Die Community am tsc versteht sich als geistliche Weggemeinschaft. Ihre Grundsätze hat sie in einem «Community-Paper» festgelegt.

Grundsätze der tsc-Community

Grundsätze der tsc-Community

In guter Weise Gemeinschaft leben

Wie versteht sich die Studiengemeinschaft am tsc selbst? Was ist ihr Ziel? Wie will sie miteinander umgehen? Antworten darauf formuliert das neue «Community-Paper», das die Studiengemeinschaft 2021 erarbeitet hat. Und das steht drin:

Theologische Bildung ist mehr als Wissensvermittlung.

Deshalb ist am tsc die Community als geistliche Weggemeinschaft so wichtig, in der wir gemeinsam wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.

Wir sind:

  • Wir sind als geistliche Weggemeinschaft unterwegs. Wir sehen uns als Lerngemeinschaft, in der wir wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.
  • Wir erleben unser Miteinander als Herausforderung und Bereicherung. Wir möchten dabei anderen zu ermutigenden Weggefährten werden.
  • Unser gemeinsames Unterwegssein wird im Faltblatt (PDF) anhand eines Baumes dargestellt: Verwurzelt im dreieinigen Gott und seinem Wort kann das «Ich» gedeihen und in Beziehung und Kommunikation mit seinen Mitmenschen treten.

Miteinander verbunden

Jesus Christus ist Ausgangspunkt und Mitte unserer Gemeinschaft.

Wir wollen:

  • Leben teilen – sowohl in unserer Freude als auch in unserem Leid. Besonders zum Teilen unserer Erfahrungen mit Gott geben wir einander Raum.
  • Wertschätzung schenken, da wir uns in unserer Vielfalt und Einzigartigkeit von Gott geliebt wissen. Deshalb begegnen wir einander in Achtung und Liebe, nehmen unsere Stärken und Schwächen wahr, lernen unsere Beweggründe verstehen und üben uns im respektvollen Umgang miteinander.
  • Ermutigen, indem wir die Stärken und Gaben fördern, die wir unter uns entdecken. Wir erlauben einander Fehler zu machen. Wir sind bereit, einander zu vergeben und uns zu versöhnen.

Mit einem Ja zu mir

Um ein gemeinschaftsfördernder Teil der Community zu sein, ist es wichtig, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Wir wollen:

  • Eigenverantwortung wahrnehmen, indem wir unsere persönlichen Bedürfnisse, Grenzen und Emotionen achten.
  • Uns selbst führen, indem wir unsere Persönlichkeit und unsere Gaben in der Community entwickeln und damit der Gemeinschaft dienen. Weil Jesus uns vergibt, lernen wir, auch uns selbst zu vergeben und bewusst mit unseren Emotionen umzugehen.
  • Bedürfnisse und Grenzen ansprechen, um uns gegenseitig zu verstehen und das Wohlergehen des Einzelnen stärken zu können. Grundlegend dafür ist ein Dialog, der geprägt ist von Offenheit und Zuhören.

In Gott verwurzelt

Unsere persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott ist verwurzelt in ihm als Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Wir wollen:

  • Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam Gott suchen, finden und erleben. Er ist Bereiter, Begleiter und Ziel unserer Weggemeinschaft.
  • Persönlich in unserer Gottesbeziehung zu Christus hin wachsen, sowie zu geistlich und emotional reifen Persönlichkeiten werden.
  • Kreativität fördern, Schönheit entfalten und Gottes Schöpfung bewahren und gestalten.

Was ist die tsc-Community?

Die tsc-Community ist die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Dazu gehören die Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden. Sie wollen als geistliche Weggemeinschaft unterwegs sein – in Gott verwurzelt, mit einem Ja zu sich selbst und miteinander in Christus verbunden.

tsc-Community-Abend: Im Gespräch mit Dr. Debora Sommer

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

tsc-Communityabend am 5. März 2020

Wie Debora Sommer ihre Berufung als Theologin entdeckte

Einblicke in ihre Lebensgeschichte gab Dr. Debora Sommer der Studiengemeinschaft am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Bei einem Community-Abend am 5. März 2020 nahm die Leiterin Fernstudium Theologie am tsc die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine spannende Reise. Sie berichtete, wie sie ihre Berufung als Theologin entdeckte und begann, mutig zu leben.

Frau und Theologin

Von einer Kultur geformt, in der das Bild der Frau klar geprägt war, war es herausfordernd und auch mutig, einen Ruf von Gott zu folgen, der dieser Prägung zu widersprechen schien. Von klein auf hatte Debora den Wunsch, ihr Leben ganz Gott zu widmen. Sie begann ihr Theologiestudium an der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule (STH) Basel mit dem Wissen, dass sie vermutlich selbst nie predigen würde. Nach einer Begegnung mit einer Mitstudentin, die eine Berufung als Pfarrerin in der Landeskirche hatte, begann sie sich mehr und mehr mit der Rolle der Frau aus theologischer Sicht auseinanderzusetzen. Diesem Thema widmete sie besondere Aufmerksamkeit in ihrer Doktorarbeit über Juliane von Krüdener: «Eine baltisch-adlige Missionarin bewegt Europa». Debora Sommer wurde bewusst, dass es manchmal erforderlich ist, mit der Bibel zu ringen statt mit Menschen. Es ist eine Kunst, theologische Spannungen respektvoll aushalten zu können und den Menschen in Liebe zu begegnen.

Ergänzung statt Konkurrenz

Deboras Sommers Bericht wurde durch Beiträge ihres Ehemanns Rolf ergänzt. Der Coach und Pastor ist Absolvent des Theologischen Seminars St. Chrischona. Es war eindrücklich zu erleben, wie sich die Ehepartner als Team ergänzen und unterstützen. So wurden Deboras Worte praktisch erlebbar: «Oft kämpft man nur ums Recht haben, statt um die Bereitschaft Rücksicht zu nehmen und Liebe reifen zu lassen». Dies birgt die Kraft, Unterschiedlichkeit zuzulassen, ihr zuzuhören und Spannungen auszuhalten. Es ist die Dialogfähigkeit, die es ermöglicht, die Sicht anderer zu hören, zu sehen und auch erstmal stehen lassen zu können. «Es geht darum, die innere Stärke bei Gott zu suchen, um kritikfähig zu bleiben und eigene Motive immer wieder zu überprüfen», erklärte Debora Sommer.
Rolf Sommer ermutigte die Studiengemeinschaft mit den Worten: «Habt Mut, Schritte zu wagen – auch, wenn es eventuell enttäuschend endet. Habt keine Angst Fehler zu machen, die gehören dazu und aus denen kann man lernen – habt Mut, mutig zu sein!» Schlussendlich geht es doch vielmehr um die Ergänzung und nicht etwa um Konkurrenz. Denn in der Vielfalt liegt die Einheit und dies bringt immer wieder Spannungen mit sich.

«Grosses Privileg, solche Dozentinnen am tsc zu haben»

Bei den Studierenden kam der Vortragsabend gut an. Zum Beispiel bei Ladina Wettstein, Studentin im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik. Sie sagte: «Ich erachte es als grosses Privileg, Dozentinnen und Dozenten wie Debora Sommer am tsc zu haben. Aus ihren Lebensgeschichten und Erfahrungen ergibt sich ein grosser Mehrwert für uns als Gemeinschaft auf St. Chrischona, von dem wir enorm viel profitieren können. Dies motiviert mich, solche Anlässe und Abende zu organisieren, koordinieren und durchzuführen.»

Dr. Debora Sommer ist E-Dozentin im Fernstudium Theologie des tsc.
Dr. Debora Sommer ist E-Dozentin im Fernstudium Theologie des tsc.