Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 6 (1500x500px)

Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können.

Leitsatz 6 zur Kommunikativen Theologie

6. Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können, und setzen auf Gottes Wirken.

Autoren: Reiner Bamberger, Dr. Dr. Beat Schweitzer

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir setzen auf Gottes Wirken und tun alles, was wir können. Wir tun alles, was wir können, und setzen auf Gottes Wirken. Wir liegen falsch, wenn wir meinen, wir hätten alles im Griff, oder wenn wir glauben, nur Gott müsse und könne handeln. Es kommt auf Gott an und es kommt auf den Menschen an. Für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona bedeutet das: Im Denken, Reden und Handeln tun wir, was immer wir tun können – und erwarten, erbitten, empfangen und erleben darin das Wirken Gottes und die Partnerschaft des Heiligen Geistes.

Video zum Leitsatz

Auch zum 6. Leitsatz produziert das tsc ein Videointerview. Es wird im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 auf Youtube veröffentlicht.

Mahnung zur Besonnenheit

Wer als Christ in Reden und Handeln kommunizieren will, hat mit Einseitigkeiten besonnen umzugehen. Weder ein «Geist der Machbarkeit» noch ein «Geist der passiven Frömmigkeit» helfen weiter. Wir liegen falsch, wenn wir meinen, wir hätten alles im Griff, oder wenn wir glauben, nur Gott müsse und könne handeln. Es kommt auf Gott an und es kommt auf den Menschen an.

Gott beteiligt uns an seinem Wirken in dieser Welt

Gott hat sich entschieden zu reden und zu handeln. Er hat sich entschieden, dass er den Menschen an seinem Wirken in dieser Welt beteiligt. Gott hat diese Welt in Christus erlöst und bietet dem Menschen damit eine grundlegend neue Existenz an. Wer darauf eingeht und Christ wird, wird zur Mitarbeiterin oder zum Mitarbeiter Gottes. Entsprechend und beispielhaft versteht Paulus sich als Mit-Arbeiter Gottes: «Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau» (1. Korinther 3,9). Das «Mit» betont die Gleichzeitigkeit und Notwendigkeit der menschlichen Arbeit und des göttlichen Wirkens.

Gott hat sich entschieden zu reden und zu handeln. Er hat sich entschieden, dass er den Menschen an seinem Wirken in dieser Welt beteiligt.

Spannungsverhältnis: Gottes Handeln – menschliches Handeln

Gott, Heiliger Geist, Begabung und Mensch, Planung, Methode gehören deshalb zusammen. Diese unterschiedlichen Dimensionen sind aufeinander bezogen und kommunizieren miteinander. Aus diesem Glauben und Vertrauen heraus tun wir alles, was wir können – und setzen ganz auf Gottes Wirken: beides sozusagen zu 100 Prozent. Oder wie es im Jakobusbrief heisst: «Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden» (Jakobus 2,22). Das ist und bleibt paradox, scheinbar widersprüchlich und spannungsreich. Martin Luther oder Augustinus wird ein Zitat zugeschrieben, das es auf den Punkt bringt: «Man muss so beten, als ob die ganze Arbeit nichts nütze. Man muss so arbeiten, als ob das ganze Beten nichts nütze.»

Man muss so beten, als ob die ganze Arbeit nichts nütze. Man muss so arbeiten, als ob das ganze Beten nichts nütze.

Was aus dem Leitsatz 6 für das tsc folgt

Das bedeutet für uns am Theologischen Seminar St. Chrischona: Wir denken, reflektieren, forschen sorgfältig und verantwortungsbewusst. Wir kommunizieren rhetorisch gut, kreativ und gewissenhaft. Wir nutzen unsere Möglichkeiten, arbeiten wissenschaftsorientiert und bilden uns weiter. Wir begegnen unseren Mitmenschen erwartungsvoll und wertschätzend.

Und: Wir sind darauf angewiesen, dass Gott handelt und spricht und dadurch unsere menschliche Kommunikation in Wort und Tat gelingen lässt; wir sind auf seine Initiative, Weisheit und Voraussicht angewiesen.

Geheimnisvolles Zusammenwirken

Wir vertrauen in all unserem Denken, Reden und Handeln darauf, dass Gott uns die nötigen Ressourcen schenkt. Wir tun, was immer wir tun können. Darin – nicht danach, daneben oder darüber hinaus! – erwarten, erbitten, empfangen und erleben wir das Wirken Gottes und die Partnerschaft des Heiligen Geistes. Wie genau das wunderbare Wirken Gottes und des Menschen ineinandergreifen, sich dabei verbinden und ergänzen, das bleibt ein Geheimnis.

Diese unbegreifliche communicatio von wechselseitigem Geben und Nehmen schürt Hoffnung, schafft Klarheit und macht neugierig.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 5 (1500x500px)

Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.

Leitsatz 5 zur Kommunikativen Theologie

5. Wir hören zu und lehren und lernen miteinander.

Autoren: Rahel Bidlingmaier, Dr. Eckhard Hagedorn

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir hören zu und lehren und lernen miteinander. Weil wir in der Kommunikativen Theologie Ja sagen wollen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung. Es kann uns nichts Besseres passieren, als dass Studierende und Dozierende einen Lebenstil des Zuhörens und Lernens anstreben und verwirklichen. Wir wollen für Gott ganz Ohr sein. Und wir wollen sorgfältig hinhören, was die Menschen unserer Zeit bewegt. Damit wir in unserem Lehren und Lernen zu Wegbereitern der Zukunft werden.

Video zum Leitsatz

Auch zum 5. Leitsatz produziert das tsc ein Videointerview. Es wird im Laufe des zweiten Halbjahres 2021 auf Youtube veröffentlicht.

Jesus ist unser aller Lehrer

Für Gott ganz Ohr zu sein, ist die Grundberufung der Theologie und der Gemeinde. Wir haben es mit dem Gott zu tun, der vielfältig geredet und dessen Reden in Jesus Christus unüberbietbar seinen Höhepunkt erreicht hat. Deshalb möchten wir am Theologischen Seminar St. Chrischona Hörgemeinschaft, Studiengemeinschaft und Nachfolgegemeinschaft sein. Jesus ist dabei unser aller Lehrer. Die Bindung an ihn befreit uns zu einer weit gefächerten Aufmerksamkeit.

Wir sagen Ja zum Abenteuer des Zuhörens

Es gefällt uns gar nicht, dass das Wort «Redseligkeit» in aller Munde ist, «Hörseligkeit» aber nicht mal im Wörterbuch steht. Mit der Kommunikativen Theologie arbeiten wir daran, dass das anders wird. Wichtig ist uns eine Gesprächskultur, in der einer für den anderen hörenswert ist. Wir möchten Ja sagen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung und uns nicht nur für das interessieren, was uns sowieso schon interessiert. Deshalb möchten wir in allen unseren Studiengängen Lernen als Lebenstil und Existenzform ausprägen.

Wir möchten Ja sagen zum Abenteuer des Zuhörens und der Horizonterweiterung und uns nicht nur für das interessieren, was uns sowieso schon interessiert.

Definition unserer Lernkultur

Wir sind gemeinsam Teil einer jahrtausendealten Lerngemeinschaft. Dass die Bibel Lese- und Lebensbuch in einem ist, gibt unserer Kommunikation eine orientierende Mitte und eine grosse Weite. Wir fragen nach Wegweisendem, wo immer wir es finden können, und setzen im Studium aktuelle Erkenntnisse der Didaktik um. Im Übrigen sind wir ganz unbescheiden der Meinung, dass in der jüdischen und der christlichen Lernkultur noch viele ungehobene Schätze auf ihre (Wieder-)Entdecker warten.

Gelingende Kommunikation ist bedroht

Gelingende Kommunikation ist von vielen Seiten her bedroht – auch von unserer Seite. Öfter als uns lieb ist, sind wir eher Teil des Problems als der Lösung. Wir möchten sprachsensibel sein, entpuppen uns aber als Sprachgrobiane. Wir wollen heraus aus den Modewörtern und Klischees, aber immer noch prägen schiefe Alternativen unser Denken. Wir möchten so reden, dass es andere fördert, und ertappen uns beim Nachplappern von Floskeln.

Wir profitieren voneinander und machen uns gegenseitig fit

Doch wir sind bereit, uns hinterfragen und korrigieren zu lassen – und werden dadurch fähig, Verantwortung zu übernehmen. Dabei verteilt sich Lehren und Lernen nicht schematisch auf Lehrpersonen als Lehrende und Studierende als Lernende. Wir profitieren von denen, die uns voraus sind in Kenntnissen, Erfahrungen und Fähigkeiten und machen uns gegenseitig fit.

Bemühen um ein faires Miteinander

Unsere Dozentinnen und Dozenten sind sehr verschieden, was Temperament, kirchliche Prägung, Erfahrungen und Überzeugungen angeht. Wir erwarten von ihnen mehr, als sich nur um ein faires Miteinander zu bemühen. Es kann uns nichts Besseres passieren, als dass sie selbst einen Lebensstil des Zuhörens und Lernens anstreben und verwirklichen. Auch in Konflikten gilt: Ich höre zu, gehe davon aus, dass es der andere wahrscheinlich nicht weniger gut meint als ich und bleibe lernoffen.

In unserem Lehren und Lernen verstehen wir uns als Wegbereiter der Zukunft. Deshalb hören wir auch sorgfältig hin, was die Menschen unserer Zeit bewegt.

Ein Lebensstil des Zuhörens und Lernens

Unser Lehren und Lernen zielt nicht auf Besitzstandswahrung in einer Gesellschaft, die sich weitgehend vom christlichen Glauben verabschiedet hat. Wir möchten miteinander unterscheiden lernen, was für Kirche als Minderheit zukunftsfähig ist und was nicht. Das gehört zu unserer Würde (und ist nicht nur Bürde). In unserem Lehren und Lernen verstehen wir uns als Wegbereiter der Zukunft. Deshalb hören wir auch sorgfältig hin, was die Menschen unserer Zeit bewegt.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 4 (1500x500px)

Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch.

Leitsatz 4 zur Kommunikativen Theologie

4. Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen.

Autoren: Dr. Stefan Felber, Dr. Daniel Gleich

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir lesen und studieren die Bibel als Gottes Kommunikationsbuch, suchen die biblische Wahrheit und gewinnen so Überzeugungen. Die Bibel mutet eine Wahrheit zu, die ausserhalb des Menschen liegt, die nicht immer unmittelbar einleuchtet. Deshalb studieren wir die biblischen Bücher, ringen um das richtige Verständnis. Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel als das wirksame Wort Gottes. In ihr finden wir das Leben, ja Gott selbst. Darum lohnt es sich so sehr, die Bibel anhaltend zu lesen, und darum lässt Kommunikative Theologie Menschen nicht unverändert zurück.

Video zum Leitsatz

Ausgewiesene Bibelliebhaber sind sowohl Dr. Stefan Felber als auch Dr. Daniel Gleich. Beide sind Dozenten für Bibelwissenschaften am Theologischen Seminar St. Chrischona. Im Video zum 4. Leitsatz der Kommunikativen Theologie erklären sie, welche Auswirkung unsere Haltung zur Bibel auf das Verständnis ihrer Botschaft haben kann. In kurzen Anekdoten geben sie Einblick in ihr persönliches Verhältnis zur Bibel, die sie als Gottes Kommunikationsbuch an uns Menschen sehen und in der es deshalb sehr viel zu entdecken gibt.

Warum es so wichtig ist, die Bibel zu lesen

Wir lesen die Bibel allein und miteinander. Wir leben lesend mit und aus ihr, deuten das Leben durch sie und werden zugleich von ihr gedeutet. Denn das Lesen und Hören der Schrift ist nach Jesus die Grundlage für alles Reden über Gottes Absichten mit den Menschen. Wie bereits im jüdischen Synagogengottesdienst so gehörte das Vorlesen aus den Schriften auch in den urchristlichen Versammlungen zu den wesentlichen Bestandteilen. Auch Paulus ermutigte seinen Mitarbeiter Timotheus, nicht damit aufzuhören, aus den Schriften vorzulesen, zu ermahnen und zu lehren.

Wie verstehen wir die Bibel richtig?

Beim Hören und Lesen der Bibel geht es uns immer wieder wie dem Kämmerer aus Äthiopien, der auf die Frage, ob er verstehe, was er liest, antworten muss: «Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet?» (Apostelgeschichte 8,31a) Der zeitliche und kulturelle Abstand zwischen den biblischen Schriften und uns heutigen Lesern erschwert das Verstehen noch mehr. Deshalb studieren wir die biblischen Bücher mit ihrer jeweiligen Geschichte, Kultur und Sprache. Dabei ringen wir um das richtige Verständnis der Texte zusammen mit den Auslegern in Gemeinde und Wissenschaft aus früherer und neuerer Zeit.

Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel allerdings nicht so wie andere literarische Werke. Wir lesen sie als das wirksame Wort Gottes, als ein Geschenk von ihm, an dem wir uns freuen.

Wir lesen die Bibel als wirksames Wort Gottes

Weil es Gott selbst ist, der durch die Bibel mit uns kommuniziert, lesen und studieren wir die Bibel allerdings nicht so wie andere literarische Werke. Wir lesen sie als das wirksame Wort Gottes, als ein Geschenk von ihm, an dem wir uns freuen. Es ist der Heilige Geist selbst, durch den wir die Schrift so empfangen und bewahren können. Zugleich lesen wir die Bibel durch den Heiligen Geist auch als Gottes Anrede an uns, die immer wieder nach unserer Antwort fragt. So führt Gott mit uns durch die Bibel einen lebenslangen Dialog.

Kommunikative Theologie lässt Menschen nicht unverändert zurück

Zugleich mutet uns die Bibel eine Wahrheit zu, die ausserhalb des Menschen liegt, die inakzeptabel erscheinen kann oder nicht immer unmittelbar einleuchtet. So begibt sie sich je neu mit den Menschen auf einen Suchweg. Die Gewissheit, dass Jesus Christus durch die ganze Schrift zu uns spricht, lässt uns zuversichtlich nach weiterer, tieferer Erkenntnis, nach erneuerter Liebe und Hoffnung streben. Jesus hat verbürgt: Seine Worte sind Geist und Leben. Im Wort Gottes finden wir das Leben, ja Gott selbst. Als « Schwert des Geistes» ist das biblische Wort so stark, dass es sogar den Teufel abwehren kann. Darum lohnt es sich so sehr, ja für die Ewigkeit, die Bibel anhaltend zu lesen, und darum lässt Kommunikative Theologie Menschen nicht unverändert zurück.

Keine Rechthaberei, keine distanzierte Skepsis!

Auf diese Weise wollen wir eine unreflektierte Rechthaberei, die den Unterschied von Bibel und eigener Auslegung nicht erkennt, ebenso vermeiden wie eine distanzierte Skepsis gegenüber biblischen Wahrheitsansprüchen. Nicht so, dass es keine Haltung des Suchens mehr gäbe, doch so, dass unsere Suche ein klares Fundament und ein heiliges Ziel erhält: die Begegnung mit dem dreieinigen Gott.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 3 (1500x500px)

Wir tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Leitsatz 3 zur Kommunikativen Theologie

3. Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Autoren: Stephanie Korinek, Dr. Andreas Loos

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren. Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott uns seine Liebe mitteilt. Er redet uns liebevoll an und sehnt sich nach unserer Antwort. Christen geben die Liebe Gottes weiter. Kommunikative Theologie fördert eine ganzheitliche und kreative Kommunikation, indem sie erstens selbst aus dem Gespräch mit Gott lebt. Zweitens den Gläubigen verstehen hilft, was sie glauben. Und drittens der Kirche Lust macht, den Glauben zu kommunizieren.

Video zum Leitsatz

Stephanie Korinek und Dr. Andreas Loos erklären im Gespräch mit Desirée Kratzat, warum Kommunikation und Liebe untrennbar zusammengehören. Und wie Kommunikation auf Augenhöhe mit den Menschen unserer Zeit gelingen kann. Es entspannt sich ein spannendes Gespräch, das in die Tiefe geht.

Begründung und Definition von Kommunikation

Menschliche Kommunikation ist möglich, weil Gott kommuniziert. Kommunizieren ist dabei viel mehr als informieren. Kommunizieren heisst: sich verständigen, miteinander sprechen, in Verbindung stehen, zusammenhängen, sich mitteilen, das Leben miteinander teilen, sich gegenseitig beschenken.
Als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist Gott eine ewige Gemeinschaft der Liebe (Trinität). Die drei Personen schenken einander alles, was sie sind und haben: Leben, Ehre, Herrlichkeit, Heiligkeit, Schönheit, Vollkommenheit. Gott hat sich entschieden, diese Fülle des Lebens nicht für sich zu behalten.

Wir sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren

Christen sind berufen, die Liebe Gottes zu kommunizieren – in Wort und Tat, mit ihrem ganzen Leben. Sie gönnen anderen Menschen das, was Gott ihnen selbst gönnt: Liebe, Leben, Heil, Glück, Freiheit, Würde, Wahrheit.
Daraus lässt sich erklären, was Kommunikative Theologie will: Sie folgt dem Doppelgebot der Liebe – Gott lieben und den Nächsten. Das heisst konkret:

  1. Aus dem Gespräch mit Gott leben. Dazu gehören Dank, Bitte, Fürbitte, Klage und schliesslich der anbetende Lobpreis. Wer über Gott reden will, muss zugleich mit ihm reden. Von Gott hören wir die entscheidenden Worte, die wir uns selbst nicht sagen können.
  2. Denk- und sprachfähig machen, damit die Gläubigen wieder neu verstehen und erklären können, wem sie, was sie und warum sie glauben.
  3. Der Kirche und den Gemeinden Lust machen, zu kommunizieren. Und zwar mit dem drei-einen Gott und miteinander. Aber dann auch mit den Menschen unserer Zeit: ins Gespräch kommen, hinhören, Interesse zeigen, Leben teilen, sich was sagen lassen. So entdeckt die Gemeinde, was sie zutiefst ist: Co-Kommunikatorin der Liebe Gottes.

Wir sind in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist

All das hat seinen Ursprung darin, dass Gott uns Menschen in seine Kommunikation einbeziehen will. Darum erschuf er die Welt. Denn Gott ist ein ewiges Gespräch zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist (Joh 1,1-4). Und er will diese Kommunikation auch mit uns erleben. Durch sein Wort – den Sohn – spricht er uns ins Leben, durch seinen ewigen Geist haucht er uns Leben ein. Damit hat Gott uns in sein Gespräch verwickelt. In Liebe redet er uns an und will, dass wir ihm eine Liebesantwort geben.

Jesus Christus lebt für uns die Antwort der Liebe

Aber der Mensch verweigert Gott die Antwort. Stattdessen scheint ihm jedes Mittel recht, auf Gott einzureden und einzuwirken. Auf diesen Kommunikationsbruch antwortet Gott mit Hingabe. Er wird einer von uns, voll und ganz Mensch. Jesus Christus lebt die Antwort der Liebe, die der Mensch Gott nicht geben kann. Bis in den Tod hinein lässt er das Gespräch mit dem Vater nicht abreissen. Er erleidet für uns das Schweigen des Vaters am eigenen Leib: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ein unfassbarer Unterbruch der trinitarischen Kommunikation. Bis der Vater den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes von den Toten auferweckt und bestätigt: Jesus Christus ist die menschgewordene Kommunikation Gottes.

Was der Heilige Geist tut

Ganz eng verbindet sich Gott mit uns Menschen durch den Heiligen Geist. Er macht die direkte Kommunikation zwischen Gott und Mensch möglich – jederzeit, überall, ohne Umwege. Als Geist spricht Gott in uns und bringt uns bei, wie man mit Gott spricht. Christen beten im Geist und durch den Sohn zum Vater im Himmel.

So sind wir also in Verbindung mit Vater, Sohn und Heiligem Geist und tun, was Gott schon immer tut: kommunizieren.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 2 (1500x500px)

Kommunikative Theologie mischt sich ein.

Leitsatz 2 zur Kommunikativen Theologie

2. Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben.

Autoren: Susanne Hagen, Dr. Horst Schaffenberger, Dr. Manuel Schmid

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir nehmen Kirche und Gesellschaft so, wie sie heute sind, und beteiligen uns am Gespräch über Gott und das Leben. Denn als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen, ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe begegnen. Wie es das Evangelium uns lehrt. Eine Kommunikative Theologie will Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Will sich einmischen ins Gespräch über «das gute Leben» – und dabei die christliche Hoffnung zur Sprache bringen, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Video zum Leitsatz

Kirche und Gesellschaft objektiv wahrzunehmen, ist gar nicht so einfach. Das erläutert Dr. Horst Schaffenberger, der Co-Autor des 2. Leitsatzes, im Videointerview mit tsc-Absolventin Desirée Kratzat. Ausserdem sprechen sie über die Zukunft der Predigt und Antworten auf die Coronakrise.

Menschen auf Augenhöhe begegnen

Als Christen wollen wir unser Leben mit unseren Mitmenschen teilen und begegnen ihnen freundschaftlich und auf Augenhöhe. Wie es das Evangelium uns lehrt. Diese Grundhaltung will die Kommunikative Theologie vermitteln. Auf Augenhöhe heisst: Wir sind durch Jesus Christus von der Welt befreite und in die Welt gesandte Menschen, die mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringen.

Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen.

Antworten des Glaubens auf Lebensfragen

Als verantwortliche Zeitgenossen leben wir christliche Werte in dieser Gesellschaft und sind bereit, jedem von der Hoffnung zu erzählen, die in uns ist (vgl. 1. Petrus 3,15). Ebenso leiden wir mit an lebensfeindlichen und menschenverachtenden Entwicklungen unserer Zeit, die unsere Kultur und Natur bedrohen und das Miteinander und die Freiheit zerstören.
Kommunikative Theologie möchte Antworten des Glaubens formulieren, die Menschen in der Bewältigung ihrer Lebensfragen und Zweifel weiterhelfen. Dazu gehört, dass wir uns in unserer theologischen Arbeit mit den Gesprächspartnern unserer Zeit auseinandersetzen.

Was ist das gute Leben?

Kommunikative Theologie mischt sich ein ins Gespräch über «das gute Leben». Dabei anerkennen wir einerseits die Errungenschaften der westlichen Gesellschaft und wissenschaftlichen Diskussion über das, was gut ist im Leben und was den Menschen fördert. Andererseits schöpfen wir aus der prägenden Kraft, die das Christentum in diesen Bereichen hatte. Zugleich zeigen wir Engführungen und problematische Entwicklungen in Bezug auf Lebensführung und Selbstverwirklichung auf und bringen die christliche Hoffnung zur Sprache, die weit über dieses Leben hinausgeht.

Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig.

Kommunikative Theologie hinterfragt – um der Liebe willen

Es gehört zu unserer Sendung in diese Welt, dass wir das Evangelium in den Mittelpunkt unseres Gesprächs mit der Welt stellen. Das Evangelium wendet sich dem Menschen in seiner Welt zu – und hinterfragt ihn gleichzeitig. Von daher ist es von der Bibel her geboten, auch Kirche, Welt und Gesellschaft zu hinterfragen. Es ist ein Dienst der Wahrheit, den die Theologie um der Liebe willen üben muss. Darin zeigt sie sich nicht als Herrschende, sondern als Lernende, nicht als Subkultur, sondern als Gegenkultur, die die Auseinandersetzung sucht und mit dem Gegenüber um die Wahrheit ringt.

Kommunikative Theologie dient Kirche und Gesellschaft eben auch in Liebe, wenn sie widerspricht, korrigiert und sich in den Gegensatz stellt. Kommunikative Theologie kann uns bereit und fähig machen, positiv in diesen Konflikt hineinzugehen, lernbereit auf den Anderen zu hören, und auf argumentative und emotionale Widerstände einzugehen.

Chancen für den christlichen Glauben in unserer Zeit

Zugleich bietet unsere Zeit besondere Chancen zur Weitergabe des Evangeliums. Wir glauben, dass unsere Zeit viele neue Möglichkeiten, Inhalte und Formen von Kommunikation für den christlichen Glauben bereithält. Dazu gehören auch die kulturellen Bereiche wie neue Medien, Musik und darstellende Kunst, in denen sich der christliche Glaube ausdrücken und seine Wirkung auf andere entfalten kann.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

Leitsätze Kommunikative Theologie: Teil 1 (1500x500px)

Wir reden über das Evangelium.

Leitsatz 1 zur Kommunikativen Theologie

1. Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus.

Autoren: Dr. Jean-Georges Gantenbein, Dr. Horst Schaffenberger

Der Leitsatz kurz erklärt

Wir sind so frei und reden über das Evangelium von Jesus Christus. Über die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Aber: Verstehen die Menschen von heute diese Botschaft noch? Kommunikative Theologie will das Evangelium für die Menschen von heute und morgen übersetzen. Damit die Stimme der Christen auf dem Marktplatz der Meinungen und Lebensstile gehört wird. Die christliche Gemeinde spielt dabei eine wichtige Rolle: Wenn sie die befreiende Kraft des Evangeliums glaubhaft verkörpert und vorlebt.

Video zum Leitsatz

Im Video zum 1. Leitsatz zur Kommunikativen Theologie erklärt Co-Autor Dr. Jean-Georges Gantenbein, warum dieser Leitsatz zuerst kommt und welche enorme Bedeutung die Gemeinde heute für die Kommunikation des Evangeliums hat.

Das Evangelium verständlich machen

Wir Christen haben aus unserer Sicht die gute Nachricht für die Menschen: die rettende und befreiende Botschaft von der Vergebung und Erlösung durch Jesus Christus. Diese ist für viele Menschen heute aber nur schwer verständlich. Dabei ist die befreiende Wirkung des Evangeliums – Freiheit, Versöhnung, Annahme und Identität – auch in der heute säkularen Gesellschaft sehr wohl gefragt und vermittelbar. Allein die biblischen Grundlagen dieses Evangeliums sind dem heutigen Menschen fremd und unverständlich: nämlich Gottes Liebe zum Menschen, die sich im Opfertod von Jesus am Kreuz zeigt. Dieser Spannung stellen wir uns in unserer theologischen Arbeit am tsc.

Kommunikative Theologie, wie wir sie am tsc verstehen, setzt sich deshalb zur Aufgabe:

  • die Grundlagen des Evangeliums theologisch zu erarbeiten und aufzubereiten,
  • das Evangelium in die rechten Worte zu fassen (Kommunikation)
  • und es für die Menschen von heute und morgen zu übersetzen (Kontextualisierung).

Chancen der digitalen Welt

Die digitale Welt schafft einen neuen Lebensraum. Darin verdrängt das Bild das Wort, der Umgang mit Information und Sprache verändert sich. Wie wir und wie in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft kommuniziert wird, orientiert sich stark an den (neuen) Medien. Wobei christliches Vokabular und religiöse Sprache von vielen Menschen kaum noch verstanden wird – oder religiöse Begriffe heutzutage benutzt werden, ohne dass man ihren Ursprung kennt.

Gleichzeitig profitieren Christen – wie die meisten Menschen – von der Meinungsfreiheit und der Demokratisierung von Kommunikationsprozessen. Die digitale Welt ermöglicht es praktisch jedem, frei und direkt und in vielfältiger Art zu kommunizieren. Dies ermöglicht auch uns Christen, die gute Botschaft frei und vielfältig zu vermitteln. Es gilt, diese neuen kommunikativen Möglichkeiten zu erkennen und zu nutzen. Klassische Kommunikationsformen gilt es zu ergänzen mit (gar nicht mehr so) neuen digitalen, ästhetischen und künstlerischen Formen.

Christliche Gemeinde verkörpert das Evangelium

Als Christen haben wir den Menschen von Gott etwas zu sagen – das können wir mutig und selbstbewusst tun. Dabei spielt die christliche Gemeinde eine wichtige Rolle. In einer lebendigen und authentischen christlichen Gemeinschaft wird die befreiende Kraft des Evangeliums sichtbar (vgl. Römer 1,16-17). Die Gemeinde kommuniziert das Evangelium. Sie verkörpert die Botschaft, die sie weitergibt (vgl. 2.Korinther 3,3). Gelebte christliche Gemeinschaft macht es für die Menschen von heute plausibler, an Jesus Christus zu glauben.

Glauben «verteidigen» durch Bezeugen und Feiern

Die Stimme der Christen ist jedoch nur eine von vielen auf dem Markplatz der Ideologien, Philosophien und Religionen. Wir leben in einer Vielfalt der Meinungen und Lebensstile. Die christliche Meinung muss sich in der Diskussion und im Streit angstfrei wie auch selbstbewusst behaupten und bewähren. Unsere theologische Arbeit hilft, in diesem Wettstreit der Meinungen gute theologische und kommunikative Ansätze zu liefern. Die Verteidigung des Glaubens (Apologetik) gilt es neu zu gestalten: weniger als Abwehr und Verneinung anderer Meinungen und Lebensstile, sondern ganz im Sinne der Urchristenheit als ein Bezeugen und Feiern des Evangeliums.

Das tsc möchte mit seiner Kommunikativen Theologie die Kirche Christi motivieren und befähigen, die Inhalte und Formen des Glaubens zu kommunizieren und wo nötig, den Zeitgeist in Frage zu stellen.

Was ist Kommunikative Theologie?

Kommunikative Theologie bildet die Grundlage aller Studiengänge am tsc – nicht nur des gleichnamigen theologischen Bachelor-Studiengangs. Kurz auf den Punkt gebracht funktioniert sie so: Wir hören zu. Wir lernen von- und miteinander. Wir wollen verstehen und verstanden werden. Wir sind so frei und reden von Jesus Christus. Wir leben unsere Beziehung zu Gott.

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Benedikt Walker im Vorstand des Gnadauer Bündnisses

tsc-Engagement im Gnadauer Gemeinschaftsverband in Deutschland

Rektor Dr. Benedikt Walker in den Vorstand des Gnadauer Bündnisses gewählt

Dr. Benedikt Walker, der Rektor des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc), ist am 4. Mai 2021 in den Vorstand des Gnadauer Bündnisses für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Gemeinschaftsverband in Deutschland gewählt worden. Ihm liegt viel an einer engen Verzahnung zwischen Ausbildung und Gemeindearbeit.

Welche Erwartungen haben Gemeinden an Alumni theologischer Ausbildungsstätten?

Dr. Benedikt Walker liegt viel an einer engen Verzahnung zwischen Ausbildung und Gemeindearbeit. Er sagt: «Mir ist wichtig zu erfahren, welche Erwartungen Gemeinden und Verbände an Absolventen theologischer Ausbildungsstätten haben. Ich möchte erspüren, wie Gemeinschaftsarbeit perspektivisch in den nächsten Jahren aussieht – um in der Ausbildung die richtigen Weichen stellen zu können.»

Enge Verbindung von tsc und Gnadauer Verband

Mit der Gemeinschaftsbewegung in Deutschland ist das tsc mit seiner über 180-jährigen Geschichte eng verbunden. «Es freut mich, im Vorstand des Gnadauer Bündnisses dieser Verbundenheit Ausdruck zu verleihen», sagt Dr. Benedikt Walker. Viele Absolventinnen und Absolventen des tsc arbeiten in Gemeinden und Werken innerhalb des Gnadauer Verbandes. Etwa die Hälfte der Studierenden auf St. Chrischona kommen aus Deutschland. Das tsc hat sich immer auch als Ausbildungsstätte innerhalb der Gemeinschaftsbewegung verstanden. Deshalb ist das tsc selbstverständlich Mitglied im Gnadauer Gemeinschaftsverband und gehört zu den Gründungsmitgliedern des Gnadauer Bündnisses für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Gemeinschaftsverband.

Dr. Benedikt Walker, Rektor tsc
Dr. Benedikt Walker (Rektor tsc) ist in den Vorstand des Gnadauer Bündnisses für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Gemeinschaftsverband in Deutschland gewählt worden.

Frank Spatz: «tsc ist wichtiger Partner»

Für Frank Spatz, Generalsekretär des Gnadauer Verbandes, ist das tsc ein wichtiger Partner im Spektrum der Ausbildungsstätten im Gemeinschaftsverband. Er sagt: «Deshalb schätzen wir es sehr, dass Benedikt Walker mit uns die Ausbildungslandschaft und die Arbeitsbedingungen im Gnadauer Verband weiterentwickelt.»

Von Seiten des tsc engagiert sich ausserdem bereits seit Jahren René Winkler, Leiter Weiterbildung am tsc, im Vorstand des Gnadauer Verbandes. Dort leitet er aktuell das Projektteam des Gnadauer Zukunftsprozesses «Weites Land».

Was macht das Gnadauer Bündnis?

Logo des Gnadauer Bündnisses für Lernen und Arbeiten im Gnadauer Verband (500x500px)

Das Gnadauer Bündnis setzt qualitative Standards für Ausbildung und hauptamtliche Beschäftigung im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband. Dabei geht es um Ausbildungsinhalte und Diversifikation in der Ausbildung, strukturierte, begleitete Übergänge aus der Ausbildung in die Berufstätigkeit sowie konkrete Arbeitsbedingungen. Das Bündnis benennt Mindestgrössen für Vergütung, freie Tage, Fortbildungszeiten, regelt die Vertretung von Hauptamtlichen in Leitungsgremien und vermittelt berufliche Perspektiven.

Im Mai 2021 gehören dem Gnadauer Bündnis 21 Gemeindeverbände und Werke sowie 7 theologische Ausbildungsstätten an.

Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Middlesex University validiert tsc-Bachelor-Studiengänge bis 2027

Viel Lob für verbesserte Studiengänge

Eine grosse Prüfung hat das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc) bestanden. Am 28. April 2021 wurden seine drei Bachelor-Studiengänge Kommunikative Theologie, Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik durch die Middlesex University London für die nächsten sechs Jahre validiert.

Partnerschaft zwischen tsc und Middlesex University

Der Überprüfungsprozess (englisch: «Review») dient der Qualitätssicherung und der Weiterentwicklung des tsc-Studienangebots. Alle sechs Jahre muss das Theologische Seminar St. Chrischona diesen Prozess als akademischer Partner der Middlesex University durchlaufen. Der Vorteil dieser Kooperation: Die tsc-Studierenden können international anerkannte Bachelor-Abschlüsse einer renommierten britischen Universität erwerben.

tsc wird hohe Studienqualität bescheinigt

Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Leiter des Bachelor-Studiengangs Kommunikative Theologie am tsc. Als Projektleiter ist er verantwortlich für den erfolgreichen Review 2021. Dessen Ergebnis fasst er so zusammen: «Die Middlesex University London und externe Prüfer haben uns als tsc erneut eine hohe Studienqualität bescheinigt. Ich bin sehr zufrieden, dass wir unsere Bachelor-Studiengänge in verbesserter Form weitere sechs Jahre anbieten können.»

Verkündigungskompetenz wird gestärkt

Durch den Review kommt es ab dem Studienjahr 2021/22 zu Verbesserungen in allen drei Bachelor-Studiengängen. Gestärkt werden die Kommunikative Theologie – das Markenzeichen des tsc – und die Verkündigungskompetenz. Die Studierenden erhalten neu bereits im zweiten Jahr eine grundlegende Predigtausbildung, damit sie im dritten Jahr mehr Predigtpraxis bekommen können. «Das ist eine Folge unserer Gespräche mit den Partnern im tsc-Netzwerk. Eine gute Predigtausbildung ist das wichtigste Bedürfnis der Gemeinden», erklärt Beat Schweitzer. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik gibt es im ersten Jahr ein neues Pflichtmodul «Jugend & Medien», das gemeinsam mit der Fachstelle Mediensucht «return» in Hannover entwickelt wird. Im Bachelor-Studiengang Theologie & Musik wird es unter anderem eine neue «Musik-Master-Klasse» geben, um die musikalische Leitungskompetenz der Studierenden zu stärken.

Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Die tsc-Beteiligten am Review freuen sich über die Neu-Validierung der Bachelor-Studiengänge bis 2027.
Dr. Dr. Beat Schweitzer, Studiengangsleiter Bachelorstudiengang Kommunikative Theologie am tsc
Dr. Dr. Beat Schweitzer ist Studiengangsleiter Kommunikative Theologie und Dozent für Ethik am tsc.

«Enthusiastische Studierende, familiäre Studienatmosphäre»

Das tsc hat viel Lob erhalten von den Vertreterinnen und Vertretern der Middlesex University. Der enge Kontakt und intensive Austausch mit den Studierenden hat sie beeindruckt. «Die Middlesex-Vertreter schwärmten von unseren enthusiastischen Studierenden und unserer aussergewöhnlich familiären Studienatmosphäre», sagt Beat Schweitzer. Pluspunkte sammelte das tsc zudem beim Fernstudium Theologie. Hier lobten sie die hohe Qualität und die persönliche Betreuung durch die E-Dozierenden.

Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.
Am tsc herrscht eine familiäre Studienatmosphäre.

Interessiert?

  • Infos zum tsc-Studienangebot in kompakter Form erhältst du bei unseren Schnupper-Webinaren. Dabei kannst du den Studiengangsleitenden deine Fragen direkt stellen. Die nächsten Termine: 18.05. und 15.06.2021, jeweils von 18 bis 19.30 Uhr.
  • Wie ist es, am Theologischen Seminar St. Chrischona zu studieren? Und wäre das etwas für dich? Herausfinden kannst du das bei unseren Schnuppertagen – kostenlos und unverbindlich. Der nächste Termin: 22. bis 23. Oktober 2021.

Infos zum tsc-Studienangebot

Durch die Kooperation mit der Middlesex University London können Studierende am tsc den Bachelor in Theologie im Präsenz- oder Fernstudium, den Bachelor of Arts in Theologie & Pädagogik sowie den Bachelor of Arts in Theologie & Musik erwerben. Zum tsc-Studienangebot gehören ausserdem der tsc-Jahreskurs als Orientierungsjahr und Online-Kurse zur individuellen Weiterbildung.

Methode macht was! – Artikel aus dem Communicatio-Magazin 2/2020 (1500x500px)

Methode macht was!

Artikel aus dem Communicatio-Magazin 2/2020

Methode macht was!

Autorin: Rahel Bidlingmaier

Es gehört zum Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona (tsc) dazu, für die Kommunikation des Evangeliums verschiedene Methoden kennenzulernen und einzuüben. Rahel Bidlingmaier (tsc-Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik) führt aus, was mit «Methoden» gemeint ist, was sie genau machen und wie wir die passende Methode finden.

1. Methoden in der Religionspädagogik

Methoden wurden in der Geschichte der Religionspädagogik kontrovers diskutiert. Theodor Heckel schrieb 1928: «Die Bitte um den Heiligen Geist, der durch das Wort zum Glauben ruft, ist schlechthin wichtiger als alle Methodik» (zitiert nach Rothgangel u.a.). Mit diesem isolierten Zitat lassen sich Heckels Intentionen nicht erfassen, doch es wirft verschiedene Fragen auf: Welchen Stellenwert haben Methoden, speziell wenn es um die Kommunikation des Evangeliums geht? Sind Methoden nutzlos oder sogar hinderlich? Sind sie nebensächlich, vielleicht «nice to have», aber nicht notwendig? Kommt der Glaube nicht aus der Predigt (Römer 10,17) und ist daher jede andere Methode unwesentlich, das Wort Gottes weiterzugeben?

Als Religionspädagogin setze ich mich unter anderem auch mit der konstruktivistischen Didaktik auseinander, die jegliche Vermittlungsdidaktik ablehnt. Als überholt gilt die Trichter-Methode: Wähle die richtigen Inhalte und die passende Methode (=Trichter) aus, dann kommt bei deinem Gegenüber auch das Richtige an.

Der Konstruktivismus geht davon aus: Der Mensch konstruiert sich seine Wirklichkeit selbst. Sie kann nicht von aussen vermittelt werden. Kersten Reich schreibt: «Sind Methoden nicht ohnehin ein Trick von Pädagogen? Dienen sie nicht vorrangig dem Ziel, Rekonstruktionen zu erreichen […]?» (Reich, Systemisch-konstruktivistische Pädagogik, S. 218) Die Grundpostulate einer systemisch-konstruktivistischen Didaktik lauten: «Didaktik ist nicht mehr eine Theorie der […] richtigen Rekonstruktion von Wissen und Wahrheit, die nach vorher überlegten und klar geplanten Mustern zu überliefern [….] sind, sondern ein konstruktiver Ort möglichst weiter eigener Weltfindung, die für Lerner ebenso wie für Lehrer zu ermöglichen ist.» (Reich, S. 265)

Daraus stellt sich die Frage, ob Evangelium überhaupt weitergegeben werden kann. Was kommt beim Gegenüber an? Wie gelangt es zu Erkenntnissen?
Mit all diesen Fragen kann und muss sich jeder auseinandersetzen, der Evangelium kommunizieren möchte. Dennoch wende ich mich jetzt den Methoden zu und sage: Methode kann was!

Rahel Bidlingmaier, Studiengangsleiterin Theologie & Pädagogik am tsc
Rahel Bidlingmaier leitet den Bachelor-Studiengang Theologie & Pädagogik am tsc.

«Kann Evangelium überhaupt weitergegeben werden? Was kommt beim Gegenüber an? Wie gelangt es zu Erkenntnissen?»

2. Was bedeutet «Methode»?

Doch was meine ich mit Methode? Das griechische Wort «methodos» bedeutet «Weg nach, Vorgehensweise, wie man etwas tut». Es geht darum: WIE kommuniziert eine Person?
Wir könnten dabei an verbal, nonverbal, paraverbal und extraverbal denken. Wir könnten verschiedene Kommunikationsmodelle der Gesprächsführung aufführen: z. B. gewaltfrei, emphatisch, wertschätzend, kongruent und andere.

Ich möchte mich in diesem Beitrag der Kommunikation für und mit Gruppen zuwenden. Dies ist eine Mischung aus Individualkommunikation und Massenkommunikation (vgl. Röhner, Psychologie der Kommunikation,
S. 106ff.). Es ist nicht die Eins-zu-eins-Kommunikation, aber auch nicht die Kommunikation zu einer beliebigen Öffentlichkeit etwa über Werbeplakate, Radio, Fernsehen oder Internet.

Als Religionspädagogin geht es mir um die Kommunikation biblischer Inhalte. Das ist sehr komplex:

  • Der Bibeltext kommuniziert.
  • Der Pastor, die Religionslehrerin, der Jugendkreisleiter kommunizieren.
  • Ausserdem kommuniziert der Bibeltext (bzw. Gott durch den Bibeltext) direkt mit der Gruppe.
  • Je nach Methode kommuniziert auch die Gruppe untereinander sowie mit dem Leiter.

Wir merken: Kommunikation für und mit Gruppen ist keine Einbahnstrasse, ist mehr als bloss Informationsvermittlung von einem Sender zu einem Empfänger. Daher rede ich im Folgenden von Leiterinnen und Leitern, die die Kommunikation in einer Gruppe anleiten, und von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gruppe.
Die Erschliessung des Bibeltextes und die Methoden der Textauslegung klammere ich hier aus. Es geht um die Methode, die ich als Gruppenleiterin wähle, um einen Bibeltext bzw. biblische Aussagen zu kommunizieren. Dabei schliesse ich Sozialformen (Partner-, Gruppenarbeit, etc.) sowie Medien und strukturelle Aspekte (Organisation, Aufbau, etc.) mit ein.

Methode macht was! Doch welche Wirkung entfaltet sie? Nach welchen Kriterien sollten Methoden ausgewählt werden? Was ist bei der Verwendung zu beachten, damit ihr Potential voll entfaltet wird? Hat eine Methode auch einen Wert unabhängig vom Inhalt?

«Das griechische Wort ‹methodos› bedeutet ‹Weg nach, Vorgehensweise, wie man etwas tut›. Es geht darum: WIE kommuniziert eine Person?»

3. Methoden bedingen die Aufnahme und Wirkung eines Inhalts

Es macht einen Unterschied, ob ein Geschenk schön verpackt oder lieblos in Zeitungspapier eingeschlagen ist. Ein kreativ und hübsch eingepacktes Geschenk nehme ich gerne entgegen, das Auge freut sich daran, ich fühle mich geehrt. Ein hübsch verpacktes Geschenk macht die Bemühungen des Gebers deutlich, es steigert das Interesse und die Vorfreude und erhöht das Bewusstsein für den Wert des Geschenkes.

Doch falls beide Geschenke denselben Inhalt enthalten, spielt nach dem Auspacken die Verpackung keine Rolle mehr, oder?
Nehmen wir an, beide Geschenke enthielten eine Karotte. Ob in Zeitungspapier eingepackt oder in Glitzerpapier – Karotte bleibt Karotte. Vielleicht nehme ich die eine Verpackung lieber entgegen, aber für die Karotte spielt sie keine Rolle. Das führt bei manchen zum Fazit: Man braucht sich keine Mühe mit der Verpackung geben. Sie ist unwesentlich. Der Inhalt ist doch das Entscheidende!

Viele denken über Methoden ebenso: Sie sind doch nur eine nette Verpackung, aber letztlich ohne Bedeutung…
Stellen wir uns vor: Heute soll es zum Mittagessen Kartoffel und Karotte geben. Der Koch hat beschlossen, dass jeder rohe Kartoffeln und Karotten erhält. Alles andere wäre doch Zeitverschwendung und der unnötige Versuch einer äusserlichen Aufwertung, oder nicht? Im Bauch kommt doch nur Karotte und Kartoffel an.
Wirklich? Spielt es keine Rolle, wie wir Lebensmittel zubereiten? Was ist mit den fettlöslichen Vitaminen der Karotte, die unser Körper ohne Fett nicht aufspalten kann? Was ist mit rohen Kartoffeln, die schwer verdaulich sind, mehlig und bitter schmecken und Solanin enthalten, das giftig ist? Durch das Garen wird die Stärke aufgespalten, der Geschmack angenehm und das Solanin herausgelöst.
Für die Grossmutter ohne Gebiss und für den Allergiker ist es darüber hinaus auch bedeutsam, wie diese Lebensmittel zubereitet sind. Ganz abgesehen von unserem Gaumen…

Fazit: Ob und wie eine Karotte verpackt ist, spielt keine Rolle. Karotte bleibt Karotte. Doch wie sie zubereitet wird, hat Auswirkung auf die Verdaubarkeit, den Nährwert, die Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Lebensmitteln, den Geruch, die Atmosphäre, den Appetit, die Ausbildung des Geschmackssinns, den Genuss, die Attraktivität und vieles mehr.
Wie ist es mit Methoden? Sind sie nur eine «nette Spielerei», die den Inhalt attraktiver machen – oder bedingen sie dessen Nutzung, Rezeption (Aufnahme), Verarbeitung und (Aus)Wirkung?

Am Beispiel von Bild und Text gehen wir dieser Frage einmal auf den Grund. Es macht durchaus einen Unterschied, ob ich Inhalte in Bildern oder in Texten verpackt «verschenke». Die folgenden Angaben stammen aus Studien zur visuellen Kommunikation (siehe Müller; Geise: Grundlagen der Visuellen Kommunikation).

Visuelle und textuelle Kommunikation im Vergleich

KriteriumBilder / Visuelle KommunikationText / Textuelle Kommunikation
LogikVisuelle Kommunikation ist assoziativ-holistisch (weckt Assoziationen und ist ganzheitlich). Es entstehen unbewusste Gedankenverknüpfungen, ohne grosse mentale Anstrengung. Sie ist weniger vom Verstand kontrolliert.Textuelle Kommunikation vollzieht sich rational-argumentativ, nach den analytischen Gesetzen der Sprachlogik, systematisch und reflektiert.
AufnahmeBilder nehmen wir in grösseren Sinneinheiten wahr.Texte nehmen wir sequenziell in eher kleinteilig logisch-verbundenen Einheiten auf.
RezeptionszeitVisuelle Inhalte können innerhalb von 100 bis 200 Millisekunden thematisch erkannt und grundlegend beschrieben werden.Die zeitliche Vor- oder Nachordnung der verbalen Informationen bestimmt, welche inhaltliche Bedeutung wir ihnen zuweisen.
ErinnerungsvermögenUm ein Bild mittlerer Komplexität so intensiv aufnehmen zu können, dass es erinnert werden kann, muss es nur etwa eine halbe bis eine Sekunde betrachtet werden.In einer Sekunde können wir nur etwa drei bis fünf einfache Worte entschlüsseln; ihre Erinnerungswirksamkeit ist dabei allerdings erheblich schwächer.
Selektive WahrnehmungMenschen wenden sich vor allem jenen Reizen zu, die in Einklang mit ihren bestehenden Voreinstellungen sind. Durch betonende Gestaltung (Bebilderung, Platzierung, Grösse von Überschriften, etc.) kann diese Selektion umgangen bzw. reduziert werden.
AufmerksamkeitBildelemente werden nicht nur sehr viel schneller, sondern auch deutlich länger betrachtet als Texte; bei der ersten Begegnung von Bild und Text entfallen 70% auf die Bildbereiche.Der Rezeptionsprozess wird bei Texten häufiger abgebrochen als bei Bildern.
EmotionenBildkommunikation hat die besondere Fähig­keit, Emotionen zu transportieren und Emotionen bei Betrachtern auszulösen. Bilder können einen «Augenzeugeneffekt» und emotionale Betroffenheit auslösen. Sie wirken daher authentisch und glaubwürdig.
InhalteBilder operieren oft über repräsentative Verallgemeinerung, Vereinfachungen und visuelle Schemata und sind damit nur bedingt geeignet, abstrakte, quantifizierende und detailreiche Sachinformationen zu vermitteln.Im Gegensatz zu Bildern können Texte Definitionen, Differenzierungen, Konzepte und Abstraktionen ausdrücken.

Der Vergleich macht deutlich: Es macht einen Unterschied, ob wir bildhaft oder mit Texten kommunizieren – oder wie wir beide Methoden miteinander kombinieren. Denn: Die Wirkung von Bildern hängt davon ab, «unter welchen Umständen welches Bild von wem in welchem Kontext mit welcher Absicht an wen kommuniziert und von wem wie genutzt und rezipiert wurde.» (Müller; Geise, S. 77) Ausserdem ist sie vom «Vorwissen der Rezipienten, ihren Nutzungsmotiven oder ihrer persönlichen Relevanz abhängig» (Müller; Geise, S. 109).
Dies führt zum nächsten Schritt: Methode macht was! Jedoch nur, wenn die genannten Aspekte berücksichtigt und aufeinander abgestimmt werden.

Wie können wir biblische Inhalte kommunizieren?

  • Predigt, Andacht oder Vortrag
  • Anspiel, Theater oder Pantomime
  • Musikalische Umsetzung durch Lieder, Musiktheater, Text zu Melodie schreiben, Text mit Klängen hinterlegen
  • Gemeinsam Bibellesen oder stummer Dialog
  • Kreatives Malen, Comics, Bible Art Journaling, Bildbetrachtung, interaktive Ausstellung
  • Film, Videoclips und Hörspiel
  • Bibliolog und Bibliodrama
  • Erzählung, Poetry Slam, kreatives Schreiben

Interesse am Communicatio-Magazin?

Communicatio heisst das Magazin des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Es widmet sich den vielfältigen Themen einer «Kommunikativen Theologie», wie sie am tsc gepflegt und erarbeitet wird. Das Communicatio-Magazin erscheint ein- bis zweimal pro Jahr. Sie können es kostenlos abonnieren per Post oder per E-Mail.

Communicatio-Magazin 1/2021: Überrascht vom Erwartbaren (724x1024px)

4. Die Wahl der Methode ist abhängig von fünf Faktoren

Für eine Zubereitungsart entscheidet sich ein Koch aufgrund der Rahmenbedingungen (Küche oder Campingkocher? Hat er zwei Stunden oder 20 min zur Verfügung?), der eigenen Fähigkeiten und Grenzen (Erfahrungen, Experimentierfreudigkeit), der Personen, für die er kocht (z. B. Unverträglichkeiten, Wünsche), der Ziele (z. B. den ersten Hunger stillen, einen gemütlichen Abend gestalten) und der Zutaten (ob Kartoffeln oder Fischfilet).
Ebenso müssen diese Faktoren für die Kommunikation berücksichtigt werden, denn nur wenn alles sinnvoll ineinandergreift, kann ein gewinnbringendes Resultat erzielt werden.

Wer verantwortlich entscheiden will, WIE Kommunikation gestaltet sein soll, muss diese fünf Fragen beachten:

  • UNTER WELCHEN BEDINGUNGEN wird kommuniziert?
  • WER kommuniziert?
  • WAS wird kommuniziert?
  • Mit WEM wird kommuniziert?
  • WOZU wird kommuniziert?

Alle diese Faktoren zu berücksichtigen und entsprechend eine passende Methode zu wählen – das ist die hohe Kunst der Methodenwahl!

«Wie die Karotte zubereitet ist, hat Auswirkungen auf die Verdaubarkeit – so auch bei der Wahl der Methode.»

5. Das Potential einer Methode entfalten

Methode macht was! Jedoch nicht automatisch. Methoden müssen erlernt werden. Sie sind in ihrem Potential abhängig von:

  • den Personen, die sie verwenden (Leiterinnen und Leiter)
    Kochrezepte sind eine Grundlage zur Herstellung eines guten Produkts, enthalten aber keinesfalls eine Garantie für das Gelingen.
  • den Personen, die sie erleben (Teilnehmerinnen und Teilnehmer)
    Ein ungeübter oder einseitig geprägter Gaumen kann kaum Nuancen wahrnehmen.

Ein ungeübter oder einseitig geprägter Gaumen kann kaum Nuancen wahrnehmen. Wie man eine Karotte zubereitet, darüber gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen und Erfahrungen. Beispiel 1: Eine Karotte raspeln, etwas Ziegenfrischkäse, Walnüsse und Honig dazugeben. Diese Kombination ist für mich interessant, für andere suspekt! Beispiel 2: Karotten mit Erbsen weichkochen. Das esse ich gerne, das hat schon meine Grossmutter so gemacht! Andere finden es langweilig. Beispiel 3: Rüblikuchen. Das schmeckt mir nicht. Der Rüblikuchen, den ich gegessen habe, war matschig und viel zu süss. Doch vielleicht lag dies am Rezept oder an den Backkünsten? Kann man auf diese Weise Zubereitungsarten beurteilen?

Der Pädagoge Wolfgang Mattes schreibt in seinen «Methoden für den Unterricht»: «Ob sie [die Methoden] das Potential, das in ihnen steckt, wirklich entfalten, hängt von den Personen ab, die sie verwenden. Insofern sind Unterrichtsmethoden mit Kochrezepten vergleichbar. Auch diese sind den Köchen die Grundlage zur Herstellung eines guten Produkts, enthalten aber keinesfalls eine Garantie für das Gelingen. Beim Kochen gibt es Basisrezepte, die jede Köchin und jeder Koch beherrschen sollte. Daneben gibt es komplizierte und weniger komplizierte, innovative und traditionelle Rezepte. Sie alle haben in einer Küche ihren Platz und ihren spezifischen Wert.» Und weiter gibt er zu bedenken: «Man sollte nicht vorschnell die Methode dafür verantwortlich machen, wenn die gute Wirkung nicht erzielt wird. Schon gar nicht sollte man Methoden ablehnen, die man noch gar nicht verwendet hat oder nur vom Hörensagen kennt.» (Mattes, S. 14)

Darüber hinaus ist die Entfaltung des Potentials einer Methode auch abhängig von der Gruppe. Ein ungeübter Gaumen kann kaum die unterschiedlichen Geschmacksnuancen eines guten Weines wahrnehmen. Kinder, die nur Erdbeerjoghurt mit Aroma kennen, lehnen den echten Erdbeergeschmack ab. Ein ungeübter Bildbetrachter wird kaum erkennen, welche Schätze in einem Bild von Rembrandt verborgen liegen. Ein ungeschultes Ohr wird kaum die Genialität einer Bachkomposition erkennen.
Methoden müssen deshalb nicht nur ausprobiert, sondern erlernt und eingeübt werden, sowohl vom Leiter wie auch von den Teilnehmern. Häufig ist es so, dass erst nach mehrmaliger Anwendung die Methode in den Hintergrund tritt und die Erschliessung der Inhalte ermöglicht wird. Wenn ich beispielsweise zum ersten Mal einen Bibliolog erlebe, bin ich vielleicht noch sehr darauf konzentriert, wann ich etwas sagen darf, ob von mir erwartet wird, dass ich etwas sage und so weiter. Ist mir die Methode bekannt, kann ich mich mehr auf den Inhalt konzentrieren.

«Methoden müssen nicht nur ausprobiert, sondern erlernt und eingeübt werden, sowohl vom Leiter wie auch von den Teilnehmern.»

6. Methoden haben einen Wert an sich – unabhängig vom Inhalt

Methode macht was! Methoden machen etwas möglich. Im Rezept steht, dass die Karotte gedünstet werden soll. Wenn mir jemand erklärt, wie das funktioniert, kann ich es selbst tun und weiss auch, wie anderes Gemüse gedünstet werden kann.

Eine Methode kann auf verschiedene Inhalte angewandt werden. Sie ist nicht für alle gleich sinnvoll, jedoch nicht nur auf einen speziellen Inhalt beschränkt. Daher sind Methoden nicht nur Weg, sondern auch Ziel von Bildung. Als Dozentin gebe ich meinen Studentinnen und Studenten nicht nur die Erkenntnisse weiter, die ich aus dem Studium eines Bibeltextes gewonnen habe. Ich lehre sie auch, wie sie sich selbst einen Bibeltext erschliessen können. Ebenso üben Lehrerinnen oder Pastoren mit den ihnen anvertrauten Menschen Methoden ein, die ihnen Erschliessungsmöglichkeiten an die Hand geben. Ziel ist es, Menschen kompetent und mündig zu machen und unterschiedliche Zugänge zu ermöglichen. Wir wollen gemeinsam die Schätze der Bibel heben!

Rahel Bidlingmaiers Fazit:
«Lasst uns verschiedene Methoden erlernen, Gott zur Ehre und den Menschen zum Wohle.»

Literaturangaben

  • Wolfgang Mattes: Methoden für den Unterricht, Paderborn u.a. 2011.
  • Marion Müller, Stephanie Geise: Grundlagen der Visuellen Kommunikation, Konstanz und München 2015.
  • Markus Plate: Grundlagen der Kommunikation, Göttingen 2015.
  • Kersten Reich: Systemisch-konstruktivistische Pädagogik, Weinheim und Basel 2010.
  • Jessica Röhner, Astird Schütz: Psychologie der Kommunikation, Wiesbaden 2016.
  • Martin Rothgangel, Gottfried Adam, Rainer Lachmann (Hg.): Religionspädagogisches Kompendium, Göttingen 2012.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 «Entfesselte Gemeinde» als Online-Konferenz (1500x500px)

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

Wie lässt sich Gemeinde bauen in Corona-Zeiten?

Viel Offenheit für Neues bei der tsc-Netzwerk-Konferenz zum Thema: «Entfesselte Gemeinde»

Die Corona-Krise hat Menschen, Gemeinden und Hauptamtliche verunsichert. Wie lassen sich in dieser Zeit zukunftsfähige Gemeinden bauen? Mut machende Ansätze hörten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 7. November 2020 bei der Online-Konferenz des Netzwerks des Theologischen Seminars St. Chrischona (tsc). Sie endete mit einem leidenschaftlichen Plädoyer dafür, die Menschen zu lieben und ihnen das Evangelium zu kommunizieren.

Gemeinden sollten Kultur des Einladens fördern

Dieses Plädoyer hielt Steffen Beck, der leitende Pastor vom ICF Karlsruhe. Die Gemeinden bezeichnete er als «Rettungsunternehmen», die sich in der Krise nicht zurückziehen dürften. Sie sollten stattdessen kreativ werden, Hindernisse überwinden und den christlichen Auftrag über alles andere stellen. Es sei eine Frage der Herzenshaltung, ob Menschen zur Gemeinde kommen. Steffen Beck schlug vor, eine Kultur des Einladens zu fördern: «Es gibt nur einen Grund, warum kirchendistanzierte Menschen in die Kirche kommen: weil sie eingeladen wurden.»

«Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension»

Die Offenheit für Neues war ein Tenor, der sich durch die Konferenz zog. Zu Beginn berichtete die Hamburger Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz von neuen Sehnsüchten, die im Zeitgeist entstehen. Beispielsweise denken Menschen in Corona-Zeiten anders über sich selbst nach und fragen sich, was sie der Welt zu geben haben. Kirstine Fratz erklärte ausserdem, dass ihre Sicht auf den Zeitgeist sich durch die Zusammenarbeit mit dem tsc-Dozenten Andreas Loos erweitert hat. Sie sagte: «Der Zeitgeist hat eine spirituelle Dimension. Er will nicht zerstören, sondern liebt das Leben. Wie es auch der Heilige Geist tut.»

Bildung als Schlüssel für die Kirche von morgen

Konstruktiv-kritisch nahmen Walter und Oliver Dürr diesen Faden auf. Klar sei, dass die Corona-Krise die Kirchen verändern werde und die Zeit der «Betreuungsgemeinden» zu Ende gehe. Die Theologen und Gemeindeleiter wünschen sich eine neue Reformation und sehen Bildung als den Schlüsselfaktor dafür. «Bildung ist ein Schlüssel für die lebendige Kirche von morgen, die Salz und Licht sein will», erklärten sie.

Der Rektor des Theologischen Seminars St. Chrischona, Benedikt Walker, freute sich darüber. Im Online-Chat mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern formulierte er es so: «Die Kirche 2040 braucht die Ausbildung 2020. Und wir als tsc brauchen dafür den Schulterschluss mit den Partnern aus Gemeinde und Mission.»

Online-Konferenz – leichter zugänglich, weniger heimelig

Neben den hoffnungsvollen Inhalten gab vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits die Tatsache Hoffnung, dass die Konferenz überhaupt stattfand. Beat Ungricht, der Leiter der tsc-Netzwerk-Konferenz, sagte: «Darüber waren wir uns im Team immer einig: Wir werden die Konferenz durchführen – gleich unter welchen Bedingungen.» Schliesslich wurde es eine Online-Tageskonferenz. Dieses Format punktete mit weltweiter Zugänglichkeit vom eigenen Zuhause, lies aber die Heimeligkeit früherer Konferenzen nicht zu. Andreas Loos drückte es so aus: «Die Digitalität kann mehr als wir ahnen, trotzdem habe ich euch alle vermisst.»

Die Videomitschnitte der tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 sind auf der Konferenz-Internetseite eingebettet. Sie sind nicht frei zugänglich und deshalb mit einem Passwort geschützt, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern per E-Mail mitgeteilt wurde.

tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Walter und Oliver Dürr
Walter Dürr vom Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft sieht Bildung als einen Schlüsselfaktor für die Kirche von morgen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Talk zwischen Kirstine Fratz, Steffen Beck und Christian Haslebacher
Steffen Beck (oben links) im Gespräch mit Kirstine Fratz und Christian Haslebacher. Auf dem vierten Screen sind Lernpunkte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu lesen.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Claudius Buser und Andreas Loos
Die tsc-Dozenten Claudius Buser und Andreas Loos (von links) wirkten aktiv mit am Programm der tsc-Netzwerk-Konferenz.
tsc-Netzwerk-Konferenz 2020: Übertragung in der Chrischona Schöftland-Rued
Die tsc-Netzwerk-Konferenz 2020 wurde auch in Gemeinden live übertragen, zum Beispiel in die Chrischona-Gemeinde Schöftland-Rued.

Zahlen zur tsc-Netzwerk-Konferenz 2020

  • 262 Anmeldungen von Einzelpersonen
  • 7 Schweizer Chrischona-Gemeinden waren als Übertragungsorte live dabei. Dort schauten jeweils 5 bis 15 Personen zu.

Was ist das tsc-Netzwerk?

Das Netzwerk des Theologischen Seminars St. Chrischona wurde 2018 nach Ende des internationalen Chrischona-Verbandes gegründet. Mittlerweile ist es auf 67 Partner angewachsen, darunter Gemeindeverbände, Jugend- und Missionswerke sowie 55 lokale Gemeinden aus der Schweiz und aus Deutschland.