tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 «Entfesselte Gemeinde» als Online-Konferenz (1500x500px)

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

Viel Offenheit für Neues bei der tsc-Netzwerk-Konferenz zum Thema: «Entfesselte Gemeinde»

Die Corona-Krise hat Menschen, Gemeinden und Hauptamtliche verunsichert. Wie lassen sich in dieser Zeit zukunftsfähige Gemeinden bauen? Mut machende Ansätze hörten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 7. November 2020 bei der Online-Konferenz des Netzwerks des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Sie endete mit einem leidenschaftlichen Plädoyer dafür, die Menschen zu lieben und ihnen das Evangelium zu kommunizieren.

Gemeinden sollten Kultur des Einladens fördern

Dieses Plädoyer hielt Steffen Beck, der leitende Pastor vom ICF Karlsruhe. Die Gemeinden bezeichnete er als «Rettungsunternehmen», die sich in der Krise nicht zurückziehen dürften. Sie sollten stattdessen kreativ werden, Hindernisse überwinden und den christlichen Auftrag über alles andere stellen. Es sei eine Frage der Herzenshaltung, ob Menschen zur Gemeinde kommen. Steffen Beck schlug vor, eine Kultur des Einladens zu fördern: «Es gibt nur einen Grund, warum kirchendistanzierte Menschen in die Kirche kommen: weil sie eingeladen wurden.»

«Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension»

Die Offenheit für Neues war ein Tenor, der sich durch die Konferenz zog. Zu Beginn berichtete die Hamburger Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz von neuen Sehnsüchten, die im Zeitgeist entstehen. Beispielsweise denken Menschen in Corona-Zeiten anders über sich selbst nach und fragen sich, was sie der Welt zu geben haben. Kirstine Fratz erklärte ausserdem, dass ihre Sicht auf den Zeitgeist sich durch die Zusammenarbeit mit dem tsc-Dozenten Andreas Loos erweitert hat. Sie sagte: «Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension. Er will nicht zerstören, sondern liebt das Leben. Wie es auch der Heilige Geist tut.»

Bildung als Schlüssel für die Kirche von morgen

Konstruktiv-kritisch nahmen Walter und Oliver Dürr diesen Faden auf. Klar sei, dass die Corona-Krise die Kirchen verändern werde und die Zeit der «Betreuungsgemeinden» zu Ende gehe. Die Theologen und Gemeindeleiter wünschen sich eine neue Reformation und sehen Bildung als den Schlüsselfaktor dafür. «Bildung ist ein Schlüssel für die lebendige Kirche von morgen, die Salz und Licht sein will», erklärten sie.

Der Rektor des Theologischen Seminars St. Chrischona, Benedikt Walker, freute sich darüber. Im Online-Chat mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern formulierte er es so: «Die Kirche 2040 braucht die Ausbildung 2020. Und wir als tsc brauchen dafür den Schulterschluss mit den Partnern aus Gemeinde und Mission.»

Online-Konferenz – leichter zugänglich, weniger heimelig

Neben den hoffnungsvollen Inhalten gab vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits die Tatsache Hoffnung, dass die Konferenz überhaupt stattfand. Beat Ungricht, der Leiter der tsc-Netzwerk-Konferenz, sagte: «Darüber waren wir uns im Team immer einig: Wir werden die Konferenz durchführen – gleich unter welchen Bedingungen.» Schliesslich wurde es eine Online-Tageskonferenz. Dieses Format punktete mit weltweiter Zugänglichkeit vom eigenen Zuhause, lies aber die Heimeligkeit früherer Konferenzen nicht zu. Andreas Loos drückte es so aus: «Die Digitalität kann mehr als wir ahnen, trotzdem habe ich euch alle vermisst.»

Die Videomitschnitte der tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 sind auf der Konferenz-Internetseite eingebettet. Sie sind nicht frei zugänglich und deshalb mit einem Passwort geschützt, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern per E-Mail mitgeteilt wurde.

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Walter und Oliver Dürr
Walter Dürr vom Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft sieht Bildung als einen Schlüsselfaktor für die Kirche von morgen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Talk zwischen Kirstine Fratz, Steffen Beck und Christian Haslebacher
Steffen Beck (oben links) im Gespräch mit Kirstine Fratz und Christian Haslebacher. Auf dem vierten Screen sind Lernpunkte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu lesen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Claudius Buser und Andreas Loos
Die tsc-Dozenten Claudius Buser und Andreas Loos (von links) wirkten aktiv mit am Programm der tsc-Netzwerk-Konferenz.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Übertragung in der Chrischona Schöftland-Rued
Die tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 wurde auch in Gemeinden live übertragen, zum Beispiel in die Chrischona-Gemeinde Schöftland-Rued.

Zahlen zur tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

  • 262 Anmeldungen von Einzelpersonen
  • 7 Schweizer Chrischona-Gemeinden waren als Übertragungsorte live dabei. Dort schauten jeweils 5 bis 15 Personen zu.

Was ist das tsc-Netzwerk?

Das Netzwerk des Theologischen Seminars St. Chrischona wurde 2018 nach Ende des internationalen Chrischona-Verbandes gegründet. Mittlerweile ist es auf 67 Partner angewachsen, darunter Gemeindeverbände, Jugend- und Missionswerke sowie 55 lokale Gemeinden aus der Schweiz und aus Deutschland.

tsc-Jubiläumstreffen 2020: Interview mit Thomas Hohnecker (1500x500px)

Jubilare inspirieren Studierende

tsc-Jubiläumstreffen 2020

Jubilare inspirieren Studierende

Wer am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert hat und 10, 20, 30, 40, 50 oder 60 Jahre im Dienst stand, hat viel zu erzählen. So prägten eindrückliche Lebensberichte und starke Zeugnisse über das Wirken Gottes das Jubiläumstreffen am 13. und 14. Oktober 2020 auf dem Chrischona Campus. Rund 130 Jubilarinnen und Jubilare waren der Einladung des tsc gefolgt.

«Eure Geschichten haben mich inspiriert. Ich wünsche mir, dass ich in 30 Jahren auch hier stehen kann und solche Geschichten erzählen kann», sagte tsc-Studentin Ladina Wettstein beim gemeinsamen Gottesdienst. Sie trug einen theologischen und persönlichen Impuls zum Thema Gemeinschaft vor. Zum gleichen Thema gab auch Jubilar Paul Stricker seine Gedanken weiter. Ein schöner Moment, der zeigte, dass sich die Generationen am tsc gegenseitig inspirieren können.

Zeugen der 180-jährigen tsc-Geschichte

Rektor Dr. Benedikt Walker verwies in seiner Begrüssung der Jubilarinnen und Jubilare auf die 180-jährige Geschichte des Theologischen Seminars St. Chrischona. Sie seien «Zeugen einer Geschichte, die sich auszeichnet durch die grosse Leidenschaft für Jesus, für die Bibel und für Menschen.»

Was das konkret für die Jubilarinnen und Jubilare bedeutet, erzählten sie in kurzen Interviews mit René Winkler, dem Leiter Weiterbildung des tsc. Darunter war Thomas Hohnecker, der 1980 von St. Chrischona ausgesendet wurde und als Prediger und Inspektor tätig war, zuletzt im Verband der Gemeinschaften in der Ev. Kirche in Schleswig-Holstein. Er berichtete, wie das tsc in ihn investiert hat: «Im zweiten Jahr des Studiums hatte ich einen Tiefpunkt, an dem ich zwei gewaltige Hilfen erfahren habe. Das eine war die Seelsorge bei Paul Breymaier (tsc-Dozent von 1974 bis 1999). Das andere das Lied: ‹Die Handschrift ist zerrissen›. Das ist mein Rettungslied bis heute.»

Warum hat Gott mich so geführt?

Eine nachdenkliche Note erhielt das Jubiläumstreffen, weil René Winkler die Jubilarinnen und Jubilare jeweils bat, eine Frage zu nennen, die sie an Gott haben. Mehrfach war die Berufung ein Thema: Warum hat Gott mich berufen? Warum hat er mich so geführt? Ausserdem gab es Fragen zum Gemeindebau: Wie baut Gott Gemeinde mit Menschen voller Fehler? Und theologische Fragen: Warum schweigt Gott manchmal? Warum macht er es den Menschen nicht leichter?

tsc-Alumni sind weltweit kompatibel

Das Jubiläumstreffen zeigte auch, in wie vielen verschiedenen Bereichen und Ländern Absolventinnen und Absolventen des tsc tätig sind: vom Missionseinsatz in Thailand oder Südamerika über Gemeindearbeit in der Schweiz, Deutschland bzw. im südlichen Afrika bis hin zum Dienst in christlichen Bildungsinstitutionen, Werken und Verbänden. Das Geheimnis dahinter brachte tsc-Dozent Dr. Horst Schaffenberger auf den Punkt: «Wir leben eine theologische Bandbreite, die zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen und Sichtweisen funktioniert. Deshalb sind unsere Absolventinnen und Absolventen weltweit kompatibel.»

Das Jubiläumstreffen konnte unter Einhaltung eines Corona-Schutzkonzepts durchgeführt werden. Es sah mehrere Sektoren vor, die sich in den Innenräumen nicht vermischen durften. Trotzdem kamen viele Jubilarinnen und Jubilare gerne, weil die Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Klassenkameraden und der Ausbildungsstätte überwog.

tsc-Jubiläumstreffen 2020: Ladina Wettstein und Paul Stricker
tsc-Studentin Ladina Wettstein und tsc-Jubilar Paul Stricker teilten ihre Gedanken zu Gemeinschaft mit.
tsc-Jubiläumstreffen 2020: Abschlussklasse von 1970 vor dem Brüderhaus
50 Jahre nach ihrer Aussendung versammelt sich die Abschlussklasse von 1970 erneut zum Gruppenfoto vor dem Brüderhaus.
tsc-Jubiläumstreffen 2020: Abschlussklasse von 1960
Paul Voegeli, Lieselotte Fehlmann und Traugott Stäheli (von links) wurden 1960 – vor 60 Jahren – ausgesendet von St. Chrischona.
Jugendkultur und theologische Bildung am tsc (1500x500px)

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Grundsätze des tsc

Jugendkultur und theologische Bildung am tsc

Autor: Dr. Benedikt Walker

Wie tickt die «Generation Worship», aus der die Studentinnen und Studenten von heute stammen? Und wie beeinflusst das die Art, wie am Theologischen Seminar St. Chrischona studiert, gelehrt und gelebt wird? Anlässlich der Mitgliederversammlung des Gnadauer Gemeinschaftsverbands im Februar 2020 hat Rektor Dr. Benedikt Walker über Grundsätze und Überzeugungen am tsc gesprochen.

Theologische Bildung ist auch Persönlichkeitsentwicklung

Am Theologischen Seminar St. Chrischona ist theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung. Sie ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. Theologische Bildung am tsc erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Sie hört zu und will verstehen. Sie muss bereit sein, Erkenntnisse zu hinterfragen und im Leben zu reflektieren. Weil theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung ist, sind Dozentinnen und Dozenten Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder.

Die Studiengemeinschaft – die tsc-Community – ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Am Theologischen Seminar St. Chrischona verstehen wir uns als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier pflegen wir ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen. Wir geben Sicherheit mit Regeln und lassen Flexibilität zu. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlichen emotionalen Reife.

Warum wir theologische Bildung so betreiben und die Studiengemeinschaft so leben, das möchte ich im Folgenden ausführlicher erklären.

Wie tickt die Generation Worship?

Die Studierenden von heute ticken anders als ich als Student vor dreissig Jahren. In der empirica Jugendstudie 2018 haben Tobias Faix und Tobias Künkler die «Generation Worship» untersucht. Darin beschreiben sie, wie die Jugend heute eine «Wertesynthese» betreibt. Sie bringen Werte zusammen, die für meine Generation (geboren 1968) zumeist nicht miteinander vereinbar sind:

  1. Die junge Generation kennt keine «Logik des Entweder-Oders». Für sie gilt «sowohl als auch» – yes, we can. Nein ist kein kategorisches Nein, sondern ein: «So geht es zwar nicht, aber es gibt ja noch andere Lösungen.»
  2. Der jungen Generation ist sowohl Leistung als auch Entschleunigung wichtig. Meine Generation würde sagen, das ist ein Widerspruch. Die Jungen sagen: Wir wollen beides, sowohl als auch. Denn sie kennen die Burn-out-Thematik der heutigen Zeit.
  3. Die junge Generation will Sicherheit und Flexibilität. Sie will klare Regeln, bei deren Auslebung allerdings volle Flexibilität. Ein aktuelles Beispiel: In der Coronakrise wollen die Studierenden genau wissen, was sie dürfen – und gleichzeitig wollen sie wissen, wie sie mit diesen Regeln flexibel umgehen können.
  4. Die junge Generation ist hyperindividualisiert, gleichzeitig sind soziale Beziehungen sehr wichtig. Enge soziale Beziehungen sind ihnen wichtig, aber die Individualisierung hat darin Platz. Zum Beispiel in den intensiven kommunikativen Beziehungsnetzen: Da kann man sich ein- und ausklinken, wie man möchte. Darum funktioniert Instagram so gut.

Das sind Ergebnisse einer Jugendstudie. Natürlich findet man auch Jugendliche, die anders ticken. Jedoch decken sich diese Punkte mit meiner Wahrnehmung von den Studentinnen und Studenten von heute.

Dr. Benedikt Walker

Vier persönliche Grundsätze von Benedikt Walker

  1. Die Studierenden sind mir von Gott anvertraut. Ich habe sie mir nicht ausgesucht.
  2. Die Studierenden sind erwachsen. Ich nehme sie als Erwachsene ernst.
  3. Ich lasse mich auf die Studierenden ein, will ihre Anliegen und Bedürfnisse verstehen, will wissen, wie sie ticken.
  4. Ich habe keinen Erziehungsauftrag. Ich möchte sie fördern, nicht erziehen. Das ist mir sehr wichtig.

So nehme ich die Studierenden von heute wahr:

Unsere Studierenden sind zunächst einmal sehr lernwillig. Lernwilliger als meine Studierendengeneration vor dreissig Jahren. Die Lehrmethode muss sich an die Lernwilligkeit der Studierenden anpassen. Sie sehnen sich nach Gemeinschaft. Auch in Zeiten von Corona und Versammlungsverbot suchen sie nach Formen, Gemeinschaft leben zu können.

Sie betonen den «liebenden Gott». Der zornige Gott ist ihnen fremd. Glaubensfragen erwachsen aus diesem Verständnis: Gott ist doch ein liebender Gott, warum handelt er dann so? Die Studierenden haben Sehnsucht nach Vorbildern. Sie nehmen uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Vorbilder wahr und haben entsprechend hohe Erwartungen an uns. Sie bevorzugen offene Kommunikationssysteme – in denen sie sich einfach ein- und ausklinken können. Sie wünschen sich Partizipation, möchten integriert werden, teilhaben, verlangen auch nach Rückmeldungen. Das ist für sie Ausdruck von Wertschätzung. Und schliesslich hat das Erleben bei den Studierenden von heute einen hohen Stellenwert (Beispiel: Erlebnisgottesdienste).

Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?
Wie tickt die Generation Worship? Und was bedeutet das für die theologische Ausbildung am tsc?

Was bedeutet das für die theologische Bildung?

Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona heisst das: Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung. So verstehen wir theologische Bildung am tsc:

  • Theologische Bildung erschliesst Welten und eröffnet neue Zugänge. Unsere Studierenden erweitern ihren Horizont, erlangen neue Erkenntnisse durch Reflexionen und neue Zugänge zu Themen.
  • Theologische Bildung ist ein Akt des Hörens. Ein Hören auf Gott und ein Hinhören auf die Mitmenschen. Ich höre zu und will verstehen. Dafür muss ich mich auf Gott und die Mitmenschen einlassen. Muss bereit sein zu hören und zu reflektieren. Einen anderen Sachverhalt, aber auch meine eigenen Erkenntnisse zu reflektieren und mich weiterzuentwickeln.
  • Theologische Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Auf der Suche, Gott zu verstehen, muss ich bereit sein, theologische Erkenntnisse zu hinterfragen. Sie auch im Leben zu reflektieren, nicht nur in der Theorie. Darum bin ich als Person herausgefordert, geistlich und emotional zu reifen.

Dozierende als Lernbegleiter

Dozentinnen und Dozenten sind Lernbegleiter, Förderer, Ermöglicher, Unterstützer, Ratgeber und Vorbilder. Hier kommt eine Erkenntnis aus der Erwachsenenbildung zur Geltung: Der Lernerfolg ist dann am grössten, wenn ich als Dozent meine Aufgabe als Lernbegleiter wahrnehme. Viele Dozentinnen und Dozenten sind natürlich auch ein wandelndes Lexikon – aber die Studierenden erwarten von ihnen darüber hinaus Authentizität, Glaubwürdigkeit, Partizipation und Feedback.

Community als Lernfeld

Die Community am tsc ist ein wichtiges Lernfeld für die theologische Bildung. Wir verstehen uns am tsc als eine Weg- und Lerngemeinschaft. Hier können sich die Studierenden engagieren und ausprobieren, erhalten Feedbacks von uns Lernbegleitern. Als Dozentinnen und Dozenten sind wir Teil der Community, das ist ausdrücklich erwünscht. Gemeinsam feiern wir die mittwöchlichen «Mittendrin»-Gottesdienste und gestalten Gebetsvormittage.

Wenn Studierende Fragen haben, kommen sie relativ unkompliziert mit uns Dozierenden ins Gespräch. Meine Tür steht immer offen. In monatlichen Klassensprechersitzungen sind wir nah an ihnen dran. Als Lernbegleiter will ich die Studierenden in ihrer Mündigkeit unterstützen.

Theologische Bildung ist mehr ist als Wissensvermittlung. Theologische Bildung ist zu einem grossen Teil Persönlichkeitsentwicklung.

Den Studierenden den Spiegel vorhalten

Das heisst auch: Den Studierenden den Spiegel vorhalten! Ich muss nicht alles gut finden, was ich an der Generation Worship heute beobachte. Als Lernbegleiter und Förderer ist es meine Aufgabe, die Studierenden auf Widersprüche oder Einseitigkeiten hinzuweisen, sie mit anderen Sichtweisen zu konfrontieren. Deshalb gehört es am tsc auch dazu, gerade nicht nur von Gott als dem liebenden Gott zu sprechen, sondern auch vom zornigen oder schweigenden Gott. Auch muss nicht unwidersprochen bleiben, dass für die junge Generation der «Worship» die Glaubensquelle Nr. 1 ist, und nicht etwa das Bibellesen oder die Predigt.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

4 Community-Grundsätze am tsc

  1. Wir pflegen ein Klima des Lernens, der Ermutigung und des Ausprobierens. Darin spiegelt sich unser Verständnis von theologischer Bildung. Die Studiengemeinschaft am tsc ist für die Studierenden wie ein geschützter Raum. Ein «Erprobungsraum», in dem man gemeinsam lernt, sich ermutigt und vieles ausprobieren kann. Fehler sind erlaubt. Wir geben einander Feedback und wollen uns verbessern. Und es ist wegen der Unterschiede von Schweizern und Deutschen ein hilfreiches kulturelles Lernfeld.
  2. Wir richten Begegnungsräume ein für (informelle) Begegnungen zwischen Studierenden, Dozierenden, Mitarbeitenden. Wenn Gemeinschaft, Begegnungen und Lernfelder wichtig sind, dann brauchen wir auch geeignete Begegnungsräume, die ein ungezwungenes Hereinkommen und Hinausgehen ermöglichen. Wo man sich über den Weg stolpert. Das lässt eine gewisse Flexibilität und Unverbindlichkeit zu. Genau dies ermöglicht neue Begegnungen.
  3. Wir lassen Flexibilität zu und geben Sicherheit. Für die Studierenden ist wichtig, dass Erwartungen aneinander thematisiert werden. Sie wollen Klarheit darüber, was von ihnen erwartet wird und was passiert, wenn sie etwas nicht machen. Und sie wollen die Ausnahmen der Regeln genau kennen. Sie wollen diese Klarheit, damit sie Flexibilität leben können. Hier ist eine klare und gründlich geregelte Kommunikation innerhalb der Studiengemeinschaft wichtig. Die E-Learning-Plattform «Moodle» spielt am tsc eine zentrale Rolle, die jeder Student und jede Studentin am tsc nutzt. Darin gibt es Bereiche für die verbindliche Kommunikation und jene für den Small Talk.
  4. Wir fördern die Studierenden in ihrer geistlich emotionalen Reife. Das ist ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung. Wir bieten neben dem Unterricht zusätzliche Kurse an zum Thema «geistlich emotional reifen». Wir sind davon überzeugt, dass wir damit die theologische Bildung fördern, wenn nicht sogar ermöglichen.

Am tsc lassen wir uns auf die heutige Jugendkultur ein, aber übernehmen sie nicht automatisch. Wir reiben uns an ihr. Wir spiegeln zurück, wie sie auf uns wirkt. Wir lernen voneinander – und korrigieren uns auch gegenseitig. Das empfinde ich als eine grosse Stärke unserer Community als Lernfeld.

180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x500px)

180 Jahre tsc

Foto: Die Studiengemeinschaft 2020 des Theologischen Seminars St. Chrischona bildet eine 180.

180 Jahre tsc

Studiengemeinschaft feierte Dankgottesdienst

Seit mehr als 180 Jahren werden Menschen auf St. Chrischona theologisch ausgebildet. Den 180. Geburtstag feierte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 11. März 2020 an dem Ort, an dem alles begann.

Gründung durch Spittler

Es war in der Sakristei der Kirche St. Chrischona, wo Christian Friedrich Spittler am 8. März 1840 mit seiner Pflegetochter Susette, dem ersten «Chrischona-Bruder» Joseph Mohr und dem Schreinermeister Epple niederkniete. Er weihte die alte, verfallene Kirche St. Chrischona neu für die Aufgabe der «Pilgermission St. Chrischona»: Handwerker im christlichen Glauben schulen und sie wieder aussenden in die Welt.

tsc ist zurückgekehrt zu seinen Wurzeln

180 Jahre später ist die Pilgermission, die eine reiche und vielfältige Segensgeschichte erlebt hat, wieder zurückgekehrt zu ihren Wurzeln. Seit 2019 heisst sie Theologisches Seminar St. Chrischona und fokussiert sich auf die theologische Ausbildung, die bereits über 6500 Absolventinnen und Absolventen hat. Deshalb war es auch passend, dass es die Studierenden und Dozierenden des tsc waren, die Chrischona mit einem gemeinsam gesungenen «Happy birthday» gratulierten.

Vorbild Spittler

Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, erinnerte im Gottesdienst an die Anfänge unter Spittler. Dieser hatte mehrere Anläufe genommen, um die Pilgermission St. Chrischona gründen zu können. Erst beim vierten Versuch gelang es. Spittler mietete die Kirche St. Chrischona vom Kanton Basel-Stadt und begann dort, junge Handwerker im Glauben auszubilden. «Spittler war so dankbar, dass Gott ihm vergeben und ihn geheilt hat. Chrischona hat er gegründet, dass das Evangelium in die Welt getragen wird, die so viel Heilloses hat», berichtete Claudius Buser. Neben der Verkündigung des Glaubens lag Spittler die tätige Nächstenliebe am Herzen. So gründete er auch Hilfswerke für Waisen, Witwen oder Gehörlose. Für Claudius Buser ist Spittler deshalb ein Vorbild: «Die Gnade und die Barmherzigkeit sind die zwei Flügel, die uns auch heute bewegen sollten, etwas in der Welt zu verändern.»

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser betrachtet Christian Friedrich Spittler als Vorbild für die heutige Zeit.
Logo 180 Jahre tsc
2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.

Spuren Gottes im Alltag entdecken

Die Predigt des Dankgottesdienstes hielt Rektor Benedikt Walker. Er gab drei Tipps und erklärte eine praktische Übung, wie sich Spuren Gottes im Alltag entdecken lassen. Erstens gelte es anzuerkennen, dass Gott souverän ist und sich überall offenbaren kann. Zweitens sollten sich Menschen eingestehen, dass sie vergesslich sind und immer wieder schuldig werden. Drittens brauche es eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Die praktische Übung, die der Rektor erklärte, funktioniert mit Bohnen als Erinnerungshilfen. Bei jeder Kleinigkeit, die man täglich erlebt, könnte man sich eine Bohne von der rechten in die linke Hosen- oder Jackentasche stecken. Abends erinnert man sich mit ihrer Hilfe an die Erlebnisse und dankt Gott dafür.

tsc-Chorkonzert «180 Jahre tsc» am 28. Juni

Dass das Theologische Seminar St. Chrischona auch nach 180 Jahren weiterhin Menschen ausbilden kann, ist ein grosser Grund zum Danken. Dies tat die Studiengemeinschaft mit dem Psalm 103 sowie Lobpreisliedern und Gebeten. Der Dank soll sich fortsetzen im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres. So wird beim tsc-Jahresfest am 28. Juni 2020 ab 15 Uhr ein Chorkonzert mit Liedern und Geschichten aus 180 Jahren tsc stattfinden. Alle tsc-Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Rektor Benedikt Walker
Rektor Benedikt Walker erklärt, wie man Spuren Gottes im Alltag entdecken kann.

Was geschah am 8. März 1840?

Drei Wanderer zogen an jenem 8. März in der Morgenfrühe von Basel hinaus, dem waldigen Chrischona-Hügel zu. Es waren dies der ehrwürdige Vater Spittler, damals in seinem 58. Lebensjahre stehend, dessen Pflegetochter und langjährige Gehilfin, Fräulein Susette Spittler, und der Schreinermeister Epple, ein treuer Freund und Bruder in dem Herrn. Ihr Weg führte sie eine Weile dem prächtigen Rheinstrom entlang bis in die Nähe der badischen Grenze. Dort, am Schweizerischen Zollhäuschen, bogen sie links ab und gingen quer über Feld, dann durch liebliches Rebengelände, unmerklich steigend, dem Wenkenhofe und dem von Hügeln und Wäldern malerisch umgebenen Dörflein Bettingen zu. Von da galt es immer mehr zu steigen, bis nach etwa halbstündigem Marsch die alte, halbzerfallene St. Chrischona-Kirche auf der Hochfläche des Berges erreicht war. Unsre Pilger hatten die herrliche Aussicht, die sich dem Wanderer von jener Höhe darbietet, schon oft genossen, und manches Gebet war dann aus ihrem Herzen aufgestiegen, dass der Herr, dem diese Stätte von altersher geweiht und dessen Nähe in der feierlichen Stille ihnen oft so spürbar gewesen war, sich hier wieder einen Ort des Segens bereiten wolle zum Lobe seiner Gnade.

Und nun hatte der Herr angefangen, diese Bitten zu erhören […] und heute waren sie heraufgekommen, um mit dem jüngst eingetretenen ersten Pilgermissionar, ‹Bruder› Mohr, das neu zu beginnende Werk dem Herrn zu übergeben und in seinem Namen die Hand an den Pflug zu legen.
Durch das öde Schiff der Kirche schritten sie hindurch in das ebenso verwüstete hohe, gotische Chor. Dort zeigte sich ihnen zur linken Hand eine Tür, welche in einen Raum führte, der ehemals als Sakristei gedient haben musste. Hier hatte Bruder Mohr schon den Schutt hinweggeräumt, hatte etwas Ordnung gemacht und war tags zuvor in diese niedere Klause eingezogen, nachdem er die ersten Wochen im Nachbarhäuschen Unterkunft gefunden hatte. Aber wie überwältigend drängte sich allen die Wahrnehmung auf von der grossen und vielen Arbeit, die es kosten musste, um aus dem völlig verwahrlosten Kirchlein wieder ein würdiges Gotteshaus und eine Pflanzstätte christlichen Lebens zu machen!
Noch ungleich schwerer aber mochte ihnen die geistliche Aufgabe erscheinen. Konnte der Versuch, junge Männer aus dem Handwerkerstande zu brauchbaren Evangelisten für das Volk herauszubilden, gelingen? Woher sollten die Leute kommen? Woher die Geldmittel? Sie hatten ja nichts, keinen Fonds, keinen Vorrat, keine Versprechungen, wenig Ermutigung von aussen. Ja, aber sie hatten ihren Gott. Sie hatten den von ihm geweckten Trieb, etwas zu tun zur Verbreitung seiner Erkenntnis in den Herzen des Volkes. Sie hatten sein Wort und seine Verheissungen. Und tief durchdrungen von ihrer grossen Bedürftigkeit und dem grossen Reichtum ihres Gottes knieten sie in jener Sakristei nieder und weihten aufs Neue das alte, so lange dem Verfall preisgegebene Gotteshaus samt dem Werke, das sie darin zu beginnen gedachten, dem Herrn, der sie zu seinen Knechten und Werkzeugen erwählt und erkauft hatte.

Schreiber dieses hat die Schilderung jener unvergesslichen Stunde von den Lippen derjenigen, die damals stillschweigend zugehört und mitgebetet hat und die, wie sie scherzhaft zu sagen pflegte, der Anstalt Kindsmagddienste hat tun dürfen. Der Herr hat seinen Dienern und Handlangern sein Wort bestätigt, und das Samenkorn, das in jenen Frühlingstagen des Jahres 1840 im Glauben und mit viel Gebet in die Erde gelegt wurde, das Samenkorn, das oft zu ersterben drohte und von dem manches tatsächlich sterben musste, hat dennoch Lebensfähigkeit gehabt und zu einem Baum werden dürfen, unter dessen Zweigen nun nach Jahrzehnten manche Vögelein sitzen und mit einstimmen in das nie veraltende Lied des königlichen Sängers: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Amen.

Dieser Text stammt aus der Chronik «Die Pilgermission St. Chrischona 1840 – 1940» von Friedrich Veiel, Seite 32–34.

Ein Chor aus Dozierenden und Mitarbeitenden singt der Studiengemeinschaft das Weihnachtslied: «O komm, O komm, du Morgenstern».

Gelöste Stimmung zum Semesterschluss

Foto: Dozierende und Mitarbeitende des tsc singen das Weihnachtslied «O komm, O komm, du Morgenstern».

Bericht

Gottesdienst zum Ende des Herbstsemesters 2019/20

Eine fröhliche, gelöste Stimmung herrschte beim Abschlussgottesdienst des Herbstsemesters am 18. Dezember 2019 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Die Studiengemeinschaft feierte in der Kirche St. Chrischona das Ende der Prüfungszeit und den Beginn der Weihnachtsferien.

Erleichterung nach der Prüfungszeit

Der Abschlussgottesdienst fand direkt im Anschluss an die letzten Prüfungen statt. Viele Studierende waren erleichtert, dass nach der Lern- und Prüfungsphase der grösste Stress vorbei ist. So sangen sie die Lobpreis- und Weihnachtslieder besonders kraftvoll und fröhlich mit.

Am offenen Mikrofon erzählten einige, was sie im zurückliegenden Semester mit Gott erlebtt hatten. Sie berichteten von Glaubensschritten und Gebetserhörungen, etwa Heilung von Schmerzen oder Krankheit. Einzelne Studierende bedankten sich für konkrete Hilfe durch die Studiengemeinschaft, beispielsweise Pannenhilfe bei einem platten Reifen.

Ereignisreicher Jahresrückblick 2019

Eine Tradition zum Jahresende ist der humorvolle Jahresrückblick von Claudius Buser, dem Dozenten für Kirchengeschichte. Auch 2019 fasste er Ereignisse anekdotenhaft zusammen, die entweder kirchengeschichtlich oder für das tsc eine Bedeutung haben. Er erwähnte das 1000-jährige Bestehen des Basler Münsters sowie das 500-jährige Jubiläum des Beginns der Tätigkeit des Reformators Huldrych Zwingli als Leutpriester am Grossmünster Zürich. In der tsc-Geschichte notierte der Kirchengeschichtler zum 1. Januar 2019 einen Neubeginn. Seitdem ist das Theologische Seminar St. Chrischona ein rechtlich eigenständiger Verein. «Chrischona hat es wieder getan, wir haben uns neu erfunden. Haben Bewährtes erhalten und Neues gewagt», erläuterte Claudius Buser.

tsc verabschiedet Manuel Schmid und Stefan Schweyer

Eine weitere Notiz für die tsc-Chronik ist die Verabschiedung von zwei Dozenten. Dr. Manuel Schmid beendet mit dem Herbstsemester seine mehrjährige Lehrtätigkeit am tsc. Studiengangsleiter Dr. Dr. Beat Schweitzer lobte dessen leidenschaftlichen Einsatz im Modul «Kommunikation des Evangeliums» und die akribische Unterrichtsvorbereitung.
Als Gastdozent im Studiengang Theologie & Musik war Prof. Dr. Stefan Schweyer (STH Basel) seit 2017 am tsc tätig. Bereits vorher hatte er wichtige Impulse zur Einführung dieses Studiengangs gegeben, wofür ihm Studiengangsleiterin Susanne Hagen herzlich dankte.

Unterrichtsfrei heisst nicht arbeitsfrei

Die Weihnachtspause geht für die meisten Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden direkt nach dem Abschlussgottesdienst los. Sie dauert bis zum 3. Februar 2020, wenn der Unterricht im Frühlingssemester beginnt. Die unterrichtsfreie Zeit ist für die meisten jedoch keine arbeitsfreie Zeit. Besonders diejenigen, die ihre Bachelorarbeit schreiben müssen, haben zu tun.
Bevor sich die Studiengemeinschaft in viele kleine und grössere Orte in Deutschland, Österreich und die Schweiz verstreute, ermutigte sie Dr. Benedikt Walker, sich auf die Weihnachtszeit einzulassen. «Ich brauche Weihnachten», erklärte der Rektor des tsc. «Weihnachtszeit ist die Zeit, in der Gott uns seine Liebe zeigt.»

Abschlussgottesdienst Herbstsemester 2019/20: Verabschiedung von Manuel Schmid und Stefan Schweyer als Dozenten
Beat Schweitzer und Susanne Hagen verabschieden Manuel Schmid und Stefan Schweyer als Dozenten am tsc (von links).
Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.
Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.

Jahresrückblick 2019 lesen

Claudius Busers Jahresrückblick ist in einem separaten Blogbeitrag auf der tsc-Internetseite veröffentlichen.

tsc-Start 19/20: Neue Studierende (1500x500px)

Jetzt geht das Studium los!

Bericht vom Studienstart 2019

Theologisches Seminar St. Chrischona (tsc) startet mit 54 «Ersties» ins 180. Studienjahr

Das Theologische Seminar St. Chrischona ist mit 33 neuen Studierenden sowie 21 neuen Gasthörerinnen und Gasthörern ins 180. Studienjahr gestartet (Stand: 5.9.). In den Einführungstagen mit abwechslungsreichem Programm hiess die 141-köpfige Studiengemeinschaft die «Ersties» herzlich willkommen.

Vor dem Unterrichtsbeginn am 2. September hatte die Studiengemeinschaft am tsc bereits ein viertägiges Programm erlebt. Dies umfasste Infoanlässe, Lobpreiszeiten, Gottesdienste, Bibelarbeiten und ein grosses Fest mit Westernthema. Rektor Benedikt Walker formulierte die Idee hinter der abwechslungsreichen Einführung: «Theologie studieren am tsc ist mehr als akademische Ausbildung. Es ist auch Persönlichkeitsentwicklung – und ein geistlicher Weg, den wir als Studiengemeinschaft gemeinsam gehen wollen.»

Was den Ausschlag fürs tsc gab

Die Mischung aus hoher Studienqualität und lebendiger christlicher Gemeinschaft gab für viele der neuen Studierenden den Ausschlag, sich für einen der drei theologischen Bachelorstudiengänge oder den Jahreskurs am tsc zu bewerben. Bei der Wahl der Studiengänge zeigte sich ein konstantes Interesse an Theologie & Musik, der mit zehn neuen Studierenden ins vierte Jahr startet und bereits erste Absolventen hat.

Die neuen Studierenden freuten sich darüber, dass sie die Studiengemeinschaft während der Einführungstage besser kennengelernt haben. Zum Beispiel der 25-jährige Robin Nägeli aus Uster, der den Studiengang Kommunikative Theologie beginnt. Er sagte: «Ich finde es schön, wie offen die Menschen am tsc sind und einen kennenlernen wollen. Das ist angenehm und erleichtert den Einstieg».

Impulsgeber von der Kommunität Don Camillo

Als Impulsgeber der geistlichen Weggemeinschaft am tsc war Pfarrer Heiner Schubert eingeladen. Der Leiter der Kommunität Don Camillo in Montmirail erzählte Anekdoten und gab Erkenntnisse weiter aus seiner 40-jährigen Lebenserfahrung in der Kommunität. Etwa, dass Gemeinschaft dazu herausfordere, sich mit dem eigenen Schatten auseinanderzusetzen. Also mit schwierigen Seiten der eigenen Persönlichkeit, die gerne verdrängt werden.

Kreative Ansätze statt Vorträge

Die Aufmerksamkeit war Heiner Schubert sicher, als er biblische Gleichnisse in Form von Zeichnungen nacherzählte. Ein kreativer Ansatz, der durch interaktive Formen des Bibellesens und Gruppenarbeiten ergänzt wurde. Beispielsweise tauschte sich die Studiengemeinschaft in einem «Speed-Dating» paarweise über Bibeltexte aus. Manche der neuen Studierenden waren positiv überrascht, dass sich dies hinter dem Begriff der geistlichen Einführungstage verbarg. Die Kommunikative Theologie, die am tsc gelehrt und erarbeitet wird, wirkt sich eben auch auf die Methodik aus.

tsc-Start 19/20: Neue Studierende (1500x1000px)
Zum Studienjahr 2019/20 haben 32 neue Studierende einen Bachelorstudiengang oder den Jahreskurs am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) begonnen.
Pfarrer Heiner Schubert und Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc)
Pfarrer Heiner Schubert (im Foto links) von der Kommunität Don Camillo gibt geistliche Impulse für die Studiengemeinschaft am tsc.
tsc-Start 19/20: Bibellesemethode Speed-Dating
Kreative Bibellesemethode: In der Form eines Speed-Datings kommen die Studentinnen und Studenten über einen Bibeltext ins Gespräch.

Fernstudierende lernen E-Dozierende kennen

Ebenfalls zur Studiengemeinschaft des tsc gehören die sechs neuen Fernstudierenden des Bachelorstudiengangs Kommunikative Theologie. Für sie war die Teilnahme an den Einführungstagen freiwillig. Die meisten von ihnen nutzen gerne die Möglichkeit, ihre Dozentinnen und Dozenten sowie den Chrischona-Campus persönlich kennenzulernen.

Alle neuen Studierenden betonten die angenehme Stimmung und die Wichtigkeit dieses gemeinsamen Starts, der das Ausrufezeichen hinter den Satz setzte: Jetzt geht das Studium los!

Das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) bietet seit 1840 theologische Aus- und Weiterbildung an. Das tsc-Studienangebot umfasst die Bachelorstudiengänge Kommunikative Theologie (Präsenz- und Fernstudium), Theologie & Pädagogik, Theologie & Musik sowie den tsc-Jahreskurs.