihnen das Evangelium zu kommunizieren.

Gemeinden sollten Kultur des Einladens fördern

Dieses Plädoyer hielt Steffen Beck, der leitende Pastor vom ICF Karlsruhe. Die Gemeinden bezeichnete er als «Rettungsunternehmen», die sich in der Krise nicht zurückziehen dürften. Sie sollten stattdessen kreativ werden, Hindernisse überwinden und den christlichen Auftrag über alles andere stellen. Es sei eine Frage der Herzenshaltung, ob Menschen zur Gemeinde kommen. Steffen Beck schlug vor, eine Kultur des Einladens zu fördern: «Es gibt nur einen Grund, warum kirchendistanzierte Menschen in die Kirche kommen: weil sie eingeladen wurden.»

«Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension»

Die Offenheit für Neues war ein Tenor, der sich durch die Konferenz zog. Zu Beginn berichtete die Hamburger Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz von neuen Sehnsüchten, die im Zeitgeist entstehen. Beispielsweise denken Menschen in Corona-Zeiten anders über sich selbst nach und fragen sich, was sie der Welt zu geben haben. Kirstine Fratz erklärte ausserdem, dass ihre Sicht auf den Zeitgeist sich durch die Zusammenarbeit mit dem tsc-Dozenten Andreas Loos erweitert hat. Sie sagte: «Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension. Er will nicht zerstören, sondern liebt das Leben. Wie es auch der Heilige Geist tut.»

Bildung als Schlüssel für die Kirche von morgen

Konstruktiv-kritisch nahmen Walter und Oliver Dürr diesen Faden auf. Klar sei, dass die Corona-Krise die Kirchen verändern werde und die Zeit der «Betreuungsgemeinden» zu Ende gehe. Die Theologen und Gemeindeleiter wünschen sich eine neue Reformation und sehen Bildung als den Schlüsselfaktor dafür. «Bildung ist ein Schlüssel für die lebendige Kirche von morgen, die Salz und Licht sein will», erklärten sie.

Der Rektor des Theologischen Seminars St. Chrischona, Benedikt Walker, freute sich darüber. Im Online-Chat mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern formulierte er es so: «Die Kirche 2040 braucht die Ausbildung 2020. Und wir als tsc brauchen dafür den Schulterschluss mit den Partnern aus Gemeinde und Mission.»

Online-Konferenz – leichter zugänglich, weniger heimelig

Neben den hoffnungsvollen Inhalten gab vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits die Tatsache Hoffnung, dass die Konferenz überhaupt stattfand. Beat Ungricht, der Leiter der tsc-Netzwerk-Konferenz, sagte: «Darüber waren wir uns im Team immer einig: Wir werden die Konferenz durchführen – gleich unter welchen Bedingungen.» Schliesslich wurde es eine Online-Tageskonferenz. Dieses Format punktete mit weltweiter Zugänglichkeit vom eigenen Zuhause, lies aber die Heimeligkeit früherer Konferenzen nicht zu. Andreas Loos drückte es so aus: «Die Digitalität kann mehr als wir ahnen, trotzdem habe ich euch alle vermisst.»

Die Videomitschnitte der tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 sind auf der Konferenz-Internetseite eingebettet. Sie sind nicht frei zugänglich und deshalb mit einem Passwort geschützt, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern per E-Mail mitgeteilt wurde.

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Walter und Oliver Dürr
Walter Dürr vom Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft sieht Bildung als einen Schlüsselfaktor für die Kirche von morgen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Talk zwischen Kirstine Fratz, Steffen Beck und Christian Haslebacher
Steffen Beck (oben links) im Gespräch mit Kirstine Fratz und Christian Haslebacher. Auf dem vierten Screen sind Lernpunkte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu lesen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Claudius Buser und Andreas Loos
Die tsc-Dozenten Claudius Buser und Andreas Loos (von links) wirkten aktiv mit am Programm der tsc-Netzwerk-Konferenz.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Übertragung in der Chrischona Schöftland-Rued
Die tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 wurde auch in Gemeinden live übertragen, zum Beispiel in die Chrischona-Gemeinde Schöftland-Rued.

Zahlen zur tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

  • 262 Anmeldungen von Einzelpersonen
  • 7 Schweizer Chrischona-Gemeinden waren als Übertragungsorte live dabei. Dort schauten jeweils 5 bis 15 Personen zu.

Was ist das tsc-Netzwerk?

Das Netzwerk des Theologischen Seminars St. Chrischona wurde 2018 nach Ende des internationalen Chrischona-Verbandes gegründet. Mittlerweile ist es auf 67 Partner angewachsen, darunter Gemeindeverbände, Jugend- und Missionswerke sowie 55 lokale Gemeinden aus der Schweiz und aus Deutschland.