Ein gut gereifter Jahrgang
Mit der Zeugnisübergabe bei der Graduierungsfeier endete für 23 Absolventinnen und Absolventen das Studium am Theologischen Seminar St. Chrischona (TSC). Die Feier am 29. August war geprägt von Dank, Würdigung sowie von theologischer Tiefe und musikalischer Kreativität. Sie zeigte, dass die Studierenden am TSC gut gereift sind.
Theologie studieren ist wie schwanger werden
Dr. Benedikt Walker, der Rektor des TSC, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen sehr herzlich zu ihrem Abschluss. Er verglich das Theologiestudium mit einer Schwangerschaft: nicht abkürzbar, sondern ein langsames, tiefes Reifen. «Ihr wart ein guter Jahrgang», so Benedikt Walker. Besonders erwähnte er die hohe Qualität der Bachelorabschlüsse. Noch wird diese von der Middlesex Universität London garantiert, künftig dann von ECTE – einer erstklassigen europäischen Qualitätssicherungsagentur.
Inhaltlicher Höhepunkt der Feier waren die Vorstellungen der besten Bachelorarbeiten aus den drei Studiengängen. Sie eröffneten spannende Einblicke in aktuelle theologische, pädagogische und musikalische Fragen.
Dürfen Christen an Kriegen teilnehmen?
Im Theologiestudiengang untersuchte die Absolventin Yasmina Kennel die ethische Frage, ob Christen an Kriegen teilnehmen dürfen. Während das für den Theologen John Howard Yoder unter keinen Umständen eine Option ist, findet es der Theologe Reinhold Niebuhr unter manchen Bedingungen notwendig. Die Bachelorarbeit zeigte, dass die Theologen wegen ihres unterschiedlichen Umgangs mit der Bibel zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. So steht hinter der ethischen Frage eigentlich eine hermeneutische Frage.
Trauen wir Kindern zu, über Gott zu reden?
Eine Bachelorarbeit aus der Praxis für die Praxis hat Lucy Wren erarbeitet. Die Absolventin der Theologie & Pädagogik widmete sich der Kindertheologie. Anhand von vier Stundenentwürfen zum Gespräch von Gott mit Mose am brennenden Dornbusch arbeitete sie heraus sie, wie Kinder als ernstzunehmende theologische Gesprächspartner wahrgenommen werden können.
Wie thematisieren Lobpreislieder Schuld und Sünde?
Joel Driesner analysierte in seiner Bachelorarbeit aus dem Studiengang Theologie & Musik Lobpreislieder im Umgang mit den Themen Schuld und Sünde. Er verglich die Bildsprache der 50 aktuell beliebtesten Lobpreislieder mit den Paulusbriefen. Dabei kam er zum Ergebnis, dass rund die Hälfte einen deutlichen Bezug zu Schuld und Sünde haben und Metaphern ein wichtiger Bestandteil vieler Lieder sind. Das gilt beispielsweise beim Titel: «Mutig komm ich vor den Thron.»
Bei drei musikalischen Darbietungen zeigten Absolventinnen und Absolventen der Theologie & Musik, wie sehr sie im Studium weitergekommen und gereift sind. Besonders eindrucksvoll war die Klavier- und Flötenimprovisation von Kenneth Kuchenbäcker über Psalm 51, die die Themen Trost und Errettung musikalisch interpretierte.
Gut vorbereitet für den Dienst
Fritz Hunger, der frühere Studentensprecher, schloss die Feier mit einem Rückblick auf seine Studienzeit am TSC ab. Er sprach mit grosser Dankbarkeit von fachlichem Know-how, geistlicher Gemeinschaft und einer Kultur der offenen Türen. Für Fritz und die meisten anderen aus dem Abschlussjahrgang hat ihr neuer Lebensabschnitt in einem Dienst in christlichen Gemeinden, Werken oder der Mission bereits begonnen. Als gut gereifter Jahrgang sind sie sehr gut darauf vorbereitet.