Neue tsc-Dozierende 2022: Dr. Michael Widmer, Kristina Imwalle, Paul Bruderer

Drei neue Dozierende für das tsc

tsc-Dozierende

Drei neue Dozierende für das tsc

Dr. Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer unterrichten künftig am Theologischen Seminar St. Chrischona

Das Theologische Seminar St. Chrischona hat drei neue Dozierende berufen: Dr. Michael Widmer unterrichtet künftig Bibelwissenschaften, Kristina Imwalle wird die neue Dozentin für Praktische Theologie und Paul Bruderer der neue Dozent für Dogmatik.

tsc erhielt 60 Bewerbungen

Anfang Dezember 2021 hatte das tsc drei Dozentenstellen ausgeschrieben, um Abgänge zum Ende des Studienjahres 2021/22 zu ersetzen. Daraufhin sind 60 Bewerbungen beim tsc eingangen. «Sowohl quantitativ als auch qualitativ waren diese vielen Bewerbungen überraschend», freut sich Rektor Dr. Benedikt Walker. Die Findungskommission aus allen hauptamtlichen Dozierenden des tsc und zwei studentischen Vertretern entschied sich am Ende des Bewerbungsprozesses und nach Probeunterricht für Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer.

Benedikt Walker ist sehr zufrieden mit den Neubesetzungen: «Mit Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer hat das tsc drei neue Dozierende berufen, die unser Dozentenkollegium sehr gut ergänzen und unsere Kommunikative Theologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Sie werden unsere Ausrichtung in der theologischen Mitte stärken und die tsc-Community bereichern.»

«Mit Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer hat das tsc drei neue Dozierende berufen, die unser Dozentenkollegium sehr gut ergänzen und unsere Kommunikative Theologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Sie werden unsere Ausrichtung in der theologischen Mitte stärken und die tsc-Community bereichern.»

Dr. Benedikt Walker,
Rektor tsc

Dr. Michael Widmer – Bibelwissenschaftler mit interkulturellem Hintergrund

Michael Widmer (51) ist erfahrener Dozent und Bibelwissenschaftler mit interkulturellem Hintergrund und grosser Praxiskompetenz. Diese hat er sich durch seinen langjährigen Dienst als OMF-Missionar in Japan erworben. Am dortigen Hokkaido Bible Institute unterrichtet er seit 2007 Altes Testament, Biblische Theologie und Spiritualität. «Es ist mir ein grosses Anliegen, Nachwuchs auszubilden für Gemeinden und Mission, der in der Bibel verwurzelt, aber auch am Puls der Zeit, kommunikativ und reflektiert ist», erklärt Michael Widmer. Seine theologische Ausbildung hat er Ende der 1990er Jahre an der London School of Theology absolviert. Anschliessend promovierte er an der University of Durham über Mose, Gott und die Dynamik des Fürbittegebets. Michael Widmer kennt das tsc gut. Er gesteht: «Seit vielen Jahren begleitet mich der stille Traum, einmal am tsc Altes Testament unterrichten zu können.»

Dr. Michael Widmer unterrichtet ab dem Studienjahr 2022/23 Bibelwissenschaften am tsc.

Dr. Michael Widmer

«Seit vielen Jahren begleitet mich der stille Traum, einmal am tsc Altes Testament unterrichten zu können.»

Dr. Michael Widmer,
tsc-Dozent für Bibelwissenschaften

Kristina Imwalle – junge, kommunikativ starke, praktische Theologin

Mit der Berufung der 34-jährigen Kristina Imwalle investiert das Theologische Seminar St. Chrischona in die nächste Generation von Theologinnen und Theologen. Sie stammt aus Deutschland und promoviert neben ihrer künftigen Dozententätigkeit weiterhin als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Praktischen Theologie zum Thema Bibliolog. 2018 hat sie ihr Studium zur Diplom-Theologin mit der Note sehr gut an der Universität Kiel abgeschlossen. Als ihr Herzensanliegen nennt Kristina Imwalle, «den Glauben so zu kommunizieren, dass er ankommt». Dies gelingt ihr beispielsweise in Radioandachten für den Norddeutschen Rundfunk. Mit der Kommunikativen Theologie des tsc kann sie sich gut identifizieren und freut sich darauf, sie gemeinsam mit den anderen Dozierenden weiterzuentwickeln.

Kristina Imwalle ist ab dem Studienjahr 2022/23 als tsc-Dozentin für Praktische Theologie tätig.

Kristina Imwalle

«Den Glauben so zu kommunizieren, dass er ankommt, ist mein Herzensanliegen.»

Kristina Imwalle,
tsc-Dozentin für Praktische Theologie

Paul Bruderer – pointierter Apologet und erfahrener Pastor

Der dritte neue tsc-Dozent ist Paul Bruderer (49). Er unterrichtet künftig Dogmatik neben seiner Haupttätigkeit als leitender Pastor der Chrischona Frauenfeld. Bekannt geworden ist Paul Bruderer in den letzten Jahren durch seinen Blog DanielOption.ch, auf dem er pointiert, tiefschürfend und häufig apologetisch zu Fragen der Ethik und Dogmatik Stellung bezieht. Er tut dies, weil er eine «Veränderung der theologischen Grosswetterlage» feststellt und die heutigen Christen in ihrem Glauben stärken will. «Den tsc-Studierenden möchte ich eine gesunde evangelikal-theologische Mitte verständlich vermitteln, die sich jenseits von weltfremdem Fundamentalismus und kompromittiertem Liberalismus positioniert», erklärt Paul Bruderer.

Die neuen ersetzen die abgehenden Dozierenden nicht eins zu eins. Die detaillierte Modulverteilung für das Studienjahr 2022/23 erfolgt bis zum Ende des Studienjahres 2021/22. Einzelne Module von abgehenden Dozierenden werden auch von bisherigen Dozierenden übernommen.

Paul Bruderer unterrichtet ab dem Studienjahr 2022/23 Dogmatik am tsc.

Paul Bruderer

«Den tsc-Studierenden möchte ich eine gesunde evangelikal-theologische Mitte verständlich vermitteln, die sich jenseits von weltfremdem Fundamentalismus und kompromittiertem Liberalismus positioniert»

Paul Bruderer,
tsc-Dozent für Dogmatik

Über das Theologische Seminar St. Chrischona:

  • Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die vornehmlich durch Spenden und Studiengebühren getragen wird.
  • Das tsc legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die tsc-Community mit aktuell rund 130 Studierenden. Auf dem Chrischona Berg werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.
  • Die Bachelor-Studiengänge am tsc sind von der Middlesex University London validiert.
tsc-Dozierende: Personelle Veränderungen im Dozentenkollegium 2022 (1500x500px)

Personelle Veränderungen im tsc-Dozentenkollegium 2022

tsc-Dozierende

Grössere personelle Veränderungen im tsc-Dozentenkollegium 2022

Das Theologische Seminar St. Chrischona steht vor grösseren personellen Veränderungen im Dozentenkollegium. Im Sommer 2022 werden vier langjährige Dozierende ihren Dienst am tsc beenden: Dr. Horst und Irmgard Schaffenberger werden pensioniert, Dr. Stefan Felber und Dr. Andreas Loos wechseln die Stelle.

«Weiterziehen hinterlässt Lücken»

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, dankt den vier Dozierenden für ihren langjährigen Dienst am tsc: «Irmgard, Horst, Stefan und Andreas haben unzählige Studentinnen und Studenten geprägt. Ihr Weiterziehen hinterlässt Lücken. Das tsc wünscht ihnen Gottes Segen für ihren nächsten Lebensabschnitt.»

Dr. Horst und Irmgard Schaffenberger sind seit fast 30 Jahren am tsc. Horst Schaffenberger war von 2006 bis 2016 Seminarleiter, davor und danach unterrichtete er Fächer der Praktischen Theologie. Er ist jetzt und auch weiter im Ruhestand tätig als 1. Vorsitzender des neuen Fördervereins für das tsc in Deutschland. Irmgard Schaffenberger engagiert sich seit vielen Jahren im Team des tsc-Jahreskurses. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahreskurse unterrichtet sie in den Fächern Homiletik und Spiritualität. Sie ist auch gefragt als Mentorin und Praxisbegleiterin.

Dr. Andreas Loos wechselt zur reformierten Kirche

Eine neue Herausforderung wagt Dr. Andreas Loos, der seit 2002 Systematische Theologie am tsc unterrichtet. Dies tut er nur noch bis zum Ende des Studienjahres 2021/22. Ab 2022 wird er als Theologe in der evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz tätig sein. Seine künftige Tätigkeit umfasst die Entwicklung von Angeboten für die theologische Bildung für Erwachsene bei «Fokus Theologie» und das Bloggen und Podcasten zu Glaubensthemen bei RefLab. Vom tsc verabschiedet sich Andreas Loos so: «Nach zwanzig Jahren beglückender Arbeit fällt mir das nicht leicht. Das, was ich heute als Mensch und Theologe bin, wurde ich zu einem bedeutenden Teil durch das tsc und seine Menschen. Zugleich fühle ich mich gezogen in etwas Neues mit anderen Menschen und neuen Möglichkeiten.»

Dr. Stefan Felber leitet künftig den Gemeindehilfsbund

Schon länger klar ist der Stellenwechsel von Dr. Stefan Felber. Nach 22 Jahren als tsc-Dozent für Altes Testament wird er ab Sommer 2022 die Aufgabe als Leiter des Gemeindehilfsbundes in Deutschland übernehmen. Er folgt dort auf den jetzigen Leiter Pfr. Dr. Joachim Cochlovius, der in den Ruhestand tritt. Diese Entscheidung fiel bereits im Juni 2020.

Dr. Horst Schaffenberger, tsc-Dozent und 1. Vorsitzender des Fördervereins für das tsc
Dr. Horst Schaffenberger, tsc-Dozent und 1. Vorsitzender des Fördervereins für das tsc
Irmgard Schaffenberger, Dozentin im tsc-Jahreskurs
Irmgard Schaffenberger unterrichtet bis Sommer 2022 als Dozentin im tsc-Jahreskurs.
Dr. Andreas Loos ist Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) für Systematische Theologie.
Dr. Andreas Loos ist bis Sommer 2022 Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Systematische Theologie.
Pfr. Dr. Stefan Felber, tsc-Dozent für Altes Testament (Portraitfoto, 3zu4)
Pfr. Dr. Stefan Felber ist bis Sommer 2022 Dozent des Theologischen Seminars St. Chrischona für Altes Testament.

Über das Theologische Seminar St. Chrischona:

  • Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die vornehmlich durch Spenden und Studiengebühren getragen wird.
  • Das tsc legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die tsc-Community mit aktuell rund 130 Studierenden. Auf dem Chrischona Berg werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.
  • Die Bachelor-Studiengänge am tsc sind von der Middlesex University London validiert.
tsc-Retraite 2021: tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern (1500x500px)

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Retraite 2021 der tsc-Mitarbeitenden

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Wer am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) studiert, nimmt nicht nur Wissen auf und erlernt Fähigkeiten, sondern reift auch als Persönlichkeit. Ein Schlüssel dafür ist eine emotional gesunde Spiritualität. Mit diesem Thema setzten sich rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tsc in ihrer Online-Retraite (Klausurtagung) am Jahresanfang 2021 auseinander.

Angeregte Diskussionen

Die Grundfrage lautete: Welchen Einfluss haben Persönlichkeit, Gemeinschaft, Prägung, Selbstführung oder Theologie auf die Entwicklung einer emotional gesunden Spiritualität? In kleinen Gruppen diskutierten die Mitarbeitenden angeregt darüber, ganz nach dem fünften Leitsatz der Kommunikativen Theologie: «Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.» Hierbei machte sich die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiterschaft des tsc bemerkbar. Manche der Dozentinnen und Dozenten hatten sich bereits beruflich mit Teilfragen beschäftigt. Sie konnten Erkenntnisse aus der theologischen, pädagogischen oder psychologischen Forschung einbringen. Wer weniger Vorwissen hatte, bereicherte die Diskussion durch persönliche Einschätzungen oder Beispiele.

«Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht!»

Ihre Ergebnisse hielten die Mitarbeitenden auf digitalen Pinnwänden der Plattform «Padlet» fest. Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie, erklärte beispielsweise: «Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht! Beispiel Martin Luther: Dass sich Christus auf dem Weg zum Kreuz und am Kreuz geängstigt hat, war für ihn die entscheidende Hilfe im Umgang mit seiner eigenen Angst.»

Für Rektor Dr. Benedikt Walker ist klar: «Kommunikative Theologie, der Dienst als Lernbegleiter und gewinnende Teamarbeit verlangen alle nach emotional gesunder Spiritualität.» Das Theologische Seminar St. Chrischona wird deshalb weiterarbeiten am Thema. Die Ergebnisse der Retraite sowie konkrete Angebote wie Lebens- und Kleingruppen werden in einem Konzept zusammengefasst. Es soll zum Beginn des Studienjahres 2021/22 kommuniziert werden. Ziel ist es, die Studentinnen und Studenten bei ihren persönlichen Reifungsprozessen noch nachhaltiger und strukturierter zu unterstützen.

Online-Retraite mit guter geistlicher Gemeinschaft

Eine Retraite zum Jahresanfang hat eine lange Tradition am tsc. Wegen der Corona-Massnahmen wurde sie 2021 zum ersten Mal komplett über das Internet durchgeführt. Sowohl technisch als auch atmosphärisch verlief die Premiere erfolgreich: In den Pausen zwischen den inhaltlichen Austauschrunden und Bibelarbeiten entwickelten sich informelle Gespräche, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten sogar gemeinsam Abendmahl per Videotelefonie. Sie erlebten, dass auch online eine gute geistliche Gemeinschaft möglich ist. Das freute die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders.

Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.
Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.
Claudius Buser blickt im Online-Semesterabschlussgottesdienst am 16.12.2020 zurück auf das Corona-Jahr 2020 (1297x432px)

tsc-Jahresrückblick 2020

Ereignisse der Zeitgeschichte, Anekdoten vom tsc

Jahresrückblick 2020

Autor: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Am Ende des Corona-Jahres 2020 fälllt auch der traditionelle tsc-Jahresrückblick von Claudius Buser ernster und nachdenklicher aus als üblich. Trotzdem bleibt er zuversichtlich und erzählt von vielem, was gelungen ist.

Im fernen Morgenland…

Nein, nicht dort, wo der Stern von den Magiern gesichtet wurde, der sie zum neuen König weisen soll, sondern im noch viel ferneren Morgenland, weit weg von der Zivilisation Europas, machten sich Magier nicht auf den Weg, sondern an die Arbeit. Sie wollten eine neue Krone basteln, nicht einfach für den neuen König, nein, sondern für alle Menschen.

Noch wollten sie die Krone den Menschen nicht zeigen, da geschah es: Die Krone machte sich selbständig auf den Weg zu den Menschen dieser Erde. Und was viele nicht glauben wollten oder konnten, wurde wahr: Diese Krone für alle veränderte das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt in einer Art und Weise, wie sich das die Menschen zu Beginn des Jahres 2020 nicht in ihren kühnsten oder wirrsten Träumen hätten vorstellen können, auch wir am tsc nicht.

Englands Abdockmanöver von Europa

Auf der europäischen Insel der Briten, Sachsen, Angeln und anderen keltischen und germanischen Stämmen wurde es den Menschen zu viel. Sie zogen sich definitiv von Europa zurück. Die Sterne Europas verblassten über der Insel, doch die Krone aus dem fernen Morgenland fand den Weg auch zu ihnen. Seit dem 31. Januar ist England wieder eine Insel. Das Abdockmanöver vom Festland dauert aber noch an bis zum heutigen Tag.

180 Jahre tsc

Im Herzen Europas und eigentlich auch im Herzen der Schweiz, hoch über der Stadt Basel, feierte in diesem Jahr eine interkulturelle Gruppe von Studentinnen, Studenten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das 180. Wiegenfest der Pilgermission St. Chrischona, dem heutigen Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).

Auch uns erreichte die Kunde der Krone für alle: Wir fingen an die Hände zu waschen und den Mund zu bedecken, Distanz zu wahren und Türklinken zu meiden, ins Homeoffice zu gehen und die digitale Welt zu nutzen wie nie zuvor, denn diese Krone wollten wir nicht auf dem Berg der Heiligen (ich meine natürlich: der Heiligen St. Chrischona). Doch sie kam, wie sie zu allen kam; glücklicherweise ohne grossen Schaden anzurichten.

180 Jahre tsc haben wir trotzdem gefeiert – wenigstens ein bisschen – mit wunderschönen digitalen Liedern von unserem Chor, mit einer Broschüre, die alle lesen sollten, und mit vielen kleineren Dingen erinnerten wir uns immer wieder an dieses Wiegenfest: 180 Jahre sind wir schon unterwegs und das ist ein Grund zur Dankbarkeit. Wir fühlen uns gekrönt mit viel Gnade und Barmherzigkeit (und nicht mit «made in China»).

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser ist stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).

«Wir können Corona!»

Leider zwang uns dieses ausserordentliche Jahr mit seinem in der Geschichte so noch nie da gewesenen Lockdown nach dem 16. März (inkl. Grenzschliessungen) schon auch zu massiven Einschränkungen: Der Unterricht konnte nicht mehr im Lehrsaal, sondern nur noch über das Internet durchgeführt werden. Gäste blieben aus, Konferenzen wurden abgesagt oder online durchgeführt. Das tsc-Standteam musste sich neu erfinden und viele Feste blieben ungefeiert.

Doch wurden auch viele neue Wege entdeckt und kreative Ideen entwickelt. Konnten wir die Schnuppertage im März gerade noch vor Ort durchführen, mussten wir danach umstellen auf Schnupper-Webinare für am Studium Interessierte. Formate, wie die Videoserie «tsc aktuell» mit Infos an alle Freunde des tsc, Videobotschaften und Gottesdienste gingen erstmals online. Die einmalige Aktion der Studentinnen und Studenten, an alle tsc-Freunde über 80 Jahre eine Karte zu schreiben, wurde umgesetzt; auch Gebetsvormittage und andere Anlässe wurden trotzdem in anderen Formen durchgeführt. Die Liste ist nicht vollständig, aber doch schon eindrücklich lang. Wir können Corona!

Und mitten im Coronajahr liessen wir es uns nicht nehmen, auf dem Chrischona Campus den Begegnungsort «Relaunch» einzuweihen und – damit beide ehemaligen Speisesäle im Brüderhaus so richtig gut aussehen – vor wenigen Tagen ganz still unser neues Coffeehouse «Foodnote» zu eröffnen, in dem es wirklich, aber nun wirklich guten Kaffee gibt.

«Der Unterricht konnte nicht mehr im Lehrsaal, sondern nur noch über das Internet durchgeführt werden. Gäste blieben aus, Konferenzen wurden abgesagt oder online durchgeführt. Das tsc-Standteam musste sich neu erfinden und viele Feste blieben ungefeiert.»

Abenteuer Online-Unterricht

Das muss hier nun einfach gesagt werden: So viele haben sich, angetrieben durch die Nachrichten aus dem fernen Morgenland und der neuen Situation mit dieser Krone, so richtig ins Zeug gelegt: Abläufe wurden neu durchdacht und weiterentwickelt, Dozentinnen und Dozenten geschult, damit sie mit der neuen Situation zurechtkommen. Wieder andere sind eingesprungen und haben Dinge gemacht, die sie zuvor noch nie gemacht haben oder haben sich als Ersatz angeboten, wo es Ausfälle gab. Ja, viele haben einfach die Ärmel hochgekrempelt und sich investiert und angepackt. Danke für all diese Zusatzinvestitionen in Krisenstäben, Schulungen, neuen digitalen Formaten und neuen Lehr- und Lernmethoden, etc.

Danke euch allen, liebe Studentinnen und Studenten, geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe alle, die ihr euch auf das Abenteuer Online-Unterricht einfach eingelassen habt. Danke.

Freude über kurze Rückkehr zur Normalität

Dankbar sind wir, dass trotz allem, die gesamte Abschlussklasse abschliessen durfte am Ende des vergangenen Studienjahres und wir am tsc zu Beginn des neuen Studienjahres eine grossartige Truppe von 33 neuen Studentinnen und Studenten und 27 Gasthörerinnen und Gasthörern begrüssen durften.

Wir freuten uns im September, dass der Studienbetrieb wieder so richtig – und zwar normal – los ging mit all den vielen jungen motivierten Menschen. Sogar die Seminarreise nach Rust und Freiburg konnten wir noch durchführen. Ja, lange sah es recht gut aus und wir freuten uns an einem etwas anderen, aber doch normaleren «Normal».

Corona kam zurück

Und dann kam Corona zurück. Die tsc-Netzwerk-Konferenz war glücklicherweise schon länger auf Online-Tagung getrimmt und wurde so auch mit Erfolg durchgeführt. In der Woche danach wurde alles wieder anders, Corona kam mit solcher Wucht zurück, dass es uns erneut in die digitale Welt zwang.

Wir freuen uns auf das Jahr 2021, wenn die Dinge hoffentlich «normaler» funktionieren, respektive das neue Normal, uns dann auch wieder geläufig und selbstverständlich wird.

«So viele haben sich so richtig ins Zeug gelegt: Abläufe wurden neu durchdacht und weiterentwickelt, Dozentinnen und Dozenten geschult, damit sie mit der neuen Situation zurechtkommen. Danke an alle, die ihr euch auf das Abenteuer Online-Unterricht einfach eingelassen habt.»

Mehr Grund zur Hoffnung als zur Resignation

Aber noch stehen festliche Tage bevor. Auf unseren Tischen sehen wir täglich den Adventskranz, dieser Kranz zeigt an: Wir warten auf den König, der mit Recht die Krone trägt und jedem die Krone des Lebens anbietet, der den Menschen auf Erden Frieden bringt und festliche Freude.

Dieser König und seine Krone machen nicht Angst, sondern froh. Wer von ihm gekrönt ist, hat immer mehr Grund zur Hoffnung als zur Resignation, denn er krönt uns mit seiner vergebenden Liebe und seiner unverdienten Zuwendung und für immer und ewig mit der Krone des ewigen Lebens.

Daher getrost und zuversichtlich: Fröhliche Weihnachten 2020, ja: Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Und bleibt gesund.

«Wer vom König Jesus gekrönt ist, hat immer mehr Grund zur Hoffnung als zur Resignation, denn er krönt uns mit seiner vergebenden Liebe und seiner unverdienten Zuwendung und für immer und ewig mit der Krone des ewigen Lebens.»

Claudius Buser hat diesen Jahresrückblick im Semesterabschlussgottesdienst am 16.12.2020 vorgetragen. Der Gottesdienst fand wegen der Corona-Massnahmen online statt.

Vorstand des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes mit tsc-Vertretern (1500x500px)

Gnadauer auf Chrischona

Foto: Der Gnadauer Vorstand trifft sich vor der Mitgliederversammlung mit Vertreterinnen und Vertretern des tsc.

Mitgliederversammlung 2019 des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes

Gnadauer auf Chrischona

Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) war vom 12. bis 14. September 2019 Gastgeber der Mitgliederversammlung des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Die rund 80 Delegierten erlebten drei intensive Tage und lernten nebenbei das tsc besser kennen.

Gnadau und tsc sind eng verbunden

Lange ist es her, dass der hauptsächlich aus deutschen Werken und Gemeinschaftsverbänden bestehende Gnadauer Gemeinschaftsverband auf St. Chrischona in der Schweiz tagte. Vor der diesjährigen Mitgliederversammlung war dies zuletzt 1995 der Fall.

Das Theologische Seminar St. Chrischona ist mit der Gemeinschaftsbewegung aber eng verbunden. Rund ein Dutzend Delegierter der Gnadauer Mitgliederversammlung haben selbst am tsc studiert. Im langfristigen Trend stammen rund 50 Prozent aller tsc-Studenten aus Deutschland, viele davon aus Gemeinden des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Zudem ist das tsc Gründungsmitglied im neuen Gnadauer Bündnis für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Verband. Und René Winkler, Leiter Weiterbildung am tsc, ist Mitglied im Gnadauer Vorstand. Im März 2019 hat das tsc mit rund 80 Teilnehmern beim Upgrade-Kongress des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes in Willingen teilgenommen und mitgearbeitet.

Die Generation Lobpreis in der Gemeinschaftsbewegung

Den Upgrade-Kongress auszuwerten war auch ein wichtiger Tagesordnungspunkt der Gnadauer Mitgliederversammlung auf St. Chrischona. Ausserdem war Thema, wie die Generation Lobpreis besser in die Gemeinschaftsbewegung eingebunden werden kann. Dazu waren unter anderem Tobias Faix (Professor für Praktische Theologie und Autor) und Andreas Boppart (Leiter Campus für Christus in Deutschland, Österreich, Schweiz) als Gastreferenten eingeladen.

Um die Generation Lobpreis theologisch und musikalisch gut auszubilden, bietet das Theologische Seminar St. Chrischona seit 2016 den Bachelorstudiengang Theologie & Musik an. Vier Sänger und Liederschreiber aus diesem Studiengang gaben am Abend des zweiten Sitzungstages ein Konzert für die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung. Dabei präsentierte Carolin Feuchtmeyer mit einer Band auch ihr selbst geschriebenes Lied «You know», das im Rahmen der Eben-Ezer-Sessions auf Video aufgenommen worden ist.

«Ganz grosses Gnadauer Kino!»

Eine Mehrheit der Gnadauer Delegierten besuchte den Chrischona-Campus während der Mitgliederversammlung zum ersten Mal. Viele zeigten sich beeindruckt von der Grösse, Ruhe und Spiritualität des Campus. Auch die Bibelarbeiten, welche die tsc-Dozenten Susanne Hagen, Andreas Loos und Debora Sommer am Morgen der Sitzungstage hielten, stiessen auf Resonanz. In einem Dankwort an das tsc erklärte Präses Michael Diener: «Wir erlebten einen schönen, grossen Tagungsraum, tolle Dozenten und eine einmalige musikalische Begleitung – das war ganz grosses Gnadauer Kino. Vielen Dank dafür!»

Gnadauer auf Chrischona: Präses Michael Diener
Gnadauer-Präses Michael Diener bedankt sich beim Theologischen Seminar St. Chrischona herzlich für die Gastfreundschaft: «Wir erlebten einen schönen, grossen Tagungsraum, tolle Dozenten und eine einmalige musikalische Begleitung – das war ganz grosses Gnadauer Kino.»
Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsst die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung auf dem Chrischona-Campus.
Dr. Benedikt Walker, der Rektor des tsc, begrüsst die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung auf dem Chrischona-Campus.
Die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung geniessen die Ruhe und das spätsommerliche Wetter auf dem Chrischona-Campus.
Die Delegierten der Gnadauer Mitgliederversammlung geniessen die Ruhe und das spätsommerliche Wetter auf dem Chrischona-Campus.
Gnadauer auf Chrischona: Song Gabriel Portner
tsc-Student Gabriel Portner spielt vor den Gnadauer Delegierten sein selbst geschriebenes Lied «Königskind und Löwenherz».