tsc-Jahresbericht 2021: «Das Studium am tsc bringt mich geistlich und persönlich weiter» (Samuel Frers, tsc-Student)

tsc-Jahresbericht 2021

Geschichten, Zahlen, Informationen vom tsc

tsc-Jahresbericht 2021

Die theologische Ausbildung des tsc ist wirkungsvoll!

Der Jahresbericht 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) dokumentiert, warum die Bildungsarbeit des tsc wertvoll und wirkungsvoll ist. Besonders deutlich wird das in den Geschichten der Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni. tsc-Student Samuel Frers schreibt beispielsweise: «Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter.» Im Herbst 2021 hat er sein Studium am tsc begonnen und erlebt es bereits als grosse Bereicherung.

«Trotz Corona hat sich das tsc 2021 weiterentwickelt»

Der tsc-Jahresbericht 2021 beginnt mit dem Bericht von Thomas Rudin, des Präsidenten des Vereins tsc. Er schreibt:

«2021 war das zweite stark von Corona geprägte Jahr. In allen Lebenslagen haben wir das gespürt. Jeder von uns. Umso mehr bedanke ich mich bei allen, die das Theologische Seminar St. Chrischona im vergangenen Jahr finanziell und im Gebet getragen haben. Die Corona-Massnahmen haben uns an manchen Stellen etwas ausgebremst. Sie hinderten uns aber nicht daran, unserem Auftrag zu folgen.

Als tsc haben wir unsere Vision so formuliert:

Wir träumen davon, dass alle Menschen Jesus Christus kennen und vertrauen lernen. Der Chrischona Berg ist ein Ort, an dem viele Frauen und Männer theologisch aus- und weitergebildet und befähigt werden, Mitverantwortung in der weltweiten Kirche und Gesellschaft zu übernehmen.

Mit dieser Vision im Blick hat sich das Theologische Seminar auch 2021 weiterentwickelt. Externe Prüfer haben dem tsc erneute eine hohe Studienqualität bescheinigt (siehe Seite 4). Mit Einfallsreichtum und Kreativität ist die Studiengemeinschaft den Corona-Herausforderungen begegnet – ich denke an den tsc-Chor mit seinen grossartigen Videos, die so viele Menschen mit der frohen Botschaft erreicht haben.

Nach wie vor beeinflusst haben die Corona-Massnahmen den Hotellerie- und Konferenzbetrieb der Chrischona Campus AG. Trotz allem geht es mit der Immobilienstrategie weiter voran. Die Geschichte hat uns auf St. Chrischona ein reiches Erbe an Gebäuden beschert. Diese Fundamente wollen wir nutzen, damit darauf auch in Zukunft Segensgeschichte entsteht. Zum Beispiel mit der Renovierung der Eben-Ezer-Halle. Die historische Holzhalle wird wieder nutzbar für das tsc und ein breites Publikum. Dass wir dieses Herzensprojekt starten konnten, verdanken wir einer grosszügigen Spenderin (siehe Seite 18).

Weiterentwickelt hat sich auch das tsc-Netzwerk. Seit dem letzten Jahresbericht sind zehn neue Netzwerkpartner hinzugekommen, 84 sind es jetzt insgesamt. Sie alle stärken dem tsc den Rücken. Sie prägen die Bildungsarbeit. Und sie gestalten das Netzwerk mit – etwa mit der tsc-Netzwerk-Konferenz in diesem Jahr (siehe Seite 16)

Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.
Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.

«Danke allen Partnern, Unterstützern und Freunden – bleiben Sie dem tsc verbunden. Bitte beteiligen Sie sich an unserem Auftrag, damit das tsc und der ganze Chrischona Berg vielen Menschen zum Segen wird und stetig weiterentwickelt werden kann.»

Thomas Rudin, Präsident Verein tsc

«Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter»

Samuel Frers ist der Student, der auf der Titelseite des tsc-Jahresberichts 2021 abgebildet ist. Er berichet über sein Studium der Theologie & Musik:

«Ermutigend, hinterfragend, herausfordernd, vielseitig, bereichernd, authentisch und lebendig – so erlebe ich als «Erstie» die tsc-Community. Zahlreiche Treffen wie Kaffeerunden, Lobpreis-Sessions und Sportaktivitäten haben dazu beigetragen, dass ich schnell Anschluss gefunden habe und sehr gut in die grosse Gemeinschaft aufgenommen wurde. Ich bin sehr froh, dass ich zu ihr gehöre und sie mich weiterbringt. Beispielsweise wirken sich die Begegnungen und Gespräche in der tsc-Community konkret auf meinen Alltag aus, den ich teilweise anders gestalte als vor dem Studium. Ich versuche mir jetzt jeden Tag bewusst Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen – was vor dem Studium nicht immer der Fall war. Oder ich achte darauf, dass ich genügend Schlaf bekomme, damit ich am nächsten Tag wieder produktiv, fit und konzentriert studieren kann.

Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung. Der regelmässige Austausch mit Studierenden und Dozierenden auf persönlicher und geistlicher Ebene hat mich in den letzten Monaten sehr inspiriert und in vielerlei Hinsicht herausgefordert. Zum Beispiel diskutierten wir in den Vorlesungen spannende, teils heikle Themen. Diese Diskussionen haben mich zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt. Durch den offenen, ehrlichen Umgang am tsc fühle ich mich als Student frei, meine Gedanken auszusprechen und in geschütztem Rahmen darüber zu reden. Ich habe bereits einige Begegnungen mit anderen Studierenden erlebt, in denen wir über verschiedene Themen diskutiert und dadurch voneinander gelernt haben.»

Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.
Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.

«Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung.»

Samuel Frers, tsc-Student Theologie & Musik

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Weitere Geschichten, Zahlen und Informationen vom Theologischen Seminar St. Chrischona lesen Sie im tsc-Jahresbericht 2021. Sie können ihn entweder als PDF herunterladen oder hier online lesen.

Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.

Die «Flugschule» tsc ist wieder gestartet

tsc-Semestereröffnung Frühlingssemester 2022

Die «Flugschule» tsc ist wieder gestartet

Mit einem Gottesdienst im Freien startete die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) am 7. Februar ins Frühlingssemester 2022. Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Für die Studierenden der Abschlussklasse war es ein besonderer Freudentag.

tsc ist Nest und Flugschule zugleich

Claudius Buser, stellvertretender Rektor des tsc, stellte das Frühlingssemester unter den Zuspruch des Psalm 91. Dort heisst es im Vers 4 über Gott: «Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.» Claudius Buser verglich das tsc mit einem Nest und einer Flugschule für die Studierenden. In der geschützten Umgebung der tsc-Community können sie Fehler machen und das Fliegen lernen.

Freudentag der Abschlussklasse zum Start ins finale Semester

Die Stimmung unter den Studierenden ist zum Start des neuen Semesters gut. Viele freuten sich über das Wiedersehen mit der Studiengemeinschaft. Ganz besonders freuten sie sich mit den Studentinnen und Studenten der Abschlussklasse, die am Morgen des ersten Semestertags ihre Bachelorarbeit abgegeben haben. Damit endete für sie eine intensive Zeit des Recherchierens, Lesens, Zusammenstellens und Schreibens. Die Abgabe der Bachelorarbeit ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss des Bachelorstudiums. Vor der Abschlussklasse liegt jetzt das finale Semester mit den letzten Prüfungen und den letzten Ausarbeitungen. Beim tsc-Jahresfest am 26. Juni wird das tsc sie aussenden.

Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.
Claudius Buser spricht der tsc-Community zum Start ins Frühlingssemester 2022 mit Psalm 91 Mut zu.

Vier neue Gastdozierende am tsc

Der Start des Frühlingssemesters markiert für vier neue Gastdozierende den Beginn ihres Dienstes am tsc. Einer von ihnen ist Dr. Daniel Ritter, der nach der Pensionierung von Martin Gerber, das Modul «Einführung Neues Testament» im Präsenzstudium übernommen hat. Daniel ist reformierter Pfarrer und frisch gebackener Doktor der Theologie. Er promovierte 2021 an der Universität Bern. Neue Gastdozentin im Modul «Interkulturelle Pädagogik» ist Andrea Baumgartner, die ausgebildete Lehrerin ist und über langjährige Erfahrungen in der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten verfügt. Neu als E-Dozenten im Fernstudium sind Dr. Zachary Fischer und Markus Obländer. Der promovierte Theologe Zachary Fischer unterrichtet am tsc die Online-Kurse «Kommunikation des Evangeliums» und «Theologie & Praxis des Gottesdienstes». Der Pastor und tsc-Absolvent Markus Obländer unterrichtet den Online-Kurs «Homiletik». Er betreibt auch einen eigenen Youtube-Kanal zu Glaubensthemen.

Hoffnung auf Corona-Lockerungen

Nur im Freien war es aufgrund der Corona-Massnahmen möglich, als grössere Gruppe gemeinsam und ohne Maskenpflicht Lobpreislieder zu singen. Hoffentlich war es einer der letzten Anlässe am tsc, die wegen Corona umgeplant werden mussten. Denn in der Schweiz mehren sich Anfang Februar 2022 die Anzeichen für Lockerungen. So ist auch am tsc die Hoffnung gross, dass gemeinsame Gottesdienste ohne Zertifikatspflicht in Innenräumen oder gemeinsame Mittagessen bald wieder möglich sein werden.

Stabwechsel im Modul Einführung Neues Testament: Martin Gerber (links) übergibt an Dr. Daniel Ritter.
Stabwechsel im Modul Einführung Neues Testament: Martin Gerber (links) übergibt an Dr. Daniel Ritter.

tsc-Studienangebot:

  • BTh Kommunikative Theologie (3 Jahre, Bachelorabschluss) – der Theologie-Studiengang kann im Präsenz- oder im Fernstudium studiert werden.
  • BA Theologie & Pädagogik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die vielseitige theologische und pädagogische Grundausbildung.
  • BA Theologie & Musik (3 Jahre, Bachelorabschluss) – die im deutschsprachigen Raum einzigartige Kombination aus theologischem und musikalischem Studium.
  • tsc-Jahreskurs (1 Jahr, Teilnahmezertifikat) – beliebt als Orientierungs- oder Vorbereitungsjahr bzw. als Auszeit oder persönliche Weiterbildung. Schwerpunkt Worship wählbar.
  • Online-Kurse (1 oder 2 Semester, Leistungsnachweis) – individuell belegbar zur persönlichen Weiterbildung.
  • Wünscht du dir eine persönliche Studienberatung? Oder hast du konkrete Fragen zum tsc-Studienangebot? Dann kontaktiere bitte unseren Studienberater René Wälty.

Interessiert?

  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren kostenlosen Schnuppertagen. Der nächste Termin: 21.–22.10.2022.
  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Leiterinnen und Leitern der Bachelorstudiengänge und des tsc-Jahreskurses deine Fragen direkt stellen. Der nächste Termin: 27.09.2022, 18–19.30 Uhr.
tsc-Chorvideo «Lean on me» (1280x427px)

Zwei neue Chorvideos mit Wow-Effekt

tsc-Chor singt «Vater unser» und «Lean on Me»

Zwei neue Chorvideos mit Wow-Effekt

Chorfreunde, aufgepasst: Der Chor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) hat zwei neue Musikvideos auf Youtube veröffentlicht! Er singt «Vater unser» von Rihards Dubra und «Lean on Me» von Bill Withers. Die Videos des tsc-Chors sind die erfolgreichsten auf dem Youtube-Kanal des tsc.

Mal andächtig, mal fröhlich tanzend

Obwohl die beiden Musikvideos am selben Tag im Mai im Riehener Wenkenpark mit denselben 59 Sängerinnen und Sängern gedreht worden sind, könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Das Musikvideo zum «Vater unser» hat einen ruhigen, andächtigen Charakter. Der Chor trägt das bekannteste christliche Gebet stillstehend vor, die Kamera schwenkt am Ende in den Himmel. Ganz anders präsentiert sich der tsc-Chor beim bekannten Soulklassiker «Lean on Me». Fröhlich tanzend zeigt er hier, dass er im Herzen ein Gospelchor geblieben ist. Eigens für das Video haben die Sängerinnen und Sänger eine Choreografie einstudiert.

Beim Publikum kommen die Musikvideos kurz nach ihrer Premiere am 27. Juni 2021 sehr gut an. In den Videokommentaren gibt es viel Lob für die «gute Produktion» und den «Wow-Effekt». Den tsc-Chor freut das sehr. Umso grösser ist sein Wunsch, bald wieder Konzerte geben zu können.

Coronakonforme Videoproduktion

Hintergrund für die Videoproduktionen ist die Coronazeit. Normalerweise gibt der tsc-Chor im Mai und Juni mehrere Konzerte, diese mussten wegen der Corona-Massnahmen ausfallen. Bereits 2020 hatte der tsc-Chor mit seinen Musikvideos zu «Nearer, My God, to Thee» (37’000 Aufrufe) und «Christmas Carols» (14’000 Aufrufe) viele Menschen begeistert. Mit seinen neuesten zwei Videos will er an die erfolgreichen Videos anknüpfen.

Die Videos wurden von Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni des tsc unter Einhaltung der Corona-Massnahmen produziert. Zunächst wurden die Sängerinnen und Sänger einzeln im Tonstudio aufgenommen. Gefilmt wurde dann ohne Gesang, nur mit Lippenbewegungen.

Laienchor mit angehenden Profis

Eine Besonderheit des tsc-Chors ist seine Zusammensetzung aus Studierenden, Dozierenden, Mitarbeitenden und Freundinnen und Freunden des Theologischen Seminars St. Chrischona. Es handelt sich um einen Laienchor, der durch Studierende des Bachelorstudiengangs Theologie & Musik unterstützt wird. Diese erhalten eine professionelle musikalische Ausbildung, die von der Studiengangs- und Chorleiterin Susanne Hagen verantwortet wird. Die Soli bei «Lean on Me» wurden von solchen angehenden Gesangsprofis übernommen.

Susanne Hagen, Studiengangsleiterin Theologie & Musik

Susanne Hagen

Leiterin tsc-Chor
«Vater unser und Lean on Me sind zwei unserer Herzenslieder, die zu unserem Standardrepertoire gehören. Mit Lean on Me haben wir bewusst ein Lied gewählt, das in unsere Gesellschaft hineinspricht. Gleichzeitig transportiert es auf fröhliche Art viele christliche Themen. So ist es die musikalische Umsetzung von Galater 6,2: ‹Einer trage des anderen Last.› Es soll aber auch ausdrücken, dass wir uns in unseren Schwierigkeiten an Gott anlehnen können.»

Wer wirkt mit in den tsc-Chorvideos?

  • Klavier: Susanne Hagen
  • Schlagzeug: Daniel Jakobi
  • Bass: Sigi Bohnert
  • Gitarre: Mario Sabatino
  • Mandoline & Geige: Andreas Wäldele
  • Posaune: Todd Smalley
  • Trompete: Matthias Klein
  • Orgel: Ruben Speitelsbach
  • Melina Frey
  • Vanessa Habermann
  • Stefanie Hunger
  • Deborah Müller
  • Gabriel Portner
  • Simone Adt
  • Claudia Ambrosy
  • Angela Bacher
  • Tanja Bürgelin-Arslan
  • Rahel Ernst
  • Melina Frey
  • Maryam Fuchs
  • Petra Glatthard
  • Amelie Görnert
  • Debora Gutmann
  • Astrid Kämpfer
  • Kerstin Kaufmann
  • Judith Koch
  • Stephanie Korinek
  • Simone Krückels
  • Daniela Müller
  • Deborah Müller
  • Johanna Peter
  • Corina Rechsteiner
  • Julianna Suter
  • Rahel Bidlingmaier
  • Romana Binninger
  • Vanessa Habermann
  • Esther Heeß
  • Stefanie Hunger
  • Nadine Keller
  • Lea Knüsel
  • Desirée Kratzat
  • Lisa Langendorf
  • Viola Lies
  • Andrea Maag
  • Corina Mattli
  • Simona Niederberger
  • Naemi Pfefferle
  • Hannah Renz
  • Judith Schroth
  • Monika Veil
  • Sarah Wasef
  • Gottfried Burger
  • Matthias Görnert
  • Fritz Hunger
  • Adrian Inniger
  • Eduard Klassen
  • Gabriel Portner
  • Michael Schweitzer
  • Samuel Weber
  • Samuel Zumbrunn
  • Micha Bacher
  • Benjamin Binder
  • Jonas Friesen
  • Micha Habel
  • Jonathan Keller
  • Matthias Klein
  • Lukas Knierim
  • Robin Nägeli
  • Manuel Pankop
  • Martin Scheuermann
  • Martin Schröder
Ethische Überlegungen zur Covid-19-Impfung (1500x500px)

Impfen oder nicht?

Ethische Überlegungen zu einer Corona-Impfung

Impfen oder nicht?

Autor: Dr. Dr. Beat Schweitzer

Die Impfungen gegen das Corona-Virus haben weltweit begonnen. Doch soll man sich eigentlich impfen lassen? Und ist das nicht gefährlich? Dr. Dr. Beat Schweitzer hat diese Fragen durchdacht. Der promovierte Molekularbiologe und Theologe ist Dozent für Ethik am Theologischen Seminar St. Chrischona. Er kommt nach einer Güterabwägung zum Schluss: Er lässt sich impfen.

Beat Schweitzer hat seine ethischen Überlegungen bewusst kurz gehalten und allgemein verständlich formuliert. Es handelt sich nicht um ein ethisches Gutachten, sondern um eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Argumente. Aufgrund dieser Konzeption beantwortet er auch nicht alle Fragen, die mit diesem Thema in Verbindung stehen. Die ethischen Überlegungen sollen eine erste Hilfestellung sein für eine eigenverantwortliche Entscheidung im Umgang mit der Corona-Impfung.

Erster Corona-Impfstoff ist zugelassen, was nun?

Seit beinahe einem Jahr hält uns das Corona-Virus auf Trab und fordert uns als Individuum und als Gesellschaft heraus. Der Wunsch nach einer Rückkehr zu normalen Verhältnissen wächst mit jedem Tag. Diese Hoffnung hat vor kurzem Nahrung erhalten. Mitte Dezember 2020 hat Swissmedic einen ersten Impfstoff gegen das Corona-Virus in der Schweiz zugelassen (siehe: www.swissmedic.ch) und weitere Impfstoffe befinden sich in Prüfung. Die Schweiz ist deshalb in einer komfortablen Lage, denn eine Impfung ist möglich. Damit stellt sich die Frage: «Impfen oder nicht?». Die verantwortlichen Behörden erhoffen sich von dieser Impfung einerseits einen Schutz des Individuums (insbesondere der Risikopersonen) und damit verbunden eine Entlastung der Gesundheitseinrichtungen. Andererseits soll eine Impfung dazu beitragen, dass das Virus weniger bis gar nicht mehr verbreitet wird (Unterbrechung der Infektionswege), was dem Schutz der gesamten Bevölkerung zu Gute käme.

Darf das Allgemeinwohl fordern, dass individuelle Rechte eingeschränkt werden?

Eine solche Impfung wäre eine präventive und keine therapeutische Massnahme. Denn ein gesunder Mensch lässt sich durch die Impfung einem gewissen Risiko aussetzen, um sich selbst und andere zu schützen. Ist dieses Risiko gerechtfertigt? Wir betreten hier ein Spannungsfeld zwischen Individual- und Sozialethik: Darf das Allgemeinwohl (z. B. Herdenimmunität, Gemeinschaftsschutz, Solidarität, Entlastung des Gesundheitswesens) fordern, dass individuelle Rechte (z. B. Recht auf Selbstbestimmung, Recht auf Unversehrtheit) eingeschränkt werden? Meines Erachtens hängt die Beantwortung dieser Frage von den Auswirkungen einer Impfung auf die geimpfte Person ab und ist eine Güterabwägung. Im Fall einer Impfung gegen Masern oder gegen Kinderlähmung fällt diese Abwägung heute klar zu Gunsten einer Impfung aus. Die beschriebenen Nebenwirkungen stehen statistisch in keinem Verhältnis zu den Folgen eines schweren Verlaufes von z. B. Masern (siehe: www.rki.de). Obwohl in der Schweiz rechtlich keine Impfpflicht besteht, fühlen wir uns im Fall von Masern dennoch moralisch verpflichtet, uns bzw. unsere Kinder dagegen impfen zu lassen.

Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie am tsc
Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Studiengangsleiter Kommunikative Theologie und Dozent für Ethik am tsc.

Schwierige Güterabwägung wegen Unklarheiten

Bei der Corona-Impfung ist eine solche Güterabwägung schwieriger. Der aktuell zugelassene Impfstoff gehört zu der neuartigen mRNA-Impfstoffen. Langjährige Erfahrungswerte durch vergleichbare klinische Anwendungen beim Menschen liegen nicht vor. Positiv ins Gewicht fällt, dass ca. neun von zehn geimpften Personen vor den Folgen einer Erkrankung geschützt sind. Die Testprotokolle zeigen, dass typische Impfnebenwirkungen (z. B. Fieber, Kopfweh, Muskelschmerz) auftreten, aber wieder abklingen. Bei vereinzelten Testpersonen traten allergische Reaktionen oder eine vorübergehende Lähmung des Geschichtsnervs auf. (Quelle: https://www.fda.gov/media/144245/download, S. 38, Ob diese Nebenwirkungen mit der Impfung zusammenhängen, ist unklar).

Langzeitfolgen der Impfungen sind bisher nicht bekannt, was aufgrund der noch kurzen Testphase auch zu erwarten ist. Allerdings sind in vielen Ländern die Impfungen schon angelaufen und voll im Gange. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut für die Überwachung der Sicherheit von Impfstoffen und Arzneimitteln zuständig. Dieses Institut sammelt und analysiert die zunehmende Datenmenge rund um die Corona-Impfung und gibt in regelmässigen Abständen Sicherheitsberichte heraus.

Verändert der Impfstoff meine DNA?

Bedenken an einer Corona-Impfung könnten auch am neuartigen mRNA-Impfstoff liegen. Im Unterschied zu bisherigen Impfstoffen wird hier das Immunsystem-aktivierende Antigen nicht in Form eines Proteinstückes, sondern als «Bauplan» in Form von mRNA zur Verfügung gestellt. Diese mRNA wird von körpereigenen Zellen aufgenommen und löst dann in diesen Zellen die Produktion des Antigens aus. Nach kurzer Zeit wird diese mRNA dann abgebaut. Manche befürchten, dass diese eingeschleuste mRNA die eigene DNA verändert. Dazu müsste jedoch die einzelsträngige mRNA zuerst in eine doppelsträngige DNA umgebaut werden. Dafür ist ein bestimmtes Enzym nötig (Reverse Transkriptase), das der Mensch jedoch nicht besitzt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die eingeschleuste mRNA nicht in die eigene DNA eingebaut wird – was auch mit der von einer menschlichen Zelle ständig selbst-produzierten mRNA nicht geschieht.

«Manche befürchten, dass diese eingeschleuste mRNA die eigene DNA verändert. Dazu müsste jedoch die einzelsträngige mRNA zuerst in eine doppelsträngige DNA umgebaut werden. Dafür ist ein bestimmtes Enzym nötig (Reverse Transkriptase), das der Mensch jedoch nicht besitzt.»

Was ist mRNA?
Eine mRNA (englisch: messenger RNA), auch Boten-RNA genannt, ist eine einzelsträngige Ribonukleinsäure (RNA), die als Transkript eines zu einem Gen gehörenden Teilabschnitts der Desoxyribonukleinsäure (DNA) die genetische Information für den Aufbau eines Proteins in einer Zelle enthält. Mit einer mRNA wird also die Bauanleitung für ein bestimmtes Protein zellulär verfügbar.

Corona-Erkrankung kann lange nachwirken

Auf der anderen Seite der Güterabwägung sind die Auswirkungen einer Covid19-Erkrankung zu bedenken. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit zum Tod führen. Wer die Krankheit übersteht, muss mit Nachwirkungen rechnen. Neben Müdigkeit und Geschmacksstörungen gibt es Berichte über Folgen wie z. B. Herzprobleme, Beeinträchtigungen der Lungenfunktion, Gehirnbeeinträchtigungen und ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen. (Quelle: Studie von Adam Hampshire et al.)  Wie lange solche Nachwirkungen anhalten und welche noch dazu kommen, wird die Zeit zeigen.

Die Waage neigt sich zu Gunsten der Impfung

Auf beiden Seiten der «Waage» liegen in dieser Güterabwägung offene Fragen, insbesondere nach den möglichen Langzeitfolgen einer Impfung oder einer Erkrankung. Vieles wissen wir aber bereits jetzt. Vergleicht man die bisher bekannten Nebenwirkungen und die bekannten Berichte zu möglichen Folgen einer Erkrankung, dann neigt sich die Waage zu Gunsten einer Impfung. Wenn dann noch mitbedacht wird, dass eine Impfung eine Entlastung des Gesundheitswesens bedeutet und im besten Fall auch andere Menschen vor einer Ansteckung schützt, dann ist das Urteil umso deutlicher. In der Summe empfiehlt sich deshalb meines Erachtens eine Impfung gegen das Corona-Virus.

«Vergleicht man die möglichen Nebenwirkungen und die möglichen Folgen einer Erkrankung, dann neigt sich die Waage deutlich zu Gunsten einer Impfung.»

Die ethischen Überlegungen von Dr. Dr. Beat Schweitzer und der Rat von christlichen Ärztinnen und Ärzten haben den Schweizer Freikirchenverband zu einer Impfempfehlung veranlasst. Mehr dazu auf: www.livenet.ch.