tsc-Jahresbericht 2021: «Das Studium am tsc bringt mich geistlich und persönlich weiter» (Samuel Frers, tsc-Student)

tsc-Jahresbericht 2021

Geschichten, Zahlen, Informationen vom tsc

tsc-Jahresbericht 2021

Die theologische Ausbildung des tsc ist wirkungsvoll!

Der Jahresbericht 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) dokumentiert, warum die Bildungsarbeit des tsc wertvoll und wirkungsvoll ist. Besonders deutlich wird das in den Geschichten der Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni. tsc-Student Samuel Frers schreibt beispielsweise: «Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter.» Im Herbst 2021 hat er sein Studium am tsc begonnen und erlebt es bereits als grosse Bereicherung.

«Trotz Corona hat sich das tsc 2021 weiterentwickelt»

Der tsc-Jahresbericht 2021 beginnt mit dem Bericht von Thomas Rudin, des Präsidenten des Vereins tsc. Er schreibt:

«2021 war das zweite stark von Corona geprägte Jahr. In allen Lebenslagen haben wir das gespürt. Jeder von uns. Umso mehr bedanke ich mich bei allen, die das Theologische Seminar St. Chrischona im vergangenen Jahr finanziell und im Gebet getragen haben. Die Corona-Massnahmen haben uns an manchen Stellen etwas ausgebremst. Sie hinderten uns aber nicht daran, unserem Auftrag zu folgen.

Als tsc haben wir unsere Vision so formuliert:

Wir träumen davon, dass alle Menschen Jesus Christus kennen und vertrauen lernen. Der Chrischona Berg ist ein Ort, an dem viele Frauen und Männer theologisch aus- und weitergebildet und befähigt werden, Mitverantwortung in der weltweiten Kirche und Gesellschaft zu übernehmen.

Mit dieser Vision im Blick hat sich das Theologische Seminar auch 2021 weiterentwickelt. Externe Prüfer haben dem tsc erneute eine hohe Studienqualität bescheinigt (siehe Seite 4). Mit Einfallsreichtum und Kreativität ist die Studiengemeinschaft den Corona-Herausforderungen begegnet – ich denke an den tsc-Chor mit seinen grossartigen Videos, die so viele Menschen mit der frohen Botschaft erreicht haben.

Nach wie vor beeinflusst haben die Corona-Massnahmen den Hotellerie- und Konferenzbetrieb der Chrischona Campus AG. Trotz allem geht es mit der Immobilienstrategie weiter voran. Die Geschichte hat uns auf St. Chrischona ein reiches Erbe an Gebäuden beschert. Diese Fundamente wollen wir nutzen, damit darauf auch in Zukunft Segensgeschichte entsteht. Zum Beispiel mit der Renovierung der Eben-Ezer-Halle. Die historische Holzhalle wird wieder nutzbar für das tsc und ein breites Publikum. Dass wir dieses Herzensprojekt starten konnten, verdanken wir einer grosszügigen Spenderin (siehe Seite 18).

Weiterentwickelt hat sich auch das tsc-Netzwerk. Seit dem letzten Jahresbericht sind zehn neue Netzwerkpartner hinzugekommen, 84 sind es jetzt insgesamt. Sie alle stärken dem tsc den Rücken. Sie prägen die Bildungsarbeit. Und sie gestalten das Netzwerk mit – etwa mit der tsc-Netzwerk-Konferenz in diesem Jahr (siehe Seite 16)

Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.
Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.

«Danke allen Partnern, Unterstützern und Freunden – bleiben Sie dem tsc verbunden. Bitte beteiligen Sie sich an unserem Auftrag, damit das tsc und der ganze Chrischona Berg vielen Menschen zum Segen wird und stetig weiterentwickelt werden kann.»

Thomas Rudin, Präsident Verein tsc

«Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter»

Samuel Frers ist der Student, der auf der Titelseite des tsc-Jahresberichts 2021 abgebildet ist. Er berichet über sein Studium der Theologie & Musik:

«Ermutigend, hinterfragend, herausfordernd, vielseitig, bereichernd, authentisch und lebendig – so erlebe ich als «Erstie» die tsc-Community. Zahlreiche Treffen wie Kaffeerunden, Lobpreis-Sessions und Sportaktivitäten haben dazu beigetragen, dass ich schnell Anschluss gefunden habe und sehr gut in die grosse Gemeinschaft aufgenommen wurde. Ich bin sehr froh, dass ich zu ihr gehöre und sie mich weiterbringt. Beispielsweise wirken sich die Begegnungen und Gespräche in der tsc-Community konkret auf meinen Alltag aus, den ich teilweise anders gestalte als vor dem Studium. Ich versuche mir jetzt jeden Tag bewusst Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen – was vor dem Studium nicht immer der Fall war. Oder ich achte darauf, dass ich genügend Schlaf bekomme, damit ich am nächsten Tag wieder produktiv, fit und konzentriert studieren kann.

Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung. Der regelmässige Austausch mit Studierenden und Dozierenden auf persönlicher und geistlicher Ebene hat mich in den letzten Monaten sehr inspiriert und in vielerlei Hinsicht herausgefordert. Zum Beispiel diskutierten wir in den Vorlesungen spannende, teils heikle Themen. Diese Diskussionen haben mich zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt. Durch den offenen, ehrlichen Umgang am tsc fühle ich mich als Student frei, meine Gedanken auszusprechen und in geschütztem Rahmen darüber zu reden. Ich habe bereits einige Begegnungen mit anderen Studierenden erlebt, in denen wir über verschiedene Themen diskutiert und dadurch voneinander gelernt haben.»

Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.
Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.

«Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung.»

Samuel Frers, tsc-Student Theologie & Musik

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Weitere Geschichten, Zahlen und Informationen vom Theologischen Seminar St. Chrischona lesen Sie im tsc-Jahresbericht 2021. Sie können ihn entweder als PDF herunterladen oder hier online lesen.

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

tsc-Jahresrückblick 2021

Ereignisse der Zeitgeschichte, Anekdoten vom tsc

tsc-Jahresrückblick 2021

Autor: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Claudius Buser kann in seinem traditionellen tsc-Jahresrückblick 2021 bereits zum zweiten Mal hintereinander nicht am Coronathema vorbei. Seinen Schwerpunkt legt er trotzdem nicht auf 2G- oder 3G-Regeln, sondern auf RG – das Reich Gottes und was wir davon am tsc erkennen.

Erinnerungen an 2020

«Im fernen Morgenland, nein, nicht dort, wo der Stern von den Magiern gesichtet wurde, der sie zum neuen König weisen soll, sondern im noch viel ferneren Morgenland – weit weg von der Zivilisation Europas – machten sich Magier – nicht auf den Weg – sondern an die Arbeit. Sie wollten eine neue Krone basteln, nicht einfach für den neuen König, nein, sondern für alle Menschen.

Noch wollten sie die Krone den Menschen nicht zeigen, da geschah es: Die Krone machte sich selbständig auf den Weg zu den Menschen dieser Erde. Und was viele nicht glauben wollten oder konnten, wurde wahr: Diese Krone für alle, veränderte das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt, in einer Art und Weise, wie sich das die Menschen zu Beginn des Jahres 2020 nicht in ihren kühnsten oder wirrsten Träumen hätten vorstellen können, auch wir am tsc nicht.»

So fing mein Jahresrückblick 2020 an. Ich hatte es damals nicht sehen kommen, dass uns Corona auch in diesem Jahr so beschäftigen würde und ich nochmals mit Corona anfangen werde. Doch nun können wir Corona oder eigentlich noch viel mehr: Corona kann uns mal. Wir haben das 2021 trotzdem gelebt, und zwar unter der Leitung einer anderen Krone.

RG statt 2G oder 3G

Natürlich gab es Quarantäne, Isolation, Impfdurchbrüche und Stimmungsumbrüche. Natürlich wissen wir nun, was Boostern heisst und wie 3G geht, aber ich bin froh, dass für Heiligabend ein G kommt. Auf ihn hoffen wir und ihn erwarten wir. Er kommt ohne Impfung, Maske und Zertifikat, muss daher wohl auch in einen Stall. Er kommt ohne dies alles, weil er uns anstecken will, ganz bewusst anstecken will mit einer ungeheuren Hoffnung: mit ihm kommt nicht 3G oder 2G sondern das RG, das Reich Gottes und er trägt eben eine andere Krone, die Krone seines Reiches, weil er der König ist.

Schauen wir in dieses spezielle Jahr hinein, dann haben wir doch viele spannende Sachen erlebt. Nun aber der Reihe nach:

Claudius Buser
Claudius Buser ist Stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am tsc.

Januar

Am 3. Januar 2021 vor 500 Jahren wurde Luther exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen. 500 Jahre später wurde zur «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung zwischen Lutheranern und der Katholischen Kirche» von 1999 ein erweitertes Dokument veröffentlicht. Ist das uns egal? Natürlich, wir haben kaum davon Kenntnis genommen. Aber es kann uns eigentlich nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.

4. Januar: Der Dachverband Freikirchen Schweiz veröffentlicht ein von Beat Schweitzer verfasstes Papier zum Thema: Impfen oder nicht. Empfehlens- und lesenswert bis heute!

14. Januar: Das erste, nie veröffentlichte Umschlagbild des Tim-und-Struppi-Comics «Der Blaue Lotos» des Zeichners Hergé erzielt bei einer Versteigerung in Paris einen Rekordwert von 3,2 Millionen Euro. Wenn noch jemand so ein Bild zuhause hat, wo es nur Staub ansetzt, könnt ihr es dem tsc als Weihnachtsgeschenk vermachen.

Am 20. Januar ist definitiv ausgetrumpt, natürlich ging das im Vorfeld nicht ohne grossen Klamauk und am 6. Januar gab es sogar eine Erstürmung des Weissen Hauses durch einen Mob. Aber nun bitten wir Biden, die Sache zu richten. Wobei die Leute 11 Monate später nicht ganz glücklich sind mit der Arbeit von Joe, nicht in Afghanistan, nicht in Bezug auf Russland oder China und auch nicht ganz zuhause. Hoffentlich trumpelt Trump in drei Jahren nicht wieder zurück ins Weisse Haus!

«Es kann uns nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Februar

Am 5. Februar starb der jüdische US-Amerikaner Hershel Shanks im Alter von 91 Jahren. Wenige kennen Hershel Shanks mit Namen, doch viele profitieren von seinem Einsatz für eine allgemeinverständliche Archäologie in Israel. Unter anderem bei der Veröffentlichung der Schriftrollen vom Toten Meer spielte er eine grosse Rolle. Unermüdlich kämpfte er gegen deren wissenschaftlichen Verschluss.

Und bei uns am tsc werden Bachelorarbeiten eingereicht. Die vier besten Bachelorarbeit können auf dieser Internetseite gelesen werden.

Das neue Semester hat uns wieder. Wir starten mit Unterricht im Internet, können das auch schon gut, haben wir das doch schon im letzten Herbst anfangen müssen. Wir freuen uns an den Gottesdiensten, die wir trotzdem feiern dürfen – zwar ohne gemeinsamen Gesang, aber trotzdem, und haben eigentlich trotz allem eine gute Stimmung am tsc. Wir beenden zum Glück nicht im Fernmodus, sondern dürfen nach Ostern, respektive Ende April umstellen auf Präsenzunterricht. Zum Glück haben wir so viel Platz auf dem Berg.

Aber es fehlten uns schon diverse Möglichkeiten, Gemeinschaft zu gestalten. Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.

März

Die Ever Given kann nichts mehr geben, sie steckt fest und rasch stauen sich 300 Schiffe hinter ihr und mit dem Stau hustet unser Konsum noch mehr. Ein Schiff, ein bisschen Sand und Europa hat ein Problem…

«Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

April

Der Theologe Hans Küng ist tot. Während mehr als dreissig Jahren lehrte Küng an der Eberhard-Karls-Universität im Tübingen in Baden-Württemberg. Bis 2013 war er Präsident der Stiftung Weltethos.
Das Ziel des Projekts Weltethos, das er 1995 mitgegründete, beschrieb Küng auf dessen Webseite: «Frieden unter den Religionen, Kulturen und Nationen auf der Basis einiger gemeinsamer elementarer ethischer Werte, Massstäbe und Haltungen.» Ja, wenn wir den Friedefürst handeln lassen, wenn er Frieden schenkt, dann erst ist Frieden.

Mai

«Gewöhn dich an anders», hiess es für die Senioren, die altbewährten Freunde des tsc aus vielen Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland. Corona lässt einen normalen Seniorentag nicht zu. Aber anders war echt gut und mehr Freunde des tsc als sonst erlebten den Seniorentag dezentral an vielen Orten. Es geht auch anders, das sagen wir Schweizer einfach dazu: Freude herrscht.

Wir feiern die Validierung unserer Studiengänge am 4. Mai. Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.

Ende Mai feiern wir unter dem Motto: «Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist» den Semesterabschlussgottesdienst im Freien unter blauem Himmel und singen aus vollen Kehlen, natürlich mit Abstand aber trotzdem, wir singen gemeinsam, wie schön ist denn das! Ja, das hat uns schon gefehlt, das gemeinsame Singen.

Juni

Prüfungen werden geschrieben und die Bücher aufgetan, um zu sehen, wer im Buch der Noten richtig liegt. Soweit so gut. Alles bestens, wir feiern mit 29 Absolventen und Absolventinnen ein familiäres tsc-Jahresfest. Und es werden zwei Chorvideos vorgestellt, die im Wenkenpark gedreht wurden. Ich war so stolz, als ich sie sah – ich bin es heute immer noch. Einfach klasse, was da an Können und Begeisterung durchkommt und wie gut ihr klingt.

«Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Juli und August

Fluten ergiessen sich über Europa. Es trifft viele Regionen. In Deutschland ist es die grösste Flutkatastrophe seit 1962. Es gibt viele Opfer und manche Dörfer werden Jahre gebrauchen, bis alles wieder in Ordnung ist. Und wir machen einfach Ferien. Wie nah, Freud und Leid und wie gut, dass wir nicht alles tragen müssen.

September

Und dann kommt ihr, ihr Ersties. Wir dürfen 39 neue Studierende bei uns willkommen heissen. Wir haben uns auf euch gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls. Und Thomas Härry hat euch gute Tipps für das Theologiestudium weitergegeben. Zum Beispiel den: «Theologie ist dann eine gute Theologie, wenn sie mich in die Nachfolge führt.» Oder: «Lies die Bibel unvoreingenommen, respektive barfuss und auch entwickle eine Denkweise der Neugier, achte auf dich selbst.» Und am Samstagabend haben wir gefeiert. Märchen wurden wahr. Nicht nur Märchen: Aus Mythologien und Comics erschienen Gestalten und verwandelten das Festgelände unter dem mystischen Mastenbaum von fast 250 Metern Höhe zu einer Rampe zu ungeahnten Höhenflügen.

«Wir haben uns auf euch Ersties gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Oktober und November

Und rasch geht es in das Herbstsemester hinein. Der Unterricht treibt den Schweiss auf die Stirn, Corona taucht überraschend früh am Horizont des kommenden Herbstes auf und wieder lernen wir, mit dem Virus umzugehen.

Überraschenderweise können wir unser Jubiläumstreffen mit 160 Alumni mit der 3G-Regel durchführen und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit sitzen wir wieder normal dicht beieinander, sehen wir wieder in maskenfreie Gesichter und singen aus vollen Kehlen in einem Innenraum – und das mit 160 Leuten. Leute, das war früher normal, jetzt erschien es einem als kleines Wunder. Und die Jubilare loben das tsc und freuen sich an dem, was sie hier oben sehen – das kann man nachlesen im CAMPUSLEBEN 4/2021.

Dezember

S’Mutti geht. Auf die Frage, wer den wohl Nachfolgerin von Merkel werden soll, sagte ein Kind: «Natürlich wieder eine Frau.» Es hatte keine andere Wirklichkeit erlebt als Mutti Merkel. 16 Jahre lang hat sie, die Pfarrerstochter, die Geschicke Deutschlands geleitet. Hut ab vor vielen ihrer Leistungen. Nun ist aber doch ein Papi gekommen, mal schauen auf was der Scholz in 16 Jahren stolz sein kann?

S’Mutti geht und wenn das Mutti geht, gehen andere einfach auch. Der innere Zusammenhang ist zwar nicht geklärt, aber es melden sich auch bei uns Leute, die gehen wollen, einige, weil sie in ein Alter gekommen sind, wo der wohlverdiente Unruhestand winkt, andere weil sie sich nach neuen Ufern aufmachen.

Schluss

Wie dem auch sei, gewöhn dich an Anderes. Wir werden uns wohl immer daran gewöhnen müssen im Leben. Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt. Wir feiern die Ankunft dessen, der uns an Anderes gewöhnen will. Anders im Sinne von göttlich, aus der Liebe heraus, vom Reich Gottes her, das er uns bringt. Aber auch anders im Sinne von: den Anderen als Teil dieses Reiches sehen und mit dem Anderen unterwegs sein, weil auch er ein Kind Gottes ist.

Dazu haben wir ja dieses Jahr auch ein Community-Paper erstellt, das uns helfen soll, anders zu denken im Umgang miteinander, von der Mitte her, von ihm her, der in der Krippe liegt.

Claudius Buser hat diesen Jahresrückblick für den Semesterabschlussgottesdienst am 22. Dezember 2021 vorbereitet. Wegen der Corona-Massnahmen fand der Gottesdienst in verkürzter Form statt. Claudius konnte seinen Jahresrückblick deswegen nicht live vortragen.

«Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

tsc-Aussendungsfeier 2021: Abschlussklasse (1500x1000px)

Auf und davon in den Dienst

tsc-Aussendungsfeier 2021

Auf und davon in den Dienst

29 Absolventinnen und Absolventen verabschiedete das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) am 27. Juni 2021 mit einer coronabedingten Aussendungsfeier im familiären Rahmen. Ganz nach ihrem Motto machen sie sich «auf und davon» in den Dienst in Kirchen, christlichen Gemeinden und Werken.

Aussendung mit weinendem Auge

Den grössten Teil der Aussendungsfeier nahmen die Laudationen und Bibelverszusprachen an die Absolventinnen und Absolventen ein. Fazit dieses Programmteils: Jeder Einzelne war für ein, drei oder mehr Jahre eine Bereicherung der Studiengemeinschaft am tsc. Das Loslassen geschieht deshalb auch mit einem weinenden Auge. «Viel zu schnell ist die Zeit mit euch vergangen», bekannte etwa Susanne Hagen, die Leiterin des Bachelorstudiengangs Theologie & Musik.

Aussendung als Auftrag des tsc

Es ist der Auftrag des Theologischen Seminars St. Chrischona, Menschen auszubilden, um sie wieder auszusenden. Der Fokus liegt auf dem, was sie am tsc lernen, erleben und von dort mitnehmen. Rektor Dr. Benedikt Walker erinnerte die Absolventinnen und Absolventen an einen wichtigen Punkt: «Theologie studieren bedeutet: Wir lernen hinzuhören. Wir hören Gottes Stimme zu, reflektieren, suchen das Gespräch mit anderen und reagieren darauf.» Und René Winkler, der am tsc den Bereich Weiterbildungen leitet, predigte mit Verweis auf Abraham: «Nicht seine Leistung, sondern sein Glaube war entscheidend.» Wie Abraham sei auch die tsc-Abschlussklasse 2021 erwählt und berufen, Menschen Gottes zu sein.

tsc-Aussendungsfeier 2021: Benedikt Walker
Benedikt Walker wünscht den Absolventinnen und Absolventen 2021, dass sie lebenslang auf Gottes Stimme hören.

Wer ein tsc-Studium absolviert, ist gefragt

Fast alle Absolventinnen und Absolventen haben bereits eine Stelle gefunden, mit der sie nach einer Sommerpause starten – mehrheitlich in einer Gemeinde- oder Kirchenarbeit. Das trifft zum Beispiel auf die 34-jährige Franziska Chiavi zu. Sie hat den Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie abgeschlossen und geht als Pastorin in die Chrischona Frauenfeld. Gefragt sind auch die Absolventinnen und Absolventen der kombinierten Bachelor-Studiengänge Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik. Der 28-jährige Micha Habel ist einer der Absolventen der Theologie & Musik. Er hat bereits während seines Studiums als Jugendpastor in der Stami Lörrach gearbeitet und wird das weiter tun.

Corona-Auflagen verhinderten tsc-Jahresfest 2021

Es war das zweite Mal, dass die Corona-Massnahmen ein grosses tsc-Jahresfest verhinderten. Aufgrund der kurz vor der Aussendungsfeier erfolgten Corona-Lockerungen war die Stimmung jedoch gelöst. Jede Absolventin und jeder Absolvent durfte zwei Gäste nach St. Chrischona einladen. Rund 150 Personen vor Ort und weitere rund 400 Personen via Livestream verfolgten die zweieinhalbstündige Feier.

Zwei Musikvideos des tsc-Chors feierten Premiere

Im Gegensatz zur Aussendung 2020 durfte 2021 wieder gesungen werden. Überhaupt nahm die Musik viel Raum ein während der Aussendungsfeier. Kleine Ensembles aus dem Studiengang Theologie & Musik trugen Lieder vor. Und am Ende feierten zwei Musikvideos des tsc-Chors ihre Premieren: «Vater unser» und «Lean on Me», jeweils mit grosser Beteiligung der tsc-Abschlussklasse. Diese können weiterhin auf dem Youtube-Kanal des tsc angesehen werden.

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.
  • Wünscht du dir eine persönliche Studienberatung? Oder hast du konkrete Fragen zum tsc-Studienangebot? Dann kontaktiere bitte unseren Studienberater René Wälty.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren kostenlosen Schnuppertagen. Der nächste Termin: 21.–22.10.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 27.09.2022, 18–19.30 Uhr.
tsc-Retraite 2021: tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern (1500x500px)

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Retraite 2021 der tsc-Mitarbeitenden

tsc will emotional gesunde Spiritualität fördern

Wer am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) studiert, nimmt nicht nur Wissen auf und erlernt Fähigkeiten, sondern reift auch als Persönlichkeit. Ein Schlüssel dafür ist eine emotional gesunde Spiritualität. Mit diesem Thema setzten sich rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des tsc in ihrer Online-Retraite (Klausurtagung) am Jahresanfang 2021 auseinander.

Angeregte Diskussionen

Die Grundfrage lautete: Welchen Einfluss haben Persönlichkeit, Gemeinschaft, Prägung, Selbstführung oder Theologie auf die Entwicklung einer emotional gesunden Spiritualität? In kleinen Gruppen diskutierten die Mitarbeitenden angeregt darüber, ganz nach dem fünften Leitsatz der Kommunikativen Theologie: «Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.» Hierbei machte sich die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiterschaft des tsc bemerkbar. Manche der Dozentinnen und Dozenten hatten sich bereits beruflich mit Teilfragen beschäftigt. Sie konnten Erkenntnisse aus der theologischen, pädagogischen oder psychologischen Forschung einbringen. Wer weniger Vorwissen hatte, bereicherte die Diskussion durch persönliche Einschätzungen oder Beispiele.

«Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht!»

Ihre Ergebnisse hielten die Mitarbeitenden auf digitalen Pinnwänden der Plattform «Padlet» fest. Dr. Andreas Loos, Dozent für Systematische Theologie, erklärte beispielsweise: «Theologie und Glaube ohne Emotion gibt es nicht! Beispiel Martin Luther: Dass sich Christus auf dem Weg zum Kreuz und am Kreuz geängstigt hat, war für ihn die entscheidende Hilfe im Umgang mit seiner eigenen Angst.»

Für Rektor Dr. Benedikt Walker ist klar: «Kommunikative Theologie, der Dienst als Lernbegleiter und gewinnende Teamarbeit verlangen alle nach emotional gesunder Spiritualität.» Das Theologische Seminar St. Chrischona wird deshalb weiterarbeiten am Thema. Die Ergebnisse der Retraite sowie konkrete Angebote wie Lebens- und Kleingruppen werden in einem Konzept zusammengefasst. Es soll zum Beginn des Studienjahres 2021/22 kommuniziert werden. Ziel ist es, die Studentinnen und Studenten bei ihren persönlichen Reifungsprozessen noch nachhaltiger und strukturierter zu unterstützen.

Online-Retraite mit guter geistlicher Gemeinschaft

Eine Retraite zum Jahresanfang hat eine lange Tradition am tsc. Wegen der Corona-Massnahmen wurde sie 2021 zum ersten Mal komplett über das Internet durchgeführt. Sowohl technisch als auch atmosphärisch verlief die Premiere erfolgreich: In den Pausen zwischen den inhaltlichen Austauschrunden und Bibelarbeiten entwickelten sich informelle Gespräche, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feierten sogar gemeinsam Abendmahl per Videotelefonie. Sie erlebten, dass auch online eine gute geistliche Gemeinschaft möglich ist. Das freute die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders.

Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.
Dr. Andreas Loos, Dozent des tsc, spricht die Einsetzungsworte des Abendmahls in der Kirche St. Chrischona. Die Mitarbeitenden nehmen per Videotelefonie daran teil.