Die Studentinnen und Studenten im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik stellen die grösste Gruppe im Studienjahr 2021/22.

Start ins Theologiestudium mit guten Tipps

tsc beginnt Studienjahr 2021/22 mit 39 neuen Studierenden

Start ins Theologiestudium mit guten Tipps

Kommen die «Ersties», geht das Theologiestudium wieder los! So lautet die Regel zum Beginn jedes Studienjahres am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Anfang September 2021 hiess die Studiengemeinschaft 39 neue Studierende und 22 Gasthörende herzlich willkommen. Zum Start bekamen sie gute Tipps für ein erfolgreiches Studium.

Kommunikative Theologie begeistert

Eine der Besonderheiten am tsc ist die Kommunikative Theologie. Sie will mit und über Gott ins Gespräch kommen. Diese Art, Theologie zu betreiben, zieht sich wie ein roter Faden durch alle drei Bachelorstudiengänge und den tsc-Jahreskurs. Sie ist auch einer der Gründe, sich für ein Studium am tsc zu entscheiden. Dorothea Ulm, eine neue Studentin im Fernstudium Theologie, erklärte: «Mich begeistert, dass es tatsächlich um Kommunikation geht. Theologie bleibt nicht im wissenschaftlichen Denken stecken, sondern soll auf unterschiedliche Arten und Weisen kommuniziert werden.»

Tipps von Thomas Härry

Bei den Einführungstagen vor dem Studienstart 2021 ging es um wichtige Grundlagen, um diese Kommunikative Theologie studieren zu können, darunter: Selbstführung, Zeitmanagement, Umgang mit Krisen und Förderung von Reifeprozessen.

Das tsc hatte deshalb Thomas Härry als Referenten eingeladen. Der Schweizer Theologe ist mit seinen Büchern über Selbstführung bekannt geworden (z. B.: «Von der Kunst, sich selbst zu führen»). Er gab der tsc-Studiengemeinschaft viele Tipps, wie sie die anstehenden Herausforderungen des Theologiestudiums bewältigen können. Aus dem Judentum lernen könne man beispielsweise eine Haltung der Anbetung. «Theologie ist dann eine gute, wenn sie mich in die Nachfolge führt», erklärte Thomas Härry weiter. Ausserdem hatte er zahlreiche Praxistipps auf Lager: Lies die Bibel unvoreingenommen, entwickle eine Denkweise der Neugier, achte auf dich selbst. Immer wieder berichtete er aus seinem persönlichen Leben und gab Beispiele, wie seine Tipps konkret umgesetzt werden können.

tsc-Angebote, um geistlich emotional zu reifen

Mit teilweise neu entwickelten Angeboten will das Theologische Seminar St. Chrischona seine Studierenden bei ihren Lern- und Reifeprozessen unterstützen. Dazu stellte Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, ein Konzept vor. Dieses besteht aus Kleingruppenangeboten, Kreativ-Gottesdiensten und Praxisräumen Kommunikativer Theologie, zum Beispiel Diskussionsforen zu brennenden Themen. «Theologie studieren verlangt geistlich emotionales Reifen. Das wird sehr persönlich, man muss Widersprüche aushalten und sich kritischen Fragen stellen», erklärte er den Hintergedanken. Zwar seien Reifeprozesse nur schwer zu messen und nicht zu garantieren, aber das tsc könne die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen. «Wir wollen den Studierenden aktiv einen Raum geben, um weiterzukommen», so der Rektor des tsc.

40 Prozent der tsc-Studiengemeinschaft sind Neue

Viel beitragen zu persönlichen Reifeprozessen wird erfahrungsgemäss die tsc-Studiengemeinschaft. Sie bildete sich zum Beginn des Studienjahres 2021/22 wieder ganz neu. 135 Studierende und Gasthörende zählt das tsc aktuell. Rund 40 Prozent von ihnen sind frisch hinzugekommen. Umso wichtiger sind die Einführungstage, um sich kennenzulernen. Dazu gab es eine ganze Reihe von Anlässen und Angeboten, beispielsweise eine Art «Speed-Dating», ein buntes Kostümfest und gemeinsame Essen. Das fröhliche Miteinander trug viel zu einer positiven Atmosphäre bei. So gelang der Start ins neue Studienjahr 2021/22.

Thomas Härry gibt den Studentinnen und Studenten des tsc praktische Tipps, wie sie das Theologiestudium meistern können.
Thomas Härry gibt den Studentinnen und Studenten des tsc praktische Tipps, wie sie das Theologiestudium meistern können.
Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) erklärt das neue Konzept des tsc, geistlich emotionale Reifeprozesse zu unterstützen.
Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) erklärt das neue Konzept des tsc, geistlich emotionale Reifeprozesse zu unterstützen.
Das gegenseitige Kennenlernen ist ein wichtiges Ziel der Einführungstage am tsc.
Das gegenseitige Kennenlernen ist ein wichtiges Ziel der Einführungstage am tsc.

tsc-Konzept für geistlich emotionales Reifen

    1. Lebensgruppen im 1. Semester für Ersties, Ziel: Ankommen
    2. Kleingruppenangebot von September bis März von René Winkler für Studierende ab dem 2. Studienjahr
    3. Öffentliche Kreativ-Gottesdienste
    4. Praxisräume Kommunikative Theologie, darunter teilweise interne Diskussionsforen zu aktuellen, heiss diskutierten Fragen

BTh Kommunikative Theologie

Präsenz- oder Fernstudium? Der Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie lässt sich auf beiden Wegen studieren. Für das Gruppenfoto zum Beginn des Studienjahres 2021/22 versammeln sich die Studierenden aus beiden Modi gemeinsam.
Präsenz- oder Fernstudium? Der Bachelor-Studiengang Kommunikative Theologie lässt sich auf beiden Wegen studieren. Für das Gruppenfoto zum Beginn des Studienjahres 2021/22 versammeln sich die Studierenden aus beiden Modi gemeinsam.

BA Theologie & Pädagogik

Die Studentinnen und Studenten des Bachelor-Studiengangs Theologie & Pädagogik zum Start des Studienjahres 2021/22
Die Studentinnen und Studenten des Bachelor-Studiengangs Theologie & Pädagogik zum Start des Studienjahres 2021/22

BA Theologie & Musik

Die Studentinnen und Studenten im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik stellen die grösste Gruppe im Studienjahr 2021/22.
Die Studentinnen und Studenten im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik stellen die grösste Gruppe im Studienjahr 2021/22.

tsc-Jahreskurs

Der tsc-Jahreskurs 2021/22 besteht aus 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (1 fehlt auf dem Foto). Sie sind ein Jahr lang intensiv unterwegs mit Jesus Christus, mit der Bibel und miteinander.
Der tsc-Jahreskurs 2021/22 besteht aus 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (1 fehlt auf dem Foto). Sie sind ein Jahr lang intensiv unterwegs mit Jesus Christus, mit der Bibel und miteinander.

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss): Der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss): die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss): die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat): Er ist beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis): individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 22.–23.10.2021.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 17.11.2021, 18–19.30 Uhr.
Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Middlesex University validiert tsc-Bachelor-Studiengänge bis 2027

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Eine grosse Prüfung hat das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) bestanden. Am 28. April 2021 wurden seine drei Bachelor-Studiengänge Kommunikative Theologie, Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik durch die Middlesex University London für die nächsten sechs Jahre validiert.

Partnerschaft zwischen tsc und Middlesex University

Der Überprüfungsprozess (englisch: «Review») dient der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung des tsc-Studienangebots. Alle sechs Jahre muss das Theologische Seminar St. Chrischona diesen Prozess als akademischer Partner der Middlesex University durchlaufen. Der Vorteil dieser Kooperation: Die tsc-Studierenden können international anerkannte Bachelor-Abschlüsse einer renommierten britischen Universität erwerben.

tsc wird hohe Studienqualität bescheinigt

Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Leiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie am tsc. Als Projektleiter ist er verantwortlich für den erfolgreichen Review 2021. Dessen Ergebnis fasst er so zusammen: «Die Middlesex University London und externe Prüfer haben uns als tsc erneut eine hohe Studienqualität bescheinigt. Ich bin sehr zufrieden, dass wir unsere Bachelor-Studiengänge in verbesserter Form weitere sechs Jahre anbieten können.»

Verkündigungskompetenz wird gestärkt

Durch den Review kommt es ab dem Studienjahr 2021/22 zu Verbesserungen in allen drei Bachelor-Studiengängen. Gestärkt werden die Kommunikative Theologie – das Markenzeichen des tsc – und die Verkündigungskompetenz. Die Studierenden erhalten neu bereits im zweiten Jahr eine grundlegende Predigtausbildung, damit sie im dritten Jahr mehr Predigtpraxis bekommen können. «Das ist eine Folge unserer Gespräche mit den Partnern im tsc-Netzwerk. Eine gute Predigtausbildung ist das wichtigste Bedürfnis der Gemeinden», erklärt Beat Schweitzer. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik gibt es im ersten Jahr ein neues Pflichtmodul «Jugend & Medien», das gemeinsam mit der Fachstelle Mediensucht «return» in Hannover entwickelt wird. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik wird es unter anderem eine neue «Musik-Master-Klasse» geben, um die musikalische Leitungskompetenz der Studierenden zu stärken.

Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie am tsc
Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Studiengangsleiter Kommunikative Theologie und Dozent für Ethik am tsc.

«Enthusiastische Studierende, familiäre Studienatmosphäre»

Das tsc hat viel Lob erhalten von den Vertreterinnen und Vertretern der Middlesex University. Der enge Kontakt und intensive Austausch mit den Studierenden hat sie beeindruckt. «Die Middlesex-Vertreter schwärmten von unseren enthusiastischen Studierenden und unserer aussergewöhnlich familiären Studienatmosphäre», sagt Beat Schweitzer. Pluspunkte sammelte das tsc zudem beim Fernstudium Theologie. Hier lobten sie die hohe Qualität und die persönliche Betreuung durch die E-Dozierenden.

Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.
Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Die nächsten Termine: 18.05. und 15.06.2021, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 22. bis 23. Oktober 2021.

Infos zum tsc-Studienangebot

Durch die Kooperation mit der Middlesex University London können Studierende am tsc den Bachelor in Theologie im Präsenz- oder Fernstudium, den Bachelor of Arts in Theologie & Pädagogik sowie den Bachelor of Arts in Theologie & Musik erwerben. Zum tsc-Studienangebot gehören ausserdem der tsc-Jahreskurs als Orientierungsjahr und Online-Kurse zur individuellen Weiterbildung.

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc (1500x500px)

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Grundsätze des tsc

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Autor: Dr. Benedikt Walker

Wie tickt die «Generation Worship», aus der die Studentinnen und Studenten von heute stammen? Und wie beeinflusst das die Art, wie am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert, gelehrt und gelebt wird? Anlässlich der Mitgliederversammlung des Gnadauer Gemeinschaftsverbands im Februar 2020 hat Rektor Dr. Benedikt Walker über Grundsätze und Überzeugungen am tsc gesprochen.

Theologische Bildung ist auch Persönlichkeitsentwicklung

Am Theologischen Seminar St. Chrischona ist theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung. Sie ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. Theologische Bildung am tsc erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Sie hört zu und will verstehen. Sie muss bereit sein, Erkenntnisse zu hinterfragen und im Leben zu reflektieren. Weil theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung ist, sind Dozentinnen und Dozenten Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder.

Die Studiengemeinschaft – die tsc-Community – ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Am Theologischen Seminar St. Chrischona verstehen wir uns als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier pflegen wir ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen. Wir geben Sicherheit mit Regeln und lassen Flexibilität zu. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlichen emotionalen Reife.

Warum wir theologische Bildung so betreiben und die Studiengemeinschaft so leben, das möchte ich im Folgenden ausführlicher erklären.

Wie tickt die Generation Worship?

Die Studierenden von heute ticken anders als ich als Student vor dreissig Jahren. In der empirica Jugendstudie 2018 haben Tobias Faix und Tobias Künkler die «Generation Worship» untersucht. Darin beschreiben sie, wie die Jugend heute eine «Wertesynthese» betreibt. Sie bringen Werte zusammen, die für meine Generation (geboren 1968) zumeist nicht miteinander vereinbar sind:

  1. Die junge Generation kennt keine «Logik des Entweder-Oders». Für sie gilt «sowohl als auch» – yes, we can. Nein ist kein kategorisches Nein, sondern ein: «So geht es zwar nicht, aber es gibt ja noch andere Lösungen.»
  2. Der jungen Generation ist sowohl Leistung als auch Entschleunigung wichtig. Meine Generation würde sagen, das ist ein Widerspruch. Die Jungen sagen: Wir wollen beides, sowohl als auch. Denn sie kennen die Burn-out-Thematik der heutigen Zeit.
  3. Die junge Generation will Sicherheit und Flexibilität. Sie will klare Regeln, bei deren Auslebung allerdings volle Flexibilität. Ein aktuelles Beispiel: In der Coronakrise wollen die Studierenden genau wissen, was sie dürfen – und gleichzeitig wollen sie wissen, wie sie mit diesen Regeln flexibel umgehen können.
  4. Die junge Generation ist hyperindividualisiert, gleichzeitig sind soziale Beziehungen sehr wichtig. Enge soziale Beziehungen sind ihnen wichtig, aber die Individualisierung hat darin Platz. Zum Beispiel in den intensiven kommunikativen Beziehungsnetzen: Da kann man sich ein- und ausklinken, wie man möchte. Darum funktioniert Instagram so gut.

Das sind Ergebnisse einer Jugendstudie. Natürlich findet man auch Jugendliche, die anders ticken. Jedoch decken sich diese Punkte mit meiner Wahrnehmung von den Studentinnen und Studenten von heute.

Dr. Benedikt Walker

Vier persönliche Grundsätze von Benedikt Walker

  1. Die Studierenden sind mir von Gott anvertraut. Ich habe sie mir nicht ausgesucht.
  2. Die Studierenden sind erwachsen. Ich nehme sie als Erwachsene ernst.
  3. Ich lasse mich auf die Studierenden ein, will ihre Anliegen und Bedürfnisse verstehen, will wissen, wie sie ticken.
  4. Ich habe keinen Erziehungsauftrag. Ich möchte sie fördern, nicht erziehen. Das ist mir sehr wichtig.

So nehme ich die Studierenden von heute wahr:

Unsere Studierenden sind zunächst einmal sehr lernwillig. Lernwilliger als meine Studierendengeneration vor dreissig Jahren. Die Lehrmethode muss sich an die Lernwilligkeit der Studierenden anpassen. Sie sehnen sich nach Gemeinschaft. Auch in Zeiten von Corona und Versammlungsverbot suchen sie nach Formen, Gemeinschaft leben zu können.

Sie betonen den «liebenden Gott». Der zornige Gott ist ihnen fremd. Glaubensfragen erwachsen aus diesem Verständnis: Gott ist doch ein liebender Gott, warum handelt er dann so? Die Studierenden haben Sehnsucht nach Vorbildern. Sie nehmen uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Vorbilder wahr und haben entsprechend hohe Erwartungen an uns. Sie bevorzugen offene Kommunikationssysteme – in denen sie sich einfach ein- und ausklinken können. Sie wünschen sich Partizipation, möchten integriert werden, teilhaben, verlangen auch nach Rückmeldungen. Das ist für sie Ausdruck von Wertschätzung. Und schliesslich hat das Erleben bei den Studierenden von heute einen hohen Stellenwert (Beispiel: Erlebnisgottesdienste).

Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?
Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?

Was bedeutet das für die theologische Bildung?

Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona heisst das: Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. So verstehen wir theologische Bildung am tsc:

  • Theologische Bildung erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Unsere Studierenden erweitern ihren Horizont, erlangen neue Erkenntnisse durch Reflexionen und neue Zugänge zu Themen.
  • Theologische Bildung ist ein Akt des Hörens. Ein Hören auf Gott und ein Hinhören auf die Mitmenschen. Ich höre zu und will verstehen. Dafür muss ich mich auf Gott und die Mitmenschen einlassen. Muss bereit sein zu hören und zu reflektieren. Einen anderen Sachverhalt, aber auch meine eigenen Erkenntnisse zu reflektieren und mich weiterzuentwickeln.
  • Theologische Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Suche, Gott zu verstehen, muss ich bereit sein, theologische Erkenntnisse zu hinterfragen. Sie auch im Leben zu reflektieren, nicht nur in der Theorie. Darum bin ich als Person herausgefordert, geistlich und emotional zu reifen.

Dozierende als Lernbegleiter

Dozentinnen und Dozenten sind Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder. Hier kommt eine Erkenntnis aus der Erwachsenenbildung zur Geltung: Der Lernerfolg ist dann am grössten, wenn ich als Dozent meine Aufgabe als Lernbegleiter wahrnehme. Viele Dozentinnen und Dozenten sind natürlich auch ein wandelndes Lexikon – aber die Studierenden erwarten von ihnen darüber hinaus Authentizität, Glaubwürdigkeit, Partizipation und Feedback.

Community als Lernfeld

Die Community am tsc ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Wir verstehen uns am tsc als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier können sich die Studierenden engagieren und ausprobieren, erhalten Feedbacks von uns Lernbegleitern. Als Dozentinnen und Dozenten sind wir Teil der Community, das ist ausdrücklich erwünscht. Gemeinsam feiern wir die mittwöchlichen «Mittendrin»-Gottesdienste und gestalten Gebetsvormittage.

Wenn Studierende Fragen haben, kommen sie relativ unkompliziert mit uns Dozierenden ins Gespräch. Meine Tür steht immer offen. In monatlichen Klassensprechersitzungen sind wir nah an ihnen dran. Als Lernbegleiter will ich die Studierenden in ihrer Mündigkeit unterstützen.

Theologische Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung.

Den Studierenden den Spiegel vorhalten

Das heisst auch: Den Studierenden den Spiegel vorhalten! Ich muss nicht alles gut finden, was ich an der Generation Worship heute beobachte. Als Lernbegleiter und Förderer ist es meine Aufgabe, die Studierenden auf Widersprüche oder Einseitigkeiten hinzuweisen, sie mit anderen Sichtweisen zu konfrontieren. Deshalb gehört es am tsc auch dazu, gerade nicht nur von Gott als dem liebenden Gott zu sprechen, sondern auch vom zornigen oder schweigenden Gott. Auch muss nicht unwidersprochen bleiben, dass für die junge Generation der «Worship» die Glaubensquelle Nr. 1 ist, und nicht etwa das Bibellesen oder die Predigt.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

4 Community-Grundsätze am tsc

  1. Wir pflegen ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Darin spiegelt sich unser Verständnis von theologischer Bildung. Die Studiengemeinschaft am tsc ist für die Studierenden wie ein geschützter Raum. Ein «Erprobungsraum», in dem man gemeinsam lernt, sich ermutigt und vieles ausprobieren kann. Fehler sind erlaubt. Wir geben einander Feedback und wollen uns verbessern. Und es ist wegen der Unterschiede von Schweizern und Deutschen ein hilfreiches kulturelles Lernfeld.
  2. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen zwischen Studierenden, Dozierenden, Mitarbeitenden. Wenn Gemeinschaft, Begegnungen und Lernfelder wichtig sind, dann brauchen wir auch geeignete Begegnungsräume, die ein ungezwungenes Hereinkommen und Hinausgehen ermöglichen. Wo man sich über den Weg stolpert. Das lässt eine gewisse Flexibilität und Unverbindlichkeit zu. Genau dies ermöglicht neue Begegnungen.
  3. Wir lassen Flexibilität zu und geben Sicherheit. Für die Studierenden ist wichtig, dass Erwartungen aneinander thematisiert werden. Sie wollen Klarheit darüber, was von ihnen erwartet wird und was passiert, wenn sie etwas nicht machen. Und sie wollen die Ausnahmen der Regeln genau kennen. Sie wollen diese Klarheit, damit sie Flexibilität leben können. Hier ist eine klare und gründlich geregelte Kommunikation innerhalb der Studiengemeinschaft wichtig. Die E-Learning-Plattform «Moodle» spielt am tsc eine zentrale Rolle, die jeder Student und jede Studentin am tsc nutzt. Darin gibt es Bereiche für die verbindliche Kommunikation und jene für den Small Talk.
  4. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlich emotionalen Reife. Das ist ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir bieten neben dem Unterricht zusätzliche Kurse an zum Thema «geistlich emotional reifen». Wir sind davon überzeugt, dass wir damit die theologische Bildung fördern, wenn nicht sogar ermöglichen.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.