Neue tsc-Dozierende 2022: Dr. Michael Widmer, Kristina Imwalle, Paul Bruderer

Drei neue Dozierende für das tsc

tsc-Dozierende

Drei neue Dozierende für das tsc

Dr. Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer unterrichten künftig am Theologischen Seminar St. Chrischona

Das Theologische Seminar St. Chrischona hat drei neue Dozierende berufen: Dr. Michael Widmer unterrichtet künftig Bibelwissenschaften, Kristina Imwalle wird die neue Dozentin für Praktische Theologie und Paul Bruderer der neue Dozent für Dogmatik.

tsc erhielt 60 Bewerbungen

Anfang Dezember 2021 hatte das tsc drei Dozentenstellen ausgeschrieben, um Abgänge zum Ende des Studienjahres 2021/22 zu ersetzen. Daraufhin sind 60 Bewerbungen beim tsc eingangen. «Sowohl quantitativ als auch qualitativ waren diese vielen Bewerbungen überraschend», freut sich Rektor Dr. Benedikt Walker. Die Findungskommission aus allen hauptamtlichen Dozierenden des tsc und zwei studentischen Vertretern entschied sich am Ende des Bewerbungsprozesses und nach Probeunterricht für Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer.

Benedikt Walker ist sehr zufrieden mit den Neubesetzungen: «Mit Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer hat das tsc drei neue Dozierende berufen, die unser Dozentenkollegium sehr gut ergänzen und unsere Kommunikative Theologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Sie werden unsere Ausrichtung in der theologischen Mitte stärken und die tsc-Community bereichern.»

«Mit Michael Widmer, Kristina Imwalle und Paul Bruderer hat das tsc drei neue Dozierende berufen, die unser Dozentenkollegium sehr gut ergänzen und unsere Kommunikative Theologie in den nächsten Jahren weiterentwickeln werden. Sie werden unsere Ausrichtung in der theologischen Mitte stärken und die tsc-Community bereichern.»

Dr. Benedikt Walker,
Rektor tsc

Dr. Michael Widmer – Bibelwissenschaftler mit interkulturellem Hintergrund

Michael Widmer (51) ist erfahrener Dozent und Bibelwissenschaftler mit interkulturellem Hintergrund und grosser Praxiskompetenz. Diese hat er sich durch seinen langjährigen Dienst als OMF-Missionar in Japan erworben. Am dortigen Hokkaido Bible Institute unterrichtet er seit 2007 Altes Testament, Biblische Theologie und Spiritualität. «Es ist mir ein grosses Anliegen, Nachwuchs auszubilden für Gemeinden und Mission, der in der Bibel verwurzelt, aber auch am Puls der Zeit, kommunikativ und reflektiert ist», erklärt Michael Widmer. Seine theologische Ausbildung hat er Ende der 1990er Jahre an der London School of Theology absolviert. Anschliessend promovierte er an der University of Durham über Mose, Gott und die Dynamik des Fürbittegebets. Michael Widmer kennt das tsc gut. Er gesteht: «Seit vielen Jahren begleitet mich der stille Traum, einmal am tsc Altes Testament unterrichten zu können.»

Dr. Michael Widmer unterrichtet ab dem Studienjahr 2022/23 Bibelwissenschaften am tsc.

Dr. Michael Widmer

«Seit vielen Jahren begleitet mich der stille Traum, einmal am tsc Altes Testament unterrichten zu können.»

Dr. Michael Widmer,
tsc-Dozent für Bibelwissenschaften

Kristina Imwalle – junge, kommunikativ starke, praktische Theologin

Mit der Berufung der 34-jährigen Kristina Imwalle investiert das Theologische Seminar St. Chrischona in die nächste Generation von Theologinnen und Theologen. Sie stammt aus Deutschland und promoviert neben ihrer künftigen Dozententätigkeit weiterhin als Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Praktischen Theologie zum Thema Bibliolog. 2018 hat sie ihr Studium zur Diplom-Theologin mit der Note sehr gut an der Universität Kiel abgeschlossen. Als ihr Herzensanliegen nennt Kristina Imwalle, «den Glauben so zu kommunizieren, dass er ankommt». Dies gelingt ihr beispielsweise in Radioandachten für den Norddeutschen Rundfunk. Mit der Kommunikativen Theologie des tsc kann sie sich gut identifizieren und freut sich darauf, sie gemeinsam mit den anderen Dozierenden weiterzuentwickeln.

Kristina Imwalle ist ab dem Studienjahr 2022/23 als tsc-Dozentin für Praktische Theologie tätig.

Kristina Imwalle

«Den Glauben so zu kommunizieren, dass er ankommt, ist mein Herzensanliegen.»

Kristina Imwalle,
tsc-Dozentin für Praktische Theologie

Paul Bruderer – pointierter Apologet und erfahrener Pastor

Der dritte neue tsc-Dozent ist Paul Bruderer (49). Er unterrichtet künftig Dogmatik neben seiner Haupttätigkeit als leitender Pastor der Chrischona Frauenfeld. Bekannt geworden ist Paul Bruderer in den letzten Jahren durch seinen Blog DanielOption.ch, auf dem er pointiert, tiefschürfend und häufig apologetisch zu Fragen der Ethik und Dogmatik Stellung bezieht. Er tut dies, weil er eine «Veränderung der theologischen Grosswetterlage» feststellt und die heutigen Christen in ihrem Glauben stärken will. «Den tsc-Studierenden möchte ich eine gesunde evangelikal-theologische Mitte verständlich vermitteln, die sich jenseits von weltfremdem Fundamentalismus und kompromittiertem Liberalismus positioniert», erklärt Paul Bruderer.

Die neuen ersetzen die abgehenden Dozierenden nicht eins zu eins. Die detaillierte Modulverteilung für das Studienjahr 2022/23 erfolgt bis zum Ende des Studienjahres 2021/22. Einzelne Module von abgehenden Dozierenden werden auch von bisherigen Dozierenden übernommen.

Paul Bruderer unterrichtet ab dem Studienjahr 2022/23 Dogmatik am tsc.

Paul Bruderer

«Den tsc-Studierenden möchte ich eine gesunde evangelikal-theologische Mitte verständlich vermitteln, die sich jenseits von weltfremdem Fundamentalismus und kompromittiertem Liberalismus positioniert»

Paul Bruderer,
tsc-Dozent für Dogmatik

Über das Theologische Seminar St. Chrischona:

  • Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) ist eine nicht staatliche, evangelisch geprägte Ausbildungsinstitution, die vornehmlich durch Spenden und Studiengebühren getragen wird.
  • Das tsc legt besonderen Wert auf die Kommunikative Theologie und die tsc-Community mit aktuell rund 130 Studierenden. Auf dem Chrischona Berg werden seit 1840 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende für evangelische Gemeinden (Landes- und Freikirchen) beziehungsweise für interkulturelle, pädagogische und musikalische Aufgaben ausgebildet.
  • Die Bachelor-Studiengänge am tsc sind von der Middlesex University London validiert.
Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.

Die «Flugschule» tsc ist wieder gestartet

tsc-Semestereröffnung Frühlingssemester 2022

Die «Flugschule» tsc ist wieder gestartet

Mit einem Gottesdienst im Freien startete die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Februar ins Frühlingssemester 2022. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Für die Studierenden der Abschlussklasse war es ein besonderer Freudentag.

tsc ist Nest und Flugschule zugleich

Claudius Buser, stellvertretender Rektor des tsc, stellte das Frühlingssemester unter den Zuspruch des Psalm 91. Dort heisst es im Vers 4 über Gott: «Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.» Claudius Buser verglich das tsc mit einem Nest und einer Flugschule für die Studierenden. In der geschützten Umgebung der tsc-Community können sie Fehler machen und das Fliegen lernen.

Freudentag der Abschlussklasse zum Start ins finale Semester

Die Stimmung unter den Studierenden ist zum Start des neuen Semesters gut. Viele freuten sich über das Wiedersehen mit der Studiengemeinschaft. Ganz besonders freuten sie sich mit den Studentinnen und Studenten der Abschlussklasse, die am Morgen des ersten Semestertags ihre Bachelorarbeit abgegeben haben. Damit endete für sie eine intensive Zeit des Recherchierens, Lesens, Zusammenstellens und Schreibens. Die Abgabe der Bachelorarbeit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss des Bachelorstudiums. Vor der Abschlussklasse liegt jetzt das finale Semester mit den letzten Prüfungen und den letzten Ausarbeitungen. Beim tsc-Jahresfest am 26. Juni wird das tsc sie aussenden.

Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.
Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.

Vier neue Gastdozierende am tsc

Der Start des Frühlingssemesters markiert für vier neue Gastdozierende den Beginn ihres Dienstes am tsc. Einer von ihnen ist Dr. Daniel Ritter, der nach der Pensionierung von Martin Gerber, das Modul «Einführung Neues Testament» im Präsenzstudium übernommen hat. Daniel ist reformierter Pfarrer und frisch gebackener Doktor der Theologie. Er promovierte 2021 an der Universität Bern. Neue Gastdozentin im Modul «Interkulturelle Pädagogik» ist Andrea Baumgartner, die ausgebildete Lehrerin ist und über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten verfügt. Neu als E-Dozenten im Fernstudium sind Dr. Zachary Fischer und Markus Obländer. Der promovierte Theologe Zachary Fischer unterrichtet am tsc die Online-Kurse «Kommunikation des Evangeliums» und «Theologie & Praxis des Gottesdienstes». Der Pastor und tsc-Absolvent Markus Obländer unterrichtet den Online-Kurs «Homiletik». Er betreibt auch einen eigenen Youtube-Kanal zu Glaubensthemen.

Hoffnung auf Corona-Lockerungen

Nur im Freien war es aufgrund der Corona-Massnahmen möglich, als grössere Gruppe gemeinsam und ohne Maskenpflicht Lobpreislieder zu singen. Hoffentlich war es einer der letzten Anlässe am tsc, die wegen Corona umgeplant werden mussten. Denn in der Schweiz mehren sich Anfang Februar 2022 die Anzeichen für Lockerungen. So ist auch am tsc die Hoffnung gross, dass gemeinsame Gottesdienste ohne Zertifikatspflicht in Innenräumen oder gemeinsame Mittagessen bald wieder möglich sein werden.

Stabwechsel im Modul Einführung Neues Testament: Martin Gerber (links) übergibt an Dr. Daniel Ritter.
Stabwechsel im Modul Einführung Neues Testament: Martin Gerber (links) übergibt an Dr. Daniel Ritter.

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.
  • Wünscht du dir eine persönliche Studienberatung? Oder hast du konkrete Fragen zum tsc-Studienangebot? Dann kontaktiere bitte unseren Studienberater René Wälty.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren kostenlosen Schnuppertagen. Der nächste Termin: 21.–22.10.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 27.09.2022, 18–19.30 Uhr.
Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.

Jean-Georges Gantenbein und die Interkulturelle Theologie

tsc-Dozierende

«Ich will die Studierenden begeistern für das Reich Gottes!»

5 Fragen an Dr. Jean-Georges Gantenbein, tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Der engagierte Dozent hat langjährige Erfahrung mit der Gemeindearbeit in Frankreich. Eines seiner Herzensthemen ist die Kontextualisierung des Evangeliums. Im Gespräch mit dem tsc verrät er mehr darüber und über seine Motivation für den Dienst als tsc-Dozent.

tsc: Jean-Georges, was ist dein Lieblingsort auf Chrischona?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kirche, der Ursprungsort der Chrischona-Bewegung. Sie erinnert mich an den einfachen Start vor 181 Jahren. So ist es auch im Glaubensleben: Es beginnt mit fast nichts, aber dank Jesu Verheissung kann Grosses werden.

tsc: Was unterrichtest du in Interkultureller Theologie?

Jean-Georges Gantenbein: Früher hiess es Missionswissenschaft. Wie können wir Jesu Auftrag erfüllen, das Evangelium allen Völkern und Nationen weiterzugeben? Das Fach behandelt praktische, historische und kulturelle Aspekte. Für uns Europäer ist der kulturelle Aspekt gerade aktuell, denn «fremde Kulturen» kommen mehr und mehr zu uns – und wir müssen lernen, wie wir ihnen das Evangelium weitergeben können.

Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.
Dr. Jean-Georges Gantenbein unterrichtet Interkulturelle Theologie am tsc.

Traditionsabbruch des Christentums in Europa

tsc: Die Kontextualisierung des Evangeliums in Europa ist ein wichtiges Thema von dir. Deine Doktorarbeit handelt davon. Was ist damit gemeint?

Jean-Georges Gantenbein: Die Kontextualisierung ist eine Methode der Missionswissenschaft, bekannt seit den 1970ern. Angewandt wurde sie überall auf der Welt, nur nicht bei uns im Westen. Damals betraf Mission die Welt ausserhalb des christlichen Abendlandes. Das gilt heute nicht mehr. Wir müssen mit einem Traditionsabbruch des Christentums in Europa rechnen. Wir erleben tagtäglich, wie die jüdisch-christlichen Werte an Bedeutung verlieren. Es geht also darum, wie wir das Evangelium in einer postmodernen und nachchristlichen Zeit neu kommunizieren können. Denn viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.

Warum die Welt Jesus braucht

tsc: Wofür brennt dein Herz als Dozent am tsc?

Jean-Georges Gantenbein: Mir geht es immer auch darum, die Studentinnen und Studenten auf das vorzubereiten, was nach dem Studium kommt. Ich will sie begeistern für das Reich Gottes!

tsc: Wenn dir die Welt für ein paar Sekunden zuhören würde, was würdest du ihr sagen?

Jean-Georges Gantenbein: In der Welt hat es heute wenig Hoffnung für die Zukunft. Deshalb braucht die Welt das Alleinstellungsmerkmal des Christentums: die Hoffnung in Jesus Christus.

«Viele Menschen um uns herum verstehen unsere Sprache und unsere christlichen Traditionen nicht mehr. Um diese Menschen heute mit dem Evangelium zu erreichen, brauchen wir auch eine neue Sprache und neue theologische Ressourcen, die wir natürlich in der Bibel suchen und finden.»

Dr. Jean-Georges Gantenbein, tsc-Dozent für Interkulturelle Theologie

«Can the West Be Converted?» Dr. Gantenbeins Doktorarbeit ist 2021 auf Englisch erschienen.
«Can the West Be Converted?» Dr. Gantenbeins Doktorarbeit ist 2021 auf Englisch erschienen.