Adventskonzert mit dem tsc-Chor am 30.11.2019 (1500x500px)

Adventskonzert mit dem tsc-Chor am 30.11.

30. November 2019, 20 Uhr

Starte mit dem tsc-Chor in die Adventszeit!

Traditionell gibt der Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am Vorabend des 1. Advents sein Adventskonzert auf dem Chrischona-Campus. So auch 2019. Am 30. November ab 20 Uhr sind wieder alle Freunde sowie alte und neue Fans des tsc-Chors herzlich eingeladen, mit Gotteslob und Gospels in die Vorweihnachtszeit zu starten.

Infos zum Adventskonzert 2019 des tsc-Chors:

  • Was? Der Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona trägt weihnachtliche Lieder und Gospels vor. Chorleiterin ist Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik am tsc.
  • Band? Begleitet wird der tsc-Chor von einer Band aus professionellen Musikern: Sigi Bohnert (Bass), Thomas Gerspach (Drums), Thomas Kaufmann (Keyboards), Bene Müller (Saxophon), Mario Sabatino (Gitarre), Andreas Wäldele (Geige).
  • Wann? Samstag, 30. November 2019, ab 20 Uhr. Das Konzert endet voraussichtlich gegen 22 Uhr.
  • Wo? Konferenzzentrum auf dem Chrischona-Campus.
  • Anreise? Der Chrischona-Campus liegt oberhalb von Bettingen bei Basel. Die Adresse lautet: Chrischonarain 200, 4126 Bettingen, Schweiz.
  • Parkplätze? Gäste des Theologischen Seminars St. Chrischona können die kostenlosen Besucherparkplätze nutzen. Auf St. Chrischona stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.
  • Öffentliche Verkehrsmittel? Bis zur Haltestelle «Bettingen, Dorf» bringt dich die Buslinie 32 der BVB. Dort besteht ab 19.30 Uhr Anschluss auf den kostenlosen Rufbus Bettingen (Telefon: +41 (0)61 227 55 75), der dich nach St. Chrischona fährt. Nach dem Konzert kannst du den Rufbus anrufen, um wieder nach Bettingen runter zu kommen.
  • Kosten? Der Eintritt ist frei. Um Kollekte wird gebeten. Der tsc-Chor unterstützt mit dem Konzert die Aktion «Weihnachten im Schuhkarton».

Konzertgottesdienst am 1.12. in der Pauluskirche

Der tsc-Chor gestaltet am Sonntag, den 1. Dezember, einen Konzertgottesdienst in der Pauluskirche in Basel mit. Beginn ist um 18 Uhr, Ende gegen 19.15 Uhr.

Eben-Ezer-Sessions am 18.10.2019: Melina (1500x500px) (Foto: Knut Burmeister, ALLTAG)

Eben-Ezer-Sessions: tsc-Bands on stage

Veranstaltungsrückblick

Impressionen der Eben-Ezer-Sessions vom 18. Oktober 2019

Die Bands des Studiengangs Theologie & Musik des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) trugen am 18. Oktober 2019 selbst geschriebene und gecoverte Lieder in der Eben-Ezer-Halle auf dem Chrischona-Campus vor. Im Rahmen dieser «Eben-Ezer-Sessions» zu hören waren zudem Poetry-Slammer und weitere Musiker.

Popsongs, Worshiplieder, Schlager

Der öffentliche Auftritt erfolgte rund sechs Wochen nach der Neuzusammenstellung der Bands zum Beginn des Studienjahres. Neben Studierenden der Theologie & Musik setzen sie sich auch aus Jahreskurslern mit dem Schwerpunkt Worship und aus Mitarbeitenden des tsc zusammen. Viele der rund 100 Zuschauer staunten darüber, welche Vielfalt an Liedern sich die Studierenden in dieser kurzen Zeit erarbeitet hatten. Jede Band trug zwei oder drei Lieder aus verschiedenen Musikgenres vor, darunter Worshipsongs, aber auch Pop- und Rockmusik oder Schlager. Die Schulung in verschiedenen musikalischen Genres gehört zu einer professionellen musikalischen Ausbildung. Deshalb ist der Studiengang Theologie & Musik entsprechend konzipiert.

Auch die anderen Studiengänge des tsc waren bei den Eben-Ezer-Sessions vertreten: So gab Theologiestudent Lukas Knierim einen Poetry-Slam zum Besten. Weitere Studierenden sorgten für eine stimmungsvolle Dekoration oder einen reibungslosen Barbetrieb mit Bierausschank und Hot Dogs.

Die «Eben-Ezer-Sessions» finden zweimal pro Studienjahr in der Eben-Ezer-Halle statt. Der Eintritt ist kostenlos. Nächster Termin ist Dienstag, der 12. Mai 2020.

Fotos: Knut Burmeister, ALLTAG

tsc-Jubiläumstreffen 2019: 50 Jahre Jubiläum (Abschlussklasse 1969) 1500x500px

Generationen ermutigen einander

tsc-Jubiläumstreffen 2019

Generationen ermutigen einander

In seiner rund 180-jährigen Geschichte hat das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) Generationen von Christen ausgebildet. Beim Jubiläumstreffen am 15. und 16. Oktober 2019 auf dem Chrischona-Campus begegneten sie sich – und ermutigten einander.

Generationenübergreifender Gottesdienst

Einer der Höhepunkte des Jubiläumstreffens war der generationenübergreifende Gottesdienst, den Jubilare, Studierende, Mitarbeitende und Dozierende gemeinsam feierten. Dazu wählte die Lobpreisband Herzenslieder verschiedener Generationen aus. Darunter: «Du grosser Gott», «Die Gott lieben werden sein wie die Sonne» und «My Lighthouse». Die Predigt bestand aus jeweils einem Impuls einer Studentin und eines Jubilars zum Doppelgebot der Liebe. Der Effekt war ein wechselseitiger: Studierende und Dozierende des tsc wurden von den Geschichten und Erfahrungen der Jubilare mit Gott neu ermutigt. Die Jubilare aktualisierten ihre Erinnerungen ans tsc und schöpften neue Hoffnung für die Zukunft.

Rund 100 Jubilare folgten der Einladung des tsc

Das tsc-Jubiläumstreffen 2019 fand erstmals als zweitägiger Anlass ausserhalb der früheren Chrischona-Jahreskonferenzen statt. Eingeladen waren alle Absolventinnen und Absolventen des tsc, deren Aussendung 10, 20, 30, 40, 50 oder 60 Jahre zurückliegt. Rund 100 Jubilare folgten der Einladung, an ihre alte Ausbildungsstätte zurückzukehren. Die grösste Gruppe stellten die 40-jährigen Jubilare, von denen 30 gekommen waren. Die zweitgrösste Gruppe bildeten die 50-jährigen Jubilare mit 21 Teilnehmern. Das Wiedersehen mit den ehemaligen Klassenkameraden und dem Chrischona-Campus sind die zwei Hauptgründe, warum die Jubilare sich über die Möglichkeit zum Treffen sehr freuen.

Wie Japaner zum Glauben kommen

Von den 60-jährigen Jubilaren konnten sieben teilnehmen. Eine von ihnen ist die 85-jährige Lotte Mattmüller, die 1959 den Oberkurs an der Bibelschule für Frauen abschloss. Sie berichtete aus ihrem über 30-jährigen Einsatz mit ÜMG Schweiz in Japan. Etwa wie Japaner zum Glauben gekommen sind. «Es ist immer ein Wunder, wenn jemand zum Glauben kommt. Geholfen dabei hat der persönliche Kontakt und das Weitergeben des Wortes Gottes», so Lotte Mattmüller.

Was das Studium am tsc brachte

Ein weiterer tsc-Absolvent von 1959 ist der 84-jährige Werner Buchholz. Er war unter anderem im bessarabischen Gemeinschaftsverband und als Pastor der Nordkirche tätig. Über seine theologische Ausbildung auf St. Chrischona sagte er: «Sie war mir eine Hilfe, das Wort Gottes noch tiefer ins Herz und ins Leben hineinzunehmen.» Er wünschte sich, dass sich Christen wieder mehr als «Botschafter an Christi statt» verstehen. «Botschafter sind keine unabhängigen Verkündiger, sie müssen hören, was Jesu Auftrag für sie ist.»

Was sich in den Brüchen des Lebens bewährt

Insgesamt entlockte tsc-Mitarbeiter René Winkler bei der offiziellen Jubilarenfeier rund einem Dutzend Absolventinnen und Absolventen Einblicke in ihre Lebensgeschichte. Dabei wurde auch deutlich, was sich in den kleinen und grösseren Brüchen bewährt. Mehrere Jubilare berichteten, dass sie in solchen Situationen von Gott besonders stark getragen gefühlt haben. Wichtig sei es, sich immer wieder Zeit für das Wort Gottes zu nehmen, an seinen Verheissungen festzuhalten und sich seiner Berufung neu gewiss zu werden. Frank Spatz, tsc-Absolvent von 1999 und Generalsekretär des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, erklärte in der Retrospektive: «Gott hat immer wieder Überraschungen für mich. Es lohnt sich, das zu wagen, was Gott mit mir vorhat.»

Dolfi Annen, tsc-Absolvent 1979, und Franziska Chiavi, tsc-Studentin seit 2017, verkündigten beide das Doppelgebot der Liebe.
Dolfi Annen, tsc-Absolvent 1979, und Franziska Chiavi, tsc-Studentin seit 2017, verkündigten beide das Doppelgebot der Liebe.
René Winkler interviewt Lotte Mattmüller und Werner Buchholz.
René Winkler interviewt Lotte Mattmüller und Werner Buchholz.
tsc-Jubiläumstreffen 2019: 50 Jahre Jubiläum (Abschlussklasse 1969)
tsc-Jubiläumstreffen 2019: 50 Jahre Jubiläum (Abschlussklasse 1969)
Rektor Benedikt Walker heisst die Jubilare herzlich willkommen zum Jubiläumstreffen 2019.
Rektor Benedikt Walker heisst die Jubilare herzlich willkommen zum Jubiläumstreffen 2019.

Hintergrundinformationen vom tsc

Informationen zum tsc erhielten die Jubilare von Rektor Benedikt Walker. Er erklärte ihnen die Hintergründe der strukturellen Veränderungen, die das tsc durchlaufen hat. Seit 2019 ist das Theologische Seminar St. Chrischona rechtlich eigenständig. Neu knüpft es das tsc-Netzwerk. Denn: «Gute theologische Ausbildung funktioniert nur im Zusammenspiel mit Gemeinden, Freunden und Partnern», wie Benedikt Walker erklärte.

Persönliches Update von René Winkler

René Winkler, der ehemalige Direktor von Chrischona International, ist seit 2019 als Leiter Weiterbildung des tsc tätig. Sehr persönlich berichtete er darüber, wie er die Veränderungen und eine Auszeit erlebt hat: «Die Auszeit hatte ein Ziel: mich ganz auszufädeln aus der bisherigen Rolle. Ich kann sagen: Das ist gelungen. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut! Am tsc konzentriere ich mich auf Inhalte und Beziehungen: Weiterbildungsangebote für Ehrenamtliche entwickeln, den Kontakt zu tsc-Absolventen pflegen und intensivieren sowie als Referent zur Verfügung stehen.»

Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin und Autorin (3000x1000px)

Heiliger Geist trifft Zeitgeist

Interview mit Kirstine Fratz und Dr. Andreas Loos

«Zeitgeist und Heiliger Geist wollen uns beide wachsen sehen!»

Die Hamburger Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz und tsc-Dozent Dr. Andreas Loos luden im Oktober 2019 zu einem Wochenendseminar auf den Chrischona-Campus ein. Dabei stellten sie Zeitgeist und Heiligen Geist als Spielgefährten vor. Im Interview erklären sie, wie das «Zeit – Geist – Spiel» zu verstehen ist.

tsc: Frau Fratz, als Zeitgeistforscherin haben Sie die Antennen weit ausgefahren ins Leben der Menschen und der Gesellschaft. Leben wir in einer Zeit, die von allen guten Geistern verlassen ist?

Kirstine Fratz: Der Gedanke kommt einem sicherlich schnell, schaut man sich um in den aktuellen Problemfeldern der Zeit. Die Kunst ist es aber, zwischen den Feldern wieder Kontakt mit den guten Geistern aufzunehmen und zu erkennen, wo neuer Wille für Versöhnung und Heilung gestartet wird. Dieser kommt oft in ganz anderen Formen und Farben, als wir es von vergangenen Zeitgeistern gewohnt sind. Daher fällt es uns häufig schwer es zu sehen, weil wir uns die guten Geister so noch nicht vorgestellt haben.

So glauben wir etwa, dass die demografische Verschiebung und der vermeintliche Verfall von familiären Werten die Grundlagen unserer Gesellschaft zerstören, und erkennen nicht, dass gerade diese Verschiebung das Konzept Familie neu hat atmen lassen. Ein Phänomen für diesen guten Geist ist, dass besonders junge Frauen wieder zunehmend Lust auf Mutterschaft haben. Denn der neue gesellschaftliche Kontext macht es für sie wieder attraktiv. Und sie haben das Gefühl, es ist Zeit, das Thema wieder positiv für ihr Leben zu bewerten. Eine Entwicklung, die für uns so vorher nicht erkennbar war.

tsc: Der Zeitgeist, über den Sie schreiben: Wer ist er und was macht er?

Kirstine Fratz: Er ist eine sehr machtvolle und kreative Kraft. Der Zeitgeist hat die Macht, unser Denken, Handeln und Fühlen zu verändern. Das macht vielen Menschen Angst und manche verteufeln ihn sogar dafür.
Der Vorwurf, der dem Zeitgeist immer wieder gemacht wird, ist, dass er destabilisiert, Werte mit Füssen tritt, oberflächlich und launisch wäre. Das ist allerdings eine recht oberflächliche Sichtweise auf sein Werk. In der Tat steht er nicht für Stabilität, Bewahren und Erhalten. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, die versucht, sich vor Bewegung und Veränderung zu schützen? Das System erstarrt und bietet zunehmend Raum für Macht, Schmerz und Leid.
Der Zeitgeist bricht erstarrte Strukturen auf, nimmt sich der darin entstandenen Defizite und Sehnsüchte an und bietet neue Möglichkeiten, diese zu erfüllen. Diese Dynamik erscheint einem oft erst als eine Bedrohung, ein Vorzeichen für den Untergang. Doch ist es meist eine neue Annäherung an etwas Lebenswichtiges, was im alten System zu sterben drohte. Und dann verlieren wir wie von Zauberhand auf einmal die Lust so viel Alkohol zu konsumieren wie einst, bevor unser Körper uns wichtig wurde. Wir verzichten darauf, unsere Kinder einfach zum Gehorsam zu erziehen, weil wir sie auf einmal in ganzer Blüte und Entfaltung sehen wollen. Und junge Frauen wollen plötzlich nicht mehr auf Mutterschaft warten, wie sie es im alten System gelernt haben.
Das alles sind immer wieder neue Chancen, die Gesellschaft lebendig und damit auch gesünder zu gestalten.

Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin (768x1024px)
Kirstine Fratz, Zeitgeistforscherin und Autorin

Der Vorwurf, der dem Zeitgeist immer wieder gemacht wird, ist, dass er destabilisiert, Werte mit Füssen tritt, oberflächlich und launisch wäre. Das ist allerdings eine recht oberflächliche Sichtweise auf sein Werk. In der Tat steht er nicht für Stabilität, Bewahren und Erhalten. Doch was passiert mit einer Gesellschaft, die versucht, sich vor Bewegung und Veränderung zu schützen? Das System erstarrt und bietet zunehmend Raum für Macht, Schmerz und Leid. (Kirstine Fratz)

tsc: Andreas Loos, wie kommst du auf die Idee, der Heilige Geist könnte etwas mit dem Zeitgeist zu tun haben?

Andreas Loos: Eben, weil er heilig ist. Das heisst für einen Theologen, dass ich dem Heiligen Geist nicht vorschreiben sollte, wo und wie er wirkt. Leider hat die Christenheit das immer wieder getan und den Heiligen Geist zu einseitig mit Erlösung verknüpft und an die Institution Kirche geknüpft. Diese starre Entgegensetzung von Kirche und Gesellschaft, Heiligem Geist der Gläubigen und unheiligem Geist der Zeit hat mich lange blind gemacht dafür, wie weit und tief der Heilige Geist sich einlässt auf das Leben. Die Bibel erzählt, wie der Heilige Geist jeden Menschen zu einer lebendigen Seele macht, zu bedürftigen Mängelwesen mit Hunger und Durst nach Leben, Liebe und Glück. Er inspiriert, begabt und ermächtigt Menschen dazu, liebe- und lustvoll die Schöpfung aufblühen zu lassen, Neues hervorzubringen, Schönes zu erschaffen – häufig geradezu spielerisch. Und dort, wo wir uns auf Geister, Prinzipien und Strukturen eingelassen haben, die das Leben entheiligen und bedrohen, da erfüllt der Heilige Geist Menschen mit neuen Ideen, mutigen Handlungsweisen und erstaunlich resilienter Welthoffnung. So belebt er, was tot ist, bewegt, was erstarrt ist, befreit, was zwanghaft ist, und stimmt neu an, was verstummt ist.

Wenn nun die Zeitgeistforschung von spontanen und unerwarteten Zeitgeistbewegungen berichtet, welche die lebensuntauglichen und starren Vorgaben des Zeitgeistes für ein erfülltes Leben aufbrechen und überbieten, dann frage ich mich: Woher kommt diese selbstregulierende Kraft des Zeitgeistes? Steckt dahinter etwa das stille und unaufdringliche Handeln des Heiligen Geistes?

Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.

Diese starre Entgegensetzung von Kirche und Gesellschaft, Heiligem Geist der Gläubigen und unheiligem Geist der Zeit hat mich lange blind gemacht dafür, wie weit und tief der Heilige Geist sich einlässt auf das Leben. (Dr. Andreas Loos)

tsc: Mit dem Zeitgeist spielen – ist das eher Risiko oder Verheissung?

Kirstine Fratz: Es ist beides. Sich auf verheissungsvolles Terrain zu wagen, ist immer mit einem Risiko verbunden. Doch die Verheissung lässt uns dieses Risiko oft erst eingehen. Verheissung ist immer auch Antrieb, etwas zu wagen, zu hoffen und zu erfahren.

Andreas Loos: Keine Verheissung ohne Risiko, das hat letztlich damit zu tun, dass Gott Liebe ist und mit uns Liebe verwirklichen will. Und zwar in der Kraft des Heiligen Geistes, der Liebe Gottes in unseren Herzen (Römer 5,5). Liebe kann die Gegenliebe weder erzwingen, noch verfügen, noch manipulieren. Ich glaube, dass Gott selbst das Wagnis und Risiko der Liebe eingegangen ist. Und ich hoffe, dass die Verheissung von Leben und Liebe uns immer wieder lockt. Das hat nichts mit leichtfertigem Zocken zu tun, wohl aber mit gelassener Freiheit, Fehler zu machen und zu scheitern. Wie Petrus: Lieber mal absaufen mit Jesus, aber dafür mit ihm über das Wasser gehen.

Lieber mal absaufen mit Jesus, aber dafür mit ihm über das Wasser gehen. (Dr. Andreas Loos)

tsc: Lassen sich Zeitgeist und Heiliger Geist klar unterscheiden?

Kirstine Fratz: Der Zeitgeist ist das Fieber des Neuen. Seine Kraft ist die Erneuerung, seine Vision das Unvorstellbare, seine Macht die Resonanz. Er strebt, er sehnt, er drängt und treibt und gibt uns keine Ruhe. Denn würde er uns in Ruhe lassen, so würden wir den anderen Geistern zu viel Raum geben. Den trägen und vertrauten Geistern, die uns eigensinnig machen und entmutigen. So erinnert er uns stets an die Freiheit des Denkens und des Gestaltens. Das ist beschwerlich und auch euphorisch, denn durch den Zeitgeist haben wir die Möglichkeit, uns und unserer Welt immer wieder neu zu begegnen. So ist der Zeitgeist stets temporär, der Heilige Geist in seinem Streben aber ewig und unverrückbar in seinem Wollen und in seiner Liebe. Ihre Herangehensweise an den Menschen ist klar zu unterscheiden, doch in Ihrem Wirken tun sich ähnliche Absichten und Ziele auf.

Andreas Loos: Theologisch ist das gar nicht so einfach. Nämlich dort, wo die guten Geister des Menschen zusammenspielen mit dem Heiligen Geist. Ein Beispiel: Der Heilige Geist ruft im Herzen der Gläubigen «Abba, lieber Vater» (Galater 4,6). Aber das schliesst die Gläubigen und ihren Geist nicht aus, sondern setzt sie frei. Sie rufen jetzt selbst «Abba, lieber Vater», weil der Heilige Geist ihrem Geist bezeugt, dass sie Gottes Kinder sind (Römer 8,15–16). Hier sind beide untrennbar am Werk. Andererseits gibt es klare Kriterien für die Unterscheidung der Geister. Etwa überall dort, wo Angst, Zwang und Gewalt geschürt werden, haben wir es nicht mit dem Heiligen Geist der Freiheit zu tun.

Der Zeitgeist ist das Fieber des Neuen. Seine Kraft ist die Erneuerung, seine Vision das Unvorstellbare, seine Macht die Resonanz. Er strebt, er sehnt, er drängt und treibt und gibt uns keine Ruhe. (Kirstine Fratz)

tsc: Zeitgeistforschung trifft Theologie, und Sie nennen das «Zeit – Geist – Spiel». Welche thematischen Bälle spielen Sie sich gegenseitig zu?

Kirstine Fratz: Wir werden gemeinsam beleuchten, wie sich das Wirken des Zeitgeistes im Sinne des Heiligen Geistes darstellt. Wir werden uns voller Schöpfergeist darüber beraten, ob es nicht an der Zeit ist, die strikte Trennung zwischen Glauben und Zeitgeist liebevoll aufzulösen. Für weniger Angst und mehr Versöhnung, die zu neuem Mut, Hoffnung und Freude für das Wirken von den beiden Geistern führen kann. Wir haben uns vorgenommen, ein Tabuthema anzupacken, weil wir nicht mehr daran glauben, dass diese beiden Kräfte sich nicht leiden können, sondern beide uns gerne frei und wachsen sehen.

Andreas Loos: Ich werde ein paar zeitgeistsensible Facetten des Heiligen Geistes ins Spiel bringen, die eher in Vergessenheit geraten sind. Zum Beispiel, dass jeder Mensch mit dem Heiligen Geist zu tun hat und ihm den herrlichen Kreislauf von Mangel, Begehren und Erfüllung verdankt, durch den wir zu Gott, zueinander und zu uns selbst finden. Oder die schöpferische, künstlerische und spielerische Seite des Heiligen Geistes, die uns kreativ und spielerisch macht. Ach ja, und dass der Heilige Geist es liebt, unsere Zeit zu erfüllen, wenn sie reif dafür ist, um unserem Geist zuzuflüstern, dass wir geliebte Kinder des Höchsten sind. Ich bin ziemlich neugierig, was wir und alle Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer auf dieser weiten Spielwiese entdecken und erleben werden.

Wir haben uns vorgenommen, ein Tabuthema anzupacken, weil wir nicht mehr daran glauben, dass diese beiden Kräfte sich nicht leiden können, sondern beide uns gerne frei und wachsen sehen. (Kirstine Fratz)

tsc: Sie wollen dazu beitragen, dass die Menschen zu mündigen Zeitgeistteilnehmerinnen und -teilnehmern werden. Woran denken Sie dabei?

Kirstine Fratz: Mündigkeit entsteht durch Bewusstheit. Für den Zeitgeist fehlt oft das Bewusstsein für seine Dynamik. Meistens halten wir uns im Bewerten und Urteilen auf und erkennen dabei nicht die Chancen. Zeit – Geist – Spiel soll eine neue Wahrnehmung schulen für die gestalterische Kraft der beiden Mächte und der gestalterischen Kraft in uns selbst. Das macht uns mündig, um mit beiden Mächten in einen spielerischen Austausch zu gehen und dann zu erschaffen, was uns als sinnvoll erscheint. So bleiben wir frei in der Entscheidung und doch angebunden an die Schönheit des Ewigen und die Chancen des Temporären.

Andreas Loos: Angstfähig werden. Damit meine ich, sich selbst als Zeitgeistteilnehmer an- und ernst zu nehmen. Den durchaus furchteinflössenden Seiten des Zeitgeistes ins Auge schauen, aber manchen Spuk auch durchschauen. Über sich selbst lachen und dem Heiligen Geist zutrauen, dass er mich hält, wenn die nächste Zeitgeistwelle auf mich zurollt. Aber noch mehr. Spiritualität ist die Kunst, geistbestimmt zu leben (ars spiritualis). Das will gelernt und eingeübt werden. Mündig ist, wer sich immer wieder dafür entscheidet und dabei Fehler und Scheitern nicht scheut. So entdecke ich mit anderen, wie der Heilige Geist zur passenden Zeit das Gute zu mir kommen lässt, mich zum Guten kommen lässt – manchmal trotz, aber immer wieder auch mit Hilfe des Zeitgeistes.

So entdecke ich mit anderen, wie der Heilige Geist zur passenden Zeit das Gute zu mir kommen lässt, mich zum Guten kommen lässt – manchmal trotz, aber immer wieder auch mit Hilfe des Zeitgeistes. (Dr. Andreas Loos)

tsc-Graduierungsfeier 2019: Absolventinnen mit den besten Bachelorarbeiten (3zu1)

Abschluss zur richtigen Zeit

Bericht von der Graduierungsfeier 2019

18 tsc-Absolventen erhalten Abschlusszeugnisse

Zum ersten Mal fand die Graduierungsfeier des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) vor Beginn des neuen Studienjahres auf dem Chrischona-Campus statt. Am Freitag, den 30. August 2019, überreichten die Studiengangsleiter 18 Absolventinnen und Absolventen vor der versammelten Studiengemeinschaft die Abschlusszeugnisse ihres Bachelorstudiums.

Dreimal die Bestnote

Eine Premiere war die Zeugnisübergabe an die ersten drei Bachelorabsolventen des Studiengangs Theologie & Musik. Den Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie schlossen zwölf Absolventen ab. Hinzu kommen drei Absolventinnen des Bachelorstudiengangs Theologie & Pädagogik. Alle drei Studiengänge sind von der Middlesex University London validiert. Die Bestnote «1st class Honours» erhielten drei Absolventinnen, die übrigen Absolventen schlossen ihr Bachelorstudium mit «2nc class Honours» ab.

Studium als Beginn eines lebenslangen Bildungsprozesses

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, gratulierte den diesjährigen Absolventen zu ihren guten Studienleistungen. Er machte ihnen Mut, «sich auf den lebenslangen Bildungsprozess zwischen Theorie und Praxis einzulassen». Dafür sei das drei- oder vierjährige Studium am tsc erst der Anfang gewesen. Neben der Vermittlung von Wissen habe es die Grundlage gelegt habe, Reflexions- und Sprachfähigkeit zu entwickeln.

tsc-Studium vorbildlich fürs Studieren im 21. Jahrhundert

Glückwünsche überbrachte auch Dr. Johan Siebers, der Vertreter der Middlesex University. Er wies auf die erfolgreiche 20-jährige Partnerschaft zwischen Middlesex und tsc hin, die eine gegenseitige Bereicherung darstelle. So lobte er das Konzept des Studierens am Theologische Seminar St. Chrischona als vorbildlich für das 21. Jahrhundert. Es sei «individuell ausgeprägt, eingebettet in eine Gemeinschaft, getragen von wirklicher Einheit zwischen Theorie und Praxis und offen für die Welt», so Dr. Siebers.

Präsentation der besten Bachelorarbeiten

Eine spannende Neuerung war die Präsentation der besten Bachelorarbeiten im Rahmen der Graduierungsfeier. Die Feier transportierte auf diese Weise mehr Inhalte aus dem Studium der Absolventen. Tabea Reichenbach, Nadine Bär und Mira Stubbig präsentierten die Erkenntnisse ihrer ausgezeichneten Arbeiten. Zum Beispiel untersuchte Theologieabsolventin Tabea Reichenbach, was das Vollkommenheitsverständnis Jesu aus Matthäus 5,48 für Perfektionisten bedeutet. Eine ihrer Erkenntnisse: «Jesus möchte ein ungeteiltes Herz, nicht aber die Fehlerlosigkeit, nach welcher der Perfektionist strebt.»

tsc-Graduierungsfeier 2019: Absolventen
Die Absolventinnen und Absolventen 2019 der Bachelorstudiengänge des Theologischen Seminars St. Chrischona freuen sich über ihren Studienabschluss.
tsc-Graduierungsfeier 2019: Dr. Johan Siebers und Dr. Benedikt Walker
Dr. Johan Siebers, Linktutor der Middlesex University (im Foto links), und Dr. Benedikt Walker, Rektor tsc, sind die Herren des Verfahrens. Sie freuen sich über die vielen guten Studienleistungen der Absolventinnen und Absolventen.
tsc-Graduierungsfeier 2019: Absolventinnen mit den besten Bachelorarbeiten (4zu3)
Tabea, Nadine und Mira haben die besten Bachelorarbeiten in ihrem jeweiligen Studiengang geschrieben. Während der Graduierungsfeier stellten sie ihre Arbeiten und die gewonnenen Erkenntnisse vor.

«Mein Studium hatte seine Zeit, der Dienst hat jetzt seine Zeit»

Die Graduierungsfeier ist der letzte offizielle Akt des Studiums am Theologischen Seminar St. Chrischona. Für die Absolventen ist damit ein Lebensabschnitt beendet. Beat Müller, Theologieabsolvent 2019, wies in seinem Schlusswort für die Abschlussklasse darauf hin, dass der Abschluss für ihn genau zur richtigen Zeit komme. «Heute schliesse ich das Studium ab, am Sonntag werde ich eingesetzt als neuer Pastor in der Chrischona-Gemeinde in Mattwil. Mein Studium hatte seine Zeit, der Dienst in der Gemeinde hat jetzt seine Zeit.»

tsc-Jahresfest 2019: Gruppenfoto der Absolventinnen und Absolventen mit Dozentinnen und Dozenten

Ein sehr musikalisches tsc-Jahresfest

Bericht vom tsc-Jahresfest 2019

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) sendete 37 Absolventen aus

Zum zweiten Mal veranstaltete das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) ein grosses Jahresfest rund um die Aussendungsfeier von 37 Absolventinnen und Absolventen. Etwa 500 Freunde, Unterstützer und Ehemalige des tsc feierten am 23. Juni 2019 auf dem Chrischona-Campus mit. Sie erlebten einen sehr musikalischen Festtag.

Die Aussendung ist für die Absolventen der Schluss- und Höhepunkt ihrer theologischen Ausbildung. 2019 schlossen 12 von ihnen den Studiengang Kommunikative Theologie, vier den Studiengang Theologie & Pädagogik und 18 den tsc-Jahreskurs ab. Ausserdem wurden die ersten drei Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Theologie & Musik ausgesendet.

Theologie & Musik: erste Absolventen ausgesendet

Seit 2016 gibt es diesen im deutschsprachigen Raum einmaligen Bachelorstudiengang, der drei Studienjahre umfasst. Mira Stubbig ist eine der ersten Absolventinnen. Sie erlebte die Kombination von Theologie- und Musikstudium als «perfekte Mischung». «Durch das Studium konnte ein theologisches Fundament entstehen, auf das ich meine Musik und die Arbeit mit musikalischem Lobpreis gründen kann», zog Mira Bilanz. Nach ihrer Aussendung wird sie eine Stelle mit den Schwerpunkten Kids, Teens und Musik in einer FEG bei Bern antreten.

Das tsc gab Mira und den anderen Absolventen einen Bibelvers und ein Gebet als Zuspruch mit auf ihren weiteren Lebensweg. Als Geschenk überreichte Dr. Benedikt Walker ihnen eine Trinkflasche. Der Rektor des tsc begründete das so: «An einem dürft ihr nicht sparen: an der Kommunikation mit Gott. Das ist wie mit Wasser, ihr braucht sie jeden Tag.»

Jahresfest setzt lange Tradition fort

Das tsc-Jahresfest knüpfte erfolgreich an die lange Tradition der Einsegnungs-, Ordinations- und Aussendungsfeiern am Theologischen Seminar St. Chrischona an. Das bestätigten Ehemalige wie Werner Giesenhagen, der 1958 von St. Chrischona ausgesendet wurde. Er freute sich besonders darüber, dass «Jesus Christus klar im Zentrum der Feier stand». Viele moderne Lobpreislieder und auch ein von einer Studentin selbst geschriebenes Lied machten dies deutlich. Hinzu kam die Predigt von René Winkler über die Geschichte von der Belagerung und Errettung Samarias. Der ehemalige Chrischona-Direktor und aktuelle tsc-Mitarbeiter forderte die Absolventen auf, mutig zu den Menschen aufzubrechen. Und dabei auf Gott zu vertrauen, denn die göttliche Logik werde sich letztlich durchsetzen.

Absolventinnen und Absolventen 2019 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc)
Absolventinnen und Absolventen 2019 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc)
Viele Freunde, Unterstützer und Ehemalige des Theologischen Seminars St. Chrischona feierten das Jahresfest 2019 mit.
Viele Freunde, Unterstützer und Ehemalige des Theologischen Seminars St. Chrischona feierten das Jahresfest 2019 mit.
Am Nachmittag des Jahresfestes zeigten vier Bands von Theologie- und Musikstudierenden ihr Können.
Am Nachmittag des Jahresfestes zeigten vier Bands von Theologie- und Musikstudierenden ihr Können.

Videopremiere der Eben-Ezer-Sessions

Die besondere Musikalität des Jahresfestes wurde dadurch unterstrichen, dass Bands aus dem Studiengang Theologie & Musik ein Konzert am Nachmittag gaben. Zudem gab es eine Premiere: Die ersten beiden Videos der «Eben-Ezer-Sessions» wurden gezeigt. Dabei handelt es sich um professionell produzierte Musikvideos von Liedern zweier Studentinnen der Theologie & Musik.

Das nächste tsc-Jahresfest findet statt am Sonntag, den 28. Juni 2020.

Frühlingskonzert 2019 mit dem tsc-Chor: Stepptänzer Andreas Dänel

Chorkonzert mit Überraschungen

Frühlingskonzert 2019 des tsc-Chors

Kreative Unterstützung erhielt der Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) beim Frühlingskonzert am 4. Mai 2019 auf St. Chrischona. Rund 450 Besucher wurden überrascht von einem Stepptanz und einem Poetry-Slam.

Stepptanz zum Chorgesang

Der tsc-Chor ist bekannt dafür, fröhliche und unterhaltsame Konzerte zu geben. Diesmal traf das besonders zu. Für Erstaunen sorgte ein Stepptänzer als Überraschungsgast. Beim Lied «David danced» steppte er lässig und mit ansteigendem Tempo auf die Bühne. Sein virtuoser Stepptanz ergänzte den Chorgesang mit einer faszinierenden, fesselnden Facette. So sehr, dass mancher Besucher über die kurze Dauer der Einlage ein wenig traurig war.

Freude steckt an

Auch ohne weitere Stepptänze verging die Zeit des Chorkonzerts wie im Fluge. Die 25 Sänger und 40 Sängerinnen waren gut vorbereitet und präsentierten ein vielfältiges Repertoire von klassischen und modernen Kirchenliedern über Popsongs zu Gospels. Immer wieder sangen Studentinnen und Studenten aus dem Studiengang Theologie & Musik Soli, Duette oder bildeten einen spezielles Ensemble. Der tsc-Chor versprühte bei seinem Konzert eine solche Freude, dass er die meisten Besucher schnell damit ansteckte und viele begeisterte.

Freude über Gott

Sehr deutlich machte der tsc-Chor, was hinter seiner Freude steckt: die Freude über Gott, den er mit seinen Liedern loben will. Die Theologiestudentin Valerie Philipps erklärte es in ihrem Poetry-Slam so: «Gott, deine Schönheit löst in mir Frühlingsgefühle aus, nun habe ich endlich wieder Schmetterlinge im Bauch.»

Der tsc-Chor singt «Stand by me».
Der tsc-Chor singt «Stand by me».
Ein Ensemble der Studierenden der Theologie & Musik gibt eine musikalische Einlage.
Ein Ensemble der Studierenden der Theologie & Musik gibt eine musikalische Einlage.
Trainingstag Worship 2019: Lobpreisschulung

Das Geheimnis des Lobpreises

Bericht vom Trainingstag Worship am 4. Mai 2019

Auf einer Reise durch Musik und Theologie der Anbetung

Autorin: Desirée Kratzat, tsc-Studentin

Wer kennt das nicht? Man hört ein bestimmtes Lied und es nimmt einen mit auf eine Reise, lässt einen einfach nicht mehr stillsitzen und der sogenannte Ohrwurm ist vorprogrammiert. Beim Trainingstag Worship des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 4. Mai 2019 erfuhren rund 60 Teilnehmer einige Geheimnisse der Musik und der Theologie.

Nach einer gemeinsamen musikalischen Anbetungszeit begann tsc-Dozent Andreas Loos, in die Tiefen der Theologie einzutauchen. Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik am tsc, ergänzte den musikalischen Aspekt. Nach einer kurzen Mittagspause folgten musikalische Workshops.

Eine neue Perspektive auf Lobpreis

Der Trainingstag Worship zeigte: Im Lobpreis geht es nicht darum, alles perfekt zu können, sondern um das Geschenk, in den bereits vorhandenen Lobpreis mithineingenommen zu werden. Diese Perspektive faszinierte auch Hans-Martin Rentschler, Pastor der Chrischona-Gemeinde Grüningen: «Mit dieser Sicht ist Lobpreis etwas völlig Anderes, also nicht ich muss etwas liefern. Denn ich glaube, wenn wir etwas liefern müssen, wird es eher zum Kampf.» Als Pastor ist es ihm wichtig, seine Musiker zu begleiten, um eine gleiche Grundlage zu haben. Denn nur, «wenn wir gemeinsam unterwegs sind, können wir Sachen verändern.» Dieses Bewusstsein der Einheit sei etwas sehr Wertvolles, denn die musikalische Anbetungszeit in der Gemeinde sollte mit eingeflochten sein in den restlichen Teil des Gottesdienstes.

Die tsc-Dozenten Dr. Andreas Loos und Susanne Hagen geben beim Trainingstag Worship theologische und musikalische Denkanstösse.
Die tsc-Dozenten Dr. Andreas Loos und Susanne Hagen geben beim Trainingstag Worship theologische und musikalische Denkanstösse.
Bandcoaching ist eines der verschiedenen musikalisch-praktischen Wahlprogramme des Trainingstag Worship.
Bandcoaching ist eines der verschiedenen musikalisch-praktischen Wahlprogramme des Trainingstag Worship.

Der Theologie und der Musik tiefgründig auf die Spur kommen

«Bei einer solchen Schulung ist es herausfordernd, auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen und ihnen gerecht zu werden. Dies betrifft gerade auch die praktischen Musikkurse, wenn man mit Anfängern und Fortgeschrittenen zu tun hat», berichtet Susanne Hagen. Sie schätzt es sehr, der «Theologie und der Musik tiefgründig auf die Spuren zu kommen und beides miteinander in Verbindung zu bringen.» Musikalischer Lobpreis sei etwas sehr Komplexes, da er sowohl die Theorie als auch die Praxis von Musik und Theologie fordere. Hierbei sei es wichtig, sich den Herausforderungen zu stellen und in beide Bereiche zu investieren.

Warum das tsc Trainingstage Worship anbietet

Die Vision hinter dem Trainingstag Worship erklärt Andreas Loos: «Ich träume davon, dass Lobpreis und Anbetung Gottes in den Gemeinden und Gottesdiensten durch diese Trainingstage beflügelt und vertieft werden. Am besten auf allen Kanälen, also praktisch, musikalisch, theologisch, geistlich.» Die moderne Lobpreismusik sei ein Geschenk des Heiligen Geistes, und wie jede Geistgabe müsse auch sie gepflegt und geübt, und wo nötig auch vor Fehlentwicklungen und Missbrauch bewahrt werden.

Der Seniorentag des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Mai 2019 machte den rund 700 Teilnehmern viel Hoffnung.

Hoffnung statt Zukunftsangst

Bericht vom tsc-Seniorentag am 7. Mai 2019

tsc-Seniorentag machte 700 Teilnehmern Hoffnung

Mit Vorsicht und Angst reagieren die meisten Menschen im deutschsprachigen Raum auf Fragen nach der Zukunft. Christen sollten diese «German Angst» überwinden und die Hoffnung zu ihrer inneren Einstellung machen. Das war die Botschaft des Seniorentags des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Mai 2019 auf dem Chrischona-Campus.

Der Basler Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker präsentierte den rund 700 Seniorinnen und Senioren Ergebnisse aus den Umfragen seines jährlichen Hoffnungsbarometers. Manche Statistik erschreckte die Zuhörer. Etwa die Antworten auf die Frage, von wem sich die Schweizer wünschen, dass er in schwierigen Zeiten Hoffnung vermittelt. Gott und sein kirchliches Bodenpersonal tauchen nur auf den hinteren Plätzen auf.

Werden Veränderungen zum Fluch oder zum Segen?

Andreas Walker stellte fest: «Die Zukunft passiert nicht einfach so. Sie hängt von den Entscheidungen ab, die Menschen heute treffen.» Dass die Angst als emotionale Reaktion auf Megatrends wie Digitalisierung, Migration und Klimawandel dominiere, sei nachvollziehbar. Doch Veränderungen könnten auch zum Segen werden. So ist beispielsweise die Lebenserwartung im Vergleich zur «guten alten Zeit» deutlich gestiegen. Ein «biblisches Alter» von 80 und mehr Jahren zu erreichen, sei ein Zeichen der Liebe Gottes. Klar ist: Der Umgang mit Hoffnung und Angst ist in der Bibel ein wichtiges Thema. Zum Wort Hoffnung gibt es mehr als 300 Bibelstellen, sie ist eine christliche Tugend. Andreas Walker interpretierte das so: «Gott fordert uns heraus, immer wieder an der Hoffnung festzuhalten.»

Vom Kritiker zum Mutmacher

Zwei persönliche Berichte offenbarten, was eine hoffnungsvolle Lebenseinstellung bewirken kann. Der ehemalige Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes Werner Messmer sieht selbst die Gefahr, im Seniorenalter immer kritischer zu werden. Beispielsweise bei Diskussionen in der christlichen Gemeinde. Er riet dazu, sich am gemeinsamen Ziel zu begeistern und in die Rolle des Mutmachers für die Jüngeren in der Gemeinde zu finden. Die Basler Schulleiterin Jacqueline Jourdan berichtete von den Herausforderungen ihres Alltags. Ihr Tipp: «Am Glauben festhalten, dass Gott gut ist – auch wenn es nicht so scheint.»

«Der Seniorentag hat mich beflügelt»

Der Gedanke, Hoffnung zur Lebenseinstellung zu machen, wurde von vielen Teilnehmern des Seniorentags wohlwollend diskutiert. Viele von ihnen wurden durch den Seniorentag neu ermutigt. «Der Tag hat mich beflügelt. Ich möchte jetzt konkrete Dinge ändern in meinem persönlichen Leben», erklärte eine Seniorin aus der Chrischona-Gemeinde Schaffhausen. Andere taten sich schwer damit, jahrzehntelang eingeübte kulturelle Gepflogenheiten zu verändern. In einem Punkt waren sich die meisten aber einig: Dieser Seniorentag hat sehr viel Hoffnung gemacht.

Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker riet, Hoffnung zur inneren Einstellung zu machen.
Zukunftsforscher Dr. Andreas Walker riet, Hoffnung zur inneren Einstellung zu machen.
René Winkler im Gespräch mit Jacqueline Jourdan. Die Basler Schulleiterin berichtet, wie sie ihrem herausfordernden Alltag mit Hoffnung begegnet.
René Winkler im Gespräch mit Jacqueline Jourdan. Die Basler Schulleiterin berichtet, wie sie ihrem herausfordernden Alltag mit Hoffnung begegnet.
Gute Freunde am Seniorentag zu treffen, ist für die Teilnehmer eine grosse Freude.
Gute Freunde am Seniorentag zu treffen, ist für die Teilnehmer eine grosse Freude.

tsc-Seniorentag – ein guter Mix

Dazu trug auch das vom Theologischen Seminar St. Chrischona organisierte Rahmenprogramm bei. Die Teilnehmer hörten einige Lieder des tsc-Chors, die frisch für das Chorkonzert einstudiert waren. Es gab das Angebot einer Campusführung mit dem Rektor. Zudem konnten sich die Senioren auf dem frühlingshaften Campus bei Kaffee und Kuchen mit Freunden und Bekannten austauschen. Ein guter Mix, für den einige sogar aus der Ostschweiz anreisten.

Mitschnitte des tsc-Seniorentags 2019

Der nächste tsc-Seniorentag findet am Dienstag, den 5. Mai 2020, auf dem Chrischona-Campus statt. Referent wird Pfarrer Peter Schulthess sein.

Art for God: Warten auf Regen (1500x500px)

Art for God

Vernissage zum Thema Fasten am Theologischen Seminar St. Chrischona

Am Tag nach Aschermittwoch 2019 fand am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) die Vernissage «Art for God» statt. Rund 80 Besucher sahen Ausstellungsstücke zum Thema Fasten. Organisatorin Mirjam Ide traf damit einen Nerv.

Art for God: Künstlerinnen und Künstler

Die Künstlerinnnen und Künstler der Vernissage «Art for God». Mirjam Ide steht in der vorderen Reihe (zweite von rechts).

Mirjam studiert Theologie und Pädagogik am tsc. Im Rahmen eines pädagogischen Studienmoduls bekam sie den Auftrag, ein Projekt zu konzipieren und umzusetzen. Schon länger hegte sie den Wunsch, «etwas mit Kunst zu machen», wie sie sagt. Ihr Auftrag lautete, ein Team von Bereichsleitern zu bilden und anzuleiten, um das Projekt der Vernissage zu realisieren.

«Gott durch Bilder erleben»

Und das funktionierte: 25 Ausstellungsstücke von acht Ausstellern wurden in der Eben-Ezer-Halle auf dem Chrischona-Campus präsentiert. Drei Studenten des Studiengangs Theologie und Musik sorgten für die passende musikalische Untermalung im Hintergrund – dezent und jazzig. Rund 80 Besucher nahmen sich die Zeit, die Ausstellungsstücke am Abend der Vernissage in Augenschein zu nehmen. «Mein Wunsch war, es dass Menschen Gott durch die Bilder erleben», erklärt Mirjam. Sie freut sich darüber, dass viele Besucher darüber ins Gespräch gekommen sind – miteinander und mit den Künstlern. «Manche Besucher, die am Anfang kamen, waren drei Stunden später noch da. Zudem habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten, zum Beispiel dass der Abend gutgetan habe», berichtet Mirjam.

Entschleunigen – das Fasten von heute

Zum Erfolg der Vernissage trug das Rahmenprogramm bei. Dessen Höhepunkte waren ein Poetry-Slam und eine Tanzvorführung zum Thema Fasten, jeweils vorgetragen von einer tsc-Studentin. Der Poetry-Slam definierte Entschleunigen als Synonym zum Fasten, das in der heutigen Zeit besser verständlich ist und auf mehr Resonanz stösst. Die Idee sei dieselbe: Bewusst reduzieren, um sich neu auf Gott ausrichten zu können. Genau dazu hat die Vernissage den Besuchern neuen Mut gemacht.