tsc-Jahresbericht 2021: «Das Studium am tsc bringt mich geistlich und persönlich weiter» (Samuel Frers, tsc-Student)

tsc-Jahresbericht 2021

Geschichten, Zahlen, Informationen vom tsc

tsc-Jahresbericht 2021

Die theologische Ausbildung des tsc ist wirkungsvoll!

Der Jahresbericht 2021 des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc) dokumentiert, warum die Bildungsarbeit des tsc wertvoll und wirkungsvoll ist. Besonders deutlich wird das in den Geschichten der Studierenden, Mitarbeitenden und Alumni. tsc-Student Samuel Frers schreibt beispielsweise: «Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter.» Im Herbst 2021 hat er sein Studium am tsc begonnen und erlebt es bereits als grosse Bereicherung.

«Trotz Corona hat sich das tsc 2021 weiterentwickelt»

Der tsc-Jahresbericht 2021 beginnt mit dem Bericht von Thomas Rudin, des Präsidenten des Vereins tsc. Er schreibt:

«2021 war das zweite stark von Corona geprägte Jahr. In allen Lebenslagen haben wir das gespürt. Jeder von uns. Umso mehr bedanke ich mich bei allen, die das Theologische Seminar St. Chrischona im vergangenen Jahr finanziell und im Gebet getragen haben. Die Corona-Massnahmen haben uns an manchen Stellen etwas ausgebremst. Sie hinderten uns aber nicht daran, unserem Auftrag zu folgen.

Als tsc haben wir unsere Vision so formuliert:

Wir träumen davon, dass alle Menschen Jesus Christus kennen und vertrauen lernen. Der Chrischona Berg ist ein Ort, an dem viele Frauen und Männer theologisch aus- und weitergebildet und befähigt werden, Mitverantwortung in der weltweiten Kirche und Gesellschaft zu übernehmen.

Mit dieser Vision im Blick hat sich das Theologische Seminar auch 2021 weiterentwickelt. Externe Prüfer haben dem tsc erneute eine hohe Studienqualität bescheinigt (siehe Seite 4). Mit Einfallsreichtum und Kreativität ist die Studiengemeinschaft den Corona-Herausforderungen begegnet – ich denke an den tsc-Chor mit seinen grossartigen Videos, die so viele Menschen mit der frohen Botschaft erreicht haben.

Nach wie vor beeinflusst haben die Corona-Massnahmen den Hotellerie- und Konferenzbetrieb der Chrischona Campus AG. Trotz allem geht es mit der Immobilienstrategie weiter voran. Die Geschichte hat uns auf St. Chrischona ein reiches Erbe an Gebäuden beschert. Diese Fundamente wollen wir nutzen, damit darauf auch in Zukunft Segensgeschichte entsteht. Zum Beispiel mit der Renovierung der Eben-Ezer-Halle. Die historische Holzhalle wird wieder nutzbar für das tsc und ein breites Publikum. Dass wir dieses Herzensprojekt starten konnten, verdanken wir einer grosszügigen Spenderin (siehe Seite 18).

Weiterentwickelt hat sich auch das tsc-Netzwerk. Seit dem letzten Jahresbericht sind zehn neue Netzwerkpartner hinzugekommen, 84 sind es jetzt insgesamt. Sie alle stärken dem tsc den Rücken. Sie prägen die Bildungsarbeit. Und sie gestalten das Netzwerk mit – etwa mit der tsc-Netzwerk-Konferenz in diesem Jahr (siehe Seite 16)

Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.
Thomas Rudin ist Präsident des Vereins tsc.

«Danke allen Partnern, Unterstützern und Freunden – bleiben Sie dem tsc verbunden. Bitte beteiligen Sie sich an unserem Auftrag, damit das tsc und der ganze Chrischona Berg vielen Menschen zum Segen wird und stetig weiterentwickelt werden kann.»

Thomas Rudin, Präsident Verein tsc

«Das Studium bringt mich geistlich und persönlich weiter»

Samuel Frers ist der Student, der auf der Titelseite des tsc-Jahresberichts 2021 abgebildet ist. Er berichet über sein Studium der Theologie & Musik:

«Ermutigend, hinterfragend, herausfordernd, vielseitig, bereichernd, authentisch und lebendig – so erlebe ich als «Erstie» die tsc-Community. Zahlreiche Treffen wie Kaffeerunden, Lobpreis-Sessions und Sportaktivitäten haben dazu beigetragen, dass ich schnell Anschluss gefunden habe und sehr gut in die grosse Gemeinschaft aufgenommen wurde. Ich bin sehr froh, dass ich zu ihr gehöre und sie mich weiterbringt. Beispielsweise wirken sich die Begegnungen und Gespräche in der tsc-Community konkret auf meinen Alltag aus, den ich teilweise anders gestalte als vor dem Studium. Ich versuche mir jetzt jeden Tag bewusst Zeit zu nehmen, um in der Bibel zu lesen – was vor dem Studium nicht immer der Fall war. Oder ich achte darauf, dass ich genügend Schlaf bekomme, damit ich am nächsten Tag wieder produktiv, fit und konzentriert studieren kann.

Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung. Der regelmässige Austausch mit Studierenden und Dozierenden auf persönlicher und geistlicher Ebene hat mich in den letzten Monaten sehr inspiriert und in vielerlei Hinsicht herausgefordert. Zum Beispiel diskutierten wir in den Vorlesungen spannende, teils heikle Themen. Diese Diskussionen haben mich zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt. Durch den offenen, ehrlichen Umgang am tsc fühle ich mich als Student frei, meine Gedanken auszusprechen und in geschütztem Rahmen darüber zu reden. Ich habe bereits einige Begegnungen mit anderen Studierenden erlebt, in denen wir über verschiedene Themen diskutiert und dadurch voneinander gelernt haben.»

Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.
Samuel Frers studiert Theologie & Musik am tsc.

«Das Studieren am tsc erlebe ich als geistliche und persönliche Weiterentwicklung.»

Samuel Frers, tsc-Student Theologie & Musik

Lust auf mehr?

Weitere Geschichten, Zahlen und Informationen vom Theologischen Seminar St. Chrischona lesen Sie im tsc-Jahresbericht 2021. Sie können ihn entweder als PDF herunterladen oder hier online lesen.

tsc-Infobroschüre 2022: Studentinnen (1500x500px)

tsc – Dein Studium, Deine Community

tsc-Infobroschüre 2022

tsc – Dein Studium, Deine Community

Was macht das Theologische Seminar St. Chrischona aus? Und was hat es dir zu bieten? Einen guten Überblick verschafft dir die neue tsc-Infobroschüre.

Theologische Bildung am tsc – mehr als ein Studium

Die Welt braucht Christen, die mit Kopf, Hand und Herz die frohe Botschaft von Jesus Christus vorleben und weitergeben. Unsere Gesellschaft braucht Botschafterinnen und Botschafter der Liebe Gottes. Die Welt braucht dich! Und das tsc bildet dich aus!

  • Theologische Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Am tsc entdeckst du neue Welten und erweiterst deinen Horizont. Theologische Bildung bedeutet: Wir lernen hinzuhören. Wir hören auf Gottes Wort, reflektieren, suchen das Gespräch mit unseren Mitmenschen.
  • Theologische Bildung ist Persönlichkeitsentwicklung. Am tsc wollen wir gemeinsam geistlich und emotional reifen.
  • Weil theologische Bildung mehr als Wissensvermittlung ist, sind Dozentinnen und Dozenten am tsc auch Lernbegleiter, Förderer, Ratgeber und Vorbilder.

Diese drei Punkte zeichnen das tsc besonders aus:

1. Kommunikative Theologie

Kommunikative Theologie ist eine Theologie, die zuhört, versteht und weitergibt. Sie lebt aus dem Gespräch mit Gott. Hilft zu verstehen, was wir glauben. Macht Lust, den Glauben zu kommunizieren, macht dich sprachfähig. Sie ist reich und vielfältig.

Kommunikative Theologie ist die Grundlage aller Studienangebote am tsc. Sieben Leitsätze beschreiben die Haltung, mit der am tsc Theologie betrieben wird: Wir sprechen nicht nur über Gott, sondern sprechen zuallererst mit Gott. Wir nehmen die Bibel als Wort Gottes ernst. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist. Und wir mischen uns ein in Kirche und Gesellschaft. Kommunikative Theologie ist eine Theologie, in der wir nur gemeinsam weiterkommen – zusammen mit dir!

2. Community am tsc

Die Community am tsc ist die Studiengemeinschaft, in der du wachsen und dich entfalten kannst – und die dich trägt. Die Community ist eine geistliche Weggemeinschaft. Jesus Christus ist die Mitte der Gemeinschaft. Wir sind miteinander und mit Gott unterwegs – wachsen im Glauben, reifen als Persönlichkeiten, entdecken unsere Berufung. In der Community kannst du Erlerntes ausprobieren und trainieren. Du kommst dabei an deine Grenzen – und kannst sie überwinden. Die Community am tsc ist ein wichtiges Lernfeld für deine theologische Bildung. In einem Klima der Wertschätzung, der Ermutigung und des Ausprobierens. Und viel Spass bringt es ausserdem!

3. Chrischona Berg

St. Chrischona ist dein Studienort, den du lieben wirst! Nahe an der Grossstadt Basel und mitten in der Natur. Im Dreiländereck Schweiz, Deutschland, Frankreich. Alpenblick inklusive! Ein Ort, der die Segensgeschichte von Chrischona atmet. An dem seit 1840 Generationen von Männern und Frauen studiert haben. Das hat dein Studienort zu bieten:

  • Studieren
    Top Unterrichtsräume, Hörsäle, Bibliothek, Tonstudio, Musikübungsräume
  • Wohnen
    Möbliertes Zimmer, Wohngemeinschaft oder eigene Wohnung
  • Jobben
    Studentenjobs beim tsc und bei der Chrischona Campus AG
  • Kirche St. Chrischona
    Ort der Stille, geistliches Zentrum
  • Relaunch & Foodnote
    Gemütliche Lounge und cooles Coffeehouse
  • Eben-Ezer-Halle
    Beliebt für Feste und Konzerte
  • Sport, Spiel, Spass
    Sportplatz, Turnhalle, VIVA-Bar

Lust auf eine Tour? Melli führt dich in einem Video über den Campus:

Claudius Buser, Stv. Rektor tsc und Dozent für Kirchengeschichte

tsc-Jahresrückblick 2021

Ereignisse der Zeitgeschichte, Anekdoten vom tsc

tsc-Jahresrückblick 2021

Autor: Claudius Buser, Dozent für Kirchengeschichte am tsc

Claudius Buser kann in seinem traditionellen tsc-Jahresrückblick 2021 bereits zum zweiten Mal hintereinander nicht am Coronathema vorbei. Seinen Schwerpunkt legt er trotzdem nicht auf 2G- oder 3G-Regeln, sondern auf RG – das Reich Gottes und was wir davon am tsc erkennen.

Erinnerungen an 2020

«Im fernen Morgenland, nein, nicht dort, wo der Stern von den Magiern gesichtet wurde, der sie zum neuen König weisen soll, sondern im noch viel ferneren Morgenland – weit weg von der Zivilisation Europas – machten sich Magier – nicht auf den Weg – sondern an die Arbeit. Sie wollten eine neue Krone basteln, nicht einfach für den neuen König, nein, sondern für alle Menschen.

Noch wollten sie die Krone den Menschen nicht zeigen, da geschah es: Die Krone machte sich selbständig auf den Weg zu den Menschen dieser Erde. Und was viele nicht glauben wollten oder konnten, wurde wahr: Diese Krone für alle, veränderte das Miteinander der Menschen auf der ganzen Welt, in einer Art und Weise, wie sich das die Menschen zu Beginn des Jahres 2020 nicht in ihren kühnsten oder wirrsten Träumen hätten vorstellen können, auch wir am tsc nicht.»

So fing mein Jahresrückblick 2020 an. Ich hatte es damals nicht sehen kommen, dass uns Corona auch in diesem Jahr so beschäftigen würde und ich nochmals mit Corona anfangen werde. Doch nun können wir Corona oder eigentlich noch viel mehr: Corona kann uns mal. Wir haben das 2021 trotzdem gelebt, und zwar unter der Leitung einer anderen Krone.

RG statt 2G oder 3G

Natürlich gab es Quarantäne, Isolation, Impfdurchbrüche und Stimmungsumbrüche. Natürlich wissen wir nun, was Boostern heisst und wie 3G geht, aber ich bin froh, dass für Heiligabend ein G kommt. Auf ihn hoffen wir und ihn erwarten wir. Er kommt ohne Impfung, Maske und Zertifikat, muss daher wohl auch in einen Stall. Er kommt ohne dies alles, weil er uns anstecken will, ganz bewusst anstecken will mit einer ungeheuren Hoffnung: mit ihm kommt nicht 3G oder 2G sondern das RG, das Reich Gottes und er trägt eben eine andere Krone, die Krone seines Reiches, weil er der König ist.

Schauen wir in dieses spezielle Jahr hinein, dann haben wir doch viele spannende Sachen erlebt. Nun aber der Reihe nach:

Claudius Buser
Claudius Buser ist Stellvertretender Rektor und Dozent für Kirchengeschichte am tsc.

Januar

Am 3. Januar 2021 vor 500 Jahren wurde Luther exkommuniziert, also aus der Kirche ausgeschlossen. 500 Jahre später wurde zur «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigung zwischen Lutheranern und der Katholischen Kirche» von 1999 ein erweitertes Dokument veröffentlicht. Ist das uns egal? Natürlich, wir haben kaum davon Kenntnis genommen. Aber es kann uns eigentlich nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.

4. Januar: Der Dachverband Freikirchen Schweiz veröffentlicht ein von Beat Schweitzer verfasstes Papier zum Thema: Impfen oder nicht. Empfehlens- und lesenswert bis heute!

14. Januar: Das erste, nie veröffentlichte Umschlagbild des Tim-und-Struppi-Comics «Der Blaue Lotos» des Zeichners Hergé erzielt bei einer Versteigerung in Paris einen Rekordwert von 3,2 Millionen Euro. Wenn noch jemand so ein Bild zuhause hat, wo es nur Staub ansetzt, könnt ihr es dem tsc als Weihnachtsgeschenk vermachen.

Am 20. Januar ist definitiv ausgetrumpt, natürlich ging das im Vorfeld nicht ohne grossen Klamauk und am 6. Januar gab es sogar eine Erstürmung des Weissen Hauses durch einen Mob. Aber nun bitten wir Biden, die Sache zu richten. Wobei die Leute 11 Monate später nicht ganz glücklich sind mit der Arbeit von Joe, nicht in Afghanistan, nicht in Bezug auf Russland oder China und auch nicht ganz zuhause. Hoffentlich trumpelt Trump in drei Jahren nicht wieder zurück ins Weisse Haus!

«Es kann uns nicht egal sein, dass Christen 500 Jahre brauchen, um sich wieder zu finden.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Februar

Am 5. Februar starb der jüdische US-Amerikaner Hershel Shanks im Alter von 91 Jahren. Wenige kennen Hershel Shanks mit Namen, doch viele profitieren von seinem Einsatz für eine allgemeinverständliche Archäologie in Israel. Unter anderem bei der Veröffentlichung der Schriftrollen vom Toten Meer spielte er eine grosse Rolle. Unermüdlich kämpfte er gegen deren wissenschaftlichen Verschluss.

Und bei uns am tsc werden Bachelorarbeiten eingereicht. Die vier besten Bachelorarbeit können auf dieser Internetseite gelesen werden.

Das neue Semester hat uns wieder. Wir starten mit Unterricht im Internet, können das auch schon gut, haben wir das doch schon im letzten Herbst anfangen müssen. Wir freuen uns an den Gottesdiensten, die wir trotzdem feiern dürfen – zwar ohne gemeinsamen Gesang, aber trotzdem, und haben eigentlich trotz allem eine gute Stimmung am tsc. Wir beenden zum Glück nicht im Fernmodus, sondern dürfen nach Ostern, respektive Ende April umstellen auf Präsenzunterricht. Zum Glück haben wir so viel Platz auf dem Berg.

Aber es fehlten uns schon diverse Möglichkeiten, Gemeinschaft zu gestalten. Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.

März

Die Ever Given kann nichts mehr geben, sie steckt fest und rasch stauen sich 300 Schiffe hinter ihr und mit dem Stau hustet unser Konsum noch mehr. Ein Schiff, ein bisschen Sand und Europa hat ein Problem…

«Bildschirme sind schlechte Wärmeleiter für gelebte Gemeinschaft und doch erleben wir auch, dass es funktioniert. Jedenfalls ist es mehr als einfach eine Notlösung.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

April

Der Theologe Hans Küng ist tot. Während mehr als dreissig Jahren lehrte Küng an der Eberhard-Karls-Universität im Tübingen in Baden-Württemberg. Bis 2013 war er Präsident der Stiftung Weltethos.
Das Ziel des Projekts Weltethos, das er 1995 mitgegründete, beschrieb Küng auf dessen Webseite: «Frieden unter den Religionen, Kulturen und Nationen auf der Basis einiger gemeinsamer elementarer ethischer Werte, Massstäbe und Haltungen.» Ja, wenn wir den Friedefürst handeln lassen, wenn er Frieden schenkt, dann erst ist Frieden.

Mai

«Gewöhn dich an anders», hiess es für die Senioren, die altbewährten Freunde des tsc aus vielen Gemeinden in der Schweiz und in Deutschland. Corona lässt einen normalen Seniorentag nicht zu. Aber anders war echt gut und mehr Freunde des tsc als sonst erlebten den Seniorentag dezentral an vielen Orten. Es geht auch anders, das sagen wir Schweizer einfach dazu: Freude herrscht.

Wir feiern die Validierung unserer Studiengänge am 4. Mai. Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.

Ende Mai feiern wir unter dem Motto: «Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist» den Semesterabschlussgottesdienst im Freien unter blauem Himmel und singen aus vollen Kehlen, natürlich mit Abstand aber trotzdem, wir singen gemeinsam, wie schön ist denn das! Ja, das hat uns schon gefehlt, das gemeinsame Singen.

Juni

Prüfungen werden geschrieben und die Bücher aufgetan, um zu sehen, wer im Buch der Noten richtig liegt. Soweit so gut. Alles bestens, wir feiern mit 29 Absolventen und Absolventinnen ein familiäres tsc-Jahresfest. Und es werden zwei Chorvideos vorgestellt, die im Wenkenpark gedreht wurden. Ich war so stolz, als ich sie sah – ich bin es heute immer noch. Einfach klasse, was da an Können und Begeisterung durchkommt und wie gut ihr klingt.

«Es ist gut zu hören, dass die Middlesex University in London mit der Entwicklung unserer Studiengänge richtig zufrieden ist und wieder grünes Licht gibt für die nächsten Jahre.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Juli und August

Fluten ergiessen sich über Europa. Es trifft viele Regionen. In Deutschland ist es die grösste Flutkatastrophe seit 1962. Es gibt viele Opfer und manche Dörfer werden Jahre gebrauchen, bis alles wieder in Ordnung ist. Und wir machen einfach Ferien. Wie nah, Freud und Leid und wie gut, dass wir nicht alles tragen müssen.

September

Und dann kommt ihr, ihr Ersties. Wir dürfen 39 neue Studierende bei uns willkommen heissen. Wir haben uns auf euch gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls. Und Thomas Härry hat euch gute Tipps für das Theologiestudium weitergegeben. Zum Beispiel den: «Theologie ist dann eine gute Theologie, wenn sie mich in die Nachfolge führt.» Oder: «Lies die Bibel unvoreingenommen, respektive barfuss und auch entwickle eine Denkweise der Neugier, achte auf dich selbst.» Und am Samstagabend haben wir gefeiert. Märchen wurden wahr. Nicht nur Märchen: Aus Mythologien und Comics erschienen Gestalten und verwandelten das Festgelände unter dem mystischen Mastenbaum von fast 250 Metern Höhe zu einer Rampe zu ungeahnten Höhenflügen.

«Wir haben uns auf euch Ersties gefreut und euch einen gutes Willkommen bereitet, so hoffe ich jedenfalls.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Oktober und November

Und rasch geht es in das Herbstsemester hinein. Der Unterricht treibt den Schweiss auf die Stirn, Corona taucht überraschend früh am Horizont des kommenden Herbstes auf und wieder lernen wir, mit dem Virus umzugehen.

Überraschenderweise können wir unser Jubiläumstreffen mit 160 Alumni mit der 3G-Regel durchführen und zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit sitzen wir wieder normal dicht beieinander, sehen wir wieder in maskenfreie Gesichter und singen aus vollen Kehlen in einem Innenraum – und das mit 160 Leuten. Leute, das war früher normal, jetzt erschien es einem als kleines Wunder. Und die Jubilare loben das tsc und freuen sich an dem, was sie hier oben sehen – das kann man nachlesen im CAMPUSLEBEN 4/2021.

Dezember

S’Mutti geht. Auf die Frage, wer den wohl Nachfolgerin von Merkel werden soll, sagte ein Kind: «Natürlich wieder eine Frau.» Es hatte keine andere Wirklichkeit erlebt als Mutti Merkel. 16 Jahre lang hat sie, die Pfarrerstochter, die Geschicke Deutschlands geleitet. Hut ab vor vielen ihrer Leistungen. Nun ist aber doch ein Papi gekommen, mal schauen auf was der Scholz in 16 Jahren stolz sein kann?

S’Mutti geht und wenn das Mutti geht, gehen andere einfach auch. Der innere Zusammenhang ist zwar nicht geklärt, aber es melden sich auch bei uns Leute, die gehen wollen, einige, weil sie in ein Alter gekommen sind, wo der wohlverdiente Unruhestand winkt, andere weil sie sich nach neuen Ufern aufmachen.

Schluss

Wie dem auch sei, gewöhn dich an Anderes. Wir werden uns wohl immer daran gewöhnen müssen im Leben. Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt. Wir feiern die Ankunft dessen, der uns an Anderes gewöhnen will. Anders im Sinne von göttlich, aus der Liebe heraus, vom Reich Gottes her, das er uns bringt. Aber auch anders im Sinne von: den Anderen als Teil dieses Reiches sehen und mit dem Anderen unterwegs sein, weil auch er ein Kind Gottes ist.

Dazu haben wir ja dieses Jahr auch ein Community-Paper erstellt, das uns helfen soll, anders zu denken im Umgang miteinander, von der Mitte her, von ihm her, der in der Krippe liegt.

Claudius Buser hat diesen Jahresrückblick für den Semesterabschlussgottesdienst am 22. Dezember 2021 vorbereitet. Wegen der Corona-Massnahmen fand der Gottesdienst in verkürzter Form statt. Claudius konnte seinen Jahresrückblick deswegen nicht live vortragen.

«Anderes bleibt die Konstante im Leben. Gut, dass wir eine Mitte haben, die das Andere hält und trägt und uns begleitet und mitnimmt.»

Claudius Buser, tsc-Dozent für Kirchengeschichte

Die Community am tsc versteht sich als geistliche Weggemeinschaft. Ihre Grundsätze hat sie in einem «Community-Paper» festgelegt.

Grundsätze der tsc-Community

Grundsätze der tsc-Community

In guter Weise Gemeinschaft leben

Wie versteht sich die Studiengemeinschaft am tsc selbst? Was ist ihr Ziel? Wie will sie miteinander umgehen? Antworten darauf formuliert das neue «Community-Paper», das die Studiengemeinschaft 2021 erarbeitet hat. Und das steht drin:

Theologische Bildung ist mehr als Wissensvermittlung.

Deshalb ist am tsc die Community als geistliche Weggemeinschaft so wichtig, in der wir gemeinsam wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.

Wir sind:

  • Wir sind als geistliche Weggemeinschaft unterwegs. Wir sehen uns als Lerngemeinschaft, in der wir wachsen und reifen und uns gegenseitig fördern und unterstützen.
  • Wir erleben unser Miteinander als Herausforderung und Bereicherung. Wir möchten dabei anderen zu ermutigenden Weggefährten werden.
  • Unser gemeinsames Unterwegssein wird im Faltblatt (PDF) anhand eines Baumes dargestellt: Verwurzelt im dreieinigen Gott und seinem Wort kann das «Ich» gedeihen und in Beziehung und Kommunikation mit seinen Mitmenschen treten.

Miteinander verbunden

Jesus Christus ist Ausgangspunkt und Mitte unserer Gemeinschaft.

Wir wollen:

  • Leben teilen – sowohl in unserer Freude als auch in unserem Leid. Besonders zum Teilen unserer Erfahrungen mit Gott geben wir einander Raum.
  • Wertschätzung schenken, da wir uns in unserer Vielfalt und Einzigartigkeit von Gott geliebt wissen. Deshalb begegnen wir einander in Achtung und Liebe, nehmen unsere Stärken und Schwächen wahr, lernen unsere Beweggründe verstehen und üben uns im respektvollen Umgang miteinander.
  • Ermutigen, indem wir die Stärken und Gaben fördern, die wir unter uns entdecken. Wir erlauben einander Fehler zu machen. Wir sind bereit, einander zu vergeben und uns zu versöhnen.

Mit einem Ja zu mir

Um ein gemeinschaftsfördernder Teil der Community zu sein, ist es wichtig, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.

Wir wollen:

  • Eigenverantwortung wahrnehmen, indem wir unsere persönlichen Bedürfnisse, Grenzen und Emotionen achten.
  • Uns selbst führen, indem wir unsere Persönlichkeit und unsere Gaben in der Community entwickeln und damit der Gemeinschaft dienen. Weil Jesus uns vergibt, lernen wir, auch uns selbst zu vergeben und bewusst mit unseren Emotionen umzugehen.
  • Bedürfnisse und Grenzen ansprechen, um uns gegenseitig zu verstehen und das Wohlergehen des Einzelnen stärken zu können. Grundlegend dafür ist ein Dialog, der geprägt ist von Offenheit und Zuhören.

In Gott verwurzelt

Unsere persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott ist verwurzelt in ihm als Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Wir wollen:

  • Gemeinsam unterwegs sein, gemeinsam Gott suchen, finden und erleben. Er ist Bereiter, Begleiter und Ziel unserer Weggemeinschaft.
  • Persönlich in unserer Gottesbeziehung zu Christus hin wachsen, sowie zu geistlich und emotional reifen Persönlichkeiten werden.
  • Kreativität fördern, Schönheit entfalten und Gottes Schöpfung bewahren und gestalten.

Was ist die tsc-Community?

Die tsc-Community ist die Studiengemeinschaft des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Dazu gehören die Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden. Sie wollen als geistliche Weggemeinschaft unterwegs sein – in Gott verwurzelt, mit einem Ja zu sich selbst und miteinander in Christus verbunden.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 6 (1500x500px)

Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können.

Leitsatz 6 zur Kommunikativen Theologie

6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können, und setzen auf Gottes Wirken.

Autoren: Reiner Bamberger, Dr. Dr. Beat Schweitzer

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können, und setzen auf Gottes Wirken. Wir liegen falsch, wenn wir meinen, wir hätten alles im Griff, oder wenn wir glauben, nur Gott müsse und könne handeln. Es kommt auf Gott an und es kommt auf den Menschen an. Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona bedeutet das: Im Denken, Reden und Handeln tun wir, was immer wir tun können – und erwarten, erbitten, empfangen und erleben darin das Wirken Gottes und die Partnerschaft des Heiligen Geistes.

Video zum Leitsatz

Nicht einfach zu verstehen ist der Leitsatz Nr. 6 zur Kommunikativen Theologie des Theologischen Seminars St. Chrischona. Dabei öffnet sich ein paradoxes Spannungsfeld, das die beiden tsc-Dozenten Dr. Dr. Beat Schweitzer und Reiner Bamberger im Video näher erläutern. Engagiert und leidenschaftlich zeigen sie die grosse Kraft auf, die der Leitsatz entfalten kann, wenn er richtig verstanden wird und sich menschliches Handeln und Gottes Wirken unauflöslich vereinen.

Mahnung zur Besonnenheit

Wer als Christ in Reden und Handeln kommunizieren will, hat mit Einseitigkeiten besonnen umzugehen. Weder ein «Geist der Machbarkeit» noch ein «Geist der passiven Frömmigkeit» helfen weiter. Wir liegen falsch, wenn wir meinen, wir hätten alles im Griff, oder wenn wir glauben, nur Gott müsse und könne handeln. Es kommt auf Gott an und es kommt auf den Menschen an.

Gott beteiligt uns an seinem Wirken in dieser Welt

Gott hat sich entschieden zu reden und zu handeln. Er hat sich entschieden, dass er den Menschen an seinem Wirken in dieser Welt beteiligt. Gott hat diese Welt in Christus erlöst und bietet dem Menschen damit eine grundlegend neue Existenz an. Wer darauf eingeht und Christ wird, wird zur Mitarbeiterin oder zum Mitarbeiter Gottes. Entsprechend und beispielhaft versteht Paulus sich als Mit-Arbeiter Gottes: «Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau» (1. Korinther 3,9). Das «Mit» betont die Gleichzeitigkeit und Notwendigkeit der menschlichen Arbeit und des göttlichen Wirkens.

Gott hat sich entschieden zu reden und zu handeln. Er hat sich entschieden, dass er den Menschen an seinem Wirken in dieser Welt beteiligt.

Spannungsverhältnis: Gottes Handeln – menschliches Handeln

Gott, Heiliger Geist, Begabung und Mensch, Planung, Methode gehören deshalb zusammen. Diese unterschiedlichen Dimensionen sind aufeinander bezogen und kommunizieren miteinander. Aus diesem Glauben und Vertrauen heraus tun wir alles, was wir können – und setzen ganz auf Gottes Wirken: beides sozusagen zu 100 Prozent. Oder wie es im Jakobusbrief heisst: «Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden» (Jakobus 2,22). Das ist und bleibt paradox, scheinbar widersprüchlich und spannungsreich. Martin Luther oder Augustinus wird ein Zitat zugeschrieben, das es auf den Punkt bringt: «Man muss so beten, als ob die ganze Arbeit nichts nütze. Man muss so arbeiten, als ob das ganze Beten nichts nütze.»

Man muss so beten, als ob die ganze Arbeit nichts nütze. Man muss so arbeiten, als ob das ganze Beten nichts nütze.

Was aus dem Leitsatz 6 für das tsc folgt

Das bedeutet für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona: Wir denken, reflektieren, forschen sorgfältig und verantwortungsbewusst. Wir kommunizieren rhetorisch gut, kreativ und gewissenhaft. Wir nutzen unsere Möglichkeiten, arbeiten wissenschaftsorientiert und bilden uns weiter. Wir begegnen unseren Mitmenschen erwartungsvoll und wertschätzend.

Und: Wir sind darauf angewiesen, dass Gott handelt und spricht und dadurch unsere menschliche Kommunikation in Wort und Tat gelingen lässt; wir sind auf seine Initiative, Weisheit und Voraussicht angewiesen.

Geheimnisvolles Zusammenwirken

Wir vertrauen in all unserem Denken, Reden und Handeln darauf, dass Gott uns die nötigen Ressourcen schenkt. Wir tun, was immer wir tun können. Darin – nicht danach, daneben oder darüber hinaus! – erwarten, erbitten, empfangen und erleben wir das Wirken Gottes und die Partnerschaft des Heiligen Geistes. Wie genau das wunderbare Wirken Gottes und des Menschen ineinandergreifen, sich dabei verbinden und ergänzen, das bleibt ein Geheimnis.

Diese unbegreifliche communicatio von wechselseitigem Geben und Nehmen schürt Hoffnung, schafft Klarheit und macht neugierig.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 5 (1500x500px)

Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.

Leitsatz 5 zur Kommunikativen Theologie

5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.

Autoren: Rahel Bidlingmaier, Dr. Eckhard Hagedorn

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir hören zu und lehren und lernen miteinander. Weil wir in der Kommunikativen Theologie Ja sagen wollen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung. Es kann uns nichts Besseres passieren, als dass Studierende und Dozierende einen Lebenstil des Zuhörens und Lernens anstreben und verwirklichen. Wir wollen für Gott ganz Ohr sein. Und wir wollen sorgfältig hinhören, was die Menschen unserer Zeit bewegt. Damit wir in unserem Lehren und Lernen zu Wegbereitern der Zukunft werden.

Video zum Leitsatz

Im fünften Leitsatz der Kommunikativen Theologie bringt das tsc auf den Punkt, mit welcher Haltung es Theologie betreiben will: «Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.» Diese Haltung schafft die Grundlage für den theologischen Diskurs. Deshalb bewerten Rahel Bidlingmaier (tsc-Dozentin für Pädagogik) und Claudius Buser (tsc-Dozent für Kirchengeschichte) den Leitsatz im Video als sehr wichtigen Leitsatz. Im Gespräch mit Desirée Kratzat (tsc-Absolventin 2020) erklären sie, wie sie auf Gott hören wollen und auf das, was die Menschen unserer Zeit bewegt.

Jesus ist unser aller Lehrer

Für Gott ganz Ohr zu sein, ist die Grundberufung der Theologie und der Gemeinde. Wir haben es mit dem Gott zu tun, der vielfältig geredet und dessen Reden in Jesus Christus unüberbietbar seinen Höhepunkt erreicht hat. Deshalb möchten wir am Theologischen Seminar St. Chrischona Hörgemeinschaft, Studiengemeinschaft und Nachfolgegemeinschaft sein. Jesus ist dabei unser aller Lehrer. Die Bindung an ihn befreit uns zu einer weit gefächerten Aufmerksamkeit.

Wir sagen Ja zum Abenteuer des Zuhörens

Es gefällt uns gar nicht, dass das Wort «Redseligkeit» in aller Munde ist, «Hörseligkeit» aber nicht mal im Wörterbuch steht. Mit der Kommunikativen Theologie arbeiten wir daran, dass das anders wird. Wichtig ist uns eine Gesprächskultur, in der einer für den anderen hörenswert ist. Wir möchten Ja sagen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung und uns nicht nur für das interessieren, was uns sowieso schon interessiert. Deshalb möchten wir in allen unseren Studiengängen Lernen als Lebenstil und Existenzform ausprägen.

Wir möchten Ja sagen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung und uns nicht nur für das interessieren, was uns sowieso schon interessiert.

Definition unserer Lernkultur

Wir sind gemeinsam Teil einer jahrtausendealten Lerngemeinschaft. Dass die Bibel Lese- und Lebensbuch in einem ist, gibt unserer Kommunikation eine orientierende Mitte und eine grosse Weite. Wir fragen nach Wegweisendem, wo immer wir es finden können, und setzen im Studium aktuelle Erkenntnisse der Didaktik um. Im Übrigen sind wir ganz unbescheiden der Meinung, dass in der jüdischen und der christlichen Lernkultur noch viele ungehobene Schätze auf ihre (Wieder-)Entdecker warten.

Gelingende Kommunikation ist bedroht

Gelingende Kommunikation ist von vielen Seiten her bedroht – auch von unserer Seite. Öfter als uns lieb ist, sind wir eher Teil des Problems als der Lösung. Wir möchten sprachsensibel sein, entpuppen uns aber als Sprachgrobiane. Wir wollen heraus aus den Modewörtern und Klischees, aber immer noch prägen schiefe Alternativen unser Denken. Wir möchten so reden, dass es andere fördert, und ertappen uns beim Nachplappern von Floskeln.

Wir profitieren voneinander und machen uns gegenseitig fit

Doch wir sind bereit, uns hinterfragen und korrigieren zu lassen – und werden dadurch fähig, Verantwortung zu übernehmen. Dabei verteilt sich Lehren und Lernen nicht schematisch auf Lehrpersonen als Lehrende und Studierende als Lernende. Wir profitieren von denen, die uns voraus sind in Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten und machen uns gegenseitig fit.

Bemühen um ein faires Miteinander

Unsere Dozentinnen und Dozenten sind sehr verschieden, was Temperament, kirchliche Prägung, Erfahrungen und Überzeugungen angeht. Wir erwarten von ihnen mehr, als sich nur um ein faires Miteinander zu bemühen. Es kann uns nichts Besseres passieren, als dass sie selbst einen Lebensstil des Zuhörens und Lernens anstreben und verwirklichen. Auch in Konflikten gilt: Ich höre zu, gehe davon aus, dass es der andere wahrscheinlich nicht weniger gut meint als ich und bleibe lernoffen.

In unserem Lehren und Lernen verstehen wir uns als Wegbereiter der Zukunft. Deshalb hören wir auch sorgfältig hin, was die Menschen unserer Zeit bewegt.

Ein Lebensstil des Zuhörens und Lernens

Unser Lehren und Lernen zielt nicht auf Besitzstandswahrung in einer Gesellschaft, die sich weitgehend vom christlichen Glauben verabschiedet hat. Wir möchten miteinander unterscheiden lernen, was für Kirche als Minderheit zukunftsfähig ist und was nicht. Das gehört zu unserer Würde (und ist nicht nur Bürde). In unserem Lehren und Lernen verstehen wir uns als Wegbereiter der Zukunft. Deshalb hören wir auch sorgfältig hin, was die Menschen unserer Zeit bewegt.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 4 (1500x500px)

Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch.

Leitsatz 4 zur Kommunikativen Theologie

4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.

Autoren: Dr. Stefan Felber, Dr. Daniel Gleich

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen. Die Bibel mutet eine Wahrheit zu, die ausserhalb des Menschen liegt, die nicht immer unmittelbar einleuchtet. Deshalb studieren wir die biblischen Bücher, ringen um das richtige Verständnis. Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel als das wirksame Wort Gottes. In ihr finden wir das Leben, ja Gott selbst. Darum lohnt es sich so sehr, die Bibel anhaltend zu lesen, und darum lässt Kommunikative Theologie Menschen nicht unverändert zurück.

Video zum Leitsatz

Ausgewiesene Bibelliebhaber sind sowohl Dr. Stefan Felber als auch Dr. Daniel Gleich. Beide sind Dozenten für Bibelwissenschaften am Theologischen Seminar St. Chrischona. Im Video zum 4. Leitsatz der Kommunikativen Theologie erklären sie, welche Auswirkung unsere Haltung zur Bibel auf das Verständnis ihrer Botschaft haben kann. In kurzen Anekdoten geben sie Einblick in ihr persönliches Verhältnis zur Bibel, die sie als Gottes Kommunikationsbuch an uns Menschen sehen und in der es deshalb sehr viel zu entdecken gibt.

Warum es so wichtig ist, die Bibel zu lesen

Wir lesen die Bibel allein und miteinander. Wir leben lesend mit und aus ihr, deuten das Leben durch sie und werden zugleich von ihr gedeutet. Denn das Lesen und Hören der Schrift ist nach Jesus die Grundlage für alles Reden über Gottes Absichten mit den Menschen. Wie bereits im jüdischen Synagogengottesdienst so gehörte das Vorlesen aus den Schriften auch in den urchristlichen Versammlungen zu den wesentlichen Bestandteilen. Auch Paulus ermutigte seinen Mitarbeiter Timotheus, nicht damit aufzuhören, aus den Schriften vorzulesen, zu ermahnen und zu lehren.

Wie verstehen wir die Bibel richtig?

Beim Hören und Lesen der Bibel geht es uns immer wieder wie dem Kämmerer aus Äthiopien, der auf die Frage, ob er verstehe, was er liest, antworten muss: «Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet?» (Apostelgeschichte 8,31a) Der zeitliche und kulturelle Abstand zwischen den biblischen Schriften und uns heutigen Lesern erschwert das Verstehen noch mehr. Deshalb studieren wir die biblischen Bücher mit ihrer jeweiligen Geschichte, Kultur und Sprache. Dabei ringen wir um das richtige Verständnis der Texte zusammen mit den Auslegern in Gemeinde und Wissenschaft aus früherer und neuerer Zeit.

Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel allerdings nicht so wie andere literarische Werke. Wir lesen sie als das wirksame Wort Gottes, als ein Geschenk von ihm, an dem wir uns freuen.

Wir lesen die Bibel als wirksames Wort Gottes

Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel allerdings nicht so wie andere literarische Werke. Wir lesen sie als das wirksame Wort Gottes, als ein Geschenk von ihm, an dem wir uns freuen. Es ist der Heilige Geist selbst, durch den wir die Schrift so empfangen und bewahren können. Zugleich lesen wir die Bibel durch den Heiligen Geist auch als Gottes Anrede an uns, die immer wieder nach unserer Antwort fragt. So führt Gott mit uns durch die Bibel einen lebenslangen Dialog.

Kommunikative Theologie lässt Menschen nicht unverändert zurück

Zugleich mutet uns die Bibel eine Wahrheit zu, die ausserhalb des Menschen liegt, die inakzeptabel erscheinen kann oder nicht immer unmittelbar einleuchtet. So begibt sie sich je neu mit den Menschen auf einen Suchweg. Die Gewissheit, dass Jesus Christus durch die ganze Schrift zu uns spricht, lässt uns zuversichtlich nach weiterer, tieferer Erkenntnis, nach erneuerter Liebe und Hoffnung streben. Jesus hat verbürgt: Seine Worte sind Geist und Leben. Im Wort Gottes finden wir das Leben, ja Gott selbst. Als « Schwert des Geistes» ist das biblische Wort so stark, dass es sogar den Teufel abwehren kann. Darum lohnt es sich so sehr, ja für die Ewigkeit, die Bibel anhaltend zu lesen, und darum lässt Kommunikative Theologie Menschen nicht unverändert zurück.

Keine Rechthaberei, keine distanzierte Skepsis!

Auf diese Weise wollen wir eine unreflektierte Rechthaberei, die den Unterschied von Bibel und eigener Auslegung nicht erkennt, ebenso vermeiden wie eine distanzierte Skepsis gegenüber biblischen Wahrheitsansprüchen. Nicht so, dass es keine Haltung des Suchens mehr gäbe, doch so, dass unsere Suche ein klares Fundament und ein heiliges Ziel erhält: die Begegnung mit dem dreieinigen Gott.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 3 (1500x500px)

Wir tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Leitsatz 3 zur Kommunikativen Theologie

3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Autoren: Stephanie Korinek, Dr. Andreas Loos

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren. Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott uns seine Liebe mitteilt. Er redet uns liebevoll an und sehnt sich nach unserer Antwort. Christen geben die Liebe Gottes weiter. Kommunikative Theologie fördert eine ganzheitliche und kreative Kommunikation, indem sie erstens selbst aus dem Gespräch mit Gott lebt. Zweitens den Gläubigen verstehen hilft, was sie glauben. Und drittens der Kirche Lust macht, den Glauben zu kommunizieren.

Video zum Leitsatz

Stephanie Korinek und Dr. Andreas Loos erklären im Gespräch mit Desirée Kratzat, warum Kommunikation und Liebe untrennbar zusammengehören. Und wie Kommunikation auf Augenhöhe mit den Menschen unserer Zeit gelingen kann. Es entspannt sich ein spannendes Gespräch, das in die Tiefe geht.

Begründung und Definition von Kommunikation

Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott kommuniziert. Kommunizieren ist dabei viel mehr als informieren. Kommunizieren heisst: sich verständigen, miteinander sprechen, in Verbindung stehen, zusammenhängen, sich mitteilen, das Leben miteinander teilen, sich gegenseitig beschenken.
Als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist Gott eine ewige Gemeinschaft der Liebe (Trinität). Die drei Personen schenken einander alles, was sie sind und haben: Leben, Ehre, Herrlichkeit, Heiligkeit, Schönheit, Vollkommenheit. Gott hat sich entschieden, diese Fülle des Lebens nicht für sich zu behalten.

Wir sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren

Christen sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren – in Wort und Tat, mit ihrem ganzen Leben. Sie gönnen anderen Menschen das, was Gott ihnen selbst gönnt: Liebe, Leben, Heil, Glück, Freiheit, Würde, Wahrheit.
Daraus lässt sich erklären, was Kommunikative Theologie will: Sie folgt dem Doppelgebot der Liebe – Gott lieben und den Nächsten. Das heisst konkret:

  1. Aus dem Gespräch mit Gott leben. Dazu gehören Dank, Bitte, Fürbitte, Klage und schliesslich der anbetende Lobpreis. Wer über Gott reden will, muss zugleich mit ihm reden. Von Gott hören wir die entscheidenden Worte, die wir uns selbst nicht sagen können.
  2. Denk- und sprachfähig machen, damit die Gläubigen wieder neu verstehen und erklären können, wem sie, was sie und warum sie glauben.
  3. Der Kirche und den Gemeinden Lust machen, zu kommunizieren. Und zwar mit dem drei-einen Gott und miteinander. Aber dann auch mit den Menschen unserer Zeit: ins Gespräch kommen, hinhören, Interesse zeigen, Leben teilen, sich was sagen lassen. So entdeckt die Gemeinde, was sie zutiefst ist: Co-Kommunikatorin der Liebe Gottes.

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist

All das hat seinen Ursprung darin, dass Gott uns Menschen in seine Kommunikation einbeziehen will. Darum erschuf er die Welt. Denn Gott ist ein ewiges Gespräch zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist (Joh 1,1-4). Und er will diese Kommunikation auch mit uns erleben. Durch sein Wort – den Sohn – spricht er uns ins Leben, durch seinen ewigen Geist haucht er uns Leben ein. Damit hat Gott uns in sein Gespräch verwickelt. In Liebe redet er uns an und will, dass wir ihm eine Liebesantwort geben.

Jesus Christus lebt für uns die Antwort der Liebe

Aber der Mensch verweigert Gott die Antwort. Stattdessen scheint ihm jedes Mittel recht, auf Gott einzureden und einzuwirken. Auf diesen Kommunikationsbruch antwortet Gott mit Hingabe. Er wird einer von uns, voll und ganz Mensch. Jesus Christus lebt die Antwort der Liebe, die der Mensch Gott nicht geben kann. Bis in den Tod hinein lässt er das Gespräch mit dem Vater nicht abreissen. Er erleidet für uns das Schweigen des Vaters am eigenen Leib: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ein unfassbarer Unterbruch der trinitarischen Kommunikation. Bis der Vater den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes von den Toten auferweckt und bestätigt: Jesus Christus ist die menschgewordene Kommunikation Gottes.

Was der Heilige Geist tut

Ganz eng verbindet sich Gott mit uns Menschen durch den Heiligen Geist. Er macht die direkte Kommunikation zwischen Gott und Mensch möglich – jederzeit, überall, ohne Umwege. Als Geist spricht Gott in uns und bringt uns bei, wie man mit Gott spricht. Christen beten im Geist und durch den Sohn zum Vater im Himmel.

So sind wir also in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 2 (1500x500px)

Kommunikative Theologie mischt sich ein.

Leitsatz 2 zur Kommunikativen Theologie

2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.

Autoren: Susanne Hagen, Dr. Horst Schaffenberger, Dr. Manuel Schmid

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben. Denn als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen, ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe begegnen. Wie es das Evangelium uns lehrt. Eine Kommunikative Theologie will Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Will sich einmischen ins Gespräch über «das gute Leben» – und dabei die christliche Hoffnung zur Sprache bringen, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Video zum Leitsatz

Kirche und Gesellschaft objektiv wahrzunehmen, ist gar nicht so einfach. Das erläutert Dr. Horst Schaffenberger, der Co-Autor des 2. Leitsatzes, im Videointerview mit tsc-Absolventin Desirée Kratzat. Ausserdem sprechen sie über die Zukunft der Predigt und Antworten auf die Coronakrise.

Menschen auf Augenhöhe begegnen

Als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen und begegnen ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe. Wie es das Evangelium uns lehrt. Diese Grundhaltung will die Kommunikative Theologie vermitteln. Auf Augenhöhe heisst: Wir sind durch Jesus Christus von der Welt befreite und in die Welt gesandte Menschen, die mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringen.

Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen.

Antworten des Glaubens auf Lebensfragen

Als verantwortliche Zeitgenossen leben wir christliche Werte in dieser Gesellschaft und sind bereit, jedem von der Hoffnung zu erzählen, die in uns ist (vgl. 1. Petrus 3,15). Ebenso leiden wir mit an lebensfeindlichen und menschenverachtenden Entwicklungen unserer Zeit, die unsere Kultur und Natur bedrohen und das Miteinander und die Freiheit zerstören.
Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Dazu gehört, dass wir uns in unserer theologischen Arbeit mit den Gesprächspartnern unserer Zeit auseinandersetzen.

Was ist das gute Leben?

Kommunikative Theologie mischt sich ein ins Gespräch über «das gute Leben». Dabei anerkennen wir einerseits die Errungenschaften der westlichen Gesellschaft und wissenschaftlichen Diskussion über das, was gut ist im Leben und was den Menschen fördert. Andererseits schöpfen wir aus der prägenden Kraft, die das Christentum in diesen Bereichen hatte. Zugleich zeigen wir Engführungen und problematische Entwicklungen in Bezug auf Lebensführung und Selbstverwirklichung auf und bringen die christliche Hoffnung zur Sprache, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig.

Kommunikative Theologie hinterfragt – um der Liebe willen

Es gehört zu unserer Sendung in diese Welt, dass wir das Evangelium in den Mittelpunkt unseres Gesprächs mit der Welt stellen. Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig. Von daher ist es von der Bibel her geboten, auch Kirche, Welt und Gesellschaft zu hinterfragen. Es ist ein Dienst der Wahrheit, den die Theologie um der Liebe willen üben muss. Darin zeigt sie sich nicht als Herrschende, sondern als Lernende, nicht als Subkultur, sondern als Gegenkultur, die die Auseinandersetzung sucht und mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringt.

Kommunikative Theologie dient Kirche und Gesellschaft eben auch in Liebe, wenn sie widerspricht, korrigiert und sich in den Gegensatz stellt. Kommunikative Theologie kann uns bereit und fähig machen, positiv in diesen Konflikt hineinzugehen, lernbereit auf den Anderen zu hören, und auf argumentative und emotionale Widerstände einzugehen.

Chancen für den christlichen Glauben in unserer Zeit

Zugleich bietet unsere Zeit besondere Chancen zur Weitergabe des Evangeliums. Wir glauben, dass unsere Zeit viele neue Möglichkeiten, Inhalte und Formen von Kommunikation für den christlichen Glauben bereithält. Dazu gehören auch die kulturellen Bereiche wie neue Medien, Musik und darstellende Kunst, in denen sich der christliche Glaube ausdrücken und seine Wirkung auf andere entfalten kann.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 1 (1500x500px)

Wir reden über das Evangelium.

Leitsatz 1 zur Kommunikativen Theologie

1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.

Autoren: Dr. Jean-Georges Gantenbein, Dr. Horst Schaffenberger

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus. Über die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Aber: Verstehen die Menschen von heute diese Botschaft noch? Kommunikative Theologie will das Evangelium für die Menschen von heute und morgen übersetzen. Damit die Stimme der Christen auf dem Marktplatz der Meinungen und Lebensstile gehört wird. Die christliche Gemeinde spielt dabei eine wichtige Rolle: Wenn sie die befreiende Kraft des Evangeliums glaubhaft verkörpert und vorlebt.

Video zum Leitsatz

Im Video zum 1. Leitsatz zur Kommunikativen Theologie erklärt Co-Autor Dr. Jean-Georges Gantenbein, warum dieser Leitsatz zuerst kommt und welche enorme Bedeutung die Gemeinde heute für die Kommunikation des Evangeliums hat.

Das Evangelium verständlich machen

Wir Christen haben aus unserer Sicht die gute Nachricht für die Menschen: die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Diese ist für viele Menschen heute aber nur schwer verständlich. Dabei ist die befreiende Wirkung des Evangeliums – Freiheit, Versöhnung, Annahme und Identität – auch in der heute säkularen Gesellschaft sehr wohl gefragt und vermittelbar. Allein die biblischen Grundlagen dieses Evangeliums sind dem heutigen Menschen fremd und unverständlich: nämlich Gottes Liebe zum Menschen, die sich im Opfertod von Jesus am Kreuz zeigt. Dieser Spannung stellen wir uns in unserer theologischen Arbeit am tsc.

Kommunikative Theologie, wie wir sie am tsc verstehen, setzt sich deshalb zur Aufgabe:

  • die Grundlagen des Evangeliums theologisch zu erarbeiten und aufzubereiten,
  • das Evangelium in die rechten Worte zu fassen (Kommunikation)
  • und es für die Menschen von heute und morgen zu übersetzen (Kontextualisierung).

Chancen der digitalen Welt

Die digitale Welt schafft einen neuen Lebensraum. Darin verdrängt das Bild das Wort, der Umgang mit Information und Sprache verändert sich. Wie wir und wie in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft kommuniziert wird, orientiert sich stark an den (neuen) Medien. Wobei christliches Vokabular und religiöse Sprache von vielen Menschen kaum noch verstanden wird – oder religiöse Begriffe heutzutage benutzt werden, ohne dass man ihren Ursprung kennt.

Gleichzeitig profitieren Christen – wie die meisten Menschen – von der Meinungsfreiheit und der Demokratisierung von Kommunikationsprozessen. Die digitale Welt ermöglicht es praktisch jedem, frei und direkt und in vielfältiger Art zu kommunizieren. Dies ermöglicht auch uns Christen, die gute Botschaft frei und vielfältig zu vermitteln. Es gilt, diese neuen kommunikativen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Klassische Kommunikationsformen gilt es zu ergänzen mit (gar nicht mehr so) neuen digitalen, ästhetischen und künstlerischen Formen.

Christliche Gemeinde verkörpert das Evangelium

Als Christen haben wir den Menschen von Gott etwas zu sagen – das können wir mutig und selbstbewusst tun. Dabei spielt die christliche Gemeinde eine wichtige Rolle. In einer lebendigen und authentischen christlichen Gemeinschaft wird die befreiende Kraft des Evangeliums sichtbar (vgl. Römer 1,16-17). Die Gemeinde kommuniziert das Evangelium. Sie verkörpert die Botschaft, die sie weitergibt (vgl. 2.Korinther 3,3). Gelebte christliche Gemeinschaft macht es für die Menschen von heute plausibler, an Jesus Christus zu glauben.

Glauben «verteidigen» durch Bezeugen und Feiern

Die Stimme der Christen ist jedoch nur eine von vielen auf dem Markplatz der Ideologien, Philosophien und Religionen. Wir leben in einer Vielfalt der Meinungen und Lebensstile. Die christliche Meinung muss sich in der Diskussion und im Streit angstfrei wie auch selbstbewusst behaupten und bewähren. Unsere theologische Arbeit hilft, in diesem Wettstreit der Meinungen gute theologische und kommunikative Ansätze zu liefern. Die Verteidigung des Glaubens (Apologetik) gilt es neu zu gestalten: weniger als Abwehr und Verneinung anderer Meinungen und Lebensstile, sondern ganz im Sinne der Urchristenheit als ein Bezeugen und Feiern des Evangeliums.

Das tsc möchte mit seiner Kommunikativen Theologie die Kirche Christi motivieren und befähigen, die Inhalte und Formen des Glaubens zu kommunizieren und wo nötig, den Zeitgeist in Frage zu stellen.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.