Broschüre zu 180 Jahre tsc

Broschüre erschienen

180 Jahre tsc - was uns prägt und bewegt

Am 8. März 2020 ist das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) 180 Jahre alt geworden. Welche Themen und Ereignisse haben das tsc bewegt, geprägt und vorangebracht? Was hat sich in die DNA des tsc eingeprägt und wirkt heute noch weiter? Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte und stellvertretender Rektor des tsc, hat sich diesen Fragen gewidmet. Entstanden ist eine Broschüre, die den Bogen vom Gestern zum Heute spannt.

Good News

Ein Student sitzt auf der Mauer bei der Kirche St. Chrischona. Sein T-Shirt trägt die Aufschrift «Good News». Auf dem Titelbild der Broschüre spiegelt sich so der Gründungsgedanke von 1840, der noch heute tief verwurzelt ist am tsc: «Junge Handwerker ausbilden, damit sie das Evangelium in Wort und Schrift verständlich unter den Menschen vorleben und verbreiten können». Studieren kann man am tsc nach wie vor auch ohne Abitur oder Matura. Auch Handwerker sind unter den Studierenden von heute.

Von den Anfängen bis heute

Claudius Buser beschreibt im ersten Teil wichtige Etappen aus der Geschichte des tsc. Wie die Bildungsinstitution auf St. Chrischona im Umfeld eines pietistisch praktischen Christentums entstand. Wie sie sich Ende des 19. Jahrhunderts zum ersten Prediger- und Missionsseminar im deutschsprachigen Europa entwickelte. Wie St. Chrischona zu einem Vorreiter in Sachen «Theologische Bildung für alle» wurde. Wie sich das tsc im Chrischona-Verband unter dem Motto «Bewährtes erhalten, Neues wagen» im 20. Jahrhundert weiterentwickelte. Wie sich die Arbeit auf Chrischona heute im 21. Jahrhundert «zurück zu den Wurzeln» orientiert und fokussiert: Menschen für die Mitarbeit im Reich Gottes auszubilden.

Über 6600 Männer und Frauen haben seit 1840 auf St. Chrischona studiert. Ein paar Absolventinnen und Absolventen kommen in der Broschüre zu Wort. Sie erzählen, wie das tsc sie geprägt hat und wie sie die DNA des tsc beschreiben.

Das Evangelium verständlich und leidenschaftlich kommunizieren

Die Geschichte des tsc ist durchdrungen vom Wunsch, das Evangelium verständlich und leidenschaftlich zu kommunizieren. Doch was umfasst Kommunikation eigentlich alles, wie ist sie in der Theologie zu denken, wie umfassend kann man darüber reden? Solche Fragen führten dazu, das theologische Arbeiten am tsc unter den Begriff der Kommunikativen Theologie zu stellen. Gott spricht uns Menschen an und befähigt uns zur Antwort. Kommunikative Theologie staunt über diese Möglichkeit, lernt Gottes Reden in der biblischen Botschaft kennen, versucht zu antworten und anderen zeitgemäss von dieser Botschaft zu erzählen.

Das Profil des Theologischen Seminars St. Chrischona – gewachsen in 180 Jahren

Im zweiten Teil der Broschüre benennt Claudius Buser Schwerpunkte, die aus der Geschichte erwachsen heute dem tsc sein Profil geben:

  • Die Liebe Gottes treibt uns – wir glauben an die verändernde Kraft des Evangeliums.
  • Aus der Schrift leben – wir trauen der Bibel und bleiben mit ihr unterwegs.
  • Hoffnungsorientiertes Arbeiten – es kommt besser, als wir es je zu träumen wagen.
  • Freisetzen aller Kräfte und Gaben – in Gottes Reich arbeiten Frau und Mann, Alt und Jung gemeinsam.
  • Impulsgeber für andere – wir dienen allen Christen und geben Impulse des Handelns Gottes gerne weiter.
  • Wir sind nicht allein unterwegs – wir arbeiten zusammen und bilden andere aus.
  • Heil, Heilung und Heiligung gehören zusammen – wir setzen uns für eine ganzheitliche Spiritualität ein.

Autor der Broschüre:
Claudius Buser

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser ist stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).
180 Jahre tsc: Gruss der Studiengemeinschaft (1500x500px)

180 Jahre tsc

Foto: Die Studiengemeinschaft 2020 des Theologischen Seminars St. Chrischona bildet eine 180.

180 Jahre tsc

Studiengemeinschaft feierte Dankgottesdienst

Seit mehr als 180 Jahren werden Menschen auf St. Chrischona theologisch ausgebildet. Den 180. Geburtstag feierte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 11. März 2020 an dem Ort, an dem alles begann.

Gründung durch Spittler

Es war in der Sakristei der Kirche St. Chrischona, wo Christian Friedrich Spittler am 8. März 1840 mit seiner Pflegetochter Susette, dem ersten «Chrischona-Bruder» Joseph Mohr und dem Schreinermeister Epple niederkniete. Er weihte die alte, verfallene Kirche St. Chrischona neu für die Aufgabe der «Pilgermission St. Chrischona»: Handwerker im christlichen Glauben schulen und sie wieder aussenden in die Welt.

tsc ist zurückgekehrt zu seinen Wurzeln

180 Jahre später ist die Pilgermission, die eine reiche und vielfältige Segensgeschichte erlebt hat, wieder zurückgekehrt zu ihren Wurzeln. Seit 2019 heisst sie Theologisches Seminar St. Chrischona und fokussiert sich auf die theologische Ausbildung, die bereits über 6500 Absolventinnen und Absolventen hat. Deshalb war es auch passend, dass es die Studierenden und Dozierenden des tsc waren, die Chrischona mit einem gemeinsam gesungenen «Happy birthday» gratulierten.

Vorbild Spittler

Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, erinnerte im Gottesdienst an die Anfänge unter Spittler. Dieser hatte mehrere Anläufe genommen, um die Pilgermission St. Chrischona gründen zu können. Erst beim vierten Versuch gelang es. Spittler mietete die Kirche St. Chrischona vom Kanton Basel-Stadt und begann dort, junge Handwerker im Glauben auszubilden. «Spittler war so dankbar, dass Gott ihm vergeben und ihn geheilt hat. Chrischona hat er gegründet, dass das Evangelium in die Welt getragen wird, die so viel Heilloses hat», berichtete Claudius Buser. Neben der Verkündigung des Glaubens lag Spittler die tätige Nächstenliebe am Herzen. So gründete er auch Hilfswerke für Waisen, Witwen oder Gehörlose. Für Claudius Buser ist Spittler deshalb ein Vorbild: «Die Gnade und die Barmherzigkeit sind die zwei Flügel, die uns auch heute bewegen sollten, etwas in der Welt zu verändern.»

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser betrachtet Christian Friedrich Spittler als Vorbild für die heutige Zeit.
Logo 180 Jahre tsc
2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.

Spuren Gottes im Alltag entdecken

Die Predigt des Dankgottesdienstes hielt Rektor Benedikt Walker. Er gab drei Tipps und erklärte eine praktische Übung, wie sich Spuren Gottes im Alltag entdecken lassen. Erstens gelte es anzuerkennen, dass Gott souverän ist und sich überall offenbaren kann. Zweitens sollten sich Menschen eingestehen, dass sie vergesslich sind und immer wieder schuldig werden. Drittens brauche es eine Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Die praktische Übung, die der Rektor erklärte, funktioniert mit Bohnen als Erinnerungshilfen. Bei jeder Kleinigkeit, die man täglich erlebt, könnte man sich eine Bohne von der rechten in die linke Hosen- oder Jackentasche stecken. Abends erinnert man sich mit ihrer Hilfe an die Erlebnisse und dankt Gott dafür.

tsc-Chorkonzert «180 Jahre tsc» am 28. Juni

Dass das Theologische Seminar St. Chrischona auch nach 180 Jahren weiterhin Menschen ausbilden kann, ist ein grosser Grund zum Danken. Dies tat die Studiengemeinschaft mit dem Psalm 103 sowie Lobpreisliedern und Gebeten. Der Dank soll sich fortsetzen im weiteren Verlauf des Jubiläumsjahres. So wird beim tsc-Jahresfest am 28. Juni 2020 ab 15 Uhr ein Chorkonzert mit Liedern und Geschichten aus 180 Jahren tsc stattfinden. Alle tsc-Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Gottesdienst 180 Jahre tsc am 11.3.2020: Rektor Benedikt Walker
Rektor Benedikt Walker erklärt, wie man Spuren Gottes im Alltag entdecken kann.

Was geschah am 8. März 1840?

Drei Wanderer zogen an jenem 8. März in der Morgenfrühe von Basel hinaus, dem waldigen Chrischona-Hügel zu. Es waren dies der ehrwürdige Vater Spittler, damals in seinem 58. Lebensjahre stehend, dessen Pflegetochter und langjährige Gehilfin, Fräulein Susette Spittler, und der Schreinermeister Epple, ein treuer Freund und Bruder in dem Herrn. Ihr Weg führte sie eine Weile dem prächtigen Rheinstrom entlang bis in die Nähe der badischen Grenze. Dort, am Schweizerischen Zollhäuschen, bogen sie links ab und gingen quer über Feld, dann durch liebliches Rebengelände, unmerklich steigend, dem Wenkenhofe und dem von Hügeln und Wäldern malerisch umgebenen Dörflein Bettingen zu. Von da galt es immer mehr zu steigen, bis nach etwa halbstündigem Marsch die alte, halbzerfallene St. Chrischona-Kirche auf der Hochfläche des Berges erreicht war. Unsre Pilger hatten die herrliche Aussicht, die sich dem Wanderer von jener Höhe darbietet, schon oft genossen, und manches Gebet war dann aus ihrem Herzen aufgestiegen, dass der Herr, dem diese Stätte von altersher geweiht und dessen Nähe in der feierlichen Stille ihnen oft so spürbar gewesen war, sich hier wieder einen Ort des Segens bereiten wolle zum Lobe seiner Gnade.

Und nun hatte der Herr angefangen, diese Bitten zu erhören […] und heute waren sie heraufgekommen, um mit dem jüngst eingetretenen ersten Pilgermissionar, ‹Bruder› Mohr, das neu zu beginnende Werk dem Herrn zu übergeben und in seinem Namen die Hand an den Pflug zu legen.
Durch das öde Schiff der Kirche schritten sie hindurch in das ebenso verwüstete hohe, gotische Chor. Dort zeigte sich ihnen zur linken Hand eine Tür, welche in einen Raum führte, der ehemals als Sakristei gedient haben musste. Hier hatte Bruder Mohr schon den Schutt hinweggeräumt, hatte etwas Ordnung gemacht und war tags zuvor in diese niedere Klause eingezogen, nachdem er die ersten Wochen im Nachbarhäuschen Unterkunft gefunden hatte. Aber wie überwältigend drängte sich allen die Wahrnehmung auf von der grossen und vielen Arbeit, die es kosten musste, um aus dem völlig verwahrlosten Kirchlein wieder ein würdiges Gotteshaus und eine Pflanzstätte christlichen Lebens zu machen!
Noch ungleich schwerer aber mochte ihnen die geistliche Aufgabe erscheinen. Konnte der Versuch, junge Männer aus dem Handwerkerstande zu brauchbaren Evangelisten für das Volk herauszubilden, gelingen? Woher sollten die Leute kommen? Woher die Geldmittel? Sie hatten ja nichts, keinen Fonds, keinen Vorrat, keine Versprechungen, wenig Ermutigung von aussen. Ja, aber sie hatten ihren Gott. Sie hatten den von ihm geweckten Trieb, etwas zu tun zur Verbreitung seiner Erkenntnis in den Herzen des Volkes. Sie hatten sein Wort und seine Verheissungen. Und tief durchdrungen von ihrer grossen Bedürftigkeit und dem grossen Reichtum ihres Gottes knieten sie in jener Sakristei nieder und weihten aufs Neue das alte, so lange dem Verfall preisgegebene Gotteshaus samt dem Werke, das sie darin zu beginnen gedachten, dem Herrn, der sie zu seinen Knechten und Werkzeugen erwählt und erkauft hatte.

Schreiber dieses hat die Schilderung jener unvergesslichen Stunde von den Lippen derjenigen, die damals stillschweigend zugehört und mitgebetet hat und die, wie sie scherzhaft zu sagen pflegte, der Anstalt Kindsmagddienste hat tun dürfen. Der Herr hat seinen Dienern und Handlangern sein Wort bestätigt, und das Samenkorn, das in jenen Frühlingstagen des Jahres 1840 im Glauben und mit viel Gebet in die Erde gelegt wurde, das Samenkorn, das oft zu ersterben drohte und von dem manches tatsächlich sterben musste, hat dennoch Lebensfähigkeit gehabt und zu einem Baum werden dürfen, unter dessen Zweigen nun nach Jahrzehnten manche Vögelein sitzen und mit einstimmen in das nie veraltende Lied des königlichen Sängers: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! Amen.

Dieser Text stammt aus der Chronik «Die Pilgermission St. Chrischona 1840 – 1940» von Friedrich Veiel, Seite 32–34.

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

Claudius Buser und die «4M»

Vier Fragen an Claudius Buser

«Man muss Menschen mögen.»

Hinter den «4M» verbirgt sich der Satz: «Man muss Menschen mögen». Claudius Buser, stellvertretender Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte, ist bekannt für diesen Ausspruch. Warum er ihn so schätzt, erklärt er im Gespräch. Ausserdem zeigt er auf, welchen Fussabdruck die theologische Ausbildung auf St. Chrischona in der Kirchengeschichte hinterlassen hat.

«Ich bin gerne mit Menschen unterwegs.»

tsc: Lieber Claudius, was sind deine Aufgaben als stellvertretender Rektor – was begeistert dich an deiner Tätigkeit?

Claudius Buser: Ich denke in vielen Bereichen des tsc mit, übernehme Aufgaben und vertrete den Rektor bei Veranstaltungen oder Diensten. Das ist interessant, herausfordernd und mit der Übernahme von Verantwortung verbunden. Ich bin gerne mit Menschen unterwegs. Das hilft mir und begeistert mich auch in diesem Bereich meiner Aufgaben. Dass wir als tsc nach 180 Jahren immer noch unterwegs sind und junge Menschen ausbilden dürfen, das ist doch unglaublich schön.

«Du bist Teil der Geschichte.»

tsc: Seit 2003 unterrichtest du Kirchengeschichte am tsc. Was lernen die Studierenden in deinem Unterricht?

Claudius Buser: «Du bist auch Teil der Geschichte. Denk nicht zu klein von deinem Platz darin, sondern lass Gottes Geist und Liebe Raum, sich in Dir und durch Dich zu entfalten.» Es ist unglaublich, was entsteht, wenn Gottes Liebe uns und unsere Geschichte durchdringt. Also setzen wir uns mit unserer eigenen Geschichte auseinander, und plötzlich werden wir Teil von etwas Grösserem, das 2000 Jahre zurückreicht. Wir erkennen dabei: Wir gehören dazu, das hat auch mit mir zu tun. Unsere Herkunft zu kennen hilft uns, die Gegenwart zu verstehen und für die Zukunft gewappnet zu sein.

Warum man Menschen mögen muss

tsc: «Man muss Menschen mögen» – von diesen «4M» erzählst du häufig in deinem Unterricht. Stimmt das?

Claudius Buser: Ja. Wir sollten im Reich Gottes ohne Liebe besser nichts anfassen, sonst machen wir die uns anvertrauten Menschen und die uns umgebende Schöpfung nur kaputt. Daher die «4M». Das geht aber nicht einfach so. Gott hat deshalb in unseren Alltag viele Übungsmöglichkeiten eingebaut. Eigentlich sollten wir bei so viel Training und einem so guten Coach alle schon Weltmeister in Sachen Liebe sein.

Claudius Buser über 180 Jahre tsc

tsc: Das tsc wird in diesem Jahr 180 Jahre – das ist jung angesichts 2000 Jahren Kirchengeschichte. Welchen Fussabdruck hat das tsc in der Kirchengeschichte hinterlassen?

Claudius Buser: Das tsc hat eigentlich keine Füsse, aber unsere Studierenden, unsere Mitarbeitenden und Dozierenden stehen mit beiden Beinen in dieser Welt. Und es ist atemberaubend, wo diese Füsse schon überall durchgezogen sind als Botschafter der Liebe Gottes in Verkündigung, Lehre und ganz praktischer, sozialer Arbeit. Wir finden Spuren bei uns in Europa und in der ganzen Welt: Über 13’000 Füsse (von mehr als 6500 Absolventinnen und Absolventen) waren und sind unterwegs auf unserem schönen Globus; zurzeit in mehr als 40 Ländern. Das ist doch wohl ein kräftiger Fussabdruck!

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte
Claudius Buser ist stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc).
Logo 180 Jahre tsc
2020 feiert das Theologische Seminar St. Chrischona sein 180-jähriges Jubiläum.
Semester-Eröffnungsgottesdienst Frühlingssemester 2020: Gemeinsames Abendmahl (1500x500px)

Abendmahl stärkt für das neue Semester

Foto: Claudius Buser (Bildmitte) beim Austeilen des Abendmahls.

Semester-Eröffnungsgottesdienst des Frühlingssemesters 2020

Abendmahl stärkt für das neue Semester

Sechs Wochen unterrichtsfreie Zeit bedeuten sechs Wochen ohne Abendmahlgottesdienst zum Wochenstart. Umso wertvoller erlebte die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) die Rückkehr zu dieser Tradition am 3. Februar 2020. Mit dem gemeinsamen Abendmahl begann das Frühlingssemester.

Andacht über die Jahreslosung 2020

Im Abendmahl erinnern sich Christen an das Leben, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus. Und im Abendmahl bildet sich die Gemeinschaft wieder neu. Gegenseitig wird das Brot gebrochen und der Segen Gottes zugesprochen. Es ist eine Ermutigung für den Glauben.
Das dies immer wieder nötig ist, führte der stellvertretende Rektor Claudius Buser in seiner Andacht über die Jahreslosung 2020 aus: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» (Markus 9,24). Die Sehnsucht nach Glauben und die Realität des Zweifels könnten viele Christen nachvollziehen. Sie sei auch ein Grund, Theologie zu studieren. Damit Christen den Glauben besser verstehen und mehr davon weitergeben können, was sie von Gott erhalten haben.

Wohltuendes Wiedersehen

Es war für die 144-köpfige Studiengemeinschaft des tsc wohltuend, nach einer Zeit wieder zusammenzufinden, in der sie sich zerstreut hatte. Während die Abschlussklasse ihre Bachelorarbeiten in der Bibliothek schrieb, genossen weniger eingespannte Studierende ihre Skiferien. Wieder andere absolvierten Praktika oder bildeten sich weiter. Zum Beispiel im Workshop mit Matthias Jungermann von «Radieschenfieber». Er zeigte Theologie- und Pädagogikstudierenden, wie sie Klappmaulpuppen basteln und damit Geschichten erzählen können. Der Jahreskurs kehrte auch bereits Mitte Januar zurück auf den Chrischona-Campus. Auf dem Stundenplan der Jahreskursler standen verschiedene Seminare, zum Beispiel zu «Geld und Geist», zum prophetischen Gebet oder zur Geschichte von Erweckungsbewegungen.

Für 38 ist es das letzte Semester

Unmittelbar nach dem Eröffnungsgottesdienst strömten die Studierenden in die Lehrsäle für den ersten Unterricht des Semesters. Claudius Buser empfahl ihnen, frisch motiviert ans Werk zu gehen. «Ab an die Arbeit!», rief er ihnen zu.
Für die 28 Studierenden der Abschlussklasse 2020 und die 10 Jahreskursler hat das letzte Semester am tsc begonnen. Einige von ihnen haben bereits Stellen gefunden für die Zeit nach dem Studium, andere sind noch auf der Suche. Spannend wird sein, wohin es für den zweiten Abschlussjahrgang der Theologie- und Musikstudierenden geht. Nachdem 2019 die ersten drei ausgesendet worden sind, folgen 2020 die nächsten acht.

Semester-Eröffnungsgottesdienst Frühlingssemester 2020: Claudius Buser bei der Andacht
Claudius Buser hält eine Andacht zur Jahreslosung 2020.
Klappmaulpuppen-Workshop 2020 am tsc mit Matthias Jungermann
Klappmaulpuppen zu basteln, macht ziemlich viel Spass – und ist pädagogisch lehrreich.
Abschlussgottesdienst Herbstsemester 2019/20: Jahresrückblick von Claudius Buser (1500x500px)

tsc-Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019

von Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Eine Tradition zum Jahresende am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) ist der humorvolle Jahresrückblick von Claudius Buser, dem Dozenten für Kirchengeschichte. Auch 2019 fasst er Ereignisse anekdotenhaft zusammen, die entweder kirchengeschichtlich oder für das tsc eine Bedeutung haben.

Wie die Reformation in der Schweiz begann

Evangelion Sant Matthes, das erst Kapitel: «Das ist das Buoch von der Geburt Jesu Christi. Das ist ein Sonn Davids, des Sons Abrahas. Abraha hat geboren den Jsaac. Jsaac hat geboren den Jaacob. Jaacob hat geboren den Juda unnd seine Brueder.» So trat Zwingli am 1. Januar 1519 auf die Kanzel des Grossmünsters in Zürich. Die Bibel in alemannischem Dialekt, später in der alemannischen Kanzleisprache und eben nicht wie bei Luther in sächsischer Kanzleisprache. Damit hat am 1. Januar 1519 – vor 500 Jahren – an Zwinglis 35. Geburtstag die Reformation in der Schweiz begonnen. Natürlich hatte er die Froschauerbibel von 1531 noch nicht in der Hand, sondern eine eigene Übersetzung erstellt Mithilfe des von Erasmus in Basel herausgegebenen Neuen Testaments von 1516. Aber das war ein Anfang und 12 Jahre später – noch etwas vor Luther – hatten die Zürcher die ganze Bibel, eben gedruckt von Froschauer, dessen Druckerei und Verlag heute Orell Füssli heisst und dieses Jahr auch auf 500 Jahre zurückschauen kann.

Auch Chrischona reformiert

Zwingli hat nach 1500 Jahren eine Reformation eingeleitet. Ein Satz von ihm, ist vielen heute noch in den Ohren: «Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!» So dachte Chrischona International: Wir tun das, wir reformieren tapfer, aber schon nach 179 Jahren. Dieses Jahr geht in die Chrischona-Geschichte ein. Wir haben es wieder getan, wir haben Chrischona wieder neu erfunden. Schon Spittler hat die Dinge vorangetrieben, Rappard hat umgebaut, ausgebaut, neue Zweige hinzugefügt. Jeweils unter dem Motto von Altdirektor Schmid: Bewährtes erhalten und Neues wagen. Jetzt haben wir uns entschieden, die Dinge nochmals anders anzugehen. Seit dem 1. Januar 2019 sind wir wieder ganz der Bildung zugewandt, sind ein Verein und neu auch eine AG. Neue Kräfte in Verwaltungsrat und Vorstand helfen voran. Wir ringen und arbeiten Richtung Zukunft im Wissen um eine reiche Vergangenheit, die uns auch hilft bei den Entscheidungen. Wir sind aber auch ein Netzwerk, zu dem schon einige Dutzend Gemeinden und Werke gehören.

Nun aber Monat für Monat, etwas aus der weiten Welt, und etwas aus unserer Welt.

Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.
Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.

Januar 2019

Auf Chrischona liegt Schnee, die Studenten haben sich verkrochen und schreiben ihre Ausarbeitungen, die Dozenten und Interessierte sassen Mitte Monat zusammen und aktivierten ihre Hirnrinden im Theologischen Forum und danach an ihrer Retraite. Bevor sie sich auch verkriechen und versuchen zu korrigieren, was ihnen geboten wurde. Alle sind froh, wenn Ausarbeitungen und Korrekturen in trockenen Tüchern sind und der Unterricht wiederbeginnt.

Februar 2019

Noch andere haben sich zurückgezogen und hart gearbeitet: 21 Schreiberinnen und Schreiber von Bachelorarbeiten. Anfangs Februar geben sie ihre Arbeiten ab und wieder sind die Dozenten gefragt. Es hat sich gelohnt, die drei besten können ihre Arbeit an der Graduierungsfeier Ende August vorstellen (Mira Stubbig, Tabea Reichenbach und Nadine Bär).

März 2019

An diversen Sonntagen im März schwärmen wir aus in verschiedene Gemeinden – vor allem zu solchen, die schon Netzwerkpartner sind. Oder die es werden wollen – und bringen Infos und Grüsse vom tsc vorbei. Wichtige Kontakte, damit man uns hier oben nicht nur nicht vergisst, sondern junge Menschen auch zu uns kommen, dazu helfen auch die Schnuppertage für Interessierte.
Höhepunkt im März ist für viele von uns das Upgrade in Willingen (Deutschland). Unsere Musiker und viele andere Studentinnen und Studenten als unentbehrliche Helfer (darunter der Papst) aber auch einige Dozentinnen und Dozenten haben sich richtig ins Zeug gelegt und das tsc den über 3’000 Delegierten aus hunderten von Gemeinden und Werken so richtig gut in Erinnerung gerufen. Es ist eine grossartige Erfahrung gewesen. Am tsc Stand gab es den besten Kaffee auf dem Gelände und gute Gespräche. Und tsc-Student Tobias Greub war der Chef der katholischen Kirche: «Hier in der katholischen Kirche bin ich momentan der Chef – nichts gegen den Papst – aber hier habe ich die Leitung!»

April 2019

Wir demonstrieren wieder, letztes Jahr habe ich 50 Jahre 68iger thematisiert, die gingen für ihre Anliegen auf die Strasse. Doch 2019 gingen die Leute auch echt oft auf die Strasse: für politische Rechte z. B. in Hongkong, im Sudan, für eine gerechtere Verteilung des Wohlstandes (in Frankreich die Gelbwesten, in Chile die halbe Bevölkerung, u. a.), für das Klima (was letzten Sommer klein begann, hat dieses Jahr viel Raum eingenommen: «Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.» Einige Christen laufen aus Überzeugung mit, weil unser Lebensstil unserem schönen Planeten tatsächlich arg zusetzt, der uns doch von Gott anvertraut ist, andere haben andere Probleme.
Uns hier auf dem Berg hat der Studienalltag wieder bis vor Ostern. Dann gibt es Osterferien und wir erinnern uns an Jesu Sterben und feiern seine Auferstehung.

Mai 2019

Jetzt müsst ihr gut hinhören! Am 2. Mai vor 500 Jahren starb das Universalgenie Leonardo da Vinci. Schon im zarten Alter von 18 Jahren soll er beim gemeinsamen Malen mit seinem Meister des Bildes «die Taufe Christi» in Florenz einen Engel so schön auf das Bild gemalt haben, dass sein Meister danach den Pinsel hinlegte und sagte: «Dein Talent ist so viel grösser als meins, ich male nicht mehr.»
Aber und jetzt kommt es: Diesen Tag hat unser neuer Geschäftsführer ausgewählt, um hier bei uns seine Arbeitsstelle anzutreten. Zsolt Kubecksa macht das alles auch so gut, hoffentlich legt aber niemand den Pinsel ab.
Der Mai ist voll hier oben: der Unterricht brummt, die Senioren erobern für einen Tag den Berg, der Chor singt, wobei ein Stepptänzer ihm fast die Show stiehlt.
Zum Ende des Frühlingssemesters 2019 am 24. Mai im Abschlussgottesdienst verabschieden wir Eckhard Hagedorn in den Ruhestand. 20 Jahre hat er hier unterrichtet und manchem Studenten die Bibel lieb gemacht, die er selbst als «Fette Beute» bezeichnet in seinem Buch «Fette Beute – warum die Bibel so dick ist». Gleichzeitig hat Daniel Gleich seinen Doktor abgeschlossen (Bravo) und als sein Nachfolger die Feuertaufe des ersten Semesters hier am tsc mit Erfolg bestanden.

Juni 2019

CREA 2019 – so viele junge Leute, Gott ruft sich eine neue Generation zusammen – Studentinnen und Studenten der Zukunft. Beten wir für die neue Studiengemeinschaft 2020.

tsc-Jahresfest am 23. Juni: 37 Absolventen sagen tschüss und 500 Menschen aus Familien und Freunden sind dabei. Dabei sind auch die ersten Absolventen aus unserem Bachelor-Studiengang Theologie & Musik. Wir sind begeistert und freuen uns mit. Ferner wurden auch unsere ersten Eben-Ezer-Musikvideos vorgestellt, die zwei Eigenproduktionen von zwei Studentinnen zeigen – wieder gehen Lieder aus von Chrischona, wie schon früher.

Juli 2019

1979 kam der erste Walkman auf den Markt. 40 Jahre Musikhören unterwegs.
Wir machen damit Ferien.

August 2019

Wir nehmen den Pinsel wieder in die Hand und im fernen Korsika kam vor 250 (1769) Jahren einer der grössten, umstrittensten, schurkigsten und genialsten Egomanen auf die Welt: Napoleon.
Die Graduierungsfeier findet erstmals gerade zu Beginn des neuen Studienjahres statt. Neu ist auch das Format, stellen doch erstmals drei Absolventinnen ihre Bachelorarbeit vor.
Danach beginnen die geistlichen Einführungstage, an denen uns Heiner Schubert von Don Camillo aus Montmirail mit seinen zeichnenden Predigten in den Bann zog und wir auch interaktiv mit hineingenommen wurden in die Thematik: Christus in dir, Christus in mir. 33 neue Studis sind angetreten, dazu kommen über 20, die an Fernstudenten oder Modulstudenten oder Gaststudenten mitmachen.

September 2019

Wir freuen uns, dass der Studienbetrieb wieder so richtig los geht mit vielen, jungen motivierten Menschen. Insgesamt studieren etwas mehr als 140 Menschen hier.
Diesen Herbst feiern zwei Schweizer Institutionen ihren 100tsten Geburtstag: VFG (Freikirchenverband Schweiz) und EVP (Evangelische Volkspartei).

Bei uns gab es Mitgliederversammlung des Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverbandes auf St. Chrischona – irgendwie haben unsere Studenten denen so Eindruck gemacht beim Upgrade, dass sie ihre Delegiertenversammlung im Herbst gerade bei uns abhielten. Und wieder waren sie begeistert – nun hoffen wir auf die ersten 50 Ersties aus Deutschland nächsten Sommer!

Oktober 2019

Ruhm und Gold – 1000 Jahre Basler Münster: das ganze Jahr über Feierlichkeiten und eine Ausstellung, die noch bis am 19. Januar 2020 läuft. Genau am 11. Oktober 1019 wurde von Heinrich II das Basler Münster geweiht. Beachtliche Teile der damals gemachten kostbaren Schenkungen sind heute noch vorhanden und eben im Museum zu sehen.
175 Jahre Nietzsche Geburtstag Eigentlich sollte der Pastorensohn Friedrich Nietzsche Theologe werden. Doch er entschied sich für die Philosophie. Ohne vorherige Habilitation berief ihn die Universität Basel zum Professor Nietzsche, der unter anderem seinen Glauben durch die Lektüre von David Friedrichs Leben Jesu und durch Ludwig Feuerbachs wahres Christentum verloren hatte, war 10 Jahre in Basel Professor und Lehrer.
«Gott ist […] eine Undelicatesse gegen uns Denker –, im Grunde sogar bloß ein faustgrobes Verbot an uns: Ihr sollt nicht denken!»
1889 schreibt Nietzsche aus Turin nach Basel an Jacob Burckhardt: «Lieber Herr Professor, zuletzt wäre ich sehr viel lieber Basler Professor als Gott; aber ich habe es nicht gewagt, meinen Privat-Egoismus so weit zu treiben, um seinetwegen die Schaffung der Welt zu unterlassen. Sie sehen, man muss Opfer bringen, wie und wo man lebt.»
Wir haben im Januar am Theologischen Forum auch einen Atheisten zu Worte kommen lassen. Wir möchten zuhören und verstehen, aber nicht so enden, Gott sei Dank, lebt Gott, auch wenn ihn Nietzsche und vor und nach ihm viele – auch unter Schmerzen und Entsetzen – totgesagt hat.
Wir singen lieber dem, der uns geliebt hat, Liebeslieder und öffnen im Oktober wieder die Bühne in der Eben-Ezer-Halle.

November 2019

Vor 500 Jahren zog Cortés in die sagenumwobene Hauptstadt der Azteken ein – es war der Startschuss zur Globalisierung
Vor 150 Jahren, am 17. November 1869, wird ein 3500 Jahre alter Traum Wirklichkeit. Mit dem Suezkanal wird die bedeutendste von Menschen geschaffene Wasserstrasse eröffnet.

Und wir, wir studieren bis die Hirnhaut platzt, bis der Computer streikt, bis der Morgen graut. Viel wird gelernt, diskutiert, erkannt, neu entdeckt.

Dezember 2019

Reinhard Bonnke stirbt, der Mähdrescher Gottes ist tot. Das heisst: im Himmel und sieht nun die Früchte seiner Arbeit. Er war bei einigen umstritten, aber das Evangelium hat er vielen gebracht.

Uns am tsc stecken nun noch die Prüfungen in den Knochen, aber das Semester ist vorbei und was bleiben soll, das haben viele von euch uns im absolut wunderbaren Adventskonzert 2019 mit dem tsc-Chor zugesungen.

Von kleinen und grossen Schritten

1969 – also vor 50 Jahren – sagte Armstrong: «Ein kleiner Schritt für mich, aber ein grosser Schritt für die Menschheit», und stieg die letzte Stufe von der Mondlandefähre auf den Mond. Fast die ganze Welt schaute dabei zu. Erst 50 Jahre ist das her, dass wir Menschen ein bisschen von der Erde los kamen… sozusagen einen kleinen Sprung ins All taten, Ausserirdische wurden.
Vor über 2000 Jahren hat auch einer einen kleinen Schritt gemacht auf die Erde, hinein in einen Stall, kaum jemand nahm Notiz, doch der ganze Himmel schaute zu. Ganz klein fing es an, aber es war ein grosser Schritt für die Menschheit. Ja, der grosse Schritt auf die Menschheit zu, den wir so nötig hatten und haben und auch ein ganz grosser für den Grössten: Gott wurde klein, kam zu uns, damit wir wieder unsere wahre Grösse entdecken können – Kinder Gottes dürfen wir – durch sein Leben und Sterben – in seiner Gegenwart sein.

Ein Chor aus Dozierenden und Mitarbeitenden singt der Studiengemeinschaft das Weihnachtslied: «O komm, O komm, du Morgenstern».

Gelöste Stimmung zum Semesterschluss

Foto: Dozierende und Mitarbeitende des tsc singen das Weihnachtslied «O komm, O komm, du Morgenstern».

Bericht

Gottesdienst zum Ende des Herbstsemesters 2019/20

Eine fröhliche, gelöste Stimmung herrschte beim Abschlussgottesdienst des Herbstsemesters am 18. Dezember 2019 am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc). Die Studiengemeinschaft feierte in der Kirche St. Chrischona das Ende der Prüfungszeit und den Beginn der Weihnachtsferien.

Erleichterung nach der Prüfungszeit

Der Abschlussgottesdienst fand direkt im Anschluss an die letzten Prüfungen statt. Viele Studierende waren erleichtert, dass nach der Lern- und Prüfungsphase der grösste Stress vorbei ist. So sangen sie die Lobpreis- und Weihnachtslieder besonders kraftvoll und fröhlich mit.

Am offenen Mikrofon erzählten einige, was sie im zurückliegenden Semester mit Gott erlebtt hatten. Sie berichteten von Glaubensschritten und Gebetserhörungen, etwa Heilung von Schmerzen oder Krankheit. Einzelne Studierende bedankten sich für konkrete Hilfe durch die Studiengemeinschaft, beispielsweise Pannenhilfe bei einem platten Reifen.

Ereignisreicher Jahresrückblick 2019

Eine Tradition zum Jahresende ist der humorvolle Jahresrückblick von Claudius Buser, dem Dozenten für Kirchengeschichte. Auch 2019 fasste er Ereignisse anekdotenhaft zusammen, die entweder kirchengeschichtlich oder für das tsc eine Bedeutung haben. Er erwähnte das 1000-jährige Bestehen des Basler Münsters sowie das 500-jährige Jubiläum des Beginns der Tätigkeit des Reformators Huldrych Zwingli als Leutpriester am Grossmünster Zürich. In der tsc-Geschichte notierte der Kirchengeschichtler zum 1. Januar 2019 einen Neubeginn. Seitdem ist das Theologische Seminar St. Chrischona ein rechtlich eigenständiger Verein. «Chrischona hat es wieder getan, wir haben uns neu erfunden. Haben Bewährtes erhalten und Neues gewagt», erläuterte Claudius Buser.

tsc verabschiedet Manuel Schmid und Stefan Schweyer

Eine weitere Notiz für die tsc-Chronik ist die Verabschiedung von zwei Dozenten. Dr. Manuel Schmid beendet mit dem Herbstsemester seine mehrjährige Lehrtätigkeit am tsc. Studiengangsleiter Dr. Dr. Beat Schweitzer lobte dessen leidenschaftlichen Einsatz im Modul «Kommunikation des Evangeliums» und die akribische Unterrichtsvorbereitung.
Als Gastdozent im Studiengang Theologie & Musik war Prof. Dr. Stefan Schweyer (STH Basel) seit 2017 am tsc tätig. Bereits vorher hatte er wichtige Impulse zur Einführung dieses Studiengangs gegeben, wofür ihm Studiengangsleiterin Susanne Hagen herzlich dankte.

Unterrichtsfrei heisst nicht arbeitsfrei

Die Weihnachtspause geht für die meisten Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden direkt nach dem Abschlussgottesdienst los. Sie dauert bis zum 3. Februar 2020, wenn der Unterricht im Frühlingssemester beginnt. Die unterrichtsfreie Zeit ist für die meisten jedoch keine arbeitsfreie Zeit. Besonders diejenigen, die ihre Bachelorarbeit schreiben müssen, haben zu tun.
Bevor sich die Studiengemeinschaft in viele kleine und grössere Orte in Deutschland, Österreich und die Schweiz verstreute, ermutigte sie Dr. Benedikt Walker, sich auf die Weihnachtszeit einzulassen. «Ich brauche Weihnachten», erklärte der Rektor des tsc. «Weihnachtszeit ist die Zeit, in der Gott uns seine Liebe zeigt.»

Abschlussgottesdienst Herbstsemester 2019/20: Verabschiedung von Manuel Schmid und Stefan Schweyer als Dozenten
Beat Schweitzer und Susanne Hagen verabschieden Manuel Schmid und Stefan Schweyer als Dozenten am tsc (von links).
Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.
Auf humorvolle Art und Weise blickt Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc, auf die Ereignisse des Jahres 2019 zurück.

Jahresrückblick 2019 lesen

Claudius Busers Jahresrückblick ist in einem separaten Blogbeitrag auf der tsc-Internetseite veröffentlichen.